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Die Bibel in der Vogelschau

Die 7 Bündnisse und die 7 Heilszeitalter
Matthäus06.01.2009
Serie•Teil 1 / 2Die Bibel in der Vogelschau - Die 7 Bündnisse und die 7 Heilszeitalter
Die Bibel ist mehr als nur alt und neu: Sie erzählt einen roten Faden aus Anfang, Bruch und Neuanfang. Wer ihn erkennt, versteht, warum Gottes Plan in der Geschichte immer wieder neu ansetzt.

Einleitung und Ziel der Übersicht

Ich möchte Sie alle ganz herzlich begrüssen. Ich habe heute Morgen eine schwierige Aufgabe. Unser Thema lautet: die Bibel in der Vogelschau, die sieben Bündnisse und die sieben Heilszeitalter. Es geht also darum, in weniger als zwei Stunden eine Übersicht über die ganze Bibel zu geben.
Das ist doch echt ein bisschen schwierig. Aber es geht darum, dass wir die rote Linie, den roten Faden, miteinander erkennen, der sich durch die ganze Bibel von Anfang bis Schluss durchzieht. Wir können also nicht in alle Details gehen. Es geht darum, dass diese Übersicht gerade eine Hilfe ist, um danach die Bibel in allen möglichen Details besser zu studieren.
Die Einleitung wird einige Zeit in Anspruch nehmen, sie ist sehr wichtig. Sie besteht eigentlich aus vier Abschnitten. Zuerst machen wir uns ein paar Gedanken zum Aufbau der Bibel. Danach geht es um das Thema der Einteilung in Heilszeitalter. Drittens geht es um den Zusammenhang zwischen Bündnissen und Heilszeitaltern. Und schliesslich werde ich viertens noch erklären, was die typische Grundstruktur eines jeden Heilszeitalters ist.

Der Aufbau der biblischen Gesamtgeschichte

Nun zum Aufbau der Bibel. Wir fangen also ganz vorne an.
Die Bibel besteht aus zwei Teilen. Zuerst das Alte Testament, bestehend aus 39 Büchern. Es wurde ab Mose, ab dem Auszug aus Ägypten, bis Malachi, dem letzten Propheten des Alten Testaments, um 420 vor Christus, geschrieben.
Im Alten Testament finden wir von Anfang bis zum Schluss die Verheissung, dass der Messias, der verheissene Erlöser, kommen wird. Und schliesslich kam vor mehr als 2000 Jahren Jesus Christus und erfüllte die Verheissung auf den leidenden Messias.
Seine Nachfolger haben dann das Neue Testament verfasst, den zweiten Teil der Bibel. Es besteht aus 27 Büchern und wurde in der Zeit von 32 bis 100 nach Christus geschrieben. Um 100 nach Christus starb der letzte Apostel Johannes, der auch das letzte Buch der Bibel geschrieben hat, die Offenbarung.
Das Neue Testament zeigt die Erfüllung der Verheissung des Alten Testaments: Der Messias ist gekommen. Und so sehen wir, dass Jesus Christus und sein Erlösungswerk am Kreuz ganz zentral stehen. Das ist die Mitte der Bibel. Alles bezieht sich im Alten und im Neuen Testament darauf.
Die Bibel ist etwas ganz Besonderes, denn sie zeigt eigentlich die ganze Geschichte der Welt von Anfang bis zum Ende. Sie beginnt mit der Schöpfung der Erde und des Universums im Anfang und endet schliesslich mit der neuen Schöpfung, mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde in Offenbarung 21.
Aber alles, was dazwischen liegt, wird in der Bibel ebenfalls aufgezeigt, von 1. Mose bis Offenbarung. Also füllen das Alte Testament und das Neue Testament diese ganze Zeitlinie vom Anfang der Schöpfung bis hin zur neuen Schöpfung. Und wie gesagt, ganz zentral liegt das Erlösungswerk der Person des Herrn Jesus Christus.

