Serie•Teil 13 / 52Das Lukasevangelium
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Der Aufbau des Kapitels und die Einordnung des Abschnitts
Guten Abend, ich möchte alle ganz herzlich begrüssen.
Wir stehen in Kapitel 9 des Lukas-Evangeliums. Lukas 9,1-50 ist der erste Teil des Lukas-Evangeliums. Das Lukas-Evangelium besteht aus zwei Hauptteilen. Im ersten Hauptteil, Teil 5. Und dann kommt auch gleich die Wende zu dem Hauptteil in Lukas 9, ab Vers 51.
Jetzt stehen wir aber noch mittendrin in diesem Kapitel 9, und zwar würden wir heute lesen ab Vers 18. Darf ich bitten: Lukas 9, ab Vers 18, und zwar lesen wir bis zum Vers 50.
Und es geschah, als er für sich allein betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie und sprach: Was sagen die Volksmengen, wer ich bin? Sie aber antworteten und sprachen: Johannes der Täufer, andere aber Elija, andere aber, dass einer der alten Propheten auferstanden sei.
Er sprach aber zu ihnen: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber antwortete und sprach: Der Christus Gottes!
Er aber redete ihnen ernstlich zu und gebot ihnen, dies niemand zu sagen, und sprach: Der Sohn des Menschen muss vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
Er aber sprach zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.
Ich sage euch aber in Wahrheit: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.
Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. Und als er betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichts, und sein Gewand wurde weiss strahlend. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, es waren Mose und Elija. Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus aber und die mit ihm waren waren beschwert vom Schlaf. Als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen. Und es geschah, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind, und lass uns drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elija eine. Und er wusste nicht, was er sagte.
Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen. Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein auserwählter Sohn, ihn hört! Und während die Stimme geschah, war Jesus wieder allein, und sie schwiegen und verkündeten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.
Es geschah aber am folgenden Tag, als sie von dem Berg herabgestiegen waren, da kam ihnen eine grosse Volksmenge entgegen. Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief laut und sprach: Lehrer, ich bitte dich, blicke hin auf meinen Sohn, denn er ist mein einziger. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er und erzerrt ihn unter Schäumen, und kaum einmal lässt er von ihm ab. Er reibt ihn auf. Und ich bat deine Jünger, dass sie ihn austreiben möchten, und sie konnten es nicht.
Jesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her! Aber noch während er herbeikam, warf ihn der Dämon nieder und zerrte ihn zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Jungen und gab ihn seinem Vater zurück. Sie erstaunten aber alle sehr über die herrliche Grösse Gottes.
Als sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren, nämlich, dass der Sohn des Menschen überliefert werden wird in die Hände der Menschen! Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, dass sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen.
Es stieg aber unter ihnen eine Überlegung auf, wer wohl der Grösste unter ihnen sei. Als Jesus aber die Überlegung ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf. Und wer mich aufnehmen wird, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der kleinste ist unter euch allen, der ist gross.
Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht, denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch!
Ja, du kannst noch einen Vers dazulesen, jetzt von dem neuen Teil.
- Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu gehen.
Vielen Dank!
Wir haben letztes Mal gesehen, diesen Teil A: Anweisung an die Zwölf. Der Herr gibt ihnen Macht über die Dämonen, und es wird erwartet vom Herrn, dass Israel die Jünger aufnimmt während ihres missionarischen Dienstes, zu dem er sie da aussendet in Israel. Und dann hatten wir den Teil gesehen, Herodes Antipas hört davon, und er ist völlig verwirrt und fragt sich: Wer ist eigentlich dieser Jesus? Ist das jetzt jemand, der auferstanden ist, weil er ja Johannes den Täufer geköpft hatte, oder wer ist das?
Dann haben wir Teil B, das Wunder der Brotvermehrung, letztes Mal genauer angesehen. Und jetzt kommt Teil C, die Herrlichkeit des Messias in seinem ersten und in seinem zweiten Kommen. Und wir werden jetzt gleich sehen: Dieser Teil C besteht aus drei Abschnitten. Jesus allein, er ist kein gewöhnlicher Prophet, und es geht um Leiden und Herrlichkeit.
Gebet, Wahrnehmung und das Bekenntnis der Jünger
Jetzt beginnt das also gerade in Vers 18. Und es geschah, als er für sich allein betete, dass die Jünger bei ihm waren. Und er fragte sie und sprach: „Wer sagen die Volksmengen, dass ich sei?“
Also, wir haben schon gesehen: Im Lukas-Evangelium ist das Beten ein ganz wichtiges Thema. Wie viele Stellen gibt es im Lukas-Evangelium, wo man den Herrn Jesus sieht, wie er betet? Neun. Es kommt eben ein bisschen darauf an, wie man zählt. Man kann dann auch die Stellen wie letztes Mal mitzählen, wo wir bei den fünf gesehen haben: 9. Vers 16 blickte auf zum Himmel und segnete sie, die fünf Brote und die zwei Fische. Das war auch ein Gebet, nicht wahr? Und wenn man so wirklich alle Stellen zählt, kommt man schliesslich auf 14 Stellen.
Und das Lukas-Evangelium beschreibt ja eben ganz besonders den Herrn Jesus als den vollkommenen Menschen. Und darum wird seine Abhängigkeit im Gebet vom Vater hier besonders betont. Und wir sehen: Er betet hier allein. Das drückt eben seine ganz persönliche Beziehung zum Vater aus. Es gibt in der Bibel das gemeinsame Gebet, aber es ist auch wichtig, dass Gebet allein. Und das hat der Herr auch so gepflegt.
Und dann stellt der Herr im Anschluss die Frage, was so die Menschen über ihn denken. Und wie sehen die Antworten aus? Können wir das kurz zusammentragen? Die einen meinen, es sei Johannes der Täufer. Also, die einen halten ihn für Johannes den Täufer, der ja bereits getötet worden war von Herodes, nicht wahr? Aber sie denken, er sei auferstanden, so wie das Herodes, der verwirrt ist, auch gedacht hat.
Und weitere Vorschläge? Elija, genau. Und dann ist noch die Frage, ob sie dabei an den Propheten Elija denken, der in 2. Könige ohne zu sterben mit dem feurigen Wagen direkt in den Himmel gegangen ist, oder ob das eben dieser Elija ist, der ganz am Schluss des Alten Testaments in Maleachi 3 am Schluss angekündigt ist. Das war nämlich eine Prophetie auf Johannes den Täufer. Der Herr Jesus erklärt ausdrücklich in Matthäus 11, dass diese Prophetie auf Elija sich bezieht, auf Johannes den Täufer.
Ja, und dann weiterer Vorschlag: Genau, sie stellen Jesus Christus so auf das Niveau wie viele andere besondere Menschen. Aber sie sehen nicht, wie er wirklich ist. Wir werden gleich sehen, im nächsten Abschnitt, das ist dann C.
