Zum Inhalt

Einführung in den 2. Petrusbrief

2. Petrus 1,1-3,1801.12.2007
Warum wirkt die Welt so laut und verwirrend? Der zweite Petrusbrief ruft dazu auf, im Glauben zu wachsen, Irrwege zu erkennen und mit Hoffnung auf Jesu Wiederkunft zu leben.

Einführung in den Brief und seine besondere Stellung

Heute Nachmittag wollen wir uns mit dem zweiten Petrusbrief beschäftigen. Das Thema dieses Briefes kann man überschreiben mit dem Titel „Gottgemäßes Glaubensleben im Licht der prophetischen Lampe“.
Der zweite Petrusbrief richtet die Blicke der Gläubigen auf das kommende messianische Königreich und auf die damit verbundene Wiederkunft Christi. Das prophetische Wort, das diese Hoffnung nährt, wird mit einer an einem dunklen Ort scheinenden Lampe verglichen. Das verderbliche Werk ihrer Lehrer wird ausführlich beschrieben, um die Erlösten vor ihren Taktiken und Verführungen zu schützen.
Petrus schrieb diesen Brief kurz vor seinem Märtyrertod. Es ist daher gewissermaßen sein Testament. Dieser Umstand gibt diesem Schreiben einen besonders feierlichen Charakter. Es besteht also eine sehr enge Parallele zum zweiten Timotheusbrief, weil dieser Brief von Paulus auch aus der Todeszelle verfasst wurde und in diesem Sinne ebenfalls sein Testament war. Petrus war der führende der zwölf Apostel für Israel, Paulus war der führende Apostel für die Heiden, und beide haben also einen solchen testamentarischen Abschlussbrief verfasst.
Der Autor des zweiten Petrusbriefes ist ersichtlich gleich aus dem ersten Vers. Ich lese:
Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, denen, die einen gleich kostbaren Glauben mit uns empfangen haben, durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus: Gnade und Friede sei euch vermehrt in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn.

Echtheit, Zeugnisse und historische Bestätigung

In der liberalen Theologie wurde die Echtheit des Zweiten Petrusbriefes in Frage gestellt, wie übrigens auch die Echtheit vieler anderer Briefe. Zum Beispiel wären bei den Paulusbriefen nach Ansicht mancher Forscher die allermeisten Briefe unecht, weil sie nicht typisch paulinisch seien. Der eine Forscher sagt, dieser Brief sei nicht echt, der andere meint, jener sei nicht echt. Wenn man alles zusammennimmt, ist dann angeblich praktisch alles nicht echt, weil es eben nicht typisch paulinisch sei.
Es ist jedoch zu sagen, dass die Liberalen kein einziges stichhaltiges Argument für ihre Position haben. Die Argumente, wenn man sie sich anschaut, sind sehr schwach und überhaupt nicht überzeugend.
Die Bezeugung der Echtheit des Briefes wird unter anderem durch den Judasbrief bestätigt, der auf den Zweiten Petrusbrief anspielt. Der Judasbrief weist übrigens sehr viele inhaltliche Parallelen auf, bis in Details hinein, mit dem Zweiten Petrusbrief. In Judas 17 heißt es: Ihr aber, Geliebte, gedenkt an die von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus zuvor gesprochenen Worte, dass sie euch sagten, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen Lüsten der Gottlosigkeit wandeln.
Vergleichen wir das mit 2. Petrus 3,1-4: Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen beiden ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des Gebots des Herrn und Heilandes durch eure Apostel, zuerst dieses wissend, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden und nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft?
Wir merken die direkte Parallele: Judas, der selbst kein Apostel war, sagt: Denkt bitte an die Worte der Apostel, dass sie euch gesagt haben, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen Lüsten der Gottlosigkeit wandeln. Das ist eine direkte Anspielung auf den Zweiten Petrusbrief. So wird also im Neuen Testament sogar der Zweite Petrusbrief gewissermaßen schon wieder angeführt und damit bestätigt.
Der Zweite Petrusbrief prophezeit schwere Missstände in der Christenheit. Der Judasbrief berichtet von der Erfüllung dieser Voraussagen. Wenn man zum Beispiel 2. Petrus 2,1-3 liest, steht dort: Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche verderbliche Sekten nebeneinführen werden und den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, und sich selbst schnelles Verderben zuziehen. Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, um welcher willen der Weg der Wahrheit verlästert werden wird. Und durch Habsucht werden sie ...
Jetzt Judas 4: Ein Brief, der also später nach dem Zweiten Petrusbrief geschrieben wurde, sagt in Vers 4: Denn gewisse Menschen haben sich nebeneingeschlichen, die schon vorlängst zu diesem Gericht zuvor aufgezeichnet waren, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und unseren alleinigen Gebieter und Herrn, Jesus Christus, verleugnen.
Also der Petrusbrief kündigt es an, und der Judasbrief zeigt, wie es bereits in seinen Tagen begonnen hat, sich zu erfüllen.
Weiter gibt es Bestätigungen der Echtheit des Briefes durch Petrus von Methodius von Olympus. Das war ein Märtyrer im zweiten Jahrhundert, durch Firmilian von Caesarea, gestorben 268, durch Athanasius, 298-373. Das war dieser treue Zeuge in jener schweren Zeit, in der viele die Gottheit Christi leugneten. Und dieser Athanasius hat gekämpft wie ein Löwe, indem er anhand der Bibel bewiesen hat, dass die Bibel ganz klar lehrt, dass Jesus Christus Gott ist, Gott und Mensch in einer Person. Ja, dieser Athanasius hat auch den Zweiten Petrusbrief bestätigt.
Dann im Katalog des Codex Claramontanus, das ist eine Bibelhandschrift; der Text dieses Katalogs geht zurück auf das dritte, vierte Jahrhundert, wird ebenfalls der Zweite Petrusbrief als echt aufgelistet. Dann Kyrill von Jerusalem, 315-386, Augustinus, 354-430, und Hieronymus, der Übersetzer der lateinischen Vulgatabibel, bestätigte es auch um 404: Der Brief ist echt. Sodann die Synoden von Hippo 393, Laodizea 363/364 und Karthago 397. Das waren lokale und lokal begrenzte Synoden. Sie haben alle den Zweiten Petrusbrief bestätigt. Sie verwarfen aber den Barnabasbrief und die Briefe des Clemens von Rom, die nicht inspiriert waren, weil sie nicht von Aposteln oder von ihnen anerkannten Propheten geschrieben worden waren.
Nach Epheser 2,20 ist die Gemeinde ja aufgebaut auf das Fundament, die Grundlage der Apostel und Propheten. Und so war das Prinzip: Ein Buch darf nur als biblisch autoritativ anerkannt werden, wenn es nachweislich durch einen Apostel, einen von den Zwölfen oder von Paulus, geschrieben war oder durch einen Propheten, der durch diese Apostel anerkannt worden war. Und so wurden alle anderen Bücher, auch wenn sie gute Dinge enthielten, wie der Barnabasbrief und der Clemensbrief, verworfen. Das waren zwar nützliche Briefe, aber nicht Gottes Wort.

Sprachliche Beobachtungen und innere Verbindungen im Neuen Testament

Interessant ist Folgendes: Im Neuen Testament gibt es 686 Hapaxlegomena. Das ist der Fachausdruck für Wörter, die im Neuen Testament nur ein einziges Mal vorkommen. Das sind also die Wörter, die man, wenn man beginnt, Griechisch zu lernen, eben nicht versteht, weil man ja zunächst nur die häufigen Wörter lernt. Dann hat man ein Problem mit den Wörtern, die nur fünfmal vorkommen, nur viermal, und am schlimmsten natürlich mit den Wörtern, die nur ein einziges Mal vorkommen.
Aber 62 von diesen Wörtern kommen im ersten Petrusbrief vor und 54 im zweiten. Das heißt, in diesen beiden kurzen Petrusbriefen ist also mehr als ein Sechstel dieser seltenen Wörter zu finden. Mit anderen Worten: Nirgends im Neuen Testament kommen seltene Ausdrücke so oft vor wie in den Schriften des Petrus. Besonders viele seltene Wörter, das rückt die beiden Petrusbriefe eigentlich eng zusammen. Das ist natürlich kein Beweis, überhaupt nicht, aber es ist schon einmal ein interessantes Argument dafür, dass hier derselbe Autor schreibt, im ersten wie im zweiten Brief.
Was es uns auch noch zeigt, ist dies: Petrus besaß offensichtlich einen sehr reichen, umfassenden Wortschatz auf Griechisch. Der Fischer aus Galiläa konnte also erstaunlich gut Griechisch. Natürlich waren viele Menschen im damaligen Israel zweisprachig, Hebräisch und Griechisch, oder sogar dreisprachig, Hebräisch, Aramäisch und Griechisch. Aber dass man als Fischer dann ein so gutes Griechisch mit einem so reichen Wortschatz beherrscht, überrascht doch. Dazu kommt natürlich, dass man davon ausgehen muss, dass all diese Apostel in Sprachen reden konnten. Am Pfingsttag konnten sie alle möglichen Sprachen reden, und zwar sogar die Mundarten; die Aussprache war also sogar korrekt. Das ist durchaus ein Gedanke: Dass die neutestamentlichen Schreiber deswegen so gut Griechisch konnten und die Grammatik so richtig beherrschten. Auch zum Beispiel was die Bedeutung der Verbformen im Griechischen anbetrifft: Da gibt es ja Formen, die sind durativ, sie drücken eine fortdauernde Handlung aus, oder die Handlung wird als punktuell geschehen beschrieben, oder als resultativ. Das heißt: Sie ist punktuell geschehen und führt nun zu einem Resultat. Aber die Schreiber im Neuen Testament, obwohl das keine Griechen waren, sondern alle Juden außer Lukas, benutzen die Formen genau richtig. Sie verwenden am richtigen Ort ein Resultativ, am richtigen Ort einen Aorist, am richtigen Ort einen Durativ. Ein Aorist ist das Punktuelle. Und man sieht eben sogar an einem so reichen Wortschatz, der bei einem Fischer verwundert.
Es gibt aber noch weitere übereinstimmende Ausdrücke zwischen den Petrusreden in der Apostelgeschichte und dem zweiten Petrusbrief. Da merkt man eine Stilverwandtschaft. Zum Beispiel spricht Petrus in Apostelgeschichte 1,18 von dem Lohn der Ungerechtigkeit bei Judas. Dieser Ausdruck wird dann wieder verwendet in 2. Petrus 2,13 und in Vers 15. Petrus spricht in Apostelgeschichte 3,12 über die Gottseligkeit, über die Eusebeia, und im zweiten Petrusbrief spricht er darüber in Kapitel 1,3.6.7 und 3,11.
Dann gibt es auch interessante Verbindungen zwischen dem ersten und dem zweiten Brief. Zum Beispiel der Gruß, den wir gelesen haben: Gnade und Friede sei euch vermehrt. Der kommt genau so vor wie zuvor in 1. Petrus 1,2, aber sonst nicht im Neuen Testament. Dann spricht Petrus über die Tugend, über die Tugenden Gottes in 1. Petrus 2,8, und genau diesen Ausdruck verwendet er wieder in 2. Petrus 1,3. Wir werden auf diesen Ausdruck noch zurückkommen. Und das Wort „kostbar“, „Kostbarkeit“, „kostbar“ ist ganz typisch in den Petrusbriefen. Wenn man kurz nachschaut auf den viertletzten Punkt, da erwähne ich kostbare Dinge.
In 2. Petrus 1,1 haben wir gerade gelesen: denen, die einen gleich kostbaren Glauben empfangen haben. Er spricht da über den kostbaren Glauben. Und wenn wir weiterlesen würden, in Vers 3, dann heißt es: seine göttliche Kraft hat uns alles in Betreff des Lebens und der Gottseligkeit geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die größten und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch dieselbe Teilhaber der göttlichen Natur werdet. Also er spricht von kostbarem Glauben und kostbaren Verheißungen.
Im ersten Petrusbrief finden wir das ebenfalls. In 1. Petrus 1,7 spricht er von der kostbaren Bewährung des Glaubens, in 1,18 vom kostbaren Blut Christi, in 2,4 vom kostbaren lebendigen Stein; Jesus ist dieser Stein. In Vers 6 spricht er vom kostbaren Eckstein, in Vers 7 sagt er, die Kostbarkeit des Ecksteins sei für die Gläubigen. Und in 1. Petrus 3 spricht er über die Frauen und sagt: der kostbare verborgene Mensch des Herzens beziehungsweise der unverwesliche Schmuck des sanften und stillen Geistes der gottesfürchtigen Frauen. Auch da wieder: kostbar. Ein typisches Wort bei Petrus. Er weiß um viele kostbare Dinge, und in den beiden Briefen kommt das immer wieder vor. Es ist natürlich auch wieder ein Argument dafür, dass der zweite Brief vom gleichen Schreiber ist wie der erste.
Es gibt noch mehr solche Parallelen. Gerade im viertletzten Punkt, auf Seite eins, habe ich noch etwas verwiesen. Das ist eigentlich nicht ein Zusammenhang zwischen der Apostelgeschichte und dem zweiten Petrusbrief, sondern zwischen dem ersten Brief und dem zweiten. Unser Ausdruck „ohne Fehl und ohne Flecken“ in 1. Petrus 1,18 kommt dann wieder vor für die Gläubigen im zweiten Petrusbrief. Ja, so gibt es also diese Parallelen.