Zwei Zeitalter und die biblische Einteilung der Geschichte

Nun gibt es viele, die behaupten, die Bibel könne man nicht weiter einteilen. Sie bestehe einfach aus Altem und Neuem Testament. Alles, was darüber hinausgehe, sei im Grunde genommen nichts anderes als Dispensationalismus. Das sei so eine neue Art der Bibelauslegung, wie man sie im neunzehnten Jahrhundert erfunden habe, und da nenne man dann sehr gerne den Namen John Nelson Darby.
Nun, das führt uns eben zu diesem zweiten Teil: Einteilung in Heilszeitalter. Wir werden jetzt gleich sehen, dass die Bibel selbst ausdrücklich eine weitere Einteilung als nur Altes und Neues Testament gibt. Das heißt also: Diese Behauptung, die den sogenannten Dispensationalismus ablehnt, kann man eigentlich mit zwei Bibelversen total widerlegen.
Der erste Bibelvers findet sich in Epheser 1,21. Ich lese ab Vers 20: „... ehe Gott setzte ihn, Christus, zu seiner Rechten.“ Und nun Vers 21: „Über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter“ – griechisch aion – „sondern auch in dem zukünftigen.“
Nun sehen wir: In diesem einen Vers werden zwei Zeitalter unterschieden, dieses Zeitalter und das zukünftige. Diese Unterscheidung findet sich nicht nur hier, sondern auch in Matthäus 12,32, Markus 10,30 und Lukas 18,30. Dort wird eben das Wort aion benutzt, das im Griechischen Zeitalter, Zeitlauf, Welt oder Ewigkeit bedeutet. Das entspricht sehr genau dem hebräischen Wort olam. Auch das bedeutet Zeitalter, Zeitlauf und in gewissen Zusammenhängen sogar Ewigkeit.
Nun, wie gesagt, in Epheser 1,21 werden zwei Zeitalter unterschieden, und zwar mit der genau gleichen Formulierung, wie wir das im Judentum in der rabbinischen Literatur finden. Im Judentum hat man von alters her unterschieden zwischen ha-olam ha-zeh, diesem Zeitalter, im Gegensatz zu ha-olam ha-ba, dem zukünftigen Zeitalter. Und damit war gemeint das messianische Reich, die Zeit, wenn der Messias kommen würde, um als König in Gerechtigkeit und Frieden über die ganze Welt zu regieren.
Also bestätigt das Neue Testament hier in Epheser 1 diese Unterscheidung, wie man das im rabbinischen Judentum gemacht hat. In den bereits genannten Stellen aus den Evangelien bestätigt der Herr Jesus, der Sohn Gottes selbst, auch diese Unterscheidung: ha-olam ha-zeh, ha-olam ha-ba.
Nun sehen wir: Aus dieser Stelle ergibt sich bereits die Unterscheidung von zwei Zeitaltern, nämlich das gegenwärtige Zeitalter, in dem der Herr Jesus lebte. Er sprach von diesem Zeitalter zu seiner Lebzeit, also schon vor dem Kreuz, und er redete über das zukünftige Zeitalter.
Nun lesen wir, bevor wir diese zweite, schon angedeutete Stelle anschauen, noch Epheser 1,10. Da wird jetzt über das zukünftige Zeitalter, über das messianische Reich, so gesprochen: Gott habe sich vorgenommen, für die Verwaltung der Fülle der Zeiten alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus, das, was in den Himmeln und das, was auf der Erde ist, in ihm.
Nun, hier wird gesagt: In dem zukünftigen Zeitalter sieht Gottes Plan, Gottes Verwaltung dieser Zeit, Folgendes vor: Unter dem Haupt Christus soll alles direkt regiert und beherrscht werden, alles, was im Himmel und alles, was auf der Erde ist. Es geht also hier in diesem Vers um das tausendjährige Friedensreich, wie das in Offenbarung 20 erwähnt wird. Da wird Christus über die ganze Welt regieren.
Dieses Reich wird hier genannt die Fülle der Zeiten, und die Art und Weise, wie diese Zeit eben regiert wird, die wird genannt die Verwaltung, die oikonomia, der Fülle der Zeiten. Wir sehen: Der Ausdruck „die Fülle der Zeiten“ soll besagen, dass dieses Zeitalter eigentlich alle biblischen Zeitalter abschließt und zum Endpunkt führt, darum die Fülle der Zeiten.
Nun haben wir aber das komplizierte Wort oikonomia. Das bedeutet im Griechischen Haushaltung: oikos = Haus, nomos = Gesetz. Haushaltung, Hausgesetz. Man kann auch übersetzen mit Verwaltung oder im Englischen Dispensation, und daraus gilt das deutsche Wort Dispensation. Das kommt übrigens vom Englischen to dispense, verwalten. Aber die lateinische Bibel, die Vulgata, hat hier den lateinischen Begriff dispensatio verwendet, nicht wahr?
In jedem Haushalt gibt es andere Grundsätze, andere Gesetze, die gelten. Sehr zum Leidwesen manchmal der Kinder, die sagen: Warum dürfen die das dort und wir dürfen nicht? Da muss man eben erklären: Ja, die haben eine andere Haushaltung, und da gelten nicht unbedingt die genau gleichen Gesetze. Gewisse sind absolut gleich, aber nicht in allen Details. Und so bedeutet eben die Verwaltung einer bestimmten Zeit, dass in einer bestimmten Zeit gewisse Regeln gelten, die in anderen nicht unbedingt auch gelten. Darum wird hier gesprochen eben von der oikonomia, der Haushaltung oder des Hausgesetzes, der Verwaltung der Fülle der Zeiten.
Nun sehen wir: Der Begriff „Dispensation“, von dem sich dann der Ausdruck „Dispensationalismus“ hier leitet, ist ein absolut biblischer Begriff. Er kommt aus Epheser 1,10. Und so muss man also festhalten: Dispensationalismus bedeutet Einteilung der biblischen Geschichte in verschiedene Dispensationen, oder man kann sagen Haushaltungen, Zeitalter.
Schauen wir uns nochmals das Schema an mit dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Zeitalter. Von dem zukünftigen Zeitalter finden wir den Ausdruck in Epheser 1: die Verwaltung der Fülle der Zeiten, oder die Haushaltung der Fülle der Zeiten, oder die Dispensation der Fülle der Zeiten.
Nun gehen wir zu der zweiten Stelle, die widerlegt, dass man die Bibel nur in ein altes und ein neues Testament einteilen könne: Kolosser 1,26. Paulus spricht über das Geheimnis: Christus in euch. Eine Wahrheit, die im Alten Testament verborgen war und erst nach Pfingsten den Aposteln mitgeteilt wurde, von Gott her. „Das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Generationen her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist.“
Nun, in dieser Stelle wird von früheren Zeitaltern gesprochen, im Plural, in der Mehrzahl. Übrigens nicht nur hier, sondern man schaue auch mal in Römer 16,25 nach oder 1. Korinther 10,11, 2. Timotheus 1,9, Hebräer 9,26. Dann sieht man, wie an verschiedenen Stellen im Neuen Testament von früheren Zeitaltern gesprochen wird.
Nun hier in Kolosser 1,26: Hier steht das Wort aion in der Mehrzahl, Zeitalter. Wir haben doch in der Schule gelernt, dass Plural, Mehrzahl, zwei und mehr bedeutet. Also wird hier von mindestens zwei früheren Zeitaltern gesprochen.
Wenn wir also Epheser 1,21 und Kolosser 1,26 zusammennehmen, so haben wir hier mindestens vier verschiedene Zeitalter. Schauen wir unser Schema an mit dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Zeitalter. Aber unsere verlesenen Stellen machen deutlich: Es gab schon frühere Zeitalter. Und so haben wir zusammen mindestens vier Zeitalter, denn die früheren Zeitalter könnten ja auch mehr sein, nicht wahr? Aber mindestens zwei.

