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Weißt du, jedes Jahr ist anders als das Jahr davor. Aber 2020 ist nochmal auf einem ganz anderen Level anders als die Jahre zuvor, oder? Vielen Leuten, mir eingeschlossen, wird das gerade in der Weihnachtszeit so richtig klar.
Wie ist es mit dir? Wie hast du dein letztes normales Weihnachten vor Corona verbracht? Ich durfte eine Predigt halten bei einer Gemeinde, die ich sehr schätze. Eine Predigt zu halten, das ist immer aufregend und etwas Besonderes. Aber diese Predigt war nochmal auf einem ganz anderen Level besonders, und ich werde diesen Tag niemals vergessen.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Also mach es dir gemütlich, mach deine Kopfhörer rein, leg das Handy neben dich und hör diese Predigt hier bis zum Ende. Denn dort wartet ein Weihnachtsgeschenk auf dich, das sich noch niemals öffentlich verfügbar gemacht hat.
Deshalb schau dieses Video hier bis zum Ende. An dieser Stelle will ich allen Leuten danken, die jede Woche hier die Glocke klicken. Das ist so ein technisches Ding, damit christliche Inhalte auf dieser Plattform nicht ausgesperrt werden. Danke dir, und los geht’s mit der Predigt.
Weihnachten als Chance zur Begegnung mit der Botschaft
Ja, liebe Geschwister, Weihnachten ist eine riesige Chance. Hunderte Familien und Tausende von Menschen, die wir als Christen sonst nie erreichen würden, kommen freiwillig in unsere Gemeinden. Sie sind bereit, uns und unserer Botschaft zehn, fünfzehn oder manche sogar zwanzig Minuten zuzuhören.
Wir machen uns oft viele Gedanken darüber, wie wir Menschen erreichen können, die noch suchend sind, die noch keine Christen sind oder Agnostiker. Doch jetzt kommen sie einmal im Jahr sogar zu uns. Wir haben sozusagen ein Heimspiel. Und das ist großartig.
Diese Gelegenheit ist eine gewaltige Chance, Menschen mit dem zu erreichen, worauf es wirklich ankommt: dass Gott freiwillig Mensch geworden ist, dass er ein fehlerfreies Leben geführt hat, dass er für dich zu Tode gefoltert wurde, dass er für dich auferstanden ist und dass jeder, der das für sich annimmt, Gott in der Tiefe um Entschuldigung bitten kann und ihm vergeben wird.
Was für eine Botschaft, was für eine Botschaft!
Die Frage nach dem Zeitpunkt von Jesu Kommen
Und das Spannende dabei ist, dass ich häufig mit Atheisten diskutiere. Gerade schreibe ich ein Handbuch für Studenten, wie man mit Atheisten über das biblische Christentum spricht. Das ist sehr interessant, denn eine der berechtigten Fragen, die viele Atheisten stellen, lautet: „Ja, sag mal, wieso ist Jesus eigentlich vor zweitausend Jahren gekommen?“
Eine faire Frage. Oft wird dann weiter gefragt: Wäre es nicht viel logischer gewesen, wenn er heute gekommen wäre – in Zeiten von Social Media, Instagram Live und all den anderen Möglichkeiten?
Meine Antwort darauf ist manchmal: Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß nicht, ob es heute wirklich viel glaubwürdiger wäre. Viele Menschen haben bei klassischen Medien einen gewissen Glaubwürdigkeitsverlust erlebt. Deshalb könnte es durchaus sein, dass Gott Jesus damals zum frühestmöglichen Zeitpunkt geschickt hat. Gerade als es möglich war, Nachrichten innerhalb weniger Wochen oder Monate durch die ganze Welt zu verbreiten – nämlich kurz nachdem das römische Straßensystem fertiggestellt war.
Wer darüber nachdenkt, findet das trotzdem eine gute Frage: Was wäre, wenn Jesus heute gekommen wäre und die Weihnachtsgeschichte jetzt spielen würde? Würde er dann auch als Baby kommen? Darüber musste ich sehr lachen, als mir das jemand gesagt hat. Und würden die Menschen wirklich so unterschiedlich reagieren? Wäre das tatsächlich so? Oder ist das nicht vielmehr eine Frage der inneren Einstellung?
Deshalb haben wir uns gedacht: Schauen wir uns noch einmal an, wie die Leute damals reagiert haben – damals im jüdischen Gebirge – und fragen uns, ob das heute wirklich so viel anders ist. Kleiner Spoiler: Wahrscheinlich ist es das nicht.
