Serie•Teil 3 / 12Connecting Heaven
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und thematische Setzung
Ich möchte heute über ein Thema sprechen, von dem ich glaube, dass es für Frauen etwa so wichtig ist wie das Thema Pornografie für Männer. Für Männer ist Pornografie oft ein Thema, über das man nur zögerlich redet, obwohl fast jeder Mann damit das eine oder andere Problem hat. Und es gibt ein Thema, über das man auch nicht oft redet, obwohl ich glaube, dass es für Frauen ein Riesenthema ist, vor allem für Alleinerziehende und Single-Frauen.
Es ist ein Thema, eine Sünde, die Not macht und die sich gar nicht so leicht bekämpfen lässt, wenn sie sich erst einmal Zugang zum eigenen Leben verschafft hat. Sie versucht auch immer wieder, durch die Hintertür ins eigene Leben hineinzukommen, und sie hat ein riesiges Zerstörungspotenzial.
Ich möchte heute über Sorgen reden, genauer gesagt über den Umgang mit Sorgen, nämlich darüber, dass wir Sorgen abgeben müssen.
Wir befinden uns in einer Reihe über Gebet: Connecting Heaven, Gebet, das Atmen der Seele. Ich habe jetzt angefangen, wieder Predigtnotizen zu schreiben. Wer weiß, von den Mariendorfer Zeiten her war das üblich; ich habe das eine Weile nicht geschafft. Jetzt geht es mir zeitlich wieder ein bisschen entspannter, insofern also entspannt, na ja. Ich komme jetzt auch wieder dazu.
Ich habe euch Predigtnotizen für heute beigelegt. Ansonsten findet ihr dort hinten, neben unserer Opferkiste und auch da, wo die Flyer für die aktuelle Reihe sind, einen Holzkasten. Dort findet ihr in Zukunft immer die Predigtnotizen der aktuellen Predigt beziehungsweise auch der zurückliegenden Predigten.
Ich bin jetzt eine Predigt nach hinten gegangen und werde einfach versuchen, jede Woche eine Predigt weiter nach hinten zu gehen, sodass ihr dann irgendwann mindestens die ganze Gebetsreihe auch in Schriftform vorliegen habt. Das ist ein Stück weit ein Vorteil, wenn ihr etwas zu Hause nacharbeiten wollt oder euren Stift vergessen habt, um mitzuschreiben.
Sollte das passieren, liegen dort hinten jetzt auch Stifte. Wenn ihr reinkommt, könnt ihr euch also nicht nur einen Flyer mitnehmen, sondern auch einen Stift für den Fall, dass ihr mitschreiben wollt und etwas lernen möchtet. Also: Predigtnotizen, Stifte – ich denke, zu eurem Wohl ist jetzt endgültig gesorgt. Mir fällt jetzt nichts mehr ein, außer hier vorne zu predigen, und das möchte ich tun.
Der Rahmen der Gebetsreihe
Wir sind diese Predigtreihe mit einer sehr provokanten These gestartet. Die These lautet: Kein Fortschritt, keine Erweckung ohne Gebet. Nicht in Deutschland, nicht in Spandau und nicht in deinem Leben.
Wir haben das gleich untermalt mit einem Experiment, das immer morgens um halb sechs stattfindet: Wir treffen uns zum Beten. Wichtig: Nächste Woche von Montag bis Samstag nicht hier unten im Jugendraum, sondern bei Flo und Claudi zu Hause, Gatower Straße 169. Auf Ewigkeit jetzt in der Kassettothek gebannt. Also: Wer mitbeten will, ist von halb sechs bis halb sieben herzlich eingeladen.
Dann haben wir uns das Vaterunser vorgenommen: Vaterunser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name. Und wir haben uns eine Predigt lang mit dem Thema Anbetung beschäftigt, damit, dass Gott unser Denken füllen muss. Wir dürfen seine Heiligkeit und seine Majestät, so wie wir es eben gesungen haben, nicht aus dem Blick verlieren.
Die Predigt vom letzten Sonntag drehte sich um das Thema: Dein Reich komme, dein Wille geschehe. Mir ging es darum zu zeigen, dass das eigentlich dasselbe ist wie Fürbitte. Es geht darum, wenn ich das Reich Gottes, wenn ich die Herrschaft Gottes mir als eine Herrschaft wünsche, die sich entwickelt, dass ich das eigentlich nur unterstützen kann, indem ich bete. Ich bete für Geschwister, nicht nur für die, die aktuell in Not sind, sondern ich stelle mich bewusst an ihre Seite. Ich weiß um meine eigene Verlässlichkeit, um meine eigene Hilfsbedürftigkeit, und ich lasse mich darauf ein, füreinander zu beten. Wir beten für Mission, für Evangelisation, dass Gott Türen auftut für sein Wort, dass es in die Herzen von Menschen hineinfällt, dort Wurzeln schlagen kann, wachsen kann, Veränderungsprozesse anstoßen und dann auch zu Ende führen kann.
Der dritte Punkt war, dass wir beten für dieses Land, für seine Politiker. Wir beten darum, ein Leben führen zu können, ohne dass wir ständig mit dem Gesetz in Konflikt geraten, weil wir Christen sind, oder wo man uns das Christsein völlig madig macht oder womöglich verbietet. Dass wir da eine Verantwortung haben. Dein Reich komme ist eigentlich identisch mit dem Thema Fürbitte. Denn wir wollen, dass, wenn die Liebesherrschaft wächst, wir uns an die Seite von Geschwistern, an die Seite der Missionare und an die Seite unserer Politiker stellen.
Der Schwerpunkt auf den alltäglichen Sorgen
Heute geht es jetzt weiter. Der nächste Punkt um Vater Unser: Unser tägliches Brot gib uns heute. Ich habe ganz bewusst das Thema jetzt nicht Bitten genannt. Also, wenn es das letzte Mal Fürbitte war, dann sagen wir: Jetzt kommen die Bitten. Nein, ich habe ganz bewusst es Sorgen abgeben genannt. Warum, werde ich nachher noch sagen.
Vorher zwei Vorbemerkungen.
Die erste Vorbemerkung: Das Reich Gottes soll in unseren Gebeten am Anfang stehen. Das heißt aber nicht, dass Gott, wenn es um unsere Bitten geht, dass ihm das irgendwie egal wäre. Sie stehen einfach nur an Nummer zwei, und trotzdem sind sie ihm wichtig. Wichtig, weil wir ihm wichtig sind. Und wir dürfen tatsächlich mit den kleinen und großen Problemen unseres Lebens immer wieder zu ihm kommen. Und ich hoffe, dass wir das echt als ein Vorrecht empfinden.
Ich weiß nicht, ob ihr jemals vergleichende Religionswissenschaft gemacht habt. Einfach mal angeschaut, wie Religionen funktionieren. Wir sind an der Stelle wirklich bevorrechtigte Menschen. Mit unserem Leben, mit den Nöten unseres Lebens. Also, ich habe letzte Woche gegen eine Ratte gebetet, die bei Markus unterm Dach lebte. Wie mir Rebekka eben sagte, ist es anscheinend mein Gebet erhört worden, vielleicht? Genau, die letzten drei Tage.
Also, ich habe dafür gebetet, dass sie stirbt. Ja, man kann nicht schlafen, wenn über dir eine Ratte krackelt. Also dürfen wir mit solchen Banalproblemen zu Gott kommen. Wir dürfen für all das beten, was uns einfach auf dem Herzen liegt. Und das ist ein unglaubliches Vorrecht.
Sprachliche Klärung und erste Leitfragen
Das Zweite, was ich vorneweg sagen möchte: Sorgen abgeben. Wir haben im Deutschen ein sprachliches Problem mit diesem Thema. Das Wort Sorge ist doppelt belegt. Man kann es positiv sehen im Sinne von Fürsorge, angemessener Vorsorge oder Planung. Darüber möchte ich überhaupt nicht reden. Das ist gut und richtig, das ist nicht unser Thema heute.
Es gibt aber auch eine negative Seite. Da würden wir vielleicht von Zersorgen sprechen oder davon, sich Sorgen zu machen. Ich denke dabei an das ständige Weiter-Sorgen, obwohl es eigentlich nicht nötig ist, obwohl ich sowieso nichts mehr ändern kann und es mich trotzdem nicht loslässt. Es bleibt einfach in meinem Leben drin. Ich habe eigentlich alles, was ich sinnvoll tun kann, schon getan, und trotzdem werde ich die Sorge nicht los. Ich denke ständig darüber nach.
Über diese Art von Sorgen, vor allem im Hinblick auf unsere alltäglichen Probleme, möchte ich reden.
Erste Frage von drei Punkten: Ich werde drei Punkte behandeln. Warum ist es wichtig, Sorgen abzugeben? Dann: Was passiert, wenn wir Sorgen abgeben? Und schließlich möchte ich uns mit hineinnehmen in eine Situation, in der der Herr Jesus Sorgen abgegeben hat, in Gethsemane.
Warum Sorgen nicht tragen helfen
Erste Frage: Warum ist es wichtig, Sorgen abzugeben? Zwei Antworten: Erstens, weil es nichts bringt, sich zu sorgen. Zweitens, weil Sorgen mein geistliches Leben zerstören können.
Also erstens: Es bringt gar nichts. Ab einem bestimmten Punkt ist es, wenn wir uns Sorgen machen, einfach nur noch Quatsch. Und vielleicht sogar mehr als Quatsch. Es kann sein, dass es Ausdruck eines viel tiefer liegenden Problems ist: dass ich nämlich Gott nicht vertraue, dass ich in meinem Herzen den Gedanken zulasse, Gott sei einer, der mich vergisst oder zumindest theoretisch vergessen könnte. Und deshalb, weil ich selbst viel besser weiß, was für mich gut ist, sorge ich dafür, dass ich mir richtig Sorgen mache und die Sache selbst in die Hand nehme.