Der Zusammenhang von Bündnissen und Zeitaltern

Nun kommen wir bereits zum dritten Punkt: Bündnisse und Zeitalter.
Ich lese aus Jeremia 31,31 aus dem Alten Testament. Dort finden wir eine ganz bedeutsame Verheißung im Blick auf die Zeit, wenn der Messias kommt, um hier zu herrschen:
Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel, das sind die zehn Stämme, und mit dem Haus Juda, das sind die zwei Stämme im Süden, einen neuen Bund machen werde.
Diese Stelle spricht also von einem neuen Bund, den Gott mit dem zwölfstämmigen Volk Israel schließen wird. Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, hebräisch bejom, im Sinn von: zu der Zeit, da ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, welchen meinen Bund sie gebrochen haben, und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt, spricht der Herr.
Hier wird ein Gegensatz gemacht zwischen dem Bund vom Sinai, den Gott mit Israel nach dem Auszug aus Ägypten geschlossen hatte, und dem neuen Bund, den Gott mit Israel schließen wird, wenn der Messias kommt, um hier auf der Erde zu herrschen. Denn das ist der Zusammenhang in Jeremia 31. Da geht es also effektiv um das zukünftige Zeitalter, Haulam Haba, das tausendjährige Reich.
Und dieses zukünftige Zeitalter wird also mit einem Bundesschluss mit Israel beginnen. Aber hier wird gesagt, dass damals, als Israel aus Ägypten ausgezogen war, Gott auch einen Bund geschlossen hatte. Und dieser Bund wird hier sogar als Ehebund mit Israel dargestellt: welchen meinen Bund sie gebrochen haben, und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt, spricht der Herr.
Wir realisieren: Mit dem Auszug aus Ägypten begann eigentlich eine ganz neue Epoche in der biblischen Geschichte. Diese wurde eben eingeleitet mit einem Bundesschluss, damals am Sinai.
Nun sehen wir also: Das zukünftige Zeitalter soll mit einem neuen Bund mit Israel beginnen, und dieser Bund steht im Gegensatz zu dem Bund, den Gott mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten ausgezogen waren. Und so sehen wir, wie ein Zeitalter in der Bibel mit einem Bundesschluss beginnen kann.
Da stellt sich uns die Frage: Gibt es eigentlich noch mehr Bündnisse Gottes? Bündnisse, die Gott mit Menschen geschlossen hat? Die Antwort lautet: Ja, ganz bestimmt.
Wenn wir durch die ganze Bibel hindurchgehen, von Anfang bis zum Ende, finden wir insgesamt sieben Bündnisse Gottes. Sieben Bündnisse, die Gott mit Menschen geschlossen hatte.
Erstens: der Bund mit Adam, in 1. Mose 1–2 beschrieben. Dort findet man den Ausdruck Bund nicht, aber in Hosea 6,7 wird ausdrücklich vom Bund mit Adam gesprochen. Man beachte allerdings, dass es Bibelübersetzungen gibt, die Adam dort als Ortsnamen aufgefasst haben, völlig zu Unrecht. Es geht dort um den Bund mit Adam, den Adam bewusstwillentlich gebrochen hatte. Also diese Beziehung, die Gott mit Adam einging im Zusammenhang mit seiner Erschaffung, war ein Bund mit Adam.
Dann findet man später in 1. Mose 9 nach der Sintflut, wie Gott mit Noah einen Bund geschlossen hatte. Liest man weiter, findet man drittens, wie Gott einen Bund mit Abraham geschlossen hatte, in 1. Mose 12. Dieser Bund wurde mehrmals wieder bestätigt von Gott, und in diesen Bestätigungen wurde der Bund auch, je nachdem, etwas erweitert. Also geht es in 1. Mose 12 bis 22 um den Bund mit Abraham.
Wenn man weiterliest, kommt viertens der Bund mit Israel am Sinai, von dem wir schon gesprochen haben, beschrieben in 2. Mose 19 und folgende.
Dann geht es etwas länger beim Durchlesen in der Bibel, bis man schließlich fünftens den Bund findet, den Gott mit David geschlossen hat. Dieser Bundesschluss wird beschrieben in 2. Samuel 7, und zum Beispiel in Psalm 89,3 wird dieses Ereignis dort ausdrücklich als ein Bund mit David bezeichnet.
Der nächste Bund ist etwas versteckt, und viele Bibelleser haben diesen Bund überlesen. Es ist der Bund mit Zedekia. Wir werden sehen: In 2. Chronika 36,13 hat König Nebukadnezar von Babylon mit dem letzten König von Juda einen Bund geschlossen, und zwar so, dass Zedekia einen Schwur vor Gott ablegen musste. In Hesekiel 17, wir kommen auf dieses Kapitel ausführlicher zurück, spricht Gott über diesen Bund ausdrücklich als von meinem Bund. Also der Bund mit Zedekia war Gottes Bund über die Mittelsperson Nebukadnezar mit Zedekia.
Und dann siebtens: In Jeremia 31 haben wir diesen Bund gefunden, den neuen Bund mit Israel.
Das ergibt insgesamt exakt sieben Bündnisse Gottes. Wir können also die ganze Heilsgeschichte von Anfang an, von der Schöpfung bis zur Neuen Schöpfung, einteilen in sieben Abschnitte, entsprechend den sieben Bündnissen: mit Adam, mit Noah, mit Abraham, mit Israel, mit David, mit Zedekia und schließlich wieder mit Israel im tausendjährigen Reich.
Das ist doch schon beachtlich.

Die typische innere Gestalt eines Heilszeitalters

Nun kommen wir bereits zu viertens: der Grundstruktur eines Heilszeitalters. Diese kann man also wie folgt charakterisieren.
Jedes dieser Zeitalter hat einen Anfang. Und zwar auf diese Weise: Gott schließt einen Bund mit dem Menschen und gibt seinen Segen.
Dann kommt zweitens eine Entwicklung. Und jedes Mal sehen wir in dieser Entwicklung, dass der Mensch sich Gott gegenüber als untreu erweist. Es kommt zu einem tragischen Niedergang.
Wichtig ist jedoch: Trotz des allgemeinen Niedergangs finden wir in diesem Zeitabschnitt immer wieder neu einen treuen Überrest, eine kleine Minderheit, die Gott dennoch die Treue hält.
Und drittens besteht ein Heilszeitalter schließlich aus einem Ende. Und zwar immer so: Gott greift ein und richtet den untreuen Menschen, Fluch kommt über ihn. Dann kommt wieder ein neuer Bündnisschluss, ein neuer Bundesschluss, wieder Niedergang und dann wieder Gottesgericht mit Fluch.
Also, wir fassen zusammen: Jedes Heilszeitalter beginnt mit einem guten Anfang unter dem Segen Gottes, dann gibt es zweitens eine traurige Entwicklung, Niedergang, aber immer mit einem treuen Überrest, den Gott bildet, und schließlich drittens ein Ende, das Gericht fordert.
Und all dies zusammen bezeichnen wir biblisch als ein Heilszeitalter, griechisch Aion, hebräisch Olam.

