Zum Inhalt

Das Laubhüttenfest – Das Fest der überwältigenden Freude (1)

3. Mose 23,33-4330.11.2024
SerieTeil 1 / 2Das Laubhüttenfest
Das Laubhüttenfest ist das letzte der sieben Feste des HERRN gemäss 3. Mose 23. Es fasst alle vorangegangenen Feste zusammen und wird deshalb auch einfach «das Fest» genannt. Ausgehend von den Anweisungen zu diesem Thema in der Thora betrachten wir die Bedeutung dieses Festes in einem umfassenden Gang durch das AT bis zum NT – bis hin zum letzten Buch der Bibel.

Einführung und Rahmung des Themas

Wir haben heute Nachmittag das Thema „Das Laubhüttenfest, das Fest der überwältigenden Freude“, vor uns. Wer über den Livestream zuschaut, kann unten am Bild auf der Betrachterseite links einen Link anklicken und dieses Skript von zwei Seiten herunterladen. Ich denke, im Saal haben alle ein Skript bekommen. Wer braucht noch eins? Hand hoch, da vorne, bitte bedienen.
Ich habe das so umschrieben: Das Laubhüttenfest ist das letzte der sieben Feste des Herrn gemäß 3. Mose 23. Es fasst alle vorangegangenen Feste zusammen und wird deshalb auch einfach das Fest, hebr. Hachag, genannt. Ausgehend von den Anweisungen zu diesem Thema in der Tora, den fünf Büchern Mose, betrachten wir die Bedeutung dieses Festes in einem umfassenden Gang durch das Alte Testament bis zum Neuen Testament, bis hin zum letzten Buch der Bibel, Offenbarung.

Die ersten Feste und ihre Erfüllung im Leben Jesu

Beschäftigen wir uns mit den Anweisungen zum Laubhüttenfest in der Tora, im Gesetz Mose, in den fünf Büchern Mose. Wir schlagen 3. Mose 23 auf. Dort werden die sogenannten sieben Feste des Herrn beschrieben, und zwar das Passafest, zweitens das Fest der ungesäuerten Brote und drittens das Erstlingsfest der Gerste.
Diese drei Feste hängen ganz direkt zusammen. Das Passafest musste am 14. Abib gefeiert werden. Später im Alten Testament heißt Abib Nisan; es ist derselbe Monat, entsprechend in unserem Kalender etwa März/April. Am 14. Nisan mussten die Passalämmer geschlachtet werden, und am Abend beginnt im Judentum gemäß der Bibel der neue Tag. Der 15. Nisan beginnt also dann, und da muss das Passahlamm gegessen werden.
Und während dieser ganzen Zeit darf man kein gesäuertes Brot essen, und zwar sieben Tage lang, vom 15. bis zum 21. Nisan. So hängen also Passa und das Fest der ungesäuerten Brote ganz direkt und eng zusammen. Und in derselben Woche, so steht es in 3. Mose 23, muss am Tag nach dem Sabbat das Fest der Erstlinge, der Gerste, gefeiert werden. Das heißt also, dieses Fest ist nicht an einen bestimmten Kalendertag gebunden, sondern es muss einfach in der Passawoche, in der Woche der ungesäuerten Brote, am Tag nach dem Sabbat gefeiert werden. Das ist natürlich der Sonntag. In unserer Sprache sagen wir Sonntag, in der Bibel wird dieser Tag der erste Tag der Woche genannt.
Die Bibel beginnt ja mit dem Sonntag. Die Welt wurde am Sonntag erschaffen. Ich betone das so, weil es Leute gibt, die geradezu mit Aversion erfüllt werden, wenn sie nur den Namen Sonntag hören. Aber die Bibel beginnt mit dem Sonntag. Nur nennt die Bibel das nicht den Tag des Sonnengottes, natürlich nicht, sondern den ersten Tag der Woche. Diesem Tag musste eben das Erstlingsfest gefeiert werden.
Und sehen wir die Erfüllung: Der Herr Jesus wurde gekreuzigt. Er wurde die Erfüllung des Passalam am 15. Nisan, also an dem Tag, an dem das Passahlamm gegessen werden musste, nämlich am Vorabend. Aber das geht dann weiter, den nächsten Tag über, bis Sonnenuntergang. An diesem Tag wurde der Herr Jesus gekreuzigt und erfüllte dieses Fest, das von dem erlösenden, befreienden Lamm und seinem erlösenden Blut spricht.
Und es ist so: Ungesäuertes Brot ist in der Bibel ein Bild dafür, dass Sünde hinausgetan wird. Sauerteig ist in der Bibel, im Alten und im Neuen Testament, immer etwas Negatives, ein Bild der Sünde. Denn Sauerteig bläht den Teig auf und gibt vor, dass mehr da ist, als wirklich da ist. Das ist Blöffen, das ist auch Aufblähen, ein Bild des Hochmuts, wenn jemand stolz ist. Der richtet seinen Oberkörper gerade auf, ja. Das ist dieses Aufblähen.
Und wer den Herrn Jesus erkannt hat als das Lamm Gottes, das durch sein Blut Erlösung gebracht hat, der muss aus seinem Leben alles, was mit Sünde zu tun hat, hinaustun. Genauso muss man am Fest der ungesäuerten Brote allen Sauerteig aus den Häusern entfernen. Das ist ein schönes Bild der Bekehrung, wo man richtig aufräumt. In allen möglichen Bereichen gibt es da aufzuräumen. Ich möchte jetzt nicht ein paar erwähnen, weil man dann meint, das gelte nur für diese Bereiche, nur für die CD-Sammlung. Früher waren es CD-Sammlungen, heute sind sie etwas versteckter, die Dateien. Aber eben, da gibt es Dinge aufzuräumen. Jetzt habe ich doch etwas erwähnt. Aber jetzt könnte man eben über den Kleiderschrank in alle möglichen Bereiche des Lebens hineingehen und richtig aufräumen: überall, wo Sauerteig ist, raus.

Auferstehung, Erstlingsfrucht und die Phasen der ersten Auferstehung

Und das Fest der Erstlinge, der Gerste, wurde in derselben Woche am Tag nach dem Sabbat gefeiert. In 1. Korinther 15 geht es um die Auferstehung, also um das Thema Auferstehung und um die Auferstehung von Jesus Christus am dritten Tag. Und diese hat eben am Tag nach dem Sabbat stattgefunden. Das machen die Evangelien klar.
Am Rüsttag wurde der Herr Jesus gekreuzigt. Im Griechischen ist der Ausdruck Rüsttag der Name für Freitag. Das ist nicht einfach der Rüsttag von irgendeinem Fest, sondern der Rüsttag des Sabbats. Das ist der feste Name für Freitag. Übrigens ist auch im Neugriechischen heute der Freitag Rüsttag.
Dann kam der Sabbat, und am Tag nach dem Sabbat ist der Herr Jesus auferstanden. So fiel das Fest der Erstlinge zusammen mit seiner Auferstehung.
 1. Korinther 15 spricht über die Auferstehung. Ich schlage kurz auf in 1. Korinther 15. Und wie wird der Jesus, der Erste, der aus den Toten auferstanden ist und nie mehr stirbt, genannt? In 1. Korinther 15,20 steht: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen.
Er ist der Erstling, weil er der Erste ist, der auferstanden ist und nicht mehr stirbt. Aber es wird dann noch verschiedene Phasen der Auferstehung der Gerechten geben. Eine weitere ist bei seiner Ankunft zur Entrückung. Da wird es die Auferstehung der alttestamentlich Gläubigen zusammen mit denen der Gemeinde geben. Dann gibt es eine weitere Phase der Auferstehung in Offenbarung 11. Die zwei Zeugen werden sterben, am Ende der ersten dreieinhalb Jahre, und nach dreieinhalb Tagen auferstehen. Diese Auferstehung gehört auch zur sogenannten ersten Auferstehung zum Leben. Und dann haben wir eine weitere Phase am Anfang des Tausendjährigen Reiches. In Offenbarung 20 steht, dass die Märtyrer aus der Drangsalszeit auferstehen werden. Das ist nicht die Entrückung, aber es ist eben die Auferstehung der Märtyrer vor dem Tausendjährigen Reich.
So haben wir also all diese Phasen der ersten Auferstehung. Und nach dem Tausendjährigen Reich gibt es dann noch die Auferstehung der Verlorenen, die vor dem großen Thron erscheinen werden. Am Schluss von Offenbarung 20 wird das beschrieben. Und obwohl sie auferstanden sind, werden sie immer noch die Toten genannt. Sie werden dort erscheinen, das sind alles Verlorene. Sie werden zwar einzeln geprüft, und es wird immer nachgeschaut. Nicht weil Gott das nicht wüsste, sondern weil alles belegt wird. Es wird klar gemacht, dass da nicht irgendwie mutwillig verurteilt wird. Wenn jemand nicht im Buch des Lebens geschrieben gefunden wurde, dann wurde er in den Feuersee geworfen. Aber das ist eben die Auferstehung zum ewigen Gericht.
Und wir sprechen hier von der Auferstehung zum Leben. Und da ist der Herr Jesus der Erstling der Entschlafenen. Also diese Erstlinge: Das war ein Feld mit Gerste, das in Jerusalem als erstes geschnitten wurde. Erst danach durften im ganzen Land die Gerstenfelder geerntet werden. Aber diese Vorernte spricht eben von Christus, dem Erstling. Und wir sehen, wie das schön von den Zeiten zusammenpasst.
Dann erklärt 3. Mose 23, dass man von diesem Tag der Erstlinge sieben Wochen zählen muss, sieben mal sieben Tage. Und dann ist am fünfzigsten Tag wieder ein Fest, und zwar das Pfingstfest. Im Hebräischen sagt man Schawuot, das heißt Wochen. Es ist das Wochenfest, weil man eben sieben Wochen abzählen muss vom Auferstehungstag, dem Erstlingsfest der Gerste.
Und dann musste man bei diesem Fest auch ein Stück Feld ernten, ein spezielles Stück Feld in Jerusalem, und diesmal mit Weizen, Anfang Juni. Aber auch da ist kein Datum angegeben, sondern man muss eben von diesem Tag nach dem Sabbat sieben Wochen zählen. Der fünfzigste Tag ist dann dieses Fest. Das fällt in unserem Kalender hier auf Anfang Juni. Dann musste man diese Weizenkörner mahlen und zwei Brote backen, und die wurden zum Tempel gebracht. Brote mit Sauerteig.
An genau diesem Tag, dem fünfzigsten, heißt dieser Tag auf Griechisch Pentecoste. In Apostelgeschichte 2, Pfingsten, als der Tag von Pfingsten erfüllt war, im Griechischen als der Tag von Pentecoste erfüllt war. Niemand zählt, und dann sind sieben Wochen erfüllt. Am fünfzigsten Tag ist dieses Fest, und das fiel genau zusammen mit der Entstehung der Gemeinde.

Pfingsten, Gemeinde und die Gabe des Gesetzes

Und zwar: Die Gemeinde ist aus all den Kindern Gottes entstanden, die es damals schon gab. Aber sie wurden zusammengefügt, zu einem Leib. 1. Korinther 12,13 sagt, dass die Gläubigen durch den Heiligen Geist zu einem Leib getauft wurden. Und diese Brote von Pfingsten sind ein Bild von diesem Leib Christi.
Nun, das war nicht ungesäuert. Die Erstlinge der Gerste mussten ungesäuerte Brote sein. Das ist ja klar, denn sie fallen in das Fest der ungesäuerten Brote hinein; und die waren ungesäuert. Der Herr Jesus ist vollkommen ohne Sünde.
Aber die Gemeinde besteht eben aus Menschen, die auch nach der Bekehrung immer noch diese sündige Natur haben, die wir von Adam geerbt haben. Im Römerbrief wird das die Sünde oder das Fleisch genannt. Damit ist nicht der Körper gemeint, sondern diese böse Natur, die den Körper, die Hände, die Füße, die Augen und die Ohren für Sünde missbrauchen möchte. Das ist das Fleisch. Und das haben wir in uns. Darum sind das gesäuerte Brote.
Zwei Brote: Die Zahl zwei ist in der Bibel die Zahl des Zeugnisses. Der Herr Jesus hat die Jünger, die Zwölf, immer zu zweit ausgesandt, um Zeugnis zu geben. Später auch die siebzig Jünger zu zweit und zu zweit. Und diese zwei Brote sollten eben ein Zeugnis sein von diesem Gedanken des Leibes Christi.
Aber wichtig: Das waren gebackene Brote, und damit war der Sauerteig inaktiviert. Der Sauerteig wirkt und wirkt und durchsäuert, solange der Teig noch nicht gebacken ist. Wenn er gebacken ist, wird er neutralisiert. Und so ist die Macht der Sünde durch das Werk des Herrn Jesus gebrochen. Wir müssen dieser sündigen Natur nicht mehr gehorchen. Vor der Bekehrung musste man einfach, nach der Bekehrung nicht mehr. Das wird dadurch ausgedrückt.
Jetzt sehen wir diese vier der sieben Feste. Sie hängen sehr stark miteinander zusammen und sind auch zeitlich sehr nah beieinander. Und noch ein Punkt: Das Pfingstfest fiel zusammen mit dem Tag, an dem Israel nach dem Auszug aus Ägypten am Sinai ankam und Gott ihnen das Gesetz gab. Das fiel zusammen mit dem Pfingstfest, und darum wird im Judentum eben Schawuot, das Pfingstfest, der fünfzigste Tag, gefeiert als das Fest der Gabe des Gesetzes.
Aber in 2. Korinther 3 wird eben erklärt, dass Gott den Gläubigen der Gemeinde seine Gedanken, seine Gebote, ins Herz hineingeschrieben hat, nicht auf steinerne Tafeln. Damals, als Israel im dritten Monat am Berg Sinai ankam, 2. Mose 19, war das auf Tafeln. Aber die Erfüllung im Neuen Testament, im Zusammenhang mit der Gemeinde, ist, dass Gott eben sein Wort und seine Gedanken in die Herzen der Wiedergeborenen hineingeschrieben hat.

Der Übergang zum Herbst: Posaunen, Umkehr und Erwartung

Und dann kam zeitlich eine lange Pause bis in den Herbst. Da haben wir auf der Zusammenstellung auf dem Blatt ja eben: Passa, ungesäuerte Brote, drittens Erstlingsfest der Gerste, Pfingsten. Da geht es lange bis zu dem Fest des Posaunenschalls, das fünfte Fest. Das fällt auf den ersten Tischri. Das wird im Judentum gefeiert als das Neujahrsfest, Rosh Haschanah. Das heißt: Kopf des Jahres. Das ist das Jahresanfangsfest.
Wobei, etwas seltsam, nicht wahr? 1.7. – das ist Neujahr. Im Kalender hier, nicht wahr, ist es Neujahr: 1.1. Nun, das war eben einmal so. Tischri war vor dem Auszug aus Ägypten der erste Monat im Jahr. Und am ersten Tischri hat Gott Adam erschaffen, und am selben Tag seine Frau. Das heißt, die Welt wurde am 27. Elul erschaffen. Der erste Schöpfungstag, dieser Sonntag, der wieder der erste Tag der Woche ist, das ist der Tag, an dem Gott Himmel und Erde erschaffen hat. Aber am sechsten Tag erschufen sie den Menschen, das war erster Tischri. Und das Posaunenschallfest erinnert eben an die Erschaffung des Menschen.
Nun ist es hier in 3. Mose der siebte Monat. Warum? Mit dem Auszug aus Ägypten, 2. Mose 12, hat sich der Kalender geändert. Gott sagt: Dieser Monat soll euch der erste der Monate sein. Das heißt, der Monat Abib war früher der siebte und wurde zum ersten gemacht. Und damit wurde der frühere erste Tischri zum siebten. Aber das wird beibehalten. Hier das Fest des Posaunenschalls ist eben das Neujahrsfest, das zurückgeht auf die Schöpfung.
In diesem Sinn hat Israel zwei Neujahrstage bekommen, nicht wahr? Erster Nissan, das ist dann der Monat, an dem der Auszug aus Ägypten, die Erlösung aus der Sklaverei, stattgefunden hat, und der erste Tischri, die Erinnerung an die Erschaffung. So ist es eigentlich auch im Leben eines Gläubigen. Wir können zwei Geburtstage feiern: den natürlichen Geburtstag und den Geburtstag der Bekehrung und Wiedergeburt.
Gut, ich weiß nicht, alle wissen genau, an welchem Tag nun alle Elemente einer Bekehrung zusammenkommen: Ich erkenne, dass ich ein Sünder bin vor Gott, ich bereue meine Schuld, bekenne sie Gott, glaube an das Opfer des Herrn Jesus, dass er das Gericht, das ich verdient habe, in Ewigkeit auf sich genommen hat am Kreuz, und ich übergebe mein Leben ganz unter seine Herrschaft. Bei manchen ist das über eine längere Zeit, bis alle Elemente beieinander sind und Gott die Wiedergeburt wirkt. Aber manche können genau sagen: Das war am, sagen wir, 9. Dezember. Aber geboren bin ich an einem anderen Tag. Dann kann man zweimal Geburtstag feiern. Ist doch schön.
Und so ist das für Israel: zwei Neujahrstage. Aber eben das Fest des Posaunenschalls, das erinnert an die Erschaffung. Es gibt zwar Leute, die sagen: Wieso Geburtstag feiern? Und dann gibt es sogar Leute, die sagen: Nein, in der Bibel, an einem Geburtstag des Pharao, da wurde der Bäcker aufgehängt. Und es war an einem Geburtstag von einem der zehn Kinder Hiobs, da sind alle Kinder gestorben in einer Katastrophe. Und ein weiterer Geburtstag im Neuen Testament, das war der Geburtstag der Herodias, da wurde der Kopf von Johannes dem Täufer gefordert. Also Geburtstage sind in der Bibel schon nicht gerade sehr erfreuliche Dinge.
Ja, man kann jedes Fest missbrauchen. Oder an jedem Fest kann etwas Trauriges geschehen. Aber es ist so: Beim Geburtstag sollten wir daran denken, Gott hat mich als Schöpfer gewollt. Ich bin nicht das Produkt eines Zufalls, sondern ich bin gewollt, erwünscht. Und das übrigens auch, wenn man sagt: Ja, bei mir war es schon speziell, wie das mit meinen Eltern zusammenkam, das hat überhaupt nicht gestimmt. Okay, aber trotzdem darf man als Erlöster zurückblicken und wissen: Vor Grundlegung der Welt hat der Vater mich auserwählt, natürlich nach Vorkenntnis, weil er wusste, wenn der Ruf des Evangeliums kommt und Gott mich zieht, werde ich schließlich kapitulieren. Gott hat mich auserwählt und zuvorbestimmt für sich selbst. Gott wollte mich, sogar wenn meine Eltern vielleicht gesagt haben: Du warst ein Unfall.
Es ist so schrecklich, aber das gibt es. Aber das muss nicht Anlass sein für Depression, sondern wenn man weiß: Aber Gott hat mich von Ewigkeit her, vor Grundlegung der Welt, er hat mich gewollt, eben zuerst einmal als Schöpfer und dann auch als Erlöser, hat meine Bekehrung. Sagen wir: zwei Gründe, Geburtstag zu feiern. Und dazu möchte ich vielleicht gerade noch lesen aus Jesaja 43, da haben wir nämlich beide Gedanken zusammen, dass Gott uns liebt, weil er unser Schöpfer ist, und dass Gott uns liebt, wenn er unser Erlöser ist.

Schöpfung und Erlösung als doppelte Grundlage der Freude

 Jesaja 43,1: Und nun spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Jakob ist der Name des Menschen, der durch seine sündige Natur geprägt war. Israel ist der Name, der an Erlösung denken lässt. Jakob bekam einen neuen Namen: Gotteskämpfer. Das beschreibt Jakob als den Bekehrten, der durch die Bekehrung neues Leben aus Gott empfangen hat. Auch schon alttestamentlich heißt es: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Hier sehen wir, dass Gott uns liebt, weil er uns geschaffen und gebildet hat. Und er liebt auch die, die sich bekehrt haben, weil er sie erlöst hat. Das ist sehr schön, gerade im Zusammenhang mit dem Fest des Posaunenschalls.
Posaune heißt im Hebräischen Schofar. Das ist ein Tierhorn. Es muss von einem koscheren Tier stammen, typischerweise von einem Widderhorn, aber es kann auch ein Steinbockhorn oder ein Antilopenhorn sein. Das ist ein Schofar. Und am ganzen Tag von Rosch Haschana, dem Posaunenschallfest, wird in das Schofarhorn geblasen. Man bläst aber auch in biblischen Zeiten in die silbernen Posaunen aus 4. Mose 10. Das sind die silbernen Trompeten, die in der Elberfelder Übersetzung als Trompeten bezeichnet werden. Die anderen Posaunen sind Schofar und Chazozerra; das ist eben die Trompete aus Silber.
Was bedeutet das? Im Judentum wurde das schon erklärt, die Symbolik, nicht wahr? Ein Schofarhorn ist ja gekrümmt, und ein Schofarhorn ist sehr stabil. Wenn man ein Tierhorn auf den Boden wirft, ist es nicht einfach kaputt. Wenn man aber eine Tonflasche auf den Boden wirft, ist sie kaputt. Saul wurde ja mit einer Tonflasche zum König gesalbt. Das deutete an, dass sein Königtum zerbrechen wird. Im Kontrast dazu wird David in 1. Samuel 16 mit einem Tierhorn gesalbt. Das sollte bedeuten, dass sein Königtum bestehen soll, schließlich bis ans Ende der Welt, wenn der Sohn Davids, der Messias, als letzter König über die Welt in Gerechtigkeit und Frieden regieren wird.
Das Horn spricht also von Stärke und Autorität. Und man denkt daran, dass Gott der ist, der Autorität über uns Menschen hat. Er hat uns erschaffen, aber schon am Tag der Erschaffung, 1. Mose 2, hat Gott Adam ganz klar Gebote gegeben. Der Mensch wurde als Diener erschaffen, und Gott ist der Herr. Das wird durch die Stärke des Hornes ausgedrückt, das ist die Autorität Gottes. Und das Gekrümmte hat man sehr schön gedeutet mit: Und wir Menschen beugen uns unter die Autorität Gottes.

Der Versöhnungstag als Vorbereitung auf das letzte Fest

Das ist das Fest des Posaunenschalls, und wie auf dem Blatt vermerkt, kommt danach das Fest, das Versöhnungstag genannt wird. Der Yom Hakipurim oder kurz Yom Kippur, der Tag der Sühnung.
An diesem Tag musste der Hohepriester die Schuld Israels aus dem vergangenen Jahr vor Gott bekennen und Opfer darbringen, unter anderem das Opfer eines Sündenbocks, der in die Wüste weggejagt wurde, beladen mit der Schuld Israels, um sie auf nimmer Wiedersehen wegzutragen.
Also: zehn Tage nach dem ersten Siebten das Fest der Versöhnung, der Sühnung, und dann noch ein paar Tage vom fünfzehnten bis einundzwanzigsten haben wir das Laubhüttenfest. Und das wird jetzt unser Thema sein.
Aber wie schon angedeutet: Das Laubhüttenfest fasst eigentlich alle diese sieben Feste zusammen. Und was uns vielleicht aufgefallen ist: Die vier ersten bilden eine Gruppe für sich, und die sind eigentlich prophetisch alle erfüllt durch das Kommen des Herrn Jesus und die Entstehung der Gemeinde.
Das Gemeindezeitalter sollte eine lange Zeit werden. Das wird auch angedeutet in Matthäus 25 in dem Gleichnis der Talente. Der Herr, der seinen Jüngern oder seinen Dienern den Auftrag gibt: Handelt, bis ich komme, geht weg in ein anderes Land. Und Matthäus schreibt: Nach langer Zeit kehrt der Herr zurück. Es sollte lange Zeit sein, bis Jesus Christus wiederkommen würde.
Und in 2. Petrus 3 wird das auch angedeutet. Petrus sagt nämlich, in der Endzeit werden Spötter kommen mit Spötterei und sagen: „Wo ist die Wiederkunft Christi?“ Also wird es so lange gehen, dass die Spötter schließlich über die lachen, die immer noch warten.
Und wirklich, das Gemeindezeitalter ist ziemlich lang gegangen. Jetzt sind wir schon 2024, und die Entrückung ist noch nicht geschehen. Aber wir sehen, wie sich Dinge vorbereiten, wie sich alles mit Israel an den Platz stellt. Wir haben gesehen, wie das jüdische Volk ab 1882 heimgekehrt ist ins Land der Vorfahren, den Staat gegründet hat und wie sich die Prophetie über Israel erfüllt.
Wir sehen: Wir sind in der Endzeit. Wir sehen auch, wie die Ereignisse, die erst nach der Entrückung stattfinden können, schon vorbereitet werden. Die Schachfiguren sind aufgestellt.

Israels künftige Erweckung und die Bedeutung des Posaunenrufs

Und was geschieht nach der Entdrückung? Die grosse Erweckung in Israel.
Paulus sagt in Römer 9 bis 11, dass Israel als Nation gewissermassen auf die Wartebank gestellt worden ist für eine Zeit und das Zeugnis den Nationen übergeben worden ist. Aber er sagt dann in Römer 11. Das können wir kurz aufschlagen, Römer 11, Vers 25:
Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet, dass Israel zum Teil Verhärtung widerfahren ist, bis die Vollzahl der Nationen eingegangen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Aus Zion wird der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden. Und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.
Also hier wird gesagt: Israel ist zum Teil, und das bedeutet effektiv zum grossen Teil, Verhärtung und Verblendung widerfahren. Und es ist so, dass in den vergangenen zweitausend Jahren relativ wenig Juden, erstaunlich wenig Juden, zum Glauben gekommen sind, immer. Römer 9 bis 11 sagt: Auch jetzt gibt es einen Überrest nach Wahl der Gnade. Die gehören zur Gemeinde, eben zu diesem Brot von dem Fest Schawuot.
Aber der Apostel erklärt: Es wird eine Wende geben, wenn die Vollzahl der Nationen, also eine bestimmte Zahl, die nur Gott weiss, aus allen Völkern, wenn die eingegangen ist und zur Gemeinde hinzugefügt wird, dann geschieht die Entdrückung. Und dann wird ganz Israel errettet werden. Das heisst, es wird eine grosse Erweckung geben nach der Zeit der Gemeinde. Und das Posaunhallfest, das ist eben das Fest, das aufweckt. All diese Posaunstösse, diese Schofar-Klänge, die sagen: Israel, wach auf!
So werden sich nach Offenbarung 7 144 Bekehren, das wird so die Vorhut sein. Die werden nämlich genannt die Erstlinge in Offenbarung 14. Sie werden sich bekehren, und sie werden evangelisieren, intensiv. Von Stadt zu Stadt in Israel wird evangelisiert werden. Der Jesus sagt allerdings in Matthäus 10: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis der Sohn des Menschen gekommen ist.
Es wird sich schliesslich in der grossen Drangsal ein Drittel der Bevölkerung bekehren. Nach den heutigen Zahlen wären das mehr als zwei Millionen. Wir haben keine Verheissung für Deutschland, für die Schweiz, dass ein Drittel sich noch bekehren wird, aber für Israel ausdrücklich. Sacharja 13,8: Ein Drittel wird sich bekehren. Im Land und im Ausland wird es auch zu einer Erweckung kommen, davon spricht übrigens 5. Mose 30. Dass die sich im Ausland bekehren, und erst dann werden sie nach Hause kommen.
Also Römer 9 sagt, und das ist überraschend, Römer 9,27: Jesaja aber ruft über Israel. Wäre die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres, nur der Überrest wird errettet werden, denn indem er die Sache vollendet und abkürzt, wird der Herr auf der Erde handeln.
Jetzt steht hier: Nur der Überrest wird errettet werden. Und in Römer 11, im gleichen Brief und zwar im gleichen Zusammenhang, Römer 9 bis 11, da geht es um Israel, heisst es: Ganz Israel wird errettet werden. Wie geht das? Ganz einfach, wie in der Mathematik. Wenn ein Drittel übrig bleibt und zwei Drittel umkommen durch diesen schrecklichen Angriff von Norden, wie die Propheten sagen, Joel 2 zum Beispiel, dann ist der Drittel das Ganze.
Und darum sagt Römer 9: Nur ein Überrest wird errettet werden, und Sacharja 13 erklärt: Das ist ein Drittel der ganzen Bevölkerung. Und dieser Überrest wird überleben, und damit ist ganz Israel gerettet, weil alle aus Israel dann bekehrt und wiedergeboren sein werden. Und das wird eben dargestellt in diesem Fest des Posaunenschalls. Israel wird geweckt. Und das wird auch im Judentum übrigens so erklärt, dass das Fest des Posaunenschalls das Fest ist, um aufzuwecken.

Das Gericht über die Schuld und die kommende Erscheinung des Messias

Und dann, zehn Tage später, ist Jom Kippur. Da muss das ganze Volk seine Sünden bekennen. Und wie wird das sein? Nach der Entrückung kommt diese Erweckung. Ein Drittel bekehrt sich in der größten Not, und dann wird Jesus Christus auf dem Ölberg erscheinen. Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, östlich von Jerusalem, Sacharja 14,3.
Und Sacharja 12,10, da spricht auch der Herr und sagt: Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Der Satz geht weiter. Es spricht nicht mehr der Sohn, es spricht zwar immer noch JHWH, denn Vers 1 in Sacharja 12 sagt: Ausspruch JHWHs. Der Herr sagt: Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Sie haben den Sohn durchbohrt als Mensch vor den Toren Jerusalems.
Aber dann geht es weiter: Und sie werden über ihn wehklagen, wie man über die Wehklage eines Eingeborenen klagt, wenn der einzige Sohn stirbt. Das ist ganz besonders schrecklich. Aber so bitter werden die Wehklagen sein. Und sie werden Jesaja 53 von ganzem Herzen beten: Als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir seiner begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt.
Und dann später: Doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Wunden ist uns Heilung geworden. Heilung von der Sündenkrankheit. Ja, und so werden sie das erleben, was Jom Kippur vorschattet.

Die Freude des Laubhüttenfestes als Ziel der ganzen Heilsgeschichte

Und dann kommt das Fest der größten Freude. Das ist unser Thema: das Laubhüttenfest, das Fest der überwältigenden Freude.
Wenn ein ganzes Volk Buße tut, die Schuld bereut und mit Gott in Ordnung kommt, dann gibt es kein Hindernis mehr für Freude, für echte Freude. Darum ist das Laubhüttenfest das Fest der überwältigenden Freude. Wir werden gleich sehen: Dreimal befiehlt die Tora, dass man sich an diesem Fest freuen soll, und einmal sogar nur: freuen. Völlige Freude!
Aber genau das ist das Rezept für echte, tiefe Freude. Wenn die Schuld im Leben geordnet wird und die völlige Vergebung im Glauben in Anspruch genommen wird, dann kann man das erleben, was das Neue Testament völlige Freude nennt.
Eine kleine Hausaufgabe: Alle Stellen im Neuen Testament aufsuchen, in denen von völliger Freude gesprochen wird, und auch genau beachten, was die Gründe in jeder Stelle dafür sind, dass es völlige Freude gibt. Das ist gewissermaßen Laubhüttenfest in der Erfüllung des Neuen Testaments, diese völlige Freude.
Aber eine dieser Stellen möchte ich aufschlagen in 1. Johannes 1. Da schreibt der Apostel in Vers 3, 1. Johannes 1,3: Was wir gesehen und gehört haben – es geht um Jesus Christus, den er als Augenzeuge gesehen und den er auch predigen gehört hat – was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, damit ihr mit uns Gemeinschaft habt. Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.
Und dies schreiben wir euch, damit unsere Freude völlig sei. Völlige Freude in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, in dem man weiß: Alles ist gut.
Ja, wie das auch dann Vers 7 sagt: Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.
Eben: Wenn das Leben geordnet ist, Yom Kippur, dann ist der Freude keine Grenze mehr gesetzt. Und das ist die wunderbare Botschaft von Sukkot.
Darum habe ich erklärt: Sukkot heißt Laubhütten, Sukka heißt Hütte, und im Plural Sukkot mit scharfem S: Laubhütten. Das fasst eben alles zusammen. Diese Feste setzen voraus, da haben wir eine Übersicht über den ganzen Plan Gottes, einerseits im Zusammenhang mit der Gemeinde, Feste 1 bis 4 insbesondere, und dann im Zusammenhang mit Israel, die Feste 5, 6, 7, die auch zeitlich wieder so nah beieinander sind. Und dazwischen die große Pause, das ist die Gnadenzeit, die Zeit der Gemeinde.

Die drei Pilgerfeste und ihre biblische Einordnung

Zweiter Punkt da auf dem Blatt: Anweisungen zum Laubhüttenfest. Da habe ich hingeschrieben: 2. Mose 23,13 und folgende, 2. Mose 34,22 und folgende, 5. Mose 16,16. Da wird klar: Das Laubhüttenfest gehört zu den drei obligatorischen Festen beim Tempel.
Drei Feste sind vorgeschrieben als Feste, zu denen man zum Tempel gehen muss, und zwar für alle Israeliten. Die Frauen sind nicht verpflichtet; das war freiwillig. Das hängt mit Rücksicht auf die kleinen Kinder zusammen. Wenn das aber möglich war, dann gingen natürlich auch die Frauen. Erwartet wurde ganz Israel.
Das sind eben die Feste Passa, dann Pfingsten, Schawuot, das Wochenfest, und Sukkot, das Laubhüttenfest. Diese Feste werden Chagim genannt. Chag heißt Fest, meint aber ganz speziell ein Fest, bei dem man hinaufgeht zum Tempel.
Übrigens: „Chag“ hat man im Alttestamentlichen so ausgesprochen, und im modernen Hebräischen macht man daraus „Hag“. Das ist verwandt mit dem arabischen Wort „Hadsch“. Ja, aber das „dsch“ ist einfach das weich ausgesprochene „g“. Auch im Arabischen ist das unterschiedlich. Zum Beispiel sagt man im Libanon „Dschibail“ zu dem Ort Gebal, Biblos. Aber in Ägypten sagt man Gibeil. Also: In Ägypten sagt man G, im Libanon Dsch. Das kommt auf den Dialekt an.
Also Hadsch ist eigentlich das entsprechende Wort im Arabischen für Chag auf Hebräisch. Und Hadsch meint eben eine verpflichtende Pilgerfahrt, nicht nach Jerusalem, sondern nach Mekka, zum Schwarzen Stein. Aber im Islam wird eben ganz, ganz viel aus dem Alten und Neuen Testament kopiert und umgedeutet, verändert. Wenn man das einmal verstanden hat, dass es immer um Kopie, Kopie, Kopie geht, aber nicht wirklich um Kopie, sondern um Abänderung, dann versteht man manches.
Also einfach zur Erklärung: Das sind die drei Feste, zu denen man eben reisen musste, nicht nach Mekka, sondern zum Tempel, früher in Schilo und dann, als Jerusalem der Ort für den Tempel wurde, nach Jerusalem.

Die Grundanweisungen in 3. Mose 23 und die Struktur des Festes

Und nun lesen wir 3. Mose 23,33-43. Das sind die grundlegenden Festanweisungen im Rahmen der sieben Feste des Herrn.
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israel und sprich: Am fünfzehnten Tag dieses siebten Monats ist das Fest der Laubhütten, sieben Tage dem Herrn.
Am fünfzehnten Abib, Nisan, wurde das Passa gegessen, und das Fest der ungesäuerten Brote nahm den Anfang bis zum einundzwanzigsten. Also vom 15. bis zum 21. Monat. Und hier haben wir das abschließende Fest, das ebenfalls am 15. Tag des siebten Monats beginnt: das Fest der Laubhütten. Sukkot heißt das, sieben Tage dem Herrn. Also auch vom 15. bis zum 21.
So ist die Parallele: 15 bis 21, eins; 15 bis 21, sieben.
Am ersten Tag soll eine heilige Versammlung sein. Keine Dienstarbeit sollt ihr tun. Sieben Tage sollt ihr dem Herrn ein Feueropfer darbringen. Am achten Tag soll euch eine heilige Versammlung sein, und ihr sollt dem Herrn ein Feueropfer darbringen. Es ist eine Festversammlung. Keine Dienstarbeit sollt ihr tun.
Das sind die Feste des Herrn, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen, um dem Herrn Feueropfer darzubringen, Brandopfer und Speisopfer, Schlachtopfer und Trankopfer, die Gebühr des Tages an seinem Tag, außer den Sabbaten des Herrn und außer euren Gaben und außer allen euren Gelübden und außer allen euren freiwilligen Gaben, die ihr dem Herrn gebt.
Doch am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr das Fest des Herrn feiern, sieben Tage. Sieht man: das Fest ha-chag. Also, wir werden auch später in der Bibel sehen: Wenn dort steht „das Fest“, dann ist klar, das Laubhüttenfest, das Fest, das alle Feste zusammenfasst. Ha-chag dem Herrn feiern, sieben Tage.
Am ersten Tag soll Ruhe sein, und am achten Tag soll Ruhe sein. Merken wir: Wie gesagt, sieben Tage, aber dann kommt noch ein achter Tag, so geheimnisvoll als spezieller Höhepunkt dazu. Dieser achte Tag hat es in sich.
In Israel feiert man den achten Tag als Simchat Torah, die Freude an dem Gesetz. Das ist also ein ganz spezieller Tag. Er wird gefeiert als Ausdruck der Dankbarkeit für das Wort Gottes.
Es ist so: Früher hat man das zu biblischer Zeit, also neutestamentlich biblischer Zeit, in den Synagogen in einem Dreijahreszyklus gelesen. Dabei wurden alle Kapitel von 1. Mose 1 bis 5. Mose 34 gelesen. Später im Judentum hat man die Leseabschnitte vergrößert, und zwar so, dass man in einem Jahr durchkommt.
Eben mit Simchat Torah ist man an dem Punkt angekommen, wo man abschließt mit 5. Mose und dann wieder beginnt mit 1. Mose 1,1. So singt das der Chasan in der Synagoge vor: Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
Ja, und darum wird eben dieses Fest im Zusammenhang mit dem Abschluss der Leseeinheiten in der Synagoge in Israel als Simchat Torah gefeiert.

Gegenwartsbezug, geschichtliche Warnung und die Bedeutung des achten Tages

2023 war das am siebten Oktober. Das ist eben dieser Tag, den die Hamas ausgewählt hat, um dieses schreckliche Massaker, diesen Genozid, auszuführen, ausgerechnet an dem Fest der grössten Freude.
Geschichtlich erinnert das an den Oktober 1973. Das war ja der Jom-Kippur-Krieg. Da haben die arabischen Nationen rund um Israel beschlossen: Wir werden Israel vernichten. Und zwar am traurigste Tag des Jahres, dem Jom Kippur, dem Versöhnungstag. Man musste dann davon ausgehen, dass kein Fernsehen und kein Radio läuft und man, wenn man Israel an diesem Tag angreift, die Reservearmee nicht mobilisieren kann. Und so war der Entschluss, an Jom Kippur, an dem traurigsten Tag des Jahres, Israel zu vernichten. Das hat zu diesem Oktoberkrieg geführt. Schliesslich ging Israel als Sieger hervor, aber es war bis dahin der Krieg, der in Israel die meisten Leben gekostet hat. Es war ganz schlimm. Es war wirklich an einem ganz, ganz gefährlichen Punkt angekommen.
Darum wird das heute noch im Nahen Osten als Sieg über Israel gefeiert. Natürlich, das ist üblich. Auch wenn alles am Boden zerbombt ist, sagen sie: Wir sind Sieger. Heute so, die Hisbollah im Libanon. Sie sagen: Wir haben Israel besiegt. Und dabei liegt der Südlibanon in Trümmern. Aber eben: In Kairo, ich bin auch schon auf dieser Autobahn, also diese Strasse gefahren, das ist der 7. Oktober. Das ist quasi die Strasse des Sieges, da haben Ägypten zusammen mit anderen Nationen Israel besiegt. Gut, aber Israel lebt. Das war eben dieser Oktoberkrieg.
Der traurige Tag: Israel sollte vernichtet werden. Und Hamas wählte den freudigsten Tag, diesen besonderen achten Tag dieses Festes, wo das Gesetz sagt, du sollst dich nur freuen. Das ist wirklich pervers. Aber es hilft, wenn man diese Hintergründe weiss, um auch die Zeitgeschichte besser einordnen und verstehen zu können.
Also nochmals: Wir sind angekommen in 3. Mose 23, nochmals Vers 39: Doch am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes eingesammelt habt, sollt ihr das Fest des Herrn feiern, sieben Tage. Am ersten Tag soll Ruhe sein, und am achten Tag soll Ruhe sein.
Das sind also zwei Tage, die sind wie ein Sabbat, an denen man nicht arbeitet. Und was soll das ausdrücken? Das soll ausdrücken, dass man eben durch eigene Werke das nicht erreichen kann. Es ist alles Gnade, nicht arbeiten. Auch an Jom Kippur: totales Verbot von irgendwelcher Arbeit. Warum? Um zu sagen: Das Opfer bewirkt alles. Aber wir Menschen können zur Errettung durch das Opfer nicht irgendwelche Werke hinzufügen. Darum an Jom Kippur alles verboten.
Aber am Laubhüttenfest ist der erste Tag total ohne Arbeit, der achte Tag ohne Arbeit. Und die Auswirkung aus der Erlösung durch das Opfer, Jom Kippur, ist auch einfach Gottes Werk. Diese völlige Freude, das ist nicht etwas, was wir uns verdient haben, sondern das ist alles aus Gnade.

Der Feststrauss, die Deutung der Zeichen und die Bestätigung durch Nehemia und Offenbarung

Vers 40: Und ihr sollt euch am ersten Tag Früchte von schönen Bäumen nehmen, Palmzweige, Zweige von dicht belaubten Bäumen und von Bachweiden, und sollt euch vor dem Herrn, eurem Gott, sieben Tage lang freuen.
Was bedeutet dieser Vers? „Ihr sollt euch nehmen“ – sind das die Pflanzen, die man braucht, um Laubhütten zu bauen? Oder ist das die Anweisung für einen bestimmten Strauss, einen Feststrauss, den man am Laubhüttenfest in der Hand tragen soll, nämlich einen Palmwedel und noch weitere Elemente?
Das war ein Streit, ein ausländischer Streit zwischen Sadduzäern und Pharisäern. Die Sadduzäer haben gesagt: Dieser Vers bezieht sich auf das Material der Laubhütten. Und die Pharisäer haben gesagt: Nein, das bezieht sich auf den Feststrauß. Wer hat Recht?
Nun, wir greifen schon mal vor. Nach unserem Blatt werden wir später einmal bei Nehemia 8 landen, bei diesem unvergleichlichen Laubhüttenfest, das in den Tagen von Nehemia gefeiert wurde. Das Volk hat eine Rückkehr zum Wort Gottes erlebt. Und zwar haben sie sich an Rosch Haschana beim Wassertor versammelt, und da wurde das Wort Gottes vorgelesen. Also an diesem Neujahrstag wurde das Wort Gottes vorgelesen, und das Volk hat erkannt, wo sie gesündigt haben. Sie haben ihre Schuld Gott bekannt. Und das hat die Grundlage gegeben für ein wunderbares Laubhüttenfest.
Ich lese ab Kapitel 8, Vers 13: Und am zweiten Tag, also gerade nach Neujahr, versammelten sich die Häupter der Väter des ganzen Volkes, die Priester und die Leviten zu Esra, dem Schriftgelehrten, und zwar, um aufmerksam auf die Worte des Gesetzes zu hören. Und sie fanden im Gesetz geschrieben, dass der Herr durch Mose geboten hatte, dass die Kinder Israel am Fest im siebten Monat in Laubhütten wohnen sollten. Da haben wir etwas Neues entdeckt, was wir jetzt gerade gelesen haben, und dass sie verkündigen und einen Ruf ergehen lassen sollten durch alle ihre Städte und durch Jerusalem und sagen sollten: Geht hinaus auf das Gebirge und holt Zweige vom Olivenbaum und Zweige vom wilden Ölbaum und Myrtenzweige und Palmzweige und Zweige von dicht belaubten Bäumen, um Hütten zu machen, wie geschrieben steht.
Und das Volk ging hinaus und holte Zweige herbei, und sie machten sich Hütten, jede auf seinem Dach und in ihren Höfen und in den Höfen des Hauses Gottes und auf dem Platz am Wassertor und auf dem Platz am Tor Ephraim. Und die ganze Versammlung, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, machte Hütten und wohnte in den Hütten. Denn die Kinder Israel hatten nicht so getan seit den Tagen Josuas, des Sohnes Nuns, bis auf jenen Tag. Und es war eine sehr große Freude. Und man las im Buch des Gesetzes Gottes Tag für Tag, vom ersten Tag bis zum letzten Tag, und sie feierten das Fest sieben Tage lang. Und am achten Tag war eine Festversammlung nach der Vorschrift.
Wir haben gesehen: Das Material wird hier erwähnt für die Hütten. Und das deckt sich nicht eins zu eins mit den Anweisungen in 3. Mose. Aber es ist eben so: Die Sadduzäer haben ja nur die fünf Bücher Mose als inspiriert anerkannt. Sie haben den Rest des Alten Testaments als nicht inspiriert verworfen, und darum war das für sie keine Autorität, Nehemia. Für die Pharisäer schon. Und darum haben die Pharisäer argumentieren können: Nein, da haben wir die Anweisung für das Material der Laubhütten. Aber das in 3. Mose 23,40, das ist die Anweisung für den Feststrauß. Und zwar heißt es dort: „Und ihr sollt euch am ersten Tag Früchte von schönen Bäumen nehmen.“ Ihr sollt euch nehmen, das heißt: zu einem Feststrauß in die Hand nehmen.
Wer hat Recht? Das Neue Testament zeigt: Die Pharisäer hatten Recht. Ich weiß, es geht manchmal Leuten so; ich habe gerade vor Kurzem eine E-Mail bekommen. Es wurde argumentiert, die Pharisäer hätten immer alles falsch gesehen. Stimmt nicht! Sie haben falsche Dinge gelehrt, aber auch richtige Dinge.
Zum Beispiel haben die Pharisäer einen Streit gehabt mit den Sadduzäern über 5. Mose 24. Dort geht es darum, wenn bei einer Frau etwas Schändliches gefunden wird und sie dann entlassen wird. Es kommt zu einer Scheidung wegen etwas Schändlichem, wörtlich: etwas Entblößtem. Die Sadduzäer haben gesagt, dass gewissermaßen, wenn eine Frau das Essen verbrennt, das etwas Schändliches sei. Und darum wäre das ein Grund für eine Scheidung.
Die Pharisäer haben eine liberale Richtung gehabt, die Schule von Hillel, übrigens einem Vorfahren von Gamaliel, bei dem Paulus studiert hat. Hillel hat gesagt, dass ein geringfügiger Grund Anlass für eine Scheidung sein kann. Der Streit war eigentlich nicht zwischen Pharisäern und Sadduzäern, sondern zwischen der liberalen Richtung unter den Pharisäern, also der Schule von Hillel, und der strengen Schule von Schammai. Die Schule von Schammai hat gesagt: Nein, nein, nein, nein, das ist das Schlimmste, was man der Ehe antut: vollzogener Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, also Ehebruch. Nur dann ist eine Scheidung möglich.
Und der Herr Jesus sagt in Matthäus 5,32 und auch in Matthäus 19, dass eine Scheidung nicht möglich ist, mit Ausnahme, oder aufgrund von Ausdrücken, die nicht die gleichen sind in Matthäus 5, einer Ausnahme oder eben auf der Grundlage von Hurerei. Damit bestätigte der Herr Jesus, dass die Schule von Schammai in diesem Punkt richtig geurteilt hatte. Und die Schule von Hillel falsch.
Und jetzt zum Feststrauß: Schlagen wir auf Offenbarung 7 auf. Die Pharisäer hatten Recht. Und zwar wird in Offenbarung 7 zuerst die Vorhut des Überrestes aus Israel beschrieben, der sich bekehren wird nach der Entrückung, die 144.000 aus allen zwölf Stämmen Israels. Und dann wird in Kapitel 7, Vers 9 beschrieben, dass in der Zeit nach der Entrückung sich aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen Menschen bekehren werden. Und zwar solche, die übrigens das Evangelium nicht klar gehört und abgelehnt haben. Denn solche werden sich verhärten nach 2. Thessalonicher 2,12 und durch den Antichristen verführt werden.
Aber hier lesen wir: Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation, aus Stämmen und Völkern und Sprachen. Und sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern, und Palmen waren in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil sei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!
Alle Engel standen um den Thron her und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an und sagten: Amen! Die Segnung und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!
Und einer von den Ältesten hob an und sprach zu mir: Diese, die mit den weißen Gewändern bekleidet sind, wer sind sie und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Dies sind die, die aus der großen Drangsal kommen. Und sie haben ihre Gewänder gewaschen und haben sie weiß gemacht in dem Blut des Lammes.
Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen errichten. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, noch wird je die Sonne auf sie fallen, noch irgendeine Glut. Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu Quellen der Wasser des Lebens. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.
Nun, Johannes sieht diese riesige Schar aus allen Nationen, aus allen Völkern, das ist gemeint, allen Stämmen und Sprachen, die gerade aus der großen Drangsal herauskommen. Die sind übrigens nicht im Himmel, die sind auf der Erde. Ein wichtiger Hinweis für das Studium der Offenbarung: Wenn es in der Offenbarung heißt, dass Menschen vor Gottes Thron stehen, dann stehen sie auf der Erde, aber im Bewusstsein der Gegenwart Gottes. So wie Elia in 1. Könige, der sagt, dass er vor dem Angesicht des Herrn stand. Er war auf der Erde, aber sein Leben führte er ganz bewusst in der Gegenwart Gottes. Und so stehen die vor dem Thron.
Aber wir haben auch von Engeln gelesen zwischendurch. Die sind um den Thron her. Sobald es in der Offenbarung steht, dass Engel oder auch Menschen um den Thron her sind, dann sind sie im Himmel, im Allerheiligsten um die Bundeslade, um den Thron Gottes her, wo Gott zwischen den Cherubim thront. Aber wenn nur steht vor und nicht um, dann sind sie auf der Erde, in der Gegenwart Gottes.
Und die sind also auf der Erde, natürlich im Himmel, wenn es heißt, sie sind um den Thron her. Und wenn sie gerade direkt vor dem Thron sind, steht auch vor dem Thron. Aber das Um ist das Entscheidende. Da sind sie im Himmel. Wenn Um fehlt, dann ist er auf der Erde.
Die sind auf der Erde, und er sieht diese riesige Volksmenge. Was sieht er? Die haben Palmen in ihren Händen. Das ist der Feststrauß von 3. Mose 23,40 entsprechend. Mit Palmwedel, das ist das, was man von weitem am besten sieht, das ist das Größte. Und wir werden gleich sehen: Da gibt es aber noch mehr Elemente.
Und so bestätigt das Neue Testament: Das ist der Feststrauß. Die Pharisäer hatten Recht, im Kontrast zu den Sadduzäern. Das ist alles Vorbereitung. Wir kommen auf diese Stelle in der Offenbarung wieder zurück. Wir bauen so langsam auf, bis wir dann am Schluss das Puzzle hoffentlich beieinander haben.

Die einzelnen Elemente des Feststraußes und ihre geistliche Bedeutung

Ja, und jetzt nochmals 3. Mose 23,40, der Feststrauß. Da sieht man:
Und ihr sollt euch am ersten Tag Frucht von schönen Bäumen nehmen, Palmzweige, das sind diese Palmen, und Zweige von dicht belaubten Bäumen und von Bachweiden und sollt euch vor dem Herrn, eurem Gott, freuen sieben Tage.
Mal Gemeinde von sephardischen Juden. Und es ist ja so: In der Gemeinde liest man den hebräischen Text des Alten Testaments, Althebräisch. Man benutzt keine Übersetzung. Aber das ist nicht so einfach, weil die einfachen Geschichten, Geschichten in 1. Mose oder Geschichten in 1. Samuel, das ist einfach. Jeder Israeli, wenn er das liest, Althebräisch versteht das im Neuhebräischen. Nur muss man aufpassen: Gewisse Wörter haben die Bedeutung verändert.
Zum Beispiel, wenn man liest von David, der auf der Kinnur gespielt hat, dann darf man nicht meinen, er spielt Violine, sondern das war eine bestimmte Art von Harfe. Aber das Wort Kinnur bedeutet heute eben Violine und so mit anderen Worten. Aber es geht. Aber die schwierigeren Texte, und gerade in den Propheten und die poetischen Texte, die sind für Israelis, die Muttersprachler sind, schwierig. Aber das erzählen sie nicht so allen Leuten, dass viele es so machen zu Hause: Sie nehmen zum Beispiel eine englische King James Version. Aha, das bedeutet das. Wirklich.
Aber in der Gemeinde benutzt man keine Übersetzung, man liest den Text. Nur muss man eben ab und an die Begriffe erklären. Ab vor einiger Zeit hat die israelische Bibelgesellschaft eine Ausgabe gemacht vom Alten Testament zusammen mit einer neuhebräischen Übersetzung des Neuen Testaments, Sefer Hapritot, das Buch der Bündnisse, alter Bund, Neubund, altes Testament, neues Testament. Und dort werden in der Fußnote schwierige Ausdrücke auf Neuhebräisch erklärt. Das ist eine Sensation. Also da kann man auch orthodoxe Juden damit erreichen.
Übrigens, ich hätte etwas: Da braucht man nicht mehr so verschämt in der King James nachzuschauen oder was auch immer, sondern eine hebräische Bibel, und unten ist gerade erklärt. Wirklich, also so kann man Leuten das Alte und das Neue Testament schenken, und wow, sowas haben wir noch nie, nie gekriegt in der Synagoge.
Okay, also da war ich bei Vers 40, und da musste ich erklären auf Neuhebräisch, was da gemeint ist mit Frucht von schönen Bäumen, dass dieser Ausdruck im Althebräischen einen Zitronenbaum meint, und zwar eine bestimmte Art. Das ist der Etrog, das ist so eine etwas verrunzelte Zitrone, die muss man nehmen. Also Frucht von schönen Bäumen, das ist der Zitronenbaum, Etrog.
Und weiter Zweige von dicht belaubten Bäumen. Da muss ich erklären: Damit ist Hadas gemeint, die Myrte. Das ist ein Strauch, der eben sehr, sehr dicht belaubt ist, die Myrte. Und dann eben noch die Bachweiden. Und dann habe ich erklärt: In der Wüste, in den Oasen, Israel kam ja gerade nach dem Ausflug aus Ägypten zum Beispiel in diese wunderbare Oase Elim mit den zwölf Wasserbrunnen dort. So richtig nach dieser Not in der Wüste plötzlich so eine unerwartete Freude, geschenkt vom Herrn. In Elim dort waren siebzig Palmbäume.
Also die Palmen sprechen von der Wüste und davon, wie Gott auf dieser schwierigen Reise wirklich, also die Sinaiwüste, reisen und wandern in der Hitze, das ist unglaublich herausfordernd. Und nachts so, so kalt. Ich mag mich erinnern, ich habe einmal den Sinai bestiegen, und da sind wir nachts aus unseren Schlafsäcken raus und dann hochgegangen, zu Fuß auf den Berg Horeb. Und ich hatte natürlich meine Sandalen von Tag an ohne Socken, aber da hatte ich blaue Zehen. Es war wirklich herausfordernd kalt, aber dann am Tag kam die Hitze wieder zurück.
Aber diese Kälte und Hitze, es ist wirklich nicht einfach, so durch den Sinai zu wandern, wie das Israel gemacht hat. Aber sie haben erlebt, wie der Herr immer wieder so Überraschungen gab, eben Orte, wo Palmen sind. Und so spricht die Palme von der Fürsorge Gottes durch all die Schwierigkeiten des Lebens hindurch.
Und dann kamen sie ja in die Gefilde von Moab gegenüber Jericho, auf der anderen Seite des Jordans, im heutigen Jordanien, am Fuß des Berges Nebo, also da ganz nahe, wo der Jordan ins Tote Meer mündet. Dort hat Mose dann die Abschiedsreden gehalten, diese acht in 5. Mose, und diese Gegend dort beim Jordan ist biologisch charakterisiert, unter anderem durch die Bachweiden.
Das spricht davon, dass der Herr nicht nur durch die Schwierigkeiten des Lebens hindurchführt und immer wieder so Erquickungen, Erfrischungen gibt, Palmen, sondern er führt die Erlösten bis ans Ende der Reise. Nicht, dass es irgendwo unterwegs zu Ende ist. Er bringt bis ans Ziel.
Und dann gingen sie mit Josua über den Jordan, also das Jordan-Bachbett, ins verheißene Land. Und da waren die Kanaaniter typischerweise unten in den Ebenen, und es gelang ihnen wegen Untreue nicht, überall die Kanaaniter zu vertreiben und zu besiegen. Und so mussten sie besonders auf die Hügel ausweichen. Aber die Hügel damals waren dicht bewachsen. Da mussten sie roden und Terrassen bauen, um Landwirtschaft am Berghang zu machen. Das ist ein bisschen schwieriger als in den Ebenen, wo man die Felder so schön besehen kann. Terrassen machen.
In Israel, wenn man so durchs Land fährt und die Hügel anschaut, muss man sehen: Überall sieht man diese Terrassenbauwerke. Und das geht durch die ganze Geschichte zurück bis auf die Zeit von Josua, wo man eben diesen dichten Wald herunterhauen musste. Und so sprechen eben Zweige von dicht belaubten Bäumen davon, wie der Herr nicht nur bis ans Ziel führt, sondern auch hilft, das Land mit all seinen Segnungen in Besitz zu nehmen. Das sind die Myrten.
Und dann haben wir aber noch die Frucht von schönen Bäumen. Durch all diese Führungen des Herrn, durch die Schwierigkeiten des Lebens, durch die Erfahrung der Freundlichkeit Gottes, Palmen, wie er führt bis ans Ziel und wie er auch hilft, um den Segen Gottes in Besitz zu nehmen, da wirkt Gott im Leben Frucht, Frucht für Gott, neu testamentlich. Die Frucht des Geistes, Galater 5,22, Frucht zur Heiligkeit, Römer 6, und die friedliche Frucht der Gerechtigkeit, Hebräer 12, Jakobus 3.
Da haben wir eine wunderbare Botschaft drin. Und wenn diese unzählbare Schar rauskommt aus der großen Drangsal und dann gehen sie zum Tempel nach Jerusalem, da wurde ja erwähnt, der Tempel, mit diesen Palmen werden sie sagen: Sogar in der schlimmsten Zeit der Weltgeschichte, der großen Drangsal, haben wir erlebt, wie der Herr freundlich ist. Und er hat uns bis ans Ende dieser Drangsal geführt und daraus heraus in seinen Segen. Und in all dem hat er in unserem Leben Frucht zu seiner Ehre gewirkt.
Alles drin in diesem Vers, wunderbar! Also es lohnt sich, Biologie dazuzunehmen, wenn man die Bibel liest.

Die Erinnerung an die Wüstenzeit und die bleibende Treue Gottes

Und dann haben wir gelesen, Vers 41, also bis 40, und jetzt Vers 41 neu:
Und ihr sollt es sieben Tage im Jahr als Fest dem Herrn feiern, eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern. Im siebten Monat sollt ihr es feiern. In Laubhütten sollt ihr wohnen, sieben Tage. Alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen.
Damit eure Geschlechter wissen, dass ich die Kinder Israel in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte. Ich bin der Herr, euer Gott.
Und Mose sagte den Kindern Israel die Feste des Herrn.
Jetzt wird gleich erklärt, was diese Hütten sollen. Das war eine Erinnerung daran, wie Gott Israel vierzig Jahre durch alle Nöte und Schwierigkeiten hindurchgeführt hat. Er hat sie geschützt vor der Hitze der Sonne.
Wir haben Offenbarung 7 gelesen von dieser Schar, die aus der Drangsal herauskommt. Und da haben wir doch gelesen, dass von jetzt an diese schlimme Hitze sie nie mehr treffen wird.
Aber das Laubhüttenfest erinnert daran, dass Gott treu war, auch in dieser Zeit dieser schlagenden oder erschlagenden, austrocknenden Hitze. Er hat für Erfrischung und Schutz gesorgt. Das sind die Laubhütten.
Jetzt machen wir eine halbe Stunde Pause.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch