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Sabbat: Samstag oder Sonntag?

... oder ist das unwichtig?
26.08.20252. Mose 20,8-11
Aus dem vierten Gebot ergibt sich eine Frage, die unseren Kalender und unsere Gemeindepraxis betritt. Eine Antwort in zweieinhalb Minuten.

Einführung in die Frage nach dem Sabbat

Gestern gab es eine Frage, die gut zum Thema des Abends passte, nämlich zum Sabbat und zum Ausruhen. Die Frage lautete: Ist der Sabbat Samstag oder Sonntag, oder spielt das keine Rolle?

Es ist so, dass offenbar schon sehr früh, in der ersten Generation der Christen, die Zusammenkünfte am ersten Tag der Woche stattfanden und nicht am letzten Tag, dem Sabbat.

Die Bedeutung des Sabbats und Jesu Haltung

Ich habe gestern angedeutet, dass Jesus sagt, der Sabbat sei um des Menschen willen gegeben. Die Juden haben das so stark betont, dass Jesus manchmal provoziert hat. Er hat bewusst am Sabbat geheilt, weil er deutlich machen wollte, dass es hier nicht allein um ein Gesetz geht – ob wir es halten oder übertreten –, sondern um den Menschen.

Die Entwicklung des christlichen Feiertags

Ich habe fast den Eindruck, dass die Christen sich bewusst ein wenig von den Juden abgrenzen wollten. Sie feierten diesen besonderen Tag, nämlich den Auferstehungstag von Jesus, beziehungsweise den ersten Tag der Schöpfung, an dem Gott sagte: „Es werde Licht.“

Hier gibt es eine gewisse Parallele: „Es werde Licht“ – und wenn wir an die Auferstehung denken, ist dort ebenfalls das Licht präsent. Zunächst war es dunkel, das Grab und die Nacht umgaben Jesus. Doch dann ist er auferstanden. Das war die große Hoffnung der Christen.

Frühchristliche Praxis und biblische Hinweise

Schon im allerersten Jahrhundert finden wir in den Dokumenten der Kirchenväter deutliche Hinweise darauf, dass dieser Tag gefeiert werden sollte. Dies geschah also noch vor der konstantinischen Wende.

Auch in der Bibel selbst wird vom Tag des Herrn gesprochen, etwa in der Offenbarung oder in Apostelgeschichte 20. Dort predigt Paulus in Troas, und es heißt eindeutig, dass sie am ersten Tag der Woche zusammenkamen, um das Brot zu brechen, also das Abendmahl zu feiern.

Außerdem predigte Paulus an diesem Tag. Das war ein Gottesdienst, ähnlich wie wir ihn heute kennen, jedoch nicht am Sabbat, sondern am Sonntag. Dieser war damals allerdings noch ein Werktag. Erst mit Kaiser Konstantin wurde der Sonntag als freier Tag eingeführt.

Verschiedene christliche Auffassungen zum Sabbat

Jetzt gibt es Christen, die immer noch am Sabbat festhalten, zum Beispiel die Sieben-Tags-Adventisten. Einen ganz lieben, feinen Bruder, der Pastor einer Adventistengemeinde bei uns in Dillenburg ist, schätze ich sehr.

Diese unterschiedlichen Auffassungen trennen uns nicht. Das ist also nicht ständig ein Thema. Man kann sagen: Ich habe Recht, du hast Recht, und man kann es so oder so halten.

Auch messianische Juden feiern nach wie vor den Sabbat und nicht den Sonntag. Dass wir uns darin unterscheiden, ist nicht heilsentscheidend. Darauf kommt es nicht so stark an.

Fazit zur Frage nach Sabbat und Sonntag

Die Frage ist berechtigt, und ich hoffe, dass ich damit ein wenig helfen konnte.