Der Schreiber, sein Tod und die Adressaten des Briefes

Der Schreiber des zweiten Petrusbriefes sagt, dass er Augenzeuge der Verklärung Christi auf dem Berg war. Dazu kommen wir noch.
Weiter sagt dieser Schreiber, Jesus Christus habe ihm im Voraus gesagt, was sein Sterben betrifft. Und jetzt wusste er: Das steht nun bevor, genau so, wie unser Herr Jesus Christus es mir gesagt hatte. Wenn man in Johannes 21,18-19 nachliest, sieht man, wie der Herr Jesus als Auferstandener zu Petrus sagt: Du wirst einmal deine Hände ausstrecken müssen und wirst hingeführt werden, wohin du nicht willst. Und Johannes erklärt, das sagte er andeutend, welches Todes er sterben sollte, um Gott zu verherrlichen. Tatsächlich wurde Petrus dann nach dem zweiten Petrusbrief durch Kaiser Nero in Rom gekreuzigt, und zwar mit dem Kopf nach unten.
Also sagt der zweite Petrusbrief: Ich bin der, dem der Herr eben seinen Tod so vorausgesagt hatte.
Und wenn wir so über den Schreiber gesprochen haben, stellt sich die Frage: An wen schreibt er? Wer sind die Adressaten? Seite zwei.
Das Schreiben richtet sich an dieselben Adressaten wie der erste Brief. Ich lese nochmals Kapitel 3, Vers 1: Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchem ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke. Der Titel „Der zweite Brief des Petrus“ ist eine spätere Hinzufügung, das ist nicht inspiriert. Und so sind die Titel in den Handschriften manchmal ein bisschen unterschiedlich formuliert, aber das ist nicht der Grundtext. Erst Vers 1 mit Simon Petrus, Knecht, das ist der biblische Text. Aber der Text selbst sagt, dass das der zweite Brief ist, der eben an die gleichen Leute geschrieben wurde wie der erste.
Im ersten Brief wird dann gesagt, wer diese Leute sind: 1. Petrus 1,1. Petrus, Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung, von Pontus, Galatien, Kappadokien, Asien und Bithynien, auserwählt nach Vorkenntnis Gottes usw.
Das Schreiben ist also ein Rundschreiben, das sich an Judenchristen in verschiedenen Provinzen im Gebiet der heutigen Türkei richtete. Alle diese Provinzen, Pontus, Galatien, Kappadokien, Asien und Bithynien, waren Landschaften in der heutigen Türkei. Und da haben wir diesen Ausdruck „den Fremdlingen von der Zerstreuung“, auf Griechisch Zerstreuung, Diaspora. Das ist eigentlich der Fachausdruck für Juden, die im Ausland leben, in der Diaspora, in der Zerstreuung.
Und wir werden dann auch noch sehen: Der Brief richtet sich an die gleichen Leute, an die auch der Hebräerbrief geschrieben wurde, denn in 2. Petrus 3,15 erwähnt Petrus den Hebräerbrief und sagt, dass euch ja auch Paulus einen Brief geschrieben hat. Schlagen wir mal auf: 2. Petrus 3,15. Und achtet die Langmut unseres Herrn für Errettung, so wie auch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit euch geschrieben hat, wie auch in allen seinen Briefen, wenn er in denselben von diesen Dingen redet. Von denen etliche schwer zu verstehen sind, welche die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.
Also sagt Petrus: Euch Juden in Kappadokien, Bithynien, Asien usw. hat auch der liebe Bruder Paulus einen Brief geschrieben. Ha, welcher Brief könnte das sein?
Das können nicht die Thessalonicherbriefe sein, denn die gingen nach Thessalonich. Auch nicht die Kolosserbriefe, Epheserbriefe, Korintherbriefe usw. Auch nicht der Timotheusbrief, weder der erste noch der zweite, die sind persönlich. Der Titusbrief auch nicht. Es gibt nur einen Brief, der in Frage käme, als Rundschreiben, der nicht an eine Gemeinde gerichtet war, sondern eben als Rundschreiben an viele Christen: das ist der Hebräerbrief.
Und Petrus zählt diesen Brief zur Heiligen Schrift. Er sagt nämlich: Wer hat euch diesen Brief geschrieben? Und dieser Brief ist schwierig. Der Hebräerbrief ist ja ziemlich schwierig, oder? Und das ist eigentlich so, weil in allen seinen Briefen viele Dinge schwer zu verstehen sind, und die werden verdreht von den Unbefestigten, wie auch die übrigen Schriften. Der Ausdruck „die Schriften“ ist ein Fachausdruck, auch im Judentum, für die Heilige Schrift, das, was von Gott inspiriert ist. Also zählt er diesen Brief des Paulus, der ein Rundschreiben war an Juden, zu den inspirierten Briefen.
Und er sagt, Paulus habe diesen Brief geschrieben nach der ihm gegebenen Weisheit. Gerade im Hebräerbrief sieht man jemanden, der eine überwältigende Weisheit in der Kenntnis des Alten Testaments hat.
Und weiter sagt er in Vers 15: Achtet die Langmut unseres Herrn für Errettung, so wie das Paulus geschrieben hat. Nun, im Hebräerbrief steht heute: Wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Und dann wird wiederholt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Genau das ist der Punkt. Der Herr ist langmütig, aber ihr müsst jetzt wirklich die Konsequenzen voll und ganz ziehen, denn viele Hebräer waren zwar bekennende Christen, aber ob sie wirklich bekehrt waren, das war eine andere Frage. Und so sagt der Hebräerbrief: Ihr müsst jetzt wirklich ganz klare Sache machen, völlig durchdringen, nicht nur erleuchtet sein, sondern wirklich durchdringen. Achtet die Langmut des Herrn als Chance zur Rettung. Es passt alles.
Aber schon erstaunlich: Der zweite Petrusbrief wird eigentlich erwähnt durch den Judasbrief, der zweite Petrusbrief erwähnt den ersten Petrusbrief und auch die Briefe des Paulus, inklusive Hebräerbrief, und der erste Timotheusbrief zitiert das Lukasevangelium als Heilige Schrift. 1. Timotheus 5. Da merken wir, dass das Neue Testament sich gegenseitig zitiert und auch gegenseitig verbindet, verknüpft und bestätigt.

Kanon, Autorität und die Frage der Schrift

Schon erstaunlich: Die mussten also nicht warten, bis irgendwo ein ökumenisches Konzil eröffnet wurde, auf dem beschlossen wurde: Diese Bücher gehören zur Bibel, und alle anderen nicht. Dumm für unsere Gegner: Ein solches ökumenisches Konzil hat es nie gegeben.
Ich muss erklären: Der Ausdruck ökumenisches Konzil heißt ein Konzil der ganzen Christenheit. Solche hat es ja gegeben, zum Beispiel in Nicaea 325, wo das Bekenntnis abgelegt wurde, dass Jesus Christus nach der Bibel Gott dem Vater gleich ist, oder in Konstantinopel 381, wo bekannt wurde, dass der Heilige Geist wirklich Gott ist, dann in Ephesos 431, wo bekannt wurde, dass Jesus Christus Gott und Mensch in einer Person ist. Das waren ökumenische Konzile, also solche, bei denen gewissermaßen die ganze Christenheit mit eingeschlossen war.
Dann gab es aber eben auch solche Besprechungen, die örtlich waren, wie diese Synode von Hippo, die ich heute auch erwähnt habe, usw. In Hippo wurde über die Frage gesprochen, welche Bücher dazu gehören. Das war nur eine lokale Synode. Es hat also nie eine Besprechung gegeben, bei der für die ganze Christenheit quasi festgelegt wurde: Das sind die Bücher des Neuen Testaments.
Und trotzdem hat die ganze Christenheit die gleichen 27 Bücher. Also weder die katholische Kirche noch die orthodoxe Kirche noch die äthiopische Kirche noch die koptische Kirche in Ägypten noch die reformierten, die evangelischen oder irgendwelche anderen haben andere Bücher im Neuen Testament.
Und wieso kam diese Einheit zustande? Ja, weil eben das Zeugnis klar war. Es musste nachweislich von einem Apostel geschrieben sein oder von einem Propheten, der durch die Apostel bestätigt war. Und so hat man alles, allen Mist, ja, ich sage Mist: Es hat viele Bücher gegeben, die waren Fälschungen. Das Thomas-Evangelium aus Ägypten, etwa aus dem Jahr 140, oder die Petrus-Apokalypse – alle diese Betrügereien wurden aufgedeckt und wurden verworfen, ohne dass da quasi offiziell gesagt werden musste: So, das sind die Bücher, das ist ein weltweiter Beschluss. Nein, die Kirche musste nie, also mit Kirche meine ich jetzt die Summe der Gläubigen, festlegen, welche Bücher inspiriert sind und welche nicht.
Sie mussten nicht festlegen, nicht beschließen, sondern sie mussten erkennen, welche Bücher nachweislich von diesen Aposteln sind, die vom Herrn Jesus eine direkte Autorität, seine Autorität, bekommen hatten. Matthäus 10,2: Er gab ihnen seine Autorität. Sie mussten erkennen, welche das sind, und sie mussten alle Fälschungen dann ausschließen. Und dann war der Kanon des Neuen Testaments da.
Es ist also keine Schwachstelle für den Glauben, die Frage des Kanons, sondern es ist gerade ein Hammerschlag. Aber das wissen viele Leute nicht. Und dann lesen sie so dumme Bücher wie Sakrileg usw. und meinen, mit einem Roman würden sie jetzt erfahren, was die Wahrheit ist.
Also, meine Kinder: Wenn sie etwas wirklich erfahren wollen, wie das jetzt ist, sagen wir mit Ziegen oder mit Kaninchen, dann lesen sie nicht einen Roman. Dann lesen sie irgendein Sachbuch oder einen Sachartikel, oder? Das ist unglaublich. Ja, gehen wir weiter.

Zeit der Abfassung und geschichtlicher Hintergrund

Jetzt ist klar, an wen der Brief geschrieben wurde und wann er geschrieben wurde: circa 67 nach Christus, also kurz vor seinem Tod aus der Todeszelle in Rom.
Woher wissen wir, dass Petrus in Rom unter Kaiser Nero gekreuzigt wurde? Das erfahren wir aus der Kirchengeschichte von Eusebius, einem antiken Schriftsteller, Buch II, 25,4-5. Das ist die Referenz.
Interessant ist: Der führende der Zwölf für Israel und der Apostel für die Heiden wurden beide durch Kaiser Nero in Rom getötet, und zwar etwa zur gleichen Zeit, um 66/67.
Dann beging Kaiser Nero ein Jahr später Selbstmord. Das war Gottes Gericht, weil er diese beiden Zeugen ermordet hatte. Dieser Selbstmord führte dazu, dass der Krieg der Römer gegen die Juden, der 66 ausgebrochen war, im Jahr 68 gestoppt wurde, weil der General Kaiser werden wollte und nach Rom ging. Er wurde Kaiser und schickte dann im Frühjahr 70 seinen Sohn nach Israel, um den Krieg zu vollenden. So kam es zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels.
In dieser Zwischenzeit, ab dem Jahr 68, konnten alle Christen fliehen. Sie kannten Lukas 21,20: Wenn ihr Jerusalem von Heeren umzingelt seht, so wisst, dass seine Zerstörung nahegekommen ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen und aus Jerusalem fliehen. Das haben sie gemacht. Sie sind nach Pella gegangen und wurden dort alle in Sicherheit gebracht, sodass keiner bei der Zerstörung Jerusalems und des Tempels umkam, während über eine Million Juden umkamen.
Wenn man diese Verquickung sieht, also den Tod von Petrus und Paulus, der dann zum Gericht über Nero führte, und dieses Gericht über Nero hatte die Rettung aller messiasgläubigen Juden im Land Israel zur Folge. Das staunt man ja.

