Serie•Teil 60 / 60Der Messias im Alten Testament (AT)
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Einleitung und Übergang zu den letzten messianischen Verheißungen
Wir sind letztes Mal bis Sacharja 11 gekommen, und jetzt schauen wir uns noch die letzten messianischen Verheißungen im Propheten Sacharja an und schließlich noch Maleachi. Wir lesen in Sacharja 12.
Es ist so: Die Kapitel 9 bis 11 bilden ja für sich einen Block im Buch Sacharja. Da haben wir verschiedene Prophezeiungen auf das erste Kommen von Jesus Christus gefunden, aber der Text hat auch viele Hinweise auf die Zeit seines zweiten Kommens. Es gab ausgesprochen ausführliche Prophezeiungen auf das erste Kommen.
Und jetzt haben wir wieder einen Block, die Kapitel 12 bis 14, und da ist der Akzent viel stärker auf das zweite Kommen. Also: 9 bis 11, ein stärkerer Akzent auf das erste Kommen. Aber auch das zweite kommt vor. Und in den Kapiteln 12 bis 14 ein starker Akzent auf das zweite Kommen Jesu, aber auch das erste kommt darin vor.
Das lesen wir in Sacharja 12, die Verse 10 bis 14:
Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus. Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein wie die Wehklage von Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo. Und wehklagen wird das Land, Sippe um Sippe für sich: die Sippe des Hauses David für sich und ihre Frauen für sich, die Sippe des Hauses Nathan für sich und ihre Frauen für sich, die Sippe des Hauses Levi für sich und ihre Frauen für sich, die Sippe der Schimeiter für sich und ihre Frauen für sich, alle übrigen Sippen, Sippe um Sippe für sich und ihre Frauen für sich.
Herr Präsident, jetzt müssen wir zuerst ein paar grundlegende Fragen klären. In diesem Text: Wer spricht? Wer spricht hier? Und ich werde.
Vers 10: Gemäß Vers 1 ist es der Herr, der Ewige. Ja, liest jemand gerade Vers 1 vor? Sacharja 12, Vers 1. Das ist nämlich die Überschrift gleich über die Kapitel 12, 13, 14, die eben einen Block bilden, ein Ganzes:
Dies ist die Last des Wortes des Herrn über Israel. Es spricht der Herr, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet und den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet.
Jawohl, also wer spricht? Es wurde gesagt: der Herr. Auf Hebräisch steht jeweils welcher Name, wenn im Deutschen Herr mit Großbuchstaben übersetzt ist? JHWH. Also dann steht der Gottesname, der etwa siebentausend Mal im Alten Testament vorkommt. Man schreibt J-H-W-H. Das bedeutet der Ewigseiende, der Unwandelbare. Aber korrekt wurde gesagt: In der Synagoge beim Vorlesen spricht man diesen Namen nicht aus, einfach aus Ehrfurcht. Und im Blick auf das dritte Gebot, du sollst den Namen JHWHs nicht zum Eitlen aussprechen, hat man sich bemüht, diesen Namen möglichst nicht auszusprechen. In der Synagoge wird als Ersatzname immer Adonai gesagt. Jedes Mal, wenn J-H-W-H kommt, liest man das Wort nicht, sondern ersetzt es durch Adonai, Herr.
Und darum hat auch Luther ganz korrekt in seiner Übersetzung überall, wo JHWH stand im Grundtext, mit Herr übersetzt, eben gemäß der Aussprache in der Synagoge, Adonai, aber mit Großbuchstaben, damit man weiß: Da steht JHWH im Grundtext. Und nicht etwa Adonai, denn es gibt ja auch Stellen, wo im Grundtext Adonai steht, diesen Namen gibt es auch im Grundtext. Da muss man einfach immer daran denken, was es bedeutet: der Ewigseiende, der Unwandelbare, der, der das Sein selbst in sich hat. Und darum ist er eben auch Herr über alles. Das erklärt auch, warum man eben als Ersatznamen Herr nimmt.
Also der ewige Gott spricht, der den Himmel und die Erde gemacht hat. Es spricht JHWH, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet und den Menschengeist in seinem Inneren bildet. Und jetzt ab Vers 2 spricht immer JHWH:
Ich, siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum.
Auf welche Zeit bezieht sich diese Prophetie? Auf die Endzeit, und zwar auf die Zeit, wenn Jesus Christus das zweite Mal kommen wird. Lesen wir gerade aus Sacharja 14. Wir können jetzt einfach so springen von 12 zu 14, weil das alles eine Botschaft ist, eine Einheit bildet. Dort sehen wir die Wiederkunft Jesu. Liest jemand Kapitel 14, Verse 3 bis 5?
Und gegen jene Nationen kämpfen, wie er schon immer gekämpft hat am Tag der Schlacht. Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten liegt, und der Ölberg wird sich von seiner Mitte aus nach Osten und nach Westen spalten zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen. Noch Vers 5 dazu, bitte. Und ihr werdet in das Tal meiner Berge fliehen, und das Tal der Berge wird bis Azal reichen, und ihr werdet fliehen, wie ihr vor dem Erdbeben geflohen seid in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda. Dann wird der Herr, mein Gott, kommen, und alle Heiligen mit ihm.
Jawohl, also da haben wir die Wiederkunft Christi, wenn er kommt, auf dem Ölberg, Vers 4. Und er wird kommen mit allen Gläubigen, wie hier am Schluss von Vers 5 steht: Und kommen wird der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit dir.
Und dann wird Jesus Christus seine Königsherrschaft in Gerechtigkeit und Frieden über diese Erde aufrichten. Darum könnte jemand noch Vers 9 dazu lesen in Kapitel 14:
Und der Herr wird König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird der Herr einzig sein und sein Name einzig.
Jawohl, also der Herr wird König sein über die ganze Erde. Das ist das tausendjährige Friedensreich, wie es in Offenbarung 20 beschrieben wird. Und das beginnt damit, dass Jesus Christus wiederkommt und eben auf dem Ölberg stehen wird, Vers 4. Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, und er wird da in den letzten Nahostkrieg direkt eingreifen.
Nicht wahr? Schon Vers 3 haben wir ja gelesen: Und der Herr wird ausziehen und gegen jene Nationen streiten. Welche Nationen sind das? Ja, jetzt wird noch einmal klar, was wir schon gelesen haben. Sacharja 12, Vers 2 liest nochmals jemand. Wer liest Vers 2? Noch Vers 3?
Jawohl, also Gott sagt, Jerusalem werde eine Taumelschale werden für alle Völker ringsum. Wir müssen kurz erklären: Was bedeutet eine Taumelschale? Alkohol, also eine Schale voll Alkohol. Wenn man zu viel davon trinkt, beginnt man zu taumeln, man kann nicht mehr objektiv und normal denken. Und Alkohol fährt ja den Stirnlappen, den vordersten Teil des Gehirns, herunter. Und da ist ja der Sitz des Planens, Denkens und der Selbstkontrolle. Das wird also alles heruntergefahren.
Jerusalem, sagt Gott, führt die Völker ringsum zu einer Berauschung. Und da sind wir voll drin. Die Völker ringsum verlangen, dass die Juden Jerusalem hergeben. Jerusalem soll die Hauptstadt eines palästinensischen Staates werden. Und die Hamas im Gazastreifen sagt: Wir werden Jerusalem erobern, und wir werden alles vom Jordan bis zum Mittelmeer in Besitz nehmen. Aber das Zentrum ist Jerusalem. Und Ahmadinedschad kämpft, indem er nun eine Atombombe konstruiert, dafür, dass Jerusalem den Juden entrissen wird und in islamische Hand kommt. Jerusalem wird gesagt, sei die drittwichtigste Stadt des Islams nach Mekka und Medina. Und so ist die ganze Umwelt verrückt nach Jerusalem. Und das erleben wir genau. Und Gott sagt das 520 v. Chr. ungefähr: Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und heute sehen wir das.
Aber nicht nur, dass sie einfach verrückt sind nach Jerusalem, sondern in Vers 3 haben wir noch einen zweiten Namen für Jerusalem, nämlich Laststein. Ich mache Jerusalem zu einem Laststein für alle Völker. Was ist das? Die Taumelschale haben wir schnell erklärt. Was ist der Laststein? Das ist schon eine Übertragung. Jetzt aber ganz wörtlich: Was meint konkret dieser Vergleich mit dem Laststein? Ein ganz schwerer Stein. Wozu? Um Häuser zu bauen. Wie? Eine Belastung?
Es war so: Im Altertum haben junge Leute genauso ihre Kräfte untereinander gemessen wie heute, aber die hatten natürlich nicht so gut konstruierte Hanteln. Da haben sie eben schwere Steine genommen, eben einen Laststein. Und Starke konnten ihn, sagen wir, bis auf Brusthöhe heben, und andere bis auf Gesichtshöhe, und die Besten bis über den Kopf. Aber wehe, wenn man dann losließ. Und das ist der Punkt hier. Es wird an jenem Tag geschehen, da werde ich Jerusalem zu einem Laststein machen für alle Völker. Wir sagen: alle Völker ringsum nach Vers 2. Alle, die ihn aufladen wollen, werden sich gewisslich daran verwunden.
