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Gottes Reich zuerst!

09.03.2013Matthäus 6,24-34

Dank und Übergabe des Tages an Gott

Lieber Vater, wir danken dir für den ganzen Tag, der jetzt vor uns liegt, und befehlen ihn dir an. Du weißt, wie jeder Einzelne heute Morgen hier sitzt und wie manchmal auch die Haltung ist: mal sehen, was die da vorne bieten. Aber es ist eine Chance, dir zu begegnen.

Du hast dich auf diesen Tag gefreut und willst in diesen Tag hinein investieren. Du kennst jeden, der heute hier ist. Du kennst jeden in seiner Lebenssituation, in dem, was ihn bewegt. Aber du, der Schöpfer allen Lebens, weißt, was jeder braucht. So kannst du ganz persönlich heute an diesem Tag ins Leben reden – in den Hauptvorträgen, in den Seminaren, in den Gesprächen.

Danke für diese wunderbare Chance, neu dir zu begegnen, und danke, dass du gegenwärtig bist – in deinem Wort, in deinem Geist. Nun nimm alles in deine Hand, Herr Jesus. Es ist dein Tag, du bist der Herr, und wir wollen hören. Gepriesen seist du. Amen.

Es war vorhin so schön, wie man ganz viele grüßen und treffen kann. Aber mir fehlt heute einer: das ist der Doktor Meyergerber. Es ist so schön, dass wir uns auch daran erinnern. Wir sind unterwegs, die Staffel wird weitergereicht, und das große Ziel – ich glaube, das letzte Wort, das er mir gesagt hat: Das Schönste kommt noch. Das Schönste kommt noch.

Die Bedeutung der Laahöhe und geistliche Orientierung

Und das ist wunderbar, was die Lachhöhe für mich bedeutet. Darf ich euch sagen, was ihr hier gewirkt habt?

Ich war ganz jung, irgendwann in den Zwanzigerjahren. Damals orientiert man sich im Reich Gottes ein bisschen. Ich habe die Säulen des schwäbischen Pietismus gefragt, den Walter Lach und Fritz Grünschweig: Wo ist denn die Lachhöhe einzuordnen? Da sagte er: Ausgezeichnet! Ich sehe den Walter Lach noch, da muss hin, super!

So ist es durch all die Jahre gewesen. Was das bedeutet: der Dienst, den ihr tut, und den auch die Brüder, die alle da sind, und die Schwestern, die hier Verantwortung tragen, uns schenken. Uns, die wir in der Zerstreuung leben, draußen.

Die Bergpredigt als Auftrag an die Jünger

Es gibt einige Stellen, an denen Jesus ausdrücklich zu Männern spricht. Dazu gehört auch die Bergpredigt. Jesus hat diese Worte seinen Jüngern gesagt – den Leuten, die zu ihm gehören wollen. Das ist sehr wichtig, denn Menschen, die von Jesus nichts halten, können mit der Bergpredigt nichts anfangen oder legen sie falsch aus.

Ich möchte aus Matthäus 6 vorlesen, von Vers 24 bis 33 oder 34. Wer eine Bibel dabei hat, kann gerne nachlesen:

Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Das Geld hat eine Götzenmacht über uns.

Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken werdet, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung, und der Leib mehr als die Kleidung?

Schaut die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen. Und doch ernährt sie euer himmlischer Vater.

Seid ihr denn nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um eine Spanne verlängern?

Warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Herrlichkeit nicht so gekleidet wie eine von ihnen.

Wenn nun das Gras auf dem Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, von Gott so geschmückt wird, sollte er euch, ihr Kleingläubigen, nicht viel mehr versorgen?

Darum sollt ihr euch nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden.

Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles hinzugefügt werden.

Darum sorgt euch nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Die Herausforderung des Vertrauens in Gottes Fürsorge

Es ist immer gut, beim Bibellesen innerlich aufzubegehren und zu denken: „Das ist ja ein Schlag ins Gesicht! Wie kann jemand so reden?“ Und doch kann Jesus das – und er tut es auch.

Wenn ich an euch denke, dann steht ihr doch mit beiden Füßen fest in der Welt. Und wenn jemand sagt: „Sorge dich nicht“, heißt das dann etwa, ich soll Hartz IV beantragen? Ich muss doch für mein Leben sorgen! Ich muss darauf achten, dass das Geschäft nicht den Bach runtergeht. Ich muss für meine Familie sorgen. Ich mache mir nachts Sorgen und kann deshalb nicht schlafen – um meine Kinder und Enkel, die vielleicht auf einen bösen Weg geraten.

Wir haben so viele Sorgen. Ich sorge mich um den Zerfall des Euros, ich sorge mich um die Politik. Man weiß gar nicht, wo überall etwas schiefläuft. In unserer Welt ist so viel los, da scheint der Teufel los zu sein. Da muss man sich doch wirklich sorgen! Wie kann Jesus so etwas sagen?

Wir sollten nicht behaupten, wir stünden nicht an Abgründen, an denen wir ständig das Gefühl haben, abzustürzen und in unheimliche Tiefen zu fallen. Dann flattert das Herz, und wir haben Angst. Wir wachen nachts auf. Beruflich wird von jedem von euch viel zu viel verlangt.

Wir haben Angst, sogar vor seelischen Abstürzen. Keiner von uns kann sagen: „Mich holt die Depression nie.“ Wir wissen oft nicht, ob wir die Anforderungen überhaupt durchstehen können – Anforderungen, die ja jedes Jahr immer größer werden. Für den Chef ist es einfach zu sagen: „Wir erhöhen die Produktion jedes Jahr um fünf Prozent und bauen den Mitarbeiterstab ab.“ Das sind Kosten für uns.

Und wie ist das mit der Gesundheit? Wie soll das weitergehen? Wir müssen doch wissen, wie furchtbar das ist und wie es weitergehen soll. Werde ich überhaupt wieder ganz gesund? Es gibt doch keinen von uns, der wirklich ganz gesund ist. Schon die Jüngsten, sogar Babys, kämpfen mit Krankheiten.

Deshalb sind das alles Dinge, um die wir uns sorgen. Und genau das verbindet uns mit den Leuten aus dem Bibelkurs, die das Buch von Herrn Gey gelesen haben.