Aufbau des Briefes und der erste Hauptteil: geistliches Wachstum

Wie ist der Brief aufgebaut? Die Grobstruktur hat vier grosse Teile: Römisch eins, Ermahnung zu Wachstum im Glauben, Kapitel 1 bis 11. Römisch zwei, zur Bedeutung der Prophetie, Kapitel 1,12 bis 21. Hier wird erklärt, was der Sinn der Prophetie ist. Drittens, Warnung vor Irrlehrern, das ganze Kapitel 2. Und viertens, prophetischer Ausblick, das ganze Kapitel 3.
Jetzt wollen wir so einen Gang durch diese drei Kapitel zusammen unternehmen. Haben wir gelesen: Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, denen, die einen gleichkostbaren Glauben mit uns empfangen haben, durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus.
Hier wird die Gottheit Christi ganz eindrücklich bezeugt. Wenn es also heisst: unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus, dann bezieht sich „unseres Gottes“ auf Jesus Christus. Sonst müsste es heissen: unseres Gottes und des Heilandes Jesus Christus. Dann wären das zwei verschiedene Personen. Und im Griechischen ist das auch wirklich genau so. Ich habe das darum auf Griechisch wiedergegeben: tou theou hēmōn kai sōtēros Iēsou Christou. Wörtlich ist es: des Gottes unseres und Heilandes Jesu Christi.
Eine wichtige griechische Grammatikregel nennt man Sharps Rule, weil ein Herr Sharp vor langer, langer Zeit entdeckt hatte, diese Regel durchgetestet hat in der griechischen Literatur ausserhalb der Bibel und Listen gemacht hat, wo die gleiche Regel vorkommt. Und keine Regel ohne Ausnahme, ja, alle Regeln haben doch Ausnahmen. Aber hier haben wir eine Regel ohne Ausnahme. Er hat nämlich keine Ausnahme gefunden, ja, keine einzige Ausnahme dieser Regel hat er gefunden.
Die Regel ist kompliziert formuliert: Zwei Nomen, Hauptwörter A und B, sie dürfen keine Eigennamen sein, also nicht Fritz oder Franz, natürlich nicht Paulus oder Petrus. Keine Eigennamen. Sie müssen in der Einzahl stehen, mit dem Wörtchen „und“ verbunden sein, und der bestimmte Artikel, der, die, das, darf nur vor dem ersten Nomen stehen. Wenn diese Dinge erfüllt sind, dann bedeutet A und B: das Gleiche.
Ja, was ist A? Das erste Nomen ist Gott, das zweite Nomen Heiland. Vor dem ersten Nomen steht des Gottes auf Griechisch, das Ganze ist mit und verbunden. Dann ist also Gott die gleiche Person wie Heiland. Wenn man nicht daraus gekommen ist, muss man das nochmals durchlesen, bis man es hat.
Es lohnt sich, diese Regel zu kennen, denn es gibt immer mehr Leute, die die Gottheit Christi leugnen und die versuchen, unter den Gläubigen Eingang zu finden. Das ist ganz, ganz schlimm, und denen muss man wirklich Widerstand leisten können, ohne irgendwie nachzugeben. Wir können diese Argumente nicht widerlegen.
Ich habe hier übrigens noch ganz viele andere Stellen aufgeführt, wo Jesus Christus Gott genannt wird: Johannes 1,2; Johannes 20,28; Apostelgeschichte 20; Römer 9,5; 1. Timotheus 3,16; Titus 2,13, wo wir wieder Sharps Rule finden; Hebräer 1,8; 1. Johannes 5,20. Jesus Christus, dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
Ja, gerade vorher in 1. Johannes 5,20 wird auch noch über den Vater gesprochen, aber er sagt an Jesus Christus: dieser. Und „dieser“ ist das naheliegende, ja, steht eben nicht „jener“ im Griechischen, das wäre dann ekenos. Es steht aber houtos, das Naheliegende, also dieses weist zurück auf die am letzten genannte Person, Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Das ist ganz, ganz klare Bezeugung.
Und eben auch hier: der kostbare Glauben, den haben wir empfangen durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus. Und das ist eben nicht nur bei Irrlehren, die unter den Gläubigen Einlass zu finden suchen, die die Gottheit Christi leugnen, da sollen eben auch solche Bücher, wie ich sie erwähnt habe, zum Beispiel eben dieses Skandalbuch Der Sakrileg, wo er gesagt hat: Ja, die Gottheit Christi, das ist eine Erfindung aus dem vierten Jahrhundert, das stand früher nicht in den Schriften des Neuen Testaments. So ein Unsinn! Wir haben ja genügend Handschriften aus der Zeit des dritten Jahrhunderts, aus dem zweiten, sogar aus dem ersten Jahrhundert haben wir neutestamentliche Handschriften, und die Gottheit Christi wurde immer bezeugt.
Ja, aber darum insistiere ich so auf dieser Eröffnung des Petrusbriefes: Jesus Christus, unser Gott und Heiland. Er spricht da über Erkenntnis.
2 Gnade und Friede sei euch vermehrt in der Erkenntnis Gottes und Jesu unseres Herrn. Hier ist jetzt Gott nicht die gleiche Person wie Jesus. Also da ist nicht Sharps Rule. Da ist jetzt gemeint: in der Erkenntnis Gottes, des Vaters, und von Jesus Christus, unserem Herrn. Also wenn wir Gott, den Vater, erkennen und seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, darin finden wir eben Gnade Gottes und seinen inneren Frieden.
Petrus spricht siebenmal von Erkenntnis. Ich habe hier alle Stellen aufgeführt. 2,20, da ist das Wort epignōsis, Vollerkenntnis, und dann benutzt er auch gnōsis, einfach Erkenntnis, 2. Petrus 1,6, zweimal, und 3,18. Siebenmal betont der Apostel Petrus die Erkenntnis.
Es gibt manchmal Leute, die sagen: Ja, Erkenntnis ist nicht so wichtig, und das ist sowieso nur so für die Gescheiten und die Intellektuellen und so. Ja, also Petrus war ein Fischer. Und er schreibt siebenmal von der Wichtigkeit der Erkenntnis.
Und man könnte sogar sagen: Wenn schon der zweite Brief ein Vermächtnis ist, ein testamentarisches Vermächtnis, da schreibt man wirklich nur noch das, was einem wirklich ganz wichtig ist, ja, dann ist aber das Schlusswort erst recht das Vermächtnis, also das Vermächtnis des Vermächtnisses. Und wie endet er in Kapitel 3, Vers 18? Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Das ist wie Sharps Rule, also Herr und Heiland ist die gleiche Person. Ihm sei die Herrlichkeit sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit.
Wir müssen ihn erkennen, seine Herrlichkeit und seine Grösse. Und darin erfahren wir dann Gottes Gnade und seinen Frieden, den wir tagtäglich neu brauchen. Nicht einmal, wenn er sagt: Gnade und Friede euch, dann sagt er nicht, ihr solltet endlich mal Frieden mit Gott haben. Nach Römer 5,1 hatten sie das schon längst. Durch Glauben gerechtfertigt haben wir Frieden mit Gott.
Aber warum wünscht er Frieden? Das ist der Friede im Herzen, den wir so leicht verlieren, aber immer wieder neu geschenkt bekommen sollen. Und so sind das zwei verschiedene Dinge, die wir unterscheiden müssen. Wenn wir uns wirklich bekehrt haben und zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen sind, dann hat uns Gott gerechtfertigt, und wir haben Frieden mit Gott. Das heisst, Gott ist nicht mehr der Gott, vor dem wir Angst haben müssen, weil er uns einmal in die Hölle werfen wird. Nein, wir haben Frieden mit Gott. Der Richtergott ist unser Rettergott.
Aber es gibt so viele Dinge, die uns den Frieden im Herzen im Alltag nehmen, und darum sagt er: Gnade und Friede sei euch vermehrt, es soll sogar eine Steigerung geben in der Erkenntnis Gottes und Jesu unseres Herrn. Also wenn wir den Herrn erkennen, immer mehr von seiner Herrlichkeit sehen, den Vater erkennen, immer mehr von ihm verstehen, da dürfen wir auch diese Gnade und diesen Frieden im Herzen mehr und mehr erleben.

Die Kette des geistlichen Wachstums und ihre praktische Bedeutung

Über die kostbaren Dinge habe ich bereits gesprochen. Jetzt kommen wir zu dieser Kette des geistlichen Wachstums. In diesem ersten Abschnitt geht es ja um die Ermahnung zum Wachstum im Glauben. Ich lese nochmals ab Vers 3:
Da seine göttliche Kraft uns alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit oder Frömmigkeit dient, geschenkt hat, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch Herrlichkeit und Tugend, durch welche er uns die grössten und kostbaren Verheissungen geschenkt hat, damit ihr durch dieselben Teilhaber der göttlichen Natur werdet, indem ihr dem Verderben entflohen seid, das in der Welt ist durch die Lust.
Eben deshalb reicht aber auch dar, indem ihr allen Fleiss anwendet: in eurem Glauben die Tugend, in der Tugend die Erkenntnis, in der Erkenntnis die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, im Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
Denn wenn diese Dinge bei euch sind und reichlich vorhanden, so stellen sie euch nicht träge noch fruchtleer hin in Bezug auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Denn bei welchem diese Dinge nicht sind, der ist blind, kurzsichtig und hat die Reinigung seiner vorigen Sünden vergessen. Daher, Brüder, befleissigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wenn ihr diese Dinge tut, so werdet ihr niemals straucheln. Denn also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang in das ewige Königreich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.
Hier haben wir eine Kette des geistlichen Wachstums. Das Erste ist Fleiss, also allen Fleiss aufbieten. Wir sollen also nicht faul sein im geistlichen Leben. Das erste ist also Fleiss. Und dann sagt er: im Fleiss, und das sollen wir aufwenden, im Glauben, und in dem Glauben die Tugend.
Das griechische Wort Tugend kann man übersetzen mit Tüchtigkeit, geistliche Kraft, Energie, Entschiedenheit. Das ist das Gegenteil eines Waschlappens. So wird übrigens auch in der alten Elberfelder in der Fussnote erklärt: Tüchtigkeit, geistliche Energie, Entschiedenheit.
Dann ist der vierte Punkt die Erkenntnis, der fünfte Punkt die Enthaltsamkeit, dass man also auf Dinge verzichten kann, und gerade auch auf sündige Dinge. Und dann das Aushalten, das Ausharren. Und in den Aussagen soll die Gottseligkeit sein, die Frömmigkeit oder Gottesfurcht. Achtens ist die Bruderliebe, griechisch Philadelphia, und dann die Liebe, das ist auf Griechisch Agape.
Das wird unterschieden. Agape ist das Wort im Neuen Testament für die Liebe Gottes, die uns lieben kann, ohne dass in uns selbst etwas Liebliches gewesen wäre. Gott konnte Sünder einfach so lieben. Das ist Gottes Liebe. Bei der Bruderliebe haben wir einen Grund, warum wir jemanden lieben, weil er auch zu den Erlösten gehört. Aber Petrus sagt: In der Bruderliebe noch ein Glied dazu in der Kette, einfach die göttliche Liebe, die Agape, die so schön beschrieben wird von dem Apostel Paulus in 1. Korinther 13.
Die Liebe aber ist, und er beschreibt, was sie alles ist und was sie nicht ist. Und da haben wir das Wort Agape. Also diese Kette mit neun Gliedern im geistlichen Wachstum. Und Petrus sagt: Wenn wir darauf achten, dass alle diese Dinge gleichzeitig in unserem Leben vorhanden sind, dann hat das Auswirkungen.
Vers 8 und Schluss: Denn wenn diese Dinge bei euch sind und reichlich vorhanden, so stellen sie euch nicht träge noch fruchtleer hin in Bezug auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Und da sehen wir, dass Erkenntnis und praktisches Glaubensleben eben zusammengehören. Wenn wir wirklich praktisch mit dem Herrn leben, dann haben wir wahre Erkenntnis.
Also es ist wirklich eine Ausflucht, wenn man sagt: Ja, Erkenntnis ist nicht so wichtig, das Praktische ist wichtig. Ja gut, wenn das Praktische wirklich da ist, dann kommt die Erkenntnis. Das ist wie bei Daniel. Der hatte sich im Herzen vorgenommen, sich nicht mit sündigen Dingen zu verunreinigen, und dann hat Gott ihm Erkenntnis gegeben. Und diese Erkenntnis hat ihn noch mehr dazu geführt, treu zu sein im Praktischen, und er hat noch mehr Erkenntnis bekommen. Eine Spirale nach oben.
Und er sagt aber auf der anderen Seite: Bei den Leuten, bei denen diese Dinge nicht vorhanden sind, der ist blind, er sieht gar nichts, oder er ist kurzsichtig, er sieht nur gerade das in der Nähe, weiter sieht er nicht, alles wird so komisch, unklar. Hier haben wir eine Erklärung, wenn alles so unklar ist. Und dabei ist es heute eine moderne Tugend, wenn man sagen kann: Es ist nicht einfach alles so klar. Ja, man kann ganz verschiedene Standpunkte haben, man kann nicht sagen, das ist richtig oder das ist falsch. Ja, es ist sehr modern, kurzsichtig zu sein, würde das bedeuten.
Nein, aber wenn das wirklich bei uns vorhanden ist, dann schenkt uns Gott eben auch, dass wir über die Kurzsichtigkeit hinaus weiter sehen können. Und er sagt, bei solchen Leuten ist es auch so, dass sie die Reinigung der früheren Sünden vergessen haben. Das ist schon ein wichtiger Punkt.
Ich glaube, es ist eine grosse Gefahr für uns Gläubige, dass wir gerne vergessen, was Gott uns alles vergeben hat. Es ist ja menschlich verständlich: Wenn es schon vergeben ist, dann verdrängen wir es auch und denken nicht so gern daran zurück. Aber es ist schon immer wieder wichtig, dass man auf die Bekehrung zurückkommt und sieht, das ist wirklich ein Wunder, was Gott bewirkt hat, dass wir überhaupt zum Glauben gekommen sind.
Und so wird die Bekehrung, wenn wir uns gesund geistlich entwickeln, immer grösser, nicht kleiner. Nicht: Da damals, da früher, da wusste ich sowieso noch nichts und so. Nein, es wird immer grösser, was Gott gewirkt hat, und es wird uns grösser seine Gnade, die uns alles vergeben hat.
Und wenn man diese Dinge vergisst, was Gott uns vergeben hat, dann hat man plötzlich auch Mühe, anderen zu vergeben. Aber wenn man sich immer wieder bewusst ist, was Gott uns alles vergeben hat, dann ist es kein Problem. Natürlich, wenn jemand fragt: Kannst du mir das vergeben? Ist doch klar. Gott hat mir auch alles vergeben, ist doch gar keine Diskussion. Natürlich vergebe ich.
Also, das ist auch ein wichtiger Punkt aus dieser neunfältigen Kette.

Berufung, Erwählung und das ewige Königreich

Und er sagt weiter, sie sollen sich befleißigen, ihre Berufung und Erwählung festzumachen. In Kapitel 1, Vers 2, im ersten Brief hat er ja gesagt, sie seien auserwählt nach Vorkenntnis Gottes.
Ich habe ja einmal einen Bildschüdentag über das Thema Auserwählung zur Vorbestimmung gemacht und dabei erklärt: Gott hat die Menschen, von denen er in seiner Allwissenheit wusste, dass sie einmal die Gnade annehmen werden, auserwählt zur Rettung und zuvorbestimmt zur Sohnschaft, damit sie Kinder Gottes und Söhne und Töchter Gottes werden.
Und jetzt kann man wissen, ob man auserwählt ist, natürlich. Wie Paulus sagt in 1. Thessalonicher 1 am Anfang: „Wissend, von Gott geliebte Brüder, eure Auserwählung“ – ja, haben die in den Büchern Gottes nachschauen können? Nein. Die Thessalonicher hatten sich bekehrt und gingen durch eine schwere Verfolgung hindurch. Paulus hatte Angst, dass sie wieder vom Glauben wegkommen, und wird dann durch den Besuch von Timotheus bestätigt: Nein, die haben festgehalten. Sie sind wirklich treu im Glauben. Und das hat ihm die Bestätigung gegeben: Die sind wirklich echt wiedergeboren.
Und so gibt es eben diese Bestätigungen, die zeigen, dass jemand wirklich auserwählt ist, ein wahrer Gläubiger ist. Und wenn jemand eben wirklich dem Herrn nachfolgen will und sein Leben auch in die Heiligung stellt, das heißt, dass er Fortschritte machen will im geistlichen Leben, dann wird deutlich, dass jemand ein echter Gläubiger ist.
Und so ist es nicht: Tja, wir werden mal im Rückblick sehen, ob ich auserwählt war oder nicht. Nein, wir können es jetzt wissen. Aber Petrus sagt: Wenn ihr eben so im Glaubensleben Fortschritte macht, dann wird eure Erwählung und Berufung eben festgemacht, bestätigt durch die Auswirkungen im praktischen Leben.
Und dann sagt er in Vers 11: Und auf diese Weise wird euch so ein richtig geistlich unterstützter Zugang eröffnet ins ewige Königreich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Hier steht ewig; das ist nicht nur das tausendjährige Reich. Das tausendjährige Reich geht ja nach Offenbarung 20 tausend Jahre, und dann ist fertig. Aber das Reich geht dann weiter auf der neuen Erde, und darum steht in Offenbarung 22,5: Und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Und so spricht Petrus also über das kommende Reich, nicht nur das messianische Reich für tausend Jahre, sondern über das ewige Königreich. Das ist mit die Hoffnung der Christen.