Also Jerusalem wird nicht nur Grund sein, dass man nicht mehr denken kann und bereit ist, bis zur Atombombe zu gehen, sondern es ist auch quasi der Test für militärische Stärke. Wer ist stärker? Aber Gott sagt, das wird ein Laststein werden für die Völker ringsum. Aber schlussendlich werden sie sich an Jerusalem verwunden. Das wird sie selber zerreißen.
Und der Grund ist eben der, dass schlussendlich in diesem letzten Nahostkrieg Jesus Christus selber eingreifen wird, indem er eben auf dem Ölberg erscheinen wird, und er wird sein Volk aus all dieser Not schlussendlich befreien. Aber es wird ganz schrecklich herauskommen dabei, denn in diesem letzten Ostkrieg kommt zwei Drittel der Bevölkerung Israels ums Leben. Das steht in Kapitel 13, Vers 8. Könnte das jemand vorlesen?
Ja, zwei Drittel der Bevölkerung in Israel wird in diesem letzten Ostkrieg im Land umkommen. Es hat auch schon Leute gegeben, die haben gesagt: Nein, das bezieht sich natürlich nicht mehr auf etwas Zukünftiges, das hat sich bereits unter Hitler erfüllt. Was kann man dazu sagen? Ja, der Staat Israel wurde ja erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, nämlich 1948. Aber noch was? Im ganzen Land, im Land Israel, werden diese zwei Drittel ausgerottet werden, nicht in Europa. Das ist nicht dasselbe. Das ist eine Vernichtung Israels im Land. Zwei Drittel wird umkommen, aber der dritte Teil, der letzte Drittel, wird in dieser größten Not in Gott Zuflucht suchen, werden eine innere Umkehr erleben.
Es ist traurig, oftmals ist es so, dass Menschen erst dann umkehren, wenn sie ganz schwierige Dinge erleben im Leben. Aber es müsste ja gar nicht sein, denn Römer 2,4 sagt ja, dass Gottes Güte den Menschen zur Buße leiten möchte. Es bräuchte gar nicht die Strenge Gottes, die Güte könnte reichen. Aber es ist wirklich so, dass oft die Güte bei uns nicht reicht. Und in dieser Not wird ein Drittel der Bevölkerung Israels zur Umkehr kommen. Aber das wird so sein, wie wenn man eben Gold in den Schmelzofen bringt und läutert, und dann kommt das Echte schließlich heraus. Sie werden Gott anrufen, haben wir gelesen, Vers 9, und Gott wird ihnen sagen: Ich werde sagen, es ist mein Volk, und es wird sagen: Der Herr ist mein Gott. Also Gott wird diesen Drittel als sein Volk wieder öffentlich anerkennen, und sie werden ihren Gott anerkennen und erkennen.
Und nun, in dem Zusammenhang haben wir jetzt bereits gelesen, Kapitel 12, Vers 10. Liest nochmals jemand?
Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und wird bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.
Jawohl, also Gott sagt hier, er werde dann ein neues Pfingsten bewirken. Jesus Christus kommt wieder, und er wird dann seinen Geist ausgießen wie damals an Pfingsten vor fast zweitausend Jahren. Und dieses Ereignis wird sich so wiederholen. Und wie reagieren diese Israelis dann nach dieser Stelle? Sie werden wehklagen. Und noch vorher steht im Text: Ja, und zwar, auf wen werden sie blicken? Ja, aber der Name Jesus steht jetzt hier nicht nur vom Textlaut her. Es stimmt natürlich, aber vom Textlaut her, auf wen blicken sie? Auf JHWH, oder? Denn hier spricht er JHWH, der Ewigseiende. Also sie blicken auf den Ewigseienden Gott, den sie durchbohrt haben. Und da muss man sich die Frage stellen: Ja, wie geht das, kann man Gott durchbohren?
Nun, wie gesagt, hier geht es in dieser Prophetie um das zweite Kommen von Jesus Christus in der Zukunft. Aber das erste wird vorausgesetzt. Ich habe das auch schon erzählt, aber ich sage es jetzt einfach nochmals für die, die das noch nie gehört haben. Ich war in Jerusalem, und mit einem Taxifahrer kam ich ins Gespräch über den Glauben. Es ist übrigens in Israel viel einfacher, mit den Leuten kann man viel natürlicher über Glaubenssachen sprechen. Bei uns kann man auch über alles sprechen, sogar über intime Sachen wollen die Leute sprechen, aber über Glauben nicht, dann werden sie ganz steif und komisch. Und in der Schweiz kommt noch dazu: Über das Bankkonto spricht man auch nicht. Aber sonst geht alles.
Ja, aber in Israel, da kann man eben über Glauben auch sprechen. Und da hat er mich gefragt, ob ich glaube, dass der Messias kommt, und ich habe erklärt: Ja, ich glaube, dass der Messias kommen wird. Und wir waren gerade in Sichtnähe vom Ölberg, und da habe ich gesagt: Aber ich glaube, dass er schon mal gekommen ist. Und dann habe ich zitiert aus Sacharja im hebräischen Text: Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Das erste Mal ist er schon gekommen hier nach Jerusalem. Und da wurde er durchbohrt. Aber dann, wenn er das zweite Mal auf dem Ölberg kommt, dann werden sie auf ihn blicken und über ihn wehklagen. Das ist schon eindrücklich.
Das steht da, und noch eindrücklicher: In der alten rabbinischen Literatur wird erklärt, dass hier vom Messias die Rede ist. Das ist also nicht eine christliche, nachträgliche Interpretation des Texts. Man kann das nachlesen im Babylonischen Talmud, in Sukka 52a, und im Jerusalemer Talmud, es gibt ja zwei, aber der wichtige ist der babylonische Talmud; im Jerusalemer Talmud ist es Sukka 55a. Und auch der große mittelalterliche Rabbiner Abrabanel hat das auch auf den Messias bezogen. Also von der Interpretation her haben wir da kein Problem.
Allerdings wird im Talmud diskutiert: Worüber wird nun hier an dieser Stelle geklagt? Klagt man hier über den Messias oder klagt man hier über den bösen Trieb im Menschen? Und es ist verständlich, dass diese Diskussion aufkommt. Warum? Ja, interessant ist, dass der Text eigentlich schon richtig verstanden wird, obwohl sie gar nicht von der Erfüllung ausgehen, nicht wahr? Aber wie kommen sie auf die Idee, bezieht sich dieses Wehklagen auf das Wehklagen über den Messias oder über das Böse in uns?
Ja, weil plötzlich da wird doch das Pronomen gewechselt. Das heißt: Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und dann steht nicht „und werden über mich wehklagen“, sondern „und werden über ihn wehklagen“. Und darum war nicht klar: Über wen klagen sie? Über den Messias oder über den bösen Trieb im Menschen? Aber diese Stellen in beiden Talmuden machen klar: Man wusste, es geht hier um den Messias. Und sie blicken auf ihn, wenn er da kommen wird, auf den, den sie durchbohrt haben. Aber dann muss also schon früher ein Ereignis gewesen sein, wo er durchbohrt worden war. Wenn er dann kommt, und sie werden auf ihn blicken.
Ja, also der Schmerz der Klage wird ja hier verglichen mit einem ganz bestimmten Schmerz, den gewisse Menschen kennen, nämlich ist es ein Vergleich. Sie werden wehklagen, gleich der Wehklage über den Eingeborenen. Was heißt das? Oder gleich und wie man bitterlich über den Erstgeborenen Leid trägt. Was will das sagen? Ja, Verlustschmerzen. Wenn man das erste Kind verliert, beziehungsweise der Eingeborene, wenn man nur ein Kind hat, das ist noch schrecklicher als wenn jemand vier Kinder hat und ein Kind verliert. Das ist ganz schlimm, aber wenn jemand nur ein Kind hat und das verliert, das ist fast nicht zu beschreiben.
Also dieser Schmerz, den sie da beim Wehklagen empfinden, wird verglichen mit dieser Art von Schmerz, von Verlust, damit eben wir als Bibelleser wissen, wie die wehklagen werden. Und nun, wie erklärt man diesen Wechsel? Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Es geht ihm hier wirklich darum, jemand wurde getötet, und jetzt werden sie eben wehklagen über diesen Verlust, über diese Tötung. Darum wird klar, dass da nicht gemeint ist, dass Wehklagen über die eigene Bosheit, von der ist ja gar nicht die Rede, sondern es geht eben darum, dass sie wehklagen über den Tod von einem, der dann aber lebendig vor ihnen stehen wird.
Das ist dramatisch, wenn man denkt, diese Situation. Ein Rabbi aus Australien, ein ganz gescheiter Mann, hat einmal gesagt: Wenn der Messias kommt, dann werde ich ihn fragen: Herr Messias, waren Sie schon einmal da? Und übrigens, für uns klingt vielleicht „Herr Messias“ eigenartig, aber im Kolosserbrief haben wir ja doch den Ausdruck „Herr Christus“, das ist Herr Messias, das ist genau dieser Titel, den kennen wir sogar aus dem Neuen Testament.
Ja, aber eigentlich müsste er nicht warten, bis der Messias kommt, das können wir aus den Schriften selber ableiten: Natürlich war er schon mal da. Aber dann hat man nicht geklagt über ihn. Und wenn er dann kommen wird, wird man darüber wehklagen und so bitterlich wehklagen.