Das erste Heilszeitalter: von der Schöpfung bis zur Flut

Nun kommen wir bereits zum ersten Heilszeitalter, von Adam bis zur Sintflut. Alles beginnt so wunderbar in 1. Mose 1 und 2 mit der vollkommenen Schöpfung. Gott erschafft Himmel und Erde, das Universum und unseren Heimatplaneten. Gott pflanzt einen Garten, ein Paradies, und er schließt einen Bund mit Adam. Gott tritt hier dem Menschen gegenüber auf als Herr und Gebieter. Gott segnet Adam und seine Frau Eva.
Alles beginnt mit der Beziehung von zwei Menschen in einem Ehebund. Und zwar ist der Ehebund eine Beziehung von einem Mann und einer Frau, nicht einem Mann und zwei Frauen, sondern einem Mann und einer Frau. Gott ruft dieses Ehepaar auf zur Fruchtbarkeit. Aber nicht nur zur Fruchtbarkeit, sondern sie sollen sich auch vermehren. Und Gott gibt diesen ersten Menschen einen Auftrag zur Verwaltung der Natur, nicht zur Zerstörung der Natur. Sie sollen über die Erde regieren. Und das ist natürlich gemeint in einer vernünftigen, planvollen Weise.
Und Gott gibt auch Anweisungen zur Ernährung. Und zwar lesen wir in 1. Mose 1 ausdrücklich von einer vegetarischen Ernährung: grünes Kraut und Früchte der Bäume. Alles dürfen sie essen im Garten, aber es gibt eine Ausnahme. Ein Baum soll vermieden werden, und das war eben gleichzeitig ein Gehorsamstest. Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen ist ausgenommen, aber sonst ist alles dem Menschen in reichem Maß zur Verfügung gestellt. All diese Punkte gehören zusammen zu diesem Bund mit Adam.
Aber dann, ab 1. Mose 3, zunächst einmal bis Kapitel 6, sehen wir, wie es untergeht in einer Entwicklung, die einen deutlichen, schrecklichen Niedergang bedeutet. Der Mensch, der Mann und die Frau, werden ungehorsam gegenüber Gottes Gebot. Die Konsequenz: Fluch und Schmerz kommen in diese Welt, ja sogar der Tod als Fremdkörper kommt in diese Schöpfung hinein.
Die Erbsünde ist damit nicht eine bestimmte Tatsünde gemeint, sondern die Erbsünde nach Römer 5,12 bedeutet die sündige Natur im Menschen, die Adam eben ab dem Sündenfall charakterisiert hat. Adam wurde zu einem Sünder, und diese sündige Natur hat er seinen Nachkommen weitervererbt durch die Zeugung. Das heißt also: Alle Nachkommen haben durch die Abstammung von Adam in sich eine Natur, die das Bestreben hat, sich vom Bösen anziehen zu lassen, sogar mehr: eine Natur, die uns zum Bösen hindrängt. Das ist die Erbsünde.
Der Mensch und seine Frau werden ausgetrieben aus dem Paradies, wo sie in glücklicher Gemeinschaft mit Gott gelebt haben. Sie vermehren sich, aber unter den Kindern kommt es zu einem ersten Mord. Kain erschlägt seinen Bruder Abel. Die Nachkommen Adams beginnen sich zu vermehren. Die Nachkommen von Kain bauen eine eindrückliche Zivilisation auf, aber ohne Gott.
Kain selber wird der erste Städtebauer, der in der Bibel erwähnt wird. Er baut die Stadt Hanoch. Und einer seiner Nachkommen in der siebten Generation, Lamech, führt die Polygamie ein. Plötzlich heißt es, wie dieser Mann frech zwei Frauen nimmt, Ada und Zilla. Und einer seiner Söhne wird zum Vater aller derer, die Musik professionell betreiben. Jubal kann sich im Gebiet der Musik entfalten. Einer seiner Brüder wird so ein Spezialist in der Ökonomie. Er wird der Vater aller derer, die sich große Tierherden halten und damit eben ein großes Einkommen verschaffen können. Und ein weiterer Bruder wird ein Spezialist im Bereich der Technologie. Tubal-Kain wird der Vater aller derer, die mit Kupfer, Erz und Eisen umgehen. Übrigens: Er hat nicht gewartet, bis die Bronzezeit und später die Eisenzeit kommt. Das hat er schon vorsintflutlich ausgeübt.
Lamech macht das erste menschliche Gedicht, das in der Bibel erwähnt wird nach dem Sündenfall, und zwar verherrlicht er einen Mord. Ein junger Mann hatte ihm eine Wunde geschlagen, und dafür hatte er ihn gleich umgebracht. Und das hatte er künstlerisch in einem Gedicht festgehalten. Also hier finden wir bereits die Wurzel, wie man Kunst benutzen kann, missbrauchen kann, um das Böse zu idealisieren.
All diese Dinge geschehen, um die Zivilisation ohne Gott zu füllen. Nicht wahr? An sich ist Zivilisation nicht in sich etwas Schlechtes, aber hier wird es vorgestellt, wie sie benutzt wurde, um die Zivilisation ohne Gott auszufüllen. Und dann ist es etwas Schlechtes, natürlich.
Die weitere Entwicklung in Kapitel 6 von 1. Mose beschreibt, wie Gewalt immer mehr Überhand nimmt unter den Menschen, bis hin zu okkulter Perversion. Die Söhne Gottes, gefallene Engel, gehen sexuelle Beziehungen mit Menschenfrauen ein. Das ist diese traurige Entwicklung.
Aber wir dürfen dabei Folgendes nicht vergessen: Gleich nach dem Sündenfall in 1. Mose 3,15 kündigte Gott den kommenden Erlöser an, den Messias. Und zwar sollte er ein Nachkomme, ein Same von Eva sein, der einmal der Macht des Bösen, der Schlange, dem Satan, den Kopf zertreten würde, aber dabei eine Todeswunde erleiden sollte. Die Schlange sollte ihm in die Ferse beißen. Das wurde gewissermaßen der Lichtstrahl in die Finsternis hinein, der Hinweis auf den Erlöser in 1. Mose 3,15.
Aber wir sehen in dieser Zeit des Niedergangs, wie es da ein Zeugnis für Gott gibt. Da werden zehn Generationen von Adam bis Noah aufgelistet: Adam, Seth, Enosch, Kenan, Mahalalel, Jered, Henoch, Methusala, Lamech und Noah. Das ist eine Zeitperiode von 1656 Jahren bis zur Sintflut. Von diesen zehn wird nichts Spezielles erzählt, was sie so getan haben in dieser Welt, was sie geleistet haben. Aber sie stehen einfach da, gewissermaßen als Zeugen dieses Gottes, der die Verheißung gegeben hat auf den kommenden Erlöser hin. Und tatsächlich sollte über diese zehn Generationen, die da beschrieben werden, später einmal Jesus Christus, der Erlöser, in die Welt kommen.
Aber da in 1. Mose 5 lesen wir wie ein Refrain siebenmal: Und er starb, und er starb, und er starb. Und das zeigt, wie nun seit dem Sündenfall der Tod eben zur Normalität geworden war. Natürlich gibt es eine Ausnahme: Henoch wird entrückt, und damit wollte Gott schon gewissermaßen wie ein Pfand zeigen, dass im Blick auf den Erlöser der Tod eigentlich besiegt werden sollte. Das wird hier schon vorweggenommen in diesem siebenfachen: Und er starb, und er starb.
Aber es kommt in diesem ersten Heilszeitalter zu einem Abschluss, zu einem Ende. Noah predigt 120 Jahre. Gott gab dem Menschen noch einmal eine Chance, seine Schuld zu bekennen, umzukehren und Gottes Gnade in Anspruch zu nehmen. Aber leider nur acht Menschen nehmen das an: Noah und seine Söhne und deren Frauen. Nur acht Menschen gehen in die Arche, Gottes festgelegtes Mittel zur Rettung ein. Und die ganze Welt wird schließlich durch die Sintflut zerstört. Die Menschen kommen im Wasser um.
Wir fassen zusammen als Resümee: Wir haben in diesem ersten Heilszeitalter einen guten Anfang gefunden, mit dem Bundesschluss mit Adam. Aber dieser Bund, der von Segen begleitet war, wurde gebrochen. Und so begann eine lange Entwicklung des Niedergangs, eine traurige Entwicklung, die so weit ging, dass Gott sagen musste: Jetzt ist Schluss. Und da kam das Ende, das Gericht forderte. Und das war ein Heilszeitalter, griechisch Aion, hebräisch Olan.

Das zweite Heilszeitalter: von Noah bis Abraham

Wir kommen bereits zum zweiten Heilszeitalter, von Noah bis Abraham. Es beginnt in 1. Mose 9 damit, dass Gott, nachdem die Arche auf dem Ararat gelandet war, mit Noah einen Bund schliesst. Dieser Bund sollte für die ganze Erde und für alle nachfolgenden Generationen gelten, also solange die Erde besteht. Gott gab als Zeichen dieses Bundes den Regenbogen.
Wieder beginnt es mit Segen. Gott segnet Noah und seine Söhne und gibt ihnen Aufträge. Sie sollen fruchtbar sein und sich vermehren. Hier sehen wir, dass dieses Element aus dem Bund mit Adam auch in diesem zweiten Bund wieder aufgenommen wird. Nicht wahr, der Bund mit Adam hat nicht ein Ende gefunden, er geht weiter. Aber natürlich fiel das Element mit dem Baum der Erkenntnis weg, denn nach dem Sündenfall wurde der Garten Eden geschlossen, unzugänglich gemacht. Und mit der Sintflut, die die ganze Erde und die ganze Oberfläche der Erde, die ganze Topologie verändert und verwüstet hatte, ging auch der Garten Eden unter. Aber der Bund mit Adam geht im Prinzip weiter und wird hier auch in den Bund mit Noah überführt.
Nun führt Gott aber in dieser neuen Haushaltung eine neue Regel ein. Gott sagt zu Noah und seinen Söhnen: Ihr dürft auch Fleisch essen. Das war in der ersten Haushaltung für Menschen nicht zugelassen. Und das wird nun hier verändert. Aber Gott fügt auch hier wieder eine Einschränkung ein, gewissermassen einen Gehorsamstest. Er sagt: Ihr dürft alles Fleisch essen, aber das Blut nicht. Wenn ihr die Tiere schlachtet, dann müsst ihr das Blut beim Schlachten abfliessen lassen. Es darf nicht als Nahrungsmittel verwendet werden.
Natürlich bleibt beim Schlachten immer ein Rest, ein ganz kleiner Restbestand in den feinen Haargefässen, in den Kapillaren, zurück. Das kann man nicht vermeiden. Auch bei der Schächtungsmethode geht das nicht anders. Es geht also nicht darum, dass das Restblut ein Problem wäre. Aber beim Schlachten soll das Blut abgelassen werden. Warum? Eben als Gehorsamstest. Gott sagt: Ihr dürft alles essen, aber das Blut nicht. Und es hat noch mehr Bedeutung, denn das Blut ist eigentlich das Symbol des Lebens. Wenn man das Blut aus einem Tierkörper herauslässt oder auch aus dem Körper des Menschen, dann ist das Lebewesen tot. So ist das Blut das Symbol des Lebens, und der Mensch, der hier das Recht bekommt, Tiere zu schlachten, soll damit anerkennen: Wir sind es nicht, die über das Leben der Lebewesen verfügen. Gott ist allein der Urheber des Lebens. Er hat uns erlaubt, Tiere zu schlachten, aber dadurch, dass wir das Blut nicht essen, sondern abfliessen lassen, anerkennen wir Gott als den Besitzer des Lebens.
Und drittens: Das Blut sollte einmal das Mittel der Erlösung werden. Der Messias, der Nachkomme Evas, sollte kommen, um der Schlange den Kopf zu zertreten, aber dabei würde er sterben. Und durch seinen Tod würde er die Erlösung bringen. Dadurch, dass man das Blut nicht zu einem alltäglichen Nahrungsmittel macht, wird die Bedeutung des Blutes noch mehr hervorgehoben. Es soll einmal das Mittel zur Erlösung werden.
Nun versteht man auch, warum im Neuen Testament in der Zeit der Gemeinde, in Apostelgeschichte 15, die Apostel zusammenkommen und besprechen: Wie ist es eigentlich, wenn nichtjüdische Menschen zum Glauben kommen? Müssen sie das Gesetz vom Sinai einhalten, das Gesetz, das Gott am Sinai mit Israel geschlossen hat? Nein, natürlich nicht, denn dieses Gesetz wurde nur mit Israel vereinbart und nicht mit den anderen Völkern. Aber wenn Heiden sich nun bekehren und zu Gott kommen, dann stehen sie natürlich weiterhin unter dem Bund von Noah. Und darum sollen sie kein Blut essen. Wir sehen: Das ist also nicht irgendwie eine Rücksichtnahme auf die Juden und ihr Gesetz vom Sinai, das Gott ihnen gegeben hatte, sondern das war eine konsequente Anwendung der Bibel. Der Bund mit Noah gilt für die ganze Erde, für alle Generationen, und darum ist er auch im Neuen Testament immer noch gültig.
Nun weiter setzt Gott im Bund mit Noah die Obrigkeit ein. Und zwar so: Gott sagt zu Noah: Wenn ein Mensch Menschenblut vergiest, durch den Menschen soll sein Blut vergossen werden. Als Kain seinen Bruder ermordet hatte, hat Gott Kain ein Zeichen angebracht, das ihn schützen sollte, damit niemand Kain umbringen würde wegen seines Mordes. Aber jetzt in dieser zweiten Haushaltung sagt Gott, es ist der Auftrag von Menschen, andere Menschen zu töten, wenn sie zu Mördern geworden sind. Natürlich nicht im Sinn einer Blutrache, wo eine Familie die andere Familie verfolgt und mutwillig sich angeblich Recht verschaffen will. Nein, sondern in dem Sinn, dass Menschen über andere Menschen herrschen sollen. Es geht hier um die Verordnung der Obrigkeit. Wir werden gleich sehen, wie sich das dann realisiert hat.
Im Neuen Testament in Römer 13 wird dieses Thema wieder aufgenommen, und der Apostel Paulus erklärt dort, dass die Obrigkeit von Gott verordnet ist und dass die Obrigkeit nicht umsonst das Schwert trägt als Gottesdienerin. Und wir wissen: Das Schwert ist ja nicht da, um jemanden zu kitzeln. Nein, hier wird klar gemacht, dass die Regierung eben Gewalt hat, in bestimmten Fällen Menschen zu töten. 1. Mose 9 macht ganz klar: Wer zum Mörder wird, steht unter diesem Todesurteil. Und weil eben der Bund mit Noah so lange dauert, wie die Erde besteht, hat auch diese Einrichtung bis heute ihre Gültigkeit.
Nun sehen wir auch im zweiten Heilszeitalter eine traurige Entwicklung. Nach der Sintflut wird Noah zum Weinbauer, und er betrinkt sich. Ham, sein jüngster Sohn, belustigt sich in übelster Weise über seinen Vater, der in seinem Rausch sich im Zelt entblösst. Er macht sich lustig über den Vater gegenüber seinen älteren Brüdern, aber die gehen dann rückwärts ins Zelt hinein und decken die Blösse in würdiger Weise zu. Als Noah erwacht von seinem Rauschschlaf, verflucht er Hams Sohn Kanaan.
Und wenn wir die Entwicklung weiter anschauen: Ein Nachkomme von Ham, Nimrod, wird zum ersten Gewaltherrscher. Wir sehen, wie jetzt die Obrigkeit eine Realität wird, aber auch da kommt es bereits zu einem Verfall. Nimrod wird ein Gewaltherrscher, nicht einfach ein Herrscher. Er ist es, der die vereinte Menschheit anführt zum Bau einer Stadt, die dann Babylon heissen sollte. Nimrod heisst übrigens auf Deutsch: „Lasst uns rebellieren.“ Nimrod war ein Herrscher, der gegen Gott rebellierte.
Nicht nur eine Stadt wird gebaut, sondern auch ein Turm, und zwar ist mit diesem Turm ein bestimmter Turm gemeint: eine Ziggurat, wie wir sie hier auf dem Bild sehen. Das war nicht irgendein Turm, sondern eigentlich ein Turm, der einen künstlichen Tempelberg mit verschiedenen Stufen darstellen sollte, verschiedene Vorhöfe, und je höher man kommt, desto, in Anführungs- und Schlussstrichen gesagt, heiliger wurde der Bereich. Und ganz zuoberst ein kleines Häuschen, das das Allerheiligste sein sollte für einen Gott, vielleicht die Sonne oder der Mond oder ein Sternbild, das da oben verehrt werden sollte. Und so wird es auch gesagt in Jesaja 47,12: Babylon, diese Stadt, treibt von Jugend an Magie. Aber dieser Turmbau war auch Ausdruck des Hochmutes der Menschheit. „Lasst uns einen Namen machen“, indem wir einen himmelhohen Turm bauen. Es war eine Rebellion gegen Gottes Gebot.
Die Nachkommen Noas wollen sich nicht über die ganze Erde verteilen, obwohl Gott im Bund mit Noah gesagt hat: Füllet die Erde. Das heisst, das ganze Festland soll besiedelt werden. Aber sie wollen zusammenbleiben. Warum? Zusammen ist man stärker. Und so haben wir hier den Beginn der Globalisierung. Man wollte zusammenbleiben, um ständig Informationen austauschen zu können, und so konnte auch die Entwicklung der Zivilisation viel schneller vorangehen. Aber Gott griff dann ein und hat diese Globalisierung durch die Sprachenverwirrung durchbrochen, und so wurden die Zivilisation und die Entwicklung in allen möglichen Gebieten verlangsamt. Aber das Ganze war eine Rebellion gegen Gottes Gebot, die Erde zu füllen.
Dennoch organisiert sich die Menschheit. 1. Mose 10 spricht über die grossen Städte der Menschheit ganz am Anfang nach der Sintflut: Erek, Akkad, Calne, Assur, Ninive. Das sind die ersten grossen Zivilisationen im Zweistromland nach der Sintflut. Aber auch Sodom und Gomorra, die Städte der totalen Perversion werden sollten, werden bereits dort erwähnt.
Nun finden wir aber in 1. Mose 11 die Generationenlinie von Sem, Noahs Sohn, bis auf Abraham wieder exakt zehn Generationen. Über diese Linie sollte später einmal der Erlöser kommen, der Messias. Die ganze Periode von der Sintflut bis zum Bund mit Abraham lässt sich berechnen auf 427 Jahre. Aber auch dieses Zeitalter kommt zum Abschluss. Gott muss eingreifen mit Gericht, und zwar zunächst einmal mit der Sprachenverwirrung. Und so werden die Völker zerstreut, damit sie das ganze Festland füllen und besiedeln.
Diese Zerstreuung der Völker wird dann noch unterstrichen durch die Kontinentalverschiebung, die stattfindet ab der Generation von Peleg. Das sehen wir hier in der Geschlechterliste, das ist Nummer fünf. 1. Mose 10,25 sagt: Gott zerteilte die Erde, nicht die Menschheit, die Erde.
Und weiter lässt Gott die Menschen, die Völker, in Unwissenheit und Unmoral fallen. Diesen Okkultismus, diesen Götzendienst, den sie in Babylon gelernt haben, führen sie weiter, und sie vergessen immer mehr Gott. In Römer 1,24 wird das so eindrücklich beschrieben. Paulus spricht über die Völker dieser Welt, die keine Bibel haben: Darum hat Gott sie auch dahingegeben in den Gelüsten ihrer Herzen, in Unreinigkeit ihre Leiber untereinander zu schänden, welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf mehr Verehrung und Dienst dargebracht haben als dem Schöpfer, welcher gepriesen ist in Ewigkeit. Amen! Auch in Römer 1,28: Und gleich wie sie es nicht für gut fanden, Gott in Erkenntnis zu haben, hat Gott sie dahingegeben, in einem verworfenen Sinn zu tun, was sich nicht geziemt, usw.
Paulus sagt später auf seiner ersten Missionsreise, als er zu Heiden redete, in Apostelgeschichte 14,16: Gott, der in den vergangenen Generationen alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen liess. Dann nimmt er Bezug auf dieses Gericht Gottes am Ende des zweiten Heilszeitalters, wo die Menschen ihre eigenen Wege von Gott weggehen konnten. Auf dem Areopag in Athen sagt er in seiner berühmten Rede auch wieder vor einem heidnischen Publikum, in Apostelgeschichte 17,30: Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle an allen Orten Busse tun sollen.
Paulus nennt also diese Zeit ab der Sprachenverwirrung in Babylon die Zeiten der Unwissenheit, wo die Völker sich von Gott immer noch mehr abgewendet haben. Sie haben ihre eigenen Religionen aufgebaut: Hinduismus, Stammesreligionen, Buddhismus und Taoismus und so weiter und so fort. Die Zeiten der Unwissenheit haben damals begonnen als ein Gericht Gottes.
Und etwas ganz besonders Trauriges: Die messianische Linie von Sem bis Abraham verfällt am Schluss selbst in Götzendienst. Josua sagt am Landtag zu Sichem später in Josua 24,2: So spricht der Herr, der Gott Israels: Eure Väter wohnten vor Alters jenseits des Stromes, jenseits des Euphrates, Tara, der Vater Abrahams und der Vater Nahors, und sie dienten anderen Göttern. Und dann sagt Gott: Und ich nahm Abraham, euren Vater, von jenseits des Stromes und liess ihn durch das ganze Land Kanaan wandern, und ich mehrte seinen Samen und gab ihm Isaak.
Wir fassen zusammen: Auch das zweite Heilszeitalter begann mit einem guten Anfang, mit dem Bund mit Noah und dem Segen Gottes. Aber dann kam diese traurige Entwicklung bereits mit Noah, der in Trunkenheit verfiel, über den Turmbau von Babel und schliesslich Gottesgericht, Sprachenverwirrung. Gott lässt die Völker in Unwissenheit und Unmoral fallen. Das ist wieder biblisch gesehen ein Heilszeitalter, griechisch Aion, hebräisch Olam.

Das dritte Heilszeitalter: von Abraham bis Mose

Und so kommen wir bereits zum dritten Heilszeitalter, von Abraham bis Mose. Wie gesagt, Tara, Abrahams Vater, war ein Götzendiener. Abraham war es auch, in Ur in Chaldäa, im heutigen Südirak, wie man hier auf der Karte sieht. Aber plötzlich erscheint der wahre Gott in einer Vision. Er ruft Abraham aus Ur in Chaldäa heraus, um sein Nachfolger zu werden.
In 1. Mose 12,2 sagt Gott: Und ich will dich zu einer grossen Nation machen und dich segnen, und ich will deinen Namen gross machen, und du sollst ein Segen sein. Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.
Gott segnet Abraham, ruft ihn aus dem Götzendienst heraus, und Abraham bekehrt sich. Er zieht aus Ur in Chaldäa aus, um schliesslich ins verheissene Land, ins Land Kanaan, zu gehen. Dieser Segen, der von Abraham ausgehen sollte für alle Geschlechter der Erde, war eine Verheissung auf den Messias hin, der aus der Linie Abrahams abstammen sollte und der einmal durch seinen Erlösungstod der ganzen Welt Segen bringen sollte, nämlich für jeden, der an ihn glauben würde.
Hier finden wir im Kern bereits die Botschaft von Johannes 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.
Der Herr Jesus erklärte in Johannes 8,56, dass Abraham all diese Verheissung Gottes im Blick auf den Messias verstanden hatte: Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich.
Jetzt sehen wir, wie Abraham ins verheissene Land kommt. Abraham durchzog das Land bis zu dem Ort Sichem, bis zur Terebinthe Mores. Und die Kanaaniter waren damals im Land. Und der Herr erschien dem Abraham und sprach: Deinem Samen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Dieser Zeitpunkt ist nach strenger biblischer Chronologie das Jahr 2036 vor Christus. Wenn man die biblische Chronologie durchrechnet, ist das genau das Jahr, in dem Gott eben diesen Bund mit Abraham geschlossen hatte. In Sichem übrigens, Sichem ist heute Nablus, die grösste Palästinenserstadt im sogenannten besetzten Westjordanland. Der Abrahamsbund beinhaltet hier genau die Verheissung an diesem Ort: Deiner Nachkommenschaft, also den Israeliten, den Juden, will ich dieses Land geben.
Interessant ist: Die ganze Weltgemeinschaft, die UNO, stellt sich im Gegensatz zum Bund mit Abraham und bricht den Bund mit Abraham, indem sie sagen, die Israelis sollen sich zurückziehen aus dem Westjordanland, das gehört ihnen nicht. Das macht die heutige Geschichte schon sehr dramatisch.
In Galater 3,17 sagt der Apostel Paulus: Dieses aber sage ich: Einen vorher von Gott bestätigten Bund, das ist dieser Bund mit Abraham, der später immer wieder bestätigt wurde, macht das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig, um die Verheissung aufzuheben.
Also erklärt Paulus: Der Bund vom Sinai, der 430 Jahre später geschlossen wurde, hob diesen frühen Bund mit Abraham nicht auf, sondern dieser Bund besteht weiter.
Nun, wenn man das erste Buch Mose durchliest, sieht man, wie Gott diesen Bund mit Abraham immer wieder bestätigt und dann auch seinen Söhnen Isaak und Jakob gegenüber: 1. Mose 12,13,15,17,22,26,28,35. Aber auch hier sehen wir eine Entwicklung, eine traurige Entwicklung, nachzulesen in 1. Mose 16 bis 50.
Abraham bekam von Gott die Verheissung, dass seine unfruchtbare Frau Sara schliesslich ein Kind bekommen sollte, und über dieses Kind sollte dann das verheissene Volk Israel entstehen, und aus diesem Volk sollte der Messias kommen. Aber Abraham und Sara müssen Jahre warten, bis endlich dieses Kind kommt. Und sie verfallen schliesslich in Unglauben.
Abraham versucht, das Problem zu lösen, indem er eine andere Frau dazunimmt. Er heiratet Hagar. Das war ganz klar ein Bruch des Bundes mit Adam, denn das beinhaltet die Monogamie: ein Mann und eine Frau. Aus diesen Ehen entstehen Isaak und Ismael, ein Brüderpaar, das sich nicht erträgt. Hagar und Sara ertragen sich auch nicht.
Und es gibt weitere Probleme in der Familie. Isaaks Sohn Jakob betrügt seinen Vater grausam, und zwar unter Anleitung seiner Mutter. Es entbrennt ein tödlicher Streit zwischen Jakob und Esau. Jakob muss sogar fliehen, und er sollte seine Mutter später nie mehr sehen. Er kommt zu Onkel Laban, der ihn grausam betrügt. Jakob heiratet in der Folge vier Frauen. Er bricht damit den Bund mit Adam. Auch da gibt es nur Probleme aus dieser Polygamie in der Familie Jakobs. Zehn Brüder sind gegen Joseph. Diese vier Frauen streiten sich dauernd. Die Tochter Dina wird entehrt. Was ist das für eine Familie?
Und schliesslich wird Joseph von seinen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft. Die zehn Söhne betrügen Jakob, ihren Vater. Sie bringen das blutbefleckte Kleid von Joseph und sagen: Schau mal das. Und Jakob schliesst: Ein wildes Tier hat Joseph gefressen. Ruben, der Älteste, begeht Inzest mit einer der Frauen Jakobs. Juda begeht Hurerei mit Tamar. Und so kommt diese Familie unter Gottes Zucht.
Es kommt zu einer schweren Hungersnot in Kanaan. Und in dieser schweren Zeit kommen auch die Brüder Josephs langsam zur Besinnung und schliesslich zur Busse. Durch Gottes Gnade gibt es ein Überleben. Joseph steigt auf zum zweiten Herrscher in Ägypten, und die auserwählte Familie Jakobs kann nach Ägypten übersiedeln, um dort zu überleben. Gottes Gnade in diesem Niedergang.
Aber dort in Ägypten vermehren sich die Nachkommen Jakobs. Sie werden zu einem Volk und verfallen schliesslich in Götzendienst. Sie beginnen, die Götter Ägyptens anzubeten. Das kann man nachlesen in Hesekiel 23,3 und Hesekiel 20,7-8. Und deshalb endet auch dieses Zeitalter mit Gottesgericht.
Gott lässt Israel in die Hand der Ägypter fallen. Sie werden grausam versklavt. Der Pharao befiehlt, dass alle Jungs getötet werden sollen, indem man sie in den Nil wirft, 2. Mose 1. Und so schliesst dieses Zeitalter. Und schauen wir: Am Anfang hat Abraham den Götzendienst verlassen, aber am Ende fallen Abrahams Nachkommen in den Götzendienst. Haben wir wieder das gleiche Schema gehabt? Am Anfang ein guter Anfang mit Segen, dann eine traurige Entwicklung und schliesslich das Ende mit Gottesgericht.
Nun, bevor wir zum vierten Heilszeitalter kommen, machen wir jetzt eine kurze Pause. Damit nicht alle hinausgehen und die Pause dann zu lange wird, bis alle wieder zurück sind, fülle ich sie musikalisch.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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