Das Zeugnis der Verklärung und die prophetische Lampe

Jetzt kommen wir schon zum zweiten Teil, über die Bedeutung der Prophetie. Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, wiewohl ihr sie wisst und in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid.
Ich halte es aber für recht, solange ich in dieser Hütte bin. Paulus beschreibt ja auch in 2. Korinther 5 unseren Körper als eine Hütte. Solange ich in dieser Hütte bin, will ich euch durch Erinnerung aufwecken, da ich weiß, dass das Ablegen meiner Hütte bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat.
Ich will mich aber befleißigen, dass ihr auch zu jeder Zeit nach meinem Abschied imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen. Denn nicht indem wir künstlich erdichteten Mythen folgten, haben wir euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, sondern als solche, die Augenzeugen seiner Majestät gewesen sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel erlassen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
Und so besitzen wir das prophetische Wort, befestigter, auf welches zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, welche an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.
Also Petrus weiß, dass er bald sterben wird. Er will aber eben dieses letzte Vermächtnis weitergeben, damit die Gläubigen diese Dinge wissen, auch wenn er nicht mehr da ist. Dazu ist das ganze Neue Testament geschrieben worden. Der Judasbrief sagt in Vers 3, wir sollen für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfen. Gott hat also diese Offenbarung des Neuen Testaments nur einmal gegeben, und jetzt müssen wir dafür einstehen.

Die Verklärung Christi als Vorausblick auf das Reich

Und nun spricht Petrus über das Ereignis auf dem Berg der Verklärung, und das ist eine ganz, ganz wichtige Sache. Das wird ja berichtet in Matthäus, Markus und Lukas.
In Matthäus können wir das kurz aufschlagen: 17, Vers 1. Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie auf einen hohen Berg besonders. Und er wurde vor ihnen umgestaltet, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht. Da kommen Mose und Elija.
Warum eigentlich dieses Ereignis auf dem Berg der Verklärung? Schauen wir mal in Kapitel 16. Da sagte der Herr Jesus in einer Rede, Vers 28: „Wahrlich, ich sage euch, es sind gewisse von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich oder in seinem Königreich.“
Gestern nach einem Vortrag kamen junge Leute, die haben gefragt: Wie ist das eigentlich? Da steht doch in den Evangelien, Jesus Christus hat gesagt, es werden gewisse Leute nicht sterben, bevor sie die Wiederkunft Christi erlebt haben. Er sagt: Ja, da steht im Evangelium Matthäus, Markus und Lukas. Und in jedem Fall: Was ist die nächste Geschichte, die dann kommt, in jedem Evangelium? Die Geschichte vom Berg der Verklärung.
Und da hat für einen kurzen Moment der Herr Jesus die Herrlichkeit seines Königreiches angenommen. Sein Gesicht strahlt wie die Sonne, seine Kleider leuchten wie der Blitz, in einer Parallelstelle. Und da haben sie ihn gesehen in seinem Reich, in der Herrlichkeit seines Reiches. Und Mose als Vertreter der Tora, Elija als Vertreter der Propheten, kommen beide. Das Gesetz und die Propheten haben hingewiesen auf den Messias, der einmal kommen wird als König. Aber jetzt war er ja nicht als König der Welt gekommen.
Dieses Ereignis sollte ein Pfand sein, eine Bestätigung: Das ist nur eine Frage der Zeit. Das erste Mal kam er als der leidende Messias, das zweite Mal wird er kommen als der herrschende Messias. Diese drei Zeugen sollten Augenzeugen sein von dieser Herrlichkeit, die dann die ganze Welt einmal in der Zukunft sehen wird. Aber da haben sie eben den Herrn Jesus in der Herrlichkeit seines Reiches gesehen, bevor sie gestorben sind. Diese drei Apostel sollten davon ein Zeugnis ablegen.
Und wie war das? Jakobus, einer der drei Zeugen der Verklärung Christi, wurde bereits im Jahr 44 nach Christus ermordet, Apostelgeschichte 12,1-2. Herodes Agrippa hat ihn getötet. Und dann heißt es dort: Als er sah, das gefiel den Juden, dann wollte er auch noch Petrus umbringen. Aber das ließ Gott ja nicht zu. Dann kam ja diese absolut ungewöhnliche Intervention: Ein Engel holt ihn aus dem Gefängnis und befreit ihn.
Also, es waren drei Zeugen, und nach 5. Mose 19,15 musste ein glaubwürdiges Zeugnis dem Gericht Israels aus mindestens zwei oder drei Zeugen bestehen. Jetzt war bereits einer getötet, jetzt waren noch zwei. Herodes, angestiftet von Satan, wollte jetzt auch noch den zweiten Zeugen ermorden. Aber da hat Gott eingegriffen. Petrus durfte noch nicht sterben. Er musste noch während Jahren dieses Zeugnis ablegen: Der Herr Jesus kommt ein zweites Mal, und wir haben ihn bereits gesehen in der Herrlichkeit seines Reiches.
Und so ging es also noch Jahre, bis dann im Jahr 67, da wurde er dann von Nero gekreuzigt. Und der letzte Zeuge, Johannes, starb dann im Jahr etwa 100 nach Christus als der nächste Apostel. Aber Petrus wollte in seinem Brief dieses Vermächtnis noch schriftlich weitergeben, damit es noch weiter da wäre als Zeugnis, wenn dann Johannes in den nächsten dreißig Jahren noch der einzige Augenzeuge war von diesem Ereignis.
Ja, also unter diesem Hintergrund sehen wir: Da steckt etwas ganz Besonderes dahinter. Und Petrus sagt: Schaut einmal, wir sind Augenzeugen gewesen, wir erzählen euch nicht irgendwelche Mythen. Manche Bibeln übersetzen Fabeln, aber das hat nichts zu tun mit Tieren, die sprechen, wie bei La Fontaine, ja? La Cigale enchantée de l'été, die Grille, die den ganzen Sommer nur gesungen hat, aber nichts für den Sommer bereitet hat. Nein, nein, nein, das sind schöne Geschichten, sehr schöne, aber nichts gegen die. Hier steht das Wort Mythen. Mythos, und das meint religiöse Phantastereien. Das sind Mythen.
Das ist übrigens auch das Typische von diesen religiös phantastischen Filmen heute, die so populär sind wie Herr der Ringe und auch das von C. S. Lewis mit Narnia. Das gehört alles in dieses Gebiet. Aber Petrus sagt: Wir haben damit nichts zu tun. Wir erzählen euch wirkliche Dinge als Augenzeugen. Wir haben eben in Vers 16 euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan als Augenzeugen seiner Majestät.
Und jetzt sagt er in Vers 19 ganz wörtlich: Und so besitzen wir das prophetische Wort befestigt. Das prophetische Wort war sowieso befestigt, aber durch dieses Ereignis wird das nochmals von Gott bestätigt. Das kommt schon noch. Die Juden, die meisten erwarteten damals das Reich in Herrlichkeit, das war noch nicht gesagt. Das ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben, und so ist es bestätigt.
Petrus spricht dann auch über diese Erscheinung auf dem Berg, als eine Stimme kam. Sie sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe. So finden wir dieses Zeugnis siebenmal im Neuen Testament. Ja, wir finden es in Matthäus, Markus, Lukas bei der Taufe am Jordan, dann Matthäus, Markus, Lukas auf dem Berg der Verklärung und im zweiten Petrusbrief. So haben wir siebenmal dieses Zeugnis über den geliebten Sohn Gottes.
Er sagt: Das prophetische Wort, das ist eine Lampe, das ist wie eine Lampe an einem dunklen Ort geleuchtet, und wir müssen auf diese Lampe schauen. Jetzt ist die Welt dunkel. Der Jesus, das Licht der Welt, Johannes 8,12, ist nicht mehr da, jetzt ist die Welt dunkel, aber wir haben diese Lampe. Und die hilft uns, dass wir uns orientieren können. Wir warten, bis der Tag anbricht.
Ja, weil der Herr Jesus, wenn er wiederkommt, er wird kommen am Tag des Herrn. Schon im Alten Testament, Zephanja 1, Jesaja 13 und viele, viele andere Stellen sprechen immer über den Tag des Herrn. Das ist der Tag des Gerichts Gottes über die Welt. Dann wird Jesus Christus kommen in Macht und Herrlichkeit. Also beim Tag des Herrn wird es wieder Licht werden.
Und in Maleachi ganz am Schluss, 4,2, oder in anderen Bibeln ist es Kapitel 3, einer der letzten Verse, da heißt es, dass dann die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen wird. Also dann wird der Jesus aus dem Licht der Welt wieder erscheinen. Und so warten wir also jetzt in der Nacht, er ist noch nicht da, bis der Tag anbricht. Aber er sagt hier: Und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
Der Morgenstern, also wenn bereits eben das Licht über dem Horizont kommt, die Sonne ist aber noch nicht da, dann verschwinden ja immer mehr die Sterne. Und einen Stern sieht man halt ganz besonders gut. Das ist der gleiche, den man eben am Abend, wenn er da ist, so gut sehen kann, wenn sogar noch eben der Himmel ziemlich hell ist, weil die Sonne gerade eben erst über dem Horizont untergegangen ist. Andere Sterne sieht man noch nicht, aber den sieht man schon. Das ist der Abendstern, das ist beides Mal die Venus, der Planet Venus.
In diesem Jahr konnte man die Venus oft so eindrücklich sehen, sogar zusammen mit dem Mond, der das beobachtet hat. War ganz, ganz toll. Aber der Morgenstern ist dann noch sichtbar, aber bevor die Sonne aufgeht. Und er sagt: Bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Was ist damit gemeint?
Ich habe die Stellen angegeben auf dem Blatt, wir lesen Offenbarung 22,16: Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge zu bezeugen in den Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Dann Vers 20: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme schnell oder plötzlich. Amen, komm, Herr Jesus.
Also der Herr Jesus sagt: Ich bin der glänzende Morgenstern, gerade im Zusammenhang, wo es um seine Wiederkunft geht. Das ist die Wiederkunft des Herrn Jesus für die Gemeinde, nicht wahr? Der Geist und die Braut sagen: Komm. Der Heilige Geist wohnt seit Pfingsten auf der Erde, in der Gemeinde. Und wenn die Gemeinde entrückt wird, dann wird auch der Heilige Geist weggehen. Darum sagen der Geist und die Braut: Komm!
Und wenn die Entrückung geschieht, dann wird eben auch der nach 2. Thessalonicher 2 der Zurückhaltende, und es wird auch gesagt das, was zurückhält, weil eben Geist auf Griechisch sächlich ist, das Pneuma. Da, was zurückhält, das Heilige Geist. Aber weil der Heilige Geist eben Gott ist, eine Person, wird er eben genannt: der, welcher zurückhält, mit dem männlichen Fürwort, er. Er wird weggehen mit der Gemeinde, und dann kann der Antichrist kommen. Und dann kommt es zur Katastrophe, zum Tag des Herrn, zur großen Drangsal.
Aber eben für die Gläubigen sagt Petrus: Ihr müsst auf das prophetische Wort achten, bis der Tag anbreche, der Morgenstern aufgehe. Das ist die Hoffnung in der Entrückung der Gemeinde. Eben geschieht noch, bevor dann die Sonne der Gerechtigkeit aufgeht zum Gericht. Aber dann werden wir ja mit dem Herrn kommen, also wir müssen ja gehen, damit wir mit ihm kommen können.
Und so ist es ganz wichtig, also hier diese Wahrheit der Entrückung: Auf die Lampe schauen, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgehe. Und wo geht er auf? In euren Herzen. Das will sagen, dass diese Wahrheit eine Wahrheit ist, die tief in den Herzen der Gläubigen drin sein muss, etwas Kostbares für den Glauben, dass wir uns nicht rauben lassen, sondern dass uns eben wertvoll und kostbar ist diese Erwartung. Wir warten, bis er kommt als der Morgenstern, bevor die Gerichte toben. Wir warten auf Christus, nicht auf den Antichrist.

