Bruderliebe Die Bruderliebe und das Leid
Johannes 13,34-3530.05.2016
Serie•Teil 1 / 5Bruderliebe
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Einführung in die neue Themenreihe
Wir werden heute mit einer neuen Reihe starten. Die Reihe über Apologetik liegt ja hinter uns, und auch die neue Reihe ist eigentlich angestoßen worden vom Beraterkreis, der meint, es gab doch da mal im Jahr 2013 eine Reihe zum Thema wahre Liebe. Wollen wir das nicht noch mal machen?
Und ich mache Sachen nie noch mal. Das finde ich total schwierig, weil das im Netz ist. Wer die Reihe hören möchte, geht auf Frogwords, hört sich die Predigten an, und gut ist es. Aber die Idee, man könne noch mal über Liebe eine Reihe machen, die ist stecken geblieben. Und von daher machen wir eine Reihe über das Thema Bruderliebe.
Bruderliebe, das ist so ein altdeutsches Wort. Was ist Bruderliebe? In meiner Bibel steht das. Das ist die Liebe zwischen Glaubensgeschwistern. Also Menschen, die in einer Gemeinde als Gläubige verbunden sind, das ist Bruderliebe. Man will vielleicht so etwas wie die kleine Schwester der Liebe. Zumindest sagt Petrus, dass das eine aus dem anderen erwächst.
Jesus sagt zur Bruderliebe etwas ganz Bedeutsames. Und ich möchte den Vers, der euch allen bekannt sein dürfte, einmal doch vorlesen, am Anfang dieser Reihe. Er sagt im Johannesevangelium Kapitel 13 Vers 34 und 35, wie wichtig ihm Bruderliebe ist und dass er das für ein ganz wesentliches Kennzeichen hält, um seine Jünger zu erkennen.
Also im Johannesevangelium Kapitel 13 heißt es in Vers 34: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt. Das war nicht wirklich neu, aber für Jesus war es wichtig, herauszustellen: Das ist jetzt das, was im Zentrum steht. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.
Man merkt schon, das ist ein Riesenanspruch, so zu lieben, wie Jesus geliebt hat. Das ist nicht so: Ich habe da drei gute Tipps für euch, wollt ihr nicht noch ein bisschen besser werden? Ihr seid eigentlich schon so moderne deutsche Gutmenschen, so guter Durchschnitt, und jetzt legen wir noch eine Schippe drauf. Sondern er sagt: So, wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Darum soll es gehen: um Bruderliebe.
Und Paulus wird im Römerbrief Folgendes ergänzen, und den Vers möchte ich auch am Anfang noch vorlesen. Römerbrief Kapitel 12. Da heißt es am Anfang von Vers 10, Römer 12,10: In der Bruderliebe seid herzlich zueinander.
Warum dieses Thema gerade jetzt wichtig ist
Es fällt mir aus zwei Gründen leicht, die Reihe heute zu starten. Ich war letzte Woche Referent auf einer Gemeindefreizeit. Dort ging es um den ersten Thessalonicherbrief, und ich habe zehn Vorträge lang über den ersten Thessalonicherbrief gesprochen.
Der Apostel Paulus schreibt an eine von ihm gegründete Gemeinde in Thessalonik, und er schreibt aus Athen einen Brief. Er selbst musste Thessalonik kurz nach der Gemeindegründung verlassen, und er macht sich riesige Sorgen um diese jungen Geschwister. Wenn man den ersten Thessalonicherbrief liest, dann kann man gar nicht anders, als einen tiefen Blick hinein ins Herz von Paulus zu werfen.
Ich weiß nicht, wie ihr über Paulus denkt. Das ist so dieser Hardcore-Typ. Einer, der sich weder durch Gefängnisaufenthalte noch durch Prügelstrafen, noch durch Steinigung, noch durch Schiffbruch, noch durch Kälte oder Hunger von irgendetwas aufhalten lässt. Und gleichzeitig schreibt er, wie er sich von ganzem Herzen nach Informationen über den Verbleib der Thessalonicher sehnt, wie es ihnen im Glauben geht.
Diese Sehnsucht ist so stark in ihm, dass er zweimal in diesem ersten Thessalonicherbrief schreibt: Da wir es nicht länger aushalten konnten. Er sitzt in Athen und stellt sich die Frage: Werden die Probleme, die jetzt auf die Thessalonicher zukommen, die Verfolgung, dazu führen, dass sie den Glauben wieder loslassen? Da wir es nicht länger aushalten konnten. Er muss unbedingt wissen, ob diese jungen Geschwister durch die Probleme ins Wanken gekommen sind.
Was mir durch die Vorträge über den ersten Thessalonicherbrief wieder deutlich geworden ist, ist Folgendes: Bruderliebe ist keine Technik. Es geht mir in der ganzen Reihe nicht um ein Set von Verhaltensweisen. Klar, man kann sich bei der Bruderliebe ein bisschen dusseliger anstellen oder ein bisschen klüger. Aber Bruderliebe ist zuallererst eine Frage des Herzens. Wie ticke ich hier innen drin?
