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Entsetzen über den Bergprediger

Matthäus 7,28-2901.01.1995
SerieTeil 26 / 26Predigten über die Bergpredigt
Jesus ist mehr als ein guter Lehrer: Er stellt sich mit göttlicher Vollmacht über alles. Die Frage ist nicht nur, was du von ihm hältst – sondern ob du ihm wirklich vertraust.

Der doppelte Schock angesichts des Bergsteigers und der Bergpredigt

Was ist Entsetzen? Ein Bergsteiger hatte hoch oben auf dem Gebirgsmassiv des Monte Rosa seinen Biwak aufgeschlagen. Er legte sich zum Schlafen nieder, aber mitten in der Nacht erwachte er durch eine Bewegung. Er spürte, dass die Felsplatte, auf der er lag, dem Abgrund zurutschte. Langsam, unaufhaltsam, Millimeter für Millimeter rutschte die Felsplatte dem Abgrund zu, und es packte ihn ein Entsetzen. Und das setzte ihn in Bewegung. Das mobilisierte die Kräfte, die nötig waren, um das Leben zu retten.
Entsetzen ist Erschrecken. Wir kennen ja den Ausdruck: „Es packt mich das kalte Entsetzen.“ Und wenn man das griechische Wort, das dem zugrunde liegt, anguckt, dann steckt da drin eigentlich: Man ist wie von einem Schlag getroffen. Das heißt es. Das ist die eine Form von Entsetzen.
Und dann gibt es auch noch eine zweite Bedeutung. Sie bedeutet so viel wie Erstaunen, also nicht nur Erschrecken, sondern auch Erstaunen, wenn man etwas kennenlernt, wovon man nie geglaubt hätte, dass es das gibt, dass das möglich ist.
1967 hat der südafrikanische Chirurg Christian Barnard die erste Herzverpflanzung durchgeführt. Damals waren viele entsetzt und sagten: Das gibt es doch gar nicht, ich hätte nie geglaubt, dass so etwas möglich ist.
Auch auf die Bergpredigt reagieren die Leute mit Entsetzen. Matthäus, der dabei gewesen ist, als Jesus die Predigt gehalten hat, berichtet es uns. Und mit dem kurzen Vermerk von Matthäus darüber, wie die Leute auf die Bergpredigt reagiert haben, endet dieser Textabschnitt. Sie haben diese Bemerkung von Matthäus vor sich auf dem Zettel: Predigttext Matthäus 7,28-29. Wir wollen uns erheben vor dem Wort Gottes.
Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, nämlich die Bergpredigt, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Wir beten noch einmal: Herr Jesus Christus, und nun bitten wir dich, dass wir dich richtig verstehen in deinem Wort und dass wir begreifen, wer du bist und dass wir nicht beim Entsetzen stehenbleiben, Herr. Bitte, erbarme dich über uns! Amen!
Nehmen Sie bitte wieder Platz!
Das ist also die Reaktion: Entsetzen über den Bergprediger. Und in dem griechischen Wort schwingen also mit, auf der einen Seite das Erschrecken und auf der anderen Seite das Erstaunen.

Keine bloße Begeisterung, sondern Verunsicherung

Es wird nicht berichtet, dass die Leute Loblieder auf den Bergprediger gesungen hätten. Es ist auch nicht die Rede von einer allgemeinen Begeisterung wie nach der Brotvermehrung. Damals waren sie hinterher so begeistert, dass sie Jesus am liebsten zum König gemacht hätten.
Es wird auch nicht gesagt, dass die Leute nach der Bergpredigt einfach mit einem gelangweilten Achselzucken weggehen konnten. Als Jesus die Bergpredigt beendet hat, geht es ihm ebenfalls nicht wie einem Pianisten, der gerade den letzten Ton angeschlagen hat und auf dessen Publikum ein verklärter Glanz liegt. Ein heimeliges Erschaudern, eine mystische Stimmung? Nein: Entsetzen.
Die Leute waren nach dieser Predigt nicht beruhigt, sondern beunruhigt. Die Hörer waren nicht eingelullt, sondern aufgeschreckt. Man war nicht inspiriert wie nach einem Kunstgenuss, sondern irritiert. Es schwang zwar Bewunderung mit in diesem Entsetzen, aber mehr noch waren die Leute verunsichert. Sie fragten sich: Was wäre, wenn dieser Jesus Recht hat? Was wäre, wenn das wirklich stimmt, was er da in der Bergpredigt sagt?
Heute schließen wir ja mit Predigt Nummer 26 ab. Wenn Sie letzten Sonntag bei Nummer 25 dabei waren, dann erinnern Sie sich noch daran, wie Jesus deutlich gesagt hat: Wer diese meine Worte hört und tut, der baut sein Leben auf einen Fels, und wer diese meine Worte hört und sie nicht tut, dessen Leben geht krachen, Entsetzen.
Und ich habe mich natürlich auch gefragt: Was machen die Mithörer heute Morgen, die neu sind? Das Erste, was Sie von der Bergpredigt hören, sind dann diese letzten beiden Verse. Zunächst einmal lade ich Sie natürlich herzlich ein zum Donnerstagabend, wo wir noch einmal über die ganze Bergpredigt reden. Aber ich bitte Sie: Gehen Sie jetzt auch nicht.
Ich hoffe sehr, und ich erwarte das eigentlich auch, dass Sie, wenn Sie nur diese Predigt hören, am Ende verstehen werden, warum es zum Entsetzen kam. Vielleicht werden Sie sogar selbst entsetzt sein.
Denn heute, zum Schluss, wollen wir nur noch auf eines schauen, nämlich auf den Bergprediger selbst. Wir wollen fragen: Was erfahren wir aus der Bergpredigt über den Bergprediger? Wir wollen sehen, wer da redet. Was verrät er uns über sich selbst? Und warum sind die Leute dann so entsetzt?

