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Einführung in das Prophetenbuch und seine zeitliche Einordnung
Heute Nachmittag wollen wir miteinander das Buch des Propheten Joel Vers für Vers ansehen. Hat jeder ein Skript bekommen? Hand hoch, wem noch das Skript fehlt.
In ihrer Reihenfolge miteinander zu studieren. Nachdem wir letztes Mal Hosea in der Übersicht betrachtet haben, wollen wir nun Joel detailliert studieren.
Wann ist das Joel-Buch entstanden? Am Anfang wird, im Gegensatz zu Hosea 1,1, keine Angabe gemacht über die Regierungszeit von Königen zur Zeit Joels. Deshalb können wir das Buch nur datieren aufgrund seiner Stellung im Kanon der biblischen Bücher.
Im Judentum wurden diese zwölf kleinen Propheten in einer fixen Ordnung im Kanon festgehalten. Ich habe letztes Mal erklärt, dass die Reihenfolge bestimmten geschichtlichen Epochen entspricht: zuerst die Propheten der assyrischen Periode, also der Zeit, als das assyrische Reich die Weltmacht hatte. Dann kommt die babylonische Periode, die Zeit, als die Babylonier die Weltherrschaft erlangt hatten. Und schliesslich die persische Zeit, das sind die Propheten aus der Zeit nach dem babylonischen Exil, als die Perser die Weltmacht innehatten.
Wir sehen: Joel ist eingereiht unter den frühesten Propheten, unter denen aus der assyrischen Zeit. Er ist eingereiht noch vor Amos, das, wie wir nächstes Mal sehen werden, eindeutig aus dem achten Jahrhundert vor Christus stammt. Damit ist klar, dass Joel eingeordnet werden kann in die vorexilische Zeit, in die Zeit des salomonischen Tempels, des ersten Tempels, und zwar um das neunte, achte Jahrhundert vor Christus.
Durchwegs prophetische Bedeutung. Es knüpft im Gegensatz zu anderen Prophetenbüchern nicht an der Zeit an, in der der Prophet lebte. Darum ist auch die Datierung hier nicht so wichtig wie bei anderen Büchern, weil dieses Buch weniger in der Zeitgeschichte verankert ist als andere, sondern vielmehr den Blick auf die Endzeit richtet, auf die Zeit des letzten Tempels, des dritten Tempels. In der Zeit des ersten Tempels wird hier prophezeit über die Zeit des dritten Tempels.
Das Thema kann kurz betitelt werden mit: Aus der Finsternis zum Licht. Ich habe diesen Titel gewählt in Anlehnung an Psalm 112,4: Den Aufrichtigen geht Licht auf in der Finsternis. Das entspricht übrigens auch dem Wahlspruch der Hugenotten, die in ihrer grausigen Verfolgung in der Zeit der Gegenreformation durch die Katholiken schreckliche Opfer erlebt haben in Frankreich. Aber was ihnen Trost verlieh, war ihr Spruch: Tenebras Lux, nach der Finsternis das Licht. Das hat ihnen Mut gegeben, durchzuhalten und die Leiden durchzustehen bis zum Ende.
Das Buch Joel kann man in der Sprache von heute etwa so inhaltlich kurz zusammenfassen: Die islamische Grosskoalition unter der Führung Syriens – Syrien wird in der Prophetie genannt der König des Nordens, Buch Daniel, oder auch Assur in den Prophetenbüchern Jesaja, Micha usw. – wird Israel in der Endzeit völlig überrennen und verwüsten. Das nennt der Herr Jesus die grosse Drangsalzeit vor seiner Wiederkunft in Macht, Matthäus 24,21. Der Ewige wird schliesslich persönlich intervenieren, diese Heere vernichten, den jüdischen Überrest befreien und ihn in den Segen des messianischen Friedensreiches hineinführen.
Der Aufbau des Buches ist eigentlich ganz einfach. Nach dem Titel, 1,1: Das Wort des Herrn, das geschah zu Joel, dem Sohn Petuels. Nach diesem Titel beginnt der erste Teil, 1,2 bis 2,17: Finsternis über Juda und Jerusalem. Da haben wir die Beschreibung der kommenden grossen Drangsal über Israel, die dreieinhalb Jahre dauern wird, 1260 Tage, Offenbarung 11.
Der zweite Teil, Joel 2,18–4,21, je nach Bibelausgabe gibt es drei oder vier Kapitel, aber es steht genau das Gleiche drin: Licht über Juda und Jerusalem. Diese zwei Teile sind also so aufeinander abgestimmt, entsprechend dem Thema aus der Finsternis zum Licht.
Ich habe ab Seite zwei den Text des Joel-Buches in einer ganz wörtlichen Übersetzung hinzugefügt. Diese Übersetzung ist noch wörtlicher als die alte Elberfelder. Was ich versucht habe zu machen, ist Folgendes: Die poetischen Verszeilen sind hier sichtbar gemacht. Das ganze Buch ist also ein Gedicht. Und diese Verszeilen sollte man beim Lesen beachten, weil man dadurch den Text auch besser versteht.
Ich habe schon letztes Mal erklärt, aber ich wiederhole es: Der Grundcharakter der hebräischen Poesie ist der Aufbau von jeweils zwei parallel gestellten Verszeilen. Es gibt drei Grundtypen: Der synonyme Parallelismus. Hier wird in der zweiten Verszeile das Gleiche nochmals gesagt wie in der ersten, aber mit anderen Wörtern. Dann gibt es den antithetischen Parallelismus: Die zweite Verszeile drückt das Gegenteil der ersten aus. Der synthetische Parallelismus: Die zweite Zeile baut auf der ersten auf und führt den Gedanken weiter.
Wir werden anhand des Textes das so ganz konkret noch sehen. Wir sehen daraus: Eine Grundeigenschaft der hebräischen Poesie ist eigentlich die, dass die Poesie vor allem eine geistige, Gedankenpoesie, ein Gedankenreim darstellt. Das hat den Vorteil, dass das typisch Poetische erhalten bleibt, wenn man den Text in eine andere Sprache übersetzt. Wenn man ein französisches Gedicht auf Deutsch übersetzt, ist die Poesie kaputt. Aber wenn man ein hebräisches Gedicht übersetzt, ist das Wesentliche in der Übersetzung erhalten. Natürlich gibt es auch Rhythmus in der Sprache, aber zum Beispiel normalerweise keinen Endreim, und der Rhythmus hat viel mehr Freiheit als in europäischen Sprachen. Die Hauptsache ist effektiv im Inhalt zu sehen.
Nun lesen wir Joel 1,2: Hört dies, ihr Älteste, ja, nehmt es zu Ohren, alle ihr Bewohner des Landes. Das ist nun ein synonymer Parallelismus: „Hört dies“ entspricht „ja, nehmt es zu Ohren“. „Ihr Älteste“ ist parallel gestellt zu „alle ihr Bewohner des Landes“. Also hier geht das Parallel bereits etwas darüber hinaus. In der ersten Zeile sind die Führer angesprochen und in der zweiten die Führer und alle anderen Personen auch.
Ist solches in euren Tagen geschehen oder in den Tagen eurer Väter? Also eure Tage sind hier parallel gestellt zu den Tagen eurer Väter. Erzählt davon euren Kindern, und eure Kinder ihren Kindern, und ihre Kinder der folgenden Generation. Also es geht hier um ein Ereignis, das keine Parallele hat in der Vergangenheit. Und es ist etwas, das so gewaltig ist, dass man über Generationen hinweg dann davon weiter berichten wird.
Vers 4: Was der Abnager übrig liess, frass der Vermehrer. Und was der Vermehrer übrig liess, frass der Hüpfer. Und was der Hüpfer übrig liess, frass der Vertilger. Hier benutzt Joel verschiedene hebräische Wörter für Heuschrecken. Ich habe in der Fussnote angegeben: Abnager, das ist hebräisch Gazam; Vermehrer, Arbe; dann der Hüpfer ist der Jähleck. Ich habe dabei noch hinzugefügt in der Fussnote: Heuschrecke im Stadium vor der letzten der vier Häutungen, wo die Flügel noch in einer hornartigen Scheide gehemmt sind, daher hüpft er mehr, als dass er fliegen könnte. Wir sehen, das Hebräische hat also Ausdrücke sogar für die Entwicklungsstadien der Heuschrecken. Und was der Hüpfer übrig liess, frass der Vertilger, das ist dann hebräisch Chasil.
Also, Joel spricht von einer grauenhaften Heuschreckeninvasion in Israel, die alles in den Schatten stellt. Jetzt stellt sich die Frage: Ist das eine wörtliche Heuschreckenplage, oder ist das die Beschreibung einer Armee? Nun, ich nehme es gleich vorweg: Es ist die Beschreibung einer Armee, und zwar wird das in Kapitel 2 dann ganz ausdrücklich klar. Dort wird eine Armee, die aus dem Norden Israels in der Endzeit überrennen wird, das ganze Land mit Feuer zerstören wird, die wird mit diesen Heuschrecken ausgedrückt beschrieben. Es geht hier also nicht um eine Heuschreckenplage, die etwa in der Zeit der Könige Israels stattgefunden hätte. Übrigens, von einer solchen verheerenden Plage lesen wir in den Königs- und Chronikbüchern nichts. Es geht also um eine militärische Invasion der Endzeit, bei der das ganze Land Israel zerstört wird.
Vers 5: Wacht auf, ihr Betrunkenen, und weint, und heult, alle ihr Weintrinker! Das ist wieder synonymer Parallelismus, ja? Das Gleiche wird mit anderen Worten gesagt. Über den neuen Wein, weil er abgeschnitten ist von eurem Mund. Neuer Wein – ich habe in der Fussnote erklärt, man kann auch übersetzen: heurigen Wein, das wäre dann eben Traubensaft, der Wein, der noch nicht vergoren ist. Ja, warum sollen die weinen, warum ist da der Wein abgeschnitten?
Vers 6: Denn eine Nation ist heraufgezogen über mein Land, stark und ohne Zahl. Das ist nun ein synthetischer Parallelismus. Die zweite Zeile ergänzt und erklärt, was diese Grösse dieser Nation ist. Ihre Zähne sind Zähne eines Löwen, und sie hat das Gebiss einer Löwin. Synonymer Parallelismus. Sie hat meinen Weinstock zu einer erschreckenden Wüste gemacht. Und meinen Feigenbaum zu einer Zerknickung.
Im Hebräischen gibt es verschiedene Wörter für Wüste. Das Wort Shemama bezeichnet eine Wüste, die einen erschaudern lässt. Dieses Wort ist eben hier zu finden, und darum habe ich übersetzt mit „erschreckende Wüste“. Ich erkläre gleich, es gibt auch die Wüste Midbar. Das ist die Wüste, die ideal ist zur Aufzucht von Schafen und Ziegen, aber davon später. Also das Land wird zu einem Ort des Schreckens gemacht. Sie hat meinen Weinstock zu einer erschreckenden Wüste gemacht und meinen Feigenbaum zu einer Zerknickung. Sie hat ihn völlig abgeschält, das heisst, die Rinde vollständig abgeschält und hingeworfen, seine Ranken – das sind die Ranken des Weinstocks – sind weiss geworden.
Wehklage wie eine Jungfrau, mit Sacktuch umgürtet, über den Verlobten ihrer Jugend. Also Israel soll eine so schmerzliche Wehklage anstimmen wie eine junge Frau, die noch nicht verheiratet ist, verlobt, und ihr Verlobter ist gestorben. „Wehklage wie eine Jungfrau, mit Sacktuch umgürtet, über den Verlobten ihrer Jugend“ – in Klammer angefügt: Die Bibel geht selbstverständlich davon aus, dass eine Verlobte eine Jungfrau ist.
Vers 9: Abgeschnitten sind Speisopfer und Trankopfer vom Haus des Herrn, die Priester trauern, die Diener des Herrn. Verwüstet ist das Feld, der Erdboden vertrocknet, denn verwüstet ist das Korn, zu Schanden geworden ist der neue Wein, verschmachtet das Olivenöl. Seid beschämt, ihr Bauern, heult, ihr Winzer, über den Weizen und über die Gerste, denn zugrunde gegangen ist die Ernte des Feldes. Der Weinstock ist verdorrt und der Feigenbaum verwelkt, Granate, auch Palme und Apfelbaum. Alle Bäume des Feldes sind verdorrt, ja, verdorrt ist die Freude weg von den Menschenkindern.
Nun, in Vers 9 wird das Haus des Herrn, der Tempel, erwähnt, und wir werden noch sehen: Das ist ein ganz zentrales Thema im Joel-Buch, und dieses Tempelhaus des Herrn ist hier der dritte Tempel in der Endzeit. Nun wird aber hier gesagt: Speisopfer – das sind die unblutigen Opfer, die die blutigen begleiteten, aus Feinmehl, 3. Mose 2 – die sind nun abgeschnitten vom Tempelhaus. Warum? Ja, wenn eine Armee kommt und das ganze Land Israel zerstört, ist damit die Grundlage für Speisopfer zerstört. Und auch die Trankopfer kann man nicht mehr bringen zum dritten Tempel, weil eben auch die Weinstöcke zerstört sind, man kann den Wein für die Trankopfer nicht mehr liefern.