Inspiration der Schrift und ihr innerer Zusammenhang

Dann erklärt er weiter die Inspiration der Bibel, Vers 21: Denn die Weissagung, oder die Prophetie – das ist im Griechischen dasselbe Wort; es gibt keine unterschiedlichen Weissagungen, nur auf Deutsch kann man es so oder so sagen – wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.
Es ist interessant: Wenn in Römer 8 über das Glaubensleben gesprochen wird, heißt es: „So viele, die wir es aufschlagen, das ist ganz wichtig“ – Römer 8,14: Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. Das ist ein Durativ. Darum ist das hier eine allgemeine Wahrheit: Alle diejenigen, die ganz normal im Alltag regelmäßig durch den Geist Gottes geleitet werden, das sind wahre Gläubige, die zur Familie Gottes gehören. Sie sind Söhne und Töchter Gottes.
Aber hier bei der Inspiration heißt es nicht, diese Männer waren geleitet vom Heiligen Geist, sondern getrieben vom Heiligen Geist. Das ist der Unterschied. Also: Wir haben das Anliegen, dass wir wirklich auch in den alltäglichen Dingen durch den Geist Gottes geleitet werden. Darum ist es auch wichtig, in ganz alltäglichen Dingen zu beten, auch in kleinen Sachen, nicht nur in den wichtigen Entscheidungen. Und so kann der Heilige Geist in unseren Herzen die Überzeugung wirken: Das ist Gottes Wille.
Ja, aber wir merken, dass wir vielleicht manchmal gebetet haben und dann doch irgendwie das Falsche gekauft haben. Aber bei der Inspiration konnte das nicht geschehen. Die wollten schon das Richtige schreiben, und dann haben sie doch noch etwas Falsches dazu geschrieben. Also dort hat der Heilige Geist eben in einer so starken Weise getrieben, dass sie nur das als Wort Gottes weitergeben konnten, was eben Gottes Wort war. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Aber es ist sowieso so, dass in 2. Timotheus 3,16, wo der Apostel Paulus sagt: Alle Schrift ist von Gott inspiriert oder von Gott gehaucht, dort steht etwas, das noch darüber hinausgeht. Hier steht nur, diese Männer waren getrieben vom Heiligen Geist. Dann könnte man sagen: Ja gut, die waren getrieben, haben Inspiration bekommen, aber beim Aufschreiben haben sie vielleicht noch falsche Dinge aufgeschrieben. Aber Paulus sagt: Die Schrift ist von Gott inspiriert. Das heißt, das Endprodukt des Inspirationsvorgangs, nämlich das, was schließlich auf Papyrus oder auf welcher Vorlage auch immer geschrieben wurde, das ist von Gott gehaucht, inspiriert.
Also, das ergänzt sich: Die Schreiber selber waren vom Heiligen Geist getrieben, und schließlich ist das, was sie geschrieben haben, inspiriert von Gott.
Wir haben noch eine wichtige Aussage da in Vers 20: indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Das ist ein bisschen schwierig. Er will damit sagen: Es gibt keinen Abschnitt in der Bibel, der sich einfach so aus sich selbst heraus verstehen lässt, der sich selbst auslegt.
Also sagen wir, wir haben Matthäus 17, und der Abschnitt ist in sich klar. Nein, wir brauchen eben die ganze Bibel. Es ist so, dass ein Abschnitt Licht auf den anderen wirft. Und das machen wir ja die ganze Zeit, oder? Ständig sind wir am Hin und Her machen, nach vorne, nach hinten und so. Es gibt manchmal Leute, die sagen: Immer muss man so viel blättern. Aber es ist eben der Punkt, weil kein Abschnitt in sich selbst erklärend ist.
Darum ist es auch wichtig, in einer Predigt nicht zu denken: Wir lesen ein paar Verse, und jetzt wird einfach über diese Verse gesprochen, fertig. Nein, wir müssen immer den innerbiblischen Bezug machen. Das heißt nicht, dass man jedes Mal die Bibelstelle auch unbedingt nachschlagen muss. Man kann den Bezug auch einfach erklären. Nur ist es natürlich so: Da, wo man die Bibel nachschlägt und selber nochmals nachliest, bleibt es auch besser im Gedächtnis hängen.
Ich habe mir das von Jugend an so eingeprägt: Wenn ich Predigten zuhöre, dann schlage ich die Bibelstelle nach. Und auch wenn es heißt: Johannes 3,16 – bin ich ja sowieso auswendig. Das war der erste Vers, den ich wirklich mal auswendig konnte. Nein, nein, zuerst ist unser Vater ganz, ganz klein, und er hat meiner Großmutter mir 50 Rappen dafür geschenkt. Aber ich will sagen: Auch dann schlage ich nach.
Und so kann sich das Gehörte einprägen, und durch das Nachschlagen wird es eben auch optisch eingeprägt. Und so brauchen wir das ganze Wort Gottes, und nur so können wir die Heilige Schrift eben mehr und mehr verstehen.

Warnung vor Irrlehren und ihr zerstörerischer Charakter

Ja, jetzt gehen wir weiter zu Kapitel 2.
Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, welche verderbliche Sekten nebeneinführen werden.
Jetzt kommt dieser dritte Teil, überschrieben mit Warnung vor Irrlehren. Petrus erklärt den Juden, es sind ja Juden aus der Diaspora unter dem Volk, das heißt, unserem jüdischen Volk, da gab es früher viele falsche Propheten. Und jetzt, wo wir in der Zeit der Gemeinde sind, der Christenheit, da wird es auch viele falsche Lehren geben. Die falschen Lehren sind also das Entsprechende zu den falschen Propheten im Alten Testament.
Die werden verderbliche Sekten nebeneinführen. Das Wort Sekten hat hier die Bedeutung von Irrlehren. Sie werden also verderbenbringende Irrlehren nebeneinführen, das heißt ziemlich deutlich versteckt. Es ist ganz selten, dass Irrlehrer so völlig durchschaubar kommen. Also ich habe das noch nie erlebt, dass einer gekommen ist und sagte: So, jetzt möchte ich euch mal etwas Falsches beibringen.
Und was ich auch erlebt habe: wie die in einer ersten Phase ganz versteckt sind. Sie sagen mir: Ja, aber ist das möglich, dass du das gesagt hast? Das wäre doch Alphasöhn, nein, ich erkläre keine Alphasöhn, nein, stimmt nicht, Verleumdung. Aha, ja gut. Und dann später wird es immer klarer, immer klarer, und dann wird es mit dem Holzhammer gebracht. Aber eben: Zuerst gewöhnt man die Leute ein bisschen an diese fremden Gedanken. Ja, aber das kommt noch nicht so ganz durch, oder? Bei gewissen regt sich Widerstand. Das ist eben die Anfangsphase. Und mit der Gewöhnung kann man ein bisschen weitergehen, und dann kommt die nächste Phase. Plötzlich wird die Gottheit Christi geleugnet.
Aber eben, es ist so hinterhältig, verdeckt. Sie führen das nebenein, oft nicht offensichtlich, und dann den Gebieter verleugnen, der sie erkauft hat, und sich selbst schnelles Verderben zuziehen. Also sie anerkennen die Autorität von Christus nicht über ihrem Leben an. Es sind Menschen, die kommen in ihrer eigenen Autorität. Sie beugen sich nicht dem Herrn und seinem Wort.
Und jetzt sagt er weiter in Vers 2: Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen, um welcher willen der Weg der Wahrheit verlästert werden wird. Also es war ganz klar vorausgesagt, diese Irrlehrer werden in der Christenheit Erfolg haben, viele werden auf sie hören. Und das wird dazu führen, dass man dann über den Glauben, über den Weg des Glaubens, das ist der Weg der Wahrheit, spotten und lästern wird. Seht ihr, was die machen?
Und weiter in Vers 3: Und durch Habsucht werden sie euch verhandeln mit erkünstelten Worten, welchen das Gericht von Alters her nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht.
Erkünstelte Worte bedeuten auch betrügerische Worte. Immer irgendwie verdeckt. Das merkt man dauernd. Diese Leute kann man manchmal sehr schwierig greifen, sie sind wie ein Fisch. Das habe ich schon erlebt. Sagt einer irgendetwas: Ja, ich könnte mir also schon vorstellen, dass es zwei Jesaja gegeben hat, hat mir mal einer gesagt. Natürlich nicht wegen der bibelkritischen Idee, natürlich nicht.
Also, sie machen eigentlich eine Tür auf für falsche Gedanken, denn die Bibel sagt ja ganz klar, das Vorne und das Hinten in diesem Buch ist alles von Jesaja. Das wird ausdrücklich bezeugt im Neuen Testament. Und schon wird eine Tür aufgetan. Nein, natürlich nicht, mit Bibelkritik habe ich nichts zu tun.
Man kann sie nicht greifen, sie ist glatt wie ein Aal, glatt wie ein Fisch. Und so kommen sie eben. Sie verhandeln mit erkünstelten Worten, aber das Gericht Gottes ist über sie klar prophezeit.

Gericht über die Gottlosen und die Beispiele aus der Heilsgeschichte

Und jetzt bringt Petrus verschiedene Beispiele, die Judas in seinem Brief nochmals anführt, als Bestätigung dessen, was der Apostel Petrus schon früher gesagt hat. Denn wenn Gott Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in den tiefsten Abgrund hinabstürzend Ketten der Finsternis überlieferte, um aufbewahrt zu werden für das Gericht, und die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten erhielt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte, und die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und zur Zerstörung verurteilte, indem er sie denen, welche gottlos leben würden, als Beispiel hinstellte, dann sind das drei Beispiele dafür, wie Gott das Gericht gebracht hat: bei Engeln, die gesündigt haben, bei der Sintflut und bei Sodom und Gomorra.
Ich habe auf dem Blatt, das ist eigentlich in der Reihenfolge ein bisschen quergekommen, den Punkt vier auf Blatt drei. Da steht 2. Petrus 2,4 und der Tartarus. In 2. Petrus 2,4 wird das Gefängnis gefallener Engel als Tartarus bezeichnet, weil hinabstürzen auf Griechisch tartaro ist. Das kommt übrigens in der Bibel nur hier vor: in den Tartarus hinabwerfen. Wir kennen ja den Tartarus aus der griechischen Mythologie, das ist der Aufenthaltsort der verstorbenen Gottlosen. Aber im Neuen Testament wird dieser Ausdruck Tartarus eben verwendet für den Ort, wo die gefallenen Engel von Gott festgehalten werden.
Der Tartarus wird an anderen Stellen, in Offenbarung 20 zum Beispiel, der Abyssus genannt, also eigentlich der Abgrund ohne Boden. Der Abyssus, das ist der Ort, wo die gefallenen Engel hingebracht werden. Der ist eigentlich identisch in der Bibel mit dem Scheol oder dem Hades, diesem Totenreich. Aber im Zusammenhang mit den Engeln wird dieser Ort nie Totenreich, eben Scheol oder Hades, genannt, sondern eben Tartarus oder Abyssus, und zwar aus dem Grund, weil Engel eben nicht sterben können. Nur Menschen können sterben. Engel sterben nicht, und darum wird dieser Ort, das Totenreich für sie, nicht Totenreich genannt, sondern Tartarus. Aber es ist eigentlich der gleiche Ort, wo die Verstorbenen hinkommen, die die Gnade nicht angenommen haben. Und da sind diese Engel gebunden worden. Im Judasbrief wird gesagt, in der tiefsten Finsternis sind sie dort festgehalten.
Ja, es ist eigentlich Zeit für die grosse Pause. Dann fahren wir weiter mit dem Tartarus und kommen dann wieder hinauf, natürlich. Wir haben noch einiges vor. Wir haben also gesehen: Diese drei Gerichte als Beweis, dass Gott das Böse bestraft und dass er auch diese falschen Lehrer in der Christenheit einmal bestrafen wird. Zuerst das Beispiel mit den Engeln im Tartarus.
Judas spricht auch darüber ganz parallel und sagt, dass diese Engel anderem Fleisch nachgegangen seien, wie die Menschen in Sodom und Gomorra. Daraus wird deutlich: Das sind also Engel, die Hurerei begangen haben. Im Alten Testament, in 1. Mose 6, wird hier gesprochen, vor der Sintflut, von den Söhnen Gottes, die die Töchter der Menschen sahen, dass sie schön seien, und sie nahmen sie, welche sie sich erwählten. Die haben ihnen Kinder geboren, und Mose erklärt: Das sind die Männer von Ruhm, diese Helden, diese Riesen. Und er sagt, das ist geschehen vorher und auch nachher. Das heisst, Engel haben die Schöpfungsordnung durchbrochen, sind in Menschengestalt erschienen. Engel können ja ganz verschiedene Gestalten annehmen. In Hebräer 1 wird gesagt, dass Gott sie zu Winden macht, zu Feuerflammen. Und die haben also eine sexuelle Beziehung zu Menschen gehabt. Das war ein Durchbruch durch die Schöpfungsordnung.
Das war so schlimm, was diese Engel gemacht haben, dass Gott sie sofort gebunden hat. All die anderen Engel, die mit Satan einst abgefallen waren, die sind heute immer noch frei, und die Bibel nennt sie die Dämonen. Das sind böse Geister, aber die haben diese Sünde nicht begangen, und darum sind sie heute noch frei. Das zeigt also: Das Durchbrechen der Schöpfungsordnung ist in Gottes Augen ganz besonders schwerwiegend.
Und was auch noch eindrücklich ist: Von diesen Engeln heisst es, sie haben die Töchter der Menschen genommen. Vers 2: Da sahen die Söhne Gottes, Söhne Gottes ist auch in Hiob 1 und 2 ein Ausdruck für die Engel, dass die Töchter der Menschen schön waren, und sie nahmen sich zu Frauen, welche sie irgend erwählten. Die haben die geheiratet, sie nahmen sie sich zu Frauen, also das waren registrierte Partnerschaften. Und trotzdem nennt Judas das Hurerei. Und daraus wird klar: Heute ist die Homosexualität ja auch ein Durchbrechen der Schöpfungsordnung. Und gar nicht zu sprechen von Sodomie, was ja auch heute wieder mehr und mehr Aktualität bekommt. Also die Schöpfungsordnung wird durchbrochen, sogar bis zu den Tieren, aber das sind Dinge, die sind selbst schändlich, um sie zu sagen.
Nun, diese Engel haben die Schöpfungsordnung durchbrochen und haben geheiratet. Also wenn jemand meint, mit einer homosexuellen Partnerschaft, registrierten Partnerschaft oder in gewissen Ländern sogar einer Eheschliessung sei irgendetwas daran vor Gott legalisiert, hat sich getäuscht. Die haben auch geheiratet, aber es war so schwerwiegend. Wenn man das, was Gottes Plan ist in der Schöpfung, durchbricht, dann muss Gottes Gericht kommen. Danach kam ja sogar die Sintflut über die ganze Welt.
Das zeigt auch, welchen Stand wir heute erreicht haben in unserer Gesellschaft. Man kennt das nirgends in den Kulturen der Stämme und Eingeborenen: Eine Partnerschaft zwischen Gleichgeschlechtlichen ist nicht bekannt. Da muss man doch aufhorchen. Was ist denn in unserer Kultur geschehen, und zwar in einer Kultur, die ganz stark durch das Christentum einst geprägt war? Das ist eben der letzte Abfall. Petrus bringt hier dieses Beispiel mit hinein, und wenn wir denken, das wird heute bereits in Kirchen praktiziert, also diese homosexuellen Segnungen von Ehen, da sind also gerade Pfarrer und Pfarrerinnen, gewisse, die hier Vorreiterrolle spielen wollen. Darum ist dieses Beispiel im ersten Moment, könnte man denken: Warum das Beispiel mit den Engeln? Was hat das mit den Irrlehren zu tun? Das hat sehr viel zu tun. Es geht hier um den Durchbruch der Schöpfungsordnung.
Dann kommt die Sintflut als Beispiel, die ja eigentlich eine Folge war von all der Gewalt vor der Sintflut und eben dem Durchbrechen der Schöpfungsordnung, und schliesslich das Gericht über Sodom und Gomorra. Ja, und das war ja auch ein Gericht wegen der sexuellen Sünden. Dort hat man übrigens nicht mehr geheiratet. Und die Homosexualität wird in 1. Mose 19 auch ausdrücklich erwähnt. Und so muss man sagen: Hier wird wirklich der Durchbruch der Schöpfungsordnung nochmals mit Sodom und Gomorra betont.
Diese Dinge sind ja so richtig im Westen aufgekommen seit den 1968er Jahren, als diese Dinge ganz öffentlich in der sogenannten sexuellen Revolution propagiert worden sind. Dadurch wurde die Moral bei uns vollkommen verändert. Ich mag noch erinnern, wie es als Kind gesetzlich verboten war, ungeheiratet zusammenzuleben. Und heute ist es ein völlig normaler Stand der Gesellschaft geworden. Das war eben die Situation von Sodom und Gomorra. Ja, sehen wir, wie aktuell das ist, eben gerade im Zusammenhang mit diesen falschen Lehren, und wie diese Dinge heute eben in Kirchen bereits als normal hingestellt werden: Das ist keine Sünde mehr. Obwohl nach der Bibel Konkubinat als Porneia, als Hurerei, bezeichnet wird. Der Jesus sagt der samaritischen Frau: Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Sie war fünfmal verheiratet, aber der sechste Mann war nur ihr Konkubinatspartner, und der Herr sagt: Das ist nicht ein Mann. Also man konnte ganz klar unterscheiden zwischen Eheschluss und Konkubinat, auch damals.
Und so ist es also ganz beeindruckend, dass Petrus diese Beispiele bringt, weil heute in der liberalen Theologie alle diese moralischen Grundlagen der Bibel über Bord geworfen werden. Und was auch interessant ist: Ich habe das nur am Schluss noch angehängt als Exkurs zu Sodom und Gomorra, die Zerstörung von Sodom und Gomorra mit den Städten Adama und Zebuim durch Schwefel und Feuer. Bereits William Albright, dieser grosse Archäologe des 20. Jahrhunderts, hat 1924 auf der jordanischen Seite, am Südende des Toten Meeres, Städte entdeckt und ein bisschen angeschaut. Das heisst, Bab edh-Dhra hat er angeschaut und hat das so datiert auf die frühe Bronze, und das kann man mit der Zeit von Abraham in Verbindung bringen.
Aber erst später wurde dann Bab edh-Dhra, so wie man es im Arabischen heute nennt, dieser Ort durch Paul Lapp 1965 bis 1967 und dann später durch Walter Rast und Thomas Schaub 1973 und folgende ausgegraben. Da kamen 6,8 Meter dicke Stadtmauern ans Licht, ein Friedhof mit Tausenden von Menschen, ein kanaanitischer Tempel mit Altar. Die Stadt war mit einer zwei Meter dicken Ascheschicht bedeckt. Es gibt klare Hinweise, dass das Feuer von oben herkam, nicht von der Seite, wie beim Krieg. Und der Archäologe Brian Wood hat dann Bab edh-Dhra mit Sodom identifiziert.
Südlich gibt es noch einen weiteren Ort, es-Safi, der schon seit der byzantinischen Zeit identifiziert wurde mit Zoar, dieser kleinen fünften Stadt, die ja bei der Flucht von Lot verschont wurde. Und diese Stadt war nicht verbrannt. Aber Rast und Schaub haben drei weitere Städte gefunden mit Ascheschichten: Numera, das wird identifiziert, kann man identifizieren mit Gomorra; auch dort gibt es über zwei Meter dicke Ascheschicht. Und Feifa wird identifiziert mit Adama und Chanassir mit Zeboim, und jede Stadt ist an ein Wadi gebaut. Es gibt auch ökologische Hinweise, dass es dort ein ausgebranntes Ölbecken gibt mit viel Schwefel und Salz. Und so kann man sich denken, dass dieses Ölbecken zur Zeit von Abraham explodiert ist, so dass dann das alles Feuer und Schwefel als Regen über diese vier Städte kam, nicht über die fünf, über die vier.
Aber interessant ist, dass die richtige Ausgrabung 1965 bis 1967 gemacht wurde, zum ersten Mal so gründlich, ja, und dann kam 1968. Und hier lesen wir, dass Sodom und Gomorra eingeäschert wurden von Gott, indem er sie denen, welche gottlos leben würden, als Beispiel hinstellte. Doch eindrücklich, und genau in dieser Zeit kommen diese Städte wieder ans Licht mit diesen eindrücklichen Ascheschichten darüber.
Dann spricht aber Petrus in Vers 7 über Lot: Und den gerechten Lot rettete er, der von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält wurde; denn der unter ihnen wohnende Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken. Der Herr weiss die Gottseligen oder die Frommen, die Gottesfürchtigen, aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden. Also Lot wird hier hingestellt als ein positives Beispiel. Er war ein Gerechter, und es war für ihn kein Spass, in Sodom zu leben. Er hat sich Tag für Tag innerlich gequält mit dem, was er hörte, also diese unflätigen Reden, und was er öffentlich sehen konnte. Aber hier wird erklärt: Der Herr ist einerseits der Herr, der diese Dinge richtet, aber die Gottesfürchtigen kann er retten, so wie er den Lot schliesslich bewahrt hat vor der Zerstörung der Städte.
Vers 10: Besonders aber die, welche in der Lust der Befleckung dem Fleisch nachwandeln und die Herrschaft verachten, verwegene Eigenmächtige, sie erzittern nicht, Gewalten zu lästern, während Engel, die an Stärke und Macht grösser sind, nicht ein lästerndes Urteil wider sie beim Herrn hervorbringen. Diese aber, wie unvernünftige natürliche Tiere, geschaffen zum Fang und Verderben, lästern über das, was sie nicht wissen, werden auch in ihrem eigenen Verderben umkommen, indem sie den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen. Also hier wird immer wieder betont der Aspekt der sexuellen Verirrung. Es ist also erstaunlich, wenn man das ganze Kapitel durchliest, wie oft gerade diese Dinge erwähnt werden. Und die sind tatsächlich in unserem heutigen Abfall so stark im Vordergrund, und das eben sogar da, wo man sich Kirche nennt.
Und weiter wird gesagt, also die lästern Gewalten. Im Judasbrief wird in der Parallelstelle klar, es ist damit gemeint: Satan und seine Engel. Da wird auch dort erklärt, während zum Beispiel der Engel Michael nicht gewagt hat, irgendein lästerndes Urteil über Satan zu sagen, als er eine Auseinandersetzung hatte, sondern einfach: Der Herr schelte dich. Aber diese Leute spotten über den Teufel. Jetzt kann man mal mit liberalen Theologen sprechen: Der Teufel, was ist das? Eine alte Vorstellung aus dem Mittelalter. Und so, das hat mit Realität überhaupt nichts zu tun, gibt es gar nicht, böse Geister gibt es gar nicht. Was ist denn mit Okkultismus und so? Ja, das muss man psychologisch sehen. Ja, und da wird auch gespottet über die Idee eben von finsteren Mächten, aber Petrus sagt: Die wissen gar nicht, worüber sie sprechen. Aber mächtige Engel wie ein Michael, die haben das nicht gewagt.
Weiter Vers 13: In dem sie den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen, welche eine einteilige Schwelgerei für Vergnügen achten, Flecken und Schandflecke, die in ihren eigenen Betrügereien schwelgen und Festessen mit euch halten. Da sieht man diesen wirklich unter den Christen. Welche Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde nicht ablassen. Der Jesus erklärte in Matthäus 5: Du sollst nicht Ehe brechen, ist bereits dann gebrochen, wenn das mit den Augen geschieht. Das ist gemeint mit Augen voll Ehebruch. Hiob sagt in Hiob 31, er sei ein verheirateter Mann gewesen, er habe mit seinen Augen einen Bund geschlossen und so habe er nicht eine Jungfrau angeschaut, um sie zu begehren. Er wusste eben, was sich gehört als verheirateter Mann, aber da heisst es von ihnen: Augen voll Ehebruch, indem sie unbefestigte Seelen anlocken.
Das ist das Tragische, wie solche, die sich als geistliche Führer in der Christenheit sehen, wie die jungen Leute sagen können: Das ist doch kein Problem heute, heute ist eine andere Zeit, heute sind wir modern. Oder so altmodisch wie in Sodom und Gomorra, kann man sagen. Das war ja vor viertausend Jahren. Also ist es nicht ganz zwingend modern, wenn man so lebt wie vor viertausend Jahren. Und das war in Europa noch Jungsteinzeit. Sodom und Gomorra entspricht zeitlich der Jungsteinzeit in Europa. Das ist nicht gerade modern, wenn man so lebt wie in der Jungsteinzeit, ja? Aber dort war das ungewöhnlich, das war in diesen Städten da beim Toten Meer, aber nicht die Allgemeinheit lebte so, wie Sodom und Gomorra.
Unbefestigte Seelen anlocken, die ein Herz haben, in Habsucht geübt, Kinder des Fluches, welche da sie den geraden Weg verlassen haben, abgeirrt sind, indem sie dem Weg des Bileam nachfolgten, des Sohnes Bosors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, aber eine Zurechtweisung seiner eigenen Verkehrtheit empfing: ein sprachloses Lasttier, mit Menschenstimme redend, wehrte der Torheit des Propheten.
Was auch auffällt, ist: Es wird nicht nur immer wieder von der sexuellen Verwirrung gesprochen bei diesen Lehrern, sondern auch von ihrer Habgier. Das heisst, das Geld spielt auch eine wichtige Rolle. Und ich weiss, dass das ein wichtiger Punkt war für viele, gerade so ab der 68er-Zeit. Viele Linke haben sich gesagt: Das ist super, ich studiere Theologie in Zürich an der Uni, dann habe ich einen Lohn, grösser als 10'000, das war damals natürlich noch mehr als jetzt, und eine freie Wohnung, und man muss ja nicht unbedingt Seelsorge machen. Unglaublich viel Zeit, Sonntag eine Predigt, klar, aber auch nicht jeden Sonntag, und da kann man politisch gut agieren. Es war ganz klar, warum viele Theologie studiert haben, weil man finanziell schön abgesichert ist. Und gerade diese Dinge, diese Habsucht, wird da immer wieder erwähnt, wie Bileam.
Bileam wurde gerufen als Prophet, er solle doch kommen und das Volk Israel, das da auf der anderen Seite des Jordans gelagert hatte, zur Zeit Moses, bevor sie dann unter Josua ins Land gingen, verfluchen. Er wollte eigentlich nicht, er wusste, das geht wahrscheinlich gar nicht, Gott erlaubt das gar nicht, aber da haben die Moabiter gesagt, es gibt super Lohn. Für Geld ist er gegangen. Also eben einen christlichen Dienst wegen des Geldes machen. Das ist der Lohn der Ungerechtigkeit. Und dann hat ja seine Eselin ihm Widerstand geleistet. Ganz ungewöhnlich, ja? Das ist übrigens eines der wenigen Beispiele in der Bibel von Zungenreden, wo der Sprecher nicht wusste, was er sagte. Ja, es gibt noch das Beispiel mit der Schlange. Aber das war dann teuflisches Zungenreden, ja? Aber hier war das Eingreifen des Schöpfers ganz ungewöhnlich in der Natur. Der Esel, die Eselin, hat Bileam Widerstand geleistet.
Vers 17: Diese sind Brunnen ohne Wasser. Sie sollten eine geistliche Erfrischung sein, wenn sie Prediger sind des Wortes, aber sie sind Brunnen, und wenn man da etwas holen will, ist es einfach trocken. Nebel vom Sturmwind getrieben. Nebel regnet nicht, und trotzdem hat es Feuchtigkeit drin, aber es bringt nichts. Sieht nur so aus, als würde es etwas bringen, aber es bringt in der Wirklichkeit doch nichts. Welchen das Dunkel der Finsternis aufbewahrt ist in Ewigkeit. Denn stolze Worte der Eitelkeit aussprechend locken sie mit fleischlichen Lüsten durch Ausschweifungen diejenigen an, welche eben entflohen sind, denen, die im Irrtum wandeln, ihnen Freiheit versprechend. Das war das grosse Wort seit der 68er-Bewegung: Freiheit. Man sprach von sexueller Befreiung, und dabei wurde unsere ganze Gesellschaft kaputt gemacht. Und jetzt weiss man nicht mehr, wie man die Ehen sanieren soll, weil die kaputten Leute, die müssen ja auch leben von etwas. Und eben viele, die dort Geld entgegennehmen, die sind auf diesem Weg kaputt gemacht worden oder haben sich selber kaputt gemacht, ihnen Freiheit versprechend, während sie selbst Sklaven des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwältigt ist, diesem ist er auch als Sklave unterworfen.
Denn wenn sie entflohen den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus, aber wiederum in diese verwickelt, überwältigt werden, so ist ihr letztes Ärger geworden als das erste. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als nachdem sie ihn erkannt haben, umzukehren von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen: Der Hund kehrte um zu seinem eigenen Gespei, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot. Sprüche 26,11.
Ja, sind das Bekehrte? Wenn es Bekehrte wären, dann würde der Apostel nicht sagen, es wäre besser, sie hätten das nie erkannt. Nein, es wird auch nicht gesagt, sie seien Bekehrte. Es gibt ja auch Falschbekehrte, so Scheinbekehrung. Aber man muss sagen: Sind das Wiedergeborene, sind das Auserwählte, sind das Kinder Gottes? Nein, hier wird gesagt: Denn wenn sie entflohen den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus. Sie haben erkannt, Jesus Christus ist der wahre Weg. Aber das reicht nicht. Und so gibt es viele Menschen, die sind erweckt, sie erkennen. Wie in Hebräer 10 und Hebräer 6, da wird auch von solchen gesprochen, die wieder abfallen, nachdem sie erleuchtet waren, nachdem sie die Erkenntnis hatten. Aber es wird in beiden Stellen nie mit den eindeutigen Wörtern wiedergeboren, Kinder Gottes, Auserwählte usw. gearbeitet. Es gibt noch mehr eindeutige Ausdrücke, nie werden diese gebraucht, sondern erleuchtet, erkannt. Und das ist gefährlich, wenn man nur bis zu dem Punkt kommt und dann wieder ins sündige Leben zurückkehrt. Dann geschieht es eben wie hier: Der Hund kehrt um zu seinem eigenen Gespei, und die gewaschene Sau, das Schwein ist ja unrein nach 3. Mose 11, rituell unrein, zum Wälzen im Kot. Auch da ist das Drama: Menschen, die fast zum Glauben kommen, und dann werden die durch solche falschen Lehren eben verführt und wieder eigentlich ins sündige Leben zurückverwiesen.