Die Autorität des Sprechenden

Matthäus zeigt: Das Entsetzen hatte nicht nur mit der Predigt zu tun, sondern vor allem mit der Person des Predigers. Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Wörtlich steht hier: wie ein Vollmachthabender. Die Leute vergleichen also Jesus mit den anderen Predigern, die sie sonst so kennen, und sie merken: Der ist ganz anders als die anderen Geistlichen, denen wir sonst immer zuhören. Er hatte eine gewaltige Predigt, wie Luther übersetzte. Aber mehr noch: Er als Person war das Bewegende. Er redete wie einer, der Vollmacht hat.
Und Jesus erreichte genau das Gegenteil von dem, was eine gute Predigt heute erreichen soll. Sie soll ja nicht das Interesse auf den Prediger lenken, sondern das Interesse auf Christus lenken, über den gepredigt wird. Und bei der Predigt von Christus war es so, dass das Interesse gleichzeitig auf seine Person gelenkt wurde. Natürlich hatte er viel Erstaunliches gesagt, aber das Erstaunlichste an der Bergpredigt ist, was er über sich selbst sagt.
Es gibt ein Missverständnis über die Bergpredigt. Man meint: Na ja, von der Bibel ist wenigstens die Bergpredigt auch für Nichtchristen ganz gut annehmbar. Sie enthält allgemeine moralische Regeln, sie schildert eine Kultur der Nächstenliebe, und eigentlich könnte man die Bergpredigt auch in manch andere Religion einbauen.
Mahatma Gandhi, der hinduistische Denker, ist ein Paradebeispiel für diese Haltung. Gandhi sagt, die Bergpredigt ist es, die mir Jesus lieb gemacht hat. Die ideale Gestalt Christi, geduldig, freundlich, liebevoll – das alles erschien mir als das schöne Beispiel des guten Menschen. Und dann konnte Gandhi zugleich sagen: Mir würde es nichts ausmachen, wenn bewiesen würde, dass der Mensch, der Jesus geheißen hat, nie gelebt hat.
Sie verstehen, was Gandhi meint. Wer die Bergpredigt wirklich gehalten hat, ob sie überhaupt jemals gehalten wurde, spielt keine Rolle. Die wirkliche Person des Bergpredigers ist zweitrangig. Und Sie merken: Bei Gandhi ist nichts mehr zu spüren von dem Entsetzen der ersten Zuhörer. Die Bergpredigt ist ein nettes Ideal, ein gutes Beispiel.
Warum ist Gandhi nicht mehr entsetzt? Weil er die Bergpredigt vom Bergprediger ablöst. Weil er nicht mehr mit dem wirklich lebendigen Jesus rechnet, weil er davon ausgeht, der ist tot und eine Figur der Vergangenheit. Das Gewicht der Bergpredigt aber beruht auf dem Gewicht des Bergpredigers. Das werden wir heute sehen.
Manche haben sich vielleicht bei den letzten Predigten gefragt: Warum soll ich so leben? Warum muss ich das so ernst nehmen? Warum gibt der Pastor da vorne sich so viel Mühe, Vers für Vers das Haarklein auszulegen?
Antwort: Es ist die Autorität des Bergpredigers. Weil Jesus das so gesagt hat, darum ist das so wichtig. Nun fragen viele weiter: Warum sollte das so wichtig sein für mich, was Jesus sagt? Woher nimmt Jesus seine Autorität?

