Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einordnung und Ziel des Themas
Das Thema ist in sich abgeschlossen und auch verständlich. Ich muss jedoch trotzdem darauf hinweisen, dass es auf einem früheren Bibelstudientag aufbaut, den wir vor einigen Jahren zum Thema der strikten Chronologie der Bibel hatten.
Das Skript dazu kann man auf der Homepage roschelini.ch herunterladen, und zwar das Skript zur Chronologie des Alten Testaments sowie das Skript mit einer Excel-Tabelle über die Könige von Juda und Israel. Die CD kann man bei edition-nehemiah.ch bestellen, oder man kann es auch als Vortrag bei Sermon Online herunterladen.
Wir hatten außerdem vor kürzerer Zeit noch einen Vortrag über die Chronologie des Neuen Testaments. Auch das hängt damit zusammen.
Was wir heute betrachten, ist staubtrocken, möchte ich schon vorwarnen. Aber die Früchte sind süß. Es steht so in Sprüche: „Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht.“ Um sich die Wahrheit des Wortes Gottes anzueignen, braucht es viel Mühe, Kraft und Energie. Man muss eben auch bereit sein, sich etwas zu erarbeiten, was im Moment trocken erscheint. Die Auswirkungen sind dann aber wirklich süß wie Honig.
Und jetzt möchte ich noch fragen: Haben alle das Skript bekommen? Hand hoch, wer es nicht hat. Ja, ihr werdet gleich noch beliefert. Das ist sehr wichtig, um überhaupt mitzukommen. Ohne Skript geht es gar nicht.
Der Rahmen der biblischen Zeitrechnung
Ich erkläre nochmals, was mit dem Ausdruck „die strikte Chronologie der Bibel“ gemeint ist.
In den vergangenen Jahren habe ich eine Chronologie auf Grundlage der Zahlen der Bibel zusammengestellt, bei der alle Zahlen der Bibel aufgehen, ohne dass man sagen müsste: „Das ist ein Abschreibefehler“ oder „jene Zahl ist, wie sogar Liberale sagen würden, schon im Grundtext falsch“. Nein, alle Zahlen werden berücksichtigt, und das ist etwas ganz Erstaunliches. Denn man hat immer behauptet, es gehe nicht auf; es gebe in sich Widersprüche. Aber ich habe mit dieser Zusammenstellung gezeigt: Nein, es geht vielmehr alles auf, es passt alles. Es gibt allerdings ein paar Klippen darin, und genau diese Klippen wollen wir heute anschauen.
Das Besondere dieser strikten Chronologie ist weiter Folgendes: Sie löst plötzlich all die Probleme, die man bisher mit der Archäologie hatte. Ich meine damit die Archäologie im zweiten Jahrtausend, wo man behauptet hat – ein grosser Vertreter davon ist Israel Finkelstein –: Die Bibel ist alles Märchen. Man habe Israel in Ägypten nicht gefunden. Es gebe auch keine Spuren einer Eroberung von Jericho durch Josua. Das seien alles nur Legenden, denn zu dieser Zeit habe es gar keine Stadt Jericho mit Mauern gegeben. Also alles erfunden, alles unhistorisch, alles ein Märchen.
Das grosse Problem ist jedoch: Man hat der Bibel eine falsche Chronologie unterschoben, und die passt nicht. Wenn man aber die Zahlen der Bibel nimmt, dann passt es wunderbar mit der offiziellen Chronologie in der säkularen Geschichte und Archäologie zusammen.
Das führt uns schon zum ersten Punkt auf unserem Skript: Der Untergang Jerusalems 586 v. Chr. Das ist ein ganz entscheidender Schnittpunkt zwischen biblischer und ausserbiblischer Chronologie. Die Bibel sagt in 2. Könige 25,8 und Jeremia 52,12, dass das Jahr der Zerstörung Jerusalems das neunzehnte Jahr Nebukadnezars war und damit das elfte Jahr Zedekias nach 2. Könige 25,2.
Nun, das ist sehr hilfreich. Wir haben nämlich zeitgenössische Keilschriftdokumente aus der Zeit Nebukadnezars. Darin findet man dreissig Beobachtungen über Konstellationen von fünf Planeten und auch Angaben über den Mond. Damit kann man die Lebenschronologie von König Nebukadnezar ganz genau mit dem Computer zurückrechnen. Es ist wirklich wunderbar, dass Gott das Weltall so erschaffen hat, dass der Lauf der Planeten und des Mondes über die Jahrtausende hinweg so exakt berechnet werden kann. Übrigens sind die Planetenbahnen ja keine Kreisbahnen, wie man früher meinte. Kepler hat herausgefunden, dass es Ellipsen sind. Die Planeten kreisen auch nicht immer im gleichen Tempo, aber man kann alles berechnen. Das war die phantastische Entdeckung Keplers.
So kann man also ganz exakt zurückrechnen. Damit hat man mit der Sternenwelt, mit der Planetenwelt, ein Archiv für die Zeitrechnung der Vergangenheit. Und so kann man ganz genau feststellen: Das neunzehnte Jahr Nebukadnezars war 586 vor Christus. Von da aus lässt sich einfach alles absolut zurückrechnen mit den biblischen Zahlen. Ich habe hier ein paar wichtige Beispiele zusammengestellt, in kleiner Schrift.
Von Jerusalem zurück zu den Anfängen Israels
Die Reichsteilung
Nach dem Tod von Salomo spaltete sich Israel in zwei Nationen: im Norden die zehn Stämme Israels und im Süden die zwei Stämme Judas. Nun, die Bibel sagt, das war dreihundertneunzig Jahre vor dem Untergang von Jerusalem, wie wir noch sehen werden. Jetzt können wir zurückrechnen, es ergibt sich 966 vor Christus.
Dann der Beginn der Monarchie, also der Königsherrschaft über die zwölf Stämme mit Saul, David und Salomo, kann so berechnet werden: Die Bibel sagt, dass diese drei Könige jeweils vierzig Jahre regiert haben. So rechnen wir also hundertzwanzig Jahre zurück, und da kommen wir auf 1096 vor Christus für die Thronbesteigung von Saul.
Davor, sagt die Bibel, war die Zeit der Richter. Und wir werden sehen: Die Bibel sagt, das war eine Zeit von genau 450 Jahren. Jetzt können wir also von König Saul 450 Jahre zurückrechnen. So kommen wir auf 1546 v. Chr.
Wie lange dauerte es vom Ende der Eroberung des Landes unter Joshua bis zum Beginn der Richterzeit, die übrigens mit der Fremdherrschaft von Kuschan-Rischataim begann? Das ist der markierte Beginn der Richterzeit. Nun, wir können sehen, dass wir das genau berechnen können durch die biblischen Angaben. 14 Jahre waren das, also 1560 bis 1546 v. Chr.
Die Eroberung des Landes Kanaan unter Joshua dauerte sechs Jahre. Das ist also die Epoche 1566 bis 1560 v. Chr. Und damit ergibt sich das Datum des Auszugs aus Ägypten, nämlich vierzig Jahre davor. Dazwischen war ja die vierzigjährige Wüstenwanderung. Und so kommen wir auf 1606 v. Chr.
Und das ist natürlich ein ganz wichtiges Datum, weil das nun wirklich mit dem, was man in Ägypten gefunden hat, übereinstimmt. Das kann man auf meinem Livestream als Vortrag nachhören: Israel in Ägypten – Mythos oder Realität, wo das ausführlich behandelt wird und wo eben gezeigt wird, dass ein Israel Finkelstein, der den Auszug aus Ägypten auf zirka 1240 vor Christus ansetzt, völlig neben den Tatsachen steht.
Denn natürlich kann er sagen: Um 1240 findet man nichts von den Israeliten in Ägypten. Aber um 1606, da finden wir sie sehr wohl. Und sogar ein Bild des Schreckens: Die Toten, die Erstgeborenen, wurden einfach in die Gräber, als Massengräber, hineingeschmissen, ohne Grabbeigaben, kreuz und quer. Und Ramsestadt wurde verlassen von diesen Fremden, die dort gelebt hatten. Das sind die Israeliten. Dort passt es: 1606. Aber mit einer falschen Chronologie passt es sicher nicht.
Aber das ist schon eine üble Sache, nicht wahr? Man unterschiebt der Bibel eine falsche Chronologie, um nachher freudestrahlend zu sagen, die Bibel ist falsch. Das geht natürlich nicht.
Nun wichtig: Die Bibel lehrt, dass 430 Jahre, auf den Tag genau, 430 Jahre vor dem Auszug aus Ägypten, Gott mit Abraham in Sichem seinen Bund schloss. Das führt uns auf 2036 v. Chr. Das ist dieser Bundesschluss in 1. Mose 12,7.
Nun, Abraham war 75 Jahre alt, als er damals ins Land Kanaan kam und Gott mit ihm den Bund schloss. Also können wir zurückrechnen: 75 Jahre davor, Geburt Abrahams, 2111 vor Christus.
Das macht klar: Der Ursprung, der Beginn des Volkes Israel, liegt also im dritten Jahrtausend vor Christus. Die Bibel sagt, wenn man die Zahlen zusammenrechnet, 352 Jahre davor war die Sintflut. Das gibt also das absolute Datum 2463 v. Chr. Und wenn man dann noch die 1656 Jahre der Generationen vor der Sintflut hinzufügt, kommt man für die Erschaffung Adams auf 4194 v. Chr.
Ja, und das führt uns schon zu Punkt zwei: Das chronologische System der Bibel beginnt ganz vorne in der Bibel und geht durch das ganze Alte Testament hindurch und mit einer Brücke, mit der Jahrwochenbrücke aus Daniel 9, dann sogar hinüber ins Neue Testament bis zum Jahr 70 nach Christus, dem Untergang von Jerusalem.
Und das ist schon gewaltig, dieses chronologische System, denn das ist einzigartig in der ganzen antiken Geschichte: eine so in sich geschlossene Zeitrechnung.
Und es ist so: Wenn man die Bibel studiert, kommt man manchmal an Stellen, eben an Klippen der biblischen Chronologie, da hat man den Eindruck, jetzt geht es nicht mehr weiter. Da ist irgendeine Lücke, es gibt keine Angaben. Und plötzlich entdeckt man: Aber dort ist das und das gesagt, und an jener Stelle das. Und es gibt eine Brücke.
Also, das ist natürlich schon ganz anders, wenn man sich das in jahrelanger Arbeit versucht anzueignen. Dann hat man viele Kämpfe. Heute wird jetzt alles serviert, und darum ist dann die Überraschung auch nicht mehr gleich groß. Aber wenn man da jahrelang kämpft um eine Lösung und fragt, wie macht man das, wie kann man jetzt diese Lücke füllen, und sieht, in jedem Fall gibt es wieder eine Brücke und das System ist in sich geschlossen.