In diesem Teil sind nämlich die Abschnitte so geordnet, dass es eine Spiegelung gibt: A B C und dann C B A. Es gibt verschiedene Arten, wie in der Bibel Texte angeordnet sind, harmonisch. Wir haben anderswo gesehen, zum Beispiel acht Teile: eins, zwei, drei, vier und dann parallel dazu fünf, sechs, sieben, acht. Also vier mit acht, drei mit sieben und so weiter. Aber hier haben wir diese Form, die man nennt Atbasch. Und zwar kommt das daher: Im Alten Testament gibt es an wenigen Stellen diese Besonderheit, dass ein Wort neu kreiert wird, indem man den ersten Buchstaben des Alphabets, Aleph, ersetzt durch den letzten, durch Tav, und den zweiten, B, durch den zweitletzten, Schin. Das gibt dann Atbasch. Da sieht man die vier Buchstaben hintereinander: der erste und der letzte, der zweite und der zweitletzte. Das gibt das Wort Atbasch.
Und so wird zum Beispiel der Name Babylon in Jeremia als geheimer Name verwendet. Er entspricht dem ersten Leuchter, spiegelt sich mit dem letzten Leuchter, der zweite mit dem vorletzten und so weiter. Und in der Mitte die Gideonsgeschichte, die spiegelt sich so, dass der erste Teil der Geschichte eben eine Spiegelung hat mit dem letzten Teil der Geschichte. So geht das schön auf.
Ja, und hier jetzt eben auch diese Form. Und nun haben wir hier dieses Problem: Die Menschen denken im Allgemeinen, Jesus Christus sei so irgendein besonderer Mann, ein besonderer Prophet. Aber wir werden jetzt gleich sehen, dann im nächsten Abschnitt auf dem Berg der Verklärung, da sehen die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes die Herrlichkeit des Herrn Jesus, seinen Vorgeschmack von seiner Herrschaft im tausendjährigen Friedensreich. Aber Petrus kommt auf die ungehörige Idee in Vers 33: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind; wir wollen drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elija eine.“
Und damit stellte er den Herrn quasi in die Reihe mit Mose und Elija. Natürlich ganz besondere Leute: Mose ist der Vertreter des Gesetzes, Elija der Vertreter der Propheten. Und das Alte Testament wird ja immer wieder genannt: das Gesetz und die Propheten. Aber das waren nur Werkzeuge. Die kann man nicht vergleichen mit dem Herrn Jesus. Und darum heisst es nachher: Und er wusste nicht, was er sagte.
Aber da haben wir eben das gleiche Problem hier, dass eben der Herr Jesus kein gewöhnlicher Prophet ist. Und auch da: Er ist kein gewöhnlicher Prophet. Und das mit Jesus allein, was wir da am Anfang hatten, in diesem Abschnitt, und er ist am Beten, das finden wir dann hier in diesem Abschnitt nochmals am Schluss.
Die Verklärung als Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit
Liest jemand bitte vor? 34 und 35: Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen. Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein auserwählter Sohn, ihn hört! Und während die Stimme geschah, war Jesus wieder allein. Und sie schwiegen und verkündeten in jenen Tagen niemand etwas von dem, was sie gesehen hatten.
Ja, sehen wir so: Jesus allein. Und da Jesus allein. Er wird als der Einzigartige vorgestellt in beiden Abschnitten, also nicht irgendein Prophet, nicht irgendein Prophet, und wäre es Mose: Jesus allein. Und in beiden Abschnitten geht es um das Thema Leiden und Herrlichkeit. Leiden und Herrlichkeit.
Zwischendurch habe ich gesehen, es kommen noch Fragen. Ja, diese Hütten haben eine besondere Bedeutung. Und zwar ist es ja so: Hier auf dem Berg der Verklärung haben wir einen Vorgeschmack vom tausendjährigen Friedensreich. Und das tausendjährige Friedensreich wird in den Festen des Herrn, in 3. Mose 23, da haben wir die sieben Feste des Herrn, vorgeschattet, ganz speziell durch das Laubhüttenfest.
Also das Laubhüttenfest hat einen ganz besonderen inhaltlichen Hinweis auf das tausendjährige Friedensreich, wenn Israel das Ziel in der Geschichte Gottes erreicht. Alle diese sieben Feste in 3. Mose 23 haben eine heilsgeschichtliche Bedeutung, und alles zielt dann auf dieses letzte Fest hin, in dem Israel völlig zur Ruhe kommt. Und es ist das Fest der völligen Freude. Darum besteht da ein direkter Zusammenhang mit diesen Hütten.
Aber eben, der Herr kann nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden. Er ist der Einzigartige, der Unvergleichliche.
Dann hat noch jemand eine Frage gehabt zwischendurch. Hat sich das schon wieder erledigt? Auch wegen der Hütten. Weil Sie sagen, wir haben es der Täufer, der hier und der hier, der ja dort anwesend war. Ja, genau, du kannst es also auf den Punkt bringen. Er hat das gleiche Problem gewissermaßen gehabt wie eben diese Menschen, die den Herrn Jesus als gewöhnlichen Propheten sahen. Genau.
Gut, jetzt aber: In diesem Abschnitt wollen wir den Kontrast sehen gegenüber dieser allgemeinen Meinung. Ausgerechnet Petrus, der sich dann eben so irrt auf dem Berg der Verklärung und diesen schlechten Vorschlag mit den drei Hütten macht, er gibt in diesem Abschnitt dieses wunderbare Zeugnis auf die Frage: Wer sagt ihr, dass ich sei? Und was ist seine Antwort? Noch viel ehrter, noch viel detaillierter, aber er sagt ja: Du bist der Christus, du bist der Messias, der Sohn des heiligen Gottes. Genau, genau.
Also in Matthäus 16 ist diese Stelle ja ausführlicher, und das wird hier weggelassen in Lukas. Und das hat seine Bedeutung, weil in Matthäus 16 wird dann in diesem Zusammenhang auch die Gemeinde nach Gottes Plan eingeführt, und das lässt Lukas hier weg. Er behandelt eben ein anderes Thema, und darum steht hier im Vordergrund: Was bedeutet das? Der Christus Gottes. Der Gesalbte Gottes, der Messias?
Ja, genau, der Messias. Also der Christus ist griechisch für hebräisch Messias. Er bekennt ganz klar, dass er der Messias ist, den Gott geschickt hat. Und dann sagt der Herr, dass er der leidende Messias ist und stellt sich da nicht vor als der König. Die meisten in Israel hatten mit dem Ausdruck der Christus Gottes, der Messias Gottes, das Friedensreich vor Augen gehabt und dass der Messias die Römer, die damals Israel beherrschten, vertreiben würde. Aber der Jesus sagt hier: Er ist der leidende Messias. Der Sohn des Menschen muss vieles leiden, verworfen werden von den Ältesten und den führenden Priestern und Schriftgelehrten und getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
Es war zwar im Judentum bekannt, diese Prophezeiungen über den Messias, dass er leidet, so wie bekannt war die Prophezeiung, dass er herrschen wird. Und man hat das nur schwerlich zusammengebracht. Aber es ist auch so: Die meisten haben sich besonders interessiert für die Prophezeiungen über den herrschenden Messias, und man hat das mit dem Leidenden in den Hintergrund geschoben. Und darum, als der Herr jetzt das klar macht, dass er gekommen ist, um der leidende Messias zu sein, dann sehen wir, dass die Jünger diese Dinge gar nicht verstehen.
Das haben wir auch schon gelesen in der zweiten Leidensankündigung in Vers 43b. Kannst du das nochmals lesen, Carlo? Es gibt drei Leidensankündigungen vor dem Kreuz, die der Herr macht. Das hier ist die zweite, und die dritte kommt dann in Kapitel 18. Ich gebe die Stelle genau an: 18, Vers 31 und folgende. Ja, liest du? Willistel hast du gesagt?
43b: Als sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren, nämlich dass der Sohn des Menschen überliefert werden wird in die Hände der Menschen. Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, dass sie es nicht begriffen, und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen.
Ja, genau. Und da wird also ganz klar gemacht, und zwar sehr nachdrücklich: Sie verstanden das Wort nicht, es war vor ihnen verborgen, und zwar eben damit sie es nicht begriffen. So waren sie für diese Wahrheit eben überhaupt nicht empfänglich und haben das auch wieder auf die Seite gesetzt.
Nun, was auffällt, ist ja, dass der Jesus auf das Bekenntnis von Petrus, dass er der Messias Gottes ist, der Christus Gottes, sich selber nennt wie der Sohn des Menschen. Das war ein Begriff, der im Judentum damals auch den Menschen ganz allgemein in Israel bekannt war. Das ist ein Titel des Messias. Und man kannte ganz besonders gut Daniel 7, Verse 13 bis 14. Ich kann das kurz aufschlagen, wo das Kommen des Messias beschrieben wird, um sein Weltreich aufzurichten. Lies bitte Verse 13 und 14 in Daniel 7.
Ich schaute in Gesichten der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen, und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn hin. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum, dass es nicht zerstört wird.
Also wenn die Menschen hörten: der Sohn des Menschen, dachten die meisten an dieser Stelle, die sehr bekannt war damals vor zweitausend Jahren und auch beliebt im Judentum: Das ist der herrschende Messias.
Nun ist das aber nicht die einzige Stelle, wo der Menschensohn erwähnt wird im Alten Testament. Es gibt noch mehr, und eine, die ich besonders erwähnen möchte, ist Psalm 8, ein Psalm von David. Und zwar heißt es dort in Psalm 8, Vers 5, bitte.
Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst? Und des Menschensohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn. Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände, alles hast du unter seine Füße gestellt.
Jawohl, und so weiter. Also hier haben wir auch den Sohn des Menschen, aber hier wird gesagt: Was ist er, dass du auf ihn Acht hast? Er ist so tief erniedrigt. Und dann wird sogar betont in Vers 6: Denn ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt.
Nun, was bedeutet das? Erstens mal: Denn ein wenig meint für eine kurze Zeit, also nicht in Grad gemessen, wie viel unter die Engel erniedrigt, sondern für kurze Zeit hast du ihn unter die Engel erniedrigt. Dieses Zitat wird aufgenommen ausführlich im Hebräer 2, im Neuen Testament, in Hebräer 2, ab Vers 4. Und dort wird das also auch zitiert: unter die Engel erniedrigt für kurze Zeit. Und dann wird erklärt in Hebräer 2, dass dies geschehen ist um des Todes willen, das heißt, weil der Herr Jesus in den Tod gegangen ist.
Damit hat er sich für drei Tage eine kurze Zeit unter die Engel erniedrigt. Warum? Weil Engel nicht sterben können. Und der Herr Jesus wurde ein Mensch und ging als Mensch in den Tod am Kreuz und ist am dritten Tag auferstanden. Aber in diesen drei Tagen hat er sich unter die Engel erniedrigt, weil er eben in den Tod gegangen ist.
Aber dann sagt Psalm 8, Vers 6: Und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt. Der Hebräerbrief erklärt: Der Jesus ist zwar in den Tod gegangen, aber er ist auferstanden und ist dann in den Himmel gegangen, hat sich zur Rechten Gottes gesetzt, als Mensch auf den Thron Gottes, hat als Mensch den höchsten Platz eingenommen. Und das ist hier ausgedrückt: mit Herrlichkeit und Pracht oder Ehre hast du ihn gekrönt. Und dann wird gesagt: Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände, alles hast du unter seine Füße gestellt.
Jetzt wird klar: Der Messias sollte zuerst leiden und sterben und erst später herrschen als König. Also Psalm 8 gibt den Schlüssel schon alttestamentlich, dass man wissen konnte: Ach so, der Messias wird zuerst kommen als der Leidende und erst danach als der Herrschende. Und es ist die gleiche Person. Das habe ich ja letztes Mal erklärt. Es gab ja auch die Theorie im Judentum, es gäbe zwei verschiedene Messias, einen, der leidet, und einen, der herrscht. Aber Psalm 8 macht alttestamentlich klar: Nein, es ist derselbe.
Und dieser Sohn des Menschen, der sich unter die Engel erniedrigt hat durch das Sterben, das ist der gleiche wie Daniel 7, Vers 13, der kommen wird auf den Wolken des Himmels als König der Welt.
Leiden, Herrschaft und die alttestamentlichen Linien
Ja, genau. Aber nicht nur dort. Ich meine auch Sacharja 14, wenn dann der Messias kommt auf dem Ölberg. Und er kommt aus dem Himmel und dann auf den Ölberg. Oder meinst du speziell Jesaja, weil es heißt, der Herr kommt auf einer Wolke?
Ja gut, dann schlagen wir das doch auf. Das hat schon seine Berechtigung, dass du das so anführst. Jesaja 19,1. Jesaja 19 ist ein Kapitel über Ägypten, eine Prophetie über Ägypten, und sie beginnt gleich am Anfang mit der Wiederkunft Christi. Dann geht es in der Prophetie zeitlich zurück, um dann später im Text wieder in die Endzeit zu gehen. Liest du nur Kapitel 19, Vers 1?
Ausspruch über Ägypten:
Siehe, der Herr fährt auf einer schnellen Wolke und kommt nach Ägypten.
Danke. Jerry, du wolltest damit argumentieren: Hier steht der Herr, und zwar Yahweh, der Ewigseiende, der auf der Wolke kommt. Und Daniel 7 sagt, der Sohn des Menschen kommt auf der Wolke. Folglich: Dieser Mensch auf der Wolke, das ist der ewige Gott, genau. Ja?
Im Psalm 8 haben wir ja zweimal Mensch. Ja, genau. Das sind nicht zweimal zwei verschiedene Wörter, stimmt das? Das ist korrekt. Das ist eine Begründung. Ja, und eine sehr tiefe Begründung.
Also in Psalm 8, Vers 5: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschensohn, dass du auf ihn Acht hast? Ich habe nur den zweiten Teil vorhin behandelt. Des Menschensohn, das ist der Messias. Und das heißt auf Hebräisch dort Ben Adam, Sohn von Adam. Aber das erste Wort für Mensch ist ein anderes, das Hebräische Enoch. Es gibt mehr als ein Wort für Mensch auf Hebräisch.
Enoch meint Mensch, aber weil es von der Wurzel Anasch kommt, das heißt böse sein, sterblich sein, schwach, hinfällig sein, ist Enoch Mensch, aber mit dem Nebenbegriff der gefallene Mensch, der dem Tod verfallen ist und der Sünde. Und so ist die Aussage in Psalm 8, Vers 5: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Was ist in Gottes Augen der Mensch, der gefallene Mensch seit dem Sündenfall? Er ist so tief gefallen, so niedrig.
Und dann kommt in der nächsten Verszeile, es ist ein Gedicht auf Hebräisch: Und des Menschen Sohn, dass du auf ihn Acht hast. Aber dort steht eben Ben Adam. Das ist eben nicht der Gefallene. Adam ist eben Mensch, so wie Gott ihn erschaffen hat, vor dem Sündenfall. Und der Herr Jesus ist also der Ben Adam, aber er hat sich so tief erniedrigt und ist bereit gewesen, in den Tod zu gehen. Nicht wahr, Enosch heißt der sterbliche Mensch. Der Jesus hätte als Mensch nie sterben müssen. Er sagt das auch in Johannes 10: Ich habe Gewalt, das Leben zu lassen, und habe auch Gewalt, es wiederzunehmen. Und er sagt dort im gleichen Zusammenhang: Niemand nimmt das Leben von mir, sondern ich lasse es für die Schafe.
Das heißt, die Menschen hätten den Herrn Jesus gar nicht töten können, sondern er war bereit, sich überliefern zu lassen. Und das ist ja genau das, was wir bereits gelesen haben, wie der Sohn des Menschen in die Hände der Sünder überliefert werden wird. Das hatten wir in Neuen Vers 44. Denn der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen überliefert werden.
Also der Jesus war bereit, sich hinzugeben, aber sie hätten das nicht gekonnt. Und darum fragt David: Was ist der Menschensohn, dass du auf ihn Acht hast? Denn er war bereit, freiwillig in den Tod zu gehen. Und wurde quasi in diesem Punkt dem sterblichen Menschen, der aus eigener Schuld eben sterben muss, wurde er so ähnlich. Und darum eben diese Frage: Was ist der Menschensohn?
Ja, bitte?
Er ging selber in den Tod. Genau, also was du zitierst, das ist Philipper 2,5-11. In sieben Stufen wird dort beschrieben, wie der Jesus, der es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern er nahm die Gestalt eines Knechtes an. Das könnte bedeuten, ein Engel werden, denn Engel sind Diener Gottes. Hebräer 1,14. Aber dann heißt es als nächste Erniedrigung, indem er eben Mensch wurde. Das ist die zweite Stufe. Und so geht es in sieben Stufen runter. Stufe sechs: Er war gehorsam bis zum Tod, aber nicht irgendein Tod, sondern dieser schändliche Tod am Kreuz, ja, bis zum Tod am Kreuz. Und dann heißt es: Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben.
Ja, Christoph.
Ja, Psalm 8, Vers 5. Genau, Ben Adam. Nein, Menschensohn ist im Griechischen auch zusammengesetzt, also nicht ein Wort, sondern der Sohn des Menschen, sogar vier Wörter. Nein, Ben Adam. Wenn man den neutestamentlichen Begriff hebräisch übersetzen würde, würde man ihn auch mit Adam übersetzen: Sohn Adam. Ja, mit Ben Adam, genau.
Also auch heute in Israel sagt man die Menschen, Benei Adam, die Söhne Adams. Also das ist ein normaler Ausdruck für Menschen oder ein einzelner Mensch, Ben Adam. Das ist ja eben der Menschensohn, und im Neuen Testament ist das ein Begriff auch für den Messias.
Und jetzt, wenn das die Übersetzung, die hebräische Übersetzung, aber wenn Adam heißt und das aber eigentlich ein gewöhnlicher Begriff ist für jeden Menschen, weil jeder Mensch ist Sohn Adams, wie kann man einen Unterschied machen?
Ja, also im Neuen Testament wird der Unterschied gemacht. Und zwar, der Jesus nennt sich ja immer wieder der Sohn des Menschen, ja? Und das ist die Übersetzung von Ben Adam. Jetzt muss ich aber noch dazwischen schalten. Adam heißt eben hebräisch auch Mensch. Aber es ist ein Wort, das es nur in der Einzahl gibt. Das Wort kommt nicht in der Mehrzahl vor, also man sagt nicht Adamim für Menschen. Und so ist es ein Wort, das immer in der Mehrzahl, in der Einzahl vorkommt, in der Form nach. Es ist wie im Englischen. Man sagt, jemand hat zwei Fische gegessen, dann sagt man: he ate two fish, nicht fishes. Es ist immer Einzahl, auch wenn es Mehrzahl ist. Und das Gleiche mit sheep, ja? Man sagt „one sheep and two sheep“, ein Schaf und zwei Schafe, das Gleiche. Das ist mit Adam auch so.
Jetzt ist es aber so: Im Prinzip ist es doppeldeutig auf Hebräisch. Das kann bedeuten „Sohn der Menschen“ oder „Sohn des Menschen“. Und im Griechischen wird das eindeutig. Und zwar wird dann im Neuen Testament eben nur der Messias, nur der Herr Jesus, genannt: der Sohn des Menschen. Aber normale Menschen, die werden im Griechischen genannt „Söhne der Menschen“, Epheser 3 zum Beispiel. Und auch im Markus-Evangelium kommt das noch vor, in einem ganz anderen Zusammenhang. Es geht da um das Geheimnis Gottes, das im Alten Testament verborgen war, und zwar eben den Menschen nicht mitgeteilt. Aber das drückt Epheser 3 so aus. Carlo, du kannst gerade lesen, Vers 5.
Epheser 3,5:
Das Geheimnis, das in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht zu erkennen gegeben wurde, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln geoffenbart worden ist.
Also, da haben wir den Ausdruck „Söhne der Menschen“. Das ist die Übersetzung von Ben Adam. Genauso wie im Lukas-Evangelium 9,22 der Sohn des Menschen ist auch die Übersetzung von Ben Adam. Aber der wichtige Unterschied: Wir stammen immer von zwei Menschen ab. Jeder von uns hat einen Vater und eine Mutter. Aber der Messias sollte nur eine menschliche Mutter haben. Nach Jesaja 7,14 sollte er der Sohn einer Jungfrau sein, und in dem Sinn ist er eben der Sohn des Menschen. Und so ist das eben ein ganz besonderer messianischer Titel, der hinweist auf seine Einzigartigkeit. Und das wird eben deutlich durch die korrekte griechische Übersetzung im Neuen Testament.
Ja?
In der deutschen Übersetzung taucht oft auf: Menschensöhne. Ist denn da der Unterschied zu sehen?
Also Menschensöhne, das ist aber im Alten Testament. Im Alten Testament, das ist eben Benei Adam. Dort ist, ja, ja, das sind einfach die Menschen allgemein, das sind die Benei Adam. Benei ist Mehrzahl von Ben, ja? Also wir sind alle Bene Adam, aber wenn man es übersetzen würde: Söhne der Menschen und nicht Söhne des Menschen.
Ja, Miriam?
Dass Jesus in gleicher Art erstens gleich gestorben wurde im Tod, heißt das, dass er drei Tage zum Tod haben, wenn nie tot war. Drei Tage, das war gleich wie wir sterben, ja, und zwar bedeutet sterben, dass Seele und Geist getrennt wird vom Körper. Und das war so: Der Jesus hat am Kreuz ausgerufen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Und er sagte auch dem Mitgekreuzigten, der sich noch bekehrt hat im letzten Moment: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Also der Geist, der männliche Geist des Herrn Jesus, ging ins Paradies, aber der Körper wurde ins Grab gelegt. Und das geschieht bei uns genau so. Also wenn wir sterben, wird eben diese Einheit, die wir sind, getrennt: Körper ins Grab und Geist und Seele gehen ins Jenseits. Für die Erlösten ins Paradies, für die Verlorenen geht es an den Ort der Qual, das Gefängnis, noch nicht die Hölle. Ist das, habe ich die Frage beantwortet?
Oh, ja, ja. Miriam erinnert mich, dass etwas ganz Besonderes, was eben anders war als bei uns: Psalm 16 sagte voraus, dass der Messias die Verwesung nicht sehen würde. Also der Herr Jesus starb zwar eben wie wir, aber Gott hat eigentlich dort einen ganz deutlichen Unterschied gemacht zu uns, dass eben der Körper keine Verwesung erlebte. Und darum hat Gott auch nicht erlaubt, dass die Frauen, die so gut meinten, den Leib nicht einsalben durften.
Einsalben hat man gemacht im Judentum nicht, um die Verwesung zu verhindern, aber um den Verwesungsgeruch im Felsengrab zu übertönen, damit man, wenn man nach einem Jahr wieder hineingeht, um die Knochen zusammenzusammeln, in eine Knochenbox zu tun, ein Ossoarium, dass man das einigermassen aushalten konnte, diesen Gestank. Aber eben, der Herr sah keine Verwesung, und er wurde in ein Grab gelegt, wo noch nie Verwesung stattgefunden hatte. Thomas, das neue Grab von Joseph von Arimatia. Also das ist ein ganz wichtiger Unterschied.
Carlo?
Was ich so schön finde am Psalm 8 ist, dass man eigentlich die Erniedrigung und die Erhöhung sieht.
Ja genau, und darum habe ich ihn auch zitiert. Logisch, Prophet im Alten Testament, Sie haben das aber nicht gewusst, oder? Sie haben das einfach inspiriert oder Heilig Geist eine Art gesagt, aber haben Sie das gewusst, dass man den Messias kund als Erniedriger, also als der, der erniedrigt wird, und nochmals als der erhöht, wechselte Ivo wieder die Differenz, also die Ich bin.
Also es ist so, wir können sagen, dass es für Gläubige im Alten Testament schwierig war, diese Prophezeiungen einzuordnen, wie ist das mit dem Leiden des Messias und seinem Herrschen. Aber aufgrund klarer Bibeltexte wie eben Psalm 8, übrigens auch Jesaja 53, konnte man sehen: zuerst Leiden, dann die Herrlichkeit.
Und wir erfahren etwas mehr Details in 1. Petrus 1. Lies uns mal vor. Da heißt es in 1. Petrus 1,10 von der Rettung, die wir durch Jesus Christus erfahren haben, wie da alttestamentlich gläubige Propheten darüber nachgedacht haben. Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. Ihnen wurde es geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche auch das Evangelium verkündigt haben, im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche die Dinge Engel hineinzuschauen begehren.
Also hier wird klar gesagt, dass alttestamentlich Gläubige, hier Propheten, die haben geforscht und wollten herausfinden, auf welche Zeit und wie das hindeutete, diese Prophezeiungen über den Messias. Und dann heißt es weiter, als er von den Leiden, die auf Christus kommen sollten, und von den Herrlichkeiten danach zuvor zeugte. Also, es wird nicht gesagt, dass ihnen das nicht klar war, sondern sie haben sich einfach gefragt, auf welche Zeiten, wie muss man das einfügen. Aber hier wird ganz deutlich darauf hingewiesen: Der Geist Gottes hat von den Leiden des Messias gesprochen und von der Herrlichkeit danach. Auch da wieder deutlich diese Reihenfolge: Erstes und dann Zweites kommen, Leiden und dann Herrlichkeit. Das ist ganz eben das Thema, Leiden und Herrlichkeit, und auch da auf dem Berg Leiden und Herrlichkeit.
Man konnte das also im Voraus schon verstehen aus dem Alten Testament, aber es brauchte Studium und Forschen. Und so ist das übrigens auch mit dem prophetischen Wort heute. Es gibt viele, die sagen: Ja, lassen wir Prophetie, da irrt man sich ja sowieso, und dort versteht ja sowieso niemand. Ja gut, wenn man nicht forscht, dann ist es klar, dass man nichts versteht. Aber wir sehen: Die haben geforscht, und die haben Dinge wirklich verstehen können und Dinge einordnen können.
Aber es gab auch Gründe, wie man das sieht bei den Jüngern. Das war ihnen einfach verborgen. Und zwar war ihnen einfach wichtiger die Sache mit einem herrschenden Messias, der die Römer vertreibt. Und das musste der Herr in aller Geduld dann seinen Jüngern eben beibringen. Und darum diese Leidensankündigungen. Also, das war eine Überraschung. Petrus sagt: Du bist der Christus Gottes. Und dann sagt er: Der Sohn des Menschen muss vieles leiden. Und dann macht er eben deutlich in Vers 23, liest du nochmals, Carlo?
Lukas 9,23:
Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte? Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.
Ja, danke. Also hier wird klar gesagt, im Anschluss an die angekündigten Leiden des Herrn, Vers 22, die Nachfolger von Jesus Christus, die gehen auch zuerst einen Weg der Leiden, und erst später kommt die Herrlichkeit. Und darum sagt der Herr: Wer mir nachfolgen will, der muss sein Kreuz aufnehmen.
Und was bedeutet das? Wenn man damals das Kreuz tragen musste zur Hinrichtungsstätte, dann war man noch nicht tot, dann war man noch am Leben, aber man war ein von den Menschen verworfener, abgelehnter. Und der Herr Jesus sagt nicht, wir werden alle auch gekreuzigt werden wie er, aber wir müssen einen Weg gehen, wo wir bereit sind, das Kreuz auf uns zu nehmen. Das heißt, diesen Weg zu gehen als solche, die von der Gesellschaft verworfen sind, abgelehnt, abgeschrieben.
Also muss ich das mal ganz konkret vorstellen: Da geht einer mit dem Kreuz hinaus nach Jerusalem, nach Golgatha, wo die Römer ja pflegten, Menschen zu kreuzigen. Auf diesem Gang mit dem Kreuz hinaus, da gab es keine Einladung mehr für eine Party. Ja, war vorbei. Man war abgeschrieben für diese Welt. Und der Jesus sagt, genau so sollen die Nachfolger sein. Die sind quasi nicht mehr einladbar für irgendeine Fete, wo so richtig die Post abgeht, ja, die sind nicht mehr zu haben. Die sind auf einem Weg, wo sie sich bewusst sind: Wir sind verworfen von dieser Welt, weil unser Herr auch verworfen worden ist.
Also der leidende Messias, das ist ganz wichtig. Das bedeutet, die Nachfolger, bis der Herr Jesus einmal kommen wird als König, sind auch auf dem Weg der Leiden und der Verwerfung. Zuerst die Leiden, aber die Herrlichkeit wird kommen. Und der Herr Jesus sagt dann aber, Vers 26: Wenn er kommt als der Sohn des Menschen, dann wird er sich auch schämen, dieser Menschen, die ihn abgelehnt haben und sich seiner geschämt haben. Aber er wird sich zu denen bekennen, die ihn angenommen haben und ihm nachgefolgt sind.
Und dazu ein Vers, Apostelgeschichte 14,22, der bringt das voll auf den Punkt. Auf der ersten Missionsreise hat Apostel Paulus Gemeinden ganz neu gegründet, und als er fertig war mit dieser ersten Reise, Kapitel 13 und 14, kehrte er wieder zurück und besuchte diese Gemeinden noch einmal. Und dann erklärt uns die Apostelgeschichte, was Paulus so als Hauptthema ihnen beibringen wollte bei seinem zweiten Besuch. Er liest 14,21 und 22:
Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonion und Antiochia zurück. Das sind diese ersten Gemeinden, genau. Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.
Ja, da haben wir es. Was hat er gemacht? Er hat die Seelen befestigt und hat sie ermahnt, im Glauben zu verharren. Das könnte so ganz allgemein klingen. Was hat er ihnen konkret gesagt? Das wird hier auf den Punkt gebracht: Er sagt ihnen, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen. Mit Reich Gottes ist jetzt hier gemeint, das Reich Gottes in seiner zukünftigen Form, das tausendjährige Friedensreich. Aber da ist ein Weg durch Trübsal. Zuerst das Leiden und dann die Herrlichkeit, genau so, wie das der Messias erlebt hat.
Nachfolge, Verwerfung und die Frage nach der wahren Autorität
Ja, bei uns hier ist es nicht die gleiche Bedrängnis wie bei den Christen damals, die verfolgt wurden. Aber es ist ja interessant: Wir denken, Verfolgung sei nur dann gegeben, wenn man wirklich körperlich geschlagen wird und ins Gefängnis kommt. Doch in Galater 4 steht ein ganz anderer Zusammenhang. Dort heißt es von Ismael, dass er Isaak verfolgt habe.
Wenn man aber im Alten Testament diese Geschichte in 1. Mose nachschaut, dann sieht man: Ismael hat über Isaak gelacht, er hat ihn verspottet. Aber im Neuen Testament wird das als Verfolgung bezeichnet. Es ist also interessant, dass auch diese Ablehnung, die wir hier erleben, durch Belächeltwerden bis hin zu offenem Spott, das Wort Gottes als eine Form von Verfolgung einstuft. Oder auch Ausgrenzung. Ausgrenzung gehört ja alles dazu.
Zum Beispiel in der Schulklasse, wenn ein junger Herr oder eine junge Gläubige ist und dann keine Freunde hat außer den Gläubigen. Genau, Mobbing in der Schule, aber auch am Arbeitsplatz kann es das geben. Genau. Und das ist eben dieser Grundsatz: Durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. Und sehen wir, das ist genau das Gegenteil von dem sogenannten Wohlstandsevangelium, das heute weltweit massiv verkündigt wird. Gerade in der Dritten Welt, weil die Leute da im Allgemeinen sehr arm sind, sind sie für dieses Evangelium empfänglich: Wenn du Christ wirst, dann wird Gott dich segnen und nochmals segnen, und wenn du dann dem Evangelisten noch Geld gibst, dann wirst du noch mehr Segen bekommen. Und Gott möchte eigentlich nicht, dass man mit verrosteten Autos herumfährt. Und wie bitte? Dass es uns einfach so irdisch gutgehen muss? Nein, das ist nicht die Lehre der Bibel.
Sondern es ist ein Weg, auf dem wir, individuell dann verschieden, wie wir geführt werden, alle durch Nöte und Trübsale hindurchgehen. Und die Herrlichkeit kommt erst in der Zukunft. Ja, Christoph?
Aber könnten wir uns vielleicht manchmal fragen, ob wir zu wenig leiden?
Ja, man kann sich schon fragen, ob wir zu wenig leiden. Aber es ist nicht so, dass wir Leiden bewusst noch schüren müssen, schon gar nicht, indem wir uns eben falsch verhalten. Da kann man auch leiden. Und gerade im ersten Petrusbrief, wo es um christliche Verfolgung geht, dort haben wir auch Stellen, wo es genau darum geht, dass doch niemand leide als zum Beispiel, wie gesagt, einer, der sich in fremde Sachen mischt. Man kann garantieren: Wenn man sich einmischt in Dinge, die einen nichts angehen, dann wird man nachher leiden. Aber der Petrusbrief sagt, auf diese Art sollt ihr nicht leiden. Und dann sagt er: Wenn aber als Christ, ja, dann soll sich niemand schämen. Das ist etwas anderes.
Also wir müssen das nicht provozieren, es kommt automatisch. Aber man kann es natürlich verhindern, indem man zum Beispiel nicht zum Evangelium steht und eben nicht Zeugnis gibt, denn das akzeptieren die Leute besser, als wenn man ihnen eben das Evangelium bringt. Und dann ist es natürlich so, dass wir nicht in unserer Aufgabe treu sind. Aber wenn wir treu sind, ja, wir werden immer Probleme bekommen. Ja?
Wenn man das Evangelium verkünden kann und daraus auch Frucht kommt oder auch von der Person, die es verkündet bekommt, eine Offenheit, dann gibt es auch eine Freude. Ja, natürlich, wenn ich das so sage, dann wollte ich nicht sagen, dass man nur Ablehnung bekommt, wenn man das Evangelium verkündet. Nein. Aber man wird immer mit Leuten zu tun haben, die einen ablehnen. Ganz genau, ganz genau.
Und wir können sogar sagen, nach Apostelgeschichte 17 werden wir immer drei Gruppen von Menschen antreffen, wie Paulus nach der Areopagrede in Athen. Es gab die Leute, die spotteten, und dann gab es solche, die sagten: Wir wollen dich nochmals hören. Und dann gab es Leute, die haben sich bekehrt. Und dabei war eine Damaris und ein Areopagit. Also Leute, die spotten, dann Leute, die interessiert sind, die finden das gar nicht so schlecht, möchten weiter darüber hören. Auf die muss man achten und die muss man weiterführen. Und dann solche, die sich bekehren. Immer, aber in unterschiedlichem Prozentsatz.
Sich selbst verleugnen. Also, ich mache mir ein Beispiel: Ich wäre am Bahnhof in Zürich und plötzlich sehe ich dich in der Volksmenge. Und ich hätte gerade die Möglichkeit, dir noch guten Tag zu sagen, aber das möchte ich nicht. Und ich behandle dich so, als würde ich dich überhaupt nicht kennen. Also ich gehe überhaupt nicht auf dich ein, ich nehme keine Notiz von dir. Und nun: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst.
Das bedeutet, unsere sündige Natur möchte etwas anderes als diese Nachfolge in dem Herrn Jesus. Wir können nichts dafür, dass wir eine sündige Natur geerbt haben von Adam durch den Sündenfall. Diese böse Natur spüren wir jeden Tag und damit auch den bösen Impuls. Aber die Bibel sagt, wir sollen uns selbst verleugnen, das heißt, gar nicht darauf eingehen. Uns gar nicht beschäftigen mit der Versuchung aus uns heraus.
Und jetzt hier geht es ganz speziell um eben Nachfolge und Kreuz aufnehmen. Es ist eine Versuchung, dass man dieses Leben eigentlich so gestalten möchte, dass man eine tolle Karriere machen kann, mit möglichst wenig Leiden, möglichst wenig Leiden, möglichst alles so ganz schön ist. Und dieses Verlangen, einfach nur ein schönes Leben zu haben, das ist eine Versuchung, und die müssen wir verleugnen, gar nicht darauf eingehen. Es geht darum: Ich möchte dem Herrn Jesus nachfolgen, wie er mich führt. Das ist seine Sache. Die einen werden so geführt, die anderen so.
Zum Beispiel William Kelly, das war ein sehr, sehr gelehrter Engländer im 19. Jahrhundert. Er hatte übrigens auch Originale von ganz alten Abschriften des Neuen Testaments in seiner eigenen Bibliothek. Und er wurde einmal gefragt, sie hätten eine ganz großartige Karriere machen können als Professor an einer Universität. Als er gefragt wurde, sie hätten eine Karriere machen können, hat er gesagt: For which world? Für welche Welt? Ja, das ist die Frage. Wollen wir wirklich dem Herrn dienen, oder geht es um unsere Ehre?
Es kann natürlich schon sein, dass der Herr jemanden führt und er bekommt eine Professur an einer Universität. Aber es ist etwas anderes, ob er diesen Weg geht, weil er eben ein schönes Leben und persönliche Ehre haben möchte, sondern dass er sieht: Das ist der Weg, den der Herr mich führt, und ich möchte da ein Zeugnis sein. Darum bleibt die Frage: Für welche Welt?
Ja? Ich habe eine Frage zum Vers 26. Heilsgeschichtlich, wie nennen wir das einordnen? Weil da geht es ja, wenn der Herr Jesus ja nach der Herrlichkeit wiederkommt, oder? Und er sagt da: Dessen wird der Sohn des Menschen sich schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. Das ist ja eigentlich am Ende ein bußiger Ich. Oder bezieht sich die Stelle auf alle Zierge?
Nein, Vers 26 bezieht sich auf die Wiederkunft von Jesus Christus, das zweite Kommen, wenn er kommt als herrschender Messias, nicht mehr als der Leidende. Darum haben wir eben in diesem Abschnitt das Thema Leiden und Herrlichkeit. Zuerst das Leiden und dann die Herrlichkeit. Und auch für uns Gläubige eine Nachfolge, die verbunden ist mit Leiden, aber dann werden wir auch seine Herrlichkeit teilen. Und er wird sich eben zu uns bekennen, wir werden an seiner Seite diese Herrlichkeit, diese zukünftige Herrlichkeit erleben.
Und dann kommt eben dieser Vers 27: Ich sage euch aber in Wahrheit, es sind gewisse, griechisch tines, man muss hier übersetzen mit gewisse, von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben. Und dann kommt die Beschreibung des Berges der Verklärung. Und da bezieht sich der Herr eben auf diese drei Jünger. Aber das haben wir in den vergangenen Malen schon genauer angeschaut, darum will ich jetzt nicht mehr das alles wiederholen. Die haben das miterleben dürfen, diese Herrlichkeit des tausendjährigen Reiches vorweggenommen auf dem Berg der Verklärung. Und sie durften da das Reich Gottes in seiner zukünftigen Form schon vorweggenommen auf dem Berg erleben.
Ja? Nein, jetzt Vers 24: Sein Leben, das ist eben dieses Leben, das wir hier auf der Erde führen. Wenn wir das eben für uns haben wollen, damit wir eben unsere Karriere machen und unseren tollsten Weg, das ist jemand, der sein Leben erretten will, für seine eigenen Absichten. Und der Herr sagt: Der wird es verlieren. Am Schluss hat das alles keine Bedeutung. Aber der, der bereit ist: Ich verzichte auf meine eigene Ehre, ich möchte mich einfach vom Herrn so führen lassen, wie er mich führt, der wird es gewinnen. Nur das ist ein wirklich erfülltes Leben, ein Leben in der Nachfolge des Herrn Jesus.
Und in diesem Zusammenhang sagt 2. Korinther 5, dass wir nicht mehr für uns selber leben sollen, sondern für den, der für uns gestorben ist. Und das ist hier eigentlich ausgedrückt mit dieser Nachfolge und dem Kreuz auf sich nehmen. Aber wir wissen: Dann werden wir auch einmal seine Herrlichkeit teilen, und um diese Herrlichkeit geht es jetzt im nächsten Abschnitt.
Aber jetzt habe ich eine Frage. In Vers 28 heißt es: Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. Bitte, jetzt lesen wir in Markus in der Parallelstelle oder sagen wir Matthäus, kennen wir auch, 17. Ja, liest du vor, 17,1.
Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus ... Ja, bitte, weiter.
Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie abseits auf einen hohen Berg, und er wurde fort.
Ja, das reicht, ist die gleiche Geschichte. Hier steht sechs Tage und da steht acht Tage. Bitte, ist das ein Widerspruch?
Ja, und zwar?
In Lukas ist es von diesem Ort weg, wo er es gesagt hat, und bei Markus und Matthäus ist es von der Volksmenge direkt.
Du meinst also, acht Tage ist es gegangen, als der Herr das gesagt hat, es sind gewisse da, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie auf dem Berg sind, dann waren es acht Tage. Und dann ... sechs Tage?
Sechs Tage sind es. Ja, nach diesen sechs Tagen aber. Das ist schon ein Problem, oder?
Ja, es könnte ja sein. Das gleiche Problem ist nach drei Tagen und drei Nächten: Ist es so, dass der Mensch wieder auferstehen wird, dass man im Jüdischen den ersten und den angebrochenen Tag rechnet, in der jüdischen Erzählung, dass man den einbezieht, bei anderen Zeitrechnungen, die diesen nicht einbezieht. Es ist alles viel einfacher.
Und zwar: Im Griechischen, im Satzbau, muss man Folgendes beachten. Vers 28 jetzt hier in Lukas: Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er Petrus und Johannes und Jakobus mitgenommen hatte und auf den Berg stieg, um zu beten, beziehungsweise nachdem er sie mitgenommen hatte, stieg er auf den Berg. Das Hauptverb im Satz ist hinaufsteigen. Also acht Tage später ist er auf den Berg hinaufgestiegen. Und das Hauptverb in Matthäus 17 ist: nimmt er sie. Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes und seinen Bruder mit, und dann führt er sie auf einen Berg.
Ja klar, die Reise war zwei Tage, aber sie ist vom Satzbau hier im Griechischen ganz klar. Also das mit den sechs Tagen bezieht sich darauf, dass er eben sie nimmt und losgeht, und dann in Lukas 9, nach acht Tagen, geht er auf den Berg. Das sind zwei Dinge: nehmen und dann sie auf den Berg führen. Aber in Lukas ist das Hauptverb auf den Berg führen, und in Matthäus ist das Hauptverb, dass er sie genommen hat. Und dann gingen sie auf die Reise. Zwei Tage waren sie unterwegs, und dann gingen sie hoch auf den Berg. Und das Problem ist gelöst.
Also oft lösen sich Probleme, nicht immer, oft lösen sich Probleme, indem man den Grundtext ganz genau studiert. Und da kann man sagen: Ja, und wenn ich jetzt nicht Griechisch kann, da kann man jemanden fragen, der gut Griechisch kann. Aber es gibt eben noch eine ganze Serie von anderen Hilfsmitteln, wie man solche scheinbaren Widersprüche lösen kann und lösen muss. Aber das ist hier also ganz klar: Satzbau genau beachten, was das Hauptverb ist, und dann ist alles klar.
Ja, es ist Viertel nach. Dann würden wir dann nächstes Mal nach unserer Israelreise, morgen fliegen wir ja ab nach Tel Aviv, nach unserer Israelreise dann weiterfahren mit Vers 28 hier.
Ja, die Frage von Edmund. Doch, das weiße Kleid. Es ging um das strahlende Kleid in Lukas 23, und ich habe dann gesagt, ich schaue das nachher nach. Das ist lampros, lamprá, lampron, das heißt strahlend. Aber das Wort wird im Griechischen oft benutzt, gerade für weiß, das strahlend ist. Das ist also ganz klar der Begriff für ein weißes Kleid. Das war eben diese Toga Candida, das Kleid des Kandidaten, Anwärter auf ein politisches Amt, und damit hat Herodes den Herrn verspottet.
Das Wort wird auch verwendet in Offenbarung 19 beim Hochzeitskleid der Frau des Lammes. Dort heißt es von dem Hochzeitskleid, das ist eben genau dieses gleiche Wort lampros, lampron, dass es strahlend war. Und das ist das weiße Hochzeitskleid, das von der Reinheit der Braut spricht. Also damit wäre die Frage wenigstens mit der Farbe beantwortet.
Und dann war noch die Frage von Christoph: Wie kann man Menschen sagen, dass die Bibel das Erste ist vor der Erfahrung? Nun, wir können es gerade mit dem Text von heute machen. Wenn die Menschen einfach so auf ihre Gefühle und Erfahrungen gebaut hätten in der Frage, wie ist das jetzt mit dem Messias, wozu ist er gekommen? Sie konnten nur wissen, was Gottes Plan ist, mit dem Leiden zuerst und der Herrlichkeit nachher, indem man die Bibel studierte. Nur die Bibel kann wirkliche Klarheit geben. Unsere Gefühle und unsere Erfahrungen können uns sehr stark täuschen.
Und darum ist es eben wichtig, dass das Wort Gottes die absolute Priorität hat. Und als Bibelvers, um das zu belegen: 2. Timotheus 3,16. Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert, und dann wird erklärt, warum die Schrift fähig ist, uns eben auszurüsten für jedes gute Werk. Und klargemacht: Die Schrift ist die absolute Basis für unser Glaubensleben. Alles von der Schrift her, und selbst unsere Erfahrung muss in der Interpretation dem Wort Gottes untergeordnet werden. Wir können nicht mit unserer Erfahrung die Bibel interpretieren, sondern wir müssen mit der Bibel unsere Erfahrung interpretieren.
Und das Gleiche ist mit Wissenschaft und Bibel. Wenn man mit Wissenschaft die Bibel beurteilen will, dann geht man schief, weil die Wissenschaft sich oft geirrt hat. Es ist etwa so, wie wenn man mit Eisen Diamant schleifen will. Das geht nicht. Diamant schleift Eisen, und so hat die Heilige Schrift die höchste Autorität. Und wir können Wissenschaft beurteilen anhand der Bibel, und nicht umgekehrt. Es funktioniert nicht, weil die Wissenschaft menschlich ist und eben zusammenhängt mit menschlicher Erfahrung, mit menschlichem Experimentieren. Und wir müssen das dem Wort Gottes unterstellen. Die Bibel ist der Diamant, mit dem kann man Eisen schleifen, aber nicht umgekehrt.
Bei den Freunden Hiobs ja, und zwar sehr gut. Die drei Freunde Hiobs, die haben argumentiert und wollten Hiob eben als schuldig hinstellen, obwohl er unschuldig war. Und wie er sagt, Eliphas, der Älteste, sagt: So wie ich es gesehen habe, Hiob 4, meine Erfahrung. Und er hat sich mit seiner Erfahrung geirrt. Und dann der Zweitälteste, der sagte: Du musst die früheren Generationen fragen, die können dir sagen ... Der hat sich auf die Tradition berufen, aber hat sich auch geirrt. Und der Jüngste, der Zophar, der hat gesagt: Zack, zack, zack, so ist es einfach. So wie junge Leute, die schnell sind im Urteil, aber oftmals falsch.
Darum sind ja ältere Leute in der Firma so wichtig. Die entscheiden weniger schnell, aber meistens richtig, weil ältere Gehirne anders arbeiten. Aber eben, durch schnelle logische Schlussfolgerung hat er so Hiob falsch beurteilt. Und wirklich sein vierter Freund Elihu, der hat schliesslich wirklich im Licht des Wortes Gottes ihn dann korrekt und richtig beurteilt, mit den Gedanken von Gott her und nicht von der Erfahrung.
Ja, der Gläubige hat den Heiligen Geist, und der Heilige Geist führt ihn. Aber der Heilige Geist führt immer zur Heiligen Schrift hin. Und der Heilige Geist führt gerade durch die Schrift, indem er auch die Schrift eben öffnet und verständlich macht. Und der Heilige Geist führt nie unabhängig von der Schrift. Also sobald eben jemand sagt: Ja, der Heilige Geist hat mir das so gesagt, und es widerspricht der Schrift, dann müssen wir sagen: Nein, das war nicht der Heilige Geist. Sondern das war eben vielleicht ein eigenes Gefühl, wenn nicht noch etwas Schlimmeres. Aber es ist nicht die Führung Gottes.
Genau, darum muss man die Bibel studieren. Ganz genau, ganz genau, das ist so wichtig. Zwar Gottes studieren. Ich darf noch einen ganz kurzen Gedanken noch einfügen bezüglich Erlebniskirche oder eher etwas. 30 Sekunden.
Ja, 30 Sekunden, sicher. Also am Palmsonntag hat die Menge gejubelt. Sie hatte sich geirrt. Sie meinten, jetzt kommt er und erlöst Jesus das Volk, das jüdische Volk, von den Römern. Ich bin überzeugt, die allermeisten fünf Tage später haben gerufen: Kreuzigt ihn! Sie haben zuerst das Gefühl gehabt: Ja, das ist er. Und dann wurden sie wieder aufgewühlt von den Obersten und schrien: Kreuzigt ihn! Damit wir uns auch sagen, wie unstet unsere eigene persönliche menschliche Empfindung ist. Unser trügerisches Herz.
Ja, sehr trügerisch, sehr trügerisch, genau. Danke!
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