Die Priester trauern, die Diener des Herrn – das sind die Priester des dritten Tempels. Eben alles ist kaputt: das Feld, der neue Wein, auch das Olivenöl. Vers 10, letzte Zeile: Olivenöl spielt eine wichtige Rolle, zum Beispiel für den siebenarmigen Leuchter im Tempel, aber auch als Beigabe bei den Speisopfern. Und Vers 11, dritte Zeile: Weizen, Gerste sind alles wichtige Bestandteile für bestimmte Speisopfer. Also die ganze Natur ist zerstört.
Vers 13: „Gürtet euch und wehklagt, ihr Priester!“ Wieder werden die Priester ganz konkret erwähnt. „Heult, ihr Diener des Altars!“ Da wird auch der Altar des dritten Tempels konkret genannt. „Kommt, übernachtet in Sacktuch, ihr Diener meines Gottes, denn entzogen sind dem Haus eures Gottes Speis- und Trankopfer.“ Also wieder der gleiche Gedanke: Man kann nicht mehr opfern, weil die Grundlage zum Opfern zerstört ist.
Wenn man Matthäus 24,15 dazunimmt, dort sagt der Herr Jesus, wenn der Gräuel, ein Götzenbild, an heiligem Ort im Tempel aufgestellt werden wird in der Endzeit, dann wird die grosse Drangsal ausbrechen. Der Antichrist, das Tier aus der Erde, Offenbarung 13,11 und folgende, wird ein Götzenbild anfertigen, das sprechen kann. Und dieses Götzenbild wird er im dritten Tempel aufstellen, und so wird der Tempel entweiht, so dass man nicht mehr opfern kann. Hier in Joel wird nun nicht die Entweihung des Tempels angesprochen, sondern die Zerstörung des Landes, wodurch es überhaupt nicht mehr möglich ist, Opfer zu bringen.
Wir gehen weiter, Vers 14: Heiligt ein Fasten, beruft eine Festversammlung ein, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, zum Haus des Herrn, eures Gottes, und schreit zu dem Herrn. Nun soll also in Israel eine Festversammlung im dritten Tempel einberufen werden, da wo man nicht mehr opfern kann, aber sie sollen dort schreien im Tempelhaus zu dem Herrn in dieser Not.
Und nun Vers 15 wird jetzt ganz deutlich: Ach, über den Tag! Denn nahe ist der Tag des Herrn, und gleichsam als eine Verwüstung von dem Allmächtigen wird er kommen. Jetzt haben wir ein ganz wichtiges Wort hier: der Tag des Herrn, Yom Adonai. Das ist ein Ausdruck, der in den Propheten immer wieder vorkommt, zum Beispiel Jesaja 13, dann ganz oft in Zephanja 1 und viele, viele andere Stellen. Immer ist der Tag des Herrn die Zeit, wenn Jesus Christus als Richter der Welt kommen wird. Aber dabei ist eingeschlossen die Zeit unmittelbar davor, die die schrecklichste Zeit für die Welt sein wird in der ganzen Geschichte.
Also wir sehen: Diese Heuschreckenplage, „ihr Land verwüstet“, ist eine Plage, die am Tag des Herrn, mit anderen Worten in der grossen Drangsal, kommen wird. Ich lese dazu Zephanja 1, um eben deutlich zu machen, was dieser Tag des Herrn ist. Zephanja 1,14: Nahe ist der grosse Tag des Herrn, er ist nahe und eilt sehr. Horch, der Tag des Herrn! Bitterlich schreit dort der Held. Ein Tag des Grimmes ist dieser Tag, ein Tag der Drangsal und der Bedrängnis, ein Tag des Verwüstens und der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis gegen die festen Städte und gegen die hohen Zinnen. Und ich werde die Menschen ängstigen, und sie werden einhergehen wie die Blinden, weil sie gegen den Herrn gesündigt haben, und ihr Blut wird verschüttet werden wie Staub und ihr Fleisch wie Kot. Auch ihr Silber, auch ihr Gold wird sie nicht erretten können am Tag des Grimmes des Herrn. Und durch das Feuer meines Eifers wird das ganze Land verzehrt werden, denn ein Ende, ja, ein plötzliches Ende wird er machen mit allen Bewohnern des Landes.
Da wird nun deutlich, was der Tag des Herrn ist. Übrigens, man darf das ja nicht verwechseln im Neuen Testament mit dem Tag des Herrn in Offenbarung 1,10. An dieser einen Stelle, da sagt Johannes: „Ich war am Tag des Herrn im Geist“, und dann bekommt er die Visionen der Offenbarung. Wenn der Gerichtstag gemeint ist im Neuen Testament, der Tag des Herrn, 2. Petrus 3, 1. Thessalonicher 5 usw., dann steht im Griechischen Hemera tou Kyriou, Tag des Herrn. Aber in Offenbarung 1,10 steht Kyriake Hemera, ein Ausdruck, der nur da vorkommt und der wörtlich bedeutet: der dem Herrn gehörende Tag. Das ist der Sonntag, der erste Tag der Woche, der schon bei den ersten Christen in neutestamentlicher Zeit als der besondere Feiertag gehalten wurde, weil der Herr Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden ist. Das ist der Tag des Sieges, im Italienischen Domenica, eben der Herrentag. Aber das hat nichts zu tun mit diesem Ausdruck sonst in der Bibel, wo überall der Tag des Herrn vorkommt.
Übrigens dieses Wort Kyriake, Kyriakos, dem Herrn gehörig, kommt noch einmal vor im Neuen Testament, in 1. Korinther 11, wo Paulus spricht vom Mahl des Herrn, und dort wörtlich 1. Korinther 11,20: das dem Herrn gehörende Mahl, das ist das Abendmahl. So wird übrigens sprachlich zwischen dem dem Herrn gehörenden Tag und dem dem Herrn gehörenden Mahl ein besonderer Zusammenhang gemacht, obwohl natürlich die ersten Christen an jedem Tag in Apostelgeschichte 2 das Herrenmahl gefeiert hatten. Aber eben der erste Tag der Woche, das ist der einzige Feiertag im Neuen Testament, der biblisch für Christen vorgestellt wird.
Also, wir gehen zurück zu Joel: der Tag des Herrn, die Verwüstung vom Allmächtigen. 1,16: Ist nicht vor unseren Augen abgeschnitten die Speise von dem Haus unseres Gottes, Freude und Frohlocken? Man beachte, schon wieder wird das Tempelhaus erwähnt.
Vers 17: Trocken sind die Saatkörner unter ihren Schollen, verödet sind die Vorratshäuser, eingerissen die Kornhäuser, denn zu Schanden geworden ist das Getreide. Wie stöhnt das Vieh! Die Rinderherden irren umher, denn es gibt keine Weide für sie. Auch die Kleinviehherden gehen zugrunde. Wir sehen, auch die Grundlage für die blutigen Opfer im dritten Tempel ist durch diese Invasion in Frage gestellt: die Rinder und das Kleinvieh, Schafe und Ziegen.
Vers 19: Zu dir, Herr, schreie ich, denn Feuer hat verzehrt die Weideplätze der Wüste. Hier steht für Wüste nicht Shemama, Ort des Schreckens, sondern die Fussnote erklärt das Midbar. Midbar ist eine Wüste, aber eine für Kleinviehzucht geeignete Wüste, wie zum Beispiel die Wüste Judäa. Das verwandte Verb Hidwir bedeutet „Kleinvieh aufziehen, ernähren“. Und darum: Midbar ist der Ort, wo man Kleinvieh aufzieht. Also die jüdische Wüste in Israel, das ist nicht eine tote Wüste, sondern eine lebendige Wüste, wo man die meiste Zeit des Jahres über Nahrung findet für Schafe und Ziegen. Gott hat das verheissene Land so wunderbar eingerichtet. Die jüdische Wüste ist ideal für Kleinviehzucht, und dann das Übrige des Landes, besonders Galiläa, sehr fruchtbar, guter Ackerboden, das ist ideal für Ackerbauwirtschaft.
Im Nahen Osten ist es ganz wichtig, überhaupt in den Mittelmeerländern, dass man zwischen Ackerbau und Kleinviehzucht strikt trennt. Denn in kürzester Zeit kann man mit Schafen und Ziegen fruchtbares Ackerland in eine Wüste umwandeln. Besonders die Ziegen sind so schlimm, die beissen die Grasnarbe ganz tief unten ab, und so geht das Land kaputt. Man muss also strikt trennen, und dann geht es gut. Und nun versteht man den Ausdruck, wenn Gott zu Mose sagt aus dem Dornbusch, 2. Mose 3, er werde Israel führen in ein Land, das von Milch und Honig fliesst. Die Wüste Judäa ist der Ort, wo die Milch fliesst, Schaf- und Ziegenmilch, und das Übrige ist der Ort, wo eben die Fruchtsäfte bei der Landwirtschaft aus den Früchten der Bäume gebildet werden können. Dwasch bedeutet nicht nur Bienenhonig, sondern eben auch Honig aus Fruchtsäften, und so ist der eine Teil eben das Land des Honigs, der Fruchtsäfte, und der andere das Land der Milch. Eretz, Zwad, Chalaw und Dwasch – ein Land, das von Milch und Honig fliesst. Also das eben zur fruchtbaren Wüste.
Vers 19: Die Weideplätze der Wüste sind verzehrt, und eine Flamme hat verbrannt alle Bäume des Feldes. Also sowohl das Land der Milch als auch das Land des Honigs ist zerstört.
Vers 20: Auch die Tiere des Feldes lechzen zu dir. Denn vertrocknet sind die Wasserbäche, ja, Feuer hat verzehrt die Weideplätze der Wüste. Die dreieinhalb Jahre grosse Drangsalzeit sind eine Zeit, wo es nicht mehr regnen wird. In Offenbarung 11 lesen wir über die zwei Zeugen, zwei Juden, die in der Drangsalzeit in Jerusalem ein Zeugnis ablegen werden. Offenbarung 11,1: Und es wurde mir ein Rohr gleich einem Stab gegeben und gesagt: Stehe auf und miss den Tempel und den Altar und die darin anbeten. Das ist der dritte Tempel. Und den Hof, der ausserhalb des Tempels ist, wirf hinaus und miss ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben, und sie werden die heilige Stadt zertreten 42 Monate, das sind dreieinhalb Jahre. Und ich werde meinen zwei Zeugen Kraft geben, und sie werden weissagen 1260 Tage, das sind dreieinhalb Jahre, Jahre à 360 Tagen, mit Sacktuch bekleidet. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn jemand sie beschädigen will, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde. Und wenn jemand sie beschädigen will, so muss er also getötet werden. Diese haben Gewalt, den Himmel zu verschliessen, auf dass während der Tage ihrer Weissagung kein Regen falle. Und sie haben Gewalt, über die Wasser sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, so oft sie wollen.
Also, diese 1260 Tage sind Tage, in denen der Himmel verschlossen sein wird, so lange, wie sie weissagen. Und das stimmt überein hier mit Joel 1,20: Alles trocknet aus, auch die Tiere des Feldes lechzen zu dir, denn vertrocknet sind die Wasserbäche, ihr Feuer hat verzehrt die Weideplätze der Wüste.
Kapitel 2: Stosst ins Schofahorn auf Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg. Da haben wir ein Tempelinstrument, das Schofahorn, das ist ein Tierhorn, zum Beispiel Widderhorn, oder man nimmt auch Antilopenhörner. Zion ist in der Bibel die Bezeichnung für den Tempelberg, und das ist parallel zu „blast Lärm auf meinem heiligen Berg“, das ist der Tempelberg. Also hier haben wir wieder den Typ synonymer Parallelismus. Ich wiederhole das einfach, damit man ein bisschen das Gefühl dafür bekommt, und man wird dann feststellen, wenn man plötzlich zum Beispiel das Buch Hiob liest, dass man ganz neu die Bibel liest und das Buch Hiob plötzlich viel besser versteht als vorher, wenn man auf diese Verszeilen achtet.
Übrigens haben wir hier zwei verschiedene Verben: Stossen und Lärmblasen. Im Judentum gibt es bestimmte Signale. Stossen ist, wenn man mit dem Schofahorn bläst, das ist das Stossen, und dann das Lärmblasen ist schmettern. So hat man also besonders diese musikalische Formulierung im Tempel gehabt: Stossen, Lärmblasen, Stossen. Das ist das Signal hier. Stossen ins Schofahorn auf Zion, blast Lärm auf meinem heiligen Berg. Das ergänzt sich.
„Erzittern sollen alle Bewohner des Landes, denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe.“ Also für das ganze Land Israel ist die Gerichtszeit eine Katastrophe: ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Wir haben gesehen, das sind Worte, die später in Zephanja 1 aufgenommen werden, so quasi wie ein Leitmotiv. In der Musik kennt man das Leitmotiv, ein bestimmtes Motiv, das plötzlich immer wieder an einer anderen Stelle auftaucht, damit man wieder an die frühere Stelle erinnert wird beim Zuhören. Das ist also auch so ein Leitmotiv, das sich wiederholt: Ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.