Wenn mein Herz richtig eingestellt ist, dann ist es ganz leicht, dass wir für die Geschwister danken. Dann ist es ganz leicht, dass wir ihren Glauben, ihre Liebe und ihre Hoffnung bewundern. Dann fällt es mir auch total leicht, mich über die Geschwister zu freuen. Dann komme ich hierher und sage: Ey, schön, schön, dass du da bist.
Aber wenn das Herz nicht richtig eingestellt ist, und ich werde das nachher kaltherzig nennen, wenn da innen drin etwas falsch ist, dann helfen mir auch die richtigen angelernten Verhaltensmuster nicht. Vielleicht sagst du: Okay, ich habe mir das angewöhnt, Jürgen, immer wenn ich in die Gemeinde komme, zu lächeln. Das wird dir nicht weiterhelfen. Oder vielleicht hast du gesagt: Ach, die Drei-Minuten-Regel, ihr kennt die Drei-Minuten-Regel, die ist eigentlich etwas Gutes. Die ersten drei Minuten nach dem Gottesdienst gehören jemandem, den ich nicht kenne. Das ist eine tolle Idee, mach das!
Aber die Technik selbst wird dir nichts bringen, wenn hier innen drin, in deinem Herzen, etwas nicht stimmt. Dann wird dir weder eine Gesprächstechnik etwas bringen noch, dass du dich zum Lächeln zwingst. Dann brauchst du auch keinen Prediger, der dir den Wert von Bruderliebe erläutert und dir noch einmal Johannes 13,34-35 vorliest. Ein kaltes Herz lässt sich nicht für Bruderliebe erwärmen, wenn es ein Gebot hört.
Leid als Prüfstein für Gemeinschaft
Das war der eine Grund. Der andere Grund war der letzte Sonntag.
Ich bin letzten Sonntag auf dem Weg zur Freizeit im Auto gefahren und habe mir erst die gute Predigt von Martin angehört. Ja, wir waren per Telefonkonferenz dabei. Danach kam dieses ehrliche Zeugnis von Philipp beziehungsweise die Schluchzer von Linda.
Da ist ein Bruder, den ich wirklich von Herzen liebe, und seine Mutter, die mir sehr viel bedeutet. Und sie zerbrechen unter der Last von Leid. Ich saß im Auto und war betroffen, ich war tief betroffen. Ich hätte heulen können. Ich stand ein Stückchen neben mir. Ich habe vergessen, auf den Benzinstand zu schauen. Und plötzlich standen dann noch zwanzig Kilometer da. Dann wusste ich: Oh! Wir haben ein Stoßgebet losgelassen und eine Tankstelle gesucht.
Es hat mich zutiefst getroffen, was ich da gehört habe. Ich wäre am liebsten, das war kurz vor München, nach Hause gefahren, und ich hätte Phil und Linda getröstet. Jetzt bin ich nicht der Typ für Kurzschlusshandlungen. Ja, ich bin dann schon weitergefahren. Ich hatte schließlich auch einen Dienst zu tun. Aber ich weiß noch, dass es sich irgendwie falsch anfühlte, weiterzufahren.
Da ist ein Bruder, den Gott – und die Formulierung hört sich vielleicht komisch an, aber sie ist biblisch – dazu berufen hat, ihn durch Leid zu verherrlichen. Und ich kann nicht mit ihm beten. Da ist ein Bruder, der nicht mehr alle Zeit für alles danken kann, und ich bin nicht da, um mit meinem Glauben an seine Seite zu treten. Da ist ein Bruder, für den die Nichtigkeit, die Gefallenheit, die ganze Frustration dieser Welt ganz greifbare Realität wird, und ich kann nicht mit ihm davon träumen, dass Gott ein Gott ist, der einmal alle Tränen abwischen wird und alles gut machen wird. Da ist ein Bruder, dem ich dienen will, und ich kann es nicht.
Ich bin dann am nächsten Morgen beten gegangen und habe natürlich über diese ganze Situation gebetet. Was soll man sonst machen? Und da kam so dieser Gedanke: Leid. Ja, die Predigt heute heißt: die Bruderliebe und das Leid.
Da ist mir so aufgefallen: Bruderliebe hat das Potenzial, eine Gemeinde entweder zu einen oder auseinanderzureißen. Leid hat das Potenzial, eine Gemeinde entweder zu einen oder auseinanderzureißen. Und ich meine damit Folgendes: Fremdes Leid, so vorgetragen, wie es beim letzten Mal hier geschehen ist.
Fremdes Leid macht uns entweder betroffen, und ich merke: Ich möchte helfen. Oder es überfordert uns, vielleicht weil wir gerade selbst genug eigenes Leid zu verarbeiten haben oder nicht wissen, wie wir uns richtig verhalten sollen. Dann laufen wir vielleicht davon und vermeiden jeglichen Kontakt mit den Betroffenen.