Der Jesus hat dazu etwas gesagt, und er geht an das Thema so heran. Er sagt: Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen? Wenn ihr nun auch das Geringste nicht könnt, warum seid ihr um das Übrige besorgt? Das ist aus dem Lukas Evangelium, Kapitel 12, Verse 25 und 26.
Und es geht hier Jesus wirklich um existenzielle Sorgen. Es geht um Nahrung, um Kleidung, um eine Wohnung, also um alles Dinge, wo wir schnell sagen würden: Klar, da macht es wirklich viel Sinn, sich viele Sorgen drum zu machen. Das lohnt sich. Und trotzdem denkt Jesus an dieser Stelle ganz anders. Er sagt zu seinen Jüngern im gleichen Text, ein bisschen davor, Vers 22: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt.
Wichtig: Es geht nicht um Fürsorge, es geht an dieser Stelle um dieses falsche Sichzersorgen. Und er bringt ein Beispiel, damit jetzt nicht jemand denkt, das wäre irgendwie falsch zu arbeiten oder so. Er sagt: Schaut euch die Raben an. Wie ist das mit den Raben? Sind die faul? Nein. Arbeiten die? Ja. Viel? Ja. Die stehen morgens auf, machen ihre Augen auf und denken an Futter. Und dann fressen die den ganzen Tag und suchen. Die sind fleißig. Aber sie zersorgen sich nicht. Sie rechnen damit, dass Gott sie versorgt.
Das heißt da in Vers 24 in dem Text: Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammern noch Scheunen haben, und Gott ernährt sie. Ein Rabe macht sich keine Sorgen, der zersorgt sich nicht um sein Leben. Warum? Weil Sorgen machen nichts bringt. Egal, wie viel Sorgen du dir um deinen Arbeitsplatz machst oder um dein Einkommen, egal, wie viel du über richtige Ernährung nachdenkst: Du wirst nicht eine Elle, nicht einen Tag länger leben, als Gott es für dich bestimmt hat.
Und es geht weiter: Leben, echtes Leben, ist viel mehr als Nahrung und Kleidung. Der Herr Jesus sagt: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes. Und dies Gemeinsame sind dann die Grundbedürfnisse des Lebens: Nahrung, Kleidung, Wohnung. Und dies wird euch hinzugefügt werden.
Das Interessante: Wenn ihr diesen Abschnitt aus Römer 12 mal lest, dann kommt direkt davor ein Gleichnis, wo jemand richtig Erfolg im Beruf hat und wir sagen würden: Boah, der hat jetzt auch die finanziellen Möglichkeiten vorzusorgen. Und er sorgt dann vor und baut Scheunen. Und was sagt der Herr Jesus dazu, zu so einem, der mehr spart, als es irgendwie sinnvoll ist, der falsche Vorsorge betreibt, weil er es sich leisten kann, der sein Sparkonto pflegt? Er sagt: Du Tor, du Dummkopf!
Und dann sagt der Jesus so: Ein Dummkopf, ein Narr, so ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott.
Die Gefahr für das geistliche Leben
Wir kommen zum zweiten Punkt. Das Erste ist: Du kannst das ohnehin nicht ändern. Du hast es nicht im Griff. Du wirst zu deiner Lebenslänge nicht eine einzige Elle hinzufügen, egal wie sehr du dich zersorgst. Sorgen sind außerhalb deiner Reichweite, du kommst da nicht hin.
Der zweite Punkt ist: Wenn ich mich zersorge, dann wird mein Herz an dieser Sorge hängen, beziehungsweise an dem, was hinter der Sorge steckt. Womöglich hängt es auch an dem, womit ich hoffe, dieser Sorge zu begegnen. Und das ist im schlimmsten Fall mein Sparbuch, das, was ich greifbar habe. Dann führt alles Sorgen nur dazu, dass ich das Eigentliche vergesse, nämlich das Reich Gottes. Und das ist das Drama.
Das Drama besteht darin, dass Menschen am Ziel allen Lebens vorbeileben. Wenn ich als Kind Gottes nicht für das Reich Gottes lebe, habe ich nicht verstanden, wofür ich leben soll. Alle anderen Ziele sind tatsächlich nebensächlich. Alles, was mich davon ablenkt, für dieses Ziel zu leben, bringt mein geistliches Leben in Gefahr.
Der Herr Jesus schildert das in einem anderen Zusammenhang in Lukas 8 mit einem Gleichnis. Er sagt, da geht einer einen Samen aus und er wirft Samen auf die Erde. Diesen Samen erklärt er später als das Wort Gottes. Und dieser Same fällt auf die Erde, auf unterschiedliche Arten von Erde. Die eine ist so fest, dass nicht viel wachsen kann. Bei der anderen kommen gleich die Vögel und fressen es weg.
Dann gibt es einen Boden, auf dem wächst es. Dieser Same wächst, wird größer, und dann wachsen links und rechts davon Disteln oder Dornen auf. Obwohl das Wort Gottes in das Herz eines Menschen hineingesät wurde und tatsächlich wächst, wird es allmählich von dem, was noch in diesem Herzen da ist, erstickt. Es wird langsam, aber sicher erstickt und bringt keine Frucht. Und irgendwann wird man sich daran erinnern: Da war doch mal etwas. Aber es ist schon lange vorbei, weil übrig geblieben sind nur Dornen und Disteln.
In diesem Bild sind die Dornen und Disteln Sorgen, Reichtum und Vergnügungen des Lebens. Und ich will jetzt nur auf die Sorgen eingehen. Sorgen tragen in sich die Möglichkeit, dass sie das Wort Gottes in deinem Leben ersticken. Und ich finde, das ist eine ganz praktische Angelegenheit.
Wenn du Sorgen nicht abgibst, wenn du ein Leben lebst, das nicht mit dem zufrieden ist, was Gott dir gibt, das immer mehr will, immer mehr Besitz, immer mehr Sicherheit, wenn du ein Leben leben möchtest, das sich an Sorgen hängt, dann wird das ganz praktisch dein Leben, das geistliche Leben in dir, irgendwann ersticken. Im besten Fall bleibst du in deiner geistlichen Entwicklung stehen, das ist schon der günstigste Fall. Größere Wahrscheinlichkeit besteht darin, dass du am Ende wie jeder Durchschnitts-Berliner lebst, von denen die meisten, wenn man sie fragt: Wofür lebst du hier auf der Erde? Was ist dein Hauptziel im Leben? sagen würden: Na ja, ein gutes Leben.
Was wünscht man sich? Ich wünsche dir Gesundheit. Hauptsächlich Gesundheit. Und ich denke mir: Ja, und dann? Auch die Gesundheit ist dem Tod unterworfen. Was soll das? Ich brauche doch nicht Gesundheit. Ja, es ist schön, gesund zu sein. Bitte, ich bin jeden Tag dankbar, wenn ich keine Rückenschmerzen habe, keine Zahnschmerzen habe und keine Kopfschmerzen habe. Ja, ich bin dankbar. Aber Entschuldigung: Hauptsache gesund? Nein, nein, nein. Hauptsache, du weißt, wofür du auf dieser Erde bist. Und Hauptsache, du lebst im Willen Gottes.
Die eigentliche Entscheidung im Leben
Warum soll ich Sorgen abgeben? Erstens, weil es nichts bringt, sich zu zersorgen. Egal, wie sehr du dich anstrengst, du wirst das Problem nicht lösen.
Zweitens, weil du dein eigentliches Leben damit zerstörst. Du kannst nicht gleichzeitig für deine Sorgen leben und für das Reich Gottes. Es geht einfach nicht. Dafür sind deine 24 Stunden am Tag einfach zu wenig. Das muss sich entscheiden.
Was geschieht, wenn Sorgen abgegeben werden?
Zweitens: Das ist die negative Seite, die positive Seite.
Also, was passiert eigentlich, wenn ich Sorgen abgebe? Wieder gibt es zwei Antworten.
Erstens: Ich bringe damit, und zwar wirklich demütig, zum Ausdruck, dass ich Gott vertraue, dass ich glaube, dass Gott sich um mich kümmert.
Und zweitens: Gott schenkt mir seinen Frieden.
Ich lese das euch mal vor: 1. Petrus 5,6-7. Da heißt es:
Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft; denn er ist besorgt für euch.
Ich finde das toll. Gott ist besorgt um dich, und das Einzige, was er verlangt, ist, dass du dich unter seiner Hand demütigst. Ein stolzer Christ behält seine Sorgen für sich und bringt damit zum Ausdruck: Ach, ich komme alleine zurecht. Ich brauche dich nicht, Gott. Gott weiß selbst am besten, was gut für mich ist. Ich schaffe das schon. Ich will nicht abhängig sein.
Und Petrus sagt: Hey, gib diese Haltung auf. Das ist schlimm. Gott ist besorgt für dich.
Wir haben einen Vater im Himmel, der uns liebt, der uns wirklich liebt, der weiß, wie es um uns geht, und der das Beste für uns im Sinn hat. Und ich weiß nicht, was du für Erfahrungen mit deinem Vater gemacht hast. Es ist manchmal so, wenn man Vater im Himmel hört und keine so beglückende Kindheit hatte, dass man dann etwas assoziiert. Dann kommen da nicht unbedingt nette Gefühle hoch.
Aber schieb das mal nach hinten. Denk dir mal einen Vater, der sich wirklich um seine Kinder kümmert, ohne Hintergedanken, der sie wirklich lieb hat. Dann kommst du ungefähr dahin zu verstehen, was mit diesem Bild vom Vater im Himmel gemeint ist. Und deswegen: Sorgen abgeben. Deswegen klein werden.
Wenn meine Kinder zu mir kommen und sagen: Papa, hier ist irgendwas völlig schief, ich komme damit nicht zurecht, was mache ich denn dann? Die Tür vor ihrer Nase zuschlagen und sagen: Kümmere dich selber drum, das ist mir doch egal, wer bist du denn bitteschön? Nein. Sondern in dem Moment geht bei mir innen drin so ein rotes Licht an: Achtung, Papa wird gebraucht.
Ja, logisch. Es ist doch immer so, wenn eine meiner Töchter vor der Tür steht und ein bisschen betröppeltes Gesicht hat, dann denke ich: Oh oh, irgendwas ist richtig schiefgegangen. Dann nehme ich mir Zeit, egal, was Sache ist. Das ist doch logisch, ich habe sie doch lieb.
Ich gebe zu, dass ich das selber in meiner Kindheit nicht so erlebt habe. Aber das ist so normal, wenn man liebt. Und deswegen kann ich es nicht verstehen, wenn Leute zu mir kommen und sagen: Mir geht es so, so furchtbar schlecht. Und dann frage ich: Sag mal, hast du deine Sorgen schon abgegeben? Und dann kommt: Nö. Das verstehe ich nicht.
Und ich habe mir irgendwann die Frage gestellt: Was macht es bei Menschen so schwer, dass sie ihre Sorgen abgeben? Und ich habe einen Verdacht, einen ganz üblen Verdacht.
Ich habe den Verdacht, dass für manche Menschen die Sorgen, die in ihrem Leben da sind, nicht für alle, aber für manche, auch Christen, so ein bisschen wie das Salz in ihrer ansonsten faden Lebenssuppe sind. Dass sie Sorgen wirklich nicht abgeben wollen, weil Sorgen das Leben attraktiv machen. Darüber kann man sich beim Kaffeekränzchen unterhalten, da kann man ein bisschen rumjammern, da kann man zu anderen Leuten hingehen und sagen: Schau mal, wie schlimm es mit mir ist. Da kann man lange schimpfen auf Leute und Situationen.
Und jetzt stell dir mal vor, jemand gibt einfach seine Sorgen ab, und du fragst ihn: Wie geht es dir denn? Und er hat nichts mehr zum Jammern, nichts mehr zum Erzählen, kann einfach nur noch sagen: Na ja, mir geht es gut. Ich gebe meine Sorgen ab, Gott kümmert sich um mich. Wie geht es dir?
Und meine Sorge ist, dass manche Leute ihre Sorgen behalten, weil sie ihr Leben attraktiv und würdig machen.
Stellt euch mal vor, was passieren würde, wenn wir einander hier im Gottesdienst begegnen und wenn wir wirklich Sorgen Chefsache sein ließen. Ich habe mir das so ausgedacht: Jemand kommt und erzählt mir: Boah, das ist nie wieder passiert. Und wir würden generell so reagieren: Was, das ist dir passiert? Das ist ja furchtbar! Komm, lass uns gleich dafür beten, dass du das wieder los wirst. Lass uns gleich beten, und lass uns darüber freuen, dass wir Christen sind. Komm, jetzt gleich, lass uns gleich dafür beten, dass wieder der Friede in dein Leben einkehrt, dass du das los wirst, dass dich das nicht weiter prägt. Und dann lass uns gleich wieder freuen über das, was wir in Gott haben.
Stellt euch das mal vor. Normal ist ja, man hört sich das an, das ganze Gejammere, und denkt: Ja, ach, das ist wirklich schlimm und so weiter. Und am Ende ist man genauso belastet wie der, der belastet ist.
Aber es ist falsch, da zuzuhören. Richtig wäre es zu sagen: Weißt du was, Sorgen sind Chefsache, die gehen mich gar nichts an. Wenn ich dir praktisch helfen kann, gerne, aber erst mal müssen wir beten. Das fände ich so genial.
Also, das war mein erster Punkt zu diesem zweiten Unterpunkt: Was passiert, wenn wir Sorgen abgeben? Wir bringen demütig zum Ausdruck, dass wir einen Vater im Himmel haben, der es wirklich gut mit uns meint. Wir stehen nicht stolz da und meinen, wir kriegen das selber gebacken.
Und der zweite Punkt, Philipper 4,6-7, ist der, dass wir erleben, wie Gott uns übernatürlichen Frieden schenkt.
Übrigens: Diese beiden Stellen, die wir eben hatten, 1. Petrus 5,6-7 und jetzt Philipper 4,6-7, das sind beides Stellen, von denen ich euch dringend anrate, sie auswendig zu lernen. Also, es sind zwei Stellen, die braucht ihr immer. Ihr braucht sie. Sie gehören zu den wichtigsten Stellen.
Philipper 4,6-7. Da heißt es:
Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Paulus wiederholt das, was Petrus gesagt hat: Seid um nichts besorgt. Wenn du ein Anliegen hast, egal ob ein kleines Gebet oder ein großes Flehen, wenn du das hast, bring es bitte zu Gott. In der anderen Predigt habe ich das mal den Sorgeabgabereflex genannt. S-A-R, Sorgeabgabereflex.
Das ist so eine Sorge, das ist wie eine fette, haarige, schwarze Spinne, die sich auf deine Schulter setzt, und du siehst es im Spiegel. Die meisten sagen nicht: Oh, bist du aber süß, sondern die meisten meinen: Ah, weg, weg damit.
Der Sorgeabgabereflex: Da musst du nicht nachdenken. Und so sollen wir mit Sorgen umgehen. Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott. Weg damit! Was willst du damit?
Und ich weiß, man muss das trainieren. Das kommt nicht von alleine. Manche Sorgen muss man mehrmals abgeben. Manche Sorgen brauchen eine Weile, bis man sie überhaupt abgegeben hat. Vor allem dann, wenn Sorgen so richtig groß werden, wenn wir sie fast nicht aus der Hand Gottes nehmen können, wenn wir den Eindruck haben, jetzt ist der Wille Gottes für unser Leben entweder komisch oder schwer, vielleicht manchmal sogar zu schwer, wenn wir uns die Frage stellen: Meint Gott es jetzt wirklich noch gut mit uns, wenn er uns das zustößt?
Es braucht ein bisschen, ein Ja zu finden, zu Gottes Willen. Das ist mir völlig klar. Das habe ich in meinem Leben mehrfach durchgemacht. Es hat wirklich Zeit gebraucht und Gebet gebraucht, um zu sagen: Ja, Herr!
Aber wenn wir da ankommen, wenn wir unsere Sorgen nehmen und sie bei Gott abgeben, dann passiert auch, was hier in Vers 7 steht: Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird unsere Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Wir begegnen plötzlich dem Frieden Gottes. Und der Friede Gottes, das ist Gottes Security-Dienst, der dafür sorgt, dass unser inneres Wesen, unser Herz und unser Gedankenleben, nicht überrannt wird von der Realität der Sorgen.
Und wisst ihr, was dann passiert, wenn dieser übernatürliche Friede, ein Friede, der allen Verstand übersteigt, ein Friede, den du nicht mehr erklären kannst, wenn der in dein Leben hineinkommt? Du wirst in Situationen, die richtig schwierig sind, gelassen bleiben und in diesem Frieden weiterleben können. Du wirst dich auf das Eigentliche konzentrieren können, für das du in dieser Welt bist, nämlich auf das Reich Gottes. Du wirst darauf vertrauen können, dass Gott keinen Fehler macht, denn er ist besorgt für euch.
Du wirst vielleicht sogar aufhören, dir zu wünschen, dass Gott es dir in deinem Leben immer leicht macht. Kennt ihr das? Dieser Gedanke: Ich wünsche mir ein leichtes Leben, wo Gott mich vor tragischen Unglücken und vor Problemen bewahrt. Kennst du diesen Gedanken?
Und ich sage dir: Gott wird dir dieses Leben schenken, wenn du im Himmel bist. Aber bis dahin? Bist du auf dieser Erde hier? Und bis dahin ist es unsere Aufgabe, es zu lernen, auf Gott zu vertrauen, es zu lernen, unsere Sorgen abzugeben und immer wieder diese übernatürliche Erfahrung zu machen, dass er uns seinen Frieden schenkt.
Und ich kann euch nur raten: Wenn du von Sorgen zerfressen bist und du gehst auf deine Knie und gibst deine Sorgen ab, dann steh nicht gleich wieder auf. Steh nicht vorher auf, bevor dieser Friede nicht in deinem Herzen drin ist. Und solange der nicht da ist, bleibst du auf deinen Knien und gibst diese Sorge ab und betest darum, dass du das, was Gott für dich vorgesehen hat an Problemen, dass du das bitteschön annehmen kannst.
Gott möchte dir seinen Frieden schenken, und Gott möchte dich trösten. Und dann wirst du erleben, dass dein Licht scheint in größter Finsternis und dass du mitten im Leid begreifst, wie gut es Gott mit dir meint. Und dass du dich freuen kannst, deine Sorgen abzugeben.
Jesus in Gethsemane als Vorbild
Zum Schluss möchte ich Jesus anschauen, Jesus in Gethsemane. Ich glaube, es gibt im Blick auf das Gebetsleben von Jesus eine einzige Stelle, die mich mehr umgehauen hat als irgendeine andere. Es ist eine Stelle, die mein Denken über Jesus korrigiert hat.
Da heißt es im Hebräerbrief an einer Stelle über Jesus: Der hat in den Tagen seines Fleisches, als er hier auf der Erde gelebt hat, sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht, dem, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden. Und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam.
Ich habe das das erste Mal gelesen und weiß noch, dass ich das gar nicht glauben konnte. Für mich war Jesus, nachdem ich so die Evangelien gelesen hatte, immer so ein bisschen der coole Überflieger. Da kommt irgendein Pharisäer und stellt ihm eine ganz kitzelige Fangfrage, schnipp, die Antwort. Da gibt es fünftausend Leute plus Anhang, die haben nichts zu essen, na, schnipp, ein Wunder. Ich habe ihn mir gar nicht so vorstellen können als jemanden, der in Not ist.
Und dann schreibt hier der Schreiber des Hebräerbriefes: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. Und da ist mir das gedämmert. Klar steht in den Evangelien, dass Jesus eben mal eine Nacht zum Beten weggeht, und am Morgen, seine Jünger schlafen noch, ist er schon mal unterwegs und betet. Und ich hatte mir einfach nicht die Frage gestellt: Warum? Ich dachte, na ja, das gehört irgendwie dazu, Jesus muss halt viel beten. Das stimmt nicht.
Der Punkt ist: Auf dem Herzen von Jesus lag so viel. So viel Verantwortung, so viel Anfechtung, so viel Angst, Last, dass er bis Mitternacht Leute heilt, sich hinlegt zum Schlafen, und nicht erst mal gut durchschläft, um wieder Kraft zu schöpfen, sondern vor Sonnenaufgang schon nicht mehr richtig kann und gleich wieder raus muss, um zu beten.
Ich weiß nicht, ob ihr solche Situationen kennt: Wenn du richtig belastet bist, wenn du nachts die Augen schließt und das Thema nicht loswirst, was machst du denn dann? Das Beste, was du tun kannst, ist nicht, eine Schlaftablette zu nehmen. Das Beste, was du tun kannst, ist beten. Beten bis an den Punkt, wo ein übernatürlicher Friede Gottes sich in deinem Herzen einstellt, weil du die Sorgen wirklich abgegeben hast.
Und das hat Jesus getan, an einer Stelle ganz besonders. Da lesen wir es nämlich in Gethsemane. Der hat in den Tagen seines Fleisches nicht nur in Gethsemane, sondern immer wieder sowohl Bitten als Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht.
Hast du schon mal geweint beim Gebet? Also ich weiß, uns Männern liegt das ein bisschen weniger leicht. Bei Frauen geht das einen Tick leichter. Aber da ist ein Mann, ein starker Mann, der im Gebet weint. Und er ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden. Keine Vorzugsbehandlung für den Sohn Gottes.
Und darf ich dir die Frage stellen, ob du dir so Nachfolge vorstellst? Stellst du dir Nachfolge in den Fußstapfen Jesu Christi vor als ein Leben mit so vielen Schwierigkeiten, mit so viel Not und Anfechtung? Und natürlich liegt das daran, weil du die Not anderer Menschen an dich heranlässt, weil du nicht der coole Überflieger mehr bist, sondern weil du merkst, da gehen wirklich Leute verloren, dass du nachts nicht schlafen kannst, dass es dich ins Gebet treibt und dass du dir sagst: Ja, da möchte ich ankommen. Das erscheint mir wirklich ein wertvolles Leben, ein wertvoller Lebensstil zu sein, jemand zu sein, der so im Gebet und im Flehen lebt, dass er sich wirklich einbringt in diesen Auftrag, Reich Gottes zu bauen.
Ich gebe zu, dass ich lange Zeit ein echtes Problem damit hatte, mich mit diesem Jesus zu identifizieren. Mit Gebet und Flehen, das war mir sehr weit weg. Warum soll ich mir das antun, bitten und flehen und unter Tränen? Warum soll ich mir das antun? Und die Antwort findet sich in Gethsemane, und die Antwort lautet so: Weil der Wille Gottes wehtut. Der Wille tut weh.
Was erwartest du, wenn Gott sagt, dass er dich wie Schafe mitten unter Wölfe schickt? Was erwartest du, wenn du Menschen sagst, dass sie unwiderruflich verloren gehen, wenn sie nicht Buße tun? Was erwartest du, dass sie sagen: Vielen Dank, wollte ich immer schon mal hören? Es wird nicht passieren.
Was erwartest du, wenn dein alter Mensch am Kreuz mit Christus mitgekreuzigt ist? Dass er einfach abdankt? Dass Heiligung wie von selbst passiert? Oder dass es einen Kampf gibt, ein Leben lang gegen das, was an alten Gewohnheiten, an liebgewordenen Sünden in dir drinsteckt? Was erwartest du bitteschön?
Was erwartest du, wenn du in einer Schöpfung leben musst, von der Paulus schreibt, dass sie sehnsüchtig hofft, endlich erlöst zu werden? Das heißt, die Schöpfung ist es leid, diese Naturkatastrophen, Epidemien, Missernten zu erleben. Sie, es kotzt sie quasi an, sie möchte endlich frei sein von diesem ganzen Dreck und von dem Tod. Und du lebst mittendrin. Was erwartest du, wenn du da drin lebst, dass dich das überhaupt nicht trifft?
Wenn Gott dich trotz deiner Schwächen in die Welt hat, ein Werkzeug seiner Gnade zu sein, inmitten einer verlorenen Menschheit, in einem verfluchten Kosmos: Was erwartest du?
Die Last des Willens Gottes
Ich möchte mit euch jetzt zum Schluss noch Lukas 22 lesen. Da heißt es in Vers 39 und 41 bis 44, was Jesus getan hat. Ich möchte, dass wir Gethsemane lesen und dass wir uns ehrlich die Antwort geben.
Die Antwort heißt: In der Nachfolge Christi zu leben, ist immer irgendwie an der Grenze zur Überforderung. Es ist immer an dem Punkt, wo Gott dich als Werkzeug einsetzt und wo Gott dich bittet: Lass die Not dieser Welt an dich heran, aber gib mir die Sorgen, die dadurch hochkommen.
Lukas 22, da heißt es dann in Vers 39: Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach zum Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger. Vers 41: Und er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurück und kniete nieder, betete und sprach: Vater, wenn du diesen Kelch von mir wegnehmen willst, doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der ihn stärkte, und als er in ringendem Kampf war, betete er heftiger. Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.
Jesus hat Sorgen, er hat mehr als Sorgen, er hat Angst, er hat echte Zukunftsängste. Und er bringt sie dorthin, wo sie hingehören. Er bringt sie ins Gebet, er ringt mit Gott. Wisst ihr was? Ich möchte ein Mann werden, der das kann. Ich möchte ein Mann werden, der diese Empfindungen hat und der das schafft, der so ins Gebet gehen kann mit Gott. Das wünsche ich mir von ganzem Herzen.
Die Jünger schlafen. Warum schlafen sie? Na ja, weil die Traurigkeit, dieses ganze Emotionale, für sie einfach zu viel ist und sie davonlaufen wollen. Und wie läuft man am leichtesten davon? Wie ignoriert man die anstehenden Probleme? Man schläft. Man tut so, als wäre da nichts.
Die Jünger schlafen, und als es darauf ankommt, vermasseln sie alles. Sie tun entweder zu viel: Der gute Petrus schlägt dem armen Knecht das Ohr ab. Oder sie tun zu wenig: Da, wo es darauf ankommt, sagt Petrus dann keinen Mucks, dass er zu diesem Jesus gehört. Er ist immer falsch. Deswegen sagt Jesus hier: Betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.
Zweimal übergibt Jesus sein Leben und seine Sorgen, vor allem diese Zukunftsängste, dem Vater im Himmel. Doch nicht mein Wille geschehe, sondern der deine. Und das ist das eigentliche Ziel in unserem Leben. Und ich hoffe, dass du das verstanden hast. Das müssen wir uns immer wieder neu durchbuchstabieren.
Das eigentliche Ziel ist nicht Freiheit von Leid, Freiheit von Problemen, Freiheit von Schmerzen. Das eigentliche und endgültige Ziel unseres Lebens heißt: Dein Wille geschehe! Es gibt nichts Höheres, als das Reich Gottes zu bauen im Willen Gottes.
Und jetzt kommen die Sorgen, und sie wollen mir den Blick verstellen für diese Realität. Sie wollen mich traurig machen, schläfrig machen. Sorgen wollen mich davon abhalten, im Willen Gottes zu leben. Sie wollen mich davon abhalten, mich von Gott als Werkzeug gebrauchen zu lassen. Vor allem dann, wenn das Ja teuer wird.
Wenn Jesus hier sagt: Ja, dein Wille geschehe, dann kostet ihn das das Leben. Und ich verspreche dir, es wird Situationen in deinem Leben geben, wo es dich, wenn du sagst: Ja, dein Wille geschehe, irgendwie auch dein Leben kostet, Hoffnungen kostet, Träume kostet. Wo du nicht einfach sagst: logisch, komm, machen wir mal eben. Sondern wo du eine Stunde im Gebet auf den Knien liegst und ringst. Wo du hineingehst und völlig durcheinander bist. Wo du Angst hast, Ja zu sagen zu dem, was du eigentlich weißt, was richtig wäre.
Und dann stehst du irgendwann wieder auf und erlebst Gottes Frieden. Und Gott gibt dir übernatürlich die Ruhe, Ja zu sagen zu seinem Willen, Ja zu sagen zu einem Leben, wo du für ihn da bist.
Wenn du das nicht tust, wird jede Situation, jede Sorge dich in eine Versuchung hineinführen. Wird jede Schwierigkeit für dich zum unüberwindlichen Hindernis, und du wirst daran scheitern. Das sind die Alternativen, in denen wir stehen.
Und ich wünsche euch, ich wünsche euch diesen übernatürlichen Frieden. Ich wünsche euch auf der einen Seite die Bereitschaft, euch auf ein Leben im Willen Gottes einzulassen. Das heißt: Ja zu Sorgen und Schwierigkeiten, Problemen und Nöten. Und ich wünsche euch auf der anderen Seite, dass ihr stark werdet, diese Sorgen abzugeben, um im Frieden Gottes dieses Trommelfeuer der alltäglichen Probleme zu überwinden. Und in der Weise zu reagieren, dass es Gott ehrt. Das wünsche ich uns.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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