Wie die Morgenröte ausgebreitet ist über den Bergen, tritt auf ein zahlreiches und starkes Volk. Seinesgleichen ist nicht gewesen von Ewigkeit hier, und nach ihm wird keines fortfahren so zu sein bis in die Jahre der Generationen und Generationen. Nun wird diese Armee von Norden, wie wir noch sehen werden, beschrieben, und zwar wird das eine so grosse Armee sein, wie in der ganzen Geschichte Israels noch nie eine Armee gegen Israel gekommen ist.
Ich habe gesagt, die Propheten sprechen an den verschiedensten Stellen über diesen Angriff: Jesaja, Micha und andere über Assyrien, Assur. Daniel 11 spricht über den König des Nordens, in Daniel 11,1–35 ist die ganze Prophetie erfüllt, über 150 Prophezeiungen, habe ich heute Morgen gesagt. Und da geht es immer um den König des Nordens und den König des Südens. Das hat sich alles erfüllt: Der König des Nordens war immer Syrien, der König des Südens immer Ägypten, von Israel aus gesehen. Ja, Syrien ist im Norden, Ägypten im Süden. Aber dann, ab Vers 36, springt der Prophet in die Endzeit und beschreibt zuerst den Antichristen, den er einfach nennt „der König“. Und dann in Vers 40 heisst es, dass der König des Südens mit dem Antichristen zusammenstösst, und dann wird der König des Nordens kommen und Israel völlig überrennen.
Ich lese Daniel 11: In Vers 35 bis dahin ist alles erfüllt, und dann heisst es am Schluss noch: Es verzieht sich noch bis zur Zeit des Endes, denn es verzieht sich noch bis zur bestimmten Zeit. Da macht der Prophet den Sprung in die Endzeit. Dann beschreibt er Vers 36 den Antichristen, der sich über alles erheben wird, was Gott heisst oder ein Gegenstand der Verehrung sein wird. Und dann in Vers 40 heisst es ganz wörtlich übersetzt: Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm, das ist der König aus Vers 36, der Antichrist, falscher Messias in Israel, zusammenstossen. Also die israelische Armee unter dem Antichristen wird abgelenkt werden im Süden durch einen Konflikt mit Ägypten, und das nützt Syrien aus.
Wir lesen weiter: Und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen, und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten. Und er wird eindringen in das Land der Zirde, das Land der Zirde, das ist in der Bibel immer das Land Israel, das Land, das von Milch und Honig fliesst. Und viele Länder werden zu Fall kommen, diese aber werden seiner Hand entrinnen: Edom, das ist Südjordanien, Moab, Mitteljordanien, und die vornehmsten der Kinder Ammon. Und er wird seine Hand an die Länder legen, und das Land Ägypten wird nicht entrinnen, und er wird die Schätze an Gold und Silber und alle Kostbarkeiten Ägyptens in seine Gewalt bringen. Und Libyer und Kuschiten – das ist Sudan, Äthiopien – werden in seinem Gefolge sein. Interessant ist, dass Sudan heute auch ein islamisches Land ist und Äthiopien immer mehr. Ganz schlimm diese Islamisierung im Moment. Aber Gerüchte von Osten und von Norden her werden ihn erschrecken, und er wird ausziehen in grossem Grimm, um viele zu vernichten und zu vertilgen. Und er wird sein Palastgezelt aufschlagen zwischen dem Meer, das ist das Mittelmeer, und dem Berg der heiligen Zirde, das ist der Tempelberg, und er wird zu seinem Ende kommen, und niemand wird ihm helfen.
Also, Syrien, der König des Nordens, wird Israel überrennen, und zwar auf dem Wasserweg, Mittelmeer, und gleichzeitig auf dem Landweg. Dann wird Syrien Ägypten erobern, das sind innerislamische Konflikte, die sind ja sehr typisch für die islamische Welt. Aber dann in Ägypten hört er plötzlich Gerüchte aus dem Norden, die ihn erschrecken. Was ist das? Ja, wir müssen eine Weltkarte vor Augen setzen, und dann geht man mit dem Finger von Ägypten rauf in den Norden, und dann ist man in der EU. Ja, nach Daniel 9 wird ja der kommende Diktator des wiedererstandenen römischen Reiches, und die EU ist ja der Versuch, das römische Reich wieder zu einen, verbündet sein mit dem Antichristen für sieben Jahre. Das heisst also, wenn die islamische Welt Israel angreift, muss der Verbündete eingreifen.
Und nun, wenn Syrien sich da in Ägypten festsetzen, hört er Gerüchte aus dem Norden, das römische Reich muss eingreifen. Wenn die kommen mit ihren Schiffen, wo gehen sie hin? Heute ist der Schiffshafen nicht mehr wie früher in Jaffa, da bei Tel Aviv, sondern in Haifa. Dort ist der grosse Militärschiffshafen Israels. Gut, die kommen da, dann müssen sie irgendwo aufmarschieren. Im Hinterland von Haifa gibt es eine riesige Ebene, etwa so gross wie der Kanton Solothurn, das ist die Ebene Harmagedon. Ideal zum Aufmarschieren, weil dort nicht viel gebaut wird, das ist eine der fruchtbarsten Ebenen in Israel. Aber wenn kein Regen mehr fällt, kann man die Gegend gut gebrauchen für einen Aufmarsch. Und man muss oben stehen auf dem Karmel, dann einen wunderbaren Blick runter in die Harmagedonebene, und dann sieht man dort einen der grössten Militärflughäfen Israels mit Pisten in alle Richtungen, alle Windrichtungen. Ideal für einen Aufmarsch, auch mit Flugzeugen, Har Magedon. Das ist aber eben im Norden Israels in Galiläa, und die müssen also Israel unter dem Antichristen zu Hilfe kommen.
Nun erschrickt Syrien in Ägypten, und er muss zurückkehren, um das bereits Eroberte zu festigen. Dann haben wir in Daniel 11 gelesen, er wird sich festsetzen zwischen dem Mittelmeer und dem Berg der Heiligen Zirde, also auf der Höhe von Jerusalem, dieses Gebiet zwischen Mittelmeer und Jerusalem. Das passt gut: die EU in Galiläa, in Harmagedon, und die islamische Koalition unter Syrien südlich bei Jerusalem.
Syrien ist ein bisschen zu billig. Ich habe gesagt, der König des Nordens in Daniel war immer Syrien, aber ich muss erklären, das war immer Grosssyrien, und zwar umfasste das das ganze Gebiet von Libanon, Syrien bis nach Pakistan. Und wenn wir eben finden, dass da eine Macht kommt aus dem Norden und Israel überrennt, dann ist das eben Grosssyrien mit allen Verbündeten, und genau das umfasst so viele Länder, die islamisch sind. Und heute, wo die Sowjetunion vorbei ist, sind da viele potenzielle Bundesgenossen: Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan usw. Bis nach Pakistan alles islamisch, alles geeignet, um eine Grosskoalition gegen Israel zu machen. Also es sind zwei Blöcke, die da in der Endzeit aufeinander treffen werden. Und dann wird der Herr Jesus in Macht und Herrlichkeit kommen.
Wo wird er kommen? Die einen sagen, er wird auf dem Ölberg kommen, und die anderen sagen: Nein, er kommt doch in Harmagedon. Ja, natürlich, in Offenbarung 16 und 19 kommt der Herr nach Harmagedon, das ist aber nicht das Gleiche wie Jerusalem, der Ölberg. Ja, er wird nach Harmagedon kommen, um die europäischen Streitkräfte dort zu schlagen, und er wird auf den Ölberg kommen, um die islamischen Streitkräfte zu schlagen. Und so haben wir in Daniel 11 gelesen, dass der König des Nordens dann dort zum Ende kommen wird, ohne dass jemand ihm helfen wird. Der Herr selber wird da intervenieren.
Das war nun wichtig, um ein bisschen den Hintergrund zu haben für die weiteren Verse in Joel 2. Ich lese nochmals Vers 2: Ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, wie die Morgenröte ausgebreitet ist über den Bergen, tritt auf ein zahlreiches und starkes Volk, seinesgleichen ist nicht gewesen von Ewigkeit hier, und nach ihm wird keines fortfahren so zu sein bis in die Jahre der Generationen und Generationen. Vor ihm frisst das Feuer, lodert eine Flamme. Wie der Garten Eden ist das Land vor ihm, und nach ihm eine Wüste des Entsetzens, und auch keine Enttronnenen hat es.
Interessant: Mose hat doch vorausgesagt, als Folge der Verwerfung des Messias wird das Land Israel, das Land, das von Milch und Honig floss, eine unansehnliche Wüste werden, 3. Mose 26,31–33. Das hat sich so erfüllt: Ab dem Jahr 70 nach Christus, Zerstörung Jerusalems, bis ins neunzehnte Jahrhundert ist das Land Israel abgesunken, abgesunken, immer mehr bis zu einer unansehnlichen Wüste. Dann kam aber ab 1882 die erste moderne jüdische Einwanderungswelle, und es folgten weitere, und man hat hundert, aber Millionen von Bäumen gepflanzt, und so ist das verwüstete Land heute wieder ein Garten geworden, wo man sogar Schnittblumen in alle Welt exportiert und Jaffaorangen usw.
Ja, das entspricht genau dem: Wenn in der Endzeit der König des Nordens Israel angreift, kommt er nicht gegen eine Wüste, so wie das alte Palästina es war, sondern er kommt gegen ein Land wie der Garten Eden. In der Endzeit muss dieses Land wieder aufblühen, und das ist so heute. Aber das wird verwüstet werden. Wie der Garten Eden ist das Land vor ihm und nach ihm eine Wüste des Entsetzens, und auch keine Enttronnenen hat es.
Das ist ein schreckliches Wort. In Sacharja 13,8 heisst es, 12 bis 14 ist eine Einheit und beschreibt diese letzte Zeit der Drangsal. In Vers 13,8 lese ich: Und es wird geschehen im ganzen Land, spricht der Herr, zwei Teile davon werden ausgerottet werden und verscheiden, aber der dritte Teil davon wird übrig bleiben. Und ich werde den dritten Teil ins Feuer bringen, und ich werde sie läutern, wie man das Silber läutert, und sie prüfen, wie man das Gold prüft. Es wird meinen Namen anrufen, und ich werde ihm antworten und werde sagen: Es ist mein Volk, und es wird sagen: Der Herr ist mein Gott.
Dieses Wort ist noch nie erfüllt worden. Manche haben gesagt: Ja doch, das kann ja nicht sein, dass so etwas noch zukünftig sein soll, das hat sich in der Nazizeit erfüllt. Muss ich sagen: Nein, die haben einen Drittel der Weltjudenheit vernichtet. Sie wollten alles, aber sie haben sechs Millionen vernichtet. Aber hier steht zwei Drittel, und es steht nicht unter den Völkern, sondern es heisst, Vers 8: Und es wird geschehen im ganzen Land, spricht der Herr. Das ist eine Vernichtung im Land Israel. Zwei Drittel wird umkommen, aber ein Drittel wird in der grössten Not zur Bekehrung gelangen und wird dann den Herrn anrufen.
Und schauen wir Kapitel 14, Vers 3: Der Herr interveniert, nachdem in Vers 1 gesagt wird: Siehe, ein Tag kommt für den Herrn. Da wird deine Beute verteilt werden in deiner Mitte, und ich werde alle Nationen nach Jerusalem zum Krieg versammeln. Gemeint sind natürlich die Nationen rund um Israel, so wie schon in Kapitel 12,2: Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Alle Völker ringsum, das sind die islamischen Völker, die gegen Jerusalem kommen.
Und dann Sacharja 14,3: Und der Herr wird ausziehen und gegen jene Nationen streiten, wie an dem Tag, da er streitet, an dem Tag der Schlacht, und seine Füsse werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt. Und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen zu einem grossen Tal, und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen. Und ihr werdet in das Tal meiner Berge fliehen, und das Tal der Berge wird bis Adsel reichen, und ihr werdet fliehen, wie ihr vor dem Erdbeben geflohen seid in den Tagen Usias, des Königs von Juda, und kommen wird der Herr, mein Gott, und alle Heiligen mit dir.
Alle alttestamentlich Gläubigen und auch die Gläubigen der Gemeinde werden dann mit Christus kommen auf dem Ölberg, wenn er den König des Nordens mit seinen Verbündeten besiegt in Jerusalem. Der Ölberg ist östlich von Jerusalem. Es ist ganz eindrücklich zu sehen, wie diese Prophetenbücher wunderbar sich ineinander verzahnen wie ein Puzzle. Es passt alles zueinander.
Und so lese ich jetzt weiter Joel 2,3 am Schluss: Und auch keine Enttronnenen hat es. Das heisst, dieses Volk lässt niemanden durch Flucht entrinnen, sondern es gibt ein grausames Massaker, so dass eben zwei Drittel umkommen werden.
Vers 4: Wie die Erscheinung von Pferden ist seine Erscheinung, und wie Reiter eilen sie daher. Wie das Getöse von Wagen hüpfen sie auf den Gipfeln der Berge, wie das Brasseln einer Feuerflamme, welche Stoppeln verzehrt. Merken wir, wie das steht: wie, wie, wie. Es sind nicht Wagen von Pferden, aber es ist so wie, ja, das wird eine moderne Armee sein, aber das erscheint, das erscheint alles so ähnlich, wie es eben auch früher ausgesehen hat. Wie die Erscheinung von Pferden, wie Reiter, wie Getöse von Wagen und mit Feuerflamme, gleichsam als starkes Volk in Schlachtordnung aufgestellt, treten sie auf.
Vor ihm, wörtlich vor seinem Angesicht, erbeben Völker, alle Gesichter erbleichen. Gleichsam als Helden rennen sie, gleichsam als Männer des Krieges ersteigen sie die Mauer. Ein jeder geht auf seinen Wegen, und sie kommen von ihren Pfaden nicht ab. Keiner drängt den anderen, ein jeder geht auf seiner Bahn, und zwischen den Wurfgeschossen stürzen sie rasch zu Boden. Sie lassen keinen Bruch in den Reihen entstehen. In der Stadt eilen sie umher, sie rennen auf der Mauer. Sacharja 14,1 sagt ja, Jerusalem wird erobert werden. Das Ziel dieser islamischen Koalition wird die Rückeroberung des Tempelbergs sein, den sie 1967 im Sechstagekrieg verloren haben. In der Stadt eilen sie umher, sie rennen auf der Mauer, sie steigen in die Häuser, durch die Fenster gehen sie hinein wie ein Dieb. Eine gewaltig lebendige Beschreibung des Krieges.
Vor ihm bebt die Erde, es erzittern die Himmel. Die Sonne und der Mond verfinstern sich, und die Sterne verhalten ihren Glanz. Der Herr Jesus hat für die grosse Drangsalzeit genau diese Zeichen angekündigt an den Himmelskörpern, solche Veränderungen. Ich lese aus Lukas 21 aus der Ölbergrede Jesu, Vers 25: Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen, also Zeichen oben am Himmel, und auf der Erde Bedrängnis der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem Meer und Wasserwogen. Das sind Tsunamis. Bei brausendem Meer und Sturmfluten – das sind Zeichen auf der Erde, Zeichen am Himmel, Zeichen auf der Erde, indem die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Aber dann kommt der nächste Vers: Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und grosser Herrlichkeit. Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.
Also wenn man diese Dinge schon in ihren Anfängen sieht, die Tsunamis und was der Herr alles an Zeichen hier erwähnt in Lukas 21, dann soll man hinaufblicken, das ist die Zeit der Erlösung. Ja, wir gehen zurück, Joel 2: Vor ihm bebt die Erde, es erzittern die Himmel, die Sonne und der Mond verfinstern sich und die Sterne verhalten ihren Glanz, und der Herr lässt seine Stimme erschallen vor seinem Heer, denn sehr gross ist sein Lager, denn stark ist der Täter seines Wortes, denn gross ist der Tag des Herrn und sehr schrecklich, und wer vermag ihn zu ertragen.
Warum wird Gott diesen Überfall erlauben? Ich habe gesagt, nach Matthäus 24,15 wird die grosse Drangsalzeit beginnen, nachdem der Antichrist dieses Götzenbild im Tempel aufgestellt haben wird. Die Masse in Israel wird diesen Götzendienst akzeptieren und den Antichristen als Messias annehmen, und dann wird Gottes schützende Hand von Israel weggehen. Bisher wurde Israel bewahrt in allen Kriegen. 1948/49 wollte die islamische Welt Israel ausrotten. Und es war ein Fiasko nach einem Jahr. Dann wollten sie es wieder 1967. Nach sechs Tagen waren die Feinde an drei Fronten geschlagen. Am Herrentag, am Sonntag, war Ruhe. Dann haben sie es nochmals versucht mit einem Überraschungsangriff im Jom-Kippur-Krieg 1973. Es war eine Katastrophe für Israel. Die meisten Leute in Israel wussten gar nicht, dass Krieg ist, und die Armeen waren ins Land eingedrungen. Aber nach einiger Zeit war Israel auf dem Vormarsch und hat die Feinde alle hinausgeschmissen. Es war der Krieg mit den grössten Verlusten. Jedes Mal wurde Israel bewahrt. Man hat versucht, auf alle Weisen – es ist nie gegangen –, aber dieser Angriff wird möglich werden, nachdem das Götzenbild und der falsche Messias akzeptiert sein wird durch die Masse. Und darum wird zwei Drittel umkommen, und ein Drittel wird sich dann bekehren.
Lesen wir weiter, 2,12: Und auch jetzt, Spruch des Herrn, kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen und mit Fasten und mit Weinen und mit Wehklagen. So zerreisst euer Herz und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn gnädig und barmherzig ist er, langsam zum Zorn und gross an Güte, und er wird es sich geräuen lassen über das Böse.
Nun ruft Gott sein Volk in dieser Not auf zu einer letzten Möglichkeit der Busse und Umkehr, aber nicht so billig, wie das oft heute verkündigt wird als Evangelium. Einfach so schnell Jesus aufnehmen und so weiter und schon ist alles in Ordnung. Nein, sondern wirklich eine tiefgreifende Umkehr, verbunden mit einem tiefen Sündenbewusstsein vor Gott. Und darum heisst es: Ihr kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen, mit Fasten und mit Weinen und mit Wehklagen. Zerreisst euer Herz und nicht äusserlich die Kleider, irgendeine äusserliche Show abziehen, sondern wirklich im Innern das Herz zerreissen in Entsetzen über die eigene Sündhaftigkeit und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott.
2,14: Wer weiss, er wird umkehren und es sich geräuen lassen und wird hinter sich Segen zurücklassen, Speisopfer und Trankopfer für den Herrn, euren Gott. Wenn Israel eine Umkehr erlebt, dann wird der Fluch der Drangsal beendet, so dass wieder Segen kommt, das Land erneuert wird, damit man wieder Speisopfer und Trankopfer zum dritten Tempel bringen kann für den Herrn, euren Gott.
Vers 15: Stosst ins Schofahorn auf Zion. Das ist wieder ein Leitmotiv, ja, von Kapitel 2, Vers 1: Heiligt ein Fasten, ruft eine Festversammlung aus, versammelt das Volk, heiligt eine Volksversammlung, bringt die Ältesten zusammen, versammelt die Kinder und die Säuglinge an den Brüsten. Alle sollen sie kommen, nicht nur die Erwachsenen, auch die ganz Kleinen, sogar die Säuglinge sollen mit dabei sein. Das betrifft das ganze Volk, diese Umkehr, diese Bussversammlung.
Und noch mehr: Es heisst, es gehe hinaus der Bräutigam aus seinem Zimmer und die Braut aus ihrem Brautgemach. Bräutigam kann man auch übersetzen, wie in der Fussnote erklärt, der Jungvermählte. Nicht wahr, auch wir am Hochzeitstag im Deutschen nennt man den Jungvermählten immer noch den Bräutigam. Und im Englischen ist es so, dass man die Frau ein Jahr nach der Hochzeit noch Bride nennt und dann nicht mehr. Das ist von Sprache zu Sprache unterschiedlich, der Gebrauch von Bräutigam. Also es geht hier um den Jungvermählten und die Jungvermählte, sie sollen aus dem Zimmer, aus dem Brautgemach kommen. Nun, worum geht es hier? Es geht hier um die Hochzeitsnacht. Das ist in Gottes Plan eine ganz, ganz wichtige Sache, aber die Busse geht vor. Sie sollen also sogar das Hochzeitszimmer verlassen, um zur Busversammlung zu gehen. Es gibt nichts im Leben, das wichtiger wäre als die Bekehrung. Und da muss man sagen, wir sagen das auch unseren Kindern: Die Entscheidung für einen Ehepartner oder eine Ehepartnerin ist die zweitwichtigste Entscheidung im Leben, und die Berufswahl ist die drittwichtigste Entscheidung. Ja, die wichtigste ist die Bekehrung, und dann in zweiter Linie die Entscheidung der Heirat und drittens der Beruf. Aber den Beruf kann man wieder wechseln, die Frau nicht. Und den Mann auch nicht, das ist gegen Gottes Willen.
Also darum diese Reihenfolge: Es gehe hinaus der Jungvermählte aus seinem Zimmer und die Jungvermählte aus ihrem Brautgemach.
Vers 17: Zwischen der Vorhalle und dem Altar sollen die Priester weinen, die Diener des Herrn sollen sagen: Verschone, Herr, dein Volk! und gib dein Erbteil nicht preis der Schande der spottredenden Nationen. Warum sollte man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott? Hier haben wir die Vorhalle, hebräisch Ulam, erwähnt. Das eigentliche Tempelhaus, schon bei Salomo im zweiten Tempel und dann eigentlich im dritten Tempel, ist so aufgebaut: eine Vorhalle, dann kommt das Heilige mit dem siebenarmigen Leuchter, Schaubrottisch, Räucheraltar und dahinter das Allerheiligste. Im Tempel war immer der Bereich zwischen der Vorhalle und dem Altar, das war ein ganz besonders heiliger Bereich, der speziell nur von Priestern betreten werden durfte. Und da, an diesem Ort – wir wissen übrigens heute ganz genau auf dem Tempelberg, wo diese Quadratmeter sind –, also wenn wir zusammen hinaufgehen würden, könnte ich euch genau zeigen: Da, da ist die Stelle, zwischen Vorhalle und Altar, gerade auf der Ostseite der heutigen Omar-Moschee, des Felsendoms, da ist dieser Bezirk. Und da werden sie beten, opfern können sie nicht, aber sie werden beten im Tempel und Gott um Gnade anrufen.
Und jetzt schauen wir, jetzt kommt die Wende. Da beginnt der zweite Teil Joels: Dann eifert der Herr für sein Land, und er erbarmt sich über sein Volk. Nun greift Gott in diese Finsternis Israels, in diese tiefste Finsternis Israels ein.
Daniel stellt die Frage im Blick auf die grosse Drangsal in Daniel 12: Wie lange werden diese Dinge dauern? Und dann wird ihm ein grausames Wort gesagt. Das könnte durch Mark und Bein gehen. Daniel 12, ich lese das vor, Daniel 11 meine ich, Vers 6, Daniel 12 meine ich, Vers 7. Daniel stellt die Frage: Wie lange wird das Ende dieser wunderbaren Dinge dauern? Ich hörte den in Linnen gekleideten Mann, welcher oben über dem Wasser des Stroms war, und er hob seine rechte Hand und seine linke zum Himmel und schwur bei dem, der ewig lebt: Eine Zeit, eine Doppelzeit und eine halbe Zeit. Zwei Jahre und ein halbes Jahr, das sind die dreieinhalb Jahre der Drangsalzeit. Und wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollbracht sein wird, dann werden alle diese Dinge vollendet sein.
Also Israel wird in seiner eigenen Kraft völlig auf den Boden gelangen. Israels Kraft wird am Boden zerschmettert sein, und dann wird Gott eingreifen. Und so ist es eben auch oft mit uns Menschen: Wir kommen erst zur Bekehrung, wenn wir sehen, dass wir von uns aus nichts können. Wir brauchen reine Gottesgnade, um errettet zu werden. Wir können nichts beitragen, und erst wenn der Mensch an dem Punkt angelangt ist, kann er das Heil wirklich erfassen. Und so wird Israel wirklich an diesem Punkt geführt werden in diesen dreieinhalb Jahren. Kein Selbstvertrauen mehr, auch nicht mehr auf die Zahal, die israelische Streitkraft. Nun greift Gott ein.
Es ist aber so schön, hier an dieser Schlüsselstelle: Der erste Teil endet mit „Wo ist ihr Gott?“ Und dann kommt die Antwort im zweiten Teil: Dann eifert der Herr, Yahweh, für sein Land. Joel, dieser kurze Name, heisst: Yahweh ist Gott. Jo ist die Abkürzung für Yahweh, der Herr, der Ewige, und El bedeutet Gott. Es gibt verschiedene Formen: El, Elohim, Eloah. Nun haben wir genau das: Sie fragen, wo ist ihr Gott? Dann eifert Yahweh für sein Land. Das ist genau die Anspielung auf den Prophetennamen Joel.
Ich lese weiter, Vers 18: Dann eifert der Herr für sein Land, und er erbarmt sich über sein Volk. Dann antwortet der Herr und spricht zu seinem Volk: Siehe, ich sende euch das Korn, den neuen Wein, Traubensaft und das Olivenöl, so dass ihr davon satt werdet, und ich werde euch nicht mehr setzen zum Hohn unter den Nationen. Ja, da sind wir wirklich ganz am Ende. Israel wird nie mehr Schmach und Schande von den Völkern erleben. Nie mehr all diese Spottreden, die sie unter den Nazis, aber auch heute noch in aller Welt zu erdulden haben.
