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1. Korinther 12, 14-31

1. Korinther 12,14-3101.01.2015
SerieTeil 3 / 9Ilvesheim 2015 - 1. Korintherbrief Kapitel 12-14
Du bist nicht zufällig am Rand: In Gottes „Leib“ hat jeder eine Aufgabe. Wer andere für unwichtig hält, verkennt, wie sehr wir einander brauchen.

Die Verschiedenheit der Glieder als Teil des einen Leibes

Viertens: über die Vielfalt der Glieder in dem einen Leib.
Wir lesen denn auch: Der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß sagen sollte: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib, gehört er deswegen nicht zum Leib? Und wenn das Ohr sagen sollte: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib, gehört es deswegen nicht zum Leib? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn der ganze Leib Gehör wäre, wo wäre der Geruchssinn?
Paulus sagt: Du kannst doch nicht sagen, weil ich eine bestimmte Gnadengabe nicht habe, gehöre ich nicht zum Leib. Nein, es haben nicht alle die gleiche Gnadengabe. Was wäre das für ein Leib, der nur Auge wäre? Ein Riesenmonster, nur Auge. Das ist kein Leib, das funktioniert auch nicht. Wie soll sich das bewegen? Das Auge ist ja nicht zum Gehen gedacht.
Also: Du kannst nicht, weil du anders bist und weil du andere Fähigkeiten hast, sagen: Ich gehöre nicht zu den anderen dazu. Nein, du gehörst dazu. Jeder gehört dazu. Jedes Glied ist von Bedeutung in seiner Unterschiedlichkeit. Jedes Glied hat eine Funktion, hat eine Aufgabe und hat eine Fähigkeit, etwas, was es besonders gut kann.
Vers 18: Nun hat Gott aber die Glieder, jedes einzelne von ihnen, am Leib so gesetzt, wie er wollte. Also der Platz, den man hat, und die Funktion, die man ausübt, und die Fähigkeit, die man hat, das bestimmt Gott.
Jeder von uns, wenn er Christ ist, wenn er den Herrn kennt, wiedergeboren ist, jeder von uns kann etwas. Er hat eine Gnadengabe, und die Gnadengabe gibt dir einen Platz im Leib Jesu Christi. Genau den Platz sollst du ausüben.
Mein Leib hat eine Gnadengabe, der hat einen Daumen und einen Zeigefinger, zum Beispiel. Der Daumen kann etwas, und der Zeigefinger kann auch etwas. Und der Mittelfinger auch. Und wenn die zusammenarbeiten, dann können sie einen Kugelschreiber halten und können, wenn sie zur richtigen Zeit harmonisch miteinander arbeiten, schreiben, wenn die alle drei mit dem Haupt verbunden sind.
Aber diese drei Finger sind nicht geeignet zum Gehen, zum Sichfortbewegen, irgendwas. Man kann zwar auf drei Fingern stehen, ja, es gibt Leute, die können auf drei Fingern stehen. Ich kann das nicht, und meine Finger können das nicht. Nein, sie sind auch nicht dafür geschaffen. Sie sind auch nicht dafür geschaffen, Nahrung zu vertrauen, absolut unmöglich. Und sie können auch nicht sehen und nicht hören und nicht riechen. Aber sie können einen Kugelschreiber so führen, dass man sehr gut damit schreiben kann.
Das heißt, die haben ihren Platz. Durch ihre Fähigkeit haben sie genau einen besonderen Platz. Und wenn sie den Platz ausüben, dann funktioniert das mit dem Leib. Wenn sie etwas anders tun wollen, wird das nicht funktionieren. Dann fehlen sie an der Stelle, wo sie eigentlich hingehören.
Und so ist es mit jedem Christen. Jeder hat einen Platz im Leib Jesu Christi, und der Herr Jesus bestimmt den. Alle.
Vers 19 bis 27: Das ist der fünfte Punkt hier, über die Einheit des Leibes trotz der vielen Glieder.
Wenn aber alles ein Glied wäre, wo wäre der Leib? Dann gäbe es keinen Leib. Vers 20: Nun sind es aber wahrlich viele Glieder, aber es ist ein Leib. Sie sind nicht alle gleich, sie haben verschiedene Gnadengaben, verschiedene Rollen, Funktionen, verschiedene Plätze.
Vers 21: Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. Manche Christen aber reagieren genau so. Sie sagen: Ihr braucht die anderen nicht. Nein, ich mache das selber, ich brauche die anderen nicht.
Das kann man nicht sagen, wenn man am Glied, am Leib Jesu Christi ist. Man braucht die anderen, sonst wird der Leib nicht funktionieren. Das heißt, jeder ist von Bedeutung, und jeder braucht den anderen. Das heißt, ich bin nicht zu groß in meiner Bedeutung. Wenn ich niemanden brauche, dann wäre ich sehr bedeutend, wäre ich sehr wichtig. Aber ich brauche die anderen, das heißt, ich bin doch nicht so wichtig, wie ich dachte. Meine Bedeutung ist begrenzt.
Vers 22: Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig. Und die, die die unehrbaren Glieder des Leibes zu sein scheinen, diese umgeben wir mit reichlicher Ehre. Und unsere nicht anständigen haben desto reichlichere Wohlanständigkeit, aber unsere Wohlanständigen bedürfen das nicht.