Der absolute Lehrer und seine eigene Stimme

Wie es einem Pastor ging, der in einer Schule einen Vortrag über die Kreuzigung hielt, und dann stand hinterher so ein 15- oder 16-Jähriger auf und sagte: Wissen Sie, Herr Pfarrer, meinetwegen können die ihren Jesus ruhig noch mal kreuzigen. Das ist mir egal.
Woher nimmt er seine Autorität? Warum haben die Leute nach der Predigt von Jesus so eine Wirkung gezeigt, warum das Entsetzen? Und weiter: Warum sollte ich mich der Autorität von Jesus beugen?
Wenn das Ihre Frage ist, dann stellen Sie sich bitte für einen Augenblick mit in die Menge hinein. Dort im Bergland von Galiläa hören Sie noch einmal einen Augenblick lang mit. Hören Sie nicht auf mich, sondern auf den Bergprediger.
Äußerlich ist da gar nichts Besonderes. Jesus sitzt zunächst einmal, das steht in Kapitel 5, wie die Rabbinen. Die haben meistens gesessen, wenn sie lehrten. Vielleicht hat Jesus sich dann im Lauf der Rede hingestellt, weil immer mehr Leute kamen, der Kreis wurde größer, und die Leute, die kamen, wussten größtenteils, dass der Bergprediger in einer Tischlerei aufgewachsen war. Sie hatten sicher manche Wunder von ihm gesehen oder Berichte darüber gehört.
Ab Matthäus 8, dem nächsten Kapitel, werden nämlich ausführlich viele Wunder von Jesus berichtet. Und immer wieder stellt sich die Frage: Wer ist er? Nicht nur: Was sagt er? Nicht nur: Was tut er? Sondern: Wer ist er?
Und dann hält Jesus die Bergpredigt, und die Mehrheit ist entsetzt. Mit dieser Autorität, mit dieser Durchschlagskraft, sagen sie: So haben wir noch keinen gehört. Mit diesem Anspruch hat es noch keiner gewagt aufzutreten.
Das Erste, was jedem auffiel: Jesus ist der absolute Lehrer. Und absolut ist hier wörtlich gemeint, also losgelöst von anderen, völlig für sich stehend. Manche Leute haben ja das absolute Gehör. Die treffen immer das A, auch ohne Klavier, auch ohne Stimmgabel. Die haben das so in sich. Also, wir sind hier nicht beim Zahnarzt, ja, die treffen immer das A ganz genau. Absolutes Gehör.
Und in diesem Sinne tritt Jesus jetzt auf als der absolute Lehrer, völlig unabhängig. Er spricht in seiner eigenen Autorität, er spricht in seinem eigenen Namen, losgelöst von allem anderen, absolut.
Nur ein Beispiel: In Kapitel 5, Vers 27, sagt er: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Schon wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Ich aber sage euch. Und klar haben die Leute den Unterschied zu den Rabbis gemerkt. Die Rabbis hätten nie gewagt, so absolut zu reden. Die Schriftgelehrten waren ständig am Zitieren, die beriefen sich immer auf andere Autoritäten. Ja, Rabbi X hat gesagt, und Rabbi Y hat gesagt, und Rabbi Z hat gesagt. Und je mehr sie zitierten, umso besser waren sie.
Dagegen sagt Jesus: Wer diese meine Worte hört und tut sie, so als wäre das das Selbstverständlichste der Welt.
Und Jesus hat nicht nur seine Worte in den Vordergrund gerückt, sondern er hat auch manche andere Worte in den Hintergrund gerückt. Matthäus 5, Vers 43: Da zitiert Jesus etwas, was die Rabbinen lehrten. Da hatten sie nämlich zum Alten Testament etwas dazugefügt. Da sagt Jesus: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Das hatten die Rabbiner dazugesetzt: und deinen Feind hassen.
Und Jesus fährt dann fort: Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.
Sechsmal macht er das in Kapitel 5. Er zitiert sechsmal etwas, was die Juden für unumstößlich hielten, und dann setzt er sechsmal dagegen: Ich aber sage euch.
Und Jesus unterscheidet sich nicht nur von den Rabbis seiner Zeit, sondern er unterscheidet sich auch von den Propheten, die Jahrhunderte vorher gelebt hatten. Die Propheten galten ja mehr als die Rabbis. Die Propheten haben nicht nur zitiert, die Propheten hatten eine direkte Botschaft von Gott. Die Propheten sagten: So spricht Gott der Herr. Und Jesus geht noch einen Schritt weiter und sagt: Ich aber sage euch. Insgesamt zwölfmal in dieser Deutlichkeit.
Da ist nichts zu spüren von milder Zurückhaltung, nichts von bewusster Bescheidenheit. Da spricht der absolute Lehrer. Verstehen Sie das Entsetzen der Leute?
Und wissen Sie, Jesus sagt das mit einer Sicherheit, die keinen Zweifel und keine Gegenfrage mehr zulässt. Da sagt er am Anfang der Bergpredigt: Selig sind die geistlich Armen, denn die kommen in den Himmel. Das heißt: Selig sind die, die vor Gott ihren Bankrott erklären, die zugeben, dass sie seine Vergebung und seine Hilfe brauchen. Die kommen in den Himmel, so ist das.
Und manche haben sich gefragt: Woher weiß der das so genau? Wie kann er das so absolut sagen?
Und was macht Jesus? Jesus entschuldigt sich nicht, Jesus rechtfertigt sich nicht. Jesus sagt am Ende der Bergpredigt nicht: Also, das ist jetzt meine Meinung. Und die bringe ich ein in die Diskussion mit den anderen Rabbis, und vergleicht das mal, was die anderen Rabbis sagen, und dann seht mal, was ihr damit macht.
Nein, Jesus sagt: Das ist die Wahrheit, was ich euch sage. Und ob ihr euch an das haltet, was ich euch sage oder nicht, daran entscheidet sich euer ewiges Schicksal.
Ist es da verwunderlich, dass viele ihn einen Sektierer genannt haben, dass sie gesagt haben: Das ist Anmaßung, das kann nicht sein, das kann er nicht machen?