Und den Nordländer – jetzt sehen wir, diese Armee kommt von Norden her – und den Nordländer werde ich von euch entfernen und werde ihn vertreiben in ein Land der Trockenheit und der entsetzlichen Verwüstung. Sein Vortrab in das vordere Meer und seinen Nachtrab in das hintere Meer. Nun, in der Fussnote habe ich erklärt: Das vordere Meer bezeichnet im Hebräischen das Tote Meer, und das hintere Meer ist das Mittelmeer. Warum? Im Alten Orient orientierte man sich am Orient. Ja, ich glaube, wenn wir eine Karte haben heute, dann stellen wir sie so auf, dass oben vorne ist Norden und links Westen, rechts Osten und Süden. Aber im alten Israel hat man nach Osten geblickt, das ist vorne. Darum auch das hebräische Wort für Osten, es gibt mehrere, aber eines heisst Kedem, das heisst vorne, das, was vorne liegt. Also wenn man sich nach dem Orient orientiert, da wo die Sonne aufgeht, dann ist das vordere Meer in Israel das östliche Meer, das Tote Meer. Und das, was man im Rücken hat, das ist das Mittelmeer. Und dann versteht man auch: Rechts ist in der Bibel Norden und links ist Süden. Man kann das nachlesen: In Hesekiel 16 wird Samaria im heutigen Westjordanland genannt links, und Sodom und Gomorra, das ist rechts, im Süden unten. So geht das. Andere Länder, andere Sitten. Aber wenn man die Bibel liest, muss man sich den biblischen Sitten anpassen.
Aber merken wir jetzt etwas: Das stimmt genau überein mit Daniel 11. Dort haben wir doch gelesen, der König des Nordens kommt aus Ägypten zurück, wird sich stationieren zwischen dem Mittelmeer und dem Berg der Heiligen Zirde, das ist der Tempelberg. Nun, Jerusalem liegt gerade am Nordende der Höhe des Toten Meeres. Das entspricht genau dem. Und jetzt lesen wir weiter: Das wird also geschehen, wenn der Herr Jesus auf dem Ölberg kommt und diese ganze Armee vernichtet, und aufsteigend wird sein Gestank, ja, aufsteigen wird sein Verwesungsgeruch, weil er Grosses getan hat.
Fürchte dich nicht, Erdboden, frohlocke und freue dich, denn der Herr tut Grosses. Merken wir den Gegensatz: Der König des Nordens hat Grosses getan, kommt aber zu seinem Ende, und jetzt heisst es: Der Herr tut Grosses. Er hat das letzte Wort.
Hiob in seiner tiefsten Krankheitsnot, ausgemergelt und im schrecklichsten Zustand auch seiner Seele, kommt plötzlich in Kapitel 19,25 zu diesem Aufblick auf den Herrn. Und ich weiss – Händel hat das so schön vertont – und ich weiss, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen. Das heisst, er wird das letzte Wort reden. Wir können durch alles mögliche Ungemach im Leben hindurch, aber wir wissen, am Schluss spricht der Herr das letzte Wort, als der Letzte wird er auf der Erde stehen. Wie hier Vers 21: Denn der Herr tut Grosses.
Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes, denn die Auen der Wüste sind grün. Jetzt kommt das Leben wieder. Ja, nach der grossen Drangsal, nach 1260 Tagen, beginnt es wieder zu regnen. So wie damals bei Elija, das waren ja auch genau dreieinhalb Jahre Trockenheit, ja, 2. Könige 17. Das ganze Land vertrocknet unter diesem götzendienerischen Herrscher Ahab, ein Vorgeschmack des Antichristen. Und dann, am Ende dieser Notzeit, kommt der Regen wieder über Israel.
Kapitel 2, Vers 22: Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes, denn die Auen der Wüste sind grün, die Bäume tragen ihre Frucht, der Feigenbaum und der Weinstock geben ihren Ertrag, und ihr Söhne Zions, frohlockt und freut euch in dem Herrn, eurem Gott. Merken wir wieder eine Anspielung auf Joel, Yahweh ist Gott, in dem Herrn, eurem Gott, denn er hat euch gegeben den Lehrer der Gerechtigkeit, und er lässt euch Regen fallen, den Frühregen und den Spätregen zuerst.
Das ist eine ganz schwierige Stelle zum Übersetzen. Ich habe geschrieben bei Fussnote 29: Das überrascht diese Übersetzung, denn er hat euch gegeben den Lehrer der Gerechtigkeit, und er lässt euch Regen fallen, den Frühregen und den Spätregen zuerst. Ich lese Fussnote 29 vor: „Oder den Lehrer, hebräisch More, zur Gerechtigkeit.“ Dieser Vers enthält ein wichtiges Wortspiel. Joel verwendet in der nächsten Zeile für Frühregen statt des üblichen Wortes Joreh eine völlig ungewöhnliche Wortform, die genau gleich klingt wie Lehrer, More. Darum haben gewisse Bibelübersetzungen eben übersetzt, auch dort, wo ich übersetze „Lehrer der Gerechtigkeit“, haben sie Frühregen übersetzt. Aber Moré ist normalerweise das Wort für Lehrer. In der letzten Verszeile von Vers 23 ist es eindeutig ein Spezialwort für Frühregen.
Nun ist das eben ein Wortspiel: Wer ist der Lehrer der Gerechtigkeit? Der kommen wird nach dieser grössten Not und Trockenheit, das ist der Herr Jesus, der den geistlichen Regen bringen wird am Ende der Notzeit, und das fällt dann eben zusammen mit dem Frühregen. Und so gibt die Stelle ihren Sinn her: denn er hat euch gegeben den Lehrer der Gerechtigkeit, und er lässt euch Regen fallen, den Frühregen und den Spätregen zuerst.
Fussnote 30: Zuerst den Regen als natürlicher Segen, dann den geistlichen Segen in der Ausgiessung des Heiligen Geistes, das kommt gleich im nächsten Kapitel. Darum heisst es den Frühregen und den Spätregen zuerst. Also zuerst kommt der Regen über Israel bei der Wiederkunft Christi und dann kommt noch die Geistesausgiessung. Darauf kommen wir nach der Pause dann zu sprechen. Das wird echt spannend.
Übrigens: In den Schriften von Qumran findet man ja diesen Ausdruck der Lehre der Gerechtigkeit. In den ausserbiblischen Schriften von Qumran findet man das wiederholt. Und zum Beispiel auch in ihrem Habakuk-Kommentar aus Höhle 1, da kommt im Kommentar dieser Ausdruck der Lehre der Gerechtigkeit vor. Das war ein Priester aus der Linie von Zadok. Er war so enttäuscht damals im zweiten Jahrhundert vor Christus, weil die Makkabäer die Priesterordnung verletzt haben. Die haben plötzlich nicht sadokidische Priester als Hohepriester eingesetzt. Und da war dieser Sadokide so enttäuscht über dieses Chaos, diese unbiblischen Zustände im Tempel, so hat er sich vom Tempel abgesondert und ist ans Tote Meer gegangen und hat die Qumrangemeinschaft gegründet. Und viele sind mit ihm gegangen, sie haben gesagt: Wir können nicht mehr im Tempel anbeten, wir müssen in die Wüste, und wir warten, bis der Messias kommt. Und dieser Führer von Qumran hat sich genannt: der Lehrer der Gerechtigkeit. Und so kommt in den Qumranschriften auch vor als Gegensatz der Frevelpriester. Das ist bezogen eben auf diese makkabäischen Priester, die unrechtmässig das Hohepriesteramt an sich gerissen haben. Das ist der Frevelpriester, während der Zadokide von Qumran, das war der Lehrer der Gerechtigkeit, in ihrem Verständnis.
Nun, woher haben sie diesen Ausdruck, der Lehrer der Gerechtigkeit? Aus Joel. Das ist die Schlüsselstelle. Aber sie haben es falsch bezogen, das bezieht sich natürlich nicht auf diesen Priester damals, sondern das ist der Messias, der Lehrer der Gerechtigkeit. Das ist der Mann aus Bethlehem. Das ist der, der die Bergpredigt gehalten hat in Galiläa. Das ist der Lehrer der Gerechtigkeit, der sagen konnte: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist, ich aber sage euch. Das ist eine ganz andere Sprache. Die Rabbiner haben immer gesagt: Rabbi Sowieso hat gesagt im Namen von Rabbi Sowieso. Die haben sich immer auf Autoritäten gestützt. Da muss man mal ein bisschen Talmud lesen. Merkt man, wie die Sprache immer abstützen auf andere Namen: der hat gesagt, der hat gesagt. Der Jesus kann sagen: Ich aber sage euch. Am Schluss von Matthäus 7, am Ende der Bergpredigt, heisst es, dass das Volk war erstaunt über diese Worte, denn er lehrte sie wie einer, der Autorität, Macht hatte, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. Ja, er ist dieser Lehrer der Gerechtigkeit, den Gott für Israel gegeben hat.
2,24: Und die Tennen werden voll Korn werden, und die Kufen werden überfliessen von neuem Wein und von Olivenöl. Alles Bestandteile für die Opfer im Tempel, ja? Aber nicht nur, es ist auch zur Nahrung.
2,25: Und ich werde euch die Jahre erstatten, dreieinhalb Jahre, die der Vermehrer abgefressen hat, der Hüpfer und der Vertilger und der Abnager – jetzt haben wir wieder diese Ausdrücke wie in Kapitel 1 – mein grosses Heer, das ich unter euch gesandt habe. Nun sehen wir, das Heer in Kapitel 1, das war nicht eine gewöhnliche Heuschreckenplage, sondern ein Heer, das das Land mit Feuer verbrennt. Das machen Heuschrecken nicht, so schrecklich sie auch sein können.
Vers 26: Und ihr werdet genug zu essen haben und satt werden, und ihr werdet den Namen des Herrn, eures Gottes, loben – Joel, wieder eine Anspielung auf den Namen, Jahweh Eloheichem, Yahweh euer Gott – loben, der wunderbar an euch handelt, und mein Volk soll in Ewigkeit nicht mehr beschämt werden. Merken wir, da sind wir am Ende. Es geht also nicht um ein Ereignis, das schon früher mal in der Geschichte Israels stattgefunden hätte. Es geht wirklich um das Letzte, und dann wird Israel nie mehr beschämt werden. Und das ist nun ganz wichtig für das Weitere, was nach der Pause kommt. Das wird ein Hammer werden.
Und ihr werdet erkennen, dass ich in der Mitte Israels bin und dass ich der Herr, euer Gott, bin – wieder eine Anspielung an Joel – und keiner sonst, und mein Volk soll in Ewigkeit nicht mehr beschämt werden. Jetzt kommt nur noch das tausendjährige Reich. Und wir sehen: Gott selber ist da.
2,27: In der Mitte Israels. Der Mann von Nazareth wird auf dem Ölberg stehen, aber dieser Mann ist Gott, denn in Sacharja 14,3 heisst es: Yahweh wird ausziehen, und seine Füsse werden auf dem Ölberg stehen. Natürlich kann man sich da fragen: Hat Yahweh, der ewige Gott, Füsse? Aber sicher! Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Das ist der ewige Gott, der wirklich Mensch geworden ist, und als Mensch wird er wiederkommen in der Zukunft. Er wurde Mensch, geboren in Bethlehem, er ist gestorben und ist als Mensch auferstanden, als Mensch in den Himmel gegangen, als Mensch hat er sich zur Rechten Gottes gesetzt, und als Mensch wird er zurückkehren auf den Wolken des Himmels, und seine Füsse werden auf dem Ölberg stehen.
Ja, jetzt machen wir Pause, das haben wir wohlverdient, glaube ich. Wir kommen nun zu Joel 3. In gewissen Bibelübersetzungen sind das die letzten Verse von Kapitel 2, weil anders gezählt wird.
Und es wird geschehen nach diesem: Ich werde meinen Geist ausgiessen über alles Fleisch, und es werden weissagen eure Söhne und eure Töchter, eure Ältesten werden Träume träumen, eure jungen Männer werden Visionen sehen, und auch über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgiessen. Und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf der Erde, Blut, Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut vor dem Kommen des Tages des Herrn, des Grossen und Schrecklichen. Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden. Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der Herr gesprochen hat, ja, unter den Enttronnenen, die der Herr ruft.
Nun haben wir ganz deutlich gesehen, dass Kapitel 1 und 2 in Joel die kommende Drangsalzeit von dreieinhalb Jahren vor der Wiederkunft Christi bis hin zur Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit beschreiben. Jetzt haben wir gelesen: Und es wird geschehen nach diesem. Das heisst also ganz klar: Nach der grossen Drangsalzeit wird der Heilige Geist ausgegossen.
Nun sehen wir: Heute in der charismatischen Bewegung wird gelehrt, dass wir nun in der Endzeit leben, das stimmt, und dass jetzt eine besondere Geistesausgiessung stattfinden soll über die ganze Welt und dass es dadurch zu einer gewaltigen Erweckung kommen soll in Europa, auch in Amerika, weltweit. Aber das entspricht nicht dem, was die Bibel sagt. Denn es heisst hier: Es wird geschehen nach diesem. „Ich werde meinen Geist ausgiessen über alles Fleisch.“ Das wird also geschehen erst nach der Entrückung der Gemeinde und nach der grossen Drangsalzeit, nach dem Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit, um Israel zu befreien.
Und das ist auch ganz logisch. Der Heilige Geist wurde ja in Apostelgeschichte 2 ausgegossen über die Gemeinde Pfingsten 32 nach Christus. Der Heilige Geist ist nie weggegangen, sondern er ist hier geblieben durch diese fast zweitausend Jahre hindurch. Aber bei der Entrückung der Gemeinde wird die Umkehrung von Pfingsten stattfinden, so wie der Heilige Geist, der ja der allgegenwärtige Gott ist, auf die Erde gekommen ist am Pfingsten, um eben sein Wirken in einer ganz besonderen Weise in der Gemeinde zu entfalten, so wird der Heilige Geist eben von der Erde weggehen, und er wird so wieder wirken nach der Entrückung, wie er das schon getan hat im Alten Testament. Der Heilige Geist war auch im Alten Testament allgegenwärtig, aber dieses besondere Wohnen in einzelnen Menschen, ohne sie je wieder zu verlassen, das hat es nur gegeben im Zeitalter der Gemeinde. Und in diesem Sinn wird der Heilige Geist bei der Entrückung wieder weggehen. Und wenn er weggegangen sein wird, dann kann er wiederkommen. Und darum: Am Anfang des Tausendjährigen Reiches wird der Heilige Geist wieder neu ausgegossen werden, so wie am Pfingsttag.
Aber wer heute sagt, der Heilige Geist soll jetzt ausgegossen werden, verunehrt den Heiligen Geist, denn er ist bereits da, er wohnt in der Gemeinde. Und wenn man sagt, ja, wir brauchen seine Kraft, er muss neu ausgegossen werden, ignoriert man sein Wirken in der heutigen Zeit. Es war ja der Heilige Geist, der das Neue Testament, die Vollendung der Heiligen Schrift, gewirkt hat nach Pfingsten. Es war der Heilige Geist, der der frühen Gemeinde die Einsicht gegeben hat, alle gefälschten Bücher zu verwerfen und nur die inspirierten 27 Bücher des Neuen Testaments anzuerkennen. Alle Fälschungen hat die Kirche, die frühe Kirche, aufgedeckt und verworfen. In keinem einzigen Fall hat sie sich geirrt, wie wir heute aus dem Rückblick sagen können.
Und es war der Heilige Geist, der in der Reformation in einer gewaltigen Weise wieder neu das Wort Gottes entdecken liess und auch die Wahrheiten des Evangeliums: allein aus Gnade, allein die Schrift, allein durch Glauben, und allein Jesus Christus. Das war ein gewaltiges Wirken des Heiligen Geistes, und es sind ja damals Tausende von Mönchen und Nonnen aus der katholischen Kirche aus den Klöstern hinausgegangen, weil sie die Gnade Gottes im Evangelium erkannt haben. Das war gewaltig! Natürlich kam dann die Gegenreformation, aber der Heilige Geist hat weitergewirkt, und besonders im neunzehnten Jahrhundert hat er wieder ganz neu auch Licht geschenkt zum Verständnis der Prophetie in der Bibel, die Wiederkunft Christi, die Entrückung und auch die ganzen inneren Zusammenhänge der Bibel, die Bedeutung von Israel, die Bedeutung der Gemeinde usw. Das ist alles wieder ganz neu ins Bewusstsein gerückt in der Erweckungszeit des neunzehnten Jahrhunderts, und dieser Heilige Geist ist auch heute da und steht uns zur Verfügung in einer Zeit der endzeitlichen Verführung. Und wer kann da bewahrt bleiben? Wir nicht, aber der Heilige Geist wirkt in den Gläubigen, so dass sie auch bewahrt bleiben können. Dieser Geist ist da, und zu sagen, der Heilige Geist soll kommen, ist eine Verunehrung des Geistes, der da ist.
Also wir müssen ganz deutlich sehen, der Fahrplan nach der Bibel ist anders. Der Heilige Geist wird bei der Entrückung weggehen, und dann wird er am Anfang des Tausendjährigen Reiches ausgegossen werden.
Nun kommt aber die Frage: Petrus zitiert dieses Wort am Pfingsttag, Apostelgeschichte 2. Der Heilige Geist wird ausgegossen über die Gläubigen, und sie beginnen, in Fremdsprachen, die sie noch nie gelernt haben, perfekt zu reden und die grossen Taten Gottes den Juden aus dem Ausland zu verkündigen. Die Menge in Jerusalem ist völlig ausser sich, und dann steht Petrus auf in Kapitel 2,14: Petrus aber mit den Elfen aufstehend, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa, und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund und nehmt zu Ohren meine Worte; denn diese sind nicht trunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages, das ist neun Uhr morgens. Im Judentum war es verboten, vor der Darbringung des Morgenbrandopfers zu frühstücken, also erst ab zehn Uhr. Die durften auch vorher keinen Wein trinken. Er sagt, die sind nicht betrunken, es ist neun Uhr, niemand hat morgen gefrühstückt und niemand hat getrunken, das kommt erst in einer Stunde.
Sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist, und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgiessen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen usw. Vers 19: Und ich werde Wunder geben in dem Himmel oben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdampf, die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut.
Wir haben im Neuen Testament an vielen Stellen Zitate aus dem Alten, gerade zum Beispiel im Matthäusevangelium. Man kann einmal anfangen, Matthäus 1,2 usw., und dann steht immer wieder: auf dass erfüllt würde, was durch den Propheten geredet ist, und dann kommt das Zitat. Hier sagt Petrus nicht: das ist die Erfüllung, was durch den Propheten Joel gesagt ist, sondern er sagt: was seid ihr so erstaunt? Das ist genau dasselbe, was in Joel beschrieben wird, das Phänomen der Geistesausgiessung ist doch nicht etwas Fremdes für euch, das wisst ihr doch aus den kleinen Propheten und auch aus Jesaja und so weiter. Das ist genau das, was in unserer Bibel steht. Aber er sagt nicht, das ist die Erfüllung, sondern er sagt, das ist genau das Gleiche, nämlich die Ausgiessung des Heiligen Geistes.
Er zitiert dann auch Blut, Feuer, Rauchdampf, Sonne verfinstert, Mond in Blut. Da haben wir keine Hinweise in der Bibel, dass das am Pfingsttag etwa so gewesen wäre. Das bezieht sich auf die grosse Drangsalzeit, aber er zitiert den Abschnitt, um zu sagen: Dies ist es, das Gleiche, nicht die Erfüllung von. Und so muss man also sagen: Die Erfüllung von Joel 3 wird stattfinden am Anfang des Tausendjährigen Reiches, nach der grossen Drangsalzeit. Das, was die Gemeinde erfahren hat am Pfingsttag, ist das Gleiche, was in Joel 3 für Israel in der Endzeit angekündigt ist.
Nun sehen wir, dass es ganz wichtig ist, dass wir die Bibel im Zusammenhang lesen. Oft wird heute einfach Joel zitiert, diese Verse, aber über Kapitel 1 und 2 spricht niemand. Und dabei wird der biblische Fahrplan verheerend durcheinandergebracht.
Wir haben ein weiteres solches Beispiel vom Durcheinanderbringen in 2. Timotheus 2, ein anderes Thema, aber hier spricht Paulus über Hymenäus und Philetus. Ich lese des Zusammenhangs wegen ab 2. Timotheus 2,16: Die ungöttlichen, eitlen Geschwätze aber vermeide, denn sie werden zu weiterer Gottlosigkeit fortschreiten, und ihr Wort wird um sich fressen wie ein Krebs, unter welchen Hymenäus ist und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon geschehen sei und den Glauben etlicher umkehren.
Diese Irrlehrer haben gesagt, die Auferstehung ist schon geschehen. Wir wissen, die Auferstehung wird ja erst stattfinden bei der Entrückung der Gemeinde, dann, wenn Jesus Christus vor der grossen Drangsal für die Gemeinde kommen wird. Nun, wenn die gesagt haben: Nein, die Auferstehung ist schon geschehen, dann hat das Konsequenzen. Dann müsste zum Beispiel ein Gläubiger nicht mehr krank sein, weil der Apostel Paulus sagt ja, bei der Wiederkunft Christi, da wird die Erlösung des Körpers kommen. Römer 8: Er sagt in Römer 8,18: Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Dann sagt er: Die ganze Schöpfung seufzt heute, und auch wir seufzen, Vers 23: nicht allein aber sie, die Schöpfung, sondern auch wir selbst seufzen, die wir die Erstlinge des Geistes haben. Auch wir selbst seufzen in uns selbst, erwartend die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.
Jesus Christus ist gestorben für unsere Sünden am Kreuz. Er hat dort auch den Tod besiegt und damit auch den Sieg über alle Folgen der Sünde. Aber wir haben heute erst die Erlösung der Seele, die Erlösung des Körpers haben wir noch nicht. Darum werden Gläubige noch krank, und darum sterben Gläubige auch, weil sonst dürften Gläubige nicht mehr sterben. Christus hat den Tod besiegt am Kreuz, aber warum sterben alle Generationen seit Golgatha bis heute? Weil die Erlösung des Leibes noch nicht gekommen ist. Die wird erst stattfinden bei der Entrückung, wenn dann die Verstorbenen auferstehen werden und die übrigbleibenden, die leben, ihr Körper wird umgewandelt werden, so dass der Körper nicht mehr stirbt, nicht mehr verwest.
Die haben gesagt, die Auferstehung sei schon geschehen, und damit haben sie den göttlichen Heilsplan durcheinandergebracht, aber mit verheerenden Konsequenzen. Dann hätte man sagen können jemandem im Rollstuhl: Du, wieso stehst du nicht auf, du hast zu wenig Glauben. Und hätte dann sagen müssen: Nein, nein, ich habe nicht zu wenig Glauben. Ich vertraue auf den Herrn, dass er mich durchträgt in dieser Not, aber wenn Christus einmal kommen wird, dann wird mein Körper vollkommen und kräftig und herrlich sein, so wie das in 1. Korinther 15 steht. Da hätte man diesen Philetus und Hymenäus widerstehen müssen und sagen: Nein, er bringt den Fahrplan völlig durcheinander, und das hat praktische Konsequenzen für das Glaubensleben.
Und so hat Paulus gesagt: Sie kehren den Glauben etlicher um. Und das geschieht heute auch, indem gesagt wird: Jetzt sind wir in dieser Zeit, wo der Geist neu ausgegossen wird, und dann wird gesagt: Und heute ist die Zeit, wo nun wirklich diese Krankenheilungen wieder geschehen sollen, wie zur Zeit der Apostel. Das stimmt einfach nicht, denn diese Geistesausgiessung kommt erst am Anfang des Tausendjährigen Reiches, und dann wird auch geschehen, was in Jesaja 35 steht. Das wird verheerend sein für alle Ärzte, aber erst dann.
Jesaja 35,4: Seid stark, fürchtet euch nicht, siehe, euer Gott kommt, Rache kommt, die Vergeltung Gottes, er selbst kommt und wird euch retten. Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden, dann wird der Lahme springend wie ein Hirsch und aufjauchzen wird die Zunge des Stummen. Da haben wir das Kommen Gottes zum Gericht, und jetzt muss man in der Bibel wieder anstreichen: dann werden die Augen der Blinden aufgetan. Bitte, wir müssen den Zeitplan einhalten, dann wird es keine Lahmen mehr geben, keine Blinden, alle Krankheiten werden geheilt werden, die Spitäler werden aufgelöst werden, aber nicht heute. Heute sind wir so dankbar, dass es all diese Einrichtungen gibt, weil wir die Erlösung des Leibes noch nicht haben.
Aber wir sehen, das ist nicht nur einfach so Spielerei. Die Prophetie hat Auswirkungen auf das, was wir heute erwarten oder nicht erwarten. Das hat nichts zu tun mit Unglauben, dass wir nicht glauben, dass Gott unsere Gebete erhört und dass er auch heute in Krankheitsfällen eingreifen kann und Dinge tut, die wir nicht verstehen können. Aber das hat nichts zu tun mit der Gabe der Krankenheilung usw., sondern es hängt einfach damit zusammen, dass Gott Gebet erhört. Auf gläubiges Gebet antwortet, aber nicht so, dass wir erwarten können, wir sollten keine Blinden und keine Lahmen haben. Das kommt erst noch, und darauf freuen wir uns.
Also das zu Joel 3. Und ganz wichtig Vers 5: Und es wird geschehen, jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden. Hier wird dem Propheten Joel schon deutlich gemacht: Das Heil Gottes beschränkt sich nicht auf Israel. Jeder – das heisst, das Heil Gottes bezieht sich auf alle Menschen –, jeder, der kommt und sich bekehrt, wird errettet. Und dieses Wort wird im Neuen Testament wiederholt aufgenommen. Auf Seite habe ich unter praktische Lehren beim letzten Punkt aufgeführt: Wir lernen aus Joel, Gottes Gnade ist universell, weltumspannend. Darum wird eben dieser Vers sowohl in Apostelgeschichte 2 als Römer 10 zitiert, um deutlich zu machen, das Heil beschränkt sich nicht auf ein Volk, sondern jeder, der kommt, wird angenommen. Jeder, der echt Busse tut.
Kapitel 4: Hier hören wir die Stimme des Messias, denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie hinabführen in das Tal Josaphat. Und ich werde dort mit ihnen einen Rechtsstreit führen über mein Volk und über mein Erbteil Israel, weil sie es unter die Nationen zerstreut.
Also, der Herr Jesus sagt hier: In jener Zeit, wenn das Schicksal der Juden und der Stadt Jerusalem eine Wende erfährt, dann wird er im Tal Josaphat sein und abrechnen. Das jüdische Volk hat Schreckliches durchgemacht ab dem Jahr siebzig nach Christus, als die Römer den Tempel verwüsteten, Jerusalem in Schutt und Asche legten und schliesslich dem Judenstaat ein Ende setzten. Sie wurden zerstreut unter alle Völker, 13 Millionen Tote haben wir zu beklagen. Und man betete um eine Wende, um eine Rückführung ins Land der Väter, und das durch diese zweitausend Jahre hindurch. Dreimal am Tag hat man im Judentum gebetet, dass Gott zurückführen möge nach Zion, und es war einfach nicht möglich. Das war nicht zu realisieren in früheren Zeiten, in der Zeit der Reformation. Das war nicht zu realisieren, die Juden aus aller Welt zurückzuführen ins Land der Väter. Unzählige wären damals auf dem Weg gestorben. Aber 1882 begann die erste Rückführung. Eine Welle: Tausende von Juden kamen aus Russland wegen der Verfolgung unter den letzten Zaren und gingen nach damals Palästina und begannen, das kaputte Land wieder aufzubauen. Dann kam eine zweite Welle, eine dritte, eine vierte, eine fünfte, bis Millionen aus aller Welt gekommen sind, bis heute, aus allen fünf Kontinenten, und so erfuhr das Schicksal der Juden eine ganz markante Wende ab 1882. Und 1948 kam es sogar zur Gründung des Staates Israel, was zweitausend Jahre nicht mehr möglich war. Und 1967 beim zweiten Versuch der Totalausrottung des Judenstaates am dritten Tag war der Tempelberg in jüdischer Hand. Das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde. Wir sind Augenzeugen dieser Wende, und diese Stelle sagt, in dieser Zeitperiode, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie hinabführen in das Tal Josaphat.
Also dieser Angriff des Königs des Nordens, der gegen Jerusalem kommt – ich muss erklären, das Tal Josaphat ist ein anderer Name für das Tal Kidron zwischen Ölberg und Tempelberg in Jerusalem. Ein anderer Name für das Tal Chave in 1. Mose 14,17, es ist alles das Gleiche. Dort wird der Herr Jesus stehen und einen Rechtsstreit führen. Er wird auf den Ölberg kommen, er wird im Tal Josaphat sein. Es ist schon eindrücklich, wenn man da vom Tempelberg runter spaziert, das habe ich vor einiger Zeit mit meiner Frau gemacht, durch das Tal Kidron, durch das Tal Josaphat. An diesem Ort wird er stattfinden, da wird er stehen.
Aber das ist unsere Zeitperiode, denn die vergangenen 120 Jahre, das ist das, was die Bibel bezeichnet als Endzeit. Und was sind 120 Jahre im Vergleich zu fast 2000 Jahren? Wir können nichts rechnen, aber die Zeichen der Zeit machen deutlich: Wir leben in dieser Zeitperiode. Und dann wird Gott mit den Völkern abrechnen wegen Israel, weil sie es unter die Nationen zerstreut und mein Land verteilt haben. Ui, da wird es aber heiss für die UNO. Ja, die Engländer haben das Land geteilt nach dem Ersten Weltkrieg, da haben sie 77 Prozent von Palästina den arabischen Palästinensern gegeben, die haben daraus Jordanien gemacht. Und dann nach dem Zweiten Weltkrieg hat die UNO den Rest nicht den Juden gegeben, sondern nochmals geteilt. Das war der Teilungsplan von 1947. So entstand der Judenstaat, mit dem Rest wollte man einen zweiten Palästinenserstaat machen: Westjordanland, Gaza, Golan. Aber dann wird der Messias kommen und abrechnen, weil sie es unter den Nationen zerstreut und mein Land verteilt haben. Es ist gefährlich, sich da zu beteiligen, bei der Landteilung.
Vers 3: Und über mein Volk das Los geworfen und den Knaben um eine Hure gegeben und das Mädchen um Wein verkauft und ihn vertrunken haben. Und zudem, was wollt ihr mir, Tyrus und Zidon? Das weist auf den Libanon hin, ja? Und alle ihr Bezirke von Philistäa. Philistäa ist das Wort für Philisterland. In der Bibel ist traditionell das Philisterland das Gebiet des Gazastreifens und rundherum. Jetzt wird hier endzeitlich gesprochen über die Bezirke in der Mehrzahl Philistäers Mehrzahl, das ist zwei und mehr, oder? Haben wir im Prinzip so in der Schule gelernt. Einzahl ist eins und Mehrzahl ist zwei und mehr. Also da wird es in der Endzeit mehr als ein Bezirk von dem Philisterland geben. Das ist schon interessant, ja, aber Gott spricht sie an: Was wollt ihr, Bezirke von Philistia, wollt ihr an mir Vergeltung üben? Ja, wenn ihr mir etwas antun wollt, schnell eilends werde ich euer Tun auf euren Kopf heimzahlen.
Ihr habt ja mein Silber und mein Gold weggenommen und meine schönen Kostbarkeiten in eure Tempel gebracht. Das nimmt Bezug auf alles, was geschehen ist seit dem Jahr siebzig. Und die Söhne Judas und die Söhne Jerusalems den Söhnen der Griechen verkauft, und so wurden die Juden zerstreut bis nach Europa, damit sie entfernt werden von ihrem Gebiet. Bereits die Römer hatten im Jahr siebzig gegen hunderttausend Kriegsgefangene weggeführt, und das hat die Preise im Römischen Reich für Sklaven zusammenbrechen lassen. Man kaufte keine Sklaven mehr. Also so wurden sie weggeführt. Übrigens genau wie das in 5. Mose vorausgesagt war. Mose schreibt in 5. Mose 28 von der Zerstreuung unter alle Völker, Vers 64: Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Und dann Vers 68: Und der Herr wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückführen, auf dem Weg, von dem ich dir gesagt habe, du sollst ihn nie mehr wiedersehen. Und ihr werdet da selbst euren Feinden zu Knechten und zu Mägden verkauft werden, aber niemand wird kaufen. Da wurden Kriegsgefangene mit römischen Schiffen nach Ägypten gebracht, auf den Sklavenmärkten – Ägypten gehört ja zum Römischen Reich – angeboten, man kaufte nicht mehr, es gab zu viel, das Angebot überstieg die Nachfrage. Jedes Wort hat sich erfüllt.
Joel 4,7: Siehe, ich wecke sie auf von ihrem Ort her. Die Juden, wenn aufwachen, auch in Europa, ja? Und werden wieder herkommen. Siehe, ich wecke sie auf von ihrem Ort her und werde euer Tun auf euren Kopf heimzahlen, und ich werde eure Söhne und eure Töchter verkaufen in die Hand der Söhne Judas, und sie werden sie den Sabäern verkaufen, einer weit wegliegenden Nation. Sabäer sind ein Volk in der saudischen Wüste, denn der Herr hat geredet.
Ruft dies aus unter den Nationen: Heiligt einen Krieg! Wow, da wird es uns schwül, ein heiliger Krieg! Weckt die Helden auf, es sollen anrücken, hinaufziehen alle Männer des Krieges, schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Rehmesser zu Lanzen, der Schwache soll sagen: Ich bin ein Held. Kommt eilends, ja, ihr Nationen ringsum – sehen wir wiederum nicht alle Nationen der Welt, sondern es geht um die Nationen ringsum, die gegen Jerusalem kommen werden. Ja, sie sollen sich versammeln, dorthin führe hinab, Herr, deine Helden! Es sollen in Bewegung geraten und heraufziehen die Nationen ins Tal Josaphat. Übrigens Josaphat heisst auf Deutsch: Der Ewige hat gerichtet. Denn dort werde ich sitzen, um zu richten, alle Nationen ringsum.
Legt die Sichel an, denn die Ernte ist reif, kommt und tretet, denn die Kufe ist voll, die Kufen fliessen über, denn ihre Bosheit ist gross. Das Gericht wird hier verglichen mit einer Weinpresse, wo die Trauben zertreten werden. Lärmende Menge, lärmende Menge im Tal Josaphat, denn nahe ist der Tag des Herrn, im Tal der Entscheidung. Sonne und Mond sind schwarz geworden, oder man kann sie auch übersetzen – Fussnote – kleiden sich in schwarze Trauerkleider, und die Sterne verhalten ihren Schein, und der Herr brüllt aus Zion. Ja, aus Jerusalem lässt er seine Stimme erschallen, so dass Himmel und Erde erzittern werden. Er brüllt wie ein Löwe, das ist der Löwe aus dem Stamm Juda, Offenbarung 5.
Merken wir etwas? Der Herr wird kommen auf dem Ölberg, Sacharja 14, er wird sitzen im Tal Josaphat, Joel 4, und er wird auf Zion, das ist der Tempelberg, brüllen wie ein Löwe. Ja, das sind alles Orte, die gerade beieinander liegen. Der Herr wird vom Ölberg ins Tal Kidron gehen, vom Tal Kidron auf den Tempelberg Zion. Heute heisst in Jerusalem ein Nachbarhügel Zion, aber diese Bezeichnung ist erst aus nachbiblischer Zeit. In der Bibel ist Zion immer der Tempelberg.
Der Herr wird seinem Volk eine Zuflucht sein, ja eine Festung den Söhnen Israels. Wir haben gesehen in Daniel 12: Die Kraft Israels wird am Boden zerschmettert werden, und wenn die Kraft Israels am Ende ist, dann wird der Herr eingreifen und wird diesen Drittel, der zu ihm schreit, befreien. Der Herr wird seinem Volk eine Zuflucht sein, ja, eine Festung den Söhnen Israels, und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, euer Gott bin – nochmal seine Anspielung an Joel – der ich auf Zion, meinem heiligen Berg, wohne, und Jerusalem wird heilig sein, und Fremde werden es nicht mehr feindlich durchziehen.
Jerusalem war vom Jahr siebzig an, das heisst der Tempelberg, Zion in Jerusalem war vom Jahr 70 an bis 1967 nie mehr in jüdischer Hand. Verschiedene Nationen haben untereinander abgewechselt, zuerst waren es die Römer und Byzantiner, dann die Perser, dann die Araber aus Saudi-Arabien usw. Es hat gewechselt bis dann die Türken im sechzehnten Jahrhundert, dann im Ersten Weltkrieg die Engländer, dann ab 1948 Jordanien und 1967 wieder jüdische Hand. Aber dann wird Jerusalem endgültig frei sein, und Fremde werden es nicht mehr feindlich durchziehen.
Und es wird geschehen, an jenem Tag: Die Berge werden von Most triefen und die Hügel von Milch fliessen, und alle Bachbette von Juda werden von Wasser fliessen. Wir wissen, es wird ja wieder regnen. Nach dreieinhalb Jahren, und eine Quelle wird aus dem Haus des Herrn entspringen und das Tal Schittim bewässern. Das Tal Schittim, das ist das Tal des Toten Meeres, an anderen Stellen wird das genannt die Arava, die Niederung, das ist der tiefste Ort der Welt, vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel. Der typische Baum dort unten in der Wüste, dieser knorrige Baum, den man so sieht an den Wegrändern und darüber hinaus, das ist das Akazienholz, hebräisch Schittim, und darum heisst dieses Tal im Toten Meer das Tal Schittim.
Dann wird aus dem Tempel, aus dem dritten Tempel in Jerusalem, eine Quelle entspringen, Hesekiel 47, und die wird am Altar vorbeigehen und dann schliesslich zu einem Fluss werden, ein Doppelfluss: ein Arm nach Sacharja 14 geht ins Mittelmeer, und der andere wird hinuntergehen ins Tote Meer. Und dieses Tal, das ja so austrocknet – das Tote Meer ist ja schon zweigeteilt, weil zu viel Wasser aus dem Jordan für die Bewässerung gebraucht wird und dort die Menge der Verdunstung derart hoch ist. Das Tal Schittim gehört zu den heissesten und trockensten Gebieten der Welt, darum haben ja die Handschriften von Qumran dort so gut überlebt. Ja, dann wird dieses Wasser hinuntergehen, das Tal Schittim bewässern, und so kommt es nach Hesekiel 47, dass das Tote Meer sogar lebendig wird, dass Fische darin schwimmen werden. Und bei Engedi steht in Hesekiel 47, da bei der Oase Engedi am Toten Meer werden Fische stehen und ihre Netze ausbreiten.
Heute hat das Tote Meer 30 Salz, Kochsalz und auch andere Salze. Es ist unglaublich: In den Weltmeeren hat der Schöpfer in seiner Weisheit drei bis vier Prozent hineingelegt. Das ist gerade nötig und gut als Desinfektion wegen den vielen Tieren, die täglich sterben. Aber 30, das ist eindeutig zu viel. Darum: Die Fische, die im Jordan runterkommen, die wollen ins Tote Meer, wenn sie nicht gleich sterben, kehren sie gerade noch vorher um. Aber das wird dann so geändert werden. Heute hat man Angst vor einer ökologischen Katastrophe wegen des Austrocknens des Toten Meeres. Darum hat man vor Jahren das Projekt entwickelt, einen Kanal zu bauen vom Mittelmeer ins Tote Meer runter. Das kostet so viele Milliarden, aber dann, als die russischen Juden kamen und viele von denen sind ja so gescheite Leute, Mathematiker und Physiker, und die kamen nach Israel und hatten keine Arbeit, haben wir gedacht, das wäre doch toll, die könnte man da einsetzen in diesem Projekt. Und dann haben wir aber doch wieder abgelassen, einfach wegen der Geldfrage.
Aber wäre ich ein Mitglied in der Knesset, würde ich mal eine Rede halten und sagen: Chaverim be Chaverot, Genossen und Genossinnen, das Geld können wir uns sparen. Und zwar, das kommt ja sowieso, das mit der Quelle, und diese Dinge stehen vor der Tür, also setzen wir diese Juden woanders ein, diese Mathematiker und Physiker. Aber was soll man das doppelt bezahlen, was dann sowieso noch kommen wird, ja? Übrigens, wenn diese Quelle aus dem Haus des Herrn entspringen wird, dann wird Wasser aus dem Felsen kommen, denn das Tempelhaus wird erstehen auf dem höchsten Punkt des Zionsberges, und das ist der Fels heute in der Omar-Moschee. Die Geschichte Israels nach dem Auszug aus Ägypten hat begonnen mit Wasser aus dem Felsen, ein Bild von Christus, der uns eine erfrischende Segensfülle gibt, 2. Mose 17, und wird enden im tausendjährigen Reich mit Wasser aus dem Felsen. Doch wunderbar, wie kommt da plötzlich eine Quelle heraus? Es ist ja so: Es gibt in den Hügeln und Bergen immer wieder Schichten. Die tragen Wasser in sich. Und nun, wenn nach Sacharja 14 am Ende der Drangsalzzeit es sogar zu einer geologischen Katastrophe kommen wird – der Ölberg wird ja entzweit werden, haben wir gelesen, Sacharja 14 –, und Gebiete werden erniedrigt werden und andere Gebiete werden aufgefaltet werden, ja gut, wenn geologische Schichten plötzlich eine Auffaltung erleben, dann kann eine solche wassertragende Schicht brechen und das Dritttausend kommt zu einer Quelle. Es ist ganz einfach, wie das geht, dass plötzlich eine Quelle da aus dem Berg hervorkommen wird.
Vers 19: Ägypten wird zu einer entsetzlichen Öde werden. Und Edom wird zu einer entsetzlichen Wüste werden, wegen der Gewalt an den Söhnen Judas, weil sie in ihrem Land unschuldiges Blut vergossen haben. Die Wiederkunft Christi wird in mehreren Phasen erfolgen. Nach 1260 Tagen Drangsal wird er erscheinen, aber in Daniel 12 lesen wir: Glückselig wäre, wer 1335 Tage erreicht. In den 75 Tagen die Folgen wird der Herr in verschiedenen Phasen verschiedene Feinde besiegen. In Harmagedon wird er die EU-Streitkräfte besiegen, die gegen ihn kämpfen werden, auf dem Ölberg wird er den König des Nordens vernichten, in Edom, Südjordanien, wird er auch eine Armee vernichten, Jesaja 63, ich kann es nachlesen, in Ägypten wird er auch kommen als Richter, Jesaja auf einer Wolke nach Ägypten. Und so werden verschiedene Gerichte in aller Welt stattfinden, und durch das schrecklichste Erdbeben der Weltgeschichte werden alle Städte der Nationen fallen. Also alle Welt wird zusammenbrechen, nicht nur Israel wird am Boden sein, auch alle anderen Länder, Offenbarung 16, beim letzten Schalengericht die Städte der Nationen fielen. Ein Erdbeben so gross, wie es noch nie war, seitdem es Menschen gibt.
Und was braucht es dann? Eine Art Marschallplan. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Europa zu grossen Teilen am Boden, und dann haben die Amerikaner den Marschallplan entwickelt zum Wiederaufbau. Und so wird der Herr Jesus eine Weltregierung über alle Kontinente errichten und wird diese Welt nach seinen Gedanken neu aufbauen. Aber das eben nach dem Gericht: Ägypten entsetzliche Öde, Edom entsetzliche Wüste.
4,20: Aber Juda wird in Ewigkeit bleiben und Jerusalem von Generation zu Generation. Wieder ein schöner synonymer Parallelismus.
Jetzt kommt ein geheimnisvoller Vers zum Schluss: Und ich werde sie reinigen von ihrem Blut, von dem ich sie nicht gereinigt hatte, und der Herr wird in Zion wohnen. Was ist das für ein Blut, von dem das jüdische Volk gereinigt werden muss? Dann als Nation, Matthäus 27,25, da haben wir diese verhängnisvolle Szene vor uns, die wütende Volksmenge vor Pilatus, die schreit: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Das war eine Aussage, die man in ihrer Bedeutung damals einfach nicht erfasst hat. Wir übernehmen die Verantwortung für das Blut des Messias. Und dann kam der Untergang des Staates, die Zerstreuung unter alle Völker. Aber Gott in seiner Gnade erbarmt sich über Israel, führt es zurück in der heutigen Zeit, hat es in drei Existenzkriegen bewahrt, aber weil dann die Masse doch den falschen Messias akzeptieren wird, wird Gott noch die grosse Drangsal kommen lassen. Aber aus dieser Not heraus wird es zur Bekehrung eines Drittels der Bevölkerung kommen. Würde doch wenigstens ein Drittel der Schweiz sich bekehren, dann könnten wir von einer grossen Erweckung sprechen.
Aber dann heisst es: Gott wird dieses Volk reinigen von diesem Blut, das sie damals so auf sich geladen haben, sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Und so wird das jüdische Volk in den vollen Segen hineingeführt werden, durch die Finsternis zum Licht, und darum die letzte Verszeile ist so herrlich: das Tausendjährige Reich. Der Herr wird in Zion wohnen, der Herr Jesus wird König sein auf dem Zionsberg, da wo schon einst sein Vorfahre David seinen Königspalast hatte. Aber von dort aus wird er in Frieden und Gerechtigkeit über die ganze Welt regieren.
Wir haben also eine wunderbare prophetische Schau in diesen vier Kapiteln von Joel. Zum Schluss möchte ich noch auf Seite eins die unterpraktische Lehren hinweisen auf den Punkt: Jede Not hat ein Ende. Für Gläubige besteht der völlig gewisse Ausblick auf eine lichte Zukunft. Das haben die Gläubigen zu allen Zeiten erlebt. Ich habe so als Beispiel die Hugenotten am Anfang erwähnt, aber durch alle Jahrhunderte hindurch mussten Gläubige durch Nöte hindurchgehen, aber für sie ist die Gewissheit: Am Ende steht die lichte Zukunft.
Und da möchte ich noch abschliessend lesen einen Vers aus Apostelgeschichte 14. Da sehen wir, was Paulus gelehrt hat in den gerade frisch entstandenen Gemeinden, die er dort nochmals besucht. Apostelgeschichte 14,21: Und als sie jener Stadt das Evangelium verkündigt und viele zu Jüngern gemacht hatten, kehrten sie nach Lystra und Ikonium und Antiochien zurück, indem sie die Seelen der Jünger befestigten und sie ermahnten, im Glauben zu verharren und dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.
Die haben kein Wohlstandsevangelium verkündigt. Das ist einfach nicht wahr, sondern die Grundlehre war: Wir müssen durch viele Trübsale in das künftige Reich Gottes eingehen. Das Licht kommt, aber das ist nicht für jetzt verheissen. Und wer heute sagt: Ja, wir sollten reich sein und es sollte uns nur immer gut gehen, das ist eine Lüge! Und wir müssen diese Leute entlarven als Irrlehre, und das sind so wichtige Verse, die deutlich machen, was die biblische Lehre ist für die Gemeinde. Aber die Seelen müssen eben zugerüstet werden, dass sie bereit sind. Aber wenn sie wissen, dass wir auch leiden müssen, dann brechen wir nicht zusammen, wie solche, die denken: Wir müssen nicht leiden, und wenn dann die Leiden kommen, dann brechen sie zusammen. Darum ist es so verheerend, da ist eine Taktik dahinter, um den Glauben zu zerstören, wenn wir den Gläubigen Hoffnungen machen, die Gott gar nicht macht, und dann klagen sie Gott ein: Warum hast du nicht eingegriffen?
Nun, wir halten uns an dieses Wort, dass wir durch viele Trübsale, im Glauben zu verharren, und dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen. Eben wie Psalm 112 sagt, Vers 4: Dem Aufrichtigen geht Licht auf in der Finsternis.
Ja, dann sind wir so am Ende. Vielleicht sind noch ein paar Fragen, wir haben noch ein paar Minuten bis fünf Uhr. Also frei aus dem Publikum.
Ja, Kapitel 4, Vers 11: Es ist so, der Herr Jesus sagt in Matthäus 24 dem Überrest, der sich schon bekehren wird vor der grossen Drangsal – das sind übrigens die hundertvierzigtausend, also Offenbarung 7, das ist die Vorhut –, sie werden genannt in Offenbarung 14 die Erstlinge, die Vorhut. Die wird fliehen aus dem Land Judäa auf die Berge, und dann nach Jesaja 16 werden sie nach Moab hinübergehen, und dort werden von Gott während dreieinhalb Jahren ernährt und versorgt werden. Das sind die messianischen Juden nach der Entrückung der Gemeinde. Die heutigen messianischen Juden, die werden entrückt, weil sie zur Gemeinde gehören. Aber diese gläubigen Juden aus der Zeit nach der Entrückung vor der grossen Drangsal werden fliehen ins Ausland, und wir haben in Daniel 11 gelesen, dass, wenn der König des Nordens kommt, Moab verschont bleiben wird. Und genau dort gehen sie hin. Merkt man, wie alles schön aufgeht. Gott wird sie dort versorgen, und am Ende der Drangsal wird der Überrest zurückkehren ins Land. Man kann dazu lesen, Sacharja 10, da wird beschrieben, wie der Überrest dann in die Kämpfe eingreifen wird, in die letzten Kämpfe, wenn der Herr Jesus vom Himmel her kommt. Ich lese Sacharja 10, Sacharja 9 auch schon, da liest man in Vers 14 oder Vers 12 werden diese Juden im Ausland aufgerufen: Kehrt zur Festung zurück, ihr Gefangenen der Hoffnung, schon heute verkündige ich, dass ich dir das Doppelte erstatten werde. Und dann heisst es: Denn ich habe mir Juda gespannt, den Bogen mit Ephraim gefüllt, und ich wecke deine Söhne Zion auf, wieder deine Kinder Griechenland, und mache dich wie das Schwert eines Helden, und der Herr wird über ihnen erscheinen. Und sein Pfeil wird ausfahren wie der Blitz, und der Herr der Ewige wird in die Posaune stossen und ein Heer ziehen in Stürmen des Südens. Der Herr der Heerscharen wird sie beschirmen, und sie werden die Schleudersteine verzehren und niedertreten. Vers 16: Und der Herr, ihr Gott, wird sie retten an jenem Tag, wird sein Volk retten wie eine Herde, usw. Also die kommen zurück und werden in die Kämpfe eingreifen, so dass der Herr, der über ihnen erscheint, sie benutzen wird wie Pfeile im Kampf. Und das sind diese Helden, die dort aufgerufen werden, um auch ins Tal der Entscheidung hinunterzugehen, nach Jerusalem.
Noch eine Frage? Ja, ich habe die Frage verstanden. Also es geht um Offenbarung 14, wo das Gericht beschrieben wird, die Trauben des Weinstocks kommen in die Kufe und werden dort getreten durch den Grimm Gottes, und die Kufe wurde ausserhalb der Stadt, das ist Jerusalem, getreten, und Blut ging aus der Kufe hervor bis an die Gebisse der Pferde, tausendsechshundert Stadien weit, das sind circa dreihundert Kilometer. Das ist die Distanz Israels von Norden bis Süden, in den alten biblischen Grenzen. Das heisst also, dieses Gericht, verglichen mit den Trauben in der Kufe, betrifft das ganze Land Israel. Das ist die Aussage. Also das ganze Land Israel wird eben in der Drangsalzeit unter das göttliche Gericht fallen. Ja, genau, und darum wird Gott sie dann schlussendlich reinigen von dem Blut, von dem er sie nicht gereinigt hatte, genau.
Ja, wir sind am Ende, wir wollen noch zusammen beten.
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