Die ersten Generationen und die Linie von Abraham
Nun, schauen wir uns unter zweitens von Adam bis Noah an. Da ist die Chronologie ganz, ganz einfach. Die 1656 Jahre ab der Erschaffung von Adam, das sind diese zehn Generationen von Adam bis Noah, die können wir errechnen durch die Angaben in 1. Mose 5. Adam war hundertdreißig Jahre alt, als er Seth zeugte, also hundertdreißig. Seth war hundertfünf Jahre alt, als er seinen Sohn zeugte, also hundertfünf dazu. Und so ist alles schön beieinander. Dann kommen neunzig Jahre dazu, siebzig, fünfundsechzig, hundertzweiundsechzig, fünfundsiebzig, und Noah, die zehnte Generation, war 600 Jahre alt beim Ausbruch der Sintflut. Das zusammen ergibt eine sehr einfach zu berechnende Chronologie von 1656 Jahren bis zur Sintflut. Also da haben wir noch keine Klippe.
Aber gehen wir weiter von Noah bis Abraham. Diese Generationen sind ähnlich beschrieben, aber da gibt es eine Klippe. Und zwar eine Klippe, wo bereits Leute darüber gestolpert sind und dann schon einen Fehler hatten in ihrer Chronologie, 1. Mose 11,27. Wir schlagen auf: Von Sem, dem Sohn Noas, bis Abraham sind es zehn Generationen. Nun wird also gesagt, bei Generation neun, bei Tara: Und dies sind die Geschlechter Taras. Tara zeugte Abram, Nahor und Haran, und Haran zeugte Lot. Und noch Vers 26 dazu vorher: Und Tara lebte siebzig Jahre und zeugte Abram, Nahor und Haran. Also Vers 26 ist ganz wichtig dazuzunehmen. Kann man auf ein Skript noch hinzufügen.
Ja, jetzt ist die Frage: Wann wurde Abraham geboren? Als Tara siebzig war. Aber wie ist das zu verstehen? Hat er da Drillinge von seiner Frau geboren bekommen? Abraham, Nahor und Haran? Hm, das ist die Frage. Aber schauen wir weiter. In 1. Mose 11,32 wird gesagt, dass Tara mit 205 Jahren starb in Haran. Und damals war Abraham 75 Jahre alt, 1. Mose 12,4. Nach dem Tod von Tara in Haran geht Abraham endlich ins verheißene Land, 75-jährig. Ja, jetzt ist klar: Somit war Tara 130 Jahre alt, als Abraham geboren wurde, nicht wahr? Und jetzt ist klar: Wenn es hier heißt, Tara lebte 70 Jahre und zeugte Abraham, Nahor und Haran, sagt das aus, ab siebzig begann er, Kinder zu zeugen. Aber Abraham selbst war also nicht ein Drilling, sondern einer von Drillingen, aber er wurde einfach später geboren. Aber der Erstgeborene wurde mit siebzig geboren.
Nun stellt sich die Frage: Warum wird dann Abraham, so hieß er früher, bevor er Abraham hieß, warum ist Abraham als Erster genannt, wenn er nicht der Älteste ist? Ja, das kennen wir auch schon von Sem, Ham und Japheth. Die Reihenfolge ist uns vertraut, aber Sem war nicht der Älteste. Die Bibel sagt ganz klar, Japheth war der Älteste, 1. Mose 10,21, und zwar korrekt übersetzt in der alten Elbefelder: Japheth war der Älteste. Und von Ham wird gesagt, er war der Jüngste, 1. Mose 9,25. Aber warum wird dann immer Sem zuerst genannt? Niemand sagte Japheth, Sem und Ham, sondern Sem, Ham und Japheth, weil Sem der wichtigste war. Über die Linie von Sem ging die Abstammungslinie, die später zu dem Messias führen sollte, zu dem Retter der Welt. Sem war so wichtig. Gott hat nicht die Linie von Japheth der Welt, nicht von Ham, sondern von Sem, um den Retter kommen zu lassen. Darum wird Sem zuerst genannt.
Und hier in 1. Mose 11,26 wird Abraham zuerst genannt, weil er der Wichtigste ist. Über ihn, nicht über Nahor, nicht über Haran, sollte die messianische Linie erfolgen, die Abstammungslinie hin zum Retter, zum Heiland der Welt. Und so kann man also die Zeitperiode von der Sintflut bis zur Geburt Abrahams korrekt so berechnen. Sems Sohn Arpachschad wurde zwei Jahre nach der Flut geboren. So steht das in 1. Mose 11,10. Also rechnen wir zwei Jahre, und dann sind die Angaben in 1. Mose 11 einfach nachvollziehbar: 35, 30, 34, 30, 32, 30, 29 und jetzt wichtig nicht nur 70, sondern plus 130. Sonst haben wir da also bereits 60 Jahre zu wenig gerechnet in der Chronologie. Und da sind Chronologen darüber gestolpert, haben schon hier den ersten Fehler gemacht. Also es gibt dann zusammen 352. Und damit können wir also, wenn wir das Geburtsdatum von Abraham 2011 vor Christus berechnet haben, können wir 352 Jahre hinzufügen. Dann haben wir das Jahr der Sintflut 2463 vor Christus.
Von Abraham bis zum Auszug aus Ägypten
Jetzt kommen wir viertens zu dem Thema von Abraham bis zum Exodus, und da schauen wir uns eine zweite Klippe an. Diese Klippen haben natürlich auch etwas damit zu tun, was an Fragen aufgekommen ist, seit wir damals diesen Vortrag gehabt haben über die strikte Chronologie der Bibel. Da gibt es Leute, die haben das ganz genau studiert, und dann sind plötzlich solche Fragen aufgekommen. Aber wie ist das da, und wie ist das da mit Abraham? Ja, die Klippe haben wir jetzt gelöst. Und jetzt kommt eben eine weitere Klippe, die ihm wieder Fragen aufgeworfen hat: Wie lange dauerte es von Gottes Bund mit Abraham in Sichem bis zum Auszug aus Ägypten?
Nun, ich wiederhole: Abrahams Geburt haben wir berechnet, und dann ausgehend von 2111 v. Chr. Dann fand Tharas Tod statt, als Abraham 75 Jahre alt war, und genau dann ging Abraham ins verheißene Land. Ich lese 1. Mose 12,4: Und Abraham ging hin, wie der Herr zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm. Und Abraham war 75 Jahre alt, als er aus Haran zog.
Ich muss ganz kurz noch erklären: Am Schluss von 1. Mose 11,26-32 wird berichtet, Abraham wurde geboren in Ur in Chaldäa, heutiger Südirak. Er heiratete Sarah. Sie war unfruchtbar. Und dann wird gesagt, zusammen zogen sie aus Ur in Chaldäa aus, um in das Land Kanaan zu gehen. Vers 31: Dann kamen sie aber bis Haran und wohnten dort. Haran liegt heute in der Südtürkei. Die gingen also schön den Lauf des Euphrats über fruchtbares Gebiet hinauf bis in die heutige Südtürkei, um nicht den gefährlichen Weg durch die sogenannte syrische Wüste zu gehen nach Kanaan. Das war im Altertum einfach ein ganz gefährlicher Weg. Das war normal: Man ging also über den sogenannten fruchtbaren Halbmond hinauf.
Und dann, von Haran, nach dem Tod von Thara, geht Abraham ins verheißene Land, und die Bibel sagt, da war er fünfundsiebzig. Jetzt gibt es ein kleines Problem. In 1. Mose 12,1 wird die Berufung Abrahams beschrieben, und der Herr hatte zu Abraham gesagt: Gehe aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in das Land, das ich dir zeigen werde. Das wird hier berichtet, nachdem im Vers davor gesagt wird, Abraham war in Haran. Jetzt stellt sich die Frage: Ja, aber wann ist diese Berufung Abrahams durch Gott geschehen? Nicht in Ur in Chaldäa? In Haran? Eine berechtigte Frage.
Nun, man muss dazu Apostelgeschichte 7 lesen. Stephanus gibt in seiner wunderbaren Rede vor dem Sanhedrin die genaue chronologische Reihenfolge, und er sagt, dass diese Berufung stattgefunden hat, als Abraham in Ur in Chaldäa wohnte, noch bevor er in Haran war. Und damit wird klar, dass Mose in 1. Mose 12,1 zeitlich zurückgreift und verdeutlicht, was Gott damals in Ur in Chaldäa gesagt hatte, wie er ihn berufen hat, aus seinem Land und aus seiner Verwandtschaft wegzugehen. Und darum ist es wichtig, dass man korrekt übersetzt mit der Vorzeitigkeit: Der Herr hatte zu Abram gesprochen. Es ist so, dass die hebräische Form Vayyomer, die kann je nach Zusammenhang übersetzt werden mit Präteritum, er sprach, oder er hatte gesprochen. Und es gibt eine ganze Reihe von Stellen im Alten Testament, wo man diese Zeitform unbedingt mit Plusquamperfekt übersetzen muss, sonst geht es gar nicht, also hatte gesagt.
Ja, also das nur, um den Text besser zu verstehen. Abraham geht mit 75 Jahren nach Kanaan, da haben wir absolut 2036 v. Chr., ganz wichtig. Auf dem Skript lese ich vor: Vom Einzug Abrahams nach Kanaan und von der Bundesverheißung in Sichem, 1. Mose 12,6-8, sowie von Abrahams Aufenthalt und Wohnsitz in Ägypten im selben Jahr, also von dort an bis zum Auszug aus Ägypten, 2. Mose 12, und der gleich danach erfolgten Gesetzgebung am Sinai, 2. Mose 19, liegt eine Periode von 430 Jahren.
Also da müssen wir rechnen: 2036 minus das Datum des Auszugs, 1606, das gibt uns genau 430 Jahre. Woher haben wir diese 430 Jahre? Galater 3,16. Dem Abraham aber waren die Verheißungen zugesagt und seinem Samen. Er sagt nicht: „und den Samen als von vielen“, sondern als von einem: „und in deinem Samen“, welcher Christus ist. Dieses aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund macht das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig, um die Verheißung aufzuheben.
Paulus spricht also hier von zwei Bündnissen, von dem Bund mit Abraham und von dem Bund mit Israel am Sinai, wo sie das Gesetz bekommen haben. Und Paulus sagt also: Diesen Bund mit Abraham, der übrigens mehrmals in mehr Phasen dann von Gott bestätigt worden ist, Abraham gegenüber, nach 1. Mose 12 wird das bestätigt in 1. Mose 13, dann 1. Mose 15, 1. Mose 17, 1. Mose 22, und später wird das bestätigt gegenüber Isaak und Jakob. Also dieser mehrfach bestätigte Bund kann durch den Bund am Sinai nicht aufgehoben werden. Das ist ein bisschen kompliziert formuliert: Einen vorher von Gott bestätigten Bund, also welchen? Den Bund, macht das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig. Also das Gesetz macht diesen früheren Bund an Abraham, der bestätigt worden war, nicht ungültig. Der bleibt bestehen.
Und jetzt ist es eben so: Da haben wir die genaue Zeitangabe, das waren 430 Jahre. Ja gut, jetzt kommen dann kritische Fragen: Aber ist es wirklich 1. Mose 12, wo der Bund gemacht worden ist? Ich lese 1. Mose 12,7: Und der Herr erschien dem Abram und sprach. Ich muss Vers 6 dazulesen: Und Abram durchzog das Land bis zu dem Ort Sichem, bis zu Terebinthe Mores. Und die Kanaaniter waren damals im Land. Und der Herr erschien dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Gott gibt in Sichem, heute Nablus im sogenannten besetzten Westjordanland, dort gibt Gott die Verheißung, dass Abrahams Nachkommenschaft Israel dieses Land besitzen wird. Die UNO ist natürlich entsetzt über die Bibel, aber was will die UNO? Die kam viertausend Jahre später und will sich gegen Gottes Anordnungen erheben. Ausgerechnet in Nablus sagt Gott: Deiner Nachkommenschaft will ich dieses Land geben.
Nun, gleich danach gab es eine Hungersnot, Vers 9, und Abraham zog fort, immer weiterziehend nach dem Negev. Es entstand aber eine Hungersnot im Land, und Abraham zog nach Ägypten hinab, um sich dort aufzuhalten, denn die Hungersnot war schwer im Land. Also sehen wir: Gleich nach diesem Bundesschluss in Sichem kommt diese schwere Hungersnot, und Abraham geht nach Ägypten, weil Ägypten nicht abhängig war vom Regen. Das Land Kanaan war abhängig vom Regen, Ägypten nicht. In Ägypten regnet es sowieso sehr, sehr wenig, und das Wasser kommt aber über den Nil aus Schwarzafrika, wo natürlich große Wassermengen runtergehen, auch wenn es im Nahen Osten trocken ist. Also er geht nach Ägypten und nimmt dort für eine gewisse Zeit Wohnsitz. Und erst danach kehrt er wieder zurück ins verheißene Land, wie wir aus Kapitel 13 erfahren.
Also sehen wir: Er kam ins Land, Gott gibt die Verheißung in Sichem, und dann geht Abraham nach Ägypten hinab. Und das ist jetzt sehr wichtig für die nächste Stelle, 2. Mose 12,40, da wird ja beschrieben, wie Israel am Passa ausgezogen ist aus Ägypten. Und in Vers 40 steht ganz wörtlich übersetzt: Und der Wohnsitz der Kinder Israel, wo selbst gilt: Sie wohnten in Ägypten 430 Jahre. Und es geschah am Ende der 430 Jahre, und es geschah an diesem selbigen Tag, dass alle Heere des Herrn aus dem Land Ägypten auszogen.
Nun, das ist eine riesige Klippe, und da sind die Chronologen massenweise darüber gestolpert. Ja, jetzt ist es so: Üblicherweise wird übersetzt: Und die Wohnzeit der Kinder Israel in Ägypten war 430 Jahre, nicht wahr, so steht es auch in der Schlachter, Wohnzeit. Übrigens, das habe ich in der Schlachter nicht selber übersetzt. Vor kurzem hat im Internet einer wirklich eine Kapriole gemacht, der ist fast ausgeflippt, weil er in der Schlachterübersetzung etwas fand, anders übersetzt, als wie ich das in Vorträgen erkläre. Der ist fast durchgedreht. Also sowas Lügnerisches: Wie kann der Roger Liebi die Schlachterübersetzung machen und dann erzählt er etwas ganz anderes?
Nun, wir waren beim Alten Testament zwei hebräischen Übersetzern, und ich habe die Hälfte des Alten Testaments bearbeitet. Die andere Hälfte hat ein anderer gemacht, zum Beispiel 2. Mose hat der andere gemacht, nicht ich. Und dann kommt dazu: Heute ist es ja üblich, dass man nicht mehr normalerweise als Einzelner eine Bibel übersetzt oder bearbeitet, sondern als Team. Und dann kommt dazu: Außer diesen zwei hebräisch Übersetzten gab es einen Deutschspezialisten, dann einen Schlachterbibelspezialisten und dann einen Vertreter der Bibelgesellschaft und so weiter. Und da wurden halt manche Dinge im Team dann bearbeitet. Und dann hatte sogar einer die Endredaktionsverantwortung gehabt, und der konnte sogar, das war seine Autorität, gewisse Dinge dann in seinem Sinn in die letzte Version bringen. Das erklärt alles, so einfach. Also der, der ausgeflippt ist, der hätte nur nachfragen müssen, dann wäre alles wieder klar.
Also, aber ich hätte dort übersetzt nicht Wohnzeit, sondern Wohnsitz, und zwar ist das hebräische Wort Moschav. Das kennen manche vielleicht noch: Ein Moschav in Israel ist eine Bauernsiedlung, eine sozialistisch organisierte Bauernsiedlung ist ein Moschav. Und zwar das Hebräische Moschav, wie habe ich erklärt, das geht zurück auf die Wurzel yashav, sitzen, wohnen. Und dann gibt es ein M davor, nicht wahr, M, Moschav, M. Und das ist typisch im Hebräischen: Viele Hauptwörter, die mit M anfangen, die bezeichnen einen bestimmten Ort. Zum Beispiel Altar heißt Mizbeach, zbeach kommt von zawach, schlachten, und ein M davor, das ist der Ort des Schlachtens, das ist der Altar. Oder makom heißt Ort oder Standort, ja, kom kommt von der Wurzel kum, aufstehen, stehen, und m-Ort, also Standort. So einfach ist Hebräisch.
Also, und Moschaw ist der Ort des Sitzens, Wohnens, der Wohnsitz. Jetzt ist es aber so: Abraham ging nach dem Bund in Sichem hinab nach Ägypten, und er als, das war nicht irgendjemand, das war ein Fürst, er wird auch genannt Fürst Gottes durch die Hethiter in 1. Mose 23. Dieser Fürst nahm Wohnsitz in Ägypten. Natürlich ging er dann wieder hinauf, aber da bestand ein Wohnsitz, den die Nachkommen geerbt haben in Ägypten, und darum sagt diese Stelle: der Wohnsitz der Kinder Israel, wo selbst gilt: Sie wohnten in Ägypten, erstreckte sich über 430 Jahre.
Warum habe ich so komisch übersetzt, wo selbst gilt? Aus dem Grund: Ich habe in der Fußnote da hingeschrieben: technisch korrekte Übersetzung der Relativpartikel Ascher. Ascher, das würde man normalerweise übersetzen auf Deutsch mit „welcher, welche, welches“, ja? Aber es ist nicht genau gleichzusetzen mit dem Deutschen. Es ist ähnlicher wie im Schweizerdeutschen „wo“ oder: der Wohnsitz, wo die Israeliten gewohnt haben. Das ist im Schweizerdeutschen eben ein bisschen anders und ist viel näher beim Hebräischen, dieses Schweizerdeutsche „wo“. Und darum habe ich dann eben hier so künstlich übersetzt: der Wohnsitz der Kinder Israel, wo selbst gilt: sie, die Israeliten, wohnten in Ägypten, erstreckte sich über 430 Jahre, und dann sind sie ausgezogen.
Und jetzt kommt Folgendes dazu. Nächster Punkt auf dem Skript: Die Septuaginta, das ist die älteste Bibelübersetzung der Welt auf Griechisch im dritten Jahrhundert vor Christus in Ägypten, von Juden übersetzt, also noch in alttestamentlicher Zeit. Die haben dort übersetzt: 430 Jahre, als sie in Kanaan waren und in Ägypten. Ja, das gibt es ja nicht. Wie kommt das dort, dass sie da von Kanaan sprechen und nicht nur von Ägypten? Ja, die haben nämlich gewusst, damit man die Stelle ja nicht falsch versteht, das umfasst also die ganze Zeit: Abraham ging nach Ägypten und dann wieder zurück nach Kanaan, und dann war er in Kanaan, und Isaak war in Kanaan, und Jakob war in Kanaan, und die zwölf Patriarchen waren in Kanaan, und erst dann ging Jakob mit den zwölf Söhnen und der großen Familie nach Ägypten hinab. Und in der Septuaginta, in der Übersetzung, haben die Juden immer Freiheit gehabt, auch ein bisschen zu interpretieren, und darum haben die dort eingefügt: in Kanaan und in Ägypten, um klarzumachen, dass die ganze Periode gemeint ist mit 430 Jahren.
Und Raschi, das ist der bekannteste, wichtigste Bibelausleger im Judentum im Mittelalter. Also in jeder Rabbinerbibel, die nennt man Mikra'ot Gedolot, findet man den Kommentar von Raschi. Da hat man den Grundtext mit großen Buchstaben, dann die aramäische Übersetzung mit etwas kleineren Buchstaben und dann die wichtigsten Kommentare in drittgrößter Schrift und die weniger wichtigen in ganz kleiner Schrift. Aber Raschi ist der wichtigste Kommentator. Und Raschi erklärt dort zu 2. Mose 12,40, dass diese Stelle sich bezieht ab Abraham. 430 Jahre ab Abraham. Und Raschi sagt an der gleichen Stelle, dass auch die 400 Jahre, auf die kommen wir noch in 1. Mose 15, die beziehen sich ab der Zeit mit Isaak bis zum Auszug aus Ägypten.
Und jetzt kommt dazu: Die Samaritaner, also die Samariter auf dem Berg Garizim, die haben ja auch die fünf Bücher Mose übernommen, und die haben in ihrer Bibel noch eingefügt an dieser Stelle, dass es eben meint Kanaan und Ägypten. Im hebräischen Text, im hebräischen Grundtext, im masoretischen Text steht einfach Ägypten: der Wohnsitz der Kinder Israel, wo selbst gilt: sie wohnten in Ägypten, 430 Jahre, so steht es dort. Und das ist der richtige Text, ja? Also man muss nicht denken, man muss den masoretischen Text jetzt korrigieren durch die Septuaginta, die sowieso eine interpretierende Übersetzung ist, oder durch den samaritanischen Pentateuch, der auch eben Zusätze enthalten kann. Nein, auch nicht verändern durch den Kommentar von Raschi. Der Grundtext stimmt. Aber diese Angaben mit Kanaan und Ägypten sind einfach Interpretationen, um zu erklären, wie der Text gemeint ist, dass also wirklich zu rechnen ist ab dem Wohnsitz Abrahams in Ägypten, und dieser Wohnsitz wurde den Kindern Israel vererbt, und der war bis zum Auszug aus Ägypten 430 Jahre.
Die Jahre der Verheißung und die Geschichte des Samens
Ja, und jetzt kommen wir zu einer dritten Klippe: Wie sind die vierhundert Jahre von 1. Mose 15,13 zu verstehen?
Nun, in 1. Mose 15,13 bestätigt Gott gegenüber Abraham noch einmal diesen Bund, den er in Sichem mit ihm schon geschlossen hatte. In diesen Bestätigungen fügt Gott auch ganz wichtige Dinge zu diesem Bund hinzu. Es ergibt sich so ein Bundespaket in mehreren Phasen.