Erfüllung, Messias und göttlicher Herr

Es gab nur eine schriftliche Autorität, die Jesus als unfehlbar akzeptiert hat, und das war das Alte Testament. Das ließ er hundertprozentig gelten. Darauf hat er sich immer wieder in der Bergpredigt berufen, in Kapitel 5, Vers 17 zum Beispiel. Da hat er gesagt: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, also das Alte Testament. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, vom Alten Testament also, bis es alles geschieht.
Jesus hat also gesagt, jedes Wort des Alten Testaments ist wahr, jedes Wort des Alten Testaments ist Gottes Wort. Jesus hat es an keiner Stelle kritisiert. Jesus hat auch deutlich gemacht, dass die ersten elf Kapitel der Bibel, die über die Urgeschichte reden, von der Schöpfung bis zum Turmbau zu Babel, auch historisch zu verstehen und zuverlässig sind. Und doch bleibt Jesus auch hier der absolute Lehrer. Er sagt: Meine Autorität ist noch höher als das Alte Testament. Warum? Denn ich sage euch verbindlich, wie es ausgelegt wird. Ich sage euch letztgültig, wie Gott es gemeint hat. Was der letzte und tiefste Sinn von Gottes Alten Testament ist, sage ich euch.
Das Alte Testament verbietet den Ehebruch. Jesus sagt: Ich sage euch, der Ehebruch beginnt nicht erst mit der Tat, sondern der Ehebruch beginnt schon in euren Blicken. Jesus tritt auf als der absolute Lehrer. Er hat die Autorität des Alten Testaments voll unterstrichen, und er hat seine eigene Autorität noch darübergesetzt. Das löst natürlich Erschrecken aus. Jeder Hörer, der nicht ganz auf den Kopf gefallen war, musste sich fragen: Woher nimmt der Jesus das Recht, so zu reden? Wer gibt ihm diese Autorität, wer gibt ihm diese Klarheit?
Nun, ein Beleg waren sicher die vielen Wunder, die er tat. Aber schon innerhalb der Bergpredigt nennt Jesus Gründe für seine Autorität. Und die erste Antwort finden wir in Matthäus 5,17, wo Jesus sagt: Ich bin gekommen, um das Alte Testament zu erfüllen. Da sagt er: Ich bin nicht nur der absolute Lehrer, sondern ich bin zweitens der versprochene Messias, ich bin gekommen. Und das war ein Wort, da klingelte es bei den meisten Juden, denn Gott hat gesagt im Alten Testament: Es wird einer kommen, der Kommende, der Retter, den werde ich schicken. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Alte Testament hindurch: Es wird einer kommen. Und der Kommende, das war in wachen jüdischen Ohren der Messias.
Und Jesus sagt: Ich bin gekommen, um das Alte Testament zu erfüllen. Jesus war ohne jede Sünde, das hat er von sich gesagt. Erfüllen bedeutet noch mehr. Er hat gesagt: Ich bin gekommen, um die Ankündigungen über den Messias einzulösen. Es wurde gesagt, der Messias wird in Bethlehem geboren. Ich wurde in Bethlehem geboren. Es wurde gesagt, der Messias wird einen Sühnetod sterben, das wird bei mir geschehen. Ich erfülle das.
Verstehen Sie jetzt das Entsetzen der Leute? Der Bergprediger ist nicht nur ein Wanderprediger, er ist nicht nur ein Star unter den Rabbis. Er ist nicht nur ein Prophet. Nein, der Jesus, der da mit seinem Trost durch die Lande zieht, der behauptet allen Ernstes, er sei der versprochene Messias. Und wir können uns vorstellen, wie die Spannung dort steigt am Berg in Galiläa.
Und dann legt Jesus noch eine Kohle aufs Feuer. Er hat noch mehr zu bieten, was seine Autorität ausmacht, und die Gegner würden sagen: Der versteigt sich noch weiter. Sein Größenwahnsinn hat noch kein Ende. Denn Jesus tritt nicht nur auf als der absolute Lehrer, er versteht sich nicht nur als der versprochene Messias, sondern er bezeichnet sich drittens als der göttliche Herr.

Herrschaft, Gericht und die letzte Entscheidung

 Matthäus 7,21, so auf der Schlussgerade der Bergpredigt, da sagt Jesus: Matthäus 7,21: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen meines Vaters im Himmel tun.
Also Jesus geht davon aus, dass auch in Zukunft viele zu ihm sagen werden: Herr, Herr. Und Herr ist nicht einfach eine höfliche Anrede wie Herr Meier oder so, das englische Sir, sondern Herr bedeutet Autorität. Jesus hat an anderer Stelle einmal gesagt: Was nennt ihr mich Herr und tut nicht, was ich euch sage? Also: Der Herr ist der Chef, und der Chef kann Gehorsam erwarten.
Und mehr noch: Im Alten Testament bedeutet Herr nicht einfach nur Herr, sondern es ist im Alten Testament der Eigenname für Gott, den Vater. Gott hat sich im Alten Testament mit einem Eigennamen vorgestellt, nämlich Jachwe. Und weil viele Juden im Ausland nicht mehr Hebräisch konnten, wurde das hebräische Alte Testament ins Griechische übersetzt. Und Jachwe war im Griechischen Kyrios. Und genau diesen Ausdruck Kyrios, Herr, ist der, den Jesus hier für sich in Anspruch nimmt. Herr ist der göttliche Kyrios, ist Jachwe. Jesus ist der göttliche Chef.
Und Jesus kritisiert jetzt nicht, dass die, die ihn Herr nennen, ihn Herr nennen, sondern er kritisiert, dass viele, die ihn Herr nennen, nicht entsprechend handeln. Er sagt: Wer mich Herr nennt, der muss Gottes Willen tun. Merken Sie das? Merken Sie, wie nahe Jesus hier sich selbst und Gott in einem Atemzug nennt? Da passt kein Blatt Papier mehr dazwischen. Verstehen Sie das Entsetzen der Leute? Und dieses Entsetzen hat bis heute nicht aufgehört. Auch viele Theologen sind entsetzt. Die finden das einfach zu viel. Und Heinz Zahnd etwa hat gesagt: Die Kirche hat Jesus zum Herrn hochgejubelt. Er meinte damit: Das ist ja eigentlich letztlich nur ein Prediger, das ist nicht möglich, dass er sich für mehr gehalten hat.
Aber schon an der Bergpredigt scheitert das. Schon in der Bergpredigt tritt Jesus uns entgegen mit dieser Vollmacht des göttlichen Herrn. Er sagt: Es ist angemessen, dass ihr mich Herr nennt, und dann ist es konsequenterweise auch angemessen, dass ihr euch mir unterwerft. Auch darin also liegt die Wucht seiner Autorität: Er ist der göttliche Herr.
Und weiter: Was aber geschieht nun, wenn man ihm das nicht abnimmt? Welche Machtmittel hat Jesus dann, um seinen Herrschaftsanspruch durchzusetzen? Das gibt es ja immer wieder, dass irgendwelche Leute sich als Könige einer Bananenrepublik ausrufen, und keiner nimmt das ernst. Wie setzt Jesus seinen Herrschaftsanspruch durch? Matthäus 7,22. Jesus sagt: Es werden viele zu mir sagen an jenem Tag: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt usw.? Und er sagt: Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!
Das ist das Endgericht. Und ein paar Verse später sagt er: Wer meine Worte hört und nicht tut, dessen Leben ist wie ein Haus, das auf Sand gebaut ist und zerfällt. Jesus ist also nicht nur der göttliche Herr, sondern Jesus ist viertens der endgültige Richter. Er sagt: an jenem Tag. Und alle wussten: Jener Tag, das ist der Tag des Gerichts. Der Tag, an dem Gott entscheiden wird, welche Note unter unserem Leben steht, an dem Gott sagen wird, wo einer die Ewigkeit verbringen muss oder darf.
Und in diesem Vers 23, in dem Jesus den Gerichtstag beschreibt, wer steht im Mittelpunkt der Szene? Sehen Sie hin: Um wen wird sich alles drehen an jenem Gerichtstag? Um Jesus. Er sagt: Ich werde denen, die verdammt werden, bekennen, ich werde ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt, weichet von mir! Also Jesus ist selbst der Richter, er entscheidet die Sache.
Wir hatten jetzt eine Juristin zu Besuch, die ist Referendarin bei der Staatsanwaltschaft. Wir fragten sie: Was willst du denn am liebsten werden, wenn du fertig bist? Und sie sagte: Am liebsten möchte ich Richterin werden, da kann man am meisten bewegen. Und dann ist das mein Gerichtssaal. Der Staatsanwalt ist zwar da, der kann seinen Beitrag bringen, und der Verteidiger genauso, aber wenn ich der Richter bin, dann ist das mein Gerichtssaal. Und ich kann entscheiden, ich kann etwas bewegen, vielleicht gerade als Jugendrichter.
Und so sagt es Jesus hier beim jüngsten Gericht: Das ist mein Gerichtssaal. Ich bin der Richter. Und mehr noch: Jesus ist selbst der Maßstab für das Gericht. Er wird denen sagen: Ich habe euch nie gekannt. Das ist die Begründung für das Urteil. Wenn ihr verloren geht, dann deshalb, weil ihr kein geklärtes Verhältnis zu mir hattet, weil ihr nicht zu mir gehört. Ich habe euch nie gekannt.
Stellen Sie sich das mal vor: Ein Richter im Gerichtssaal verkündet sein Urteil, und er begründet das Urteil nicht mit bestimmten Paragraphen, sondern sagt: Der Angeklagte wird verknackt, weil er mich, den Richter, nicht geehrt hat und weil sein persönliches Verhältnis zu mir gestört war. Unmöglich für jeden Richter! Und Jesus hat es so gesagt. Er hat gesagt: Euer Verhältnis zu mir entscheidet über mein Urteil in diesem Gericht. Er ist der letztgültige Richter.
Und noch weiter: Auch bei der Strafe spielt Jesus die entscheidende Rolle. Er sagt: Ich werde euch sagen: Weichet! Ich habe euch nie gekannt. Weichet von mir! Das ist genau das Gleiche, als wenn er sagt: Geht hin in die Verlorenheit, weichet von mir! Ein entscheidendes Kennzeichen der Hölle, sagt Jesus, ist also, dass wir dann von Jesus getrennt sind.
Also wenn meine Konfirmanden mich fragten: Sagen Sie mal, Pastor Nestvogel, wie soll man sich die Hölle vorstellen? Und ich würde euch dann sagen: Tja, wisst ihr, in der Hölle, da werdet ihr mich nicht mehr sehen. Das stimmt zwar, ich werde nicht in der Hölle sein. Weil ich mich auf Jesus verlasse, dass er für meine Schuld gestorben ist, und weil ich mich zu Jesus bekehrt habe als meinem Herrn, ich werde nicht in der Hölle sein. Aber das ist ja wohl nicht das entscheidende Kennzeichen der Hölle. Jesus aber sagt das hier so: Weichet von mir. Das ist genau das Gleiche wie: Geht hin in die Verdammnis.
Kein normaler Mensch würde so etwas sagen, aber Jesus hat es getan. Manche fragen sich, wo so oft in der Bergpredigt vom Gericht die Rede ist, wie passt das eigentlich zu der Liebe von Jesus, wenn er immer wieder so deutlich vor dem Gericht warnt. Bitte bedenken Sie: Auch das ist ein Akt der Barmherzigkeit. Stellen Sie sich vor, jemand schreit in einem Theater, das nicht brennt: Feuer! Das ist gesetzwidrig und grausam. Aber stellen Sie sich vor, jemand schreit in einem Theater, das brennt: Feuer! Er merkt, es geht los mit dem Brand, es wird gefährlich, und er hält die Klappe und schreit nicht. Das ist noch viel grausamer.
Und deswegen, weil Jesus wusste, Gottes Gericht kommt, deswegen musste er so schreien. Weil er wusste, er wird der vom Vater eingesetzte Richter sein, deswegen musste er es aus Liebe so deutlich sagen, damit wir wissen, woran wir sind. Und Jesus hat nicht nur gewarnt wie ein Prophet, sondern er hat gesagt: Ich werde entscheiden.
Verstehen Sie das Entsetzen über den Bergprediger? Wie kann das sein, wenn Jesus nur ein Rabbi wäre? Der Rabbi aus der Tischlerei von Nazareth erklärt sich zur zentralen Figur des Endgerichts. In Gottes Endgericht spricht Rabbi Jesus das Urteil. In Gottes Endgericht kommt es darauf an, dass du zu Rabbi Jesus ein gutes Verhältnis hast, und das Schlimmste, was dir in der Hölle passieren kann, ist, dass du auf ewig vom Rabbi Jesus getrennt sein wirst. Unvorstellbar! Welche Autorität, welche Vollmacht, welcher Anspruch!
Und jetzt ist es fast ausgesprochen: Wenn das alles stimmt, wenn er der absolute Lehrer wirklich ist, wenn er der versprochene Messias wirklich ist, wenn er der göttliche Herr wirklich ist, wenn er der endgültige Richter wirklich ist, dann muss man zum Schluss das eine nur noch sagen: Der Bergprediger ist Gott. Er ist Gott. Die Juden wussten: Der Weltenrichter ist Gott. Und Jesus sagt: Ich werde diese Aufgabe ausüben. Dann heißt das: Ich bin Gott.
Und genau das Gleiche hat Jesus doch gemacht, als es um die Sache mit dem Willen Gottes tun geht. Da sagt er: Wer mir als Herrn gehorchen will und gehören will, der muss Gottes Willen tun. Und er stellt sich wieder auf eine Ebene mit Gott. Und genauso im ersten Teil der Bergpredigt, Matthäus 5,11-12, da sagt er: Selig seid ihr, wenn euch die Leute um meinetwillen verfolgen, denn es geht euch so wie den Propheten. Die Propheten wurden verfolgt, weil sie gotttreu waren. Ihr, sagt Jesus, werdet verfolgt, weil ihr mir treu seid. Und wieder stellt Jesus sich so sehr auf eine Stufe mit Gott, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passt.
Und das ist der Befund, den die Bergpredigt uns über den Bergprediger gibt. Verstehen Sie das Entsetzen der Leute, auch wenn Sie sonst nichts von der Bergpredigt kennen. Aber dann wissen Sie jetzt wenigstens, was die Bergpredigt über den Bergprediger sagt, und das ist der Gipfel, das ist die Spitze der Bergpredigt.

Vom Erschrecken zum Bekenntnis

Und jetzt die Frage: Wie reagieren Sie auf Jesus? Auch mit Entsetzen? Das kann ja ein wichtiger erster Schritt sein. Wer Jesus kennenlernt, wer Jesus begegnet, der merkt: Ich bekomme es hier nicht nur mit einem Menschen zu tun, sondern mit einem Menschen, der allen Ernstes behauptet, Gott zu sein.
Es gibt ein bewegendes Dokument von Napoleon. Als er verbannt war auf die Insel Helena und endlich Zeit hatte, sich mit der Frage der Bibel zu beschäftigen, sagte ihm einer seiner Generäle, ein Atheist, General Bertrand: Ich kann es mir nicht vorstellen, Sir, dass ein großer Mann wie Sie glauben kann, dass das höchste Wesen sich jemals in menschlicher Gestalt darstellt. Lassen Sie Jesus sein, wen immer Sie wollen: die höchste Intelligenz, das reinste Herz, dem allen stimme ich zu. Doch er war nur ein Mensch.
Darauf soll Napoleon gesagt haben: Ich kenne die Menschen, und ich sage Ihnen, dass Jesus Christus kein Mensch ist. Oberflächlich denken wir, wir sehen eine Ähnlichkeit zwischen Christus und den Gründern von Weltreichen und den Gottheiten anderer Religionen. Aber diese Ähnlichkeit gibt es nicht. Die anderen Religionsstifter sind aus dem gleichen Staub wie wir Sterblichen geschaffen, aber nicht Jesus.
Und dann sagt er zum Schluss: Sehen Sie, Bertrand, so ist das Schicksal großer Männer. Sie vergehen. So war es mit Caesar und Alexander dem Großen, und auch ich bin vergessen. Der Name eines Eroberers und Kaisers ist ein Schulthema. Unsere Heldentaten werden von den Lehrern den Schülern als Aufgaben gegeben, die dann über uns zu Gericht sitzen, um Tadel oder Lob auszusprechen. Welch eine Kluft zwischen meinem Napoleons tiefem Elend und der ewigen Herrschaft Christi, die verkündet, geliebt und geehrt wird und sich über den ganzen Erdkreis verbreitet!
Napoleon auf Helena. Napoleon hat Jesus besser begriffen als Mahatma Gandhi. Mahatma Gandhi soll einmal gefragt worden sein: Du hast so lobend über die Bergpredigt gesprochen, Mahatma Gandhi, warum willst du denn nicht Christ werden? Wissen Sie, was Gandhi antwortete? Und das ist die Tragik seines Lebens. Er sagt: Ich würde es ja ernsthaft in Erwägung ziehen, wenn ich einmal einen Christen treffen würde, der Jesus wirklich nachfolgt.
Ich weiß nicht, welche Christen Gandhi getroffen hat. Ich weiß nicht, für welchen Menschen ich möglicherweise ein Hindernis bin, um Christ zu werden. Aber selbst wenn Gandhi die besten getroffen hätte, es hätte für ihn nicht gereicht, um Christ zu werden, solange sein Blick nicht an Jesus hängen geblieben wäre. Glaubwürdige Christen können ein Hinweisschild zum Glauben sein, aber entscheiden muss es sich am Bergprediger. Und Gandhi hatte die Entscheidung für sich getroffen: Jesus ist nur ein Mensch, wenn auch ein besonders edler, so wie es in dem berühmten Musical Jesus Christ Superstar in einem Song heißt: He is a man, just a man. Er ist nur ein Mensch.
Für Gandhi war Jesus der unübertroffene Lehrer der Bergpredigt. Aber Gandhi hat nicht wahrhaben wollen, dass schon die Bergpredigt selbst diesen Schluss nicht zulässt. Er ist mehr. Darum haben die ersten Hörer mit Entsetzen reagiert, und so ist es bis heute geblieben, bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein. Wer wirklich mitkriegt, was Jesus sagt, für den wird die Sache brenzlig.