Die Reaktionen der Menschen damals und heute
Maria als Vorbild des Glaubens und der Hingabe
Also gehen wir doch mal die sechs Figuren durch. Die eine Figur, die ich einmal bräuchte, wäre Maria. Dankeschön. Moment, Maria an. Maria.
Maria, ihre Einstellung ist sehr schön zusammengefasst in dem Lied „Let it be“. Maria ist erst erschrocken über den Engel, der aus der unsichtbaren Welt in ihr Leben hineinkommt. Sie ist dann unsicher, wie genau das eigentlich passieren soll. Sie ist sich sicher, dass es passieren wird, aber sie ist sich nicht im Klaren darüber, wie das geschehen wird.
Das ist ein Unterschied zu Zacharias und zu Johannes dem Täufer. Denn Zacharias weiß nicht, wie das passieren soll, und er ist sich auch nicht wirklich sicher, ob es wirklich geschieht. Maria hingegen sagt sich: Ja, wenn Gott das sagt, „du machst das schon“. Sie fragt sich nur, wie es genau ablaufen wird, weil es ja auch um sie geht. Aber sie vertraut darauf, dass Gott es irgendwie machen wird.
Schließlich ist sie damit einverstanden und sagt: Was immer Gott möchte, soll passieren. Im griechischen Text steht dort das Wort „genäuto“. Das kann man auf Deutsch nicht gut übersetzen, weil die Grammatik ganz anders ist. Wenn man es übersetzen würde, wäre es so etwas wie „let it be“ oder „okay, los geht's, es soll passieren, ich bin einverstanden“. Das ist eine lose Übersetzung nach Markus Voss.
Deswegen ist Maria für viele Menschen ein Vorbild geworden, Gottes Willen zu leben und ihr Schicksal zu ertragen, auch wenn es mal nicht so schön ist. Glaube ist ja nicht immer einfach. Manchmal denken wir, wenn wir Christ werden, ist das wie die Sahne auf der Torte eines perfekten Lebens. Dann wird das ganze Leben einfacher. Aber so ist es nicht.
Häufig wird es ja danach sogar schwieriger. Und Maria ist ein Vorbild dafür, sich dem hinzugeben und sich Gott zu unterwerfen, auch wenn es mal nicht schön ist. Sie setzt Gott an erste Stelle, egal wie es ihr gerade geht. Das finde ich gut.
Joseph als Vertreter des Naturalismus und der persönlichen Erfahrung
Zweites Beispiel, mein fast Lieblingsbeispiel: Joseph. Joseph ist unser Naturalist, also unser Scientist, jemand, der Naturwissenschaftler ist. Maria sagt ihm, dass sie schwanger ist und dass das ein Wunder Gottes ist. Joseph denkt sich: Ein Wunder geht klar, logisch.
„Ich bin ein Mann, ich bin naturwissenschaftlich gebildet, erzähl mir nichts. Ich weiß, wie Babys entstehen, ich weiß, wie Menschen schwanger werden, erzähl mir nichts.“
Ich könnte jetzt noch so viel mehr über Joseph erzählen, was die frühen Kirchenväter noch an seiner Hintergrundgeschichte ausgeschmückt haben, vielleicht sogar entdeckt haben. Überspringen wir das mal an dieser Stelle. Aber ich denke, Joseph ist so ein bisschen prototypisch für unsere Zeit. Ich glaube, den können wir an vielen Ecken und Enden wiedererkennen, weil die Grundhaltung von Joseph so ist: „Naja, ich weiß eigentlich alles, was es zu wissen gibt. Mir kann keiner was erzählen. Ich glaube nichts, was ich nicht selbst gesehen habe, und solange ich etwas nicht verstehe, kann man es nicht verstehen.“
Wenn du jetzt sagst, du bist schwanger geworden und kennst keinen Mann, genau, geht klar. Da ist so eine gewisse Selbstüberschätzung mit dabei, man könnte auch sagen eine akademische Arroganz. Das heißt, nach dem Motto: Ich glaube, dass es für alles eine materielle, eine natürliche Begründung gibt. Und weil das so ist, kann es auch nichts geben, das sich nicht aus der Natur heraus begründen lässt. Denn nicht sein kann, was nicht sein darf.
Wenn du mit Atheisten über das Thema redest, also darüber, ob es heute noch Wunder oder Heilungen gibt, sagen sie: „Nee, gibt’s nicht.“
„Woher weißt du denn, dass es heute keine Wunder gibt?“
„Na, weil es keine Berichte von Wundern gibt.“
„Warum gibt es keine Berichte von Wundern?“
„Na, weil es keine Wunder gibt.“
Okay, alles klar. Das ist so ein Zirkelschluss. Die Grundhaltung selbst ist schon eine philosophische Entscheidung, und das ergibt keinen Sinn, weil diese Grundhaltung sich ja selbst nicht naturwissenschaftlich herleiten lässt. Das ist eigentlich logisch.
Leute, die sagen: „Ich glaube nur an Sachen, die sich messen lassen“, gut. Aber der Glaube daran, dass du nur an Sachen glaubst, die sich messen lassen, dieser Glaube lässt sich nicht messen. Das heißt, du nimmst sehr wohl etwas an, was sich nicht messen lässt.
Also Atheisten sind sehr logisch. Ich war selbst jahrelang einer, ich weiß, wie es läuft.
Und was passiert denn mit Joseph? Wie endet seine Geschichte? Was passiert? Er macht eine persönliche Erfahrung. Er hat einen Traum, und in dem Traum spricht ein Engel zu ihm. Ha, jetzt kannst du mit deinem Doktortitel sonst was anfangen, ja?
Diese Erfahrung könnte er jetzt auch naturwissenschaftlich wegdiskutieren: Ja, das sind chemische Prozesse in unserem Gehirn und so weiter und so fort. Aber das macht er nicht. Und das Spannende ist: Warum macht er das an der Stelle nicht? Das wäre doch eigentlich natürlich.
Der Grund, warum man das nicht macht, ist, weil er sich angesprochen fühlt. Weil er sich angesprochen fühlt.
Das merke ich im Gespräch mit vielen Atheisten eigentlich jede Woche. Sie sagen, sie nutzen diesen Naturalismus, dieses Naturwissenschaftliche, um auf Abstand zu gehen. Aber in dem Moment, wo sie sich angesprochen fühlen, wo sie eine persönliche Erfahrung haben, wo sie in einer Krisensituation sind, wo sie den Eindruck haben, da spricht Gott zu ihnen, da ist Wahrheit, dann kommt kein naturwissenschaftliches Kontraargument mehr.
Das kommt nur in dem Sinne, wo die Leute das nutzen, um sich davon fernzuhalten. Ganz spannend: Das klappt nur, solange wir das können.
Der Herbergsbesitzer als Symbol des Opportunismus
Dann Punkt drei: Jetzt bräuchte ich einmal eine Figur, nämlich den Herbergsbesitzer. Dankeschön, das ist der Herbergsbesitzer. Ich hoffe, ich mache jetzt keine Schleichwerbung.
Der Herbergsbesitzer – ja, der Opportunist. Wir sind jetzt im kleinen Bethlehem. Das kleine Bethlehem ist ein Vorort von Jerusalem. Bethlehem ist relativ dörflich, mit sehr viel Landwirtschaft. Und es ist sehr wahrscheinlich Herbst, als Jesus geboren wird. Das wissen viele Leute nicht, aber es ist sehr wahrscheinlich Herbst.
Wir sind im jüdischen Gebirge, wo es nachts um die fünf Grad Celsius hat. Es ist wirklich kalt und windig. Es ist definitiv nicht sinnvoll, draußen zu schlafen. Maria und Josef sind also in Klein Bethlehem unterwegs und suchen nach einer Übernachtungsmöglichkeit, aber die Optionen sind begrenzt.
Dazu muss man wissen, dass Bethlehem zur damaligen Zeit eine Art Touristenattraktion war, weil es viele Patriarchen aus dem Alten Testament gab und weil David von dort stammte. Außerdem war Jerusalem wegen der Volkszählung überfüllt, sodass viele Menschen zusätzlich nach Bethlehem gekommen waren. Das machte die Suche nach einer Unterkunft sehr schwierig.
Es gab keinen Platz in der Herberge, also endeten Maria und Josef in einem stinkenden Stall. Dabei musste ich gerade sehr daran denken, als du dein Zeugnis gegeben hast – buchstäblich in den Dreck hinein. Ihr wisst ja, wie ein Stall aussieht: wenigstens nicht auf dem superekligen Boden, sondern gerade mal minimal besser, vielleicht in der Futterkrippe.
Stell dir das mal vor! Viele von uns haben hier Kinder. Wer würde sein neugeborenes Kind in einem Stall zur Welt bringen? Wir romantisieren das immer mit unseren schönen Weihnachtskrippen, die am Straßenrand oder im Stall stehen. Aber es muss so extrem widerwärtig gewesen sein, dass es, wenn man es in der Volksbibel nachliest, dort zum Beispiel heißt, es sei, als ob man das Kind in der Tiefgarage einer Großstadt wie Berlin oder Köln gebären würde – und das Kind dann in einer Ölwanne liegt.