Er spricht hier von dem physischen Körper. Es gibt Glieder in unserem Leib, die wir umhegen und pflegen und bekleiden und wärmen. Warum? Manche Glieder sind unanständig, die man bekleiden muss. Manche Leute sind so unanständig, dass sie das nicht bekleiden, die sind schon kaputt im Denken. Aber normalerweise bekleidet man gewisse Glieder, weil das sonst unanständig wäre.
Die Glieder, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig. Es gibt Glieder in unserem Körper, die scheinen sehr schwach zu sein, sind aber äußerst notwendig. Niemand denkt gerade an seine Bauchspeicheldrüse, aber die ist äußerst wichtig, was die gerade tut, oder die Leber und die Nieren.
Also manche Glieder umkleiden wir mit ganz viel Ehre, hier mit Kleidungsstücken, aber mit Ehre, wir beehren sie. Und genauso ist es im Leib Jesu Christi auch in der Gemeinde. Es gibt manche Glieder, die sind unscheinbar, und die stellen wir heraus. Den Prediger brauchen wir nicht herausstellen, der ist oft genug im Rampenlicht. Aber andere müssen wir in besonderer Weise herausstellen. Oder müssen wir umhegen, pflegen und ihnen Bedeutung geben?
Es gibt in der Gesellschaft schwache Menschen, die wichtig sind. Wozu sind denn die Schwachen wichtig? Die Schwachen sind dazu da, damit die Starken etwas zu tun haben. Denn wenn es keine Schwachen gäbe, dann würden die Starken immer untätig sein.
Es gibt Behinderte in der Gesellschaft heute. Wozu sind die da? Die sind nicht dazu da, damit man sie abschiebt von der Gesellschaft und irgendwo weit weg tut, dass man sie nie sieht. Die gehören in die Gesellschaft. Warum? Damit die Gesellschaft lernt, Barmherzigkeit zu üben an den Behinderten. Einige haben das erkannt in der Welt. Und das ist gut so.
Das heißt, die Starken oder die Nichtbehinderten brauchen ein Betätigungsfeld, wo sie Barmherzigkeit üben können. Und in der Gemeinde Jesu ist es auch so. Wir brauchen immer Schwache, wir brauchen immer Starke. Natürlich soll es nicht so sein, dass die Schwachen schwach bleiben. Der Sinn der Sache ist, dass die Starken den Schwachen helfen und dass die Schwachen mit der Zeit auch stark werden, klar.
In einer gesunden Gemeinde gibt es immer Babys. Warum? Also geistliche Babys. Warum? Weil in einer gesunden Gemeinde irgendwo wieder Menschen zum Glauben kommen, und dann haben wir ein geistliches Baby, dem müssen wir wieder helfen, dass es stark wird. Und dieses Baby hat dann wieder auch ein Baby. Also das heißt, wir brauchen einander. Wir brauchen genauso die Schwachen, wie wir die Starken brauchen.
Vers 24: Gott setzte jedoch den physischen Leib zusammen, wodurch er dem Dürftigeren reichlichere Ehre gab, damit nicht ein Zwiespalt im Leibe sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander trügen.
Also die Gemeinde ist ein Organismus, so wie unser physischer Körper ein Organismus ist. So ist es im physischen Körper, so ist es auch im geistlichen Körper. Denn wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit. Wenn ein Glied verherrlicht wird, freuen sich alle Glieder.
Da ist irgendein Glied, da hat ein Schiefer drin. Die Kinder kommen: Ah, das tut weh, da ist ein Schiefer drinnen, und ich kriege den nicht raus. Und das ganze Kind leidet nur wegen so einem kleinen Millimeter Schiefer. Der ganze Körper leidet wegen einem Millimeter, der nicht dorthin gehört.
Im Geistlichen soll es auch so sein, sagt er. Wenn ein geistliches Glied leidet, dann leidet ... nein, nicht soll es so sein, es ist so, es ist so, bitte. Wenn ein Glied leidet, das heißt, es hat einen Schiefer irgendwo, ja, geistlich gesehen, dann wird sich das irgendwie auswirken auf die ganze Gemeinde, vor allem auf die, die in der Nähe sind. Und deshalb muss man schauen, dass man dem wieder hilft. Und wir dürfen nicht egoistisch leben, unsere Christen leben, sondern müssen den anderen helfen.
Vers 27: Ihr seid Christi Leib, und im Besonderen seid ihr Glieder voneinander.
Ihr seid Christi Leib. Wodurch bekommt also jedes Glied seine Bedeutung? Dadurch, dass es an Christus hängt, dass es ein Glied des Leibes Jesu Christi ist. Jeder Christ ist ein Angehöriger Jesu Christi, jeder Christ ist ein Mitglied Jesu Christi, der Gemeinde Jesu Christi. Die Tatsache, dass wir Jesus angehören, das prägt unser Leben.
Da ist ein anderer Mensch, der ist dir nicht sympathisch oder er ist Ihnen nicht sympathisch, irgendwie. Ja, und jetzt? Ja, er ist mir nicht sympathisch, ich meide ihn. Nein, die Tatsache, dass er ein Glied Christi ist, gibt mir jetzt eine Aufgabe, und dadurch ist er mir bedeutend. Das heißt, ich lerne jetzt jemanden zu lieben, der mir nicht sympathisch ist, und ich lerne, ihm zu dienen. Und dann wird er mir vielleicht sogar sympathisch werden mit der Zeit.

Die Ordnung und gegenseitige Abhängigkeit in der Gemeinde

Vers 28 bis 30: Ich muss zum Schluss kommen. Ich lese: Und Gott setzte in der Gemeinde im Einzelnen erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, danach Kraftwirkungen, danach Gnadengaben des Heilens, Hilfeleistungen, Lenkungen, Arten von Sprachen. Sind sie alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Alle Kraftwirkende? Haben alle Gnadengaben des Heilens? Reden alle in Sprachen? Übersetzen alle?
Die Antwort ist klar: nein, natürlich nicht. Also ist hier etwas über die Struktur der Gemeinde gesagt. Kennen Sie die Diskussion über die Struktur der Gemeinde? Es gibt ja viele Diskussionen. Christen diskutieren darüber, was die richtige Struktur der Gemeinde ist. Der eine sagt, wir müssen eine richtige Struktur haben, und dann wird alles Mögliche am grünen Tisch als Struktur der Gemeinde geplant. Aber die Bibel ist so einfach: Es steht schon da, was die Struktur der Gemeinde ist.
Die Struktur der Gemeinde ist die Struktur eines Leibes, in dem Glieder am Haupt hängen und füreinander da sind. Das ist die Struktur der Gemeinde. Die Gestaltung, die Struktur, bestimmt Gott. Man kann nicht sagen: Wir brauchen drei Lehrer, also holen wir uns drei Lehrer. Nein, wie viele Lehrer da sind, bestimmt Gott. Und wenn nur zwei da sind, dann gibt es nur zwei Lehrer. Und wenn zehn Lehrer da sind, umso besser. Und wenn nur ein Ältester da ist, gibt es nur einen Ältesten. Und wenn zehn da sind, gibt es zehn Älteste. Wenn zehn den Qualifikationen entsprechen und das können, umso besser. Je mehr, desto besser.
Die Struktur bestimmt Gott, indem er die Fähigkeiten verteilt, die Rollen, Rollen ist kein gutes Wort, Funktionen. Jeder hat eine Funktion am Körper Jesu Christi, und die Funktion wird bestimmt von unserer Fähigkeit, von dem, was Gott uns gegeben hat an Gnadengaben. Die Funktionen und die Fähigkeiten sind verschieden.
Und dann sagt er: Aber hier gibt es eine Rangordnung. Das fällt auf, oder? Erstens Apostel, zweitens Propheten und drittens Lehrer. Erstens, zweitens, drittens, das ist eine Rangordnung. Die Rangordnung betrifft die praktische Bedeutung der Gnadengaben. Warum sind die Apostel erstens? Weil die Apostel die Anfänger sind, die das Fundament legen. Der ist zuerst dran, der Apostel. Heute sagt man statt Apostel Missionar. Wir könnten genauso gut Missionar sagen.
Paulus meint nicht nur die Zwölf, er meint überhaupt die Apostel. Es gibt ja viel mehr Apostel als die Zwölf. Barnabas war auch ein Apostel, Timotheus auch, Titus, Apollos, Silas. Sie waren alles Apostel. Ein Apostel ist einer, der unterwegs ist, ein Lehrender oder ein Evangelisierender. Hier am Anfang waren es immer evangelisierende Apostel. Das sind Leute, die kamen hin und haben das Evangelium verkündigt. Und dann haben sie gesagt: Ihr Christen, jetzt seid ihr Christen, und jetzt müsst ihr funktionieren. Aber wie können sie funktionieren? Komm, wir zeigen es euch. Ihr seid ein Leib. Und dann haben sie sie gelehrt. Und dann haben sie verstanden, was Gemeinde Jesu ist. Und dann sind die Apostel weiter und haben gesagt: Ihr müsst das leben. Und heute sollte es auch so sein.