Die biblische Perspektive auf Lebensschwierigkeiten

Da ist nämlich genau dasselbe schon im Alten Testament zu finden, in Haggai, im ersten Kapitel. Dort heißt es: „Ihr sät viel und bringt wenig ein. Ihr esst und werdet doch nicht satt, ihr trinkt und bleibt doch durstig, ihr kleidet euch und könnt euch doch nicht erwärmen, und wer Geld verdient, der legt es in einen löchrigen Beutel.“ Das war schon damals so.

Im Vers 9 wird weiter gesagt: „Ihr erwartet wohl viel, aber siehe, es wird wenig, und wenn ihr es schon heimbringt, so blase ich es weg.“ Es ist wirklich furchtbar, dass viele Schwierigkeiten unseres Lebens nicht bloß Schicksal sind, Zufall oder eine Pechsträhne, die man eben erwischen kann – mal mehr beim einen, mal weniger beim anderen. Sondern dass der lebendige Gott uns Schwierigkeiten bereitet.

Darüber wird kaum gepredigt, aber es ist ein biblisches Thema, das ständig in der Bibel vorkommt. Es hat in meinem Leben schon eine ganz große Rolle gespielt. Im Jesaja 63 steht das Wort, dass Gott unser Feind werden kann, dass er gegen uns kämpft und den Segen aus unserem Leben nimmt – bis wir es erkennen.

Das sind ganz ernste Dinge, die wir hier ansprechen. Ich behaupte, die großen Fragen unseres Lebens sind gar nicht die Glaubensfragen, sondern die Schwierigkeiten des Lebens: Wie können wir sie überhaupt meistern? Wie schaffen wir das? Wir suchen verzweifelt nach Ratgebern, die uns dabei helfen und uns etwas sagen können.

Der Gedanke, dass Gott uns gar nicht mehr segnen kann, ist unheimlich. Wissen Sie, dass Gott uns zerbrechen kann? Wir haben eine ganz merkwürdige Art, uns unseren Glauben zurechtzulegen, wenn wir von der Bibel weggehen. Aber in der Bibel lesen wir: „Der Herr zerbricht mich um und um, er legt mir Quadersteine in den Weg.“

Umso wichtiger ist es, dass wir fragen: Wie gehen wir damit um? Wie schaffen wir das überhaupt, wenn all das so ist?

Gottes Heimsuchung als Liebesakt und Rückkehr zum Ursprung

Gerade beim Haggai ist das so schön zu sehen. Die Teilnehmer im Bibelkurs haben erkannt, was eine Heimsuchung Gottes bedeutet: ein Liebesakt Gottes. Er sagt: „Du hast doch die lebendige Quelle verlassen, du hast dir löchrige Brunnen gesucht. Wann kehrst du endlich wieder dorthin zurück?“ Dort, wo wir einmal miteinander angefangen haben, wo Gott dich gesegnet hat und dich gerufen hat.

Gott will deshalb nichts zerschlagen oder zerbrechen. Er möchte auch nicht, dass du in den Schwierigkeiten deines Lebens zerbrichst. Darum wollen wir heute noch einmal vertiefen, wie das mit unseren vielfältigen Schwierigkeiten ist.

Ich wünsche mir, dass du vielleicht den Mut hast, einfach jemanden anzusprechen. Sage zum Beispiel: „Ich habe fünf Minuten Zeit, ich muss mal eine Sache bei dir loswerden. Sie bedrückt mich seit Jahren, und ich sehe da nicht weiter.“ Ihr wisst doch, dass Coaching heute so verbreitet ist. Es ist eine große Hilfe, dass wir Ratgeber haben, denn die meisten Menschen haben keinen Ratgeber mehr.

Es ist ja toll, wenn man im Internet auf Wikipedia nachschaut. Dort wird ein Professor David Myers zitiert, ein Psychologe aus Amerika. Er sagt: „Eigentlich kann jeder mit gesundem Menschenverstand ein volles Coaching seinem Freund geben.“ Das kann wirklich jeder. Damit will er Coaching nicht schlechtmachen, und niemand soll denken, ich wolle es herabsetzen.

David Myers sagt nur, das Problem ist, dass die meisten so viel Geld dafür bezahlt haben. Darum wollen sie nicht hören, dass sie das Gleiche auch bei jedem hätten mitkriegen können. Aber wir Christen sollten das merken: Wir dürfen einander raten und noch viel mehr. Wir dürfen dem anderen helfen, dass er wieder die gnädige Hand Gottes in seinem Leben spürt.

Ob es Schuld war, eine Sünde, die nicht vergeben ist, ob es Ungehorsam war oder Unglauben und Zweifel, die das blockieren – ganz egal, was es ist. David Myers hat mir Mut gemacht. Und ich bin so traurig, dass ich in den vierzig Jahren, in denen ich im Gemeindedienst war, und jetzt schon seit dreizehn Jahren weiter, so etwas kaum erlebt habe.

Es gibt ja keinen Ruhestand im Reich Gottes. Bei der Rentenversicherung gibt es Ruhestand, aber bei Gott gibt es ihn nicht. Ein Christ ist immer im Dienst, solange er lebt. Bis zur letzten Minute seines Lebens sind wir im Dienst für unseren Herrn.

Die Bedeutung von Seelsorge und Gemeinschaft

Aber das ist jetzt so wichtig: Mich habt ihr immer so heruntergelitten, dass wir kaum noch Seelsorge üben und in den Gemeinden keine Hausbesuche mehr gemacht werden.

In den Hausbesuchen geschieht der wichtigste Gemeindedienst überhaupt. Was an den Krankenbetten geredet wird, ist von großer Bedeutung. Wenn man in die Häuser kommt – ich war doch in der Stuttgarter Innenstadt, in der City, in den Hochhäusern, wo keiner weiß, wer neben ihm wohnt – da haben die Menschen ihr Herz ausgeschüttet und waren offen.

Ich habe in all den Jahrzehnten jedes Mal, wenn ein Gespräch wach war, gefragt: Darf ich noch mit Ihnen beten? Viele waren gar nicht mehr in der Kirche, sie hatten tränende Augen.

Bei uns ist es doch genauso: Wir warten doch auf jemanden, der uns wieder zurückbringt zum lebendigen Gott und in den Frieden Gottes zurückführen kann. Wir sehnen uns danach.

Darum möchte ich euch Mut machen: Die Älteren sollen doch auf die jungen Leute zugehen und sagen: Wenn du Probleme hast, du darfst beim Beten abladen, und ich bete gern mit dir. Was ist das wunderbar, wenn wir diesen großen Dienst tun!

Denn das Allergrößte beim Haggai war: So spricht der Herr. Gott war mit diesen verzweifelten Leuten. Sie waren ja die wenigen Heimgekehrten aus dem Exil, ein kleiner Strüppel an Menschen. Angesichts der Riesenaufgabe waren sie verzagt.

Die Feinde wollten sie auslöschen. Die Wirtschaft hat nicht funktioniert, die Äcker gaben keinen Ertrag, man konnte nicht einmal richtig essen. Es war alles schwierig. Und die Gemeinden waren nicht einmal eins, sondern sie waren zerstritten, wie überall zerstritten.

Und dann spricht der Herr – das ist der einzige Trost: Was will denn der Herr?

Er redet. Und ich bitte euch auch, wenn ihr diese Gespräche führt: Das Wort Seelsorge klingt euch vielleicht immer ein wenig geschraubt. Ihr seid ganz schnell an den großen Lebensnöten. Und dann ist nicht eure Weisheit und eure Cleverness gefragt, sondern dass ihr dem anderen ein wenig von der Herrlichkeit Gottes erzählen könnt.

Gott, der sich der Elenden erbarmt und die Leute in ihren Krisen wieder zurechtführt.

Priorität des Reiches Gottes und geistliche Grundlagen

Und was hat Gott damals zu Haggai gesagt? Was war die Lösung? Da kommt genau dasselbe Wort: Zuerst!

Es gilt eine heilige Rangordnung. Zuerst bedeutet bei Haggai: Baut das Herrenhaus. Das spreche ich nur ungern aus, weil die Evangelikalen oft eine verrückte Bauwut haben. Drei Leute gründen sieben neue Gemeinden in vier Jahren und bauen sechs neue Gemeindehäuser, in der Erwartung, dass dann die Zahl der Besucher wächst. Aber so war das doch nicht gemeint.

Gott ging es nie um die Steine. Gott ging es um einen Ort, wo er wohnen wollte. Und wir wissen das im Neuen Bund noch viel besser: Er baut euch als lebendige Steine zum Heiligtum. Wir wissen doch, dass Jesus durch seinen Geist in uns wohnen will. Wohl wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist?

Es ist ja so erschütternd in diesen Tagen, wenn man erlebt, wie wunderbare Kirchen einfach verkauft werden. Manchmal werden sie zu Bierschwemmen, zu Moscheen oder zu irgendetwas anderem umfunktioniert. Einfach, weil man sie nicht mehr braucht. Da kann Gott sagen: Es geht doch nicht um die Steine.

Aber unser Herr will bei seiner Gemeinde wohnen, und da will er bei seinen Leuten sein und unter ihnen sein. Darum ist dieses Thema heute für uns so wichtig: Unser Herr will bei uns sein.

Gerade wo wir in den praktischen Lebensnöten ersticken, sagt er umso mehr: Zuerst Gottes Reich! So sagt Jesus hier in der Bergpredigt angesichts der riesigen existenziellen Lebenssorgen.

Die Herausforderung des Glaubens angesichts der Realität

Ich habe in meiner Pfarrerausbildung einmal ein Seminar besucht, obwohl ich schon im Amt war. Dort haben wir Predigtvergleiche gemacht, und der Leiter hat einen Text aus der Bergpredigt ausgesucht. Wir haben Predigten aus allen Jahrhunderten studiert, und alle sind an denselben Problemen hängen geblieben.

Viele sagten: Was Jesus da sagt, stimmt doch gar nicht. Die Vögel erfrieren im Winter, und manche verhungern. Die Probleme sind da, die Blumen verwelken. Das ist doch kein Trost, was Jesus da sagt.

Nur einer hat mich damals richtig gepackt: Herr Ludwig Hofer. Er sagte, es gehe darum, ob du im Reich Jesu bist, ob du unter der Herrschaft von Jesus stehst oder ob du noch im Reich der Finsternis lebst, ob du noch unter der Macht des Teufels stehst.

Darum ist das zunächst die Grundlage für uns heute Morgen: Mach Jesus zum König deines Lebens, in deinem Geschäft. Herr Jesus, jetzt musst du weitermachen.

Ich war ein junger Pfarrer im Schwarzwald, und dort gab es einen Jungunternehmer, der aus der Firma Bosch ausgeschieden war und seine eigene Firma gegründet hatte. Er hatte sich nicht damit abgefunden, wie meine Untergebenen behandelt wurden. Dann wurde er von der Bank über den Tisch gezogen.

Da haben wir angerufen, und wir sind im Büro niedergekniet: Herr Jesus, hier geht es nicht um den Job, es geht jetzt um deine Sache.

Wie oft haben wir das gemacht, wenn Familien zerbrochen sind, weil Ehen auseinandergegangen sind? Herr Jesus, jetzt geht es um dich, ob du noch einmal retten kannst. Es ist dein Reich, und du bist der König darin.

Wir wissen, was der Teufel kann. Es geht ganz schlicht um die Frage: Ist Jesus der König deines Lebens? Ist er der König deines Lebens?

Die Realität des Bösen und die Notwendigkeit der Selbstreflexion

Wir wissen, dass in dieser Welt unheimliche Mächte wüten. Unheimliche Mächte.

Und gerade so viele liebe Freunde informieren uns immer wieder: Eine junge Mutter hat einen schräglichen Hirntumor. Wir weinen und beten: Herr, du kannst doch auch den Krankheitsmächten gebieten.

Wir erleben so viel Böses. Gerade sagt noch Bruder Schmidt, der viel in Ägypten tut: Die Leute trauen sich nicht mehr auf die Straße. Unsere Christen, da klaut man ihnen schon ihren Einkaufskorb leer und verhöhnt sie.

Mensch, was ist diese Welt eine unheimliche Welt! Aber das Unheimlichste ist dein eigenes Herz. Hast du schon einmal in dein Herz hineingeblickt? Seine Kloake, was sich dort an Schmutz, Dreck und Unrat sammelt – an Gier und Leidenschaft, an Gottesfeindschaft, an Selbstsucht, Neid und Überheblichkeit.

Es ist interessant: Es gab ja die Zeit der Aufklärung, in der der Mensch meinte, mit seinem Verstand alle Geheimnisse ergreifen zu können. Er glaubte, keine biblische Offenbarung mehr zu brauchen.

Damals war es ein Gedanke, der einige wenige in der Aufklärung aufweckte. Dazu gehört auch Philipp Spitta, der von dem Theologen August Tholuck ein Buch gelesen hat: "Die Weihe des Zweiflers". Darin war von der Höllenfahrt der Selbsterkenntnis die Rede.

Liebe Freunde, das ist heute wieder das Thema: Blick in dein eigenes Leben hinein. Dann weißt du, dass du einen Heiland und Erlöser brauchst.

Es hat noch nie ein Mensch, auch nie ein edler Mensch – keine Mutter Teresa und kein Gandhi – sich selbst gut und angenehm machen können. Sie haben alle Erlösung gebraucht. Einen Heiland.

Und keiner hat die ganzen schrecklichen Dinge seines Lebens ausbügeln können außer allein der Heiland Jesus.

Zeugnis aus der Justizvollzugsanstalt und die Kraft der Gnade

Wir waren am letzten Mittwoch wieder in der Justizvollzugsanstalt Heimsheim, dort, wo schon viele lebenslänglich Verurteilte sitzen. Von der Autobahn aus sieht man nur die Antennenmasten oben.

Wir hatten einen wunderbaren Bibelkreis zum Thema „Der reiche Mann und der arme Lazarus“. Die Frage war: Was kann man tun, damit man nicht in die Hölle kommt? Selbst erfolgreiche Menschen können wie dieser reiche Mann in der Hölle landen.

Nur die Gnade von Jesus rettet dich, nur die Gnade von Jesus! Das ist so wichtig für uns, die wir alle in den Schwierigkeiten unseres Lebens stecken.

Ich möchte euch, liebe Brüder, bitten, dass ihr an den Orten, an denen ihr seid, Seelsorger für die vielen Menschen seid, die von Problemen erdrückt werden. In Stuttgart wird nie veröffentlicht, wie viele Menschen sich in einer Nacht das Leben nehmen. Wir wären schockiert, wenn wir es wüssten.

Unmittelbar neben uns sind verzweifelte Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Die einzige Antwort, die du ihnen geben kannst, heißt Jesus.

Die Dringlichkeit des Jesuszeugnisses in der Welt

Als ich hereingekommen bin, hat jemand sehr freundlich erzählt, dass er sich in seiner Gemeinde auch fragt, warum so wenig von Jesus geredet wird. Er meinte, die Leute sagen oft, es müsse auch einmal ein anderes Thema sein.

Doch was wollen wir sonst noch in der Welt verkünden? Auf all die Fragen kennen wir keine Antworten – weder auf die politischen Krisen noch auf die Probleme mit der Erziehung oder die sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Überall verlieren wir den Durchblick.

Aber eines wissen wir: Für Jesus ist nichts unmöglich. Er hat alle Macht und Gewalt im Himmel und auf Erden.

Bei all den Reisen, die ich unternommen habe, habe ich viele Menschen getroffen, die anderen Religionen angehören, zum Beispiel Buddhisten. Das ist beeindruckend, was sie an Weisheit besitzen. Sie zeigen Selbstdisziplin, wie Buddha, der mit seinen Rettungsringen immer so gelassen dasitzt, voller Sanftmut und mit der Fähigkeit, den Stress des Lebens zu bewältigen.

Das hat viele bei uns aus der Schickeria interessiert. Doch alle sagen, als sie zum ersten Mal von Jesus gehört haben, war das unglaublich. Da ist eine Sehnsucht erwacht.

Wahrscheinlich sind wir alle irgendwo zu traditionell und vielleicht auch abgebrüht, wenn wir Jesus nicht selbst für uns brauchen. Das möchte ich heute an diesem Männertag einmal sagen: Wir brauchen ihn am allermeisten.

Wir alle tragen in unserem Leben so viel Not mit uns herum, oft schon seit Jahren. Und viele von uns haben noch nie bei Jesus um Vergebung gebeten – für Schmutz, Unrat, Verkehrtheit und Falschheit.

Wenn Jesus mich nicht täglich erneuert, bin ich ein verlorener Mensch. Darum ist es so wichtig, dass ich umkehre und sage: Jesus, du musst mein König sein – mein König, mein King!

Die Bedeutung der Königsherrschaft Jesu

Was bedeutet es, dass er in allen Fällen bedingungslos das Sagen hat und Gehorsam verlangt? Wir kennen das ja in unserer demokratischen Toleranz kaum noch, was das wirklich heißt. Das Wort „König“ kann man nicht anders übersetzen.

Mein Vater, der im politischen Bereich tätig war, wollte auf seiner Todesanzeige nur eine Bezeichnung haben: „Sein Knecht“. Das ist richtig. Ich möchte sein Knecht sein, und er mein König.

Das ist übrigens ein tolles biblisches Wort: der Ehrentitel von Jesus, „der Knecht Gottes“, ganz ihm gehörig. Die Königinnenmutter in England, Queen Mary, hat ihrer Tochter Elisabeth zu deren Krönung einen schönen Brief geschrieben. Darin nannte sie sich „deine dir stets gehorsame Untertanin“. So schrieb die Königinnenmutter der jungen, eben gekrönten Königin.

Das Amt ist groß. Jesus soll unser König sein. Das hat mich auch in der Biografie von Dietrich Bonhoeffer fasziniert. Er kam aus einem gottlosen Elternhaus, wo man nie in die Kirche ging. Im Konfirmandenunterricht hat er etwas empfunden, über die Lieder von Paul Gerhardt entdeckt, was Nachfolge bedeutet. Nur ganz wenige verstehen das so tief wie er, besonders in seinem Buch „Nachfolge“, das zu den großartigsten Büchern überhaupt gehört – auch für jeden von uns.

Bonhoeffer sagt: Nur der Gehorsame glaubt, und der Glaubende gehorcht. Wer das nie begriffen hat in seiner Nachfolge, ist arm, weil er in den Schwierigkeiten seines Lebens irregeht.

Darum kannst du sagen: Herr Jesus, ich sehe jetzt nicht mehr weiter, aber ich bin bei dir und liefere mich dir ganz aus. Das ist ganz wichtig, weil in unserer Welt oft das Gegenteil gelehrt wird. Man sagt: Du brauchst Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Selbstüberzeugung. Du musst dir selber etwas zutrauen.

Ja, natürlich braucht man das in der Welt, wenn man sich irgendwo bewirbt oder in der Schulklasse sich behaupten will. Auch als Unternehmer braucht man Selbstsicherheit. Aber vor Gott zählt das nicht.

Vor Gott zählt nur eines: das Armsein. Und das dürfen wir in allen Gottesdiensten und Bibelstunden immer wieder sagen, weil Jesus es zur schönsten Seligpreisung erklärt hat. Sogar die, die geistlich arm sind – die nie davon träumen, sie hätten den Heiligen Geist mit dem Löffel gefressen. Nein, sie sagen: Ich bin arm vor dir, ich brauche noch viel, viel mehr von dir.

Selig sind die Geister, die arm sind. Das Gottesreich gehört ihnen, dem König Jesus mit seinen ganzen tollen Fürsten. Nur dort versteht man, dass man sich nicht sorgen muss, wie er alles hinausführt.

Vertrauen in Gottes Fürsorge trotz Sorgen

Wenn man im höheren Alter nachts wachliegt und immer wieder vielleicht auch gewisse Namen von Kindern oder Enkeln nennt, dann sagt man dem anderen: „Du, ich sorge mich da doch, wie das weitergeht.“

Und ich sage zu meiner Frau: „Du, mein Herz, du der Erde, Jesus hat gesagt, das legst du doch weg. Er weiß es doch.“ Versteht sie das? Weil er der König ist und weil er das in seiner Hand hat. Er will doch der König deines Lebens sein und bei dir einziehen.

Das ist so dringlich, dass wir uns nicht in den Problemen dieser Welt und dieser Zeit verlieren. Dieser König ist mein Herr, der in meinem Leben einzieht, über mich bestimmt, dass ich sein Eigen bin und in seinem Reich unter ihm lebe. Ich diene ihm in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit.

Darum ist es so wichtig, dass wir auch die persönliche Stille an jedem Tag haben. „Herr, was willst du heute?“ Natürlich kann man das theoretisch nachts machen oder abends. Aber es ist doch viel besser, wenn man es macht, bevor der Sturm des Tages beginnt.

Stille! Lieber bestellst du die Tageszeitung ab, damit du Zeit für die Stille hast, bevor alles losgeht, bevor alles auf dich hereinprasselt und bevor die Sorgen über dich kommen.

Herr Jesus, du bist der Souverän dieses Tages. Ich nehme den Tag aus deiner Hand. Ich bin kein guter Mensch, ich bin auch nicht immer treu, ich bin auch kein reiner Mensch. Aber ich liefere mich dir aus, und du hast versprochen, dass du dort einziehen willst und mein König sein willst.

Erwählung und Gehorsam als christliche Lebensgrundlage

Es ist interessant: Im ersten Petrusbrief steht gleich am Anfang, wozu uns Gott erwählt hat. Dabei denke ich, dass wir oft viele spannende Diskussionen über das Thema Erwählung führen. Es gibt ja endlose Debatten darüber, was Erwählung eigentlich bedeutet und wie sie funktioniert.

Der Petrusbrief ist hingegen viel praktischer. Er sagt ganz klar, wozu die Erwählung dient: zum Gehorsam. Dadurch wird das christliche Leben klar, einfach und unkompliziert – niemals ohne Jesus!

Mein Vater gehörte zu den Gründern der CDU in Baden-Württemberg. Doch er stieß früh auf Widerstand innerhalb der Partei, weil er sagte: „Aber mein Leben gehört Jesus, und ich kann ihm nur so weit im politischen Bereich dienen, wie es dem Wort Gottes nicht widerspricht.“ Das fand ich großartig und habe es schon in meiner Kindheit gelernt: Nichts ohne Jesus, egal wo du tätig bist.

Ob du Friseur bist, Kanalarbeiter oder im Büro arbeitest – alles soll mit Jesus geschehen. Das ist wunderbar. Du musst nicht unbedingt in den hauptamtlichen Dienst treten, aber du kannst dein Leben Jesus weihen. Er wird es gebrauchen, zu seiner Ehre.

So gehört dein Leben ihm, und deine Sorgen dürfen dich nicht bestimmen. Er soll der König deines Lebens sein und dich führen.

Die Kraft Jesu für den Dienst und die Realität geistlichen Wachstums

Jesus möchte durch dich mächtig wirken.

Wir leben heute in einer Zeit der geistlichen Schwindelgefühle, da so viel über Gemeindewachstum geredet wird. Das ist ja das übliche Gerede, das oft nur mit den Zähnen geklappert wird. Die wachsenden Gemeinden – außer bei der Laahö – sind eigentlich sonst bloß in der Nachbarschaft in fremden Pferchen „geklaut“. Die Schafe, die Zahlen – die Christenheit nimmt rapide ab, im Westen natürlich, in den USA und in Kanada auch.

Das ist eine Not, die uns an unserem Ort sehr bewegt. Wo sind eigentlich die Leute, die zum Glauben kommen? Wie machen wir das? Da bemüht man sich heute rührend. Es gab noch nie so viele Initiativen, immer neue Musik, immer neues Outfit. Sie wissen, was das ist: neues Äußeres, neue Formen, es muss immer neu sein. Neue Sprachen, neue Bibelübersetzungen – es gibt sogar schon eine Gerechtigkeitsbibel nach der Fußballbibel. Aber es ist ja immer die gleiche Bibel, die nur an verschiedenen Stellen etwas anders unterstrichen wird.

Aber es ist alles lieb gemeint und alles recht. Ich glaube jedoch, dass wir eines vergessen: Wir können gar nichts machen. Ich denke immer wieder so: Wir können nicht mal Gemeinde bauen. Denn der Herr Jesus hat gesagt: „Ich will Gemeinde bauen.“

Da kommen wir wieder zurück zu dem Punkt, und das geschieht ja bei euch an der Lage schon: Herr Jesus, du bist da dran, und wir wollen uns von dir führen lassen. Das ist auch ein schönes Zeichen für alle, dass Jesus wirkt und baut – ganz schlecht ist der Machbarkeitswahn unserer Tage.

Das ist so schlimm. Die Losung „Yes, we can“ von Barack Obama stammt ja gar nicht von ihm, sie ist nicht von ihm erfunden. Wissen Sie, wer sie gemacht hat? Der Kommandant des Chávez, den Sie gerade einbalsamieren. „Yes, we can“ – wir machen alles, wir können alles, außer Schwäbisch herumgedreht. Wir können alles? Nein, wir können gar nichts.

Ich sage immer, es war der große Mann, der die Aufklärung auch durcheinanderbrachte: Matthias Claudius. „Wir stolzen Menschen, Kinder sind eidelarme Sünder und wissen gar nicht viel.“ Das ist so wunderbar – das Bekenntnis von uns. Ich sage immer, es ist das größte Bekenntnis, wenn Christen das aussprechen, auch etwa gegenüber dem Islam.

Es braucht gar nicht viel Streit. Das mächtigste Bekenntnis, das man einem Moslem sagen sollte, ist: „Wissen Sie, ich bin ein Mensch mit vielen Mängeln und Fehlern, und ich kann mein Leben vor Gott nicht lösen, aber ich kenne einen Heiler, der mir hilft.“

Das ist das Größte, was Sie sagen können. Das haben alle Konvertiten mir immer wieder gesagt: Diese eigene Unmöglichkeit. Und ich glaube auch, dass uns das die Herzen bei den Menschen öffnet.

Die Botschaft des Evangeliums als Schlüssel zur Veränderung

Wir erleben oft, dass gut gemeinte Aussagen immer wieder betonen: „Ich möchte den Menschen beweisen, dass es Gott gibt.“ Doch eigentlich wissen doch alle, dass es einen Gott gibt.

Eine ganz verrückte Vorstellung ist jedoch die Frage: Was für ein Gott ist das? Ein Feld-, Wald- und Wiesengott? Oder der Allmächtige, den sich Adolf Hitler vorgestellt hat? Selbst die Atheisten haben oft noch eine Vorstellung von einer höheren Macht im Kopf. Aber dass Jesus da ist, der die Verzweifelten sucht, der keinen loslässt und verspricht: „Wer mich sucht, wird finden“ – das wird oft übersehen.

Jesus sagt: „Sucht, ihr werdet finden.“ Ich war oft bei Behörden, doch dort waren immer die Türen verschlossen, und niemand hat mich angehört. Das stimmt nur bei Jesus: Wer sucht, wird finden. Und das ist so großartig, denn Jesus will in deinem Leben etwas tun. Er will dich zum Segen setzen und er braucht dich.

Darum ist es so wichtig, dass in deinem Leben gilt: „Jesus, wo brauchst du mich? Ich will dir zur Verfügung stehen. Wo kann ich etwas tun und machen?“ Du wirst gebraucht.

Ich erschrecke heute sehr stark, wie in vielen christlichen Gruppen weltliche Themen plötzlich so vorherrschend sind. Ist das schon einmal aufgefallen? Man ist ganz stolz, wenn man wieder eine neue Aktion startet oder sagt: „Wir machen auch noch mal irgendwas.“ Das ist gar nicht schlecht, das ist sicher alles richtig und gut.

Nur wenn das Eigentliche fehlt, wird es furchtbar. Was ist das Eigentliche? Dass Menschen von Jesus hören, denn nur dort kommt es zur Veränderung. Wenn Menschen Jesus nicht haben, gehen sie verloren. Ohne Jesus können sie nie Frieden und nie Freude finden. Sie kommen nie raus aus dem Reich der Finsternis.

Darum ist das so wichtig. Natürlich ist es schön, wenn man Dienste mit dem schönen Jesuszeugnis verbinden kann. Das hat ja ein Diakon gleich am Anfang der Bibel toll gemacht: Stephanus. Er war der beste Jesus-Evangelist. Er hat Essen auf Rädern verteilt, Wohnungsvermittlung gemacht und alte Leute im Pflegeheim gepflegt.

Doch er hatte auch ein Jesuszeugnis, das den Widerstand der Hassenden hervorrief, weil er von Jesus sprach. Deshalb gilt für uns: Keine Aktion ohne Jesus. Denn das ist das Allerwichtigste und das Allerbeste.

Zeugnisse von Missionsarbeit und die Bedeutung des Kreuzes

Der erste Missionspionier in Ostafrika war Ludwig Krapf, ein Bauernsohn aus Derending. Er war ein bemerkenswerter Mann, der mit 34 Jahren einen Ehrendoktor von Tübingen erhielt, weil er bedeutende Sprachforschungen durchgeführt hatte. Jedes Schulkind in Kenia kennt seinen Namen.

Im letzten Grad kenne ich den Namen Ludwig Graflus nicht mehr. Er war ein genialer Mann, der 25 Jahre in Afrika wirkte, aber keine Frucht sah. Keine Frucht.

Dann kam Johannes Rebmann aus Gerlingen. Er war Weingärtner und praktischer veranlagt. Er sagte, man müsse Ackerbau betreiben. Rebmann warnte jedoch auch: Es kann am Ende sein, dass du die Leute enttäuschst und dich selbst ebenfalls. Man solle keine Flucht antreten, nur weil man keinen Erfolg in der geistlichen Arbeit sieht. Es ist nicht richtig, sich in praktische Tätigkeiten zu flüchten und zu glauben, dass so die Christianisierung Afrikas besser vorankommt.

Damals, zur Zeit der Kolonisierung Afrikas, sagte Krapf: Obwohl er in seinem Leben nie Frucht sah, ist das Kreuz der Hebel. Jesus ist am Kreuz für dich gestorben, und das öffnet die Herzen.

Heute ist in Ostafrika alles voll von Jesus-Gemeinden und Menschen, die Jesus nachfolgen. Den Grund dafür legten diejenigen, die damals wirkten, ohne selbst etwas davon zu sehen.

Ich möchte auch dich bitten: Schau in deiner Gemeinde, dass die Mitte die Mitte bleibt. Zuerst das Reich Gottes und dann auch die Gerechtigkeit. Es gibt keine Gerechtigkeit außer der vor Gott. Wer kann da bestehen? Es ist die Gerechtigkeit Christi, das Blut Christi und die Gerechtigkeit – das ist mein Schmuck und mein Ehrenkleid. Damit will ich vor Gott bestehen, wenn ich in den Himmel eingehe.

Herr Jesus, wenn Gott unserem deutschen Land noch einmal eine Erweckung schenkt, dann geschieht das über das Kreuz. Das ist der Hebel, durch den die Herzen bekehrt werden.

Die Notwendigkeit der Verkündigung des Kreuzes

Wir brauchen keine Verkündigung, die nur von Gott spricht. Ich kann das Gewäsch der Morgenandachten im Südwestrundfunk nicht mehr hören – vom liebenden Gott. Und dann die Gottesdienste mit dem guten Gott – was soll das sein?

Wir haben einen heiligen Gott, der uns in Jesus den einzigen Retter gibt. Durch ihn werden wir selig. Ihn sollen wir der Welt bringen, und das in der ganzen Welt. Wenn heute die großen Bekehrungen in China stattfinden, spricht man bereits von 130 Millionen Menschen, die Jünger Jesu sind.

War es nur die Predigt vom Kreuz und nur das Wort Gottes? Nie ist ein anderer Weg gekommen, und es ist überhaupt noch nie jemand anders zum Glauben gekommen als durch das Wort Gottes.

Darum danke ich euch auf der Laahöhe so sehr, dass ihr einfach eine Bibelkonferenzstätte seid und bleibt. Selbst wenn es einmal Krisen geben sollte, ist das das, was aus der Ewigkeit betrachtet das Einzige ist, das durch die Jahrhunderte hindurch Bestand hat: dass das Wort Gottes wirkt und mächtig ist. Das ist so schwer und so wichtig.

Die Gefahr des Selbstvertrauens und die Abhängigkeit von Jesus

In der Bibel steht überall, dass alle großen Gottesmänner immer wieder der Versuchung erlegen sind, etwas ohne den Herrn zu tun. Jakob wollte mit seiner Schlauheit Gottes Segen erhaschen. Wie schrecklich ist er eingebrochen.

Ebenso schrecklich ist Petrus eingebrochen, als er meinte, Jesus korrigieren zu müssen und den Leidensweg ausschlagen wollte. Er sagte: „Das widerfahre dir nur nicht!“ Doch er meinte auch, mit seiner Mutkraft Jesus zu bekennen. Am Ende verleugnete er jämmerlich den Herrn.

Was wohl die Batze bei den Vorhängen nicht vorgezogen hat, im Badezimmer schon die Sicherungen ausgeklinkt.

Verloren sind wir, wir sind verloren mit unserem eigenen Gutsein. Jesus sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Genieren wir uns daran. Ja, genieren wir uns und sagen: „Ich kann doch ohne Jesus nicht.“

Ach, mein Herr Jesus, wenn ich dich nicht hätte. Und wenn dein Blut nicht für die Sünderin wäre, doch alles bist du, und du bist die Mitte. Ohne dich geht es nicht.

Gebrauche mich. Ich möchte, dass etwas Gutes bei meinen Enkeln herauskommt. Ich möchte, dass etwas Gutes bei meinen Nachbarn geschieht. Und wenn du mir noch ein „Ja“ zum Leben gibst, dann will ich etwas tun.

Zeugnis von Richard Wurmbrand und die Kraft des Gebets

Ich war vor ein paar Tagen im Büro der Hilfsaktion Wertherkirch in Überlingen, in Uldingen. Dort zeigte mir Frau Müller, die Ehefrau des Leiters, eine Bildwand. Auf dieser war ein Bild von einem Mann namens Völker. Der Leiter fragte mich: „Kennst du den Völker?“ Ich antwortete, dass ich ihn nicht kenne, und fragte, was es mit ihm auf sich hat.

Er erklärte, dass Völker ein armer Mann war, der in den Bergen der Karpaten lebte. „Ach, war das der Lungenkranke?“, fragte ich. Frau Müller bestätigte das. Dann erzählte sie weiter: Richard Wurmbrand, der ja ein kommunistischer Funktionär gewesen war, war auf einer Wanderung, als plötzlich ein schweres Unwetter aufkam. Er suchte Schutz bei einem Mann in einer Hütte, die das Haus von Völker war. Den Namen Völker kannte ich damals nicht, aber jetzt weiß ich ihn.

Frau Müller erzählte mir etwas Entscheidendes: „Die meisten wissen nicht, dass Völker zehn Jahre lang gebetet hat: ‚Herr Jesus, wenn du das schenkst, möchte ich noch einen vom Volk Israel zu dir führen.‘“ Während des Unwetters kam es zu einem dreistündigen Gespräch zwischen Sabine und Richard Wurmbrand. Durch dieses Gespräch kam Wurmbrand aus den Fängen des Kommunismus in die Arme Jesu.

Jesus braucht dich so, wie du bist. Du kannst anderen ein einfaches Zeugnis von Jesus aus deinem eigenen Leben geben und sagen, was er dir bedeutet. Er will etwas aus euch machen. „Ich will aus euch etwas machen“, heißt es im Reich Gottes, wo er wirkt, wo er herrscht und wirklich etwas bewirken kann. Wir dürfen ihm dienen und unser Leben ihm zum Dienst bringen.

Aufruf zum mutigen Dienst und zur Treue im Wort Gottes

Jetzt noch ein letztes Wort: Jetzt mutig vorwärts! Das steht beim Propheten Hagai so schön: „Jetzt arbeitet, geht an die Arbeit!“ Es wäre ganz schlimm, wenn wir Gelegenheiten versäumen und nicht nutzen.

Es ist auch so schön, dass vom Reich Gottes gesprochen wird. Heute Mittag möchte ich noch ein paar Worte dazu sagen. Es geht ja nicht um irgendwelche Glaubensrichtungen. Wir haben die Gräben zwischen den Glaubensrichtungen so unheimlich verschärft. Ich möchte nur wissen: Gehört jemand zu Jesus und zu seinem Reich? Dann ist er mein Bruder. Dann können wir dort mitarbeiten und helfen, wo wir sind und wo wir Kontakte haben. Natürlich haben wir alle auch unsere Heimatgefühle, wo wir das erlebt haben. Aber das ganz Wunderbare ist, wo bekommen wir selbst die Ermutigung zum Dienst?

Jetzt möchte ich noch einmal ein Wort sagen zur Bibel, zum Wort Gottes. Es war natürlich ein Trick des Teufels in unserer Zeit, dass er das Vertrauen in das Bibelwort so stark zerstört hat. Das geschah durch die theologische Ausbildung, die heute längst auf allen Bibelschulen und überall angekommen ist. Wenn nicht dort, dann kommt es durchs Fernsehen, durch Magazinartikel und überall. Schon unsere Kinder bringen das im Religionsunterricht mit.

Ich habe bei all den großen Theologen studiert, wie Andreas auch, bei Käsemann, Willy Marx und wie sie alle heißen. Aber bis heute sehe ich keine einzige Stelle der Bibel, die ich revidieren müsste oder zu der ich nichts sagen könnte. Für mich ist die Bibel wichtig. Du hast das so schön vom vierten Buch Mose erwähnt. Ich hatte einen Bibelkurs beim Brüderbund, eine Kurzbibelschule in Kroatien über die Jahreswende, vom zweiten bis zum fünften Buch Mose. Wir waren fasziniert, wie plötzlich das Wort zu uns sprach – wahnsinnig, wie Gott sagt: „Wenn du den Segen in deiner Speisekammer haben willst, ich zeige dir, wie es geht.“ Du wirst merken: Wenn du mich verlierst, verlierst du deinen Sinn. Du wirst keine Heimat mehr haben, ein anderer wird deine Braut heiraten, dein Weinberg wird von anderen geerntet werden. Der Fluch liegt über deinem Leben.

Es ist so toll, dass Gott uns das sagt! Nur im Bibelwort merken wir, wie Gott zu uns spricht. Dies ist nur so ein Wort, das ich Ihnen heute geben möchte: „Warum sprichst du denn: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber? Weißt du nicht, hast du nicht gehört: Der Herr, der ewige Gott, wird nicht müde.“

Noch einmal: Geh heute von hier weg und sag: Ich weiß, dass ich meine Sorgen in seine Hand lege. Und ich bitte dich noch einmal: Such jemanden, der mit dir betet. Man kann das gar nicht organisieren, aber bitte, dass Jesus dir den Richtigen zeigt. Auch wenn du eine Schuld bekennen willst und der andere verschwiegen bleibt. Dass das ausgelöscht wird für immer, dass nie mehr herauskommt, was dich seit Jahren belastet, was du deiner Frau nicht sagen kannst. Dass du es ablegen kannst.

Die Kraft des Wortes Gottes und die Bedeutung der Bibel

Das Wort Gottes hilft dir auf so wunderbare Weise. Es ist so groß, weil der Geist Gottes, der Heilige Geist, im Wort Gottes mächtig wirkt. Er rührt bis ins Innerste in uns auf, spricht uns zu und sagt uns Dinge.

Wo immer es in der Welt Erweckungen gab, in all den vergangenen Jahren, waren es immer Erweckungen über der Bibel. Alle neuen Ansätze von Gemeindenerneuerung sind vergeblich, wenn sie nicht von der Bibel ausgehen und in die Bibel hineinführen.

Ich möchte niemandem die Freude nehmen, auch nicht an den Kursen, in denen man heute meint, die Geheimnisse Gottes intellektuell verstehen zu können. Es gibt solche Kurse, in denen man glaubt, den Glauben intellektuell erfassen zu können. Ich habe drei Dinge nie verstanden, und ich werde sie auch nicht verstehen. In der Ewigkeit werde ich sie verstehen, das weiß ich, aber jetzt kann ich es nicht.

Kannst du die ewige Erwählung verstehen, dass Gott dich erwählt hat, bevor die Welt begann? Kannst du die Ewigkeit verstehen? Das alles ist ein Rätsel. Verstehst du, warum du als Mann geboren bist und nicht als Frau? Warum du heute lebst und nicht vor hundert Jahren? Verstehst du, warum du in Deutschland geboren bist und nicht in Afrika? Das alles sind Rätsel deines Lebens.

Du kannst dein Leben nur dort nehmen, wo Gott sich dir nähert und zu dir spricht. Das Wunderbare ist, dass das Wort Gottes dich weist und ein Licht auf deinem Weg ist. Darum ist es so wunderbar mit dieser Lage.

Man möchte noch viel mehr aufnehmen und wieder gestärkt in die Arbeit gehen. Dieses Erlernte soll in die Gemeinden hineingetragen werden, wo die Bibelstunden immer mehr absterben und die Hauskreise zu Schwarzklubs werden, in denen man über Lebensprobleme redet, statt darüber, was Jesus, der Heiland, uns sagen will.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir wieder lernen, zuerst Gottes Reich in allem, was wir tun, zu suchen. Wenn ich tätig bin, dann natürlich auch in der Diakonie, in der Sozialarbeit mit Jesus. Aber wie können wir das Beste den Menschen verschweigen?

Wir haben Entwicklungshilfe geleistet, aber es müssen unbedingt Leute dabei sein, die Evangelisten sind. Was hat es für einen Sinn, wenn man eine Werkstatt aufbaut und die Leute danach mehr Geld verdienen, aber ihr Leben verloren geht? Das hat keinen Wert. Sie müssen den Heiland finden.

Es ist so wichtig, dass wir dabei bleiben: alles mit ihm und im Dienst für ihn. Wir müssen bei seinem Wort bleiben und nur in seiner Nachfolge leben. Wir müssen auch ganz klar sagen: Es gibt keinen anderen Weg zum Heil. Niemand sonst.

Auch im Dialog der Religionen können wir gern reden. Aber ich muss gleich sagen: Es gibt keinen anderen Weg. Der andere darf seine Meinung äußern – wir leben in einem freien Land, da darf jeder sagen, was er will. Aber wir sagen: Es gibt kein anderes Heil, keinen anderen Namen, der den Menschen gegeben ist, damit wir selig werden, als allein den Namen Jesu.

Wir bezeugen auch von uns selbst, dass Jesus gewollt hat, dass wir Zeugnisse ablegen und sagen: Ohne Jesus bin ich gefangen in den Fängen des Teufels. Ohne Jesus kann ich nichts tun. Nur wenn ich verbunden bin mit dem Weinstock, nur wenn er mich gebraucht und wenn durch ihn etwas geschieht, kann er mich lösen vom ewigen Tod.

Er kann mich freisprechen vom Gericht, er kann mich brauchbar und nützlich machen. Er kann heilen, was ich zerbrochen habe.

Schlusswort mit Gebet und Bekenntnis

Lassen Sie mich schließen mit einem Vers, der in unseren Gesangbüchern nicht vorkommt, aber von August Toluk stammt, jenem berühmten Bibeltheologen.

Der Vers lautet: "Das sei alle meine Tage meine Sorge, meine Frage, ob der Herr in mir regiert, ob ich in der Gnade stehe, ob ich zu dem Ziel gehe, ob ich folge, wie er führt." Amen!

Wir brauchen dieses Konzentrat. Ersatzstoffe haben wir genug.

Das Konzentrat gilt der einen Person, Jesus Christus. Es gilt seinem Wort und auch immer wieder neu der Entscheidung aus den vielen tausend Möglichkeiten für diesen kleinen Satz: Nichts ohne Jesus, nichts ohne Jesus.