Der letzte Abschnitt: Hoffnung, Gericht und neue Schöpfung

Jetzt kommt der letzte Teil: 2. Petrus 3.
Diesen zweiten Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen beiden ich durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke, damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des Gebotes des Herrn und Heilandes durch eure Apostel.
Er sagt also, es ist ganz wichtig: Ihr müsst achten auf das, was die heiligen Propheten gesprochen haben. Das sind die Propheten des Alten Testaments, und auf die Worte und das Gebot des Herrn und Heilandes durch die Apostel. Das ist das Wort des Neuen Testaments. Also, wir brauchen Altes und Neues Testament.
Es gibt viele Christen, die denken, das Alte Testament sei nicht für das Christentum, sondern für das Judentum. Das ist vollkommen falsch. Das Neue Testament lehrt, dass wir auf das Alte und auf das Neue achten müssen. Und er sagt ausdrücklich: die heiligen Propheten. Wir erinnern uns wieder an diese Lampe des prophetischen Wortes, die leuchtet. Wir brauchen das ganze Wort Gottes, um klar sehen zu können in einer Zeit der Dunkelheit, der moralischen Dunkelheit.
Vers 3: Zuerst dieses Wissend, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an.
Heute kann man das immer wieder hören, wie Menschen spotten über evangelikale Christen, also solche, die glauben, die Bibel ist Gottes Wort, ist voll noch gültig, Jesus Christus kommt wieder. Und wir werden verspottet, die glauben tatsächlich, Jesus käme wieder. Und dabei ist er zweitausend Jahre lang ausgeblieben. Und die leben natürlich nicht vorbildlich, ja? Er sagt, die leben nach ihren eigenen Lüsten, also die haben bereits eine Revolution hinter sich, eine Kulturrevolution.
Die spotten, und was sollen wir da tun? Ja, da können wir sie verweisen: Wunderbar, jetzt bestätigst du noch die Bibel. Was? Natürlich, die Bibel sagt ja! Es wird eine Zeit sein, in der Endzeit, da werden solche Leute spotten, dass es da noch Leute gibt, die glauben an eine Wiederkunft Jesu.
Und übrigens, was ist die Endzeit? Ja, nach der Bibel ist die Endzeit die Zeit, in der die Juden aus aller Welt zurückkehren werden ins Land der Vorfahren. Und genau in dieser Zeit kommen jetzt diese Spötter, die sagen: Wo ist die Wiederkunft Jesu?
Ja, und Petrus erklärt noch mehr. Was ich noch erklären muss: Die sagen dann manchmal, ja, in der Bibel steht doch, dass Jesus Christus bald zurückkäme. Also es geht ja nicht mit zweitausend Jahren. Aber ich habe das auch schon früher mal erklärt: Es kommt ja mehrmals in der Offenbarung vor, Offenbarung 3, Vers 11, Offenbarung 22, wo der Herr Jesus sagt: Ich komme bald. Aber das bald, entachü, heißt eigentlich „in Schnelle“, das ist also adverbial zu verstehen: Ich komme schnell, eilend. Das heißt, sein Kommen wird überraschend und plötzlich geschehen. Es ist eigentlich gar nicht korrekt zu sagen: Ich komme in kurzer Zeit, sondern: Ich komme eilends, schnell, überraschend, plötzlich.
Und Petrus hat vorausgesagt, es wird so lange dauern, dass dann später kommen, die sagen: Das geht ja wirklich also echt lang. Interessant ist auch Matthäus 25. Der Jesus erzählt das Gleichnis: Ein Herr gibt seinen Jüngern Talente, sagt: Handelt, bis ich wiederkomme, dann geht er in ein anderes Land. Später kommt er zurück und rechnet ab. Und damit vergleicht er Jesus: Er war da, damals vor zweitausend Jahren, hat seinen Nachfolgern den Auftrag gegeben, für ihn zu handeln, während er in den Himmel geht, in ein anderes Land, um dann später wieder zurückzukommen. Das ist die Wiederkunft Jesu. Und dann wird abgerechnet.
Aber dort in Matthäus 25 steht: Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte zurück. Das steht schon im Matthäusevangelium: nach langer Zeit. Es musste lange gehen. Und wir wissen das auch aus Hosea 3,5. In dieser Zwischenzeit sollte ja das jüdische Volk zerstreut werden und dann in der Endzeit wieder gesammelt werden, im Land der Väter, und einen Staat zu gründen. Aber in Hosea 3,5 steht: Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne Fürsten und ohne König sein. Danach werden sie zurückkehren ins Land. Also es musste lange gehen.
Aber darum kündigt Petrus an, die werden so spotten. Warum spotten die so? Vers 5: Denn nach ihrem eigenen Willen ist ihnen dies verborgen, dass von alters her Himmel waren und eine Erde, entstehend aus dem Wasser heraus und bestehend inmitten der Wasser durch das Wort Gottes, durch welche Wasser die damalige Welt vom Wasser überschwemmt unterging.
Also Petrus sagt, ihnen ist der Schöpfungsbericht und der Sintflutbericht verborgen. Nicht wahr, er bezieht sich auf 1. Mose 1: Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Und dann am dritten Schöpfungstag lesen wir: Die Erde war ja vollkommen überdeckt von Wasser. Übrigens interessant, die Bibel nennt etwas, das nur Wasser ist, ohne Land, die Erde. Nicht eine Scheibe, die da schwimmt, ist die Erde, ja, sondern das, was ohne Land ist, ist die Erde. Und dann am dritten Schöpfungstag lässt Gott die Erde aus dem Wasser hervorkommen. Das war die erste Gebirgsauffaltung. Und so wird das Festland sichtbar, das Trockene, ja. Bascha ist heute im Hebräischen der Ausdruck für das Festland. Das Festland wurde sichtbar, entstand also aus dem Wasser heraus und bestand dann inmitten des Wassers als Kontinent.
Petrus sagt, das ist geschehen durch das Wort Gottes. Aber durch dieses selbe Wasser wurde später die ganze Welt überflutet in der Sintflut. Also mit anderen Worten: Er sagt, sie glauben nicht, was die Schöpfung anbetrifft, so wie es in der Bibel steht, und sie glauben auch nicht, dass es eine weltweite Sintflut gegeben hat. Und darum glauben sie auch nicht, dass Gott jemals in der Zukunft plötzlich eingreift, weltweit eingreift und dann die Herrschaft übernimmt. Sie glauben das nicht, weil sie auch nicht glauben, dass es früher jemals geschehen ist.
In der Schöpfung hat Gott weltweit gewirkt. In der Sintflut war das nach der Bibel ein weltweites Gericht. Bis 1800 glaubten praktisch alle Wissenschaftler in Europa und auch in Amerika an die Schöpfungsgeschichte und die Sintflutgeschichte. Dann, 1830, hat ein Rechtsanwalt, Charles Lyell, eine neue Theorie entwickelt: Nein, wir müssen die Erdschichten nicht erklären mit der Sintflut und folgenden Katastrophen, sondern wir können das einfach erklären durch Ereignisse, wie sie heute ablaufen, mit Erosion, durch Wasser, Wind usw. Es hat nie eine Katastrophe gegeben.
Nur später kam Charles Darwin und hat auf Lyell aufgebaut. Er war ein Theologe, der bis zum Bachelor gegangen ist, auch ein Biologe. Einer war ein Rechtsanwalt, der die moderne Theologie begründet hat, und der andere war ein Bachelor-Theologe. Er hat dann darauf aufgebaut und wollte auch die Entstehung des Lebens eben ohne Gott erklären. Und von da an wurde das in der intellektuellen Welt stark verbreitet und im zwanzigsten Jahrhundert breit in der ganzen Gesellschaft, so dass man heute sogar sagt, wer Schöpfung lehren will in der Schule, ist gesellschaftsgefährdend. Ja, es wurde ein Vorstoß gemacht in der EU und wurde so abgestimmt: Das muss man verhindern, das ist gesellschaftsgefährdend, weil die Kinder kommen ganz durcheinander und plötzlich sagt man: Gott hat das geschaffen, anstatt dass man ihnen die Wahrheit der Evolution vorstellt.
Petrus sagt voraus: In der Endzeit, das heißt in der Zeit, in der die Juden zurückkommen, in Matthäus 24 ist es die Zeit, in der die Massenkriege kommen, der Zweite Weltkrieg, diese Hungersnöte als Folge der Weltkriege, diese Revolutionen, russische Revolution, chinesische Revolution usw. Und in dieser Zeit auch der Seuchen: Nach dem Ersten Weltkrieg kam gerade die spanische Grippe mit 70 Millionen Toten. Es ist unglaublich. 150 Punkte können wir zusammenstellen über die Endzeit, die sich alle in dieser Zeit erfüllt haben. Und dazu gehört eben auch, dass die Spötter in der Endzeit sagen: Jesus Christus wird doch nicht mehr kommen, es ist so lange so gegangen. Und sie glauben nicht mehr an die Schöpfungs- und die Sintflutgeschichte.
Einfach weil sie es nicht können, sondern es steht hier: Denn nach ihrem eigenen Willen ist ihnen dies verborgen. Man kann etwas nicht wissen, weil man es nicht will.
Und ich habe mit einem ETA-Studenten längeren E-Mail-Verkehr gehabt bis jetzt, und er findet das ganz interessant, mal so mit einem Dozenten zu sprechen, der tatsächlich in der modernen Zeit noch so ein reaktionäres Weltbild hat und an die Schöpfung glaubt. Ich finde das echt interessant. Aber er ist sehr aufgeklärt und nur auf Wissenschaft bedacht, und alles, was man von der Wissenschaft hier zeigen kann, das ist zuverlässig. Und dann habe ich ihm gesagt: Bruno Vollmann, der Nobelpreisträger für Makromoleküle, er war einer der großen Chemiker des zwanzigsten Jahrhunderts, hat ein Buch geschrieben: Das Makromolekül und das Leben, was Darwin nicht wissen konnte und was Darwinisten nicht wissen wollen. Er erklärte riesige lange Ketten, die entstehen bei Molekülen, also Atome, die aneinandergereiht werden, die können in der Natur nicht entstehen.
Aber zum Beispiel das Erbgut, das wir Menschen haben, das DNS-Molekül, das ist ja so ein Riesen-Makromolekül. Wenn man das auseinanderzieht in der ganzen Länge, wäre es ein Meter. Aber schon beim Einzeller sind diese Moleküle so lang. Es ist absolut unmöglich, schreibt Vollmann. In der Natur können diese Ketten nicht entstehen, die brechen immer ab. Also im Urozean, in der Ursuppe, die brechen immer ab. Und sobald sie wachsen, entstehen Nebenprodukte, die brechen sie wieder ab. Es ist unmöglich. Und er sagt, wir kennen die Gesetzmäßigkeiten ganz genau zur Entstehung der Makromoleküle, es geht nicht. Und am Schluss des Buchs schreibt er: Der Darwinismus ist ein schwerer Irrtum.
Und ich habe ihm das geschrieben, und er sagt: Ja, vielleicht wird man eben einmal eine Situation entdecken, die wir heute noch nicht kennen, unter der in speziellen Umständen wäre das eben doch möglich gewesen. Das ist doch klar, der will nicht. Und ich habe einen Mitschüler gehabt, seine Mutter war übrigens seine Mitschülerin von Rabin, dem israelischen Ministerpräsidenten. Dieser Schüler hat mir gesagt, dem habe ich viel gefeitet, also freundlich diskutiert, und der hat mir gesagt: Schau, ich würde es auch nicht glauben, auch wenn es stimmt. Ich glaube, ich habe im ganzen Leben noch nie einen angetroffen, der so ehrlich war. Der hat wirklich gesagt: Ich will es nicht. Ja gut, später hat er dann wieder gesagt, als ich ihn darauf angesprochen habe: Das habe ich nie gesagt. Er wusste das schon nicht mehr, ja. War wahrscheinlich so ein Highlight zwischen dem und durch.
Ja gut, wir gehen weiter.
Vers 7: Die jetzigen Himmel aber und die Erde sind durch sein Wort aufbewahrt für das Feuer, behalten auf den Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. Dies eine aber sei euch nicht verborgen, ihr Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er ist langmütig gegen euch, der nicht will, dass irgendwelche verlorengehen, sondern dass sie zur Buße kommen.
Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an welchem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Gekrach, die Elemente aber in Brand werden aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden. Da nun dies alles aufgelöst wird, welche solltet ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit, erwartend und sorgfältig bereitend die Ankunft des Tages Gottes, dessentwegen die Himmel in Feuer geraten, werden aufgelöst und die Elemente im Brande zerschmelzen werden. Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt.
Petrus sagt, die Schöpfung war eine Tatsache, die Sintflut, und es bleibt für die Zukunft, für das Ende der Welt. Und am Ende des Tausendjährigen Reiches, mit der großen Drangsal und der Wiederkunft Christi, beginnt der Tag des Herrn, der dauert durch das ganze Reich hindurch, und dann am Ende wird Gott diese Welt auflösen. Er sagt hier, das wird in Feuer geschehen, nicht mit Wasser, und es wird nicht nur die Erde, wie bei der Sintflut, sondern das ganze Universum, Himmel und Erde, werden in Feuer geraten. Die Elemente werden aufgelöst.