Wir hören so eine Ansage wie letzte Woche, und ich denke, kaum einer bleibt davon unberührt. Der eine will trösten, und der andere ist überfordert. Wirklich unberührt bleiben in so einer Situation nur die mit dem kalten Herzen, zu denen komme ich später.
Was man im Umgang mit Leid vermeiden sollte
Ich möchte erst einmal mit uns kurz über Bruderliebe und Leid nachdenken. Ja, was tue ich eigentlich, wenn ich in so eine Situation hineinkomme? Und ich möchte zuerst, wenn ich diese Frage betrachte, fragen: Wie gehe ich liebevoll, wie gehe ich anteilnehmend, wie gehe ich geistlich mit Leid um?
Ich möchte drei Dinge sagen, die du nicht tun solltest. Die sind eigentlich logisch, aber es ist wichtig, dass man solche Dinge noch einmal ausspricht. Also: Drei Dinge, wenn du merkst, da kommt so eine Welle auf mich zu, und ich denke mir: Boah, was mache ich jetzt? Was mache ich damit? Drei Dinge, die du nicht tun solltest.
Punkt eins: Wenn jemand so eine Ansage macht oder wenn du das mitbekommst, geh nicht zu dem Betroffenen hin, hau ihm auf die Schulter und sag so etwas wie: Wird schon wieder. Oder: Ist doch nicht so schlimm. Oder, für die Älteren unter euch: Im Krieg, da haben wir ganz andere Sachen durchmachen müssen. Oder noch schlimmer: Wenn du mal mehr gebetet hättest, dann wäre dir das nicht passiert. Also bitte, ja: Dieser billige Trost, no, das machen wir nicht.
Aber das andere, zweiter Punkt, das machen wir auch nicht: Zieh dich bitte nicht zurück. Wenn es irgend geht, auch wenn du dich in dem Moment überfordert fühlst, weil du sagst: Ey, ich habe genug eigene Probleme an der Backe. Wenn es irgend geht, setze ein noch so klitzekleines Signal der Hoffnung und der Anteilnahme. Wenn du sagst: Jürgen, ich habe gerade genug eigene Probleme, ich weiß nicht, ich kann mir das nicht noch aufladen, darum geht es nicht. Es geht darum, ein kleines Signal zu setzen, zu dem anderen hinzugehen, ihn zu umarmen, ein aufmunternder Blick, vielleicht einfach ein: Ja, ich bete für dich. Vielleicht kannst du für mich auch beten. Eine Postkarte, eine kurze E-Mail.
Aber der Wunsch, der dringende Wunsch: Bitte zieh dich nicht zurück. Wenn du von einer großen Not hörst, dann nimm dir vor, irgendwie zu reagieren. Ich weiß, das mag sich anfänglich ganz komisch anfühlen. Und wir jetzt als eine neue Gemeinde, die aus zwei Gemeinden zusammenkommt: Ich weiß natürlich, das ist schwierig. Da sagt einer hier vorne etwas, den hat man noch nie gesehen in seinem Leben, man weiß noch nicht einmal, wie der heißt, bis dann der Moderator freundlicherweise sagt: Ach, das war der Phil. Man weiß auch nichts über die Hintergründe. Man steht da und denkt: Und was mache ich jetzt?
Und mein Tipp wäre: Gerade dann, wenn du die Geschwister noch nicht so gut kennst, probier das mal aus. Ein klitzekleines Zeichen der Hoffnung. Man kann hingehen und dann sagen: Hey, ich kenne dich nicht, aber wir gehören jetzt zusammen, wir sind jetzt ein Team, wir sind eine Familie, und wir werden das gemeinsam durchstehen. Ich habe keinen blassen Schimmer, was ich tun soll, aber ich werde es tun. Irgendwas werde ich machen, ich werde irgendwie irgendwas tun, keine Ahnung. Aber hey, ich bin da, ich bin für dich da. Dieses kleine Signal, bitte setze es. Ja, das wird sich komisch anfühlen, aber ich rate: Probiert es aus. Es ist die kleine Geste, die tatsächlich den Unterschied macht.
Dritter Punkt: Also der erste Punkt: kein billiger Trost. Der zweite Punkt: ein klitzekleines Zeichen, egal wie du dich fühlst. Der dritte Punkt ist: Rede nicht schlecht über den, der Leid erfährt, auch dann nicht, wenn das Leid, das er hat, in deinen Augen eine Bagatelle ist oder wenn dich die Art und Weise, wie dieses Leid in der Gemeinde dargestellt wird, vielleicht langsam nervt. So etwas gibt es. Aber es gibt halt auch die Bibel, und in meiner Bibel da steht dieser Spruch: Dem Unglück gebührt Verachtung, meint der Sichere, ein Stoß denen, deren Fuß wankt. Ich finde das so herrlich, das ist Hiob 12,5. Da habe ich einen, der wankt, und der Sichere stellt sich hin und gibt ihm noch einen Tritt. Das ist der, der, wenn einer völlig fertig ist, dann noch sagt: So, und jetzt lästere ich noch hinter deinem Rücken über dich. Was bist denn du für einer? Stell dich doch nicht an. Sag doch endlich mal Mann. Das kann man ja nicht so. Das lassen wir sein.
Wie echte Bruderliebe auf Leid reagiert
Also, drei Dinge, die wir nicht machen: Wir vermeiden billigen Trost, wir ziehen uns nicht zurück, und wir vermeiden schlechtes Reden. Das macht man einfach nicht.
Also, wir reden jetzt darüber, wie Bruderliebe auf eine liebevolle, anteilnehmende, geistliche Weise auf Leid reagiert. Drei Dinge, die wir nicht tun.
Was würde denn, drehen wir das mal um, echte Bruderliebe tun? Wie würde sich das anfühlen? Auch drei Dinge.
Bruderliebe ist immer eine verschenkende Liebe. Ach so, ich sage noch etwas für unsere, wie sagt man da, Nicht-Ex-Rocker-Cool, also für die, die vormals in der EFK Haselhorst waren und unsere Prozedere noch nicht kennen: Das komplette Skript, was hier ist, könnt ihr im Internet nachlesen. Also unter frogwords.de. Ab heute Mittag ist das dann meistens schon drin. Und wenn ihr jetzt irgendetwas habt, was ihr nicht genau versteht, einfach nachlesen. Da sind auch noch ein paar mehr Bibelstellen dabei. Also traut euch, das einfach anzuschauen. Wer es nicht genau verstanden hat: frogwords.de. Ich buchstabiere das gerne nachher noch einmal.
Also zurück: Was würde Bruderliebe tun? Bruderliebe ist immer eine verschenkende Liebe. Als Christ bin ich dazu berufen, mein Leben zu verlieren. Jesus wird Priorität Nummer eins in meinem Leben. Er hat mich zuerst geliebt. Er ist aus Liebe für mich gestorben. Er hat sich hundert Prozent in mich investiert, und er ist mir darin zum Vorbild geworden. Erinnert euch: Wie ich euch geliebt habe, so solltet ihr auch einander lieben.
Bruderliebe wird deshalb im Angesicht von Leid immer fragen: Okay, Vater im Himmel, was braucht meine geistliche Schwester, was braucht mein geistlicher Bruder jetzt von mir? Wie kann ich ihm im Sinne Jesu dienen? Da gibt es jetzt ganz unterschiedliche Sachen. Wird Gebet gebraucht, oder wird Glaube gebraucht, oder wird Geld gebraucht, oder wird ein guter Ratschlag gebraucht? Braucht derjenige vielleicht eine theologische Einordnung? Oder reicht es einfach nur, mitzuweinen und da zu sein? Das kann ganz unterschiedlich sein. Da muss man vielleicht gar nichts sagen.
Aber du hast von Gott deine geistlichen Gaben bekommen, und dein Geld und deine Zeit, um sie in Jesu Sinn zu investieren. Und deswegen: Wenn du sagst, hey, wie würde Bruderliebe reagieren auf das, was wir letzten Sonntag erfahren haben? Ich würde mir die Frage stellen, Vater im Himmel, im Gebet: Wie kann ich helfen? Wie bin ich von dir vielleicht durch eigenes Leid vorbereitet worden, um mich in der Situation an die Seite zu stellen?
Und wenn du sagst, da ist nichts und da ist wenig, dann ist da wenig. Wir sind ganz unterschiedlich aufgestellt. Nicht jeder muss jetzt hinrennen und sagen: Ich habe eine Idee. Weil die hat nicht jeder. Aber die, die eine haben, sollen hinrennen. Das ist ganz wichtig.
Zweiter Punkt: Erstens, Bruderliebe ist immer eine sich selbst verschenkende Liebe. Das Zweite ist: Bruderliebe ist immer eine betende Liebe.
Wir finden das in der Apostelgeschichte. Da geht Verfolgung immer mit Gebet einher. Und ich werde eine eigene Predigt zu dem Thema machen, über Bruderliebe und das Gebet, weil ich glaube, dass da eine ganz enge Verbindung besteht.
Beispiel: Petrus sitzt im Gefängnis. Was macht die Gemeinde? Eine Grillfeier? Nein, die treffen sich zum Beten. Und zwar so lange, dass, als er mitten in der Nacht, er war dann eingeschlafen, der Engel kommt – das ist eine meiner Lieblingslustigen Szenen in der Bibel – der Engel kommt in Glanz und Herrlichkeit, und Petrus schläft weiter. Dann schüttelt er ihn erst einmal ein bisschen, bis er wach wird, befreit ihn, dann geht er mit dem Engel nach Jerusalem rein, mitten in der Nacht, und die beten immer noch. Also die haben nicht nur gesagt: Lass uns mal für den Petrus von 8:30 Uhr bis 8:45 Uhr beten, eine Viertelstunde, das ist schon eine ganze Menge, dass alle, bevor die Nachrichten kommen, zu Hause sind. Sondern die haben sich getroffen und haben irgendwie nicht aufgehört. Mitten in der Nacht klopft der da irgendwo, und die beten immer noch.