Ich finde diesen Vergleich nicht übertrieben. Es ist wirklich nicht schön.
Was sagt uns das über den Herbergsbesitzer, der das zulässt und sagt: „Er geht mal in den Stall“? Es ist wahrscheinlich auch sehr zu übersehen, dass Maria hochschwanger ankommt.
Welche Möglichkeiten hätte er noch gehabt? Er hätte keinem der Gäste sein Geld zurückgeben müssen, aber er hätte sagen können: „Pass auf, wir sind gerade erst angekommen, vor zwei Stunden. Ich würde dir gern dein Geld zurückgeben und dir sogar noch einen Fünfziger obendrauf geben. Hier ist eine hochschwangere Frau, ich kann sie nicht wegschicken. Komm mir mal entgegen!“
Das wäre eine Möglichkeit gewesen. Es ist eine hochschwangere Ausländerin, die aus dem Norden kommt. Man hätte ihr wenigstens die Möglichkeit für eine hygienisch sichere Geburt geben können. Aber das macht er nicht.
Er hat auch keinen der anderen Gäste rausgeschmissen, um einer notleidenden Schwangeren den Rest ihrer Würde zu geben. Das hätte er ja machen können, macht er aber nicht.
Und er hat nicht einmal seine eigene Ruhestelle angeboten, um bei Freunden unterzukommen oder vielleicht selbst die Nacht im Freien zu verbringen. So hätte er das Neugeborene nicht den beißend kalten Temperaturen und katastrophalen hygienischen Zuständen aussetzen müssen. Auch das macht er nicht.
Ich denke, es ist fair zu vermuten, dass er ein Opportunist ist. Nach dem Motto: Jeder ist sich selbst der Nächste. Und es war ihm egal. Falls er mit Geld etwas hätte machen können, wäre es schön. Falls nicht, naja, irgendjemand hat halt Pech. Jetzt hat sie Pech.
Kennst du solche Menschen? Und kennst du vielleicht auch solche Momente bei dir selbst, in denen du spürst, dass du denkst, das Leben wäre jetzt für dich leicht?
Die Sternenforscher als Suchende und Glaubende
Figur Nummer vier: die Sternenforscher. Vielen herzlichen Dank! Das sind diejenigen, die man umgangssprachlich die drei heiligen Könige nennt. Bis man allerdings mal in der Bibel nachliest, stellt man fest, dass es dort nicht drei sind, dass sie nicht heilig sind und auch keine Könige. Ansonsten stimmt alles.
Im griechischen Text steht dort das Wort „Magoi“. Was sind denn Magoi? Magoi sind sozusagen in babylonischen Räumen beheimatet. Sie kommen also von weit, weit her – aus dem heutigen Persien, dem Großraum Bagdad sozusagen. Es handelt sich um eine Art, ich übersetze es mal, okkulte Gelehrte. Okkulte Gelehrte, also Sterndeuter und Astrologen, die aber häufig auch in vielen anderen Bereichen als gelehrt angesehen werden.
Sie stammen aus der babylonischen Gegend und je nachdem, welche Route man nimmt – etwa über den Euphrat hoch und dann wieder runter – sind das ungefähr 1.500 Kilometer Entfernung. Das ist wirklich weit, etwa so weit wie von hier bis zur Amalfiküste. Selbst wenn man eine richtig gute Karawane erwischt – und die sind selten – braucht man immer noch etwa vier Monate, um dorthin zu gelangen. Vorausgesetzt, unterwegs passiert nichts Unvorhergesehenes.
Das bedeutet, sie müssen schon im Sommer aufgebrochen sein, um im Herbst oder Frühsommer anzukommen. Warum machen sie das eigentlich? Sie meinen, dass sie etwas gesehen haben. Sie glauben, dass dort ein Zeichen ist, ein Fingerzeig von Gott. Spannend ist, dass sie eine Erfahrung machen und diese so verstehen, dass Gott dort spricht. Dafür nehmen sie eine lange und teure Reise auf sich.
Und buchstabiert man das weiter aus, müssen sie ja im Spätherbst oder Winter zurück in die Wüstenregionen. Das ist nicht nur ernsthaft gefährlich, weil der Weg sehr schmal ist – vielleicht nur sieben Kilometer breit. Wenn dort eine Räuberbande auftaucht, war es das mit der Reise. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, diesen Weg zu umgehen. Außerdem ist es in dieser Gegend im Winter richtig, richtig kalt.
Solche Mystiker gibt es heute genauso. Sie sehen etwas, hinter dem sie Gott vermuten. Sie vermuten das Göttliche und folgen diesem, koste es, was es wolle. Das sind Leute, die warten und buchstäblich innerlich abreisebereit sind, sobald es ein Zeichen gibt. Sie suchen spirituell und wissen, dass sie suchen. Und sie wollen es. Ich glaube, solche Menschen kennen wir viele.
König Herodes als Symbol der Macht und Bedrohung
Punkt fünf: Der böse König Herodes
Jetzt habe ich keinen stilechten König Herodes gefunden, ich musste improvisieren. Ich weiß auch nicht, irgendwie wird er nie mitgeliefert bei den normalen Weihnachtskrippen. Das muss wohl ein kulturelles Ding sein.
Okay, also das ist jetzt unser böser König Herodes. Ähnlichkeiten sind rein zufällig. Herodes hat, denke ich, viel darüber nachgedacht. Ich könnte jetzt eine Menge historischer Dinge über Herodes erzählen, aber weil ich euch mag, werde ich das nicht tun. Stattdessen steht Herodes für eine große Kategorie von Menschen.
Herodes ist ein sehr brutaler Herrscher. Er hat nicht davor zurückgeschreckt, seine eigene Familie zu ermorden, um seinen Willen und seine Macht zu sichern. Es gibt fiese, fiese Geschichten, die man bei Flavius Josephus nachlesen oder googeln kann – die sind echt übel.
Er hört davon, dass der Messias jetzt in die Welt gekommen ist. Wie hätte er reagieren können? Was hätte er machen können? Theoretisch hätte Herodes dem Messias seine Macht abgeben können. Er hätte sagen können: „Lieber Messias, jetzt bist du da, die Verhältnisse sind eindeutig geregelt, du bist der Boss, da ist der Zepter, da ist der Thron. Alles Gute.“
Er hätte auch einfach eine schöne Weihnachtskarte schreiben können, zum Beispiel: „Sehr geehrter Herr Josef, ich wünsche Ihrem Kind alles Gute. Gezeichnet, der König.“ Das hätte er auch machen können. Möglich.
Er hätte auch einfach seinen Job als weltlicher Herrscher weitermachen können und irgendwann, nachdem Jesus sein Abi gemacht hat oder wie auch immer, nachdem er seinen Studienabschluss in der Tasche hat, sagen können: „So, jetzt übergebe ich an dich. Ich hoffe, ich habe das bis dahin gut verwahrt.“ Das hätte er machen können.
Es wäre alles möglich gewesen, einfach so lange König zu sein und ein guter König, wie es eben das Gesetz der Zeit ist. Aber er macht es natürlich nicht. Stattdessen fühlt er sich bedroht.
Wie so viele Mächte und Regime auf der ganzen Welt fühlen sich heute ausgerechnet durch das Christentum bedroht. Ausgerechnet durch den Glauben an Frieden und Versöhnung. Schon in den ersten fünf Kapiteln unserer Heiligen Schrift im Neuen Testament steht: „Schlägt dich jemand auf die linke Wange, so halte ihm auch die rechte hin.“ Davon fühlen sie sich bedroht.
In kommunistisch-atheistischen Regimen bis heute, denken wir an Nordkorea, an China, stellvertretend für viele andere Länder in der islamischen Welt, zuletzt Sri Lanka und Nigeria. Ihr kennt die Geschichten aus einzelnen von indischen Extremisten besetzten Gegenden in Nordostindien und von Drogenbanden in manchen Regionen Südamerikas. Sie alle fühlen sich bedroht von Christen.
Ich meine, zu den Zeiten der Kreuzzüge hätte ich das verstanden, aber ich glaube, das Image hat sich inzwischen gewandelt. Das Jahr 2019 war eines der blutigsten für die Christenheit in den letzten zwanzig Jahren. Sie fühlen sich bedroht.
Und so versucht König Herodes, dem blutig ein Ende zu setzen. Er lässt alle Babys in der Umgebung von Jerusalem töten – ohne Rücksicht auf Verluste. Um seinen eigenen Lebensstandard zu sichern, um am Ende verbittert sagen zu können: „I did it my way“, ich habe es auf meine Weise getan.
Das ist übrigens etwas, was in Matthäus 2,18 steht: „Eine Stimme ist in Rama gehört worden, Weinen und viel Wehklagen; Rahel beweint ihre Kinder, und sie wollen sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.“
Das ist überaus heftig. Die Mehrzahl der Historiker hat wenig Zweifel, dass das sehr wohl genauso passiert sein könnte.
Aber beobachten wir so etwas nicht manchmal auch bei uns? Das erste Gebot lautet: „Ich bin der Herr, dein Gott; du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Das ist das erste und wichtigste Gebot.
Machen wir uns nicht manchmal selbst zu Gott, weil uns Gottes Vorhaben für unser Leben im Weg stehen und weil sie uns lästig vorkommen? Nehmen wir uns nicht manchmal das Recht heraus, selbst zu definieren, was gut und böse ist? Dass wir bestimmen, was wir jetzt machen, dass der Chef in unserem Leben wir selbst sind, dass der Gott in Markus Voss Leben Markus Voss heißt? Schwierig.
Machen wir nicht manchmal unsere eigenen Regeln? Zum Beispiel: „Na ja, wenn ich jetzt bei der Steuererklärung schummele, das fällt doch im Gegensatz zu den Großkonzernen kaum ins Gewicht.“ Oder: „Wenn mein Freund und ich miteinander schlafen, obwohl wir nicht verheiratet sind, das schadet ja keinem, wir sind ja auch schon so gut wie verlobt.“
Oder: „Wenn ich diesen Film im Internet anschaue, ohne ihn zu streamen, ohne dafür zu bezahlen, nehme ich ja kein Geld weg, ich hätte ihn sonst auch nicht geschaut.“ Und so weiter.
So reden wir uns das schön. So kenne ich es von mir. Ähnlichkeiten sind natürlich rein zufällig.
Das heißt, wir sollten erst einmal vor unserer eigenen Tür kehren, bevor wir andere verurteilen.
Die Hirten als Helden des Glaubens und der Verkündigung
Und sechstens: Die letzte Figur sind die Hirten. Nur? Es sah natürlich genau so aus, das ist ja ganz klar. Klares? Dankeschön.
Also, die letzte Figur, die Hirten. Für mich sind sie die eigentlichen Helden der Geschichte. Ich finde, sie sind die coolsten Figuren. Ich werde euch jetzt begründen, warum. Ich glaube, der Sympathiebonus, den wir den Hirten gegenüberbringen, wird leicht durch das Dach gehen.
Was hat es mit den Hirten in Bethlehem eigentlich auf sich? Hirten braucht man für Schafe. Schafe sind wirklich extrem dumm. Und junge Schafe sind Lämmer, das habe ich gestern noch mal gegoogelt. Ja, lacht nicht! Und Lämmer, die in Bethlehem herangezogen werden, sind nicht irgendwelche Lämmer. Einige nicken schon wissend, ihr wisst, worauf es hinausläuft. Es sind die Lämmer, die zum Winterende, zum Frühlingsbeginn in Jerusalem als Passalämmer geschlachtet werden.
Also noch mal langsam: Die Lämmer, die in Bethlehem aufgezogen und geboren werden, sind die Lämmer, die zum Passafest getötet und geopfert werden, um Versöhnung zu schaffen. Das heißt, um es auszubuchstabieren: Jesus wird in einem Stall geboren, in dem dieselben Lämmer geboren werden, die am Passafest an Gründonnerstag und Karfreitag in Jerusalem geopfert werden, damit das Volk nicht sterben muss.
Und diese Lämmer werden von diesen Hirten bewacht. Genau, da hatte ich auch so einen Kronleuchter, der mir aufging. Diesen Hirten begegnet jetzt ein Engel – da haben wir ihn wieder, also viele Engel damals – und die Hirten fürchten sich. Das ist immer eine der ersten Reaktionen, die Leute in der Bibel haben, sobald sie einen Engel sehen. Eine der ersten Sachen, die ein Engel immer sofort sagt, ist: Fürchtet euch nicht.
Warum sagt er das? Weil Engel zum Fürchten sind. Ich will jetzt nicht zu sehr darauf eingehen, wie Engel in der Bibel beschrieben werden, aber es gibt drei verschiedene Gattungen. Eine der Gattungen, die wir hier erwarten dürfen, sind etwa dreieinhalb Meter große, menschenähnliche, leuchtende Wesen. So ungefähr. Da würde ich auch Angst kriegen.
Du bringst einfach dein Schaf abends zum Schlafen, deckst es noch zu – und dann reagieren die Hirten so. Sie sagen: Krass, Engel! Messias geboren! Bethlehem! Stall! Weißt du was? Sagt ein Hirte zum anderen: Komm, wir gehen dem mal auf den Grund. Wir machen mal Fact Checking, wir überprüfen das mal mit der Vernunft, was wir gerade in unserer religiösen Erfahrung erlebt haben. Finde ich so cool.
Und so machen sie es wirklich: Sie überprüfen es und finden heraus, es ist wirklich so. Es ist wirklich so. Danach erst, nachdem sie die Erfahrung gemacht und überprüft haben, bereiten sie das Wort aus und erzählen es einander – so übersetzt das Martin Luther. Erst nachdem sie im Herzen und im Kopf überzeugt sind, haben sie auch etwas, was sie erzählen können.
Dann können sie auch standfest in den Dialog eintreten und dahinter stehen. Denn dann haben sie keine Angst vor Rückfragen, weil sie wissen: Wir haben es gesehen, wir haben es ausgecheckt, wir haben es gecheckt – läuft.
Schließlich aber, und das ist das Ende der Geschichte, werden die Hirten nicht Vollzeitmissionare. Machen sie nicht. Hätten sie ja machen können, gab es ja damals auch schon teilweise, haben sie nicht gemacht. Stattdessen arbeiten sie in ihrem Job weiter, während sie anderen Leuten von Jesus erzählen.
Da stellt sich die berechtigte Frage: Wie vielen Menschen begegnet so ein Hirte am Tag eigentlich, die nicht Hirten sind? Aber es geht ja um den Einsatz. Ja, dabei sein ist alles.
Und ich denke, das ist richtig cool. Ich finde, das ist echt vorbildlich. Sie haben sich von Gott berühren lassen und sich von Gott zur Umkehr rufen lassen. Sie haben die Fakten des Glaubens überprüft, haben sie gemacht.
Wusstet ihr, dass das biblische Christentum – weißt du das? – die einzig historisch überprüfbare Weltanschauung ist? Die einzige Weltanschauung, die übereinstimmt mit dem, was du säkular als Historiker nachweisen kannst. Die einzige. Keine andere.
Das heißt, das biblische Christentum ist nicht nur Gefühlsduselei. Es ist nicht nur Gesang, nicht nur Gebet, nicht nur Poesiealbum-Sprüche und all das, was wir auch so gerne schätzen. Das ist es nicht. Sondern es sind historisch überprüfbare Fakten, die heute jedem zugänglich sind. Das ist kein geheimes, arkanes Mysterium, das irgendwo weggesperrt wird. So ist es.
Und nachdem sie das überprüft haben, nachdem sie Kopf und Herz vollgesaugt haben, wollen sie es weitergeben. Das ist so cool. Das muss nicht Vollzeit sein. Nicht jeder muss jetzt sagen: Okay, ich werde jetzt Missionar, ich ziehe jetzt nach Südafrika um. Das muss es nicht sein.
Petrus schreibt im ersten Petrusbrief, Kapitel 3: Seid immer bereit – also habt eine Grundhaltung der Bereitschaft –, Rede und Antwort zu stehen, sobald euch jemand fragt nach der Hoffnung, die in euch ist. Mit Hoffnung ist hier Glaube im Allgemeinen gemeint.
Also seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, sobald euch jemand nach dem fragt, was ihr für Wahrheit haltet. Antwortet dann freundlich und respektvoll im Bewusstsein, dass ihr ein reines Gewissen habt, weil ihr wisst.
Ein reines Gewissen kann doch haben, wer weiß, wovon er spricht. Wie die Hirten, die es überprüft haben und des guten Gewissens bis zu ihrem letzten Atemzug bestätigen konnten. Und so auch wir.
Wir sind von Jesus gerufen, die meisten von uns sind umgekehrt. Unsere Aufgabe ist es, das zu überprüfen und es dann weitergeben zu können – guten Gewissens, mit Kopf und Herz.
Die Bedeutung der Grundhaltung im Glauben
Was lernen wir daraus? Wie wäre es, wenn Jesus heute wiederkommen würde?
Es gibt drei biblische Prophezeiungen, die nahelegen – und ich sage das mit Vorsicht –, dass selbst nachdem Jesus wiedergekommen ist, ein Drittel der Bevölkerung ihn nicht annehmen wird. Selbst nachdem alle Fragen geklärt sind – etwa: Gibt es Gott wirklich? Ist das vielleicht nur deine Wahrheit und nicht meine? Ist das nicht einfach eine Glaubensfrage? Und wer sagt schon, dass Jesus der einzig wahre Gott ist? –, nachdem all das längst geklärt und nicht mehr diskussionswürdig ist, nachdem er da ist, anfassbar, zumindest sichtbar, wird es immer noch ein Drittel der Weltbevölkerung geben, das ihn nicht annehmen will.
So verstehe ich das, auch wenn ich mich irren kann. Diese Menschen wollen ihn nicht annehmen. Ich glaube, wir machen es uns manchmal zu einfach, wenn wir denken, manche Menschen wollten nicht Christen werden, weil sie emotionale Blockaden haben. Das mag stimmen. Manche wollen es nicht, weil sie rational noch Fragen haben, die nicht geklärt sind. Auch das kann sein. Aber ich glaube, es ist vor allem eine Frage der Grundhaltung.
Die sechs Figuren in der Bibel hatten ganz unterschiedliche Grundhaltungen, aber sie hatten alle dieselben Fakten. Schau dir an, wie unterschiedlich sie darauf reagiert haben. Es ist eine Frage des Herzens und der eigenen Einstellung. Bist du bereit, zu akzeptieren, dass es real ist?
Wie wäre deine Reaktion, wenn Jesus heute wiederkommen würde? Natürlich würden wir alle wie Maria jubeln und sagen: „Endlich! Du hast nicht so lange gewartet. Dein Wille geschehe!“ Aber vielleicht wäre das nicht bei allen so.
Dasselbe historische Dokument, das von Jesu Geburt berichtet, erzählt auch davon, dass er wiederkommen wird. Bist du bereit für Jesus? Bist du bereit?
Das ist der Advent – die Ankunft. Und es ist keine Frage des Intellekts, sondern des Herzens. Sind wir bereit für Jesus? Waren wir als Menschheit damals bereit, als er das erste Mal kam? Können wir heute bereiter sein für sein zweites Kommen? Und wird es dann besser sein?
In Gottes Frieden sei mit euch. Amen.
Persönliche Reflexion und Einladung zum Weiterlernen
Tja, wie geht es dir jetzt? Bist du bereit, dass Jesus wiederkommt? Wenn ich selbstkritisch mein Leben betrachte, weiß ich, dass es noch einige Baustellen gibt. Ich kenne die Bereiche, an denen ich arbeiten muss – und das ist etwas Gutes.
Viele Jahre habe ich eine Beratungsstelle geleitet, in der ich viele tausend Menschen getroffen und häufig über Jahre auf ihrem Weg begleitet habe. Dabei habe ich immer wieder die gleichen Sollbruchstellen gesehen – die gleichen Probleme, an denen Menschen in ihrem Leben scheitern, ihr Leben gegen die Wand fahren und am Ende des Tages nur mit Reue dastehen. Es sind immer dieselben Gründe, zum Glück nur eine Handvoll.
Als ich vor einem Jahr die Beratungsstelle geschlossen habe, habe ich diese Gründe zusammengetragen: Was ist diese kleine Handvoll an Ursachen, warum Menschen ihr Leben gegen die Wand fahren? Man muss ja nicht das Rad neu erfinden oder jeden Fehler selbst machen. Viele haben mich danach gefragt, daher habe ich daraus einen kurzen, knackigen Online-Videokurs gemacht, der sehr gutes Feedback erhalten hat.
Über all die Zeit musste man für diesen Kurs bezahlen – jetzt nicht mehr. Wir haben alle, glaube ich, genug bezahlt in diesem Jahr. Deshalb verschenke ich ab heute, ab dieser Minute, den kompletten Onlinekurs. Klick einfach auf den Link in der Videobeschreibung, und ich schalte dich sofort lebenslang frei. Das ist mein Weihnachtsgeschenk an dich.
Und damit sind wir bei dir. Was fandest du an diesem Video am spannendsten? Was hat dich nachdenklich gemacht, was hat dich überrascht, was nimmst du mit? Schreib es mir gern hier in die Kommentare. Viele wissen das ja: Ich lese jeden einzelnen Kommentar und antworte dir.
Konnte ich dir bis hierhin ein bisschen weiterhelfen? Wenn ja, wäre es großartig, wenn du mir kurz helfen würdest, damit Social Media solche christlichen Inhalte hier nicht blockiert. Das ist schon häufig vorgekommen. Das Einfachste ist, du schickst dieses Video in eine WhatsApp- oder Telegram-Gruppe. Das ist das Allereinfachste. Oder wenn du es auf Instagram siehst, kannst du es gern mit dem Papierflieger-Symbol in deiner Story teilen.
Ich bin Markus Voss, und das war jetzt ein Input zum Nachfolgeleben. Um Nachfolge zu verstehen und zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit. Dazu lade ich dich ein, jetzt die Glocke zu klicken. Damit bekommt Social Media das Signal, dass solche Inhalte hier tatsächlich geschaut werden und nicht verborgen werden sollen.
Vielen Dank dafür! Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.

