Serie•Teil 21 / 22Auf den Spuren der Stammväter Israels
Generierte Mitschrift
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Begrüßung und Einordnung in die laufende Reihe
Ich begrüsse Sie alle herzlich zu dieser Bibelklasse, nicht nur die, die hier in Neuhausen sind, sondern auch die, die uns jetzt über den Livestream direkt zugeschaltet sind.
Wir stehen in unserer Serie über die Stammväter, über die Patriarchen, in 1. Mose 26 und lesen im Zusammenhang mit dem Leben von Isaak nun ab Vers 12.
Darf ich bitten, Christian, zunächst einmal Verse 12 bis 17 zu lesen:
Und Isaak säte in diesem Land und gewann in jenem Jahr das Hundertfache; so segnete ihn der Herr. Und der Mann wurde reich und wurde immer reicher, bis er sehr reich war. Und er hatte Schafherden und Rinderherden und viel Gesinde. Da beneideten ihn die Philister. Und alle Brunnen, die die Knechte seines Vaters in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, die verstopften die Philister und füllten sie mit Erde. Und Abimelech sagte zu Isaak: Zieh weg von uns, denn du bist uns viel zu mächtig geworden. Da zog Isaak von dort weg und schlug sein Lager im Tal Gerar auf und blieb dort.
Der außergewöhnliche Ertrag und seine geistliche Deutung
sichtbaren Segen Gottes. Und das sehen wir hier in Vers zwölf mit dieser Bemerkung: Er sät und gewinnt das Hundertfache.
Damit man das richtig würdigen kann, stellt sich die Frage: Wie war das in der antiken Landwirtschaft? Welche Menge an ausgestreuten Körnern stand im Verhältnis zu dem, was man dann an Körnern ernten konnte? Welches Verhältnis war also das Übliche? Wir hatten schon letztes Mal davon gesprochen, aber zur Wiederholung: Eins zu sieben ist möglich, also sehr verbreitet. Eins zu vier, aber es konnte eben auch sein bis eins zu acht, und damit ist eins zu sieben drin, absolut. Eins zu fünfzehn war auch möglich, das war aber eine Superernte.
Und jetzt wird hier gesagt: das Hundertfache. Man muss sagen, das ist also völlig ungewöhnlich für die Landwirtschaft früher, aber es ist agronomisch effektiv denkbar. Auf besonders fruchtbarem Boden, idealerweise wenn er vorher brachgelegen ist, und es erfordert überdurchschnittlichen Niederschlag. Aber eben, es ist wirklich ganz, ganz ungewöhnlich. Und in Europa war nach 1750 das Verhältnis eben so eins zu fünf bis eins zu zehn. Dann ist es aber mit den modernisierten Mitteln der Landwirtschaft aufgedrückt worden: 1 zu 30 bis 1 zu 50. Also sogar im Vergleich zur modernen Landwirtschaft mit Insektenvertilgung und so weiter, was da alles möglich ist, um eben Verlust zu verhindern, ist das immer noch sensationell. Also 1 zu 100.
Was man noch unterscheiden muss: Es ist nicht ganz das Gleiche wie das, was wir lesen in Matthäus 13. In den Gleichnissen des Herrn über das Reich Gottes, das Reich der Himmel, da lesen wir in dem grundlegenden Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld das, was der Sämann auf die gute Erde sät, so beschrieben: Matthäus 13,8: Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht, das eine hundert-, das andere sechzig-, das andere dreißigfach.
Ja, also das wird hier in dem Gleichnis des Herrn als sehr normal hingestellt. Aber man muss beachten: Hier wird nicht gesagt, was der gesamte Ertrag ist auf einem ausgesäten Ackerfeld, sondern da geht es um die einzelnen Körner. Und das konnte dreißig-, sechzig-, hundertfältig sein. Das ist also so: Mit einem Korn unter geschützten Umständen bewirkt das vielleicht drei bis vier verschiedene Halme, nicht nur ein Halm, sondern aus einem Korn werden drei Halme mit je denkbar vierzig Körnern. Und so kann man also von einem Korn eben ohne weiteres auf 120 bis 160 kommen. Aber so ist die Realität eben nicht auf dem Land. Da wird so vieles von den Vögeln gefressen, und da sind Schädlinge und so weiter. Darum ist es für den gesamten Ertrag eben nicht so, dass man einfach dreissig-, sechzig-, hundertfältig kriegt.
Nun wird ihm bei Isaak gesagt: Und gewann in dem Jahr das Hundertfache. Es ist also nicht bezogen auf ein einzelnes Korn, das sehr wohl dreißig-, sechzig- bis hundertfältig sein kann, sondern in Bezug auf den Gesamtertrag. Und dort ist es völlig ungewöhnlich. Aber es wird ausdrücklich gesagt in Vers zwölf: Und der Herr segnete ihn.
Und weiter schreibt Mose in Vers dreizehn: Und der Mann wurde groß und wurde immer größer, bis er sehr groß war. Also ein so sichtbarer Segen Gottes auf ihm. Und nicht nur eben, was das Feld anbetrifft, sondern dann wird noch gesagt in Vers vierzehn: Das ist auch so mit seinen Herden. Er hatte Herden von Kleinvieh, also Schafe und Ziegen, Herden von Rindern und ganz vielen Angestellten, ein großes Gesinde. Also Segen in ganz umfassendem Sinn.
Und dann ist es leider eben nicht ungewöhnlich: Dann kommt das Problem. Ich höre es, glaube ich, aber lauter Neid. Ja, das Problem von Neid, und zwar hier von den Philistern. Wir waren letztes Mal da, wir haben das ein bisschen genauer angeschaut und gesehen, dass die Philister in der Bibel ein Bild von Namenschristen sind. Ich fasse nur ganz kurz zusammen. Man kann das nachhören von der letzten Aufnahme, wo wir mehr auf Details eingegangen sind, aber ganz kurz:
Die Israeliten als Volk Gottes sind ein Bild von der Gemeinde, dem himmlischen Volk Gottes. Die Israeliten sind ja aus Ägypten erlöst worden. Sie sind durch das Rote Meer, dann durch die Wüste und schliesslich durch den Jordan so ins Land der Verheißung eingegangen. Die Philister sind ursprünglich auch aus Ägypten gekommen, sagt 1. Mose 10, aber die sind nicht durch das Rote Meer und durch den Jordan, weil es ein Bild von dem Tod Christi ist. Ich meine, 1. Korinther 10 wird sogar der Durchzug durchs Rote Meer dort eine Taufe genannt. Sie wurde auf Mose getauft, und die Taufe bedeutet Verschiedenes, aber immer Trennung: ein altes Leben, ein neues Leben hat begonnen.
Und so ging sie durchs Rote Meer, und das war quasi ein Abbrechen von den Verbindungen zu dem alten Leben in Ägypten. Und es wird auch tatsächlich gesagt, nach dem Auszug, im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten, 2. Mose 12,13-14 usw., dass Gott sie so geführt hat, nicht den Weg der Philister, sondern eben hat sie herumgeführt durchs Rote Meer, damit sie bei Schwierigkeiten nicht denken: Ah, gehen wir zurück nach Ägypten. Also die Verbindungen zum alten Leben, davon spricht Ägypten, die waren gekappt.
Und der Durchzug durch den Jordan spricht nochmals von dem Tod Christi. Der Jordan geht ja hinunter ins Tote Meer, es ist darum ein ausdrückliches Bild von dem Tod, und die mussten auch durch das Jordanbett und dann ins verheißene Land. Ein Bild davon, dass die Gläubigen der Gemeinde mit Christus gestorben sind, mit Christus auferweckt, und darum heute gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus. Epheser 1,3.
Aber eben, die Philister, die gingen den Weg der Philister. Das war von Ägypten entlang des Mittelmeeres in das Gebiet des heutigen Gazastreifens und darum herum. Dort ist das Philisterland. Also kein Rotes Meer, kein Jordan. Und das ist typisch für Namenschristen. Es sieht quasi so aus, als seien sie aus der Welt ausgezogen und auch in den Segnungen Gottes drin, aber ohne die Erfahrung von Tod und Auferstehung, dass sie sagen könnten mit Paulus: Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Galater 2,20.
Ja, das macht klar: Die Philister sind ein Bild von Namenschristen. Ich gebe noch ganz kurz diesen Ausdruck, diesen wichtigen Ausdruck an, in 2. Mose 13,17: Und es geschah, als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte Gott sie nicht den Weg durchs Land der Philister, obwohl er nahe war; denn Gott sprach: damit es das Volk nicht bereue, wenn sie den Kampf sehen in der Wüste, und sie nicht nach Ägypten zurückkehren.
Da sehen wir diesen Weg durch das Land der Philister. Da ist eben dieser direkte Weg von Ägypten ganz einfach in das Gebiet des Gazastreifens und darum herum das Land der Philister. Ja, und jetzt sehen wir Namenschristen, und dann sehen sie diesen Isaak, einen echten Glaubenden, von Gott so reich gesegnet, und das gibt Eifersucht. Natürlich, Eifersucht gibt es auch unter echten Christen, da kann man dann Übertragung machen, auch da. Natürlich. Aber hier, wenn es um die direkte Bildersprache geht, zu erklären, dann ist es das Problem von Namenschristen.
Die Philister beneideten ihn. Und was machen sie? Wie drückt sich der Neid aus? Ja, die Brunnen werden verstopft. Liest nochmals Vers 15: Und alle Brunnen, die die Knechte seines Vaters in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, verstopften die Philister und füllten sie mit Erde.
Wasser, Wort Gottes und der Heilige Geist
Ja, die Frage ist: Dieses Wasser, dieses Brunnenwasser, wovon ist das in der Bibel ein Bild? Vom Heiligen Geist, ja, ganz speziell, wenn es Quellwasser ist, also bewegtes Wasser. Das sehen wir, wo? Ja, und jetzt wollen wir das natürlich noch kontrollieren, ob das stimmt, was du sagst. Welche Stelle sollen wir aufschlagen? Wer hilft?
Johannes 4? Noch besser, damit es noch ausdrücklicher ist als in Johannes 4. Ja, genau: Johannes 7, genau, weil dort steht es ja dann ausdrücklich, nicht wahr? Johannes 7, 37-39, bitte.
Am letzten, dem großen Tag des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
Ja, also, Jesus ist hier im Tempel in Jerusalem am Laubhüttenfest. Es geht hier um den siebten Tag des Festes, und da spricht er über Ströme lebendigen Wassers. In Jerusalem sprach man damals nicht Aramäisch, sondern Hebräisch, ja. An anderen Orten in Israel sprach man Aramäisch. Beide Sprachen waren lebendig, aber in Jerusalem Hebräisch. Und jetzt können wir das ganz einfach zurückübersetzen: lebendiges Wasser. Das ist auf Hebräisch mayim chayim, Wasser, lebendig. Und das ist der normale Ausdruck für frisches Quellwasser.
Im Althebräischen und auch heute im Modernhebräischen gilt: Wenn man von mayim chayim spricht, dann ist das nicht irgendwie etwas, im Deutschen könnte man denken, mystisch lebendiges Wasser. Nein, das ist gar nichts Mystisches. Das heißt einfach frisches Quellwasser. Auch heute spricht man so. Und dieses frische Quellwasser wird von Johannes erklärt, Vers 39: Dies aber sagte er von dem Geist, von dem Heiligen Geist.
Nun habe ich gesagt: Meine erste Frage war, was ist in der Bildersprache der Bibel die Bedeutung von Wasser? Nicht speziell lebendiges Wasser, sondern Wasser? Also schlagen wir auf Epheser 5, um zu sehen: Wasser, reinigendes Wasser, spricht ausdrücklich von dem Wort Gottes, das eben durch den Heiligen Geist inspiriert ist. Darum kann der Herr Jesus sagen, dass seine Worte Geist und Leben sind. Merken wir: Es gibt einen ganz engen Zusammenhang zwischen dem Thema des Heiligen Geistes und dem Wort Gottes.
Da geht es darum, dass Christus die Gemeinde geliebt hat, die Gemeinde gesehen als die Braut, die Frau Christi. Und lies du da Verse 25 und 26.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.
Danke, bis Vers 27. Das gehört nämlich alles zusammen, sehr gut. Und wir sehen hier übrigens sieben Tätigkeiten des Herrn Jesus für die Gemeinde, sieben Verben. Und unter diesen sieben Verben ist eben nicht nur lieben, hingeben, heiligen, sondern viertens reinigen, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser. Und dann fügt der Apostel Paulus gleich die Erklärung hinzu: durch das Wort.
Und es wird klar: Die Bibel ist also wie Wasser, das reinigt. Wenn wir die Bibel lesen, dann deckt sie uns eben Sünden in unserem Leben auf. Und wenn wir das bereuen und Gott bekennen im Gebet, auf der Grundlage von 1. Johannes 1,9, wenn wir unsere Sünden bekennen, ein Durativ, das heißt immer wieder bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Und so wirkt das Wort Gottes eben reinigend.
Und jetzt verstehen wir: Brunnenwasser spricht also ganz speziell von dem Wort Gottes. Und es gibt auch Brunnen in der Bibel, die sind gleichzeitig auch Quellen, zum Beispiel der Jakobsbrunnen in Johannes 4. Johannes 4 hast ja du, Max, vorhin gerade erwähnt. Dort wird auch von einer Quelle gesprochen. Also der Brunnen am Fuß des Berges Garizim, nahe von Askar heute, das ist das biblische Sichar, war eine Brunnenquelle. Und das spricht also von dem Wort Gottes und eben von dem Wirken des Heiligen Geistes. Das bildet eine Einheit.
Und sehr wichtig: Der Heilige Geist ist so mit dem Wort Gottes verbunden, dass es nie vorkommt, dass jemand sagen könnte: Also ich habe eine Leitung gehabt von dem Heiligen Geist. Es ist zwar nicht ganz so wie in 2. Korinther 6, aber es war doch eine Leitung von dem Heiligen Geist, und bei mir ist es jetzt so ein Ausnahmefall, dass ich eben doch einen ungläubigen Mann heiraten kann. Aber dort heißt es ganz klar: Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Es ist ein absolutes No-Go. Und der Heilige Geist wird nicht irgendetwas leiten und führen, das im Widerspruch ist zum Wort Gottes.
Das Wasser spricht von dem Wort Gottes und spricht von dem Heiligen Geist. Und das ist in sich eine absolute Harmonie und Übereinstimmung.
Ja, Andreas, ja, also Gott, wir haben jetzt gesprochen von Gott, dem Heiligen Geist, und natürlich wird dieses Bild vom Wasser und vom lebendigen Wasser ganz grundsätzlich eben von dem Dreieinen Gott verwendet. Und darum, du hast hier gerade erwähnt, angespielt auf Jeremia 17, nicht wahr? Ja, dort auch, und dann eben Jeremia 17 auch das Verlassen von dieser Quelle des Lebens, genau. Also wird auch benutzt, eben überhaupt für Gott als die Quelle des Lebens und der Erfrischung und in Sonderheit dann eben von dem Wirken des Heiligen Geistes, der die Seele des Gläubigen erfrischt, indem er Christus verherrlicht, Johannes 16,8.
Verstopfte Brunnen als Bild für geistliche Verarmung
Ja, also gehen wir zurück mit diesen Erklärungen der Bildersprache. Wir brauchen nicht Phantasie, um das auszulegen und anzuwenden, sondern wir benutzen bewusst die begründete Symbolik der Bibel. Und nun sehen wir: Diese Philister haben alle Brunnen von Abraham, Isaaks Vater, verstopft und mit Erde gefüllt, 1. Mose 26,15. Und das ist eine sehr, sehr traurige Geschichte der Christenheit, ganz besonders seit der Zeit der Aufklärung.
Die Aufklärung war ja ein Aufbruch in Europa, besonders in Frankreich, England und in Deutschland, wo viele Gelehrte sich vom Christentum abgewandt haben. Sie haben gesagt: Die Bibel ist voller Fehler, und es gilt nur das, was der Verstand begreifen kann. Und dann kam es sehr schnell so, dass das auch in die Theologie hineinging. So entstand um die Zeit von 1800 die liberale moderne Theologie.
Das Normale ist heute an Hochschulen, wenn jemand Pfarrer werden will, bei einer reformierten oder evangelischen Kirche, dass er lernt: Die Bibel ist nicht Gottes Wort. Es ist ein menschliches Buch voller Fehler. Menschen haben über ihre Gotteserfahrungen durch die Jahrtausende berichtet, aber das ist nicht absolute Wahrheit. Und das wird dann auch im Religionsunterricht den Schülern so beigebracht. Und die denken dann: Ja, die müssen ja wissen, die haben ja Theologie studiert. Aber was machen die? Die machen genau das. Die Brunnen werden verstopft und mit Erde gefüllt.
Und nun sehen wir in Vers 16: Abimelech, der König der Philister, sagt zu Isaak: Zieh weg von uns, denn du bist viel mächtiger geworden als wir. Ja, das ist auch eine Erfahrung. Man merkt: Diese liberale Theologie, die hat Konsequenzen gehabt. Viele Menschen merken, dass das, was da gepredigt wird, überhaupt keine Substanz hat. Und es gibt ja gar keine Antworten auf meine tiefsten Fragen. Und sie merken ja auch: Dasselbe könnte ich auch irgendwo in einem philosophischen oder psychologischen populären Buch lesen.
Es gibt ja gerade im Englischen so Bücher wie „How to make friends“ oder „How to make money“. Das sind so praktische, philosophische, psychologische Ratschläge, wie man das Leben ein bisschen besser führen kann. Aber da muss man gar nicht unbedingt in die Kirche gehen, das kann man auch dort bekommen. Und so werden die Brunnen verstopft, und die Kirchen haben sich so geleert.
Und dann sehen sie: Oh, aber da gibt es so Freikirchen, da kommen so viele Leute. Und wohl, wenn es nicht einfach wegen Rockmusik ist, sondern wirklich, weil dort eine Verkündigung des Wortes Gottes ist, wo man merkt: Das ist Substanz. Und das hat natürlich Auswirkungen, das bewirkt auch Neid. Dort kommen die Leute, und dabei sind das Fundamentalisten, die meinen, die Bibel sei Gottes Wort, und so weiter.
Ja, und wir sehen diese Feindschaft. Abimelech sagt: Zieh weg von uns, du bist viel mächtiger geworden als wir. Da geht Isaak ein bisschen weiter bis ins Tal Gerar, aber die Probleme hören nicht auf. Liest nochmals Vers 18: Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach Abrahams Tod verstopft hatten, und er gab ihnen dieselben Namen wie die Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte.
Die Wiederentdeckung des Erbes und die ersten Konflikte
Sehen wir, das ist etwas ganz, ganz Grandioses. Isaak geht zurück zu dem, was Abraham an Segen in seinem Leben hatte. Abraham hatte nicht einfach so Wasser, sondern er musste wirklich arbeiten und graben. Und so kam er an dieses wertvolle Wasser.
Nun ist es aber verstopft, und jetzt sehen wir die nächste Generation. Sie gräbt das wieder auf, was ihr Vater hatte. Es ist etwas sehr, sehr Wichtiges, dass auch in den Gemeinden eine nächste Generation die Arbeit tun muss. Nicht nur einfach übernehmen, so wie man es von der vorigen Generation gehört hat, sondern es braucht auch eigenes Arbeiten.
Hier, wo es verstopft worden ist, wird es aufgegraben. So kommt man wieder selbst an dasselbe Ergebnis wie sein Vater. Und sehen wir: Er gibt diesem Brunnen denselben Namen wie sein Vater. Das heißt, er macht sich bewusst: All diese Schätze, ich spreche jetzt übertragen vom Glauben, die mein Vater sich erarbeitet hatte, sehe ich. Genau das, was mein Vater so wertvoll war, ist jetzt auch für mich wertvoll.
Aber jetzt kommt noch eine Wende hinein, gerade was die Namen anbetrifft. Jetzt lesen wir nämlich von einem ersten Beispiel von diesem Brunnen. Ja bitte, Vers 19:
Und die Knechte Isaaks gruben im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser, mit Quellwasser.
Danke, da haben wir es: ein Brunnen lebendigen Wassers. Das war also auch gleichzeitig eine Quelle. Aber gleich gibt es Probleme.
Vers 20:
Da stritten sich die Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks und sagten: Uns gehört das Wasser. Da gab er dem Brunnen den Namen Esek, Zank, weil sie mit ihm gezankt hatten.
Ja, also der Brunnen hatte einen anderen Namen. Aber jetzt hat Isaak erlebt: Seit der Brunnen da wieder brauchbar ist, gibt es da richtig Zank und Streit. Und da gibt er ihm diesen Namen Esek. Aber wichtig: Nicht er hat gezankt, sondern sie haben mit ihm gezankt.
Es ist ein ganz wichtiger Grundsatz, dass wir nicht streiten über Gottes Wort. Zweiter Timotheus. Könntest du, Christian, uns lesen? 2. Timotheus 2,23-24.
Denn du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen. Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle mild sein, lehrfähig und duldsam, und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit.
Ja, das reicht bisher.
Also wird ganz deutlich gesagt: Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten. Aber man wird sehr leicht mit Streitfragen konfrontiert. Darum sagt Paulus in Vers 23, die törichten und ungereimten Streitfragen, das sind also so ganz dumme Streitigkeiten über Gottes Wort, die soll er gerade abweisen.
Und es wird erklärt: Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, aber auch nicht einfach davonlaufen. Er soll mild sein, lehrfähig, das heißt, in der Lage, nicht nur zu sagen: Doch, das haben wir immer so geglaubt, und das ist die Tradition unserer Gemeinde. Nein, das reicht nicht. Wir haben es immer so gemacht, sondern man muss erklären, warum. Das heißt eben lehrfähig: Man muss es mit der Bibel begründen können. Duldsam, also dass man auch Widerstand erträgt. Und dann aber eben zurechtweisen, denn in Sanftmut die Widersacher zurechtweist, ob Gott ihnen eben da doch noch Einsicht geben könnte.
Nicht wahr, wir lesen in Apostelgeschichte 6 von Stephanus. Der hat gestritten mit den Hellenisten, das waren Juden aus dem Ausland in Jerusalem. Aber nicht er hat gestritten, sondern die sind eben mit Diskussionen gekommen. Und dann heißt das nicht einfach, dass man davonläuft, aber ruhig und eben auch begründend muss man erklären.
In Apostelgeschichte 9 lesen wir von Saulus nach seiner Bekehrung, als er schließlich nach Jerusalem kam. Da stritten auch Leute mit ihm in Jerusalem. Nicht er hat gestritten, aber eben, diese Streitigkeiten gibt es. Und das hat hier Isaak so erlebt: Die Hirten von Gerar stritten mit den Hirten Isaaks, und so gibt er diesem Brunnen den Namen Esek.
Und wer das schon erlebt hat, solche Streitigkeiten, der könnte in seine Bibel reinschreiben: Da hat es Esek gegeben, und da, und da, und da. Und zu dieser Frage sollte dieser Name gegeben werden, der eben nicht nur zeugt von dem, was das für sein Vater bedeutet hatte. Das sind die Namen, die Abraham gegeben hat, sondern die zeugen, was er damit erlebt hat, indem er diesen Brunnen wieder neu entdeckt und zugänglich gemacht hatte.
Gut, gehen wir weiter, Vers 21:
Dann gruben sie einen anderen Brunnen, aber auch um den stritten sie sich. Da gab er ihm den Namen Sitna, das heißt Anfeindung.
Also man muss erklären, was der Unterschied ist zwischen Esek und Sitna. Sitna bedeutet eben Anfeindung, Opposition, Anklage. Esek ist einfach Zank, Streit. Aber Sitna drückt aus: Sie haben wirklich so Widerstand geleistet, Opposition gezeigt und sind eben feindlich geworden.
Ja, und dann sehen wir: Er liebt den Streit nicht. Darum lesen wir in Vers 22, er bricht auf:
Und er brach von dort auf und grub noch einen anderen Brunnen, und um den stritten sie sich nicht. Da gab er ihm den Namen Rechobot und sagte: Denn jetzt hat der Herr uns weiten Raum geschafft, und wir werden fruchtbar sein im Land.
Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba.
Weite, Freude und der Segen des Wortes
Ja, es geht also weiter, und da wird nochmals ein Brunnen entdeckt, und das war ein ganz neuer Brunnen. Und das zeigt eben, wie wichtig es ist, dass wir das übernehmen, was schon die vorige Generation erarbeitet hat. Aber es ist auch wichtig, dass wir uns das nochmals ganz neu aneignen.
Und dann ist es wichtig, dass wir das Wort weiter studieren. Der Herr zeigt uns ganz neue Dinge auf, ganz neue Entdeckungen. Und da erlebt jetzt Isaak, dass der Herr ihm Raum geschaffen hat. Rechowot heißt eben Raum oder Platz. Und so kann er das Wort Gottes richtig genießen.
Man könnte sagen, ganz im Sinn von Psalm 23,2. Dort wird der gute Hirte beschrieben, und in Vers 2 heißt es von ihm: Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. Ja, stilles Wasser, das ist wirklich da, wo es keinen Widerstand gibt, keinen Streit. Da kann man einfach das Wort Gottes genießen.
Und das erleben wir: Es gibt viele biblische Themen, da gibt es Anfeindung, Diskussion und Widerstand. Und da gibt es Dinge, da erlebt man einfach Freude und hat niemanden, der uns das irgendwie verderben will. Und so sehen wir einen dritten Brunnen im Leben von Isaak, der sehr wichtig war. Da konnte er es einfach genießen.
Und ganz im Sinn von Jeremia 15,16 haben wir dort ein anderes Bild für das Wort Gottes, nämlich Essen, gesunde Nahrung. Aber es ist das gleiche Prinzip wie mit dem gesunden Wasser. Jeremia 15,16, bitte: Fanden sich Worte von dir, dann habe ich sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heerscharen.
Ja, die reine Freude am Wort Gottes. Deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens. Das entspricht der Erfahrung von Rechowot.
Wir gehen weiter, liest du Verse 23-25: Dann zog er von dort hinauf nach Beerscheba, und der Herr erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham, fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deine Nachkommen vermehren um meines Knechtes Abraham willen. Und er baute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an und schlug dort sein Zelt auf, und die Knechte Isaaks gruben dort einen Brunnen.
Bestätigung des Bundes und die Bedeutung von Beerscheba
Ja, das ist jetzt wieder ein Brunnen von seinem Vater Abraham. Der hat ja einen Brunnen in Beerscheva gegraben. Beerscheva heißt auf Deutsch? Be'er heißt Brunnen, und Sheva eben Sieben. Oder es ist eben verwandt mit dem Wort für Schwur. Shiva ist Schwur, und darum kann Be'er Sheva bedeuten: Brunnen der Sieben oder Brunnen des Schwures, weil dort Abraham eben einen Schwur abgelegt hatte.
Und jetzt kommt er also da nach Beerscheva, und wir sehen in Vers 25: Er baut dort einen Altar. Isaak baut einen Altar, und die Knechte Isaaks graben dort einen Brunnen. Wir werden gleich sehen: Das ist der Brunnen von seinem Vater Abraham, den sie da auch wieder aufgraben.
Und sehr schön: Da erscheint ihm der Herr und gibt ihm die messianische Verheißung. Hier wird der Bund mit Abraham gegenüber Isaak nochmals bestätigt. Liest du nochmals, was er sagt da im Traum? „Ich bin der Gott deines Vaters Abraham; fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deinen Nachkommen vermehren um meines Knechtes Abraham willen.“
Ja, also das ist genau die Segensverheißung, die Gott Abraham gegeben hat. Gott hat ja mit Abraham einen Bund geschlossen in Sichem, 1. Mose 12,6. Und dieser Bund wurde dann nach und nach bestätigt. Und zwar kann man sich das vielleicht merken: Dieser Bund wird ja in Galater 3 erwähnt, und es wird dort gesagt: Einen von Gott bestätigten Bund kann das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig machen.
Also dort in Galater 3: Dieser von Gott bestätigte Bund, das ist der Bund mit Abraham, dass von ihm das Volk Israel abstammen würde, dass dieses Volk sich sehr mehren wird und dass aus diesem Volk dann der Messias kommen würde. Das war bedingungslos verheißend, dass es sich so erfüllen würde. Aber später hat Gott eben Israel ein Gesetz gegeben, am Sinai, und einen Bund geschlossen. Und dieser Bund war an Bedingungen geknüpft. Wenn Israel sich nicht treu an das Wort Gottes hält, dann werden sie das Land verlieren.
Und eben der Bund mit Abraham, der war aber nicht an die Bedingungen geknüpft: Falls er und seine Nachkommen treu sind, werden sie das Land Kanaan bekommen und besitzen in Ewigkeit, und sonst werden sie es verlieren. Nein, das war bedingungslos zugesagt. Aber im Gesetz von Sinai war es an eine Bedingung geknüpft. Und Gott sagt: Wenn ihr untreu seid, werde ich euch aus dem Land herausnehmen und unter alle Nationen zerstreuen.
Und das hat sich hier erfüllt. Nach der Kreuzigung des Messias, nach der Verwerfung des Messias, da wurde das jüdische Volk ab dem Jahr 70 nach Christus weltweit zerstreut, genauso wie das in 5. Mose 28,64 steht, im Zusammenhang mit dem Bund von Sinai.
Aber heute sehen wir: Das jüdische Volk ist eingekehrt, Millionen aus aller Welt. Warum? Weil der Abrahamsbund immer noch gültig ist. Und Gott hat in diesem Bund Abraham und seiner Nachkommenschaft das Land Kanaan, also das Land Israel, zugesagt in Ewigkeit. Darum kommen sie heute zurück aufgrund des Abrahamsbundes.
Nun, dieser Bund an Abraham wird genannt: ein von Gott bestätigter Bund. Wie gesagt, in 1. Mose 12 wird dieser Bund geschlossen, und dann bestätigt Gott achtmal diesen Bund. Und zwar kann man sich das vielleicht notieren, wenigstens das Kapitel: In 1. Mose 13, 14–18 bestätigt Gott Abraham gegenüber zum ersten Mal diesen Bund, dann in Kapitel 15 das ganze Kapitel, dann in Kapitel 17 und in Kapitel 22.
Und jetzt haben wir gesehen, letztes Mal gegenüber Isaak wird das bestätigt in 26,2. Und der Herr erschien ihm und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten, bleibe in dem Land, das ich dir sage. Halte dich als Fremder auf in diesem Land, und ich werde mit dir sein und dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen werde ich alle diese Länder geben, und ich werde den Schwur aufrechterhalten, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Und ich werde deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne des Himmels, und deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Und mit deinen Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde, dafür, dass Abraham meiner Stimme gehorcht und meine Vorschriften gehalten hat, meine Gebote, meine Ordnungen und meine Gesetze.
Die erste Bestätigung gegenüber Abrahams Sohn Isaak also. Gott hat vorher Abraham gegenüber viermal bestätigt, jetzt kommt hier die Bestätigung gegenüber Isaak. Und wir haben das letztes Mal auch angeschaut. Man mag sich erinnern: Wir haben uns auch die Frage gestellt, ob der Gazastreifen mit zu diesem verheißenen Land gehört. Und wir haben letztes Mal, man kann es nachhören, den klaren Schriftbeweis erbracht, zum Beispiel aus Josua, dass eben das Gebiet von Gaza auch zu dem verheißenen Land gehört.
Und die UNO bestreitet zum Beispiel das sogenannte Westjordanland. Das ist eigentlich in der Bibel Judäa, Samaria. Auch das gehört dazu. Und darum ist interessant hier dieser Ausdruck: „Und deinen Nachkommen alle diese Länder.“ Das sind also all diese verschiedenen Landschaften, die zu dem Land Kanaan gehören. Und da gehört natürlich Judäa dazu, Samaria, und da gehört eben auch Gaza dazu.
Und jetzt finden wir die zweite Bestätigung hier in Beerscheva, Vers 24. Und dann später werden wir sehen, wenn wir zu Jakob kommen, dort bestätigt Gott auch zweimal, nämlich in Kapitel 28, ab Vers 13 und folgende, und dann nochmals in Kapitel 35,9 und folgende. So wird also der Abrahamsbund achtmal bestätigt.
Die Zahl neun, der Bund unter acht Bestätigungen, gibt neun. Neun ist in der Bibel die Zahl der, ja, die Frucht des Geistes ist Liebe, wie? Liebe, Freude und so weiter. Wie viele Teile macht es aus? Neun. Die Zahl der Fruchtfülle. Und eine Mutter trägt ihr Kind, die Frucht ihres Leibes, normalerweise neun Monate unter dem Herzen. Und so haben eben alle Zahlen auch symbolische Bedeutungen. Also neun Zusagen an Abraham, Isaak und Jakob, das ist die ganze Fruchtfülle dieser Zusagen, die Gott eben ausdrücklich gegeben hat und sich daran halten wird.
Nochmals 26,3 am Schluss: Ich werde den Eid aufrechterhalten, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, und ich werde deinen Nachkommen mehren wie die Sterne des Himmels und deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Gott nimmt das nicht zurück.
Das ist sehr wichtig, weil wir in einer Zeit leben, in der die sogenannte Bundestheologie auch unter wirklichen Christen ständig an Bedeutung zunimmt. Und Bundestheologie ist eigentlich die Leugnung von diesen Bundesverheißungen an Abraham, Isaak und Jakob. Denn die sagen: Israel hat als Volk versagt, die haben all diese Zusagen verloren, als Nation. Die Gemeinde hat das geerbt. Und natürlich Juden, die sich bekehren, gehören zur Gemeinde, insofern haben sie dann, aber es gibt keine ausdrücklichen Landverheißungen.
Und das ist wirklich tragisch. Das leugnet Gottes Zusagen und stellt die Wahrhaftigkeit Gottes Zusagen eben in Frage. Darum also sehr wichtig, jetzt hier in Beerscheva nochmals diese Bestätigung. Und da graben die Knechte Isaaks einen Brunnen im Zusammenhang mit dieser Bundesbestätigung.
Und so sehen wir also: Diese Bundestheologen, die verstopfen unseren Brunnen in Beerscheva und auch die anderen Brunnen, indem sie eben diese Zusagen Gottes in Frage stellen und aufheben. Aber die Knechte Isaaks bringen das Wasser wieder hervor.
Der erneute Brunnen und die friedliche Einigung mit den Philistern
Und nun gehen wir gleich weiter, Vers 26. Und Abimelech kam zu ihm aus Gerar mit seinem Freund Ahusad und seinem Heerobersten Pichol. Da sagte Isaak zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir, da ihr mich doch hasst und mich von euch weggeschickt habt?
Sie aber sagten: Wir haben deutlich gesehen, dass der Herr mit dir ist, und wir haben uns gesagt: Es soll ein Schwur zwischen uns sein, zwischen uns und dir. Wir wollen einen Bund mit dir schließen, dass du uns nichts Böses antust, so wie wir dich nicht angetastet haben und wie wir dir nur Gutes erwiesen und dich in Frieden ziehen lassen haben. Du bist nun einmal ein Gesegneter des Herrn.
Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Und sie standen früh am Morgen auf und schworen einer dem anderen. Dann entließ Isaak sie, und sie gingen in Frieden von ihm fort.
Und es geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sagten ihm: Wir haben Wasser gefunden. Da nannte er ihn Shebea. Daher lautet der Name der Stadt Beerscheba bis auf diesen Tag.
Ja, also jetzt sehen wir: Jetzt kommt hier so ein Zwischenabschnitt. Isaak ist von den Philistern weggegangen. Er hat erlebt, wie schön es ist, sich an dem Wort Gottes, dem Brunnen von Rechowot, zu erfreuen, ohne dass irgendwelcher Widerstand da ist. Und jetzt kommen sie wieder. Aber es ist ein bisschen anders. Sie haben so viel Respekt vor ihm, dass sie Angst haben, es könnte für sie gefährlich sein. Darum wollten sie mit ihm ein Abkommen, dass er ihnen nichts Böses tut.
Und dann sagen sie: So wie wir dir nur Gutes getan haben. Haben die nicht mitbekommen, was da alles geschehen ist? Aber sie müssen anerkennen, Vers 29 am Schluss: Du bist nun einmal ein Gesegneter des Herrn. Das ist grandios.
Wir kommen nach der Pause darauf zurück, aber es geht mir jetzt nur darum zu zeigen, dass wir von Vers 25 eine Brücke ziehen müssen, eben zu Vers 32: Und es geschah am selben Tag, da kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten. Ich habe gesagt, die haben in Vers 25 begonnen zu graben, und dann kommt eben diese Zwischengeschichte.
Der König kommt mit seinem hohen Minister und Ahusad, seinem Freund, das heißt einer Vertrauensperson in der Regierung, und dem General der Philisterarmee. Es geht um ein Abkommen, um diese Sicherheit. Und am gleichen Tag kommen die Knechte und sagen: Isaak, wir haben einen Brunnen gegraben. Das ist derselbe Brunnen, den sie in Vers 25 begonnen haben zu graben, und jetzt haben sie das Wasser dann auch erreicht und konnten bezeugen: Wir haben Wasser gefunden.
Darum kommt dieser Name Shebea. Das ist hebräisch ausgesprochen Shiva. Ich habe gesagt, das bedeutet Schwur, eben wie Be'er Sheva, Brunnen des Schwurs. Also mit einem ähnlichen Namen benennt jetzt auch Isaak diesen Brunnen von Vater Abraham da an diesem Ort, wo er schon mit den Philistern ein Abkommen gemacht hatte, weil die auch von seinem Zeugnis so beeindruckt waren. Und jetzt, mit der neuen Generation, möchten sie eben auch dieses Abkommen. Auch da geben sie ihm Zeugnis: Du bist nun einmal ein Gesegneter des Herrn.
Aber da wollen wir nach der Pause weiterfahren.
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