Und es geht weiter: Und sie werden über ihn wehklagen usw. Wer spricht hier? Sie werden über ihn wehklagen. Immer noch JHWH. Aber wer spricht denn in Vers 10? Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben.
Ja, du bist jetzt einfach schon einen Schritt weitergegangen in der Beantwortung. Es spricht JHWH, aber es ist so: Hier spricht der Sohn. Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Da spricht der Sohn, der Messias. Und dann, aber im gleichen Satz spricht immer noch JHWH, aber es ist eben der Vater, der über den Sohn spricht, und werden über ihn wehklagen, gleich der Wehklage über den Eingeborenen. Also es spricht im ganzen Satz immer JHWH, aber nicht immer die gleiche Person. Hier wird alttestamentlich klar, dass in dem einen Gott mehr als eine Person ist, mindestens zwei.
Es gilt immer noch Vers 1: Ausspruch des Wortes JHWHs über Israel. Es spricht JHWH, der den Himmel ausspannt und die Erde gründet, und dann: Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben und werden über ihn wehklagen. Es spricht immer noch JHWH.
Und können wir wissen, was die dann beten, wenn sie so wehklagen? Ja, Bußgebet, aber mit welchen Worten? Jesaja 53. Und jetzt versteht man auch, warum Jesaja 53 schon so formuliert ist, in der Vergangenheitsform. Obwohl es ja Prophetie war. Jesaja 53, schlagen wir kurz auf. Obwohl wir in der Vergangenheit dieses Kapitel im Detail angeschaut haben, liest jemand Jesaja 53, Verse 3 bis 6?
Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er hat sie auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg, aber der Herr ließ ihn treffen, unser aller Schuld.
Ja, danke, und so weiter. Das werden sie dann beten, ganz konkret.
Und zwar wird diese Wehklage noch genauer beschrieben. Es wird das ganze Land Israel wehklagen, Vers 11, sehen wir das? Vers 12 am Anfang: Und wehklagen wird das Land. Aber dann wird man sich aufteilen in Gruppen, und zwar wie Sippe für Sippe, und besondere Sippen werden namentlich genannt. Welche werden namentlich hervorgehoben?
Jawohl, das Haus Levi und die Schimeiter, das sind zwei aus dem Stamm Juda. Das Haus Davids, das ist eigentlich die Königssippe über die Linie von Salomo, Rehabeam, da geht die königliche Linie durch. Aus dieser Linie stammt übrigens Joseph ab, der Mann der Maria, nach Matthäus 1. Dann haben wir aber eine andere Sippe erwähnt, das Geschlecht des Hauses Nathans. Nathan war ein Halbbruder von Salomo, und aus dieser Linie kam später Maria. Wenn man das Geschlechtsregister anschaut in Lukas 3,23 bis zum Schluss des Kapitels, da werden fast achtzig Namen aufgeführt. Da steht dort: Jesus begann ungefähr dreißig Jahre alt zu werden und war ein Sohn, jetzt müsste man in Klammer setzen: wie man meinte, Josephs, Klammer geschlossen. Und dann kommt immer der Artikel im Griechischen: des Eli, des Mattat, des Levi usw. Und diese Linie geht dann bis auf David, auf Abraham und noch weiter zurück. Also dieser Eli dort, das war der Vater von Maria. Und diese Linie geht bis auf Nathan und dann auf David.
Das war also eine Seitenlinie, die nicht das Recht hatte auf den Königsthron, im Gegensatz zur Linie von David über Salomo, die hat das Recht auf den Königsthron. Aber dadurch, dass Jesus Christus eben von Maria abstammte, war er Sohn Davids. Der Messias musste ja ein Spross Davids sein, Jeremia 23,5. Und es ist so, dass rein menschlich gesprochen hätte Jesus Christus als Mensch nicht den Anspruch auf den Königsthron gehabt, aber dadurch, dass Joseph Maria heiratete, wurde er Adoptivvater Jesu, und damit bekam der Herr Jesus als Mensch Anrecht auch auf die Königslinie.
Das war ganz wichtig, weil diese Königslinie war ja sowieso verflucht. Der letzte König in dieser Linie, Jechonja, wurde von Gott verflucht, Jeremia 22, letzter Abschnitt: Von Jechonja wird nie ein Same auf dem Thron sitzen. Und damit war klar: Joseph hätte nie König in Israel werden können, weil er aus dieser königlichen Linie war, die verflucht war. Aber dadurch, dass der Herr Jesus eben juristisch Anspruch hat auf die Königslinie, hat er das Recht, König zu sein. Aber er ist kein Same von Jechonja, weil er biologisch nicht von Joseph abstammt. Aber biologisch stammt er wirklich ab von Maria. In Lukas 1 wird er genannt „Frucht ihres Leibes“, und in Römer 1 und 2. Timotheus 2 wird er genannt „Same aus dem Samen Davids“, also biologisch von David abstammend.
Und nun, hier werden genau diese beiden Sippen namentlich besonders hervorgehoben: die Sippe, die später die Sippe Josefs werden sollte, und die Sippe, die später die Sippe Marias werden sollte. Aber die sind ja nicht abgeschnitten, die haben weiter existiert, es hat weiterhin Nachkommen gegeben. Und es war so, es ist sogar so, dass es heute noch Juden gibt, die wissen, dass sie aus dem Haus Davids abstammen. Das sind Familien, die sind sehr geehrt im Judentum, die können ihre Linie noch genau zurückverfolgen. Die meisten können das nicht, aber die, die aus dieser Linie kommen, die sind ganz stolz darauf, und da hat man erst recht darauf geachtet, dass man das Jahr nicht vergisst. Ich habe in Jerusalem selber mal einen solchen originalen Stammbaum in einer Ausstellung, so eine spezielle Ausstellung, gesehen von Leuten aus dem Haus Davids.
Ja, also die werden erwähnt, und dann haben wir noch zwei Geschlechter, Vers 13: das Haus Levi und das Haus der Schimeiter. Das ist auch ein levitisches Geschlecht nach 4. Mose 3,21. Also da werden zwei, kann man sagen, aus dem Königshaus werden zwei Sippen erwähnt und zwei aus dem priesterlichen Stamm. Aber eben, alle Sippen werden wehklagen, und dann innerhalb der Sippen gibt es auch noch eine Trennung: Frauen für sich, Männer für sich.
Warum? Warum diese Trennung? Im Judentum hat man ja nicht ein Problem mit den Frauen, sondern die Frauen werden sehr hoch geachtet. Und es ist auch so, dass man jemanden in Israel sofort als Juden anerkennt, wenn er nachweisen kann, dass seine Mutter Jüdin war. Wenn nur der Vater, dann muss man noch mehr vorweisen können, damit man israelisches Bürgerrecht bekommt. Aber wenn die Mutter es war, ist es sofort klar. Natürlich, weil man eben die Mutterschaft einfacher beweisen kann als die Vaterschaft. Aber es ist auch so, dass überhaupt die Frau ein hohes Ansehen hat, die wird geachtet, weil man weiß, sie prägt am meisten auch die Kinder in der Familie. Wie die Kinder herauskommen, das hat sehr viel zu tun mit dem, wie die Mutter ist und was sie weitergibt.
Ja, und warum jetzt getrennt hier? Es ist eigentlich so wie an der Klagemauer, da ist sogar ein Zaun dazwischen, da sind die Männer, die beten, und da sind die Frauen. Warum nicht zusammen? Warum nicht die Ehepaare zusammen? In der Synagoge waren sie doch nicht zusammen. Ja, in der Synagoge ist auch diese Trennung, das kommt eben auch von dieser Stelle hier.
Warum denn, was ist der Gedanke dahinter? Wie? Nein, aber hier wird gesagt, sie werden einfach wehklagen, beten, ihre Schuld bekennen, aber getrennt. Haben wir es gehört? Das ist der Punkt. Es gibt Frauen, die leben eigentlich vom geistlichen Leben ihres Mannes. Und es gibt es auch umgekehrt, es gibt Männer, die finden, ihre Frauen sind so gottesfürchtig, die wissen alles und die können alles und lesen auch viel mehr Bibel als sie. Sie können das nicht, sie müssen immer arbeiten. Die Frauen auch, aber die können trotzdem, die lesen trotzdem mehr Bibel. In manchen Ehen ist das so, aber das ist unbiblisch, wenn man kann nicht aufgrund des Glaubens des Ehepartners seinen Glauben leben. Man muss eine persönliche Beziehung haben, und gerade die Bekehrung, das ist nicht eine Sache, das machen wir uns als Ehepaar ab, jetzt bekehren wir uns. Nein, jeder muss sich selber bekehren, genauso wie die Eltern das nicht tun können für die Kinder, jedes Kind muss sich selber bekehren.
Die werden da wehklagen und wirklich ihre Schuld in der einstigen Ablehnung von Jesus Christus bekennen und bereuen. Und es ist nun ganz wichtig, dass die Frauen das ganz persönlich machen und die Männer ganz persönlich. Das wertet nicht die Ehe ab und die enge Gemeinschaft und Gedankengemeinschaft in der Ehe, aber das ist einfach so: Jeder muss sich selber bekehren. Und darum wird das hier so eindrücklich betont: Ihre Männer für sich, ihre Frauen für sich, ihre Männer für sich, ihre Frauen für sich und so weiter.
Gut, jetzt gehen wir weiter, und zwar zu Vers 6, da haben wir nochmals eine messianische Prophezeiung.
13,6: Er wird zu ihm sagen: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Und er wird antworten: Die hat man mir geschlagen im Haus meiner Lieben.
Jawohl, jetzt gibt es Leute, die sagen, das bezieht sich nicht auf Jesus Christus. Wer hat diese Behauptung schon mal gehört, dass man gesagt hat, das sei nicht messianisch? Jemand? Noch mehr? Bin ich froh.
Nun, die argumentieren dann so: Ihr müsst den Zusammenhang lesen. Gut, machen wir, ist uns ja auch wichtig. Lesen wir dazu Vers 3. Man muss vielleicht Vers 3 anlesen. Es geht hier um falsche Propheten in Israel. Liest jemand vor am Mikrofon? 3 bis 5.
Gott wird also Götzen, Vers 2, Götzen und Falschprophetie wird er hinwegtun.
Jawohl, und jetzt Vers 3:
Und es wird geschehen, wenn einer immer noch weissagen wird, dann werden sein Vater und seine Mutter, seine eigenen Eltern, zu ihm sagen: Du sollst nicht am Leben bleiben, denn du hast Lügen geredet im Namen des Herrn. Und sein Vater und seine Mutter, seine eigenen Eltern, werden ihn durchbohren, weil er geweissagt hat. Und es wird geschehen an jenem Tag: Da werden sich die Propheten schämen, jeder über sein Gesicht, wenn er weissagt, und sie werden keinen Mantel aus Ziegenhaar mehr anziehen, um zu täuschen. Und er wird sagen: Ich bin kein Prophet, ich bin ein Mann, der sein Land bebaut, denn ein Mensch hat mich als Sklave gekauft seit meiner Jugend. Und er wird zu ihm sagen: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Und er wird antworten: Die hat man mir geschlagen im Haus meiner Lieben.
Jawohl, bis dahin. Also hier geht es um einen falschen Propheten, gerade in der Zeit, in der Jesus Christus wiederkommen wird. Und wenn einer dann noch weiter falscher Prophet sein wird, dann werden sogar seine Eltern gegen ihn aufstehen, heißt es. Und es wird so kommen, Vers 4, und sie werden nicht mehr einen Ziegenhaarmantel anlegen, um zu lügen.
Warum? Wozu soll ein falscher Prophet einen Ziegenhaarmantel anziehen, um zu lügen? Ja, Ziegenhaar, ein Mantel, war zum Beispiel typisch. In welcher Geschichte sehen wir das so schön? Wie? Johannes der Täufer hatte Kamelhaar. Markus 1. Elija. Er war sofort bekannt, ein Mann im haarigen Mantel, 2. Könige 1. Wusste man: Ah, der Mann mit dem Ziegenhaarmantel, das ist der Prophet Elija. Oder man zog auch Schafspelze an. Ich gebe die Stelle an in Hebräer 11. Wird von den Propheten des Alten Testaments gesprochen, und da wird gesagt:
Hebräer 11,37: Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, starben durch den Tod des Schwertes, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Drangsal, Ungemach, deren die Welt nicht wert war, umherirrend in den Wüsten und Gebirgen und Klüften und den Höhlen der Erde.
Da werden sie gekennzeichnet eben durch Schafspelz und Ziegenfell oder Ziegenhaar. Und der Herr Jesus sagt: Hütet euch vor den falschen Propheten. Das sind Wölfe im Schafspelz. Jetzt versteht man, warum ein Wolf im Schafspelz. Das ist eben einer, der durch seine falsche Lehre Schaden bringt, wie ein Wolf, aber so tut, als wäre er ein Prophet Gottes. Darum hat er einen Schafpelz an. Ich gebe die Stelle an, für die, die das aufschreiben: Matthäus 7, da haben wir diese Wölfe im Schafspelz.
Matthäus 7,15: Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
Jetzt versteht man das noch besser, warum eben diese Anspielung auf die Schafskleider. Ja, und da haben wir also Sacharja 13, Vers 4: Sie werden nicht mehr einen haarigen Mantel anlegen, um zu lügen. Und er wird sprechen.
Wer ist dieser er? In Vers 5. Aha, also wörtlich steht ve amar, das heißt: Und er wird sprechen. 13, Vers 5.
Jawohl, ve amar, lo navi anochi, also wörtlich: Und er wird sprechen: Nicht ein Prophet bin ich, ich bin ein Bauer, ich bin kein Prophet. Also wer spricht hier? Also der früher ein falscher Prophet war, jetzt nicht mehr. Jetzt sagen sie: Es ist fertig, ich bin Bauer. Also, und jetzt reden wir da weiter: Ich bin ein Mann, der das Land bebaut, den man hat mich gekauft von meiner Jugend an, schon früher habe ich das gemacht. Und jetzt Vers 6, wie steht das Roland nochmals bei dir? Sehr gut. Welche Übersetzung hast du? Schlachter 2000. Schön. Die alte Elberfelder, die ist ja so gut als Übersetzung, so präzise, aber sie ist auch nicht ganz vollkommen. An wenigen Stellen kann man sie eben noch korrigieren. Da steht: Und wenn jemand zu ihm spricht, was sind das für Wunden in deinen Händen? Dann haben wir das Gefühl: Aha, wenn irgendjemand zu diesem falschen Propheten spricht. Aber das ist korrekt in der Schlachter. Lies nochmals, Roland.
Jawohl, also nochmals: Ve amar, das beginnt genau gleich wie in Vers 5, und er wird sprechen: Ve amar, ich bin kein Prophet. Und jetzt Vers 6: Ve amar, und er wird sprechen elaw, zu ihm. Also das ist klar, wer da spricht, das ist der ehemals falsche Prophet, der jetzt aber nichts mehr damit zu tun haben will.
Und jetzt ist nun die große Frage: Wer ist denn zu ihm? Ja, wenn man Kapitel 12, Vers 10 durchliest in einem Zug, dann kommt keine andere Person mehr ins Spiel, die da gemeint sein kann. Eben, wir haben ja noch gelesen in 12, Vers 10: Und sie werden über ihn wehklagen, gleich der Wehklage über den Eingeborenen, über ihn, über den Durchbohrten. Und dann wird Vers 5 eben gesprochen: Er wird sprechen: Ich bin kein Prophet. Vers 6: Und er wird sprechen zu ihm: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Jetzt spricht eben der ehemals falsche Prophet zu dem, der durchbohrt worden ist. Aus 12, Vers 10: Was sind das für Wunden in deinen Händen?
Jetzt noch etwas Zusätzliches: Durchbohrt wurde der Herr Jesus da seitlich, beim Herzen. In Johannes 19 wird das so eindrücklich beschrieben. Ein Soldat hat mit einem Speer die Seite des Herrn Jesus aufgestochen, und da kamen Blut und Wasser heraus. Können wir das kurz aufschlagen? Also Johannes 19, meine ich natürlich, Johannes 19, Verse 33 bis 37. Kann jemand am Mikrofon vorlesen?
Johannes 19,33: Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten durchbohrte mit einem Speer seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er sagt, was wahr ist, damit auch ihr glaubt. Denn dies geschah, damit die Schrift erfüllt würde: Kein Bein von ihm wird zerbrochen werden. Und wieder sagt eine andere Schrift: Sie werden den anschauen, den sie durchstochen haben.
Ja, das ist ein Zitat aus Sacharja 12, Vers 10. Johannes, der Apostel Johannes, führt das Zitat an aus Sacharja. Und er selber betont: Ich habe das mit eigenen Augen gesehen, als der Soldat eben die Seite geöffnet hat, und da kamen Blut und Wasser heraus.
Warum nicht nur Blut, warum Blut und Wasser? Es hat bereits eine Blutsenkung stattgefunden. Wenn das Blut durch die Adern gepumpt wird, dann ist es schön einheitlich, ja. Aber sobald wir eine Blutentnahme machen und das Blut in einem Glas ein bisschen stehen lassen, dann sinken die schweren Teile ab, und dann hat man oben diese bräunliche Flüssigkeit. Und das ist eben Blut und Wasser. Man hat übrigens bei den Opfertieren immer darauf geachtet, wenn man die mit den goldenen oder silbernen Schalen, das Blut der geschächteten Tiere aufgenommen hat, dann war das so: Man hat das immer in Bewegung gehalten, damit keine Blutsenkung entsteht. Und es war auch so, diese Opferschalen verliefen unten alle im Spitz, damit man sie nicht irgendwo hinstellen konnte und vergessen, und dann gab es die Blutsenkung. Man hat also geschaut, dass das Blut eben nicht dieses unansehnliche Aussehen bekam, um es dann noch so durchmischt am Fuß des Altars auszugießen.
Aber hier sehen wir: Wenn die Blutsenkung stattgefunden hat, dann ist es eindeutig, dass das Blut nicht mehr floss in den Adern. Und wenn Blut nicht mehr fließt, dann ist ein Mensch tot. Ich weiß nicht, wenn jemand hirntot ist, dann stellt sich die Frage: Aber ist er wirklich tot, solange ihm noch das Blut fließt? Aber wenn das Blut nicht mehr fließt, dann können wir wissen: Jetzt ist er tot. Und darum war das ein ganz eindeutiger Beweis: Jesus Christus war nicht scheintot am Kreuz. Die Blutsenkung hat stattgefunden, das ist ganz, ganz wesentlich, und Johannes beruft sich: Ich habe das gesehen mit eigenen Augen, und der, der das bezeugt, weiß, dass sein Zeugnis wahr ist.
Ja, also das bezieht sich auf den Stich in die Seite. Aber jetzt fragt dieser ehemals falsche Prophet: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Jetzt hast du aber in deiner Übersetzung, das ist die Luther, wahrscheinlich 84. Haben das noch andere so ähnlich? Luther auch? Ja, es ist so: Im hebräischen Text steht einfach ganz wörtlich: Was? Die Wunden, diese zwischen deinen Händen. Und die Idee auf der Brust kommt von daher: Ja, wenn ich hier die beiden Hände so ausstrecke, was ist zwischen diesen Händen? Meine Brust. Ja, aber das ist wirklich weit hergeholt. Zwischen deinen Händen meint eben hier da, wo der Herr Jesus mit den Nägeln durchstochen worden war, da zwischen den Händen, in beiden Händen, da zwischendrin. Und übrigens nicht da auf der Handfläche. Wenn der Nagel dort drin gewesen wäre, das wäre gleich durchgerissen unter dem Gewicht des Gekreuzigten. Aber hier, also am Schluss der Hand, gerade am Anfang des Unterarms, dort ist es von den Knochen so stabil, dass der Nagel hält, aber man trifft an dieser Stelle einen Nerv, der einen der größten Schmerzen auslöst, wenn man dort durchschlägt.
Ja, und das geht nicht in deiner Brust, sondern: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Wörtlich zwischen deinen Händen. Und dann sagt er: Das sind die Wunden, womit ich geschlagen worden bin im Haus derer, die mich lieben. Damals haben sie mich nicht geliebt, aber jetzt: Der Drittel ist umgekehrt, und in der Not hat Zuflucht gefunden und hat gewehklagt über den, den sie durchstochen haben. Und darum sagt der Herr Jesus: Es sind die Wunden, womit ich geschlagen worden bin im Hause derer, die mich lieben.
Genau so wie nach der Auferstehung waren die Wunden in den Händen und Füßen des Herrn Jesus immer noch zu sehen. Seinem vollkommenen Auferstehungsleib blieben aber diese Wundzeichen erhalten, und auch die Seite. Thomas wird ja aufgerufen in Johannes 20, sogar die Hand da in die Wunde hineinzulegen, um sich zu überzeugen. Und so, also wenn der Herr Jesus Christus als Mensch wiederkommen wird auf dem Ölberg, dann werden sie auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben, aber die werden auch diese Wunde noch sehen können. Und wenn dann jemand fragt: Was sind das für Wunden in deinen Händen? Dann wird er die Wunden auch zeigen können, die wir in Ewigkeit haben. Und darum wird Jesus Christus in Offenbarung 5 im Himmel auch beschrieben als ein Lamm wie geschlachtet. Eben weil immer noch die Kennzeichen seines Todes an ihm sichtbar sein werden, so wie damals beim Auferstandenen.
Ja, und dann wird klar: Sacharja 13, Vers 6, natürlich ist das eine messianische Stelle, und zwar ergreifend. Ja, dann machen wir jetzt hier Pause, zwanzig Minuten, und dann fahren wir noch mit Vers 7 weiter.
Wir haben also diese Prophezeiungen gesehen im Blick auf die Durchbohrung des Messias und die Durchbohrung seiner Hände. Wo haben wir im Alten Testament noch Hinweise auf das Durchbohren der Hände des Messias? Psalm 22, diesen Psalm haben wir auch vor längerer Zeit ausführlich angeschaut. Können wir kurz aufschlagen? Psalm 22, Vers 17. Liest jemand?
Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt, sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.
Jawohl, haben alle Übersetzungen das so oder hat einer etwas anderes? Ja, sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. Gibt es noch mehr Hinweise? 1. Mose 3, die erste messianische Verheißung. Wer liest Vers 15, Gott spricht zur Schlange.
Jawohl, und es ist eigentlich ein Wortspiel: Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen. Zwei Mal das gleiche Wort. Aber wir merken: Zermalmen passt gut zum Kopf, aber schlecht zur Ferse, ja, denn eine Schlange, die zermalmt nicht, sondern sie beißt, und noch besser gesagt, sie sticht, ja? Sie sticht ja mit dem Giftzahn. Und das ist so: Im Hebräischen klingt in der Grundform, wenn man es im Lexikon angibt, das Wort „schuf“ zermalmen und ein anderes Wort auch „schuf“ schnappen genau gleich. Und darum sollte man übersetzen: Er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm in die Ferse schnappen oder stechen. Aber dadurch geht natürlich das Wortspiel kaputt. Die alte Elberfelder hat ihm Wert gelegt, so dass es oder da kommt einfach heraus, dass das Wort gleich klingt, aber sachlich müsste man eben sagen: Du wirst ihm in die Ferse stechen.
Und genau das ist geschehen, dass die Römer die Fersenknochen des Herrn Jesus durchbohrt haben mit Nägeln. Es wurde ja vor einigen Jahren zum ersten Mal ein Gekreuzigter archäologisch entdeckt. Hans aus Jerusalem, auf seinem Ossuarium, so ein kleiner Knochensarg, steht Jochanan, das ist Hans, nicht wahr? Und es ist ein Ossuarium aus dem ersten Jahrhundert, und da waren seine Knochen drin, und zwar so, dass die Unterschenkel waren beide gebrochen, und der Nagel war im Fersenknochen noch drin. Den konnte man nicht mehr zurückziehen, haben sie ihn gerade mit dem Nagel begraben. Aber seither weiß man nun, wie man genau kreuzigt: also den Nagel durch die Fersenknochen. Und es ist so, dass der Fersenknochen anatomisch so gebaut ist, dass er sehr viele Zwischenräume hat, alles so quasi abgetrennt durch Knochenteile, in viele kleine Zellen eingeteilt. Aber die sind so gebaut, dass man einen Nagel sehr einfach durchbringt, aber der Knochen zersplittert nicht, ist extrem stabil. Und so haben die Römer gekreuzigt. Aber das hat genau das erfüllt, wenn Gott zur Schlange sagt: Du wirst ihm in die Ferse stechen. Hände und Füße durchgraben.
Und dann gibt es noch eine Stelle, Jesaja 49. Liest jemand Verse 14 bis 16? Ja, das reicht.
Jetzt dieser Hinweis, dass Gott sagt: Siehe, ich vergesse dich nicht, ich habe dich in meine beiden Handflächen eingezeichnet. Im Hebräischen wird für einzeichnen ein Wort verwendet, das bedeutet eigentlich einzeichnen durch eingraben, also nicht irgendwie mit einem Stift mit Tinte etwas draufschreiben, sondern eingraben. Moment, ich schlage das gerade auf. Ja, es ist das Wort chacak, und das bedeutet eben einschreiben durch eingraben, zum Beispiel in Felsen eingraben. Und das ist natürlich ein wunderbarer Hinweis auf den Gekreuzigten. Seine Wunden in den Händen sind der Beweis der Liebe.
In diesem Zusammenhang möchte ich nur kurz noch das Interesse richten auf eine Stelle im Hohen Lied. Das Hohelied beschreibt ja die Jungverheirateten Sulamith und Salomo, wobei eben Salomo als König ein Hinweis ist auf den Messias und Sulamith eben auf Israel und insbesondere dieser Drittel, der durch die Not hindurchgehen wird und schließlich als Gottes Volk anerkannt wird, wie wir gesehen haben. Und da gibt es im Hohen Lied einen Tiefpunkt in der Beziehung. Sulamith war schon zu Bett gegangen, und dann plötzlich kommt der junge Ehemann nach Hause, nachts, und sie ist einfach zu faul, jetzt wieder aufzustehen, und dann macht man die Füße wieder schmutzig, und liest jemand Vers 5,2? Sie schläft schon, aber ganz unruhig. Wer liest?
Ich schlafe, aber mein Herz wacht. Da ist die Stimme meines Freundes. Er klopft an. Tue mir auf, liebe Freundin, meine Schwester, meine Taube, meine Reine, denn mein Haupt ist voll Tau, meine Locken voll Tropfen der Nacht.
Und sie sagt sich dann ja und so weiter. Also in meiner Übersetzung ist das nicht übersetzt mit „mein Freund“, sondern „mein Geliebter“. Dodi ist eigentlich eher der Geliebte. Es ist Mann und Frau, aber eben sie ist zu faul: Oh, jetzt kommt er da nachts und weckt mich noch, ja, und dann sollte sie ja wieder das ganze Haus und dann die Türe aufmachen und so.
Und dann heißt es: Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung. Im Altertum gab es so eine kleine Öffnung neben der Türe, entspricht diesem kleinen Guckloch heute an manchen Türen. Also wenn man sich versichern wollte, wer da draußen war, hatte man dieses Guckloch. Und dann zeigt er nur seine Hand, und die Wirkung ist ja enorm. Da heißt es: Mein Geliebter streckte seine Hand durch die Öffnung, und mein Inneres wurde um seinetwillen erregt. Und so ist es, wenn der Herr uns wieder erinnert an seine Liebe, dass er bis zum Letzten gegangen ist für uns und eben an Händen und Füßen durchbohrt wurde für uns. Das kann die Gegenliebe, wenn sie so abgekühlt ist und gemütlich geworden ist, wieder ganz neu entfachen.
Und dann heißt es weiter: Ich stand auf, um meinem Geliebten zu öffnen, und meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe an dem Griff des Riegels. Da muss man den östlichen Hintergrund kennen: Wenn im Nahen Osten ein junger Mann um eine Frau warb und sie ihm nein sagt, dann war nicht alle Hoffnung verloren, dann konnte er noch mal kommen und Blumen rund ums Haus streuen und den Griff mit einem kostbaren guten Duft einreiben. Das ist hier geschehen, und zwar nicht mit irgendetwas Billigem. Myrrhe war extrem teuer, und die teuerste und wertvollste Myrrhe, das war die selbst ausgeflossene Myrrhe. Also im Jemen, von dort hat man im Altertum die Myrrhe besonders bezogen, da hat man den Myrrhenbusch angeritzt, und dann floss die Myrrhe als Saft aus. Aber die kostbarste war die, wo man nicht ritzen musste, die von selber ausfloss, und das ist hier diese fließende Myrrhe. Hier geht es nicht um den Bewerber, sondern der junge Mann, der so eine Abweisung erlitt, ist dann gegangen für eine Zeit, und das sollte bedeuten: Meine Liebe ist beständig wie eh und je. Auch wenn du dich jetzt so verhalten hast.
Und dann geht sie dann hinaus und sucht ihn, und nachher kommen die Mädchen von Jerusalem und sagen: Was machst du so für eine große Sache? Was ist denn dieser Mann mehr, dein Geliebter, mehr als schon sonst irgendeiner? Ich war gerade diese Tage in einer Familie auf Besuch, und dann sagt die jüngere Schwester der Eltern, sie ist noch nicht verheiratet, aber dann hat sie gesagt: Dein Heiko ist ja auch nicht unbedingt so super, ja? Die sagen: Was machst du, was ist denn an deinem Geliebten so besonders, dass du so eine Sache daraus machst? Und dann beschreibt sie: Mein Geliebter, Vers 10, ist weiß und rot und ausgezeichnet vor Zehntausenden, sein Haupt ist gediegenes, feines Gold, und die beschreibt ihn, und am Schluss: Und alles an ihm ist lieblich, das ist mein Geliebter, das ist mein Freund, ihr Töchter Jerusalems. Es gibt keine schönere Beschreibung als diese. Ein ganz hohes Lied.
Also das ist quasi ein Tiefpunkt in der Beziehung, aber was das wieder ganz neu geweckt hat, das war die Hand in der Öffnung, seine durchbohrte Hand gewissermaßen, jetzt übertragen auf Christus, und dann eben die Myrrhe, die spricht davon, von dem Tod, wenn der Saft ausfließt aus dem Myrrhenbusch, das spricht eben von seinem Sterben am Kreuz, das aus der Seite geflossen ist, und zwar von selbst ausgeflossen. Das heißt, der Herr Jesus konnte sagen: Niemand nimmt das Leben von mir, sondern ich gebe es von mir selbst. Ich habe Gewalt, mein Leben zu lassen und es auch wieder zu nehmen. Aber der Herr Jesus hat sich selber für uns hingegeben, darum sagt Paulus in Galater 2,20: der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Das ist diese selbst ausgeflossene Myrrhe.
Ja, eben noch diese Beziehung wollte ich herstellen zu Jesaja 49, dieser Beweis, wenn Zion sagt: Der Herr hat mich vergessen, oder wir haben plötzlich den Eindruck: Der Herr hat mich vergessen, dann sagt er: Ist unmöglich, ich habe dich in meine beiden Handflächen eingezeichnet.
Ja, und dann gehen wir weiter zu Maleachi, der letzte Prophet des Alten Testaments, um ca. vor Christus geschrieben. Sacharja und Haggai waren ungefähr hundert Jahre vorher. Da hat es noch eine Erweckung gegeben in Israel, aber dann ging es wieder runter, ging wieder abwärts. Keine Erweckung in der Bibel hat je besonders lang angehalten. Und dieser Niedergang charakterisiert die Zeit von Maleachi, und das ist Gottes letzte Botschaft an sein irdisches Volk, und dann kam das Schweigen der Schriftpropheten, vierhundert Jahre lang.
Und schauen wir, wie Gott spricht in Maleachi 1, Verse 1 und 2. Liest jemand? Es ist so: Immer wieder sagt Gott etwas, und dann heißt es von dem Volk, wie es spricht: Ihr aber sagt. Ihr aber spricht zwölfmal in Maleachi, und das ist das erste Mal. Gott sagt: Ich habe euch geliebt. Und die freche Reaktion des Volkes: Aber ihr spricht: Worin hast du uns geliebt? Wenn du ein Gott der Liebe bist, dann zeig doch deinen Beweis, den Beweis deiner Liebe.
Und jetzt versteht man umso mehr, warum dieses Schweigen der Schriftpropheten kam nach Maleachi, 400 Jahre lang. Im Talmud steht im Traktat Sanhedrin, ich glaube Sanhedrin 10, ist das nach dem Tod der Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi, wich der Heilige Geist von Israel. Und es kamen keine Schriftpropheten mehr. In dieser Zeit entstanden zum Beispiel die Apokryphen, das Buch Tobit oder Makkabäer, aber die Schreiber erheben nicht den Anspruch, dass sie inspiriert waren, und darum haben im Judentum das auch nie irgendwie zur Bibel hinzugefügt. Das waren einfach normale Bücher, aber die Schriftpropheten waren gegangen, und der Letzte ist Maleachi.
Gott sagt: Ich habe euch geliebt. Worin hast du uns geliebt? Und dann musste man über vierhundert Jahre warten. Schlagen wir mal auf Römer 5,6, da kommt die Antwort. Liest uns jemand Römer 5,6 vor? Bis 8.
Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben; denn für den Guten möchte vielleicht jemand auch zu sterben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.
Ja, wunderbar, jetzt diese Antwort im Neuen Testament: Gott erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus für uns gestorben ist. Das war dann Gottes Antwort auf diese freche Frage: Worin hast du uns geliebt?
Aber in diesem letzten Propheten weist Gott noch ein letztes Mal auf den kommenden Messias hin. Schlagen wir jetzt auf Kapitel 3, Verse 1 und 2:
Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite, und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Siehe, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen. Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge von Wäscher sein, und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie dem Herrn Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.
Ja, man bis dahin. Also hier steht: Siehe, ich sende meinen Boten, dass er den Weg bereite vor mir her. Wer spricht hier? Wer sagt jemand etwas anderes? Johannes? Also, ihr habt mit ihrer Frage richtig verstanden, wer spricht, nicht von wem ist gesprochen. Ja, danke.
Also, im Textzusammenhang, das heißt im Textzusammenhang steht dann in Vers 2 am Schluss: spricht der Herr der Heerscharen, wobei auch ein Wechsel kommt, nicht wahr? Siehe, ich sende meinen Boten, also den Wegbereiter vor mir her. Und dann könnte es auch ein anderer Sprecher sein, der sagt: Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht. Aber es wird nicht weiter erläutert, wer spricht. Siehe, ich sende meinen Boten, aber es ist effektiv der Messias, der hier voraussagt. Eben ja, das stimmt, es ist Johannes der Täufer. Er ist dieser Bote, der dem Messias den Weg bereiten sollte.
Können wir das kurz aufschlagen in Markus Evangelium? Liest jemand die Verse 1 bis 5? Markus 1, Verzeihung, Markus 1,1. Wir sind 5! Ja, war bis dahin.
Hier zitiert Markus aus Maleachi, eben der Beginn des Evangeliums von Jesus Christus beginnt mit dem Auftreten des Vorläufers, und da beruft er sich eben auf Maleachi: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.
Und das ist ganz einfach: Im Mehrheitstext steht Jesaja nicht, und im Minderheitstext von Nestle-Aland steht das. Und es ist so: Heute an den meisten Bibelschulen und Ausbildungsstätten wird gesagt, der richtige Bibeltext für das Neue Testament, das ist der Minderheitstext, der in ganz wenigen Handschriften erhalten ist. Die Mehrheit der Handschriften, die seien nicht so genau. Aber jetzt sehen wir: Was ist genauer? Das stimmt nicht: Wie geschrieben steht in Jesaja dem Propheten, das kommt erst nachher, denn Stimme eines Rufenden, Vers 3, in der Wüste bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Steige, das ist Jesaja 40,3. Aber im Mehrheitstext steht Jesaja nicht.
Und es ist so: Im neunzehnten Jahrhundert haben die Gelehrten Westcott und Hort, die haben gesagt, die Mehrheit der Handschriften, die sind nicht zuverlässig, wir müssen uns auf diese wenigen und sehr alten Handschriften aus Ägypten abstützen. Wie Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus. Und die haben behauptet auf die Frage: Ja, warum hat denn der Mehrheitstext eine so enorme Übereinstimmung? Diese Handschriften, die sind so genau entsprechend einander. Woher kommt diese Einheit? Da haben sie gesagt, es gab im vierten Jahrhundert eine Rezension. Da hat die Kirche den Text quasi neu überarbeitet und gesagt: Das ist jetzt die Bibel, die gilt, und alles andere nicht mehr. Ja, und darum diese Einheit. Aber wir berufen uns auf diese wenigen Handschriften, die da gewisse Abweichungen haben.
Jetzt ist es aber so: Wir leben heute über hundert Jahre nach Westcott und Hort, und es ist ein offenes Geheimnis, dass es in der Kirchengeschichte nie eine Rezension gegeben hat. Diese Rezension im vierten Jahrhundert hat es nie gegeben. Historisch ist das überhaupt nicht belegt. Jetzt dreht sich der Spieß. Ja, und trotzdem gibt es die Mehrheit. Wir haben heute 5.760 griechische Handschriften, kleinere und ganz große und alles dazwischen. Aber die große Masse stimmt so überein. Woher kommt diese Übereinstimmung, wenn es nicht eine Rezension war?
Ja, da wenden sich jetzt heute die Vertreter des Minderheitstextes und sagen, das muss man sich so vorstellen, das hat sich so mit der Zeit so entwickelt, langsam. Es gab nicht eine Rezension, aber irgendwie wurde immer mehr, quasi hat es so eine Entwicklung gegeben, dass am Schluss diese Einheit entstand und dann wurde das zum Standardtext. Mathematisch, wie soll das gehen? Wenn man etwas abschreibt, dann geschehen ja immer Fehler, nicht wahr? Aber kann man sich vorstellen, je mehr man abschreibt, dass sich die Handschriften mit der Zeit immer ähnlicher werden? Das geht gar nicht! Durchs Abschreiben und durch die Gesetze der mathematischen Statistik gibt es immer mehr ein Auseinanderwachsen. Es ist gar nicht möglich, dass sich etwas zu einer Einheit hin entwickelt.
Und da muss man sagen: Ja, es gibt eine Erklärung, die wirklich gut ist für diese Einheit, die geht zurück auf den Grundtext. Und so muss man auch da sagen: Also der Minderheitstext mit Jesaja, lassen Sie das weg. Es steht einfach so: Wie geschrieben steht in den Propheten: Siehe, ich sende meinen Boten vor meinem Angesicht, welcher usw. in den Propheten, nämlich zuerst Maleachi und dann Jesaja. Aber Markus erwartet, dass der Leser dasselbe weiß, wo, muss er nicht noch extra dazuschreiben.
Also, und damit ist klar, eben das bezieht sich auf Johannes den Täufer: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her. Da musste also jemand auftreten als Prophet, der den Messias für Israel einführen würde, und das war dann mit Johannes dem Täufer der Fall. Und da muss man sich vorstellen: Vierhundert Jahre keine Schriftpropheten, und plötzlich tritt ein Prophet auf mit einer Autorität, wie man das in 400 Jahren nicht mehr erlebt hatte.
Und haben wir gesehen, was da in Bewegung kam? Vers 5: Wer ging zu ihm hinaus? Das ganze jüdische Land. Und? Und die Bewohner von Jerusalem. Und schlagen wir auf in Markus 3 in der Parallelstelle Matthäus 3, Vers 5. Jetzt waren wir in Markus, jetzt gehen wir nach Matthäus.
Da zog zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze umliegende Gebiet des Jordan.
Ja, also das kommt noch dazu, das geht dann so hinauf bis nach Galiläa, umgeben des Jordan. Das wäre das Jordantal bis nach Galiläa hinauf. Die kamen alle zu Johannes dem Täufer, das heißt gewissermaßen ganz Israel kam in Bewegung durch Johannes den Täufer.
Und Johannes der Täufer ist ja auch außerbiblisch belegt. Josephus Flavius, ein Geschichtsschreiber aus dem ersten Jahrhundert, selbst Jude, geboren 37 nach Christus, war Priester im Tempel zu Jerusalem. Er hat mehrere Bücher geschrieben. Und eines heißt Der jüdische Krieg, da beschreibt er als Augenzeuge den Untergang Jerusalems im Jahr 70, und ein Werk in vielen Büchern heißt Jüdische Altertümer. Da beschreibt er die ganze Geschichte des Alten Testamentes und dann bis auf seine Zeit hin. Und er hat enorm auch Geschichtsquellen, die wir heute gar nicht mehr haben, hat er von damals noch verwertet. Es ist ein fantastisches Werk. Und der beschreibt auch Johannes den Täufer und wie er auftrat und beschreibt ihn als eine Sensation in Israel. Und in Israel war man allgemein überzeugt: Dieser Johannes ist ein ganz gerechter Mann. Das war also nicht irgend so eine kleine Nebenfigur und ein paar Jünger haben gefunden, dass dieser Johannes wichtig sein könnte, der hat wirklich Israel in Bewegung gebracht. Und dieser Mann hat dann von Jesus Christus gesagt: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt. Johannes 1,29.
Johannes der Täufer wurde aber im Judentum nie anerkannt als Prophet. Also heute haben sie es gesagt mit den rabbinischen Schriften. Heute nicht mehr, aber damals kam das ganze Judentum in Bewegung. Aber der Herr Jesus wirft ja den Führern vor, den Pharisäern, dass sie sich nicht von Johannes taufen ließen. Das können wir gerade noch lesen aus Lukas 7, Vers 30 oder liest jemand ab Vers 29, da spricht der Herr Jesus:
Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott Recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen. Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen.
Ja, bis dahin. Also, aber das Volk im Allgemeinen hat Johannes als Propheten erkannt und anerkannt, aber das Problem war die Führerschaft. Und man muss sich vorstellen, Pharisäer gab es etwa sechstausend, aber das jüdische Volk im Land, das war im Bereich von vielleicht drei Millionen damals, also dass man sieht, wie die Verhältnisse sind. Aber die Massen, die gingen zu Johannes. Aber von den Führern wird gesagt, sie haben in Bezug auf sich selber den Ratschluss Gottes wirkungslos gemacht, und sie wurden nicht getauft.
Übrigens, dieser Vers ist eigentlich der Todesstoß für den Calvinismus. Das dürfte es gar nicht geben, diesen Vers, wenn der Calvinismus wahr wäre. Im Calvinismus wird gelehrt, dass Gott einen Ratschluss gehabt hätte, um ganz bestimmte Menschen zu retten und andere nicht. Und die, die gerettet werden sollen, die werden einfach durch Gottes unwiderstehliche Gnade zur Buße geführt. Die können gar nicht widerstehen der Gnade Gottes, die tun Buße, Gott bewirkt die Wiedergeburt und dann glauben sie und tun Buße. Hat man gemerkt die Reihenfolge? Gott bewirkt die Wiedergeburt und dann glauben sie und tun Buße. Aber hier steht, dass diese Menschen den Ratschluss Gottes in Bezug auf sich selber wirkungslos gemacht haben. Das dürfte es gar nicht geben, denn nach dem Calvinismus ist Gottes Souveränität so, dass er einfach seinen Beschluss durchzieht, und die Verantwortung des Menschen kann da nichts ändern. Aber das steht anders in der Bibel. Sie haben nicht den Ratschluss Gottes zur Rettung vernichten können. Gott rettet all die, die Buße tun, aber in Bezug auf sich, weil sie nicht Buße tun wollten, haben sie den Ratschluss Gottes zunichte gemacht. Das zeigt, dass Gott eben die Verantwortung des Menschen und seinen Willen stehen lässt.
Ja, und was ich zeigen wollte an dieser Stelle: Johannes der Täufer war eine Sensation für ganz Israel, aber die Führer haben ihn abgelehnt, und damit haben sie dann auch den Herrn Jesus abgelehnt als Retter. Und das heutige orthodoxe Judentum geht eben auf die Partei der Pharisäer zurück. Die Sadduzäer, die Herodianer, die Essener, die sind alle untergegangen, weitergelebt hat in der Geschichte die Partei der Pharisäer, und das ist das spätere orthodoxe Judentum. Da lesen wir eben von denen: Die haben Johannes abgelehnt, aber das war wirklich die Chance. Dieser Johannes war der Augenöffner für Israel. Darum musste dieser Mann kommen, und Maleachi hat ihn angekündigt, noch ein letztes Mal, nachdem schon Jesaja von ihm gesprochen hatte.
Siehe, ich sende meinen Boten, dass er den Weg bereite vor mir her, und dann wird erklärt, wie das Kommen Jesu aussieht, und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den er sucht, und der Engel des Bundes, den er begehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen.
Dieses Wort plötzlich hat etwas Dramatisches in sich, nicht wahr? Ich kann mich noch erinnern, unser ältester Sohn, als er ganz klein war, hat mir einmal erzählt, wie er das macht, um herauszufinden, ob es sich lohnt, ein Buch zu lesen, ob das spannend ist. Dann blätterte er so durch, und wenn er plötzlich steht, plötzlich, dann wusste er, dass das Buch interessant sein muss. Ja, aber eben, das sind so Wörter, die die Dramatik hineinbringen in einen Text, und hier haben wir das: Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr. Das heißt, wenn dann der Messias kommt, wird ihm etwas ganz Überraschendes da drin sein.
Und tatsächlich: Wann kam der Herr Jesus zum ersten Mal zum Tempel? Nein, schon früher, nicht erst mit zwölf. Die Beschneidung macht man nicht im Tempel. Darbringung zum Tempel, das war etwas mehr als ein Monat nach der Entbindung, da musste ja Maria für sich ein Reinigungsopfer bringen, nach 3. Mose 12. Die Beschneidung war acht Tage schon nach der Geburt. Aber dann kam sie mit Joseph zum Tempel, und gleichzeitig haben sie dann auch diesen Preis bezahlt, um den Erstgeborenen freizukaufen. Und da kam sie mit dem Kind in den Tempel, da ging sie in das Tor der Erstgeburt hinein, und da kam Simeon in den Tempel. Das war offensichtlich ein Priester, denn der nimmt das Kind in die Arme und macht genau das Pidjon-haBen-Ritual, den Freikauf des Erstgeborenen. Wir wissen ganz genau, wo das war, ich könnte euch auf dem Tempelplatz zeigen, wo diese Kammer genau stand, wo der Erstgeborene dargebracht wurde, wo Simeon ihn in die Arme genommen hat, dann gesagt hat: Jetzt haben meine Augen das Heil gesehen. Und dann kommt noch eine Frau dazu, diese Hanna, diese alte Hanna, und die hat den Messias erwartet, und die kommt, und dann erzählt sie all denen, die auf Erlösung gewartet haben, davon weiter. Aber die meisten haben das alles nicht wahrgenommen. Man musste wirklich innerlich bereit sein.
Plötzlich kam dieser Tag: Etwas mehr als ein Monat nach der Geburt in Bethlehem sind die Eltern da, um die Vorschriften der Tora auszuführen, da kommt er zum ersten Mal. Plötzlich wird zu seinem Tempel der Herr kommen, den ihr sucht, der Engel oder besser der Bote des Bundes. Engel oder Bote ist auf Hebräisch das gleiche Wort, nämlich Malach. Und was heißt Maleachi? Mein Bote. Maleachi ist mein Bote, so spricht man Maleachi auf Hebräisch aus. Übrigens wörtlich steht in Kapitel 3, Vers 1: Siehe, ich sende Maleachi, dass er den Weg bereite vor mir her. Also der letzte Prophet des Alten Testamentes war in gewissem Sinn durch seinen Namen schon ein Hinweis auf diesen Propheten, der den Messias dann einführen sollte: Maleachi. Und der Messias selber wird genannt der Malach des Bundes, der, der den neuen Bund gründen würde durch sein Blut.
Aber hier wird gesagt: Wann wird der Messias kommen? Zu einer Zeit, wo der Tempel noch steht. Aber im Jahr 70 wurde der Tempel von den Römern verwüstet. Im Judentum betet man dreimal pro Tag um die Wiedererrichtung des Tempels, und heute, 2013, ist er immer noch nicht errichtet worden. Aber in dieser Zwischenzeit kamen über fünfzig falsche Messias im Judentum, die zum Teil riesige Massen verführt haben, haben gesagt: Ich bin's, jetzt kommt der Galut, die Zeit der Erlösung. Galut heißt Erlösung. Und war jedes Mal ein Betrug, aber man konnte es ja wissen: Die sind alle zu spät gekommen, die hätten ja zu Tempelzeiten kommen sollen, aber alle, die nach 70 nach Christus kamen, die kamen zu spät, tut mir leid. Der Messias muss kommen plötzlich, aber dann zu seinem Tempel. Es war kein Tempel da. Und darum ist auch diese Prophetie sehr wichtig, um zu erkennen, dass Jesus Christus wirklich der Messias ist. Er kam noch zu Tempelzeiten und kam eben als kleines Kind zum Tempel, dann als Zwölfjähriger und dann jedes Jahr für all die großen Feste.
Und dann schließen wir noch mit dem letzten Hinweis in den letzten vier Versen ganz feierlich diesen Abschluss des Alten Testaments. Das ist Maleachi 3,22. Liest das jemand vor? 4,4 meine ich natürlich. 4,4 bei gewissen Bibeln und die meisten haben 3,22.
Ja, also noch eine letzte Ermahnung: Achtet auf die Bibel, achtet auf das Gesetz Mose, und bevor dieser schreckliche Tag des Gerichts kommen wird über die ganze Welt, das ist der Tag des Herrn, noch vorher kommt dieser Vorläufer, und er wird hier genannt Elija der Prophet. Dann haben gewisse gedacht: Aha, dann wird Elija wiederkommen. Der Elija, der in den Himmel gefahren ist, wird eines Tages wiederkommen. Und als man dann Johannes den Täufer fragte: Bist du Elija? Dann hat er gesagt: Nein. Ja, wer bist du denn? Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste. Jesaja 40, der bin ich.
Aber später in Matthäus 11 sagt der Herr Jesus: Wenn ihr es wissen wollt, wenn ihr es annehmen wollt, Johannes war Elija. Wie geht das zusammen? Ganz einfach. Johannes hat auf die Frage: Bist du Elija, bist du der Mann, der in den Himmel gefahren ist und jetzt wieder gekommen ist? Nein, er leugnet er nicht und sagt: Nein, ich bin es nicht. Aber der Herr Jesus sagt: Wenn ihr es annehmen wollt, dieser Johannes, das war dieser Elija aus Maleachi 4. Und der Engel Gabriel sagte ja dem Vater von Johannes dem Täufer in Lukas 1: Dieser Johannes wird kommen in der Kraft und in dem Geist des Elija. Das heißt, er wird diese prophetische Autorität haben, die alttestamentlich ein Elija hatte. Und darum wird er so genannt.
Also, das sind beide symbolische Namen. Einmal wird der Maleachi genannt, 3,1: Siehe, ich sende Maleachi, meinen Boten. Und hier: Siehe, ich sende euch Elija, den Propheten, ehe der Tag des Herrn kommt. Das heißt also, eben dieser Vorläufer, der in der Kraft und dem Geist des Elija kommen würde, und zwar um das Volk zur Buße zu leiten, damit sie die Gnade Gottes annehmen können und nicht einmal unter das Gericht Gottes am großen Tag des Herrn kommen würden. Aber diese Ehe, das war also mehr als zweitausend, gewissermaßen etwa zweitausend Jahre vorher, vor dem Tag des Herrn, aus heutiger Sicht, ja, also er sollte kommen, um die Gnade zu bringen.
Und der Herr Jesus sagt in Matthäus 11, nein, Markus 9: Elija sollte kommen, um alle Dinge wiederherzustellen. Aber hier steht ja nicht, von allen Dingen wiederherzustellen, was würde er tun? Er würde das Herz der Väter zu den Söhnen, das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen. Und wie könnte man das mit ganz anderen Worten kurz zusammenfassen, was geschieht da? Zwischen den Generationen, genau. Und mit anderen Worten: Wenn das Problem zwischen Eltern und Kindern, wenn da die Herzen zusammengeführt werden, dann sind eigentlich alle Dinge gelöst. Und wenn wir uns überlegen, das stimmt, wenn es da funktionieren würde, und das Interessante ist: Wessen Herz wird zuerst hinzugefügt? Zuerst die ältere Generation, dann die jüngere. Das müssen wir jetzt nicht den Jüngeren sagen, sondern wir müssen das einfach uns Älteren sagen. Wir müssen den ersten Schritt machen. Nicht warten: Die sind jung, die sollen jetzt zuerst mal kommen. Nein, wir machen den ersten Schritt. Johannes hat aufgerufen zur Buße und zur Umkehr, und wenn Menschen das tun, dann werden diese Beziehungen der Generationen geheilt und werden zusammengeführt.
Interessant ist, dass in Markus 9 der Herr Jesus eben gerade davon spricht. Im Zusammenhang geht es um diesen Sohn, der besessen war und stumm war, und der Vater bringt diesen Sohn in seiner Not zu dem Herrn Jesus und sagt: Die Jünger haben ihn nicht heilen können. Der Herr Jesus sagt: Diese Art fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten. Das ist eine ganz besonders hartnäckige Form von Dämonie, stumme Dämonen. Und dort sagte der Herr Jesus das. Und was haben wir dort für ein zwischenmenschliches Problem der Generationen? Einen Sohn, der nicht spricht. Und das Problem kennen wir, die wollen nicht kommunizieren. Aber der Vater in seiner Not bringt diesen Sohn zum Herrn Jesus, und er heilt ihn. Da spricht er wieder mit seinem Vater. Wunderbar!
Und so hört das Alte Testament auf. Da kommt dieser Mann noch, und er wird zur Buße aufrufen, und das wird dazu führen, dass dann die Generationen und die Herzen zueinander geführt werden. Aber die ältere Generation macht dann den ersten Schritt.
Gut, wir müssen schließen. Dann werden wir also nächstes Mal beginnen mit der Offenbarung. Vers für Vers, Abschnitt für Abschnitt. Wollen noch beten.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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