Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.
Episode 564: Wahre Jüngerschaft, Teil 3.
Grundlegende Voraussetzungen für Jüngerschaft
Was muss ich verstehen, wenn ich eine Jesusjüngerin oder ein Jesusjünger werden will? Zwei Dinge sind dabei wichtig.
Erstens: Jüngerschaft ist eine Frage der Prioritäten. Jesus mehr zu lieben als alle anderen Menschen, mich selbst eingeschlossen, ist unverhandelbar.
Zweitens geht es darum, dass ein Jünger seinem Meister folgt. Das bedeutet, sein Kreuz zu tragen, also sich selbst zu verleugnen und dorthin zu gehen, wo Jesus mich hinführt.
Jesus zu lieben und ihm hingebungsvoll zu folgen – das macht einen Jesusjünger aus.
Was nun folgt, ist ein Text, von dem ich mir wünsche, dass wir ihn im Rahmen von evangelistischen Gesprächen ernster nehmen. Mir scheint, heute wird viel zu schnell zu Bekehrungen aufgerufen, obwohl der Herr Jesus selbst damit viel, viel vorsichtiger umgeht.
Voreilige Bekehrungen sind jedenfalls nicht seine Sache. Ich denke, wir tun gut daran, es ihm in dieser Hinsicht gleichzutun.
Die Bedeutung der Kosten der Jüngerschaft
Wenn ich darüber nachdenke, wie viele Menschen ich kenne, die irgendwann einmal ein Bekenntnis für Gott abgelegt haben, diesen Weg mit Gott aber wieder verlassen haben, frage ich mich schon, ob wir von Anfang an nicht mehr auf die Kosten der Jüngerschaft hinweisen sollten.
Jesus jedenfalls tut das. Er hat überhaupt kein Interesse an voreiligen Entscheidungen, und ich verstehe ihn. Dabei muss ich immer an den Vers aus dem Buch Prediger denken, wo es heißt: Prediger 7,8 – besser das Ende einer Sache als ihr Anfang. Genau, es kommt auf das Ende an.
Wir erinnern uns an die Aufforderung: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen.“ Der Herr Jesus ruft jetzt nicht die Volksmengen zur Massenbekehrung auf. Er tut genau das Gegenteil. Er warnt vor einer vorschnellen Bekehrung und fordert seine Zuhörer dazu auf, die Kosten zu überschlagen.
Und ich frage mich ehrlich, ob das heute im Rahmen einer Evangelisation überhaupt noch jemand tut. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass es geschieht. Man ist vielmehr froh über jede Person, die eine Entscheidung für Jesus trifft oder Jesus in ihr Herz aufnimmt – ganz egal, ob sie umfassend verstanden hat, was das jetzt für sie bedeutet.
Die Forderung des Loslassens als Kern der Jüngerschaft
Lasst uns nicht vergessen: Ich kann kein Jünger Jesu sein, also kein Christ, wenn ich nicht bereit bin, alles hinter mir zu lassen.
In Lukas 14,33 heißt es: „So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.“ Jünger werden hat viel mit Loslassen zu tun. Es ist ein Investment. Und natürlich wissen wir das auch schon.
Im Matthäusevangelium, Kapitel 13, Verse 44-46, steht: „Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg. Vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“
Das Reich Gottes ist unglaublich wertvoll. Aber es kostet mich auch mein Leben.
Die vier Elemente des Reiches Gottes und die exklusive Bindung an Jesus
Und wenn wir über das Thema Jüngerschaft nachdenken, dann reden wir letztlich auch über das Reich Gottes. Ein Reich hat vier Dinge: ein Volk, einen König, ein Gesetz und ein Staatsgebiet.
Beim Reich Gottes sind wir das Volk. Oder wie Petrus es sagen würde: Wir sind ein auserwähltes Geschlecht, eine heilige Nation und ein Volk zum Besitz. Wir sind das Volk, Jesus ist der König, und wir leben unter dem Gesetz Christi.
Die Sache mit dem Staatsgebiet ist komplex, weil das Reich Gottes jetzt jedenfalls nicht von dieser Welt ist. Es findet als Erfahrung in mir statt. Das Reich Gottes wächst dort, wo Menschen sich dem Volk Gottes anschließen, in Jesus ihren König finden, nach seinen Geboten leben und ihm folgen.
Aber zurück zu Lukas 14. Der Begriff Jüngerschaft beschreibt meine Verbindung zum König. Wer eine Jüngerin oder ein Jünger Jesu werden will, entscheidet sich für eine exklusive, alle anderen Menschen, Pläne, Rechte und Hoffnungen ausschließende Bindung an Jesus als den König, den König meines Lebens.
Er wird die Nummer eins. Ich glaube an ihn, ich lebe für ihn, ich tue, was er sagt, ich gehe all in. Er stirbt für mich, und im Moment meiner Bekehrung bekommt er das uneingeschränkte Recht, mein Leben zu bestimmen, es zu beherrschen und es hundertprozentig für seine Zwecke einzusetzen.
Ich trete als Herr meines Lebens zurück, und Jesus übernimmt die Kontrolle. Nichts, was ich habe, gehört länger mir.
Lukas 14,33: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Die Herausforderung und Ernsthaftigkeit der Nachfolge
Wenn wir Christsein aus dieser Perspektive betrachten, verstehen wir, warum Jesus zur Vorsicht mahnt. Das Leben kann lang und herausfordernd sein. Deshalb muss ich mir gut überlegen, ob ich das wirklich will.
Will ich Jesus die absolute und uneingeschränkte Kontrolle über mein Leben geben? Will ich, dass er mit mir machen darf, was er will? Sei es, dass er mich weiterhin in meinem langweiligen Bürojob als sein Zeuge belässt. Sei es, dass er mich auffordert, mir einen neuen Job zu suchen und nicht länger von staatlichen Leistungen zu leben. Oder sei es, dass er mir den Verlust eines Kindes zumutet oder mich mit komischen Menschen, wie ich selbst einer bin, in eine Gemeinde steckt.
Darf Jesus all das? Darf er mich erziehen, prüfen, erproben und für seine Ziele gebrauchen? Will ich ihn wirklich mehr lieben als meine Kumpels aus dem Fußballverein? Mehr lieben als meine Karriereplanung, mehr lieben als meine Enkel, mehr lieben als meine Vorstellung von einem guten Leben im Eigenheim am Stadtrand – inklusive Katze und Kräuterhochbeet?
Will ich wirklich mein Kreuz tragen und nur noch das vom Leben erwarten, was er mir zugesteht? Das ist die Frage bei der Jüngerschaft. Wer dazu nicht bereit ist, kann kein Jünger Jesu sein.
Paulus als Beispiel für gelebte Jüngerschaft
Vielleicht müssen wir öfter genau hinhören, wenn Paulus aus seinem Leben berichtet. So klingt es jedenfalls, wenn Jesus König ist und jemand sein Kreuz trägt und seine Berufung lebt.
In 2. Korinther 11,24-28 heißt es: Von den Juden habe ich fünfmal vierzig Schläge minus einen erhalten, dreimal bin ich mit Ruten geschlagen worden, einmal wurde ich gesteinigt. Dreimal habe ich Schiffbruch erlitten. Einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot verbracht. Oft war ich auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren durch Räuber, in Gefahren durch mein eigenes Volk, in Gefahren durch die Nationen, in Gefahren in der Stadt, in der Wüste, auf dem Meer und unter falschen Brüdern.
Ich war in Mühe und Beschwerde, oft in Wachen, in Hunger und Durst, oft im Fasten, in Kälte und Blöße. Abgesehen von all dem kommt noch täglich die Sorge um alle Gemeinden hinzu.
Spätestens jetzt verstehen wir hoffentlich, wie wichtig es ist, die Sache mit Jesus als König richtig zu verstehen. Er meint seinen Anspruch ernst. Er will mich ganz. Er will diese Welt mit seinem Reich durchdringen – Mensch für Mensch.
Er war bereit, alles zu geben, damit Menschen gerettet werden können. Und er verlangt auch von mir nicht wenig.
In Lukas 14,33 heißt es: So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.
Die tiefgreifende Entscheidung zur Nachfolge
Vielleicht verstehen wir jetzt, warum Jesus so klar spricht. Die Entscheidung zur Nachfolge ist alles andere als einfach; sie ist tiefgreifend und alles verändernd – ein absoluter Paradigmenwechsel.
Ich muss mir wirklich gut überlegen, ob ich mich auf ein solches Himmelfahrtskommando wie die Nachfolge einlassen will. Denn auch wenn es sich am Ende natürlich lohnt, wird der Weg bestimmt nicht einfach sein.
Persönliche Reflexion und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Frage dich ernsthaft, welche Rolle Jesus in deinem Leben spielt. Woran hängt dein Herz? Worüber denkst du nach?
Das war es für heute. Du findest die Skripte zu allen Episoden auf frogwords.de oder in der App.
Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.