C. S. Lewis, der Literaturwissenschaftler aus Cambridge, war ein eingefleischter Agnostiker. Er hat gesagt: Man weiß nicht mit Sicherheit, ob es Gott gibt, ob es Gott nicht gibt, was man überhaupt über ihn sagen kann, es ist alles nicht zu klären. Aber je länger sich C. S. Lewis dem Text des Neuen Testaments aussetzte, umso klarer wurde ihm: Das können keine erfundenen Geschichten sein, das ist einfach zu wirklich. Und er schreibt einmal: Ich war in literarischer Kritik zu erfahren, um die Evangelien als Mythen anzusehen, das war einfach zu wirklich.
Und so blieb sein Blick an Jesus hängen. Und C. S. Lewis merkte: Es kann sich nicht daran entscheiden, was der eine oder andere Christ tut, es muss sich an Christus entscheiden. Und dann stand C. S. Lewis vor der gleichen Entscheidung wie die Menschen damals im Bergland von Galiläa. Und hören Sie, was Lewis schreibt: Ich möchte jeden davor bewahren, sich jener äußerst beschränkten Aussage über Jesus anzuschließen, die sagt: Ich kann Jesus als großen moralischen Lehrer akzeptieren, aber nicht als Gott. Diese Behauptung, sagt C. S. Lewis, ist unhaltbar. Wer als gewöhnlicher Sterblicher solche Dinge sagt, wie Jesus gesagt hat, der kann kein großer ethischer Lehrer sein. Er wäre entweder ein Wahnsinniger, wie einer, der behauptet, er sei ein Huhn, oder er wäre der Teufel persönlich. Vor dieser Wahl stehen wir.
Entweder war und ist dieser Mann, der das alles von sich sagte, Gottes Sohn, oder er war ein Verrückter oder Schlimmeres. Und dann sagt Lewis: Man kann Jesus als Verrückten einsperren, ihn als Teufel umbringen oder aber zu seinen Füßen niederfallen und ihn Herr und Gott nennen. Doch den groben Unsinn, ihn als großen Lehrer hinzustellen, sollten wir bleiben lassen. Diese Möglichkeit hat Jesus uns nicht gelassen.
Und sehen Sie: Wer begreift, was Jesus will, der kann ihm nicht mehr gleichgültig gegenüberstehen. Entsetzen über Jesus, das kann ein wichtiger erster Schritt sein, hin zu ihm. Aber dann kommt es darauf an, dass wir aus dem Entsetzen die richtigen Schlüsse ziehen, vom Entsetzen zum Entscheiden. Und am Ende gibt es hier nur ein Entweder-oder.
Und so komme ich auf die Zielgerade mit dem, was der Philosoph Sören Kierkegaard über Jesus gesagt hat. Und Sie merken: Die mussten sich alle mit ihm auseinandersetzen, ob sie Gandhi hießen oder Napoleon oder C. S. Lewis oder Sören Kierkegaard. Wir müssen uns alle mit ihm auseinandersetzen. Wir können es uns nicht leisten, einfach an ihm vorbeizusehen.
Und Kierkegaard entdeckte dieses. Er sagte: Jesus sagt selbst, dass er Gott sei, das ist genug. Hier, wenn irgendwo und irgendwie, dann hier gilt es absolut: entweder oder, entweder anbetend niederfallen oder mit dabei sein, ihn totzuschlagen. Sie können sich mit Jesus nicht auf Dauer auseinandersetzen, ohne dass Jesus sie in diese Entscheidung hineintreibt: vom Entsetzen zum Entscheiden.
Nur so kommen Sie an bei Jesus, nur so kommen Sie durch in seinem Gericht, und nur so wird alles, alles gut: dass Sie sich vor Jesus beugen, ihn anbeten als den, der er ist, der ewige, heilige Gott, der in diese Welt kam, um Sie und mich auf ewig zu retten.
Jesus Christus allein sei die Ehre, zur Ehre Gottes des Vaters. Amen.