Also: Verfolgung und Gebet oder Leid und Gebet gehören zusammen. Und deswegen mache ich jetzt etwas ganz Schönes. Ich darf ja als Ältester euch auffordern, Dinge zu tun, also nicht nur bitten. Ich darf sagen: Wir sind die Chefs im Ring, und wir sagen jetzt, wo es langgeht. Oh, das hört sich so böse an, aber ich mache es mal trotzdem.
Ich fordere euch jetzt als Gemeinde auf, und ich lese euch vier Bibelstellen dazu vor. Ich fordere euch auf: Fangt damit an, für alle Geschwister in der Gemeinde zu beten. Und das ist im Moment besonders lustig, weil wenn ihr jetzt anfangt, füreinander zu beten, dann werdet ihr für Leute beten, die ihr vielleicht noch nie in eurem Leben gesehen habt. Mir ist das heute Morgen passiert. Da habe ich für Leute gebetet, die habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Da weiß ich nicht, wer es ist. Wo ist er denn? Da ist er. Da habe ich für einen Thorsten gebetet. Wer ist bitteschön Thorsten? Wir haben als Älteste eine Liste, wo alle Gemeindeglieder draufstehen, und da stehen jetzt halt auch die Haselhorster da drauf. Wer ist bitteschön Thorsten?
Das ist total lustig. Du gehst durch den Wald und betest für Thorsten. Du hast kein Gesicht vor Augen, aber das gehört dazu. Wenn wir Gemeinde werden wollen, die gemeinsam Leid durchleben will, müssen wir anfangen, füreinander zu beten. Ich muss wissen, wie der andere heißt, wie er aussieht. Ich muss mich womöglich auch trauen, mit ihm mal einen Kaffee zu trinken und dann mal fragen, was so Sache ist in seinem Leben.
Also, versteht ihr, da gehe ich noch mehr darauf ein. Aber hier: Ich fordere euch auf, für die gesamte Gemeinde zu beten. Es mindestens zu probieren. Das so als Ziel für 2016. Ende 2016 weiß ich, wer die Leute sind, oder von mir aus 2017, wenn euch 2016 so schnell ist. Ende 2017. Das ist echt anderthalb Jahre Zeit. Aber in anderthalb Jahren kenne ich die Leute, kann sie zuordnen, weiß vielleicht sogar, welche Kinder wohin gehören, und ich kann für sie beten. Ich habe so eine ungefähre Idee: Der arbeitet da, der hat irgendetwas mit Computern, und der ist irgendwie sozial, der ist irgendwie so handwerklich drauf.
So, ich fordere euch auf, für alle zu beten. Euch das wenigstens vorzunehmen. Warum? Weil in der Bibel steht: Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Viel vermag eines gerechten Gebet in seiner Wirkung, Jakobus 5. Oder: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Und ich möchte, dass wir etwas kriegen als Gemeinde. Ich möchte, dass wir zusammenwachsen, dass wir etwas bewegen können. Oder an anderer Stelle heißt es: Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen. Schön, oder? Epheser 6,18. Ein schöner Vers auch zum Auswendiglernen.
Lasst uns anfangen, füreinander zu beten. Ich fordere euch einfach mal auf, das zu tun. So, ich weiß nicht, wie viel Autorität ich habe, aber das ist mir auch egal. Die, die ihr mir gebt, die schmeiße ich jetzt mal in den Ring. Es soll nicht wehtun, ein bisschen nur. Aber macht mal, fangt an, für die Gemeinde zu beten. Überlegt euch: Wie kommen wir da hin? Was braucht ihr als Hilfsmittel? Wir geben euch das.
Vielleicht ist es dein Gebet. Und ich möchte das ganz ernst sagen, weil ich sagte: Bruderliebe ist immer eine betende Liebe. Vielleicht ist es dein Gebet, von dem du denkst, das hat doch keinen Wert. Vielleicht ist es dein einzelnes Gebet. Oder es ist dein Flehen. Oder es ist dein Fasten, das im Leben eines anderen Menschen die Entscheidung bringt und den Durchbruch. Vielleicht bist du derjenige, der die entscheidende Schippe drauflegt, dass sich im Leben eines Christen etwas bewegt.
Lass uns bitte nie gering achten, was es bedeutet zu beten. Und das ist auch der Grund, warum ich im Moment so dahinter her bin, neue Gebetskreise zu starten. Der Nächste, den ich ansprechen will, wird sehenden Auges schon Stefan sein, weil ich sage: Wir brauchen noch einen Männergebetskreis in Falkensee. Wir müssen die Falkenseer Männer mal anfangen, dass sie auch mal anfangen zu beten. Spandauer sind da viel weiter schon.
Also, ihr Falkenseer Männer, ich fordere euch heraus: Wir brauchen Gebet. Es wird am Gebet hängen. Es wird am Ende entscheidend sein, ob wir es schaffen, füreinander zu beten, gerade im Leid.
Grenzen wahren und den anderen ernst nehmen
Dritter Punkt: Bruderliebe vereinnahmt nicht. Und das ist ein merkwürdiger Punkt, den muss ich euch erklären. Er ist ganz einfach erklärt: Phils Problem ist Phils Problem.
Ich sage das noch einmal: Phils Problem ist Phils Problem. Ich kann mit ihm weinen, ich kann für ihn glauben, ich kann ihm vielleicht auch zeigen, dass die Leiden dieser Welt nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Ich kann ihm geben, was ich habe, für ihn beten, aber ich kann ihm das Problem nicht abnehmen. Es bleibt sein Problem. Phils Problem ist Phils Problem.
Und ich darf damit machen, was er will. Er darf entscheiden, ob er mich einlädt, an seine Seite zu treten, und er darf ablehnen. Das finde ich ganz wichtig: Bruderliebe überschreitet nicht die Grenze zur Manipulation oder zur Tyrannei. Sie akzeptiert ein Nein. Und natürlich wird sie, weil sie Liebe ist, immer dann, wenn ich Gefahr im Verzug sehe, an der Stelle ermahnen, überreden, beschwören. Logisch, das ist ja Liebe. Aber ich werde auf der anderen Seite auch die Grenzen akzeptieren, und wenn es sein muss, werde ich traurig schweigen. Einfach, weil Liebe den anderen ernst nimmt.
Also, Bruderliebe und Leid: Was darf ich nicht tun? Vermeide billigen Trost, vermeide es, dich zurückzuziehen, vermeide es, schlecht zu reden. Was soll ich tun? Sei ein Lastenträger, überlege, was du wirklich geben kannst, sei ein Beter. Und ich hoffe, ihr habt das getan in der vergangenen Woche, weil das so offensichtlich war. Und dann sei ein echter Freund.
Wenn das Herz kalt geworden ist
Das ist das, was mir wichtig ist zum Thema Bruderliebe und Leid. Und jetzt komme ich zu der einen Gruppe, die ich vorhin ausgeschlossen habe.
Ich habe gesagt: In den letzten Sonntagen gab es bei so einer Ansage, wo man echt zu Tränen gerührt ist, die, die sagen: „Hey, mich hat es echt überfordert. Ich wusste nicht, es war mir einfach eine Nummer zu steil. Ich habe sowieso schon das und das und das, und boah ey, das war einfach.“
Wenn es dich überfordert hat oder wenn du so spontan gedacht hast: Da muss man doch jetzt gleich helfen, dann ist dein Herz letzten Sonntag berührt worden. Dann ist da etwas bei dir, und das ist ganz, ganz toll.
Ich möchte jetzt zu denen reden: Was ist, wenn ich ein kaltes Herz habe? Was ist, wenn mich Tränen nicht berühren? Was ist, wenn ich Paulus nicht verstehe? Ich meine das, was ich am Anfang vorgelesen habe: „In der Bruderliebe seid herzlich zueinander.“ Was ist, wenn ich das lese und es ist irgendwie so, ich verstehe nicht, was er will? Was ist, wenn ich keinen geistlichen Familiensinn habe? Was ist, wenn ich nur Augen habe für meine eigenen Probleme? Wenn mich die Einsamkeit der Alten, wenn mich das Leid der Kranken, wenn mich die Mutlosigkeit der Depressiven oder wenn mich vielleicht der Zweifel der Angefochtenen, wenn mich das alles kalt lässt, was dann?
Was, wenn ich überhaupt nicht mitweinen will? Oder vielleicht fühle ich noch etwas von dem Leid, aber mir käme nie der Gedanke, zu helfen, zu beten. Und wenn überhaupt, dann eh nur für so einen ganz kleinen Kreis in der Gemeinde, so meine Freunde vielleicht, denen, die mir sympathisch sind, oder denen, wo ich hoffe: Wenn ich denen helfe, dann helfen die mir vielleicht auch mal.
Was mache ich, wenn ich in meinem Herzen im Angesicht einer Ansage, die andere zu Tränen rührt, rausgehe, mir meinen Kaffee hole und sage: Diagnose Kaltherzigkeit? Was mache ich dann? Was mache ich, wenn ich mein Herz als eng und unempfindlich und desinteressiert betrachte?
Und ich werde so eine ähnliche Frage jetzt öfter stellen, weil ich habe euch das am Anfang gesagt: Bruderliebe ist nicht eine Frage der Technik, versteht ihr? Bruderliebe ist nicht dieses: Aha, ich mache jetzt eins, zwei, drei. Es ist gut, wenn du das weißt. Wie gesagt, man kann sie weniger und mehr besser anstellen. Man kann dusselig sein und weniger dusselig. Das geht.
Aber was, wenn ich diese Kälte habe? Wenn ich ein kaltes Herz habe, wie bringe ich ein kaltes Herz zum Schmelzen?
Die Antwort heute, und auch in den nächsten Predigten zum Thema Bruderliebe, wird immer dieselbe sein: Du aus dir selber heraus, wenn du in dich hineinhorchst, wenn du so schaust: Was bringe ich menschlich mit? Welche intrinsische Motivation finde ich da in mir drin? Wenn du in dich hineinhorchst und dir anschaust, welche seelische Stärke habe ich, welche Intellektualität oder welche Belesenheit bringe ich mit, oder wie stark ist diese „Augen zu und durch“-Mentalität bei mir vorhanden? Wenn du auf diese Dinge schaust, die dich natürlicherweise ausmachen, dann verspreche ich dir: Du kannst gar nichts erreichen.
Du kannst, wenn du ein kaltes Herz hast, dein Herz nicht zum Schmelzen bringen. Es wäre ja schön, wenn ich jetzt einen Drei-Punkte-Plan vorschlagen könnte, kann ich aber nicht und will ich auch nicht. Wenn du kaltherzig bist und die Geschwister nicht einmal dann liebst, wenn sie es am meisten brauchen, mitten im Leid, wenn das völlig an dir vorbeigeht und du die Woche durchlebst, als wäre nichts passiert, dann hast du in dir nicht die Kraft, etwas zu verändern.
Dann findest du genau an einer Stelle Hoffnung, und auf die möchte ich dich hinweisen: Das ist unter dem Kreuz. Wir haben ja jetzt ein beleuchtetes Kreuz, coole Sache, oder? Und es ist schön, dass wir uns Sonntag für Sonntag jetzt unter dem Kreuz treffen werden. Und das ist natürlich ein Bild. Was meine ich damit? Ich meine, dass es für kalte Herzen Hoffnung gibt, wenn sie vor dem Kreuz zerbrechen und wenn Gottes Liebe ihre Herzen zum Schmelzen bringt.
Und ich sage jetzt etwas ganz Wichtiges, was manchmal in Liedern falsch ausgedrückt wird: Unsere Herzen brauchen nicht mehr Liebe. Wenn du gläubig bist – und ich rede jetzt nur zu Gläubigen –, wenn deine Kaltherzigkeit daher rührt, dass du überhaupt nicht bekehrt bist, dann rede ich jetzt nicht zu dir. Ich rede jetzt zu Gläubigen, die merken: Ich bin so furchtbar distanziert, ich schaffe das nicht so mit anderen. Ja, ich habe überhaupt keine Empathie für andere Leute, das bewegt nichts in mir.
Du brauchst nicht mehr Liebe. Die Bibel sagt, dass Gottes Liebe durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist. Da ist genug Liebe in dich schon hineingeflossen durch Gott. Wir haben genug Liebe. Das Einzige, was wir wahrscheinlich nicht tun, ist: Wir setzen sie nicht frei. Wir wissen vielleicht gar nicht, wie reich wir sind, wie beschenkt wir sind. Wir haben so ein Riesenreservoir, und wir zapfen es einfach nicht an.
Oder drücken wir das noch anders aus, ein anderes schönes Bild: Wir sind ja die Rebe am Weinstock, ja, und der Weinstock pulsiert da vor sich hin, ja, und blubbert gerade jetzt, ja, da blubbert so der Saft durch, ja, und die Rebe, die da so dranhängt, die muss sich nicht die Frage stellen: Gibt’s genug Saft für mich? Natürlich! Die Frage ist: Ist der Übergang Weinstock-Rebe, ja, hat da einer so eine Klemme angesetzt?
Es ist genug, was Gott dir geschenkt hat. Du brauchst nicht sagen: Herr, gib mir mehr Liebe. Du hast dicke genug. Du hast mehr, als du für den Rest deines Lebens aufbrauchen kannst. Gottes Liebe ist in dir. Aber wir müssen überlegen, wie wir sie freisetzen.
Also wenn du ein kaltes Herz hast, dann bitte Gott nicht um mehr Liebe für die Geschwister. Du hast genug. Aber was du tun musst, ist: Geh auf die Knie und bekenne Gott deine Unfähigkeit und deinen Unwillen, die Geschwister zu lieben. Beschreibe ihm, was da in dir los ist. Bekenne ihm dein Versagen, das meine ich mit „unter das Kreuz kommen“. Bekenne ihm dein Versagen, weine darüber, dass du so wenig aus diesem Geschenk oder aus dieser Berufung gemacht hast. Weine, bete.
Es ist wirklich alles da. Es ist nicht so, dass noch irgendetwas fehlt. Petrus sagt, dass er uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat. Und dann bleib unter dem Kreuz mit diesem Gefühl, dass alles irgendwie verkehrt ist und dass es irgendwie nicht stimmt und dass es nicht genug ist. Und bleib unter diesem Kreuz und weine und bete und bekenne, bis ein übernatürlicher Friede, bis sein Trost und seine Vergebung, bis das über dich kommt und du merkst: Boah, vielen Dank, hey! Ich bin geliebt trotz meiner Mängel und meiner Lieblosigkeit. Wir leben aus Gnade.
Und es hört sich so einfach an, und ich hoffe, dass es einfach bleibt bei uns, dass wir nie anfangen, aus dem, was wir so an natürlichen Ressourcen haben, ja, der eine ist ein bisschen spontaner, der andere ist vielleicht ein bisschen mehr handwerklich geschickt, jetzt versucht man aus diesem Bisschen, was in uns drinsteckt, da versuchen wir, die Energie zu ziehen, um uns zu verändern, hahaha. Das Einzige, was uns ändern kann, ist, dass wir zum Kreuz gehen, unter dem Kreuz zerbrechen.
Und wenn du das hast, wenn du zerbrochen bist, wenn du sagst: Herr, so sieht es mit mir aus, es ist überhaupt nicht so schön, wie die anderen alle denken. Da ist viel weniger da, als die anderen vielleicht glauben. Da ist so viel einfach nur Routine und anerzogen und ein bisschen Gutmensch tun. Wenn ich in mein Herz reinschaue, da merke ich eine gewisse Kühle anderen Leuten gegenüber, eine Reserviertheit. Herr, ich möchte dir das bekennen, bitte vergib mir. Herr, ich möchte mit der Liebe lieben, mit der du mich geliebt hast, und ich kann es nicht. Aber du hast mir diese Liebe geschenkt, und ich möchte einen Zugang finden zu dieser Liebe. Bitte vergib mir.
Und wenn dann Trost und wenn dann Vergebung kommt, dann kannst du vielleicht ganz vorsichtig mal fragen: Herr, was soll ich denn ändern? Was wäre denn jetzt nächste Woche dran? Und dann machst du das, was der Herr dir zeigt, und am nächsten Tag gehst du wieder auf deine Knie, und du dankst ihm für das, was gut war, und du bekennst ihm neu, wo das nicht geklappt hat.
So ein kaltes Herz verändert sich nicht über Nacht, ja, das kann dauern. Aber du gehst wieder auf die Knie und sagst: Herr, ich möchte gar nicht Schauspielern vor dir, ich möchte, dass du mich weiter veränderst.
Das ist die Botschaft für die kalten Herzen. Und ich glaube, dass es eine Botschaft ist, die wir jetzt immer wieder hören werden. Für mich ist das der entscheidende Punkt. Ich werde Ihnen in jeder Predigt irgendwie drin haben, dieser Punkt: Es geht nicht um eine Technik, es geht nicht nur um Wissen, es geht um das, was hier innen in meinem Herzen ist und ob wir bereit sind, Bruderliebe dort zu lernen, wo sie uns auf einmalige Weise vorgelebt wurde, und das ist am Kreuz, und ob wir bereit sind, am Kreuz ehrlich zuzugeben: Ich habe da aufgegeben, an eine Beziehung zu glauben, von der du, Gott, möchtest, dass ich sie am meisten wertschätze. Hilf mir, hilf mir, deine Wertschätzung zu gewinnen.
Was will ich sagen? Ich will sagen, dass nur Jesus kalte Herzen zum Schmelzen bringen kann. Und ich versichere dir, dass er es tun wird. Warum? Weil er das am Anfang gesagt hat: Ich möchte, dass man meine Jünger woran erkennt? An der Liebe untereinander. Das ist der Punkt. Jesus möchte das, und ich glaube, wir tun gut daran, ihm darin zu folgen. Und darum soll es in dieser Reihe gehen: Bruderliebe.
Jetzt wisst ihr das so ein bisschen, wo es lang geht, und ich habe noch ein paar schöne andere Themen zusammengestellt für die nächsten Wochen. Dann nächste Woche ist Brotbrechen, aber dann übernächste Woche geht die Reihe weiter.
Soll ich noch einen abschließenden Segen sprechen? Dann mache ich das. Wir stehen dazu auf.
Schlussgebet und Segen
Vater im Himmel, wir wollen dich darum bitten, dass du uns vereinst. Wir wollen dich darum bitten, dass wir es lernen, im Umgang miteinander zu lieben, mit der Liebe zu lieben, die du zu uns hattest.
Und, Herr, wir können dir jetzt schon sagen, dass uns das überfordert und dass wir an dieser Stelle immer wieder schuldig werden aneinander. So wollen wir dich bitten, Herr, dass du uns segnest. Segne uns mit der Bereitschaft, diesen Anspruch an unser Leben herankommen zu lassen. Segne uns mit einem Geist der Liebe, der uns immer wieder deutlich macht, wie reich wir sind, wie nahe uns die Rettung ist und wie einfach es ist, einfach nur ans Kreuz zu gehen.
Segne uns, Herr, zu einer Gemeinschaft des Geistes, die dich liebt, dich ehrt und deinen Willen tut. Darum bitten wir dich. Amen.
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