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Bruderliebe Bruderliebe und das Gebet

Johannes 17,15-2413.06.2016
Serie•Teil 2 / 5Bruderliebe
Jesus trägt deinen Namen nicht nur im Herzen, sondern auch auf den Schultern. Und genau daraus wächst echte Nächstenliebe: für andere beten, statt nur über sie hinwegzusehen.

Ein neuer Blick auf geistliche Geschwisterschaft

Wir haben uns das letzte Mal getraut, eine neue Reihe zu starten, und das Thema war Bruderliebe. Das ist ein ganz merkwürdiges Wort, das man gar nicht mehr so verwendet: Bruderliebe. Bruderliebe gilt auch für Frauen, das muss man mal vorneweg sagen. Bruderliebe ist nicht nur: Alle Männer mögen sich, sondern Bruderliebe ist die Liebe unter geistlichen Geschwistern, unter denen, die in einer Gemeinde beieinander sind.
Und die erste Predigt drehte sich um das Thema Leid, also darum, wie ich Geschwistern helfe, deren Glaube geprüft wird. Und wenn du die Predigt nicht kennst, hör sie dir an, besorg dir das Skript. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man, um in so eine Reihe hineinzukommen, wenn das irgendwie geht, alle Predigten mitbekommt.
Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass wir füreinander da sein sollen. Gerade dann, wenn es uns schlecht geht. Wir können nicht alle Nöte von allen Menschen, die so auf uns einprasseln, irgendwie ernst nehmen. Wenn ich Nachrichten schaue und da ist wieder so ein übervolles Schlauchboot auf dem Mittelmeer gekentert, dann weiß ich, was ich machen soll: Das überwältigt mich einfach. Das sind so Bilder, wo ich sage, oder kennt ihr dieses Bild, wo der eine Retter diesen kleinen toten Säugling ... Ich schaue mir das an und denke mir: Wie pervers ist diese Welt? Und es kommt so über mich, und ich denke mir, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin völlig überwältigt von dem Leid, und ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, dass Gott von mir nicht verlangt, das Leid der Welt zu lösen, sondern dass Gott, um diesen schönen Begriff zu verwenden aus der Geschichte vom barmherzigen Samariter, mir einen Nächsten gibt. Einen, bei dem ich Nächster bin und wo ich helfen kann. Und die Geschwister, die wir hier in der Gemeinde sind, wir sind Nächste füreinander. Also, wenn du nicht genau weißt, wem soll ich helfen, wem kann ich helfen, schau dich um. Das ist für mich jetzt ganz einfach, ich sehe euch alle, ja, aber schaut euch um: Die Leute, die du hier siehst, und ich spreche ein bisschen mehr zu denen, die sich fest an die Gemeinde halten, von mir aus, ja, aber die Leute, die du hier siehst, das sind Nächste. Das sind Menschen, mit denen Gott dich zusammengestellt hat, weil er sich wünscht, dass du für sie da bist.
Und es beginnt tatsächlich damit, dass wir einander kennenlernen. Und jetzt, wenn zwei Gemeinden zusammenkommen, dann ist das die vorrangige Frage: Wie lerne ich denn Leute kennen? Und ich dachte mir, ich helfe euch dabei. Was kann ich tun, damit ich jemanden kenne? Wie kriege ich raus, wer der ist? Und mein Tipp von hier vorne, ein ganz simpler Tipp: Stell ihm doch eine einfache Frage.
Also, wenn du nachher beieinander bist und feststellst, ich kenne doch gar nicht alle, und das kann passieren, weil es geht mir so, also wird es euch auch so gehen, ihr werdet noch nicht alle kennen, dann traut euch doch hinzugehen und zu sagen: Sag mal, wie heißt du eigentlich? Gehörst du hier zur Gemeinde? Traust du dich, mir was zu sagen, wofür ich für dich beten kann?
Da sind drei ganz einfache Fragen: Wie heißt du eigentlich? Name, wie ist dein Name? Also, ich habe es einfach, ich stehe meistens vorne und verteile diese Blätter, also kann ich immer fragen. Heute wusste ich nicht, wie die ältere Schwester heißt, mit der Edith immer kommt. Ich kämpfe immer noch mit deinem Namen, ja? Aber es ist einfach so: Wir müssen da jetzt ran. Wie heißt du? Gehörst du hierher? Sag mal, gibt es irgendwas, was ich für dich beten kann?
Und wenn du sagst, ich kann mir das aber nicht merken, ich ja auch nicht, deswegen schreib dir die Sachen auf. Ich kann mir die Dinge nicht merken, aber mein Handy kann das. Es ist total schön, mein Handy vergisst nichts. Und wenn du jetzt nicht so auf Handy stehst, mein Notizblock, der vergisst einfach nichts.
Es ist keine Sünde, wenn wir einen Streuselkopf haben. Wisst ihr, ein Streuselkopf, der funktioniert so wie ein Sieb: Du schüttest oben die Information rein, und ... Das kann passieren. Es ist keine Sünde, einen Streuselkopf zu haben, aber ich glaube, es ist Sünde oder es ist falsch, wenn andere Menschen unter unserer Vergesslichkeit leiden müssen. Also, wenn du sagst, ich vergesse immer so, aufschreiben. Ja, aufschreiben ist ein Trick. Nicht alle auf einmal, das ist vielleicht zu viel, aber immer mehr, so dass man am Ende sagt: Ich weiß, wie der heißt.
Es gibt dann übrigens noch eine weitere Ausbaustufe: Ich weiß, wie die Kinder heißen. Ja, das ist dann noch mal ein Stück weiter. Aber hey, machen wir es langsam, fangen wir klein an. Erst mal alles über 1,50, dass man das erst mal so mit Namen kennt. So fängt das an, dass ich Interesse füreinander gewinne.
Letztes Mal ging es mir darum zu sagen: Eine Gemeinde, die Bruderliebe lebt, ist immer eine betende Gemeinde. Und da möchte ich weitermachen. Deswegen lautet der Titel der Predigt heute: Die Bruderliebe und das Gebet.

Ein alttestamentliches Bild von Verantwortung

Ich möchte mit etwas ganz Skurrilem anfangen, mit einem Bild aus dem Alten Testament. Also, Altes Testament: Da geht es um die religiösen Riten Israels. Im Zentrum der jüdischen Religion steht ein Tempel. Dort stehen Priester, die Opfer bringen, alle möglichen Arten von Opfern. Und es gibt einen Hohen Priester, sozusagen Priester Nummer eins, der einmal im Jahr, am Großen Versöhnungstag, Sühne für die ganzen Sünden der Gläubigen erwirkt.
Das Ganze ist im Alten Testament, wenn man es durchliest, ziemlich kompliziert. Jeder, der schon einmal dort in der Ecke war, im Alten Testament, und sich mit den Opfern und den Festvorschriften beschäftigt hat, ich garantiere euch: Beim ersten Mal ist es nur verwirrend. Man weiß nie so genau: Was soll ich jetzt machen? Also, man liest das durch, und irgendwie geht das nicht so leicht hinein. Man verliert da ziemlich schnell den Überblick.
Ist heute aber egal, weil mich nur eine Sache interessiert. Mich interessiert nur der Hohe Priester, und eigentlich interessiert mich beim Hohen Priester nur die Kleidung. Und bei der Kleidung interessiert mich ein bestimmter Aspekt.
Also: Der Hohe Priester, der als einziger in den innersten Teil der Stiftshütte hinein darf und der als einziger später in das Allerheiligste des Tempels hineingehen darf, der ist natürlich schick angezogen. Könnt ihr euch vorstellen: weißes Unterkleid, etwas Blaues darüber und dann noch einmal etwas darüber, ein großer Turban, ein goldenes Schild hier vorne an der Stirn. Also, sieht schon gut aus.
Aber worauf es mir ankommt, ist etwas anderes. Mir geht es darum, euch zwei Dinge zu zeigen, die zu seiner Kleidung gehören. Und das eine befindet sich auf seinen Schultern. Ihr müsst euch vorstellen: Er steht da so vor Gott, und auf seinen Schultern hat er zwei fette, große Onyxsteine, also Edelsteine, ganz groß, hier oben drauf. So groß, dass man darauf die Namen von sechs Stämmen Israels eingraviert hat.
Ich lese euch das mal vor: 2. Mose 28. Eine Beschreibung der Kleidung des Hohen Priesters. Hättet ihr nicht gedacht, dass das heute kommt, nicht wahr? Haha, das wusste ich. Also, 2. Mose 28,9-13, da heißt es:
Und du sollst zwei Onyxsteine nehmen und die Namen der Söhne Israel darauf eingravieren: sechs ihrer Namen auf den einen Stein und die sechs übrigen Namen auf den anderen Stein nach der Reihenfolge ihrer Geburt. In Steinschneidearbeit, als Siegelgravur, sollst du die beiden Steine stechen nach den Namen der Söhne Israel. Mit goldenen Einfassungen umgeben sollst du sie anfertigen. Dann setze die beiden Steine oben auf die Schulterstücke des Ephods.
Ephod ist so das äußerste Gewand des Priesters, so ein bisschen das Schmuckgewand. Und hier oben drauf kommen jetzt diese beiden Steine als Steine des Gedenkens für die Söhne Israel. Und Aaron soll ihren Namen auf seinen beiden Schultern tragen vor dem Herrn zum Gedenken. Das ist das eine: 2. Mose 28,9-13.
Wenn der Hohe Priester vor Gott erscheint, dann trägt er die Namen der Stämme auf seinen Schultern.
Und dann gibt es etwas Zweites. Es geht nicht nur um das, was er auf der Schulter trägt, sondern er hat hier vorne eine Brusttasche. Das ist wirklich so ein viereckiges Stück Stoff, doppeltgelegt. Und da passiert genau das Gleiche. Auf diesem Stück Stoff, das mit sehr viel Aufwand so platziert wird, dass es immer hier vorne auf seiner Brust hängen bleibt, also nicht vom Wind weggeweht werden kann, sind zwölf Edelsteine drauf. Und auf jedem einzelnen Edelstein steht der Name eines Stammes.
Und da heißt es dann im gleichen Kapitel, 2. Mose 28,29, zu dieser Brusttasche:
So soll Aaron an der Brusttasche für den Rechtsspruch die Namen der Söhne Israel auf seinem Herzen tragen, wenn er ins Heiligtum hineingeht.
Boah, ich weiß nicht, wie es euch geht: Solange ich diese Beschreibung kenne, berührt sie mich. Das Bild von einem Hohen Priester, der, wenn er vor Gott erscheint, Edelsteine auf seinen Schultern trägt mit den Namen der Stämme und Edelsteine auf seinem Herzen trägt mit den Namen der Stämme, der wirklich sichtbar Menschen auf seinen Schultern und auf seinem Herzen vor Gott trägt.