Wow, das war 2000 Jahre, fast vor Einstein. Man glaubte ja bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, dass die Atome, die Elemente der Materie, unteilbar sind. Darum haben die Griechen das genannt: Atomon, das Unteilbare. Petrus sagt, der Fischer aus Galiläa mit dem großen Wortschatz sagt: Die Elemente werden aufgelöst, im Brand. Ja, heute wissen wir, das gibt eine unglaubliche Energieentfaltung, wenn die Atome gespalten werden, aufgelöst werden. Woher konnte er das wissen? Ein Fischer. Und dann sagt er: mit Gekrach. Das ist also explosionsartig, wird das alles aufgelöst, und noch mehr. Er sagt in Vers 12: Die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Ja, ein anderes Wort für zerschmelzen ist Fusion. Kernfusion ist auch eine Entdeckung der modernen Physik des zwanzigsten Jahrhunderts, wie man Energie gewinnen kann. Man vermutet ja, die Sonne macht das durch Kernfusion, wobei sie es nicht einmal bewiesen. Es gibt Dinge, die sprechen dagegen, und das hat man noch nicht gelöst. Man weiß also nicht einmal, wie die Sonnenenergie wirklich gemacht wird. Aber man weiß, dass Kernfusion funktioniert und wie das geht.
Der spricht von beidem: Kernauflösung, Spaltung und Zerschmelzung. Es ist sensationell. Er braucht nicht das falsche Wort Atom, das hätte er brauchen können, Atomon, aber er braucht Stöcheion. Stöcheion kennen wir vielleicht aus der Chemie, das kennen wir von Stöchiometrie, das ist die Lehre, wie man die Atome zu Molekülen, dann vielleicht zu Ketten verbindet, ja. Stöcheion bedeutet im Griechischen einfach den Grundbestandteil der Materie, aber es hat nicht diesen falschen Nebensinn von Atom. Wenn wir sagen Atomspaltung, dann sagen wir etwas Widersinniges: Das Unteilbare wird gespalten. Das ist einfach Sprachgebrauch, das ist kein Problem, aber Petrus spricht korrekter als wir. Auch das ist doch erstaunlich.
Und er sagt: Wir erwarten einen neuen Himmel und eine neue Erde. In Hebräer 1 wird gesagt, dass dieses Weltteil Himmel und Erde umgewandelt werden wird, verwandelt werden. Das heißt, Gott wird die ganze Materie des Weltalls auflösen durch Kernspaltung und Kernfusion, und dann wird er dieses ganze Weltall umwandeln in einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welcher Gerechtigkeit wohnt. Im tausendjährigen Reich wird Gerechtigkeit hier herrschen, der Jesus wird die Gerechtigkeit durchsetzen, aber dann wird sie zu Hause sein. Das sagt Petrus, das erwarten wir.
Und wenn wir diese Dinge erwarten, dass Gott also einmal alles aus diesem Weltall verschwinden lassen wird, was an Sünde erinnert, da wird auch die ganze Kunst, die eine schlechte Botschaft bringt, wird aufgelöst werden, wenn die Atome aufgelöst werden. Es heißt ja, alle Werke auf der Erde werden verbrannt werden, Vers 10. Alles, was der Mensch kreativ gemacht hat, aber es war nicht zur Ehre Gottes, wird verschwinden, und übrigens auch alles andere. Man sei da vernünftig. Das ist, was wir: Es ist nichts für die Ewigkeit, was wir hier bauen und konstruieren können. Es zeigt uns auch, welche Dinge wichtig sind, die bleiben, und welche eben nicht.
Und so sagt Petrus: Ihr sollt eben einen gottesfürchtigen Wandel führen, schon heute, weil ihr wisst, dass diese neue Welt kommen wird, wo Gerechtigkeit wohnt, und ihr sollt jetzt bereits ein Vorgeschmack sein von dieser neuen Welt in einer Umgebung, so wie Lot in Sodom, ein Vorgeschmack der neuen Welt sein.
Dann noch etwas: Er sagt, eben die sagen ja, der Herr verzieht die Verheißung der Wiederkunft, aber sie realisieren nicht, Gott ist langmütig, Vers 9, er will nicht, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle errettet werden. Also dieses lange Warten ist Gottes Langmut gegen uns Menschen, weil er uns immer noch die Gelegenheit gibt zur Umkehr. Und so wurde in diesen zweitausend Jahren das Evangelium allen Nationen der Welt gebracht. Zum ersten Mal im zwanzigsten Jahrhundert sind alle Nationen erreicht worden. In der Jesus sagt Matthäus 24: Dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann kommt das Ende. Nation, ethnos im Griechischen, bedeutet nicht Stamm oder Volk, es ist die größte soziale Einheit. Es gibt die kleinste Einheit, die Ehe, dann kommt die Familie, dann die Sippe, der Clan, der Stamm, das Volk. Es gibt viele Nationen, bestehen aus vielen Völkern wie Russland und Indien, aber der Jesus sagt, alle Nationen werden erreicht werden mit dem Evangelium.
Heute ist es Realität, auch durch Transwelt Radio, auch durch Internet, auch durch die Arbeit von Gospel Recordings. 5 Sprachen und Dialekte sind mit Botschaften auf CD, Kassette zu erreichen. Heute, wenn Sie also irgendeinen Nachbarn haben, der einen eigenartigen Indianerdialekt spricht, Sie können es mir sagen, ich kann Ihnen das wahrscheinlich über Gospel Recordings schnell beschaffen. Ja, heute ist es so: Der Herr sagt, alle Nationen, seinem Zeugnis, dann wird das Ende kommen. Schon interessant, die Zeit, in der wir leben.
Und dann sagt Petrus eben, der Herr ist langmütig, er will nicht, dass jemand verloren geht, aber er sagt, er ist langmütig gegen euch, Vers 9. Aber Petrus spricht ja in beiden Briefen ausdrücklich zu Wiedergeborenen. In 1. Petrus 1, ab Vers 3 folgende, sagt er ganz klar, spricht er über die Wiedergeburt, also nicht von solchen, die erleuchtet sind, ja, Wiedergeborene, sagt er ist langmütig gegen euch. Es lohnt sich manchmal einfach, über Dinge nachzudenken. Warum sagt die Schrift das so? Ja, wem tut es mehr weh, dass unsere Verwandten zum Teil nicht bekehrt sind, ihn oder uns? Ja, also, der Herr ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass irgendjemand verloren geht, also er weiß, wie stark das uns belasten kann. Da gibt es Frauen, die sind zum Glauben gekommen und ihr Mann nicht. Sie beten jahrzehntelang, das geschieht nicht. Er ist langmütig in euch, der er nicht weht. Das ist sehr, sehr bewegend, wie der Herr an eben dieses Empfinden der Gläubigen denkt.
Und er sagt weiter: Ja, bei dem Herrn ist er sowieso ein Tag wie tausend Jahre, tausend Jahre wie ein Tag. Zeit ist nicht einfach Zeit. Früher meinte man, die Zeit halt absolut: Die Zeit geht einfach voran, und man kann auch nicht mehr zurück, und man kann auch nicht nach vorne gehen, und es ist überall genau gleich. Aber die Bibel sagt: Gott ist ewig. Er kennt die Zukunft. Er ist, weil er nicht Raum und Zeit unterworfen ist wie wir Menschen, wie die Tiere, die Pflanzen und auch übrigens die Engel. In Daniel 10 entschuldigt sich ein Engel, dass er drei Wochen Verspätung hat. Sie sind also auch Raum und Zeit unterworfen, und der Satan sagt auf Gottes Frage in Hiob 1: Woher kommst du? Vom Umherstreifen auf der Erde. Er ist nicht allgegenwärtig, das ist nur Gott. Aber Einstein hat uns beigebracht, dass Zeit relativ ist, sie ist abhängig von Raum und Zeit und dann sogar von Gravitation, von Anziehungskraft. Und Gott ist dem nicht unterworfen, und darum ist er nicht der Zeit unterworfen.
Das heißt nicht: Ein Tag ist tausend Jahre, also die Schöpfung ging sechstausend Jahre, sagen ja gewisse, ja sechstausend Jahre, natürlich dreizehn Komma sieben Milliarden Jahre, aber jeder Tag ist ja eine Periode, und schließlich heißt es in der Bibel wie tausend Jahre, ja, aber tausend Jahre ist immer noch näher bei sechs Tagen als bei dreizehn Komma sieben Milliarden Jahre. So geht das nicht. Nein, der Sinn ist: Gott ist nicht der Zeit unterworfen. Und das wusste er schon lange vor Einstein. So, aberstaunlich, ein Fischer aus Galiläa mit einem großen Wortschatz. Aber das zeigt eben die Inspiration des zweiten Petrusbriefs. Das konnten die frühen Christen nicht als Argument bringen für die Inspiration. Wie sich die Prophetie erfüllt, aber wir heute können das bringen. Dafür wussten sie mehr über Quellen, die bewiesen, dass der Brief von Petrus geschrieben ist, und die haben wir nicht mehr. Dafür haben wir heute andere Argumente.
Ja, und dann haben wir das bereits gelesen über die Paulusbriefe. Schön, Petrus sagt: Unser geliebter Bruder Paulus hat euch geschrieben. Dabei hatte er mal vor Jahren eine sehr harte Auseinandersetzung gehabt mit Petrus in Antiochien, Galater 2. Und Paulus hat ihn öffentlich zurechtgewiesen. Das ist etwas vom Schwersten, öffentlich zurechtgewiesen werden. Und das hat er verkraftet. Natürlich, er musste öffentlich zurechtgewiesen werden, weil er ein Apostel war. Paulus hätte das nicht gemacht bei irgendeinem Gläubigen. Da gilt das Prinzip: Gehe zu ihm hin, und zwischen dir und ihm soll das besprochen werden usw. Aber das war anders, und Petrus schreibt: Unser geliebter Bruder Paulus. So groß, wie er das überwunden hat und eben annehmen konnte.
Und jetzt kommt sein letztes Vermächtnis, Vers 17: Ihr nun, Geliebte, da ihr es vorher wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrwahn der Ruchlosen oder Gottlosen oder Gesetzlosen mit fortgerissen aus eurer eigenen Festigkeit fallet. Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit. Amen.
Der Vers ist so aktuell für unsere Zeit. Seit den 1960er Jahren kennen wir das, was es heißt, dieser Irrtum oder Irrwahn der Ruchlosen. Und wie stark ist die Gemeinde Gottes dadurch mitgerissen und angesteckt worden in jeder Hinsicht, was Schönheitsempfinden entspricht, was Musik entspricht, was Lebensstil entspricht, was Lebenshaltung entspricht, was Arbeitshaltung entspricht, Pflichthaltung und so weiter, in allen Bereichen. Er sagt: Geliebte, da ihr es vorher wisst, hütet euch, dass ihr nicht durch den Irrwahn der Ruchlosen mit fortgerissen aus eurer eigenen Festigkeit fallet.
Was sollen wir dann tun? Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Also wenn wir ihn im Wort Gottes suchen und eben mit ihm persönlich immer mehr und tiefer verbunden werden, als Herrn in unserem Leben, als unseren Retter, das bewahrt uns. Und so bleibt nur noch das Lob für den Sohn Gottes auf den Tag der Ewigkeit.
Es ist schön, wir haben in diesem Kapitel verschiedene Tage gehabt: den Tag des Herrn, den Tag Gottes und den Tag der Ewigkeit. Der Tag des Herrn beginnt nach der Entrückung mit der großen Drangsalszeit, und dann kommt die Sonne der Gerechtigkeit, der Herr Jesus, und er wird als Herr auf dieser Erde tausend Jahre herrschen. Und dann heißt es, am Tag des Herrn wird dann Himmel und Erde vergehen, wenn der Tag des Herrn zum Abschluss kommt. Und dann wird gesagt, in einem weiteren Vers, das wird geschehen in Vers 12, wenn der Tag Gottes kommt, das heißt also: Wenn das Weltall aufgelöst wird, da beginnt der Tag Gottes. Und Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, und dann kommt der Tag der Ewigkeit.
Es gibt noch mehr in 2. Korinther 6. Ich habe ja die Stellen alle aufgeschrieben auf den Blättern. In 2. Korinther 6 spricht Paulus über die heutige Zeit und nennt sie der Tag des Heils. Das ist also diese Zeit, seit dem ersten bis zum zweiten Kommen des Herrn Jesus. Das ist die Periode, in der das Evangelium allen Nationen der Welt gebracht wurde und wo weltweit Gott die Chance anbot, dass Menschen durch Jesus Christus errettet werden, durch das Evangelium. Das ist der Tag des Heils, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.
Aber dann kommt der Tag des Herrn, danach der Tag Gottes und dann der Tag der Ewigkeit.
Ja, wir wollen noch mit Gebet abschließen.
Herr Jesus Christus, wir möchten dir danken, dass wir die Bibel haben und dass dieses Wort sich selber als Wort Gottes erweist. Danke, Herr Jesus, dass es leuchtet als Lampe an einem dunklen Ort, und wir bitten dich wirklich, dass auch dieses Studium des zweiten Petrusbriefes uns eine echte praktische Hilfe ist, um diesen Fleiß, diese Energie, diese geistliche Entschiedenheit aufzubringen, um in unserem Glaubensleben zu wachsen, zu wachsen in deiner Erkenntnis, um dich immer lieber zu bekommen und auch dein Wort. Und hilf uns, dass wir auch entgegen diesen gewaltig starken Zeitströmungen bestehen können, verwurzelt in dir. Wir haben in uns selber keine Festigkeit, wir sind auf dich geworfen, den Fels der Ewigkeit. Und so hilf uns wirklich, diesen Brief umzusetzen, um bereits in dieser Zeit eben ein Vorgeschmack zu sein von einer neuen Welt, in der dann einmal Gerechtigkeit zu Hause sein wird. Amen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch