Einführung in das Thema Gebet und seine Bedeutung
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.
Episode 620: Anhaltendes Gebet, Teil 1
Lukas 18,1: Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie alle Zeit beten und nicht ermatten sollten.
Jesus war ein Beter. Gebet ist die eine geistliche Disziplin, die er seinen Jüngern beibringt.
Gebet bedeutet, mit Gott zu reden. Bereits beim Vaterunser haben wir gesehen, wie wichtig es ist, jeden Tag bewusst und durchdacht mit Gott zu sprechen.
Dabei sollen wir nicht einfach drauflosplappern. Auch dürfen wir nicht glauben, dass Gott uns erhört, nur weil wir viele Worte benutzen.
Warnung vor oberflächlichem Gebet und die richtige Haltung
Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen, denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.
Gott weiß, was wir brauchen. Es ist nicht nötig, ihn durch viele Worte zu manipulieren. Wir sollen nicht plappern.
Dieser Text ist eine Warnung vor ritualisierten Gebeten wie dem Rosenkranz, aber auch vor jeder anderen Art von Reden mit Gott, bei der wir gedanklich nicht bei der Sache sind. Gebet ist bewusstes Reden mit Gott.
Die biblische Aufforderung zum beständigen Gebet
Einerseits sollen wir nicht plappern, andererseits finden wir in der Bibel Vorbilder und Aufforderungen, viel zu beten.
In 1. Thessalonicher 5,17 heißt es: Betet unablässig! Ebenso fordert Epheser 6,18 auf: Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist und wacht hierzu, in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen!
Römer 12,12 ermutigt uns: In Hoffnung freut euch, in Bedrängnis haltet aus, im Gebet bleibt beharrlich!
Im Psalm 55,17-18 steht: Ich aber, ich rufe zu Gott, und der Herr rettet mich. Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich, und er hat meine Stimme gehört.
Ein eindrucksvolles Beispiel zeigt Daniel 6,11: Und als Daniel erfuhr, dass das Schriftstück ausgefertigt war, ging er in sein Haus. Er hatte aber in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin. Dreimal am Tag kniete er auf seine Knie nieder, betete und pries vor seinem Gott, wie er es auch vorher getan hatte.
Jesus als Vorbild im Gebet
So mag das genügen, vor allem deshalb, weil wir aus den Evangelien wissen, dass Jesus selbst ein Beter war. Für den Herrn Jesus war es nicht ungewöhnlich, eine ganze Nacht im Gebet zu verbringen oder früh morgens zum Gebet aufzustehen.
Wenn wir uns also wünschen, dass Christus in uns Gestalt gewinnt oder dass der Heilige Geist uns in das Bild Christi verwandelt, sollten wir darüber nachdenken, wie es um unser Gebet steht. Jesus war ein Beter, und jeder Jünger, der seinem Lehrer ähnlich sein will, sollte allezeit beten und nicht ermatten.
Die Bedeutung des Gleichnisses zum anhaltenden Gebet
Und damit wir die Ernsthaftigkeit dieser Aufgabe verstehen, erzählt der Herr Jesus uns ein Gleichnis.
In Lukas 18,1 sagt er: „Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie alle Zeit beten und nicht ermatten sollten.“
Gebet ist Reden mit Gott, und dieses Reden mit Gott ist das Geheimnis eines geistlichen Lebens, das gelingt. Das war bei dem Herrn Jesus so, und es wird bei uns ebenso sein.
Deshalb gibt es auch dieses Gleichnis. Es soll uns daran erinnern, wie wichtig anhaltendes Gebet für die Jünger Jesu ist.
Die Wirkung und Notwendigkeit des Gebets im geistlichen Leben
Gebet macht im Warten auf die Rückkehr des Königs den entscheidenden Unterschied. Es bindet uns an den Herrn, schärft unseren Fokus und hält uns in der Abhängigkeit von ihm. Darüber hinaus schenkt es uns Vergebung, Trost und Weisheit. Gleichzeitig bewahrt Gebet die Seele vor Bitterkeit.
Ein geistliches Leben ohne ein tiefes, durchdachtes und beharrliches Gebetsleben wird nicht gelingen. Wenn Jesus selbst Gebet brauchte, wie viel mehr benötigen wir es?
Widerstände gegen das Gebet und der Umgang damit
Und doch regt sich beim Beten in uns ein Widerstand. Etwas in uns – nennen wir es das Fleisch oder den alten Jürgen – will nicht beten. Es findet Ausreden, wird müde, hat keine Lust oder möchte sich einfach nicht der Wahrheit beugen.
Gebet ist deshalb oft auch eine Frage von Selbstbeherrschung und guter Organisation. Wer ständig beten will, betet nicht nur, wenn er Lust dazu hat. Wer beim Beten nicht ermüdet, hat sich inhaltlich Gedanken gemacht und einen Plan für sein Gebetsleben entwickelt.
Die Bedeutung von Disziplin und Vorbild im Gebet
Wer zu jeder Zeit im Geist betet, weiß, was er tut, nimmt sich genügend Zeit dafür und wird den inneren Schweinehund überwinden. Er wird dem Gebet eine hohe Priorität beimessen.
Er tut dies, weil er Jakobus ernst nimmt, der sagt: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.“ Vor allem aber handelt er so, weil Jesus sein Vorbild ist. Wenn der Sohn Gottes ein Beter war, wie viel mehr sollten wir es dann sein?
Anhaltendes Gebet steht im Zentrum eines geistlichen Lebens, das Jesus imitiert, von ihm lernt und seine Gebote ernst nimmt.
Herausforderungen und Realität des Gebetslebens
Das Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern dazu erzählt, ist deshalb wichtig, weil Gebet eine stark angefochtene geistliche Disziplin ist.
Ich kenne nur sehr wenige Christen, die das Thema Gebet wirklich ernst nehmen. Noch weniger kenne ich, die es über Jahre hinweg ernst nehmen, darin wachsen, fasten, flehen und in ihrer Kommunikation mit Gott Tiefgang anstreben. Ja, Gebet ist harte Arbeit!
Es gibt einen Grund dafür, warum gottgegebene Beter für ihren Dienst belohnt werden. Und es gibt einen Grund, warum Jesus uns ein Gleichnis erzählt, in dem er uns auffordert, allezeit zu beten und nicht zu ermatten.
Er tut das, weil wir in der Gefahr stehen, beim Beten zu ermatten.
Persönliche Erfahrungen und Ermutigung zum Weiterlernen
Noch einmal meine Erfahrung: Eigentlich sollten alte Christen, die seit Jahrzehnten mit Jesus unterwegs sind, reife Beter sein. Doch das ist nur ganz selten der Fall.
Ich erlebe eher das Gegenteil. Statt Tiefgang und Leidenschaft begegnen mir Oberflächlichkeit und Routine. Beten muss man lernen, das haben wir in Lukas 11 gesehen. Hört euch noch einmal Episode 485 an!
Wie bei allen Dingen, die man lernen muss, darf man mit dem Lernen nicht aufhören. Man muss dranbleiben, Neues ausprobieren und weiter lernen.
Praktische Hinweise für ein lebendiges Gebetsleben
Das Reden mit Gott braucht Ideen, Themen, Worte und Know-how.
Keine Sorge, Reden mit Gott ist einfach. Ich plädiere nicht für eine Wissenschaft des Betens, sondern für Ernsthaftigkeit. Nüchternheit, Kreativität und Hartnäckigkeit sind wichtig. Dranbleiben, weiterbeten und jedes Jahr ein klein wenig mehr Experte werden – sei es bei guten Fürbitteanliegen, origineller Anbetung, dem Bekennen von Sünden oder dem Segnen von Feinden.
Beten muss man lernen, und dafür dürfen wir uns Zeit nehmen. Ebenso können wir von anderen lernen, wie es die Jünger taten, indem wir gemeinsam mit ihnen beten.
Warnung vor Enttäuschung und Ausblick
Vor allem müssen wir darauf achten, dass unser Gebetsleben nicht allmählich einschläft. Dies geschieht oft, wenn sich Enttäuschung in unseren Herzen breitmacht. Eine solche Enttäuschung entsteht, wenn man jahrelang für eine Sache betet und keine Veränderung spürt. Es scheint dann, als sei das Gebet sinnlos, und wir verstehen Gott nicht.
Wenn das dein Problem sein sollte, dann kannst du dich auf die nächsten Episoden freuen. Denn einmal mehr zeigt sich, dass unser Herr Jesus ganz genau weiß, was wir brauchen. Mit seinen guten Worten möchte er uns den nötigen Anstoß geben, wieder mehr und tiefer zu beten.
Abschluss und praktische Anregung
Was könntest du jetzt tun?
Mach eine Inventur deines Gebetslebens. Wie oft und wofür betest du regelmäßig? Wie hat sich dein Gebetsleben in den letzten Jahren verändert?
Das war's für heute.
Tipp: Höre dir eine Episode an und lies etwas später noch einmal das Skript. Du findest es in der App oder auf www.frogwords.de.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