Christus als der gegenwärtig dienende Hohepriester

So, wie gesagt, das ist das Alte Testament. Jetzt werdet ihr sagen: Ja, aber wir leben doch im Neuen Bund. Wir haben doch gar keine Priester, die für uns Opfer bringen. Im Neuen Bund sind wir doch alle Priesterinnen und Priester Gottes. Jeder von uns darf, du kannst jederzeit losbeten, wir haben das eben gemacht. Du darfst vor Gott treten. Da muss nicht erst jemand kommen und sagen: Du musst zu mir kommen, und zusammen können wir das dann irgendwie machen. Sondern wir dürfen direkt zu Gott. Wir sind Priesterinnen und Priester.
Das stimmt. Haben wir einen Hohenpriester? Ja, den haben wir auch. Wir sind Priester, wir sind ein Priestertum, aber wir haben einen Hohenpriester. Und das ist Jesus. Er ist unser Hohepriester. Er ist, sagt die Bibel, ein für allemal in das himmlische Heiligtum hineingegangen, und er hat uns dort mit seinem Blut erlöst. Ein für allemal.
Und jetzt nehme ich dieses Bild, weil es mir so gut gefällt, und ich werde ein bisschen auf diesem Bild herumreiten. Und wenn ihr danach zu mir kommen wollt und sagen werdet: Du hast das Bild ein bisschen überstrapaziert, ja, aber ich kann einfach nicht anders. Wenn ich im Hebräerbrief lese, dass Jesus als mein Hohepriester mit seinem Opferblut, das er auf Golgatha für mich vergossen hat, in das himmlische Heiligtum hineingeht, vor Gott tritt und sagt: Ich erlöse, dann kann ich ihn mir nicht anders vorstellen als einen Hohenpriester im Alten Testament. Das heißt, ich kann ihn mir nicht anders vorstellen, als dass er in das himmlische Heiligtum hineingeht und auf seinen Schultern meinen Namen trägt und auf seinem Herzen meinen Namen trägt.
Oder um es ein bisschen allgemeiner zu sagen: Er ist mit unseren Namen auf den Schultern und mit unseren Namen auf seinem Herzen zu seinem Vater in das himmlische Heiligtum hineingegangen, um uns dort bis heute zu vertreten.
Ich möchte euch zwei Stellen vorlesen, über die wir, glaube ich, ganz selten nachdenken. Es geht um Stellen, die beschreiben, was Jesus heute für uns tut. Man hat ja manchmal die Vorstellung: Na ja, Jesus ist irgendwie so vor zweitausend Jahren für uns gestorben. Dann kam noch so ein bