
Matthäus 17,9-2709.10.2021
Serie•Teil 37 / 90Das Matthäusevangelium mit Roger Liebi
Generierte Mitschrift
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Einordnung des Abschnitts und Rückblick auf die Verklärung
Diese Bibelklasse jetzt ab Matthäus 17, Vers 9.
Wir hatten letztes Mal die Verklärung auf dem Berg. Und zwar haben wir gesehen, das war der Hermon, nicht der Berg Tabor, wie oft gesagt wird, sondern ein Berg außerhalb von Galiläa. Der Tabor ist in Galiläa, aber der Text macht klar, es war außerhalb von Galiläa und ein hoher Berg. Der Berg Hermon hat eine Höhe von 2814 Metern, das ist das Skigebiet Israels heute. Und da ist der Herr mit den Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes hinaufgegangen. Nach diesem Ereignis beschreibt nun der Text von heute, ab Vers 9, wie sie da zurückwandern.
Darf ich bitten, Jerry uns vorzulesen, Verse 9 bis 13 zunächst einmal.
Und als sie vom Berg herabstiegen, gebot ihnen Jesus und sprach: Sagt niemand das Gesicht, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist.
Und die Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, dass Elia zuerst kommen müsse?
Er aber antwortete und sprach: Elia zwar kommt und wird alle Dinge wiederherstellen. Ich sage euch aber, dass Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was irgend sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden.
Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach.
Vielen Dank!
Wir haben letztes Mal gesehen, dass die Geschehnisse auf dem Berg der Verklärung von ganz gewaltiger Bedeutung waren. Denn es war gewissermaßen den Jüngern gegenüber ein ganz wichtiger Beweis, dass der Herr Jesus der Messias ist, obwohl er in diese Welt kam und nicht ein Königreich aufrichtete. Und dies, weil er von den jüdischen Führern damals verworfen worden war.
Aber das Ereignis auf dem Berg der Verklärung war gewissermaßen eine Vorwegnahme der Herrlichkeit des Herrn Jesus im tausendjährigen Friedensreich, wenn er in der Zukunft bei seinem zweiten Kommen als König der Welt erscheinen wird.
Wenn man heute mit orthodoxen Juden spricht, kommt ganz schnell das Argument: Jesus könne nicht der Messias sein, weil er ja kein Friedensreich vor zweitausend Jahren aufgerichtet habe. Es habe Kriege gegeben während zweitausend Jahren, er könne nicht der Messias sein. Und dann muss man bewaffnet sein mit Argumenten.
In Daniel 9 heißt es, dass der Messias kommt, und er wird ausgerottet werden und nichts haben. So habe ich das einmal einem Orthodoxen erklärt, und es hat sich gezeigt, es hat ihn nachher überzeugt, dass Jesus der Messias ist. Und es wird also klar gesagt: Er wird ausgerottet werden und nichts haben, das heißt, kein Königreich haben.
Eben weil der Messias nach dem Alten Testament zweimal kommen sollte: einmal als der Messias, der verworfen würde und leiden sollte, ein zweites Mal als König.
Aber eben, dass er reich ist auf dem Berg der Verklärung, war wichtig, um den Jüngern zu zeigen: Der Jesus kam nun als der leidende Messias, der verworfen worden ist, aber er wird kommen als der König.
Das Zeugnis der Jünger und die Bedeutung der Auferstehung
Nun haben wir gleich gesehen in Matthäus 17,9: Auf dem Weg, als sie da vom Berg hinabstiegen, sagt der Herr, sie sollen das niemandem erzählen bis zur Zeit nach der Auferstehung. Sie sollen niemandem das Gesicht erzählen, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist.
Das heißt: Bis zur Auferstehung des Herrn sollte das einfach eine Stärkung des Glaubens für die Jünger selbst sein, die eben geglaubt hatten, dass der Herr Jesus der Messias ist. Aber danach, nach der Auferstehung, sollten sie das auch weiter verkündigen.
Und wir haben ja gesehen, dass es sehr wichtig war, dass drei Jünger damals den Herrn begleitet hatten auf dem Berg, das waren nämlich wir. Das steht in Matthäus 17,1. Damit haben wir drei Zeugen. In 5. Mose 19,15 wird gesagt, dass vor einem Gericht in Israel alles belegt werden muss mit mindestens zwei oder drei Zeugen. Also das Minimum sind zwei Zeugen, und der Herr hat drei Zeugen mitgenommen.
Aber ich habe letztes Mal schon erklärt: Jakobus war ja der Apostel, der als Erster als Märtyrer sterben sollte, und das bereits in Apostelgeschichte 12, also in den vierziger Jahren. Einer dieser drei Zeugen fiel weg. Im gleichen Kapitel Apostelgeschichte 12 wird aber berichtet, dass Petrus auch verhaftet worden war, und er sollte auch hingerichtet werden. Und dann beschreibt Lukas, wie Gott eingriff und ihn durch einen Engel befreite. Beim einen geschah nichts Übernatürliches, und er starb. Beim anderen geschah etwas Übernatürliches.
Und warum? Nun, es war ganz wichtig, dass eben für die weitere Zeit noch zwei Zeugen da waren von diesem Ereignis auf dem Berg. Interessant ist also: Jakobus ist der Apostel, der als Erster sehr früh starb, während sein Bruder Johannes, das war der Letzte, der Apostel, der erst im Jahr etwa 100 nach Christus, ganz am Anfang der Regierungszeit des Kaisers Trajan, so wird das aus der frühchristlichen Überlieferung bestätigt, gestorben ist. Er starb als Letzter.
Und Johannes 21 sagt ja, dass unter den Jüngern ein Gerücht umherging, dass Johannes nicht sterben würde bis zur Wiederkunft Christi. Aber Johannes, der als alter Mann in den Neunzigerjahren das Johannesevangelium schrieb, erklärt dort: Nein, der Herr hatte nicht gesagt, dass er bis zur Wiederkunft bleiben würde, sondern er hatte nur Petrus gesagt: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Und damit war klargemacht, dass dieses Gerücht falsch war.
Aber nichtsdestotrotz sollte Johannes der allerletzte apostolische Zeuge sein, der dann die Erde verlassen sollte. Aber eben das hängt damit zusammen, dass diese zwei Zeugen nach dem Tod von Jakobus noch lange erhalten bleiben sollten. Und wir haben auch letztes Mal gesehen: In 2. Petrus 1 hat Petrus kurz vor seinem Märtyrertod im Jahr 66/67 aus der Todeszelle in Rom den zweiten Brief verfasst und weist nochmals hin auf das Ereignis auf dem Berg, auf dem Berg der Verklärung. Damit hat er das schriftlich auch noch als Zeugnis hinterlassen.
Das alles zeigt uns, wie wichtig diese Sache ist. Aber zunächst kommen wir zurück zu Matthäus 17,9: Das sollte eine Ermutigung sein, nur gerade für den beschränkten Kreis der Jünger, und zwar eine Ermutigung gerade im Blick auf das Sterben des Herrn.
Wir haben nämlich gesehen, dass die Jünger einfach nicht verstehen konnten, warum Jesus Christus sterben sollte, leiden sollte. Sie verstanden dieses Thema nicht, und das war eben gefährlich. Das hat dazu geführt, dass das Leiden am Kreuz für die Jünger eine innere Erschütterung des Glaubens war, bis sie das endlich wirklich begriffen hatten.
Um eben diese Erschütterung abzufedern, hat der Herr ihnen dieses Zeugnis mit der Verklärung auf dem Berg geben wollen, um sie so zu schützen, dass ihr Glaube nicht aufhören sollte.
Elija, Johannes der Täufer und die prophetische Erwartung
Und dann haben die Jünger in diesem Zusammenhang eine Frage.
Was ist ihre Frage? Was denn die Schriftgelehrten von Elija sagen, dass er zuerst kommen müsse? Ja, genau. Die Schriftgelehrten sagten, Elija müsse vor dem Erscheinen des Messias kommen. Und dazu gibt es ganz viele Stellen in der rabbinischen Literatur, die von Elija handeln. Elija ist ein ganz grosses Thema. Und das geht zurück auf welche Stelle im Alten Testament?
Ja, auf den letzten Propheten des Alten Testaments. Maleachi lebte um 400 vor Christus, und da haben wir die letzten alttestamentlichen Mitteilungen Gottes an sein Volk. Wir schlagen auf: Maleachi 3,22-24, also die allerletzten Worte des Alten Testaments:
Gedenkt des Gesetzes Moses, meines Knechtes, das ich ihm auf dem Horeb an ganz Israel geboten habe, Satzungen und Rechte. Siehe, ich sende euch Elija, den Propheten, ehe der Tag des Herrn kommt, der grosse und der furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern wenden, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.
Also: Elija muss kommen. Wann? Bevor der grosse Tag kommt, der Gerichtstag. Bevor der grosse Gerichtstag kommt, der Tag des Herrn in Vers 23. Was bezeichnet das genau, der Tag des Herrn? Welche Zeit ist das?
Das ist die Epoche vom Gericht bis zur Aufrichtung des tausendjährigen Reichs, die ganze Zeit. Ja, also das bezeichnet genau die grosse Drangsalzeit von dreieinhalb Jahren vor dem Kommen des Herrn Jesus als König der Welt. Und der Höhepunkt des Tages des Herrn ist dann sein Kommen selbst. Aber bereits diese dreieinhalb Jahre des totalen Krieges auf dieser Erde, des schlimmsten Krieges aller Zeiten, gehören zu diesem Tag des Herrn. Das ist gewissermassen die Einleitung davon, und der Höhepunkt des Tages wird erreicht, wenn der Herr selbst kommt.
Nun wird hier gesagt: Elija muss kommen, bevor der Tag des Herrn kommt. Aber wie viel vorher, wird nicht gesagt. Das ist wichtig. Das heisst nicht, dass er ein paar Tage vor dem Tag des Herrn kommt, sondern er muss kommen, ehe der Tag des Herrn kommt. Also diese Reihenfolge ist klar: Elija muss kommen, zu einem Zeitpunkt, bevor das Endgericht kommt und bevor der Messias als König erscheint.
Nun macht aber der Herr Jesus klar, halten wir Maleachi offen, in Matthäus 17, dass dieser Elija schon gekommen sei. Vers 12:
Ich sage euch aber, dass Elija schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was irgend sie wollten.
Er wurde umgebracht und geköpft, das hatten wir in Matthäus 14 behandelt. Und die Jünger verstehen, er spricht von Johannes dem Täufer. Und das sollten sie ja wissen, weil der Herr das schon früher genau erklärt hatte. Wo? In Lukas 1. Dort war nicht der Herr, sondern der Engel Gabriel, der etwas sagt. Wir kommen auf die Stelle in Lukas 1 noch zurück. Aber wo der Herr ausdrücklich erklärt hat, wer dieser Elija ist, kommt das nicht mehr, das ist Matthäus 11. Und zwar sagt er in Vers 14 von Matthäus 11:
Und wenn ihr es annehmen wollt, er ist Elija, der kommen soll. Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Der Herr hat ihm ganz ausdrücklich gesagt: Elija, das ist Johannes. Aber merkt: Die Jünger haben immer noch die Frage: Wie ist das denn mit den Schriftgelehrten und mit Elija, der kommen soll? Also, der Herr hat offensichtlich Dinge gesagt, und die waren da nicht einfach klar für die Apostel. Also vieles ist einfach so in ein Ohr hinein, im anderen wieder hinaus. Und jetzt macht der Herr das nochmals hier klar.
Das hat sich erfüllt in Johannes dem Täufer.
Der Vorläufer des Messias und die Stimme in der Wüste
Und wichtig ist noch Folgendes: In Malachi 3 wird auch schon am Anfang des Kapitels dieser Vorbote des Messias erwähnt. Da hören wir die Stimme des Messias selbst. In Malachi 3,1 liest du uns vor?
Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite. Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr begehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen.
Der Messias sagt: Ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite. Da muss ein Prophet erscheinen, der den Messias einführt und sein Kommen vorbereitet. Der nächste Satz: „Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht“ – das ist der Messias. Und er wird auch genannt „der Engel“, besser wäre zu übersetzen: „der Bote“. Malach auf Hebräisch heißt einfach ein Bote. Das kann ein Engel sein, ein Malach, aber auch ein Abgesandter des Königs. In 2. Könige 1 zum Beispiel wird ebenfalls Malach genannt, also der Malach-Habrit. Das ist der Bote des Bundes, der, der kommen sollte, um den neuen Bund zu stiften. Das ist gemeint mit „den ihr begehrt“. Siehe, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen.
Und nun ist das Interessante: Wenn hier der Messias sagt: „Siehe, ich sende meinen Boten“, wer weiß, was da auf Hebräisch im Grundtext bei „mein Bote“ steht? Malachi, Malachi. Ja, ich habe gesagt, also malachi, so sagt man das eben auf Deutsch ausgesprochen. Aber hebräisch sagt man mal achi. Ich habe gesagt mal ach, das heißt ja Bote, ein Gesendeter. Mal ach, mal achi, das i angehängt, das heißt mein. Also: mein Bote. Das ist ein Wort, mal achi. Und so sagt der Messias: Ich sende, Mariachi. Aber gemeint ist er natürlich nicht der letzte Prophet des Alten Testaments.
Es gibt aber einen Zusammenhang zwischen Mariachi im Alten Testament und Johannes dem Täufer. Mariachi ist nämlich der letzte Prophet des Alten Testaments, der den Messias einführt und das Volk nochmals aufmerksam macht auf ihn und auf sein Kommen. Und dann, wirklich unmittelbar vor seinem Auftreten als Messias, kam Johannes der Täufer, predigte und taufte unten am Jordan. Darum ist Malachi damals gewissermaßen wie ein Vorgeschmack gewesen auf Johannes den Täufer, der der Malachi aus Malachi 3,1 sein sollte, um wirklich den Weg des Messias durch seine Predigt und durch seine Taufen vorzubereiten.
Und das Gleiche ist nun mit dieser letzten Ankündigung in Malachi 3,22. Das Volk Israel wird nochmals aufgerufen, sich wirklich auf das Wort Gottes, auf das Gesetz zu besinnen: „Gedenk des Gesetzes Moses, meines Knechtes, das ich ihm geboten habe an ganz Israel auf dem Horeb, Satzungen und Rechte.“ Und dann die Ankündigung: „Siehe, ich sende euch Elija, den Propheten.“
Nun ist damit nicht gemeint, dass der Elija aus 2. Könige, der damals ja gar nicht starb, sondern entrückt wurde im feurigen Wagen, wiederkommt. Das ist hier nicht gemeint. Aber dieser Prophet, der den Messias eben einführen sollte, wird hier genannt Elija. Es besteht also ein Zusammenhang, so wie zwischen Malachi und Johannes dem Täufer, so auch zwischen Elija dem Propheten und Johannes dem Täufer.
Und dazu hilft der Engel Gabriel. Das ist die Stelle, die du, Jerry, vorhin angedeutet hast, in Lukas 1: Als der Engel Gabriel dem Zacharias angekündigt hatte, dass seine Frau schwanger werden sollte und Johannes den Täufer gebären sollte, da heißt es in Lukas 1,17. Ja, liest doch des Zusammenhangs wegen ab Vers 13:
„Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Denn dein Flehen ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Johannes nennen. Und er wird dir zur Freude und zum Jubeln sein, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn, weder Wein noch starkes Getränk wird er trinken und schon von Mutterleib an mit Heiligem Geist erfüllt werden. Und viele der Söhne Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen, in dem Geist und der Kraft Elias, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und Ungehorsame zur Einsicht von Gerechten und dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.“
Der Engel Gabriel sagt: Johannes der Täufer wird kommen im Geist und in der Kraft des Elija. Das heißt, er wird ein mächtiger Prophet sein, und zwar genau in der Art wie Elija, der ja eine ganz unglaubliche Autorität hatte. Man denke nur an sein Auftreten damals auf dem Karmel vor den Baalspriestern und vor ganz Israel, das dort versammelt war, die zehn Stämme ganz gewaltig. In dieser Autorität sollte eben Johannes der Täufer dann auftreten, im Geist und in der Kraft des Elija. Aber es ist nicht die gleiche Person, die wiederkommt. Das hat also mit Reinkarnation gar nichts zu tun.
Und da erklärt der Engel auch noch, dass wirklich Johannes die Erfüllung sein würde von Malachi 3 am Schluss. Denn er sagt: „Um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und Ungehorsame zur Einsicht von Gerechten.“ Und was haben wir gelesen in Malachi 3? Was sollte dieser Elija tun, ehe der Tag des Herrn kommt? Er wird das Herz der Väter, Vers 24, er wird das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern wenden oder bekehren, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.
Also, hier wird auch schon gerade erklärt von dem Engel Gabriel: Dieser Elija aus Malachi, das ist nicht der alte Prophet Elija, der wiederkommt und quasi nochmals geboren wird. Nein, es ist ein Hinweis auf Johannes den Täufer, der genau diesen Auftrag, die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren, ausführen sollte.
Umkehr, Generationen und die Vorbereitung des Volkes
Was ist das für ein Auftrag, und wie könnte man das umschreiben? Wiederherstellung der Kommunikation? Das hat es schon immer gegeben. Es wird zwar in 2. Timotheus 3 für die Endzeit gesagt, dass es ganz ausgeprägt sein würde, ein Problem, das es schon immer gab. Aber dieses Problem sei ausgeprägt, weil 2. Timotheus 3 sagt, dass eines dieser Endzeitzeichen der Menschen sein wird, den Eltern ungehorsam, also Rebellion, Auflehnung gegen Autorität. Das ist ein besonderes Kennzeichen der Endzeit.
Aber Johannes sollte also die Generationen, die Herzen zueinander führen. Das war sein Auftrag. Und nun noch etwas: In Johannes 1, wenn wir da kurz aufschlagen, da wird gerade die Zeit behandelt, als Johannes der Täufer auftrat, und da hatten Rabbiner Leute abgeschickt. Sie sollten diesen Johannes da genauer untersuchen. Können wir kurz lesen, Johannes 1,19?
Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, damit sie ihn fragen sollten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Sie sprachen nun zu ihm: Wer bist du, damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn, wie Jesaja, der Prophet, gesagt hat.
Danke! Also hier kommt genau die Frage auf: Bist du Elia? Und Johannes der Täufer sagt: Nein. Warum sagt er Nein? Und der Herr sagt ja: Wenn ihr es annehmen wollt, er war Elia, er ist Elia, Matthäus 11. Warum sagt er dann Nein? Er ist nicht dieselbe Person wie Elija, der Prophet im Allgemeinen. Ja, er ist eben nicht dieser Elija, der damals in den Himmel gefahren ist. Und offensichtlich war eben diese falsche Idee sehr geläufig, dieser Elija würde wiederkommen. Und da sagt Johannes: Nein, keine Reinkarnation. Hebräer 9,27 sagt, es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben. Nicht zweimal. Und das ist das Grundprinzip, das klar macht, dass man auf keine Reinkarnation hoffen darf.
Aber was eben klar wird: Johannes der Täufer hat das ganz genau verstanden. Nein, ich bin nicht die gleiche Person, die damals entrückt wurde. Aber er war der Vorläufer des Messias, und darum hat er dann auf die Frage Wer bist du? geantwortet: Ja, das, was in Jesaja 40 steht. Jesaja 40,3: Stimme eines Rufenden in der Wüste, macht gerade den Weg des Herrn. Diese Prophezeiung aus Jesaja 40,3, die bezieht sich auch auf Johannes den Täufer. Und zwar, dass er in der Wüste, das war in der Wüste da bei Jericho am Jordan, dort hat er gepredigt. Und das hat sich auf diese Art wortwörtlich erfüllt.
Im hebräischen Text steht sogar nicht nur Wüste. Da steht das Wort Arawa. Wir können das kurz aufschlagen und Maleachi 3 und Matthäus 17 offenhalten, wenn es geht. Jesaja 40,3:
Also Johannes hat genau verstanden, was sein Auftrag war. Liest du, Jerry?
Jedes Tal soll erhöht und jede Stimme eines Rufenden in der Wüste bahnt den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe Arawa eine Straße für unseren Gott. Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und das Höckerige soll zur Ebene werden und das Hügelige zur Tallene werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund des Herrn hat geredet.
Danke! Also da steht dieser Rufende sagt: In der Wüste bahnt den Weg des Herrn. So hat Johannes in der Wüste am Jordan bei Jericho gepredigt. Und weiter: Ebnet in der Steppe eine Straße. Und das Wort Steppe auf Hebräisch ist eben Arawa. Und die Arawa, das ist nicht irgendeine Tiefebene, sondern das ist geografisch genau diese Tiefebene des Toten Meers und des Jordantals. Da sollte er auftreten, und genau dort, nach Johannes 1, ist Johannes der Täufer am Jordan aufgetreten.
Und da wird sein Auftrag auch noch umschrieben: Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Das heißt, alle Hindernisse in den Herzen sollen beseitigt werden, damit quasi in den Herzen eine Bahn da ist, wenn der Messias kommt, dass sie bereit sind, auf sein Wort zu hören und sich diesem Wort zu beugen. Also all diese Berge sollte er wegpredigen, kann man sagen. Und die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren. Und schließlich kam dann der Herr Jesus, wie das auch Johannes 1 im Weiteren dann beschreibt, zu ihm und wurde getauft. Johannes, der Jünger, schreibt in Johannes 1,14:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, die Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Eben offenbart. Nun, all diese Puzzlesteine muss man haben und zusammensetzen, und dann wird jetzt klar, was da in Matthäus 17 gemeint ist. Elija wird nicht mehr in die Zukunft kommen, sondern er ist bereits gekommen. Johannes der Täufer hat diese Prophetie erfüllt.
Die Wiederherstellung aller Dinge und die Drangsal für Jakob
Und nun ist interessant: Ich habe gesagt, in der rabbinischen Literatur sprechen ganz viele Stellen von Elija, der kommen soll. Die Schriftgelehrten, in Vers 10 von Matthäus 17, sagen: Elija muss zuerst kommen. Und der Herr sagt dann: Elija kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen, ich sage euch aber, dass Elija schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt.
Sein Dienst wird hier umschrieben mit: „Er wird alle Dinge wiederherstellen.“ Aber das haben wir nicht gelesen, weder in Jesaja 40, „Stimme eines Rufenden“, noch in Maleachi 3, „Siehe, ich sende meinen Boten“, noch am Schluss von Maleachi 3: „Er wird das Herz der Väter zu den Kindern wenden“ usw. Warum sagt der Herr: alle Dinge wiederherstellen?
Noch einmal verglichen wird das in Offenbarung 11. Auf Offenbarung 11 müssen wir auch noch kommen, aber das ist ja noch einmal etwas anderes: diese zwei Propheten, die in der Endzeit auftreten werden, jawohl. Aber vielleicht die Versöhnung? Wie? Die Versöhnung von Vätern und Kindern. Ja, die Versöhnung von Eltern und Kindern. Der Herr umschreibt genau das so: alle Dinge wiederherstellen.
Das heißt, wir können sagen: Wenn die Generationen miteinander versöhnt sind, wenn kaputte Kommunikation wieder geheilt wird, dann ist im Prinzip die Welt heil. Das ist schon gewaltig, das so zu sehen. Und das zeigt uns diese Bedeutung, die darin steckt. Wenn Eltern und Kinder nicht mehr miteinander sprechen, ist das eine Katastrophe. Oder auch, wenn sonst Menschen eben nicht mehr miteinander sprechen wollen, ist das eine Katastrophe.
Und Johannes der Täufer hatte den Auftrag, durch seine Predigt die Menschen zur Umkehr zu führen, damit so die Generationen wieder zusammengeführt werden. Und was interessant ist: Welche Generation macht den ersten Schritt nach Maleachi 3? Die Eltern. Das Erste ist ja: „Er wird das Herz der Väter zu den Kindern wenden.“ Es gibt ja zum Teil auch die Ansicht, die Jungen sollen kommen, wenn sie etwas wollen, wenn sie etwas in Ordnung bringen wollen. Aber das ist Stolz, das ist Stolz in der älteren Generation, wenn so gesprochen wird. Nein, Gott erwartet, dass die ältere Generation die Demut und die Größe im Herzen hat, dass sie den ersten Schritt auf die Jüngeren zumacht: das Herz der Väter zu ihren Kindern.
Und dann fällt es nämlich den anderen einfacher. Wenn man sich selber jemandem gegenüber entschuldigt, dann ist es wirklich, sollte man meinen, eine kleine Sache, dass der andere dann sagt: Mir tut es auch leid, das war wirklich nicht richtig. Ja, aber das wird hier vorgestellt. Beide müssen einen Schritt tun, aber Gott erwartet von der älteren Generation, dass sie den ersten Schritt tut.
Und so sollte Elija kommen, und zwar vor dem ersten Kommen des Messias, um Israel bereitzumachen für die Errettung durch den Erlöser. Und warum sagt man: ehe der Tag des Herrn kommt? Eben, Gott wollte zuerst seinem Volk Gnade bringen und nicht Gericht. Der Tag des Herrn, das wird einmal das Gericht sein. Und der Tag des Herrn, die große Drangsal, hat einen besonderen Namen in Jeremia 30. Es ist bekannt, welcher Name, sonst schlagen wir auf. Nicht wahr, die große Drangsal wird eine weltweite Drangsal sein. Jesus sagt in Matthäus 24, wenn diese Tage nicht von Gott verkürzt würden auf dreieinhalb Jahre, ganz genau 1260 Tage, dann würde kein Mensch überleben, kein Fleisch würde errettet werden. So schrecklich.
Aber in Jeremia 30 wird eben klargemacht, dass Israel im Zentrum der großen Drangsal sein wird. Und darum heißt es dort in Jeremia 30,7: „Denn groß ist jener Tag ohnegleichen, und es ist eine Zeit der Drangsal für Jakob; doch er wird aus ihr gerettet werden.“
Danke! Also dieser große, schreckliche Tag des Herrn wird hier genannt: eine Zeit der Drangsal für Jakob, ein anderer Name für Israel. Und zwar ist es ja so: Die große Drangsal wird damit beginnen, dass der Antichrist ein Götzenbild auf dem Tempelplatz aufstellt, Matthäus 24,15. Das ist der Gräuel der Verwüstung, das heißt der Gräuel, der Verwüstung bringt. Und er selbst wird sich ins Tempelhaus setzen, nach 2. Thessalonicher 2, und sagen, er sei Gott. Und die Masse in Israel wird den Antichristen als Messias akzeptieren und wird das akzeptieren, das mit dem Götzenbild und sein Sitzen im Allerheiligsten.
Und als Antwort wird dann der Verwüster kommen. Und zwar wird das ausdrücklich gesagt in Daniel 9,27 wegen der Beschirmung der Gräuel. Gräuel in der Mehrzahl: Ein Gräuel ist das Götzenbild, und der andere Gräuel der Antichrist im Allerheiligsten. Wegen der Beschirmung, also weil die Masse in Israel sagen wird: Das ist okay, sie beschirmen das. Wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen und alles zerstören. So steht es in Daniel 9,27. Und das wird dann bedeuten: Der Verwüster, das ist der König des Nordens, der nach Daniel 11,40-45 von Norden herkommen wird und das ganze Land Israel überrennen und verwüsten wird.
Überall, wo die Armee durchkommt, wird das Land verbrannt. Und das beschreibt auch Joel 2 so schrecklich: Vor der Armee ist das Land wie der Garten Eden, und wenn die Armee durch ist, ist alles verwüstet und verbrannt. Und das wird der Auslöser sein dann für alle weiteren Bewegungen, für den ganzen Weltkrieg. Das ist dieser Angriff, der heute schon vorbereitet wird, von Norden her. Man denkt an die Hezbollah im Libanon: Sie hat Zehntausende von Raketen gelagert. Und Syrien wird von Iran aufgerüstet, die ganze Zeit mit Raketen und Selbstmorddrohnen und so weiter. Zwischendurch hört man in den Medien: Israel hat wieder dort bombardiert und da bombardiert. Das sind alles solche Lieferungen, die immer wieder durch die israelische Armee bombardiert werden.
Weil da ein Riesenarsenal aufgebaut wird, um damit Israel von Norden her zu überrennen. Und interessant ist ja der König des Nordens: In der erfüllten Prophetie in Daniel 11,1-35 ist ja alles erfüllt, mehr als 150 Prophezeiungen. Und da kann man ganz genau sagen, was das bedeutet, der König des Nordens. In der erfüllten Prophetie war das Syrien, und zwar Großsyrien, das heißt Syrien, Libanon, über Türkei, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak. Die wollen in diesem Bereich einen islamischen Staat. Nur ist die Frage: Wer soll das leiten?
Ja, also Erdogan, der Präsident der Türkei, er möchte das sein. Aber der Führer des Islamischen Staates sagt: Nein, das möchte unser Führer sein. Und die Ayatollahs in Iran, die sagen: Nein, das wollen wir sein. Und die Taliban, die sagen: Nein, das wollen wir sein. Und darum wird da untereinander gestritten. Im Prinzip wollen sie alles dasselbe. Und wenn die sich einmal miteinander eins machen in ihrem gemeinsamen Hass gegen Israel, dann wird das genau die Erfüllung geben von dem König des Nordens, der von Norden her Israel überrennen wird.
Und die Hamas im Gazastreifen, die hat getestet, wie viele Raketen man gleichzeitig auf Israel abschicken kann, und die können dann immer noch mit dem Iron Dome heruntergeholt werden. Aber an einem bestimmten Punkt ist die Kapazität überfordert. Und wenn natürlich Hamas und Hezbollah und Syrien und Iran, von Iran her mit Langstreckenraketen, wenn die alle gleichzeitig kommen, dann haben wir eine Katastrophe. Und darum, was bisher geschehen ist, das war nur ein Testlauf. Aber das steht alles bevor.
Und darum sagt die Bibel in Jeremia 30,7: „Denn groß ist jener Tag ohnegleichen, und es ist eine Zeit der Drangsal für Jakob; doch er wird aus ihr gerettet werden.“ Ein Drittel wird sich dann in dieser Zeit bekehren, sagt Sacharja 13,8. Aber eben: Gott sandte Elija damals, um das Volk Israel bereit zu machen für den Messias, damit eben nicht einmal eine Drangsal für Jakob kommen müsste. Aber die Masse hat ihn abgelehnt, und auch dieser Elija, Johannes der Täufer, wurde schließlich geköpft.
Und das ist der ganze Zusammenhang, den man vor Augen haben muss, wenn man da Matthäus 17 liest, wie der Herr diese Dinge erklärt auf der Wanderung vom Berg Hermon hinab. Und Jesus sagt: Elija haben sie nicht erkannt, sie haben an ihm getan, was irgend sie wollten, Vers 12, Matthäus 17. Und dann sagt er: Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden. Und dann heißt es: Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach.
Also ein bisschen verstanden sie etwas, das mit Johannes, aber das mit dem Leiden, das verstanden sie nicht. Und wir hatten ja schon die erste Leidensankündigung gehabt in Kapitel 16, Vers 21. Lies du nochmals, Jerry: „Von da an begann Jesus seine Jünger zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“ Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte: „Gott behüte dich, Herr, dies aber wird dir nicht widerfahren.“ Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: „Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.“
Ja, also der Herr spricht über Leiden, und Petrus sagt: Nein, auf keinen Fall. Er hat überhaupt nicht verstanden, dass der Messias kommen musste, um das Problem der Sünden durch sein Leiden, durch seinen Tod nach Jesaja 53 zu lösen. Aber er sagt: Nein, ja nicht. Er versteht es gar nicht. Und wenn der Herr da nochmals sagt: „Der Sohn des Menschen wird von ihnen leiden“, dann verstehen sie nur, was er sagt bezüglich Johannes dem Täufer. Aber das Thema, das ist ihnen einfach nicht klar.
Die Heilung des mondsüchtigen Knaben und die Frage nach Glauben und Gebet
Jetzt machen wir zehn Minuten Pause und fahren dann mit Vers 14 weiter. Wir fahren weiter, und zwar mit Matthäus 17 ab Vers 14.
Und als sie zu der Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes, denn er ist mondsüchtig und leidet schwer. Denn oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser. Und ich brachte ihn zu deinen Jüngern, und sie konnten ihn nicht heilen.
Jesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her! Und Jesus gebot ihm ernstlich, und der Dämon fuhr von ihm aus, und der Knabe war geheilt von jener Stunde an.
Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Unglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Werde versetzt von hier nach dort, und er wird versetzt werden. Und nichts wird euch unmöglich sein. Diese Art aber fährt nicht aus, als nur durch Gebet und Fasten.
Wir haben hier die Heilung eines besessenen Sohnes, und fangen wir gleich hinten an. Der Herr sagt in Vers 21: Diese Art fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten. Was für eine Art von Dämon war das? Diese Art muss eine spezielle Art gewesen sein, eine besonders schlimme. Und was war das Kennzeichen bei dieser ganz besonders schlimmen Art? Ja, er konnte nicht reden, der Sohn. Er konnte nicht reden. Woher hast du das? Schauen wir mal in die Parallelstelle. Markus 9 und Lukas 9, kommt das vor. Schlagen wir mal auf in Markus, und zwar liest du ab Vers 17?
Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat. Und wo immer er ihn ergreift, reißt er ihn, und er schäumt und knirscht mit den Zähnen und magert ab. Und ich sprach zu deinen Jüngern, dass sie ihn austreiben möchten, und sie vermochten es nicht.
Er aber antwortete ihnen und spricht: O ungläubiges Geschlecht, bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her! Und sie brachten ihn zu ihm. Und als er den Geist ihn sah, zerrte er ihn sogleich hin und her, und er fiel auf die Erde und wälzte sich schäumend. Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es schon, dass ihm dies geschehen ist? Er aber sprach: Von Kindheit an. Und oft hat er ihn sogar ins Feuer geworfen und ins Wasser, um ihn umzubringen. Aber wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns.
Jesus aber sprach zu ihm: Was das „wenn du kannst“ betrifft, dem Glaubenden ist alles möglich.
Also, wo ist die Antwort? Im Vers 17: der einen stummen Geist hat. Vers 17: der einen stummen Geist hat. Und man mag sich erinnern: Wir hatten Matthäus 12 ausführlich studiert und dort gesehen, dass die Heilung von einem Besessenen mit einem stummen Geist ein messianisches Zeichen war.
Ich habe damals erklärt: In der rabbinischen Literatur des Judentums wird auch über Dämonenaustreibung gesprochen, und die alten Rabbiner haben gesagt, bei der Austreibung müsse man zuerst den Namen des Dämons in Erfahrung bringen. Das wird nirgends in der Bibel gesagt, das war eine rabbinische Lehre. Aber sie hatten ein Problem mit ihrer eigenen Art zu denken: Was machen wir, wenn ein Dämon stumm ist? Dann kann man ja nicht nach dem Namen fragen. Und von daher war klar: Einen stummen Besessenen kann niemand heilen, das kann eben nur der Messias.
Und genau das geschieht in Matthäus 12. Der Herr Jesus heilt dort einen Stummen. Aber es ist noch stärker in Matthäus 12, Vers 22. Lies du:
Dann wurde ein Besessener zu ihm gebracht, blind und stumm, und er heilte ihn, so dass der Stumme redete und sah. Und alle, die in der Volksmenge waren, erstaunten und sprachen: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids?
Also, der war nicht nur stumm, sondern sogar noch blind. Also man konnte mit ihm nicht einmal über Zeichen kommunizieren. Der Jesus heilt ihn. Die Volksmenge reagiert ganz speziell, sie erstaunt, sie ist erstaunt, also außer sich. Und die Frage, die gleich folgt, ist: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids? Der Sohn Davids ist ein Titel für den Messias. Also, das kann ja gar nicht sein. Das müsste ja der Messias sein.
Also, für sie war ganz klar: Ja, niemand kann das. Unsere Lehre hat uns klar gemacht, niemand kann einen stummen Besessenen heilen. Also ja, dann müsste ja das wirklich der Messias sein. Und die Pharisäer, die sagen dann in Vers 24: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Fürsten der Dämonen. Also sie sagten, er macht das durch den Teufel. Also gegen ihre eigene Logik. Wenn ein solches Zeichen geschieht, dann muss es der Messias sein, sagen sie: Nein, das ist der Teufel.
Und der Herr macht dann ihnen klar, dass ihre Logik überhaupt nicht aufgeht. Denn wenn der Teufel quasi sein eigenes Reich zerstören würde, dann müsste ja das Reich der Finsternis zusammenbrechen. Aber davon ist keine Spur, das steht. Und so macht der Herr also klar: Ihre eigene Logik ist völlig unlogisch. Und da haben wir bereits gemerkt, dieses Zeichen, einen stummen Besessenen zu heilen, ist ein ganz besonderes, eben ein messianisches.
Und nun hatte der Herr seinen Jüngern dann auch den Auftrag gegeben, sie sollen Dämonen austreiben. Aber jetzt sehen wir da einen Fall: Sie waren nicht in der Lage. Und der Herr sagt in Matthäus 17,21: Diese Art aber fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten. Es kann sein, dass es gewisse Wiederausgaben gibt, wo das fehlt. Aber das sind solche, die nach dem Nestle-Aland-Text gehen, nach dem Minderheitstext. Die Masse der Handschriften hat das drin: Diese Art aber fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten.
Und was aber noch wichtig ist: Markus 9. Dort wird das auch gesagt, und zwar in Markus 9,29. Und da steht es auch im Minderheitstext: Diese Art kann durch nichts ausfahren als nur durch Gebet und Fasten.
Ja, also das macht klar, das war wirklich etwas ganz Besonderes, und die Jünger konnten das nicht. Aber dann kommt der Messias, er kann es. Der, der durch Johannes den Täufer eingeführt worden ist, er ist in der Lage, eben zu zeigen, dass er wirklich der Messias ist.
Unglaube, geistliche Autorität und die Grenzen menschlicher Kraft
Ja, Elias? Ihr ungläubiges Geschlecht, wieso kommt sie nicht aus? Warum macht Herr Jesus als Messias den Jüngern den Vorwurf in Vers 17: „O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht“? Also ein Vorwurf: Warum haben sie das nicht geschafft? Weil sie eben von dem Messias die Kraft bekamen. Er hat sie ausgesandt, um als messianische Apostel, eben Gesandte, seine Macht stellvertretend auszuüben. Aber da haben sie es nicht geschafft, und der Herr sagt sofort, was der Grund war: ihr Unglaube.
Ja, und ... Doch, dieser Vers 17,21 richtet sich auch an die Apostel, und zwar weil er klar macht, dass sie bei dieser Art ganz besonders beten und fasten mussten. Aber sie hatten keinen Glauben, und darum haben sie auch nicht gebetet und auch nicht gefastet. Also um wirklich Zeit zu haben für das Gebet. Denn wie viel Zeit pro Tag geht weg, nur mit Nahrung einkaufen? Bei uns geht das etwas schneller als im Nahen Osten, aber dort verliert man so viel Zeit auf dem Markt, weil das Spielchen gespielt werden muss. Man kauft nicht nach der ersten Preisvorgabe, sondern dann wird verhandelt. Und kommt man nach Hause, dann muss man all diese Rohstoffe in eine essbare Form bringen. Das braucht so viel Zeit. Dann muss man es noch kochen, das braucht so viel Zeit. Dann wird es schnell gegessen, und nachher kommt das Abwaschen. Also so viel Zeit. Und darum ist eben Fasten der einfachste Weg, um Zeit zu gewinnen. Einfach nicht essen, aber die Zeit kann man dann benutzen für dieses intensive Gebiet. Und das hätten die Jünger so machen müssen.
Aber jetzt noch etwas. Czerjek hat gesagt, also dieser Sohn konnte nicht sprechen. Darum haben wir diesen langen Weg gemacht, um zu sehen: Ja, tatsächlich, Markus 9 sagt, der Dämon war stumm. Das heißt also, dieser Sohn war von Kindheit an so. Er hat nie mit seinem Vater gesprochen, keine Kommunikation zwischen den Generationen. Also da haben wir genau das Problem: Die Kommunikation zwischen zwei Generationen ist nicht nur gestört, sondern sie ist unmöglich gemacht. Und wer macht den ersten Schritt? Der Vater. Ihm lag dieser Sohn am Herzen, und darum hat er ihn zum Herrn Jesus gebracht. Dort gibt es diese Lösung, dass man eben wieder miteinander spricht und dann auch vergibt.
Und so haben wir hier eben keinen Zufall, warum genau diese Geschichte nach diesem Gespräch vom Berg Hermon herab hier anschließt. Da zieht sich der rote Faden thematisch durch. Und was noch weiter zu beachten ist: Dieser Dämon hat ihn, wie wir gelesen haben, immer wieder ins Feuer gebracht, Vers 15, oder ins Wasser. Also ständig hat er versucht, ihn umzubringen. Ja, also das Problem von Selbstmord. Und es wird uns auch da klargemacht, woher das kommt: Das ist Satan, der dahinter steckt. Und er steckt hinter dem Problem, nicht miteinander zu sprechen.
Die apostolische Vollmacht und das Zeichen der Sprachen
Ja? Ich wollte den Gedanken jetzt nicht kürzen, aber es gibt zu der Austreibung eine schöne Parallele in Apostelgeschichte 16, wo die Frau hinter Paulus und Silas herläuft und Paulus dann sagt, die Geister, die an Namen geht, also 16,18b. Sie bietet ihr im Namen Jesu Christi vor, sie auszutreiben.
Also die Jünger, wir haben nachher eben darüber nachgedacht, woran es lag, dass die Jünger nicht die Möglichkeit sahen, waren sich nicht der Kraft, die der Herr Jesus ihnen gegeben hatte, mit der er sie ausgerüstet hatte, bewusst. Also haben sie auch nicht im Namen des Herrn Jesus jetzt das tun können.
Ja, also ich fasse zusammen für den Livestream, die haben das nicht gehört, was du jetzt gesagt hast: Also in Apostelgeschichte 16, da treibt der Apostel Paulus, aber im Kontrast zu den Jüngern im Glauben, den Dämon aus bei einer Frau, einer jungen Frau, und da ist es dann auch wirklich wirksam, ja, das willst du ja damit sagen.
Nur, der Unterschied ist natürlich: Die Jünger, die haben damals auch Besessene geheilt, aber hier, bei dieser besonderen schwierigen Art, da waren sie blockiert. Der Herr machte aber klar, das hing zusammen mit Unglauben und auch mit dem fehlenden Gebet und Fasten, während der Apostel Paulus eben da eine Person von einem Dämon befreite, eine Person, die sprechen konnte. Und die hat Irrlehren verkündigt, die hat gesagt, die verkündigen euch einen Weg des Heils, nicht den, in Griechisch steht der Artikel nicht, man darf nicht übersetzen, die verkündigen euch den Weg des Heils, sondern einen Weg. Das ist die dämonische Irrlehre: Es gibt verschiedene Wege zu Gott.
Aber dort hat der Apostel Paulus dann eben im Glauben gehandelt, im Kontrast eben zu den Jüngern hier, wo Unglauben das Hindernis war.
Aber eben, wir haben hier das Problem der Generationen, die nicht mehr miteinander sprechen, und der Herr Jesus löst das. Hier ein ganz extremes Beispiel, und darum können wir eben damit ermutigt werden, zu wissen, dass der Herr auch weniger dramatische Beispiele von fehlender Kommunikation lösen kann. Aber das Wichtige ist: Man muss zu ihm kommen.
Eben, dieser Mann kommt zum Herrn selber, fällt auf die Knie, Vers 14, sprach: „Herr“, betont also die Autorität des Herrn Jesus, „erbarme dich meines Sohnes.“ Er hat wirklich ein Anliegen gehabt, und natürlich hatte er auch eher Unglaube, das wird in Markus 9 gesagt, er sagt: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Ja, es war Unglaube, der ihn hindern wollte, aber er hat sich wirklich durchgesetzt, um das einfach dem Herrn zu bringen, und da hat der Herr dann auch geantwortet und diesen jungen Menschen geheilt, auch von dem Problem des Selbstmordes.
Und es heißt ja hier, er sei mondsüchtig gewesen, Vers 15, 17, Vers 15: „Denn er ist mondsüchtig und leidet schwer.“ Der Ausdruck „mondsüchtig“ kommt noch einmal in der Bibel vor, den hatten wir nämlich auch schon im Matthäusevangelium, in Matthäus 4, 24 meine ich, sondern da wird es einfach ganz allgemein gesagt in Vers 24. Liest du, Jerry? „Und die Kunde von ihm ging aus nach ganz Syrien, und sie brachten zu ihm alle Leidenden, die von mancherlei Krankheiten und Qualen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie.“
Ja, diese zwei Stellen. Da muss man vielleicht erklären: Der griechische Ausdruck für mondsüchtig bezeichnet Epilepsie. Und darum wird ja auch gesagt von diesem Jungen, dass er geschäumt hat. Man muss übrigens alle Stellen zusammennehmen, Matthäus 17, Markus 9, Lukas 9, da haben wir all diese Details, und er hat also geschäumt.
Jetzt ist es aber wichtig: Epilepsie an sich ist nicht etwas Dämonisches. Denn das ist eine heute sehr, sehr gut erforschte Krankheit, und glücklicherweise hat man auch da Möglichkeiten gefunden, wie man das mildern kann. Aber was wir hier haben, ist eben eine Epilepsie, die durch einen Dämon verursacht worden ist. Das muss man unterscheiden.
Also es wäre absolut verheerend, wenn jemand irgendwelche, die Epilepsie haben, in Verbindung bringen würde mit Dämonen. Aber ein Dämon kann eben alle möglichen Schäden auslösen, die aber im Prinzip auch durch Krankheiten ausgelöst werden können. Dieser Unterschied ist ganz grundlegend wichtig, weil man dadurch sonst unglaubliches Unheil anrichten würde.
Also zum Beispiel: Pest wird ausgelöst durch Nagetiere, die selber wieder eine Laus tragen, die befallen ist von einem Bakterium, das eben Pest verursacht. Und im Buch Hiob, da haben wir eine Person, die wurde durch Satan pestkrank. Denn das Krankheitsbild von Hiob kann man ja mit all den Elementen, die im Buch Hiob verstreut zu finden sind, klar zusammenfassen: Das war Pest. Aber das hatte der Satan ausgelöst, sagt Hiob 2.
Und darum kann man nicht sagen: Ja, wenn jemand Pest hat, dann war das der Satan. Ja, aber es kann sein, dass der Satan eben eine Krankheit auslöst, und so war das auch bei diesem Jungen.
Es ist also ganz wichtig, dass man klar unterscheidet zwischen Dämonie und Krankheit. Natürlich ist es so: Heute in der Psychiatrie werden manche Leute diagnostiziert als schizophren. Und das stimmt, und man kann auch ganz genau zeigen, wo das Defizit im Gehirn vorhanden ist, und man kann es auch durch Behandlung lindern. Aber es gibt auch die Möglichkeit, dass jemand durch Besessenheit das Bild von Persönlichkeitsspaltung hat, Schizophrenie.
Aber auch da ist es ganz wichtig: Da haben Leute schon solches Unheil angerichtet, indem sie Schizophrenie einfach mit Dämonie in Verbindung gebracht haben, und das ist gar nicht so. Aber es gibt den Fall, wo eine Schizophrenie durch Dämonen ausgelöst wird, und der Unterschied ist dann der: Wenn eine solche Person sich bekehrt, wird sie nachher gesund.
Und wir sehen viele Beispiele von Menschen, die Schizophrenie haben, sich bekehren, und das Krankheitsbild bleibt. Und die müssen mit dieser Schwachheit leben lernen. Aber es wäre ganz verheerend, wenn man ihnen irgendetwas Dämonisches unterstellen würde.
Ja, was möchte man noch sagen? Bei heutiger dämonischer Besessenheit, da können wir heute nur noch beten, wir können uns nicht im Namen des Herrn da etwas bewirken. Wir müssen das heute wirklich ins Gebet bringen für die Menschen.
Von der apostolischen Zeit bis zur Gegenwart
Ja, das ist ein wichtiger weiterer Punkt. Der Herr hat also den Aposteln ganz klar den Auftrag gegeben, in seiner Autorität zu heilen und auch Dämonen auszutreiben. Dieser Auftrag wird in Matthäus 10,1 gegeben. Liest du das, Jerry?
Und als er seine zwölf Jünger herzugerufen hatte, gab er ihnen Gewalt über unreine Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel aber sind dann die zwölf Namen der Apostel. Die hatten diesen Auftrag. Und nun ist es ganz wichtig: Das war ein Auftrag an die Apostel, nicht an alle. Der Herr hat noch viele andere Jünger. Gut, in Lukas 10 sendet er schliesslich siebzig aus, denen er auch diese Autorität gegeben hat. Aber wir müssen davon ausgehen, dass der Herr noch mehr Jünger hatte.
Und in Markus 16 gibt der Herr auch den elf Aposteln den Auftrag, unter anderem Dämonen auszutreiben. In Markus 16 spricht er zu den Elfen. Markus 16,14: Nachher, als sie zu Tisch lagen, offenbarte er sich den Elfen. Und jetzt liest du, Jerry, ab Vers 17, bitte:
Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, und werden Schlangen aufnehmen, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
Danke! Also hier ist das erste Zeichen, das der Herr den Aposteln gibt: Dämonen austreiben. Und das sagt er hier: Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben. Das ist ein Aorist im Griechischen, also denen, die zum Glauben kommen.
Und nun stellt sich die Frage: Ist das eine Verheissung für die Apostel und für die erste Generation, die durch sie zum Glauben kommt, oder ist das eine Verheissung für alle Generationen? Diese Frage wird hier nicht beantwortet. Aber wir sehen dann im Neuen Testament, dass in den weiteren Schriften, in den Briefen und in der Apostelgeschichte, das eine Verheissung war, die eben ganz speziell für die erste Generation war, die durch die Apostel zum Glauben kam. Also für die apostolische Zeit und nicht für alle Zeiten.
Das sehen wir zum Beispiel daran, dass der Herr sagt: „Und sie werden in neuen Sprachen reden.“ Übrigens: Im Griechischen nicht „neos“. Das würde bedeuten eine Sprache, die es vorher noch nicht gab, eine neue, entstandene Sprache. Er sagt aber nicht „neos“, sondern er benutzt das Wort „kainos“. Und das bedeutet eben eine Sprache, die neu war für die Sprechenden.
Und die Apostel in der Apostelgeschichte haben in Fremdsprachen gesprochen, die sie nie gelernt hatten. An Pfingsten, Apostelgeschichte 2. Und wir sehen auch in Apostelgeschichte 10, wie solche, die dann durch den Apostel Petrus zum Glauben kamen, auch in Sprachen geredet haben. Und Apostelgeschichte 19: solche, die durch den Apostel Paulus von ihrem alttestamentlichen Glauben zum neutestamentlichen Glauben durchgedrungen sind. Die haben auch in Sprachen geredet. Drei Beispiele. Und das waren wirkliche Sprachen.
In Apostelgeschichte 2 sehen wir all diese Juden mit Auslandhintergrund aus Elam oder aus Nordafrika oder aus der Türkei. Die haben gesagt: Wie hören wir sie die grossen Taten Gottes in unseren Sprachen und in unseren Dialekten verkündigen? Das heisst, die haben also diese Sprachen aus all diesen Gebieten gesprochen, und sogar Dialekte. Da kommt es dann ganz auf die Aussprache an, dass man klar sieht: Das ist der Dialekt, das ist der Dialekt.
Und das war nicht ein Hörwunder. Sie sagen ja: Wie hören wir sie reden in anderen Sprachen? Aber es war ein Sprechwunder, denn Apostelgeschichte 2 sagt ganz am Anfang: Sie haben so gesprochen, wie der Heilige Geist ihnen gab auszusprechen. „Apoftengomai“ ist Aussprechen mit Bezug auf die lautliche Qualität dessen, was man sagt. Also, die haben wirkliche Sprachen gesprochen.
Aber heute behaupten Millionen, sie könnten in Sprachen sprechen. Also nach Generationen, nach den Aposteln, haben sie das heute noch. Man muss einen Test machen und dann mal herausfinden, was für eine Sprache sie sprechen. Und man kann zum Beispiel sie mitnehmen auf die Strassen und sie mit Arabern in Kontakt bringen. Und dann wollen wir sehen, ob sie den syrischen Dialekt von Arabisch können. Die können nichts. Man kann sie zu Tamilen bringen, die können nichts. Die sind unfähig, diese Sprachen zu sprechen.
Ich meine, es ist ja so: Am 1. Januar 1901 begann ja diese moderne charismatische Bewegung. Damals sagte man Pfingstbewegung. In einer Bibelschule in Topeka, in der Topeka Bibelschule in Kansas, da haben plötzlich Studenten angefangen, in Zungen zu reden. Interessant: An diesem Tag, dem 1.1.1901, hat Leo, Papst Leo XIII., die Welt dem Heiligen Geist geweiht. Und was geschieht? Dieser Ausbruch in der Topeka-Bibelschule.
Und die Lehrer dort haben gesagt: So, jetzt werden unsere Schüler auf die Missionsfelder gehen. Die müssen nicht mehr Sprachen lernen wie bisher, sondern die werden in diesen neuen Sprachen das Evangelium verkündigen. Das hat man dann auch gemacht, und die Eingeborenen haben nichts verstanden. Also eine Katastrophe.
Da muss man dann die Theorie entwickeln, dass es zwei Arten von Zungenreden gäbe: eines, das man versteht, und eines, das man nicht versteht. Ja, aber das Problem ist: In der Apostelgeschichte konnten die Apostel in neun Sprachen sprechen, nach Markus 16, und die hat man verstanden. Und es ist schwierig, irgendetwas an Lauten hervorzubringen, das niemand versteht. Das kann jeder von uns. Kinder können es vielleicht noch besser, wenn sie untereinander Fremdsprachen reden, spielen. Ja, aber das Schwere, das kann keiner von uns, und das können die offensichtlich auch nicht.
Man kann einen Test machen: zehn Leute oder 20 Leute, die behaupten, ich kann in Zungen reden, und sie dann mit bestimmten Leuten in Kontakt bringen. Sie können es nicht. Der Beweis ist da. Also müssen Sie nicht behaupten, Sie seien die Erfüllung von Markus 16. Ja?
Paulus spricht ja: Diese Gaben werden aufhören. Ja, genau. Paulus sagt in 1. Korinther 13, Sprachenreden werden aufhören. Im Gegensatz zu anderen Gaben, von denen er sagt, die werden weggetan werden. Das heisst, bei der Wiederkunft Christi werden alle Gaben, die noch da sind bis zur Wiederkunft, weggetan werden. Das erklärt der Apostel Paulus dort.
Aber bei den Sprachen sagt er nicht, die werden weggetan werden, sondern die werden abklingen. Und darum hat zu Recht Augustinus um 400 geschrieben in seinem ersten Johanneskommentar: Das Zeichen der Sprachen trat damals auf, und es war dazu gegeben, um klarzumachen, dass Gott jetzt nicht mehr nur zu einem Volk, dem Volk Israel, sprechen will, sondern zu allen Völkern. Er hat das so getan, es hat sich erfüllt, aber dann habe das aufgehört. Habe aufgehört!
Im zweiten Jahrhundert gibt es noch einen, der in Zungen redete. Das war der Bekannte in der Kirchengeschichte, Montanus. Und das war ein Irrlehrer, der mit wohlverstanden zwei Frauen herumreiste und sagte, dass bald das neue Jerusalem herunterkommen werde, in der heutigen Türkei. Ja, und der hat auch in Zungen geredet. Aber eben nicht das Zungenreden der Bibel. Und das sind wirkliche Sprachen, und damit kann man zeigen, ob das jemand kann oder nicht.
Und damit wird klar: 1. Korinther 13 sagt, es wird abklingen. Und das macht deutlich, dass der Herr also dieses Zeichen gab, den Aposteln, Matthäus 11, und der Generation, die durch die Apostel zum Glauben kam. So war das Zeichen.
Aber jetzt bleibt die Frage: Besessene gibt es heute noch, und die sollten auch geheilt werden. Jawohl, und da bleibt Gebet und Fasten. Und das Wesentliche ist: Diese Menschen müssen sich bekehren. Und dann wird man aus der Gewalt der Finsternis befreit. Können wir aufschlagen: Kolosser 1. Liest du, Jerry, in Vers 12 und 13?
Danksagend dem Vater, der uns fähig gemacht hat zu dem Anteil am Erbe der Heiligen im Licht, der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis und versetzt hat in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben, die Vergebung der Sünden.
Der uns errettet hat aus der Gewalt der Finsternis: Das ist im Griechischen ein Aorist. Das heisst, die Handlung wird beschrieben als punktuell in der Vergangenheit. Bedeutet das: Gott hat an einem Punkt uns errettet. Es ist nicht ein Prozess, man wird langsam aus der Gewalt herausgeholt, sondern wirklich errettet aus der Gewalt der Finsternis. Und nochmals ein Aorist: versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Auch ein Aorist, punktuell versetzt, also abgeschlossen.
Und so muss jemand sich bekehren. Und wenn jemand nämlich nur durch ein Wunder von Dämonen befreit wird und sich nicht bekehrt, da hatten wir damals in Matthäus 12 gesehen: Der Jesus sagt, wie ein Dämon, der ausgetrieben wird, unruhig ist, er durchzieht wüste Örter und kommt später zurück mit sieben, die noch schlimmer sind als er. Und wenn er sieht, dass quasi das Haus, das Innenleben des einmal Besessenen, aufgeräumt und geschmückt ist, aber leer, dann kommt er zurück. Und das Letzte wird schlimmer sein als das Erste.
Darum ist es so wichtig, dass man eben nicht einfach von Dämonen durch ein Wunder befreit wird, weil wenn man sich dann nicht bekehrt hat, dann kann die Katastrophe kommen. So gilt also der Grundsatz: Wer sich bekehrt, wird errettet aus der Gewalt der Finsternis, versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Und da ist eben wichtig, dass für eine solche Person mit Gebet, intensiven Gebet, eben Unterstützung gegeben wird.
Rückkehr zum Thema der Heilung und die Grenzen heutiger Praxis
Ja, dann gehen wir weiter in Matthäus 17. Aber ich möchte noch kurz ergänzen, was ich in dem Exkurs zum Sprachenreden gesagt habe.
Noch ein Test beim heutigen Sprachenreden, das sich als nicht echt erweist: Man kann, und das ist auch geschehen, solches heutiges Sprachenreden auf die Laute untersuchen. In der Sprachwissenschaft nennt man die einzelnen Laute Phoneme. Und jede Sprache hat ja bestimmte Phoneme. Weltweit, in allen Sprachen, allen über siebentausend Sprachen, gibt es etwa sechshundert verschiedene Phoneme. Und jede Sprache hat so einen Ausschnitt davon.
Wenn man die Phoneme untersucht, kann man herausfinden, welche Muttersprache der Zungenredner spricht, weil er genau die typischen Laute, Phoneme, aus seiner Muttersprache beim Zungenreden benutzt. Und eben nicht gerade, jetzt sagen wir als Schweizer, das arabische „ain“ und „rain“, das ist ein „ ganz da unten. Es gibt auch das „ vorne, ja, aber das „r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r-r.
Und darum ist es natürlich typisch, dass Zungenredner, dass man da keine „ain“ und „rain“ findet oder irgendwelche Schnalzlaute aus einer afrikanischen Sprache. Da gibt es ja ganz seltsame Laute, die uns völlig fremd sind. Ja, warum kommen die nicht vor?
Und dann noch etwas muss man beachten: Am Anfang, wenn wir beten, sagen wir doch zum Beispiel: Herr Jesus! Ja, und auf Deutsch sagen wir Jesus, ja. Aber wenn ich Hebräisch bete, dann sage ich nicht Jesus, dann sage ich Adon Jeshua oder Adonai Jeshua, ja, also weil Jesus auf Hebräisch Jeshua ist. Und wenn ich Italienisch bete, dann sage ich Signor Jeshu. Ja, weil man auf Italienisch nicht Jesus sagt und auch nicht Jeshua, sondern Jesu. Das heißt, jede Sprache hat so versucht, das Wort Jesus anzupassen, den besonderen Lautgegebenheiten der Sprache.
Ja, und im Arabischen sagt man Jesua. Ja, sehr typisch: Wenn im Hebräischen ein Sch-Laut ist, dann ist das im Arabischen ein Z-Laut. Ja, darum nicht Jeshua, sondern Jesua.
Und dann kann man bei den Zungenreden mal hören: Wie sagen die Jesus? Aber vielleicht wird einem auffallen, dass man das Wort gar nicht hört. Ja, bitte, was beten die? Also, ich meine, ja, wenn man einfach betet und man weiß gar nicht, zu wem man betet. Ja, aber das ist zum Beispiel auch ein Schlüssel: Der Name Jesus, wie wird er ausgesprochen? Weil das ist auch ein Hinweis, um welche Sprache es sich dabei handeln könnte.
Ja, das war nur ein kleiner Exkurs. Jetzt gehen wir zurück zu Matthäus 17, Vers 22. Lies du, Jerry.
Als sie sich aber in Galiläa aufhielten, sprach Jesus zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen überliefert werden, und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt.
Als sie aber nach ...
Ja, das reicht man bis hierher, danke.
Der Weg nach Galiläa und die zweite Leidensankündigung
Sehen wir: Jetzt sagte uns Matthäus, als sie sich aber in Galiläa aufhielten. Das heißt also, vorher waren sie nicht in Galiläa, außerhalb der geografischen Region Galiläa. Und das war eben schon so in Matthäus 16, Vers 13, als Jesus in das Gebiet von Caesarea Philippi gekommen war.
Caesarea Philippi liegt wo? Ganz im äußersten Norden von Israel, gehört noch zu den Golanhöhen, ja? Man kann dann von dort aus weiter die Golanhöhen hoch, und dann könnte man zum Hermon hinauf. Und das erklärt eben, warum der Herr Jesus, als er in Caesarea Philippi war, dann in Kapitel 17 auf einen hohen Berg ging. Das waren nicht die Golanhöhen, sondern dieser hohe Berg ist dann eben der Hermon, aber er liegt außerhalb von Galiläa.
Und dann kommt der Herr eben hinunter von dem Berg, und unten trifft er die Volksmenge. Da wird jetzt die Ortschaft nicht genannt, aber eben eine Ortschaft, die so wie Caesarea Philippi quasi am Fuß des Hermon sich befindet. Und dann sind wir in Vers 22 wieder im Gebiet von Galiläa. Und in Galiläa befindet sich eben der Berg Tabor am Rand der Jesreel- oder Harmagedon-Ebene. Das macht klar: Es ist nicht der Tabor gewesen, der hohe Berg in Kapitel 17, Vers 1, sondern erst da ist der Herr in Galiläa.
Und da verkündigt der Herr wieder, dass er leiden muss. Er macht klar: Ich bin nicht als der herrschende Messias gekommen, das wird sein beim zweiten Erscheinen. Sondern jetzt muss das Problem der Sünde gelöst werden durch den Opfertod. Man nennt das die zweite Leidensankündigung, wobei man sagen müsste: In Kapitel 17, Vers 12, da sagt der Herr auch schon: Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden. Es kommt also darauf an, wie man zählt. Sonst könnte man zählen eins, zwei, drei, und dann wäre die nächste Leidensankündigung schon die vierte. In den allgemeinsten Büchern wird sie die dritte genannt.
Der Herr macht klar: Aber das ist genau der Punkt, der den Jüngern nicht klar war. Sie hätten gerne das Reich gehabt, und das können wir menschlich verstehen. Aber was sie nicht verstanden, ist, dass das Grundproblem aller Probleme die Sünde ist. Das musste zuerst gelöst werden. Und der Herr Jesus wird bei seinem zweiten Kommen als König alle Probleme lösen, die aus diesem Grundproblem herausgekommen sind.
Er wird alle Probleme lösen in der Welt, die die UNO nicht lösen konnte. Die UNO versucht, das Problem des Krieges zu lösen, und sie schafft es nicht. Sie versucht, das Problem von Krankheit zu lösen, ganz speziell über die WHO. Und sie schafft es auch nicht. Natürlich müssen wir sagen: Die WHO schafft es nicht, wir Menschen schaffen es nicht. Und die Menschen, die sich in der WHO zusammengeschlossen haben, sie schaffen es nicht. Sie versuchen und versuchen und probieren: Wie könnte man es so machen, wie könnte man das mit dieser Lösung machen? Aber das Problem ist da und bleibt. Und wenn dieses Virus am Rand wird, kommt ein anderes.
Der Herr sagt ja voraus in Lukas 21 unter den Endzeitzeichen Seuchen. Das ist eines der Zeichen, wie Massenkriege und Erdbeben, Hungersnot usw. Und die UNO versucht eben, Kriege zu lösen, Krankheit zu lösen, das Problem der Naturkatastrophen anzugehen. Ein Riesenaufwand, Stichwort Klimapolitik. Man will auch die Naturkatastrophen lösen mit menschlicher Anstrengung, und wir sehen: Es geht nicht. Und der Herr Jesus sagt in Lukas 21, Matthäus 24, dass diese Zeichen, Naturkatastrophen, in der Endzeit zunehmen werden bis zum Wiederkommen des Herrn Jesus.
Also alle Aktionen, um eben Naturkatastrophen zu besänftigen und zu verbessern, werden nicht gelingen. Aber wenn der Herr Jesus dann kommt, wird er all diese Probleme lösen, und auch die sozialen Probleme, das Drogenproblem, die politischen Probleme, die finanziellen, ökonomischen Probleme, alle Probleme, die die Menschheit nicht lösen kann, die wird er lösen.
In Jesaja 9, Vers 6 heißt es: Und die Herrschaft ruht auf seinen Schultern. Also wenn einmal alles von dem Herrn Jesus getragen wird auf seinen Schultern, dann wird eben wahr werden, was dort steht. Man nennt seinen Namen wunderbarer Ratgeber. Er gibt die Richtlinie: Was muss man tun, was muss man nicht tun. Und die weiteren Namen: Starker Gott, Vater der Ewigkeit und Fürst des Friedens.
Er wird alles lösen, was aus der Sünde herauskommt. Aber zuerst musste er das Problem der Sünde am Kreuz lösen, und darum sagte er: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen überliefert werden. Sie werden ihn töten, und dann wird er eben am dritten Tag auferstehen.
Und die Jünger werden nur traurig. Aber nicht diese Traurigkeit, die man im Herzen haben sollte, wenn man den Tod des Herrn verkündigt. Da ist es ein inneres Gedenken der Leiden des Herrn, aber auf eine geistliche Art. Das ist nicht eine sentimentale Art, und das immer verbunden mit der Gewissheit: Er ist auferstanden, lebt. Wir verkündigen seinen Tod in dieser Welt, weil er lebt, aber es ist nicht diese Art von Betrübnis. Die Jünger wollten etwas anderes.
Die Tempelsteuer, Petrus und das Wunder am See
Und dann lesen wir noch ab Vers 24:
Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der Doppeldrachmen zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachmen? Er sagt: Doch. Und als er in das Haus eintrat, kam Jesus ihm zuvor und sprach: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige der Erde Zoll oder Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden? Petrus sagt zu ihm: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: Demnach sind die Söhne frei. Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh an den See, wirf eine Angel aus, und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt. Tu sein Maul auf, und du wirst einen Stater finden. Nimm und gib ihn für mich und dich.
Und der Jesus hatte ja nach seinem Umzug von Nazareth Wohnsitz genommen in Kapernaum, Matthäus 4. Und zwar bekam er eben die Möglichkeit in dem Haus von Petrus. Der Herr selber hatte keine Immobilien. Darum sagt er: Füchse haben Höhlen und Vögel des Himmels haben Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege.
Aber trotzdem: Kapernaum ist etwas ganz Spezielles. Warum? In Kapitel 9, Vers 1 möchte ich erinnern, wird diese Ortschaft genannt: seine eigene Stadt. Liest du nochmals vor, Jerry, 9,1? Und er stieg in ein Schiff, setzte über und kam in seine eigene Stadt. Ja, und das ist Kapernaum, wie man auch sieht aus den parallelen Stellen, zum Beispiel Markus 2. Und jetzt kommt er also da wieder zurück. Kapernaum ist der Ausgangspunkt für seinen öffentlichen Dienst. Und da kommen die Einnehmer der Doppeldrachmen.
Aufgrund dieser Angabe können wir ganz genau sagen, wann, in welcher Zeit das stattgefunden hat. Und zwar steht im Talmud, im Traktat Shekalim, gerade Kapitel 1 und folgende, dass man ab dem ersten Adar, der Monat Adar fällt auf Februar, März, nachher kommt dann der Monat Nisan, das ist der Monat mit dem Passafest, also sechs Wochen vor dem Passafest, ab dem ersten Adar, Leute in alle Ortschaften Israels kommen, um anzukündigen: Jetzt wird dann die Tempelsteuer erhoben! Das geht einige Tage, zwei Wochen, und am 15. stellen sie dann Wechselstuben auf, und da kann man diese Doppeldrachme einzuzahlen.
Und zwar war es wichtig, dass diese Doppeldrachme als tyrische Drachmen gezahlt wurden, weil zum Beispiel die aus Antiochia nicht den Silbergehalt hatte wie die tyrische. Was sollte die tyrische sein? In meinem Buch Der Messias im Tempel, siebenhundert Seiten über den Tempel zur Zeit des Herrn Jesus, das ist jetzt auch wieder neu aufgelegt worden bei CLV Bielefeld, da habe ich auf Seite 222 Bilder eingefügt von der Tetradrachme, das heißt also von dem, was da Petrus gefunden hat, und zwar die tyrische Tetradrachme. Man hat etwa 1200 davon genauer untersucht und festgestellt, dass sie durchschnittlich so einen Silbergehalt hatten von 92. Nicht schlecht, ja, die muss es sein. Warum? Weil in 2. Mose 30 im Zusammenhang mit dem Stiftshüttenbau musste ja jeder Israelit einen bestimmten Silberbetrag bezahlen.
Können wir das aufschlagen? 2. Mose 30, Verse 11 bis 16. Lest du?
Und der Herr redete zu Mose und sprach: Wenn du die Summe der Kinder Israel aufnimmst nach ihrem Gemusterten, so sollen sie bei ihren Musterungen jeder eine Sühne seiner Seele dem Herrn geben, damit keine Plage unter ihnen entstehe bei der Musterung. Dies sollen sie geben, jeder zu den Gemusterten übergehende die Hälfte eines Sekels nach dem Sekel des Heiligtums, zwanzig Gera der Sekel, die Hälfte eines Sekels als Hebopfer dem Herrn. Jeder zu den Gemusterten übergehende, von zwanzig Jahren und darüber, soll das Hebopfer des Herrn geben. Der Reiche soll nicht mehr geben, und der Arme nicht weniger als die Hälfte eines Sekels, wenn ihr das Hebopfer des Herrn gebt, um Sühnung zu tun für eure Seelen.
Danke. Also einen halben Schekel Silber musste man geben für die Stiftshütte. Und hier wird nicht gesagt, dass das jedes Jahr so geschehen soll, aber damals, im Zusammenhang mit dem Bau der Stiftshütte, sollte jeder Israelit einen halben Silberschekel abgeben. Und es war eben die Alexandra, die Witwe des Königs und Hohenpriesters Alexander Jannai im ersten Jahrhundert, die festgelegt hat: Das führen wir wieder ein. Alle Israeliten bezahlen, und zwar jedes Jahr eben diese Silberabgabe.
Und jetzt merkt man auch, was dahinter steckt, warum da diese Einnehmer Petrus fragen: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachmen? Das war nämlich eine Auslegungsfrage. War die Entscheidung von Alexandra richtig, biblisch, dass man 2. Mose 30 quasi jedes Jahr ausüben muss, oder war das eine einmalige Abgabe? Das war nicht klar. Und jetzt kommen natürlich diese Einnehmer mit dem Hintergedanken, diese Nachfolger von Jesus, der jetzt in Kapernaum wohnt, die sagen, das sei der Messias. Wie sieht der Messias diese Auslegungsfrage?
Und Petrus sagt: Ja, natürlich, bezahlen wir. Und dann kommt er da ins Haus, und der Herr Jesus spricht mit ihm persönlich: Simon, wie ist das? Könige, die zu ihrer Familie gehören, müssen die Steuern bezahlen? Nein, natürlich nicht, die Fremden müssen. Aber darum sagt der Herr: Er ist der Messias, der König und der Sohn des höchsten Königs. Und er ist der höchste König, und er ist der Sohn des höchsten Königs, und er müsste eigentlich nicht bezahlen, und seine Jünger sind quasi die, die zum Königshaus gehören. Eigentlich müssten die nicht bezahlen.
Aber er sagt: Wir wollen ihnen nicht ein Ärgernis sein. Und das griechische Wort für Ärgernis bedeutet eine Falle, wo man drüber stolpern kann. Also, diese Frage soll nicht dazu führen, dass Leute sagen: Das kann unmöglich der Messias sein. Nein, der Herr war bereit, diese Steuer zu bezahlen, auch wenn das eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Aber es war ja auch nicht falsch, denn diese Silbersteuer wurde benutzt, um die öffentlichen Opfer Israels im Tempel zu finanzieren.
Und dann sagt der Herr zu Petrus: Geh an den See, wirf eine Angel aus. Und jetzt geht er zu seinem alten Beruf zurück, und zwar mit einer Fischerute, nicht mit einem Wurfnetz. Das findet man bei der Berufung von Petrus, da waren sie gerade dran mit einem Wurfnetz. Und auch nicht mit einem Schleppnetz, das der Herr Jesus in den Gleichnissen Matthäus 13 verwendet. Das ist ein großes Netz, wo mehrere Männer miteinander in den See gehen und dann so die Fische einsammeln, sondern mit einer Fischerute, mit einer Angel. Und der erste Fisch, der heraufkommt, wird einen Stater drin haben. Das war so.
Das ist gewaltig, denn das Wunder ist ein mehrfaches Wunder. Also, dass ein Fisch gefangen wird, ist kein Wunder. Aber dass er dann noch ein Geldstück in sich hat, das ist schon ein Wunder. Aber nicht irgendein Geldstück, es hätte ja auch ein Schärflein der Witwe sein können, das war die kleinste Münze, die in Markus 12 erwähnt wird. Aber es war ein Stater, eine Doppel-, eine Tetradrachme. Tetra heißt ja vier, und darum die Tetradrachme hat eben die Doppeldrachme. Und man musste ja eine Doppeldrachme zahlen. Also ist die Tetradrachme genau das, was der Herr zusammen mit Petrus bezahlen konnte. Also genau der richtige Betrag, und nicht im Bauch, sondern im Mund. Das war ein mehrfaches Wunder, das aber zeigte, dass der Jesus der Schöpfer und Erhalter der Welt ist. Er hat auch jeden Fisch in der Hand.
Nun, was war das für eine Fischart? War das der Petrusfisch? Der Mund des Petrusfisch ist zu klein. Es ist so: Der Petrusfisch, das ist ja ein tropischer Fisch, Tilapia, den isst man in Thailand zum Beispiel, weil es ein tropischer Fisch ist. Aber es ist Tilapia galilea, also ein tropischer Fisch im See Genezareth, wo wir gar nicht in den Tropen sind. Aber es gibt bei Kapernaum, neben Kapernaum in Enschewa, sieben warme Quellen, und die führten dazu, dass eben diese Fischart sich da so wohl fühlen konnte, und zwar so, dass im Frühjahr sich diese Fische besonders sammelten bei Kapernaum. Und der große Fischfang von Petrus mit den vielen großen Fischen, Lukas 5, das war Tilapia galilea, denn das ist der einzige große Fisch im See Genezareth, der in Schwärmen schwimmt.
Wann kann man das identifizieren? Ja, genauso wie man bei dem kleinen Jungen, der bei der Speisung der Fünftausend seine fünf Fische gegeben hat, zwei Fische und fünf Brote, zwei Fische, aber das Griechische sagt zwei kleine Fische, Opsarion. Und das sind eben die Süsswassersardinen, die typisch sind für den See Genezareth. Aber hier, das war auch nicht eine Sardine, natürlich nicht. Aber im See Genezareth gibt es zwei Barbenarten. Ja, die können recht groß werden, und das sind Gründler, und ihr Maul reicht, um einen Stater aufnehmen zu können. Ja, so kann man also ausschließen, was das war. Nicht besonders gut zum Essen, die Gründler fressen eben alles Mögliche, darum sind die nicht so zu empfehlen, aber die Tilapia und Salin, wer es gern hat.
Das wird nicht gesagt, ob er es zurückgeworfen hat, aber das war sicher nicht das, was er suchte. Ja, aber er war wenigstens koscher. Man konnte ihn essen, denn wir haben ja gesehen, Matthäus 13, da werden ja die faulen Fische wieder ausgeworfen im Gleichnis. Und das waren eben die nicht koscheren Fische, der Katzenfisch, der auch ganz typisch ist für den See Genezareth, der von Alters her eben, wenn jüdischer Fischer in Wiengen wieder ausgeworfen wurde, weil er keine Schuppen hat. Koschere Fische müssten nach 3. Mose 11 Flossen und Schuppen haben. Der Katzenfisch ist flach, der hat keine Schuppen.
Ja, also so präzise sind die Evangelien, die sagen genau, welche Netze und die geben auch Angaben, dass man die Fische, die typisch für den See Genezareth sind, identifizieren kann. Wenn die Evangelien geschrieben worden wären von Leuten, die einfach versuchten, da irgendetwas aufzuschreiben über den Anfang des Christentums, das wäre total schiefgegangen. Das sind alles Hinweise, die zeigen, dass hier Leute von dort, wie an Matthäus oder wie an Johannes, eben aufgeschrieben haben, die ganz genau die Situation kannten.
Ja, und was lernen wir daraus? Eben der Herr Jesus ist bereit, sich der Obrigkeit hier zu unterstellen, sogar dann, wenn man sagen könnte, eigentlich ist das biblisch gar nicht ganz korrekt, die hätten nicht ein Recht, das zu fordern. Aber es war auch nicht falsch. Es war ja für die Sache Gottes. Aber man hätte sagen können, eigentlich hätten wir ein Recht zu sagen: Nein, das machen wir nicht. Aber der Herr macht es, um nicht für gewisse eben ein Hindernis zu sein, dass sie zum Glauben kommen könnten. Und da können wir so sehr viel lernen in einer rebellischen, unruhigen Zeit.
Wollen wir hier schließen für heute.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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