Dort lesen wir in Vers 13, aber ich lese des Zusammenhangs wegen schon ein bisschen vorher, Vers 12:
Und es geschah, als die Sonne am Untergehen war, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abraham; und siehe, Schrecken, dichte Finsternis überfiel ihn. Und Gott sprach zu Abram: Gewisslich sollst du wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Lande, das nicht das ihre ist, und sie werden ihnen dienen, und sie werden sie bedrücken vierhundert Jahre. Aber ich werde die Nation auch richten, welcher sie dienen werden, und danach werden sie ausziehen mit großer Habe. Und du, du wirst zu deinen Vätern eingehen in Frieden, wirst begraben werden in gutem Alter. Und in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren, denn die Ungerechtigkeit der Amoriter ist bis hierher noch nicht voll.
Diese 400 Jahre haben auch viel zu diskutieren gegeben. Warum hier vierhundert und dann im Galaterbrief vierhundertdreißig? In 2. Mose 12 heißt es vierhundertdreißig. Was ist da gemeint?
Nun, ganz wichtig ist diese Feststellung: Die Prophetie hier mit den vierhundert Jahren bezieht sich auf den Samen Abrahams, nicht auf Abraham. Die Prophetie beginnt mit: Gewisslich sollst du wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird. Und wer war der Erste, der als Same Abrahams genannt werden konnte? Isaak, genau. Ab Isaak wird gerechnet.
Und dann wird gesagt, was eben mit dieser Nachkommenschaft geschehen wird: Sie wird Fremdling sein in einem Land, das nicht das ihre ist, und dann werden sie Sklavendienst tun müssen. Sie werden ihnen dienen, sie werden unterdrückt werden, und sie werden sie bedrücken. Und dann kommt die gesamte Dauer: 400 Jahre. Also dieses ganze Paket umfasst 400 Jahre.
Es ist übrigens so aufgebaut, etwas poetisch:
a: Gewisslich sollst du wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das nicht das ihre ist.
b: Und sie werden ihnen dienen.
b: Und sie werden sie bedrücken.
a: Und vierhundert Jahre.
Das heißt: Immer zwei Zeilen korrespondieren miteinander. b und b gehören ganz eng zusammen. Und a und a'.
Diese 400 Jahre beschreiben einfach die ganze Geschichte des Samens bis zum Auszug aus Ägypten. Aber ich werde die Nation auch richten, welcher sie dienen werden, und danach werden sie ausziehen mit großer Habe.
Jetzt ist es so: Ich habe im Skript geschrieben, diese Prophetie hat den Samen Abrahams im Auge. Die Geschichte des Samens begann mit Isaak, insbesondere ab der Austreibung Ismails, als Isaak als der alleinige Erbe ausgewiesen wurde.
Und zwar ist es ja so gewesen: Abraham kam mit fünfundsiebzig Jahren ins Land. Gott hat ihm verheissen, er werde einen Sohn bekommen. Er bekam keinen Sohn, er bekam keinen Sohn, jahrelang. Und dann wurden er und seine Frau schwach im Glauben an die Verheißung Gottes.
Und Sara hatte die Überlegung: Schau mal, wir haben doch von unserem Ägyptenaufenthalt eine Magd, Hagar. Und es gab damals ein heidnisches Gesetz unter den Völkern im Nahen Osten: Wenn eine Herrin unfruchtbar war, konnte der Ehemann eine Magd heiraten, und das Kind der Magd wurde dann der unfruchtbaren Herrin zugerechnet. Das war der Gedanke von Sara: Vielleicht müssen wir Gottes Verheißung nicht so wörtlich nehmen. Heute würden Leute sagen, man muss das nicht so fundamentalistisch genau nehmen mit der Bibel. Also schon, wir bekommen ein Kind, aber wir müssen das vielleicht ein bisschen anders verstehen. Es geht doch gar nicht mehr!
Und dann hat Abraham mit 85 Jahren Hagar geheiratet, und das Kind war Ismael. Und jetzt ist die Frage: Ismael, ist das der Same? Und da wuchsen die beiden auf. Isaak wurde dann geboren, als Abraham hundertjährig war. Die beiden wachsen auf. Wer ist der Same?
Und erst in 1. Mose 21, wo Gott gesagt hat, die Magd und ihr Sohn sollen hinausgehen, Ismael soll nicht erben, sondern Isaak ist der wirklich verheißene Sohn, ist der Träger der Verheißung. Dann mussten sie gehen, und das war eben, als Abraham 105 Jahre alt war.
Also: 25 Jahre ging es, bis Isaak geboren wurde, und dann wurde Isaak gestillt, gestillt, gestillt, gestillt von seiner Mutter. Das war schon ein bisschen ein eigenartiges Bild: eine Neunzigjährige, die da ein Kind stillt, der schon zwei Jahre alt ist, schon drei Jahre alt, schon vier Jahre alt, und er trinkt immer noch bei Mami. Und Ismael spottet über den Erben. Ja, der spottet jetzt, ist er immer noch an der Brust.
Und dann kommt in 1. Mose 21 diese große Feier, wo Isaak abgestellt wird. Und das ist dann die Zeit, wo Ismael gehen muss. Das sind fünf Jahre dazu. Also da haben wir 30 Jahre vom Eingang Abrahams ins Land bis zu diesem Fest, der Abstellung Isaaks und der Austreibung Ismaels. Und von dort weg, wo jetzt allen klar ist: Der Same ist Isaak, sind diese 400 Jahre. Dein Same wird ein Fremdling sein in einem Land und so weiter, 400 Jahre.
Und so ist es also auch nicht eine ungefähre Angabe, sondern eine ganz genaue Angabe: 400 Jahre ab der Zeit, wo Isaak als der Erbe, als der Same erwiesen ist.
Und jetzt machen wir Pause, und dann erkläre ich noch Vers 16: In der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren. Also der Aufenthalt in Ägypten soll vier Generationen umfassen, und das wird einen ganz wichtigen Schlüssel geben, um das Ganze noch besser zu verstehen. Viertelstunde Pause.
Bevor wir weiterfahren, möchte ich noch darauf hinweisen, dass in der Verlagsedition Nehemia auch ein Büchlein erschienen ist über meine Chronologie: Die Zeit hat sich erfüllt. Also da findet man eine ausführliche Zusammenstellung dieser strikten Chronologie. Was dann noch aussteht, ist das Buch, an dem ich dran bin, über diese Chronologie, aber zusammen mit Volltreffern, die sich dadurch ergeben mit der Archäologie. Das kommt noch.
Die vierhundertdreissig Jahre und die vier Generationen
Ja, jetzt wollen wir weiterfahren mit diesen 400 Jahren beziehungsweise 430 Jahren.
Nochmals möchte ich erklären: Abraham kam 75-jährig ins Land Kanaan. Gott schloss mit ihm den Bund in Sichem, und dann ging er nach Ägypten und nahm dort Wohnsitz. Wir haben gesehen, dass von diesem Jahr an bis zum Auszug aus Ägypten 430 Jahre sind, denn der Wohnsitz der Kinder Israel in Ägypten erstreckt sich über 430 Jahre.
Nun haben wir in 1. Mose 15 gesehen, dass Gott über die Geschichte des Samens Abrahams spricht und sagt, dass dies eine Geschichte von 400 Jahren bis zum Auszug aus Ägypten sein wird.
Nun ist es so: Abraham kam 75-jährig ins Land und musste 25 Jahre warten, bis Isaak geboren wurde. Wenn wir die 400 Jahre des Samens Abrahams bei der Geburt von Isaak beginnen lassen, dann gäbe das insgesamt 425 Jahre. Da kommen wir nicht auf 430 Jahre. Aber die Bibel sagt, dass es insgesamt 430 Jahre waren und die Geschichte des Samens 400 Jahre.
Nun erklärt sich das eben so, dass die 400 Jahre mit dem Moment beginnen, wo Isaak als der Same Abrahams öffentlich klar dargestellt wurde. Und das geschah offensichtlich fünf Jahre später, nachdem Isaak abgestillt worden war und Ismael ausgetrieben wurde. Dort beginnen die 400 Jahre. Dann gibt es 430 Jahre.
Also: 25 Jahre von Abrahams Eintritt ins Land, als er 75-jährig war, bis zur Geburt Isaaks, als er 100-jährig war. Das sind 25 Jahre. Dann fünf Jahre dazu, und das gibt 30 Jahre. Und dann 400 Jahre, das gibt 430 Jahre. Und damit macht jede Zahl Sinn.
Nun gibt es aber viele, die sagen: Nein, nein, nein, 430 Jahre, das bezieht sich wirklich auf die Zeit, als die Israeliten in Ägypten waren. Die waren 430 Jahre in Ägypten, ab dem Moment, wo der alte Vater Jakob mit seiner Grossfamilie umgesiedelt ist nach Goschen.
Jetzt haben wir aber hier eine klare Angabe in 1. Mose 15,16: Und in der vierten Generation werden sie hierher zurückkehren. So wie ich das damals ausgeführt habe, in dem ausführlichen Vortrag über die Chronologie des Alten Testaments, da haben wir gesehen, dass Jakob im Jahr 1821 nach Ägypten hinabzog. Somit war Israel von da an für 215 Jahre in Ägypten. 1821 minus 1606 gibt 215.
Und wie man auf dieses Jahr 1821 kommt, das habe ich gerade im unteren Abschnitt genau dargelegt, mit all den Zahlen, die die Bibel angibt.
Abraham heiratet mit 85 Jahren die Ägypterin Hagar, das war im Jahr 2026. Isaaks Geburt, hundert Jahre nach der Geburt Abrahams, 2011. Dann haben wir gesehen: Austreibung Haggars und Ismaels, als Isaak als Same Abrahams ausgewiesen wurde, das war fünf Jahre später. Dort beginnen die 400 Jahre, also im Alter Isaaks von fünf Jahren.
Aber dann erfahren wir: Isaak hat sich mit 40 Jahren verheiratet, 1. Mose 25,20. Das können wir genau berechnen; das war im Jahr 1941 vor Christus. Die Geburt Esaus und Jakobs, 20 Jahre später, nach 1. Mose 25,19, war im Jahr 1959. Abrahams Tod, 175 Jahre nach der Geburt, nach 1. Mose 25, das ist 1936.
Und nun: Jakob ging 77-jährig nach Paddan-Aram. Dort heiratete er Lea und Rahel sieben Jahre später. Aber dann musste er noch sieben Jahre für Rahel dienen, da müssen wir also 14 Jahre dazurechnen. Dann blieben noch sechs Jahre, und er kehrte dann nach Kanaan zurück. Das führt uns also, wenn man das alles zusammenrechnet, auf 1854.
Und 24 Jahre später steht Joseph vor dem Pharao als 30-Jähriger, 1830. Dann gab es sieben Jahre Überfluss, 1823, und dann zwei Jahre später darf Jakob bereits umziehen nach Ägypten, 1821.
Jetzt erkläre ich noch ganz kurz: Das geht jetzt so schnell, da kommt kaum einer mit. Das ist nur normal. Es geht nur darum, dass man es einmal hört, und dann kann man es in Ruhe zu Hause nochmals durchgehen und nachrechnen.
Aber ich möchte noch erklären, wie man darauf kommt, dass Jakob 77-jährig war, als er nach Paddan-Aram ging. Also das würde ja kaum einer denken, einfach so vom Gefühl her.
Joseph war 30 Jahre alt, als er vor dem Pharao stand, 1. Mose 41,46. Nach sieben Jahren Überfluss war er 37 Jahre alt, 1. Mose 41,53. Im zweiten Jahr der Hungersnot, als Jakob 130 Jahre alt war, 1. Mose 47,9, kommt er nach Ägypten. Folglich war damals Joseph 39 Jahre alt. Das ist klar, oder?
Jetzt ist klar: Jakob war bei der Geburt Josephs 91. Jakob hatte aber vorher dem Laban 14 Jahre gedient, nachdem Joseph geboren worden war. Und damit ist klar: Jakob ging mit 70 Jahren nach Paddan-Aram.
Es steht alles klar in der Bibel. Aber jetzt ist uns eben ganz wichtig dieser Punkt: 1821 kommt Jakob mit der Grossfamilie von 70 Leuten nach Ägypten. 1821 minus 1606, Auszug aus Ägypten, gibt 215 Jahre. Und das ist die Zeit von vier Generationen in Ägypten. Diese vier Generationen umfassen nicht 430 Jahre, sondern die Hälfte, 215 Jahre.
Jetzt gehe ich im Skript nochmals hoch. Ich habe dort die vier Generationen aufgelistet: Levi, Kehat, dann Amram und in vierter Generation Mose. Und dann kommt der Auszug. Das kann man nachlesen, wenn man die Verse anschaut: 2. Mose 1,2.16-20; 4. Mose 26,57-59. Da sieht man im Stamm Levi diese vier Generationen. Levi ging hinab mit Vater Jakob nach Ägypten. Und dann war die nächste Generation Kehat, die nächste Generation Amram, die nächste Generation Mose. Da haben wir genau vier Generationen. Und die passen in diese 215 Jahre.
So kann man also sagen: Israel war als Volk 215 Jahre in Ägypten, aber die Wohnzeit, nicht die Wohnzeit, sondern der Wohnsitz der Kinder Israel erstreckt sich über 430 Jahre, und zwar von 1. Mose 12 an, wo Abraham hinabging nach Ägypten, von dort angerechnet. Da macht alles Sinn, sonst haben wir immer Probleme mit den Zahlen. Aber so geht das schön auf.
Wenn man sieht, all diese Zahlen, und es ist so kompliziert und vielleicht ein bisschen frustrierend, wenn man nicht gerade sofort herauskommt, aber eines kann man wissen: Was wir aus all diesen Jahreszahlen für uns persönlich nehmen können, ist aus Psalm 31,16: In deiner Hand sind meine Zeiten; errette mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern. Und der Vers davor: Ich aber, ich habe auf dich vertraut, Herr; ich sage: Du bist mein Gott.
In deiner Hand sind meine Zeiten, das ist so wunderbar. Diese Zahlen zeigen uns, wie Gott die ganze Heilsgeschichte in der Hand hat, aber das bezieht sich auch auf unser persönliches Leben. Manchmal denkt man, so manches war doch irgendwie Zufall. Nein, Gott hat einen Plan in unserem Leben, und sogar unser Leben vor der Bekehrung war so in seiner Hand und wurde geführt.
Der Apostel Paulus sagt nämlich in Galater 1, dass Gott ihn von Mutterleib an abgesondert habe. Dann kam seine ganze Entwicklung im Judentum. Nicht wahr, man könnte denken: Ja, und? Es waren ehrgeizige Eltern, die haben ihn zu Gamaliel geschickt, und so und so ist alles ein bisschen zufällig gekommen. Nein, Gott hat bereits ab seinen Kindesbeinen seine ganze Entwicklung geführt. Und dann sagt Paulus in Galater 1, dass Gott seinen Sohn in ihm geoffenbart hat. Das war dann der Punkt der Bekehrung. Ja, auch diesen Zeitpunkt hatte Gott in seiner Hand und hatte alles wunderbar geführt, und auch danach, aber das ganze Leben.
Und das ist so etwas Tröstliches, wenn man sagen kann: In deiner Hand sind meine Zeiten. Und das Wort Zeiten kann man im Hebräischen auch übersetzen mit Geschicke. Wirklich unter der guten Hand, unter der planenden Hand Gottes. Und das macht uns ebenso getrost und so ruhig.
Und wenn wir denken, obwohl Jakob auch viele eigene und falsche Wege gegangen ist, das hat Umwege gebracht, die so nicht in Gottes Plan waren, aber Gott hat trotzdem geführt. Trotz der Verantwortung und trotz dieser Willens- und Entscheidungsfähigkeit des Menschen hat Gott einen Plan, den er souverän führt. Das macht Mut.
Von der Wüstenzeit zur Königsherrschaft
Jetzt gehen wir zu fünftens vom Exodus, das heißt Auszug, bis zur Monarchie, das heißt Königsherrschaft. Warum nehme ich so Fremdwörter? Einfach, weil es einen kürzeren Titel gibt. Ich hätte ja schreiben können: vom Auszug aus Ägypten bis zur Königsherrschaft unter Saul, David und Salomon. Aber das wäre ein bisschen länger geworden.
Jetzt kommen wir zu einer vierten Klippe: Dauerte die Richterzeit wirklich 450 Jahre? Das wird eben in den üblichen Chronologien in Frage gestellt. Man rechnet mit einer viel kürzeren Zeit, also einer deutlich kürzeren Zeit der Richter als mit 450 Jahren.
Aber jetzt lesen wir in Apostelgeschichte 13, und zwar nach dem Mehrheitstext. Das ist der griechische Text, der von der überwältigenden Mehrheit der Handschriften, die in sich eine unglaubliche Übereinstimmung aufweisen, bezeugt wird. Und da heißt es so:
Apostelgeschichte 13,17
Paulus spricht in der Synagoge:
Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk in der Fremdlingschaft im Lande Ägypten, und mit erhobenem Arm führte er sie von dort heraus. Und während einer Zeit von vierzig Jahren pflegte er sie in der Wüste. Und nachdem er sieben Nationen im Lande Kanaan vertilgt hatte, ließ er sie deren Land erben. Und nach diesem, während vierhundertfünfzig Jahren, gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn Kis, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, vierzig Jahre. Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.
Nun, hier steht: Während vierhundertfünfzig Jahren gab Gott Richter bis auf Samuel. Da steht es doch, bis auf Samuel. Ja, aber diese Zahl wird einfach übergangen, und man versucht eben, die Chronologie kürzer zu halten. Dann ist klar, dass man eben nicht die richtigen Zahlen bekommt.
Jetzt kommt aber noch etwas dazu. Im Nestle-Aland-Text von Apostelgeschichte 13 lautet der Text ein bisschen anders. Nicht wahr, heute ist es so: Die meisten modernen Übersetzungen beruhen auf der Textausgabe von Nestle-Aland, die sich auf wenige Handschriften beruft, sehr alte Handschriften. An den meisten Bibelschulen und theologischen Ausbildungsstätten lernt man: Nestle-Aland, das ist der wissenschaftliche Standard heute, man muss mit diesem Text übersetzen. Früher, als man noch mit dem Mehrheitstext beziehungsweise Textus receptus übersetzt hatte, das ist alles Schnee von gestern. Wir haben einen viel besseren Text, weil diese Handschriften so alt sind.
Ja, die sind so alt, aber die meisten kommen aus Ägypten, also aus einer Region. Und der Mehrheitstext ist verbreitet, ganz klar bezeugt in vielen verschiedenen Ländern und trotzdem so übereinstimmend, nicht wahr? Da konnte man sich nicht abreden, an einer Ortschaft, sondern weit verbreitet und trotzdem so übereinstimmend.
Und jetzt hier sieht man, wie verdorben dieser Text ist. Ich lese jetzt, wie der Nestle-Aland-Text lautet:
Der Gott dieses Volkes Israel erwählte unsere Väter und erhöhte das Volk in der Fremdlingschaft im Lande Ägypten, und mit erhobenem Arm führte er sie von dannen heraus. Und während einer Zeit von vierzig Jahren pflegte er sie in der Wüste. Bisher war alles okay. Und nachdem er sieben Nationen im Land Kanaan vertilgt hatte, ließ er sie deren Land erben während vierhundertfünfzig Jahren. Und danach gab er ihnen Richter bis auf Samuel, den Propheten. Und von da an begehrten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre.
Merkt man, was hier steht? Vierzig Jahre Wüstenwanderung, dann haben sie das Land geerbt während vierhundertfünfzig Jahren, und danach kommt die Richterzeit, und dann kommt König Saul. Das geht ja überhaupt nicht. Das ist eindeutig falsch.
Aber was machen die Leute, die sagen: Ach, diese Mehrheitstextvertreter, der Nestle-Aland-Text, das ist der Text? Die tricksen. In verschiedenen Übersetzungen wird an dieser Stelle getrickst. Ein Beispiel habe ich hier aufgeführt von der Neuen Evangelistischen Übersetzung. Dort heißt es in Vers 17:
Der Gott unseres Volkes, der Gott Israels, hat unsere Vorfahren erwählt. Er ließ sie in der Fremde Ägyptens zu einem großen Volk werden und führte sie dann mit gewaltiger Macht von dort weg. Ungefähr vierzig Jahre lang ertrug er sie in der Wüste. Dann vernichtete er sieben Nationen und gab deren Land unserem Volk zum Besitz. All das geschah in einem Zeitraum von etwa 450 Jahren. Danach gab Gott ihnen Richter bis zur Zeit des Propheten Samuel.
Das geht überhaupt nicht. Aber jetzt sieht man das Problem bei den freien Übersetzungen: Die können da so Klauseln einfügen, die gar nicht im Grundtext stehen. Oder wenn hier steht: All das geschah, das steht gar nicht. Im Nestle-Aland steht: ließ er sie deren Land erben, während vierhundertfünfzig Jahren, und danach gab er ihnen Richter bis auf Samuel. Nicht all das geschah in einem Zeitraum, sondern während vierhundertfünfzig Jahren bezieht sich auf das Verb ließ er sie deren Land erben. Genauso wie vorher: während einer Zeit von vierzig Jahren pflegte er sie in der Wüste. Die Zeitangabe bezieht sich auf das Verb pflegen, und hier bezieht sich 450 Jahre auf das Land erben.
Dann wird einfach gesagt, das ist so ungefähr die Zeit ab den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob bis zur Landnahme. Aber das sind nicht ungefähr 450 Jahre. Wir haben gesehen: Von Abraham bis zum Auszug aus Ägypten, also bei Abraham, ab dem er ins Land kommt, 430 Jahre. Und wenn man seine Erwählung noch dazu nimmt, das wäre noch vorher gewesen in Ur in Chaldäa, das wäre 430 plus. Aber nehmen wir jetzt einfach 430. Dann Wüstenwanderung 40 Jahre, das gibt 470. Und dann haben wir sechs Jahre Landnahme, 476 Jahre. Und dann werden wir sehen, gibt es eben noch diese Jahre bis zum Beginn der Richterzeit. Wir werden sehen, das sind 14 Jahre. Dann kommen wir auf 490 Jahre, und das wären ungefähr 500 und nicht ungefähr 450.
Aber es kommt noch dazu: noch ein Übersetzungsfehler. Vers 18 wird übersetzt: Ungefähr vierzig Jahre lang ertrug er sie in der Wüste. All das geschah im Zeitraum von etwa vierhundertfünfzig Jahren. Da ist ein Fehler geschehen. Auf Griechisch steht das Wort hos vor der Zahl. Hos heißt „wie“ oder „ungefähr“ auf Griechisch, aber als temporale Partikel, das heißt eine Partikel, die mit einer Zeitangabe verbunden ist, heißt das „während“. Das kann man nachlesen in dem phantastischen, sehr ausführlichen griechischen Wörterbuch von Menge. Das ist der Menge, der auch die Menge-Bibelübersetzung gemacht hat. Dort erklärt Hos als Zeitbegriff, als Zeitpartikel, „während“. Also man muss übersetzen: während einer Zeit von vierzig Jahren, während vierhundertfünfzig Jahren, und nicht „ungefähr“.
Und wirklich: Israel war genau vierzig Jahre in der Wüste, nicht ungefähr, sondern genau vierzig. Und diese vierhundertfünfzig Jahre, die sind auch genau. Weil ich dann im nächsten Abschnitt alle Zahlen zusammengestellt habe im Buch der Richter, die Fremdherrschaften und die Richter. Wenn man diese Zahlen unter sechstens schön zusammenrechnet, gibt das exakt 450 Jahre, nicht 452 oder 448, sondern genau 450 Jahre. Also hat das nichts mit ungefähr zu tun, sondern es meint wirklich, die Richterzeit dauerte 450 Jahre.
Und jetzt weiß man auch, woher der Apostel Paulus diese Zahl genommen hat, in der Predigt in der Synagoge, indem er einfach alle Zahlen im Buch der Richter und 1. Samuel zusammengerechnet hat. Dann kam er auf 450 Jahre, so einfach. Also diese 450 Jahre, die kann man nicht zusammenschieben. Die sind biblisch so gegeben.
Man hat dann gesagt: Ja, man muss sich das vorstellen, dass diverse Richter gleichzeitig gewirkt haben. Der eine in diesem Landesteil, zum Beispiel Ibzan, der war speziell in Gilead, auf der anderen Seite des Jordans. Und dann ein Simson zum Beispiel, ja, der war so speziell in dem Gebiet in der Nähe von Tel Aviv heute. Da haben wir gesagt: An verschiedenen Orten haben Richter gewirkt, und zum Teil haben solche Richter eben gleichzeitig gewirkt, an verschiedenen Orten. Darum darf man diese Zahlen nicht zusammenzählen, sondern die schieben sich dann so zusammen.
Aber wenn man sie zusammenzählt, gibt es 450 Jahre, und der Apostel Paulus sagt: Er gab ihnen Richter während 450 Jahren bis auf Samuel. Ja, es steht so da.
Jetzt habe ich also unter Sechstens das so zusammengestellt: Die Fremdherrschaft mit Kuschan-Rischataim von Mesopotamien, Richter 3,8, dauert acht Jahre, dann gibt es Ruhe von vierzig Jahren, Richter 3,11. Dann kommt die Fremdherrschaft mit Eglon von Moab, 18 Jahre, mit der Ruhe 80 Jahre. Und so geht das weiter: Fremdherrschaft, Ruhe, Fremdherrschaft, Ruhe und Richter und Fremdherrschaft. All die Zahlen hier: 8 plus 40 plus 18 plus 80 plus 20 und so weiter. Ich habe gesagt: Ohne Skript kommt man nicht raus, und mit Skript auch nur bedingt, weil man zu Hause noch nacharbeiten muss.
Aber sieht man schlussendlich: All diese Zahlen zusammen geben genau 450 Jahre. Aber noch ein Detail: Auf der nächsten Seite des Skripts habe ich hier zusammengefügt nur die Gewaltherrschaften, wo Israel fremd beherrscht wurde, nicht nach Gottes Willen. 8 plus 18 plus 20 plus 7 plus 3 plus 18 plus 40 gibt 114. Und die Ruhezeiten und die Richterzeiten alle zusammen 40 plus 80 plus 40 und so weiter gibt 336. Und das zusammen, 114 plus 336, gibt eben 450.
Die 480 Jahre und die verlorenen Zeiträume
Aber jetzt kommen wir zu Klippe Nummer fünf, und die hat es in sich. Wie muss man die 480 Jahre in 1. Könige 6,1 verstehen?
Jetzt lesen wir in 1. Könige 6,1. Ich habe das auf dem Skript aufgeführt. Dort wird beschrieben, wie Salomo im vierten Jahr seiner Regierung begann, den Tempel in Jerusalem zu bauen, und das wird so berichtet: Und es geschah im 480. Jahr nach dem Auszug der Kinder Israel aus dem Land Ägypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siew, das ist der zweite Monat, da baute er dem Herrn das Haus.
Viele Chronologen fassen die 480 Jahre aus 1. Könige 6 als Zeitangabe ohne Einschübe auf. Dadurch ergibt sich eine 114 Jahre spätere Datierung für den Auszug aus Ägypten. Jetzt versteht man auch, warum man in den meisten evangelikalen Datierungen nicht 1606 v. Chr. liest, sondern meist ungefähr 1446 v. Chr. angegeben wird, also deutlich später. Und die liberale Datierung ist noch später, etwa 1230.
Ja, und wie kommen die eben darauf? Die rechnen einfach von Salomo 480 Jahre dazu, und dann kommen sie auf 1446.
Ja, jetzt gibt es aber ein Problem. 480 Jahre vom Auszug aus Ägypten bis zum vierten Jahr von Salomo? Da haben wir doch schon mal 40 Jahre Wüstenwanderung. Und dann sechs Jahre Landnahme. Und dann gibt es noch die Zeit, bis überhaupt die Richterzeit beginnt, das sind 450 Jahre. Und dann kommt Saul vierzig Jahre, und David vierzig Jahre, und dann Salomo vier Jahre bis zum Beginn des Tempelbaus. Ha, man sieht, dass es ein Problem gibt! Das ergibt ja zusammen insgesamt 594 Jahre. Das ist doch deutlich mehr als eben 480 Jahre.
Und dann sagen die: Ja, seht ihr, man muss die Richterzeit zusammenschieben, die Richterzeit ist nicht 450 Jahre. Und dann sage ich: Nein, nein, wir müssen Apostelgeschichte 13 ernst nehmen. Der Apostel Paulus sagt: Er hat 450 Jahren gab er ihnen Richter. Das können wir nicht zusammenschieben.
Dann sagen die: Ja, siehst du, du änderst die Bibel auch. Du kommst mit den 480 Jahren nicht zurecht. Sieht man das Problem?
Ja, und jetzt fällt auf: Es gibt eine Diskrepanz, einen Unterschied von 114 Jahren. Und sagt uns diese Zahl 114 etwas? Ja, natürlich. Alle Gewaltherrschaften unter Kuschan-Rischataim, unter Eglon usw., inklusive dieser drei schrecklichen Jahre unter Abimelech, ergeben genau 114 Jahre.
Ja, aber jetzt muss man sich klar vor Augen halten: Beim Auszug aus Ägypten hat Gott am Sinai mit Israel einen Bund geschlossen. Gott ist der König über Israel. Gott will über Israel regieren, aber wegen Israels Sünde in der Richterzeit kommt Israel ständig unter Fremdherrschaft. Aber das ist nicht nach dem Plan Gottes. Er wollte eine Theokratie. Gott regiert direkt als König über Israel, aber sie werden von anderen beherrscht.
Und nun: All diese Jahre, in denen sie nicht von Gott regiert wurden, machen 114 Jahre aus. Das heißt also, in 1. Könige 6 rechnet der Heilige Geist diese 114 verlorenen Jahre gar nicht mit. Und darum ist 480 absolut korrekt, aber 450 in Apostelgeschichte 13 ist auch korrekt. Nur muss man einfach bei 480 wissen, dass dort die verlorenen Jahre nicht mitgerechnet worden sind.
Und wir werden am Schluss dann noch sehen: Das ist nicht der einzige Fall in der Bibel, wo gewisse Zeiten nicht mitgerechnet werden.
Und was können wir jetzt praktisch daraus lernen? Daraus lernen wir sehr, sehr viel. Das Buch der Richter zeigte uns: Israel ging, sobald sie ungehorsam geworden waren und nicht mehr dem Herrn nachfolgten, abwärts. Nicht mehr der Herr regierte über sie, sondern andere. Und so ist es auch als Gläubige: Wenn wir nicht treu mit dem Herrn den Weg gehen und uns wirklich von ihm regieren lassen durch sein Wort, wenn wir eigene Wege gehen, dann kommen andere und sagen uns, wo es durchgeht.
Aber all diese verlorene Zeit in unserem Leben zählt bei Gott nicht. Wenn wir einmal vor dem Richterstuhl Christi stehen werden, dann können wir weinen um verlorene Jahre, die einfach nicht mehr zurückzuholen sind und für die es in Ewigkeit keinen Lohn geben wird. Darum sagt Paulus in 1. Korinther 3: Er wird aber gerettet werden wie durchs Feuer; er wird Schaden leiden. Es gibt wirklich für Errettete ewigen Schaden durch eigene Wege, eben durch Zeiten, die Gott nicht mitzählen kann.
Also, man lernt enorm aus diesen 114 Jahren.
Die 300 Jahre Jeftas und die nächste Zeitlücke
Ja, gehen wir weiter. Also, es gibt eine wunderbare Lösung, sodass alle Zahlen der Bibel miteinander harmonisch übereinstimmen. Keine darf auf die Seite geschoben werden.
Aber es gibt noch zwei Probleme, die wir da lösen müssen. Auf demselben Blatt habe ich zusammengestellt: Die Wüstenreise dauerte genau vierzig Jahre. Die Eroberung des Landes unter Joshua wird nirgends ausdrücklich mit einer Dauer angegeben, aber wir können sie berechnen, sagen wir mal x Jahre, okay. Von da an, also von dem Zeitpunkt an, als das Land erobert war, bis die Richterzeit beginnt, mit der Fremdherrschaft von Kuschan-Rischataim, da sind es ebenfalls Jahre, die nicht ausdrücklich genannt werden; schreiben wir mal y Jahre.
Aber dann wissen wir: Die Zeit der Richter beträgt 450 Jahre. Saul: 40 Jahre. David: 40 Jahre. Salomo bis zum Beginn des Tempelbaus: 4 Jahre. Das ergibt also zusammen 574 Jahre plus x plus y.
So, und jetzt zeige ich, wie man x ausrechnet. Aus 4. Mose 9,1 und Josua 14,7-10 ergibt sich: Im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten, 4. Mose 9,1, gingen in diesem zweiten Jahr die Kundschafter nach Kanaan. Nachzulesen in 4. Mose 13-14. Da sind wir also im Jahr 1605, im zweiten Jahr nach dem Auszug. Damals war Kaleb vierzig Jahre alt. Das erfahren wir in Josua 14,7.
Damals war er vierzig Jahre alt. Und dann sagt er dort in Josua 14, dass das Land 45 Jahre später erobert war, als er 85 war. Also nicht Joshua, sondern Kaleb. 45 Jahre später war das Land unter Joshua erobert. Also können wir rechnen: Das sind sechs Jahre dazu, nicht wahr? 40 Jahre Wüstenwanderung, aber eben im zweiten Jahr war Kaleb vierzig Jahre alt, fünfundvierzig Jahre später, und dann ergibt das eben für die Landnahme sechs Jahre.
So, jetzt können wir schon mal rechnen: x ist sechs Jahre. Dann haben wir 6 plus 574, das gibt 580.
Jetzt haben wir nur noch ein Problem. Jetzt müssen wir noch y herausfinden. Das waren 14 Jahre, wenn wir eben davon ausgehen, dass bei den 480 Jahren in 1. Könige 6,1 14 Jahre nicht mitgezählt sind.
Nun kann einer dann zu mir sagen: Ja, siehst du, das sagst du jetzt einfach so, damit es schön aufgeht. Aber eigentlich kannst du es ja nicht beweisen. Ja, ja, hm, das war jetzt eben auch so eine Rückfrage, die immer wieder kam, oder wiederholt kam. Und da wollen wir uns unter siebtens mit Klippe 6 beschäftigen: Die dreihundert Jahre Jeftas.
Klippe 6: Wie muss man die dreihundert Jahre in Jeftas Rede, Richter 11,27, zeitlich einordnen? Also lesen wir mal aus Richter 11. Es war so: Die Ammoniter hatten ein Riesenproblem mit Israel. Und zwar haben sie gesagt, die Israeliten haben uns das Land gestohlen. Ist das ein bekannter Spruch? Ja, die Ammoniter, das ist ein Volk im heutigen Jordanien, die haben gesagt: Ihr habt unser Land gestohlen.
Und Jephtha sagt: Nein, nein, nein, so geht das nicht. Damals unter Mose, das war im letzten Jahr der Wüstenwanderung, sind wir gekommen. Wir haben das Land der Amoriter erobert, und das war gerade das Gebiet neben Moab, neben Ammon und Moab im heutigen Jordanien. Und ab dieser Zeit, sagt Jephtha, haben wir kein Problem gehabt, 300 Jahre lang. Und dann habt ihr plötzlich begonnen, das in Frage zu stellen.
Jetzt lese ich Richter 11,26: Während Israel in Hesbon wohnte und in seinen Tochterstädten und in Aroer und in seinen Tochterstädten und in allen den Städten, die längs des Arnon liegen, 300 Jahre lang, warum habt ihr sie denn nicht in jener Zeit entrissen? Und nicht ich habe gegen dich gesündigt, sondern du tust übel an mir, wieder mich zu streiten. Der Herr, der Richter, richte heute zwischen den Kindern Israel und den Kindern Ammon.
Also jetzt sagt er: Nach 300 Jahren stellt ihr das in Frage. Wir Israeliten sind dort in Hesbon hingekommen, haben eben den Amoritern das Gebiet entrissen, auf der anderen Seite des Jordans, und das war übrigens 4. Mose 21 im letzten Jahr der Wüstenwanderung. Jetzt müssen wir also von diesem letzten Jahr der Wüstenwanderung ausgehen. Das ist nach unserer Rechnung 1566. Dann beginnt die Landnahme, Eroberung Jerichos, 1567. Jetzt müssen wir 300 Jahre da herunterrechnen, dann kommen wir auf 1267.
Oh super, müssen wir da ein bisschen zurückgehen. Ich habe doch diese Liste mit den Richtern gegeben, unter sechstens. Sieht man dort: Richterzeit von Jair, fünftletzte Zeile, Richter 10,3. Die beginnt da 1267. Das sind genau 300 Jahre von Hesbon an bis dorthin, und genau dort haben die Ammoniter begonnen, Probleme zu machen.
So, jetzt schlagen wir das auf in Richter 10,3. Nachdem Tola als Richter beschrieben worden war, heißt es in Vers 3: Und nach ihm stand Jair, der Gileaditer, auf. Und er richtete Israel 22 Jahre, und er hatte 30 Söhne, die auf 30 Eseln ritten. Und sie hatten 30 Städte, diese nimmt man bis auf diesen Tag die Dörfer Jairs, welche im Land Gilead sind. Und Jair starb und wurde zu Khamon begraben.
Dieser Jair in Gilead, das ist genau dieses streitige Gebiet. Gilead ist auf der anderen Seite des Jordans, das war genau dieses Gebiet, das da Jephtha sagt, jetzt beanspruchen das die Ammoniter für sich, und er will da mit ihnen verhandeln. Ja, da war also dieser Jair, der dieses Gebiet mit seinen 30 Söhnen tapfer hielt.
Jetzt lese ich aber weiter: Und die Kinder Israel taten wiederum, was böse war in den Augen des Herrn, und sie dienten den Baalim und den Astaroth und den Göttern Syriens und den Göttern Zidons und den Göttern Moabs und den Göttern der Kinder Ammon und den Göttern der Philister, und sie verließen den Herrn und dienten ihm nicht. Da entbrannte der Zorn des Herrn wieder Israel, und er verkaufte sie in die Hand der Philister und in die Hand der Kinder Ammon.
Also, da beginnt dieses Problem Ammon. Und sie bedrückten und plagten die Kinder Israel in selbigem Jahr. 18 Jahre bedrückten sie alle Kinder Israel, welche jenseits des Jordan waren, im Land der Amoriter, das in Gilead ist. Und die Kinder Ammon zogen über den Jordan, um auch wieder Juda und wieder Benjamin und wieder das Haus Ephraim zu streiten, und Israel wurde sehr bedrängt. Und dann kam Jephtha und hat sich schließlich von den Ammonitern befreit. Er wollte zuerst mit ihnen verhandeln, das hat nichts genützt, und da hat er sie im Krieg besiegt.
Jetzt ist der Text ein bisschen schwierig, nicht wahr? Da heißt es: Er gab sie in die Hand der Kinder Ammon, Vers 7, und dann heißt es: Und sie bedrückten und plagten die Kinder Israel in selbigem Jahr. Welches Jahr ist da gemeint? Und dann heißt es: 18 Jahre bedrückten sie alle Kinder Israel.
Nun, ein Chronologe der Vergangenheit hat dieses Problem bereits gelöst. Und dieses selbige Jahr, das ist das erste Jahr von Jair. Dort haben sie begonnen, Israel eben zu bedrängen. Aber da stand eben Jair auf, der Gileaditer. Der richtete Israel 22 Jahre und konnte die Ammoniter zurückhalten. Und dann, als er gestorben war, kommt eine Fremdherrschaft von 18 Jahren durch die Ammoniter. Und dann befreit sie Jephtha.
Also, dieses selbige Jahr ist nach dem Tod von Tola. Es gibt eine Lücke, da konnten die eben hier gegen Israel vorgehen. Aber dann stand Jair auf, und er hat Gilead tapfer verteidigt mit seinen 30 Söhnen und hat dort die Macht gehalten. Aber sobald Jair dann gestorben war, dann hatten die Ammoniter 18 Jahre lang die Obermacht, und die gehen dann sogar über den Jordan und wollen Juda, Benjamin und Ephraim auch noch unter ihre Macht bringen.
Das macht also klar, dass dieses erste Jahr von Jair, da zurück, diese 300 Jahre sind, wo es keine Probleme gab mit diesen Gebietsansprüchen. Und wenn man jetzt diese 300 Jahre einfügt, dann können wir eben y berechnen. Das sind 14 Jahre. Da geht alles schön auf.
Und dann, jetzt können wir ein bisschen schnell darüber hinweggehen: Achtens die drei Könige über die zwölf Stämme, Saul 40 Jahre, David 40 Jahre, Salomo 40 Jahre. Die Bibelstellen stehen dabei. Da kommen wir neuntens zu den Königen Judas. Nach dem Tod von Salomo, das haben wir alles ausführlich behandelt damals an diesem Bibelschultag, und wenn man jetzt all diese Zahlen so zusammenrechnet, ergibt das ab dem Tod von Salomo, ab der Reichsteilung bis zum Untergang Jerusalems 390 Jahre. Und dann kommt der Untergang von Jerusalem. Und diese 390 Jahre, die werden in Hesekiel 4 schon erwähnt.
Die 390 Jahre und die Verantwortung Judas
Das führt uns zu Zehntens, von der Reichsteilung bis zum Untergang Jerusalems.
Hesekiel 4,4: Gott sagt zu Hesekiel: Und du, lege dich auf deine linke Seite und lege darauf die Ungerechtigkeit des Hauses Israel. Nach der Zahl der Tage, die du darauf liegst, sollst du ihre Ungerechtigkeit tragen. Denn ich habe dir die Jahre ihrer Ungerechtigkeit zu einer Anzahl Tage gemacht, 390 Tage, und du sollst die Ungerechtigkeit des Hauses Israel tragen.
Was sind das für Jahre, 390 Jahre? Man muss einmal Bibelkommentare lesen, so bei Hesekiel an dieser Stelle. Man ist erstaunt: Die Kommentatoren haben alle ein Problem mit den 390 Jahren. Sie wissen nicht recht, was damit anzufangen ist. Und das hängt zusammen, weil schon früher ein Thiele, der besonders über die Chronologie der Könige gearbeitet hat, diese Königszeit zusammengeschoben, also verkürzt hat, indem er angenommen hat, dass gewisse Könige, obwohl das in der Bibel nicht steht, gleichzeitig regiert haben. Dann kommt er natürlich nicht auf 390 Jahre, so wie wir das schön zusammengerechnet haben. Er kam nicht auf 390 Jahre, und darum konnte man mit diesen 390 Jahren nichts anfangen.
Aber wenn man jetzt eben nicht nach Thiele geht, sondern schön diese Zahlen nimmt, wie sie sind, kriegt man die 390 Jahre. Das sind die Jahre der Ungerechtigkeit Israels. Man muss sich das so vorstellen: Nach dem Tod von Salomo sind die zehn Stämme völlig von Gott abgefallen. Und die haben wirklich so schlimm gesündigt, dass kein einziger König der zehn Stämme den Herrn gefürchtet hat. Bei Juda gab es immer wieder gottesfürchtige Könige, aber in Israel nicht. Und die wurden dann schliesslich weggeführt in die Gefangenschaft nach Assyrien.
Aber unter Ahab wurde es besonders schlimm. Er hat den Baalskult in Israel eingeführt und damit auch diese Prostitution, die damit verbunden war. Er hat die zehn Stämme wirklich vollkommen moralisch kaputt gemacht. Man kann sagen, das war ein richtiger 68er, der Ahab.
Aber jetzt kommt’s: Dadurch, dass Josaphat sich mit dem Haus Ahabs verschwägert hatte, kam dieser Einfluss von Ahab rüber zu den zwei Stämmen. Und viele aus den zehn Stämmen sind ja sowieso übergelaufen zu den zwei Stämmen. Und so ging diese Ungerechtigkeit Israels weiter, auch bei den zwei Stämmen, bis im Jahr 586 Jerusalem zerstört wurde. Und so sind das die 390 Jahre der Ungerechtigkeit, die Israel eben zu verschulden hatte.
Nachher wird im gleichen Text von Hesekiel 4 gesprochen: Der Prophet muss vierzig Tage lang, entsprechend vierzig Jahren, die Ungerechtigkeit von Juda tragen. Nun, das sind diese vierzig Jahre ab dem Jahr 30 nach Christus, wo unter der Führung des Stammes Juda beschlossen wurde, dass der Herr Jesus sterben soll. Markus 3,6. In der Chronologie des Neuen Testaments zeige ich, warum man genau berechnen kann, dass dieser erste Beschluss, er muss sterben, genau im Jahr 30 stattgefunden hat. Und dann gab es noch vierzig Jahre bis zum Untergang Jerusalems.
Nun: 390 Jahre, die Israel, die zehn Stämme besonders, zu verantworten haben, in Verbindung mit dem Baalskult und dann mit allgemeinem Götzendienst, und dann die 40 Jahre, die speziell der Stamm Juda zu verantworten hatte, mit der Verwerfung des Messias, bis Jerusalem wieder untergeht. Ja, und so haben diese Zahlen alle genau ihren Sinn.
Die Jahrwochen und Gottes Zeitplan bis zur Vollendung
Und jetzt kommen wir noch abschließend zu elftens: die viermal siebzig Jahrwochen in der Geschichte Israels.
Nicht wahr, wir haben ja gesehen: Salomo beginnt, das Haus Gottes zu bauen, im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug. Und vierhundertachtzig ist fast vierhundertneunzig, nicht wahr? Noch zehn Jahre dazu. Dann haben wir siebzig mal sieben Jahre. Und dann kam die Zeit des Niedergangs mit Salomo und dann mit den Königen, die auf ihn folgten.
Aber diese Zeit von 490 Jahren beinhaltet noch 114 Jahre Gewaltherrschaft, die Gott nicht mitgerechnet hat, nicht wahr? Das bringt so eine Anfangsidee. Gibt es das noch anderswo? Jawohl, und zwar kann man die ganze Geschichte Israels von Abraham bis zum Tausendjährigen Reich einteilen in vier Perioden von immer siebzig Jahrwochen, also siebzig mal sieben Jahren. Aber Gott zählt gewisse Jahre nicht mit.
Da haben wir die erste Periode: Die Geburt Abrahams, damit beginnt eigentlich die Geschichte Israels, nicht wahr? Die Geburt Abrahams bis zum Auszug aus Ägypten: Geburt Abrahams 211, Auszug aus Ägypten 1606, nicht wahr? Differenz: 505 Jahre. Das sind 15 Jahre mehr als 490 Jahre, 70 Jahrwochen, nicht wahr?
Aber jetzt müssen wir uns Folgendes vorstellen: Abraham heiratet Hagar mit 85, weil er nicht glaubte an die Verheißung Gottes. Und wann kam die totale Wende, dass Ismael als der wirkliche Erbe, dass Ismael als der angebliche Erbe hinausgetan wird und Isaak als Erbe anerkannt wird? Das war 15 Jahre später, nicht wahr? Diese 15 Jahre, die geprägt waren von diesem Unglauben Abrahams, und Gott hat in dieser Zeit 13 Jahre lang nicht mehr mit Abraham gesprochen, diese 15 Jahre zählt Gott nicht mit. Und dann gibt es 490 Jahre.
Jetzt rechnen wir vom Auszug aus Ägypten bis zum vierzehnten Jahr von Salomo. Da haben wir die Zeit der Gottesherrschaft über Israel, zuerst direkt, ohne Könige, und dann schließlich hat er Könige eingesetzt, also Gott regiert indirekt über einen König. Nun, das sind von 1606 minus ... Das sind 604 Jahre insgesamt. Das sind aber 114 Jahre zu viel. Ja, das sind 114 Jahre zu viel. Das ist eben diese Zeit, wo Gott eine Gottesherrschaft hat über Israel, aber Israel war 114 Jahre unter Fremdherrschaft weg. Haben wir 490 Jahre.
Gut, dann kommt die nächste Frist. Vom vierzehnten Jahr Salomos, da, wo es abwärts ging mit Salomo und dann mit den Königen abwärts ging bis zum Untergang des Königreichs, babylonische Gefangenschaft. Aber dann kommen sie zurück und bauen den Tempel und bauen die Stadt Jerusalem wieder auf. Und für die, die die Prophetie gut kennen, die wissen: Ab diesem Erlass bei Nehemia im Jahr 445 vor Christus beginnen dann die prophetischen siebzig Jahrwochen von Daniel 9.
Ja, und jetzt ist es so: Vom vierzehnten Jahr Salomos bis zum Beginn der Jahrwochen 445 vor Christus bei Nehemia, das sind insgesamt 557 Jahre. Das sind 67 Jahre zu viel für 490 Jahre, nicht wahr? Ja, und wie lange war Israel in Babylon? Das begann im Jahr 606, als Daniel und auch andere deportiert wurden nach Babylon. Dann kam die zweite Wegführung, dritte Wegführung, Zerstörung Jerusalems, und dann kamen sie zurück im Jahr 539. Es sind genau 67 Jahre. Diese verlorenen Jahre in Babylon werden nicht mitgerechnet. Dann haben wir da wieder 70 Jahrwochen bis zum Beginn der 70 Jahrwochen von Daniel 9.
Und ich habe das einfach hier auf dem Blatt ausführlich aufgelistet, das mit den 70 Jahrwochen. Und das ist ja so: 69 Jahrwochen haben sich erfüllt bis zum Kommen des Herrn Jesus als Fürst beim Einzug am Palmsonntag. Und dann hat die Uhr mit Israel gestoppt. Der Messias wurde ermordet, das sagt Daniel voraus in Daniel 9, wo er über diese siebzig Jahrwochen spricht. Und er sagt, dann wird ein Volk kommen, wird die Stadt und den Tempel zerstören, und es wird Verwüstung über Jerusalem kommen bis in die Endzeit.
Und dann in der Endzeit spricht er plötzlich, dass da ein Bund geschlossen wird für sieben Jahre, und erst dann kommt das tausendjährige Friedensreich. Also gibt es da eine Einschiebung zwischen der neunundsechzigsten und der noch zukünftigen siebzigsten Jahrwoche nach der Entrückung der Gemeinde. Diese Zeit dazwischen, das ist die Zeit, in der das jüdische Volk zerstreut war in aller Welt, heimatlos, verfolgt und gehasst. Und es war die Zeit, in der Gott die Gemeinde realisierte. Ein Geheimnis, sagt Epheser 3, das Gott im Alten Testament nie geoffenbart hatte, aber in der gleichen Zeit, wo Israel quasi in der Zerstreuung ist und nicht mehr Gottes Zeuge hier auf der Erde.
Das Zeugnis wurde der Gemeinde gegeben, aber nicht für immer. Die Uhr mit Israel beginnt wieder zu ticken, wenn nach der Entrückung die 70. Jahrwoche beginnt, und dann kommt das tausendjährige Friedensreich. Und so haben wir also hier auch einen Einschub, und das sind die verlorenen Jahre Israels durch die Verwerfung des Messias.
Also wir sehen: Das hat System, dass Gott einen Zeitplan hat, und durch die Verantwortung des Menschen gehen Jahre dazwischen verloren. Es ist also nicht eine so spezielle, kuriose Idee, dass diese 114 Jahre Gewaltherrschaft in Richter, die werden da nicht mitgezählt, nein, das hat System. Die 15 Jahre mit Ismael nicht gezählt, die 114 Jahre Fremdherrschaft nicht gezählt, die 67 Jahre in Babylon nicht gezählt und die ganze Zeit der Diaspora Israels nicht gezählt. Und Gott hat sein Programm.
Vielleicht muss ich noch ergänzen: Manche denken ja, aber 67 Jahre Babylon, in Jeremia steht 70 Jahre Babel. Ja, natürlich steht in Jeremia 25 und 29 70 Jahre Babel, aber man muss genau lesen. Es steht nicht, dass Israel 70 Jahre in Babel sein wird, sondern die Herrschaftszeit von Babel wird 70 Jahre dauern. Und das war nämlich so: Im Jahr 609 haben die Babylonier die Assyrer endgültig besiegt und waren Weltmacht Nummer eins. 609 und 539 wurden sie durch die Perser besiegt. Das sind genau siebzig Jahre Babels Herrschaft. Aber erst drei Jahre später, 606, kam die erste Wegführung der Juden nach Babylon, Daniel 1,1. Und es gibt 67 Jahre Israel in Babylon, und diese Jahre werden nicht gezählt.
Aber man staunt einfach, wie Gott alles so in der Hand hat. Und nochmals möchte ich betonen: Psalm 31, meine Zeiten sind in deiner Hand. Und noch mehr, wenn wir denken, gerade an die letzten sieben Jahre, die letzte Jahrwoche, die noch kommen wird. Diese wird in der Bibel sogar angegeben mit zweimal 1260 Tage. Und die zweite Hälfte, 1260 Tage, wird die große Drangsal sein, die noch kommen wird über diese Welt.
Aber das zeigt: Gott hat auf den Tag genau ein Programm. Manchmal fragt man sich als Gläubiger in Nöten, wie lange noch her? Und da können wir beten mit den Psalmen: Wie lange? Wie oft steht das, wie lange? Aber wir dürfen wissen: Meine Zeit ist in deiner Hand. Und er hat das Timing ganz genau festgelegt, nicht nur auf Jahre, das ist schon schön, aber auf den Tag, auf die Sekunde.
Und das ist ein Thema, das zieht sich durch die ganze Bibel hindurch. Nur noch so ein kleiner Hinweis als Perle: das Buch Esther. Der Name Gottes wird zwar nie erwähnt, eben weil Gott im Hintergrund wirkt. Aber immer genau im richtigen Moment kommt Esther zum König, und im richtigen Moment kommt Haman hinein, und im richtigen Moment stellt er die Frage, was könnte man, sagt der König, wenn man jemanden besonders ehren will? Das bin ich, Haman sagt, ja, dann muss man, mach das mit Mordokai. Dieses Timing, so wunderbar, bis auf die Sekunde, ja, Haman kommt im richtigen Moment rein.
Und so dürfen wir wirklich vertrauen, dass der Herr auch unser Leben in seiner Hand hat und führt. Ja, nun wollen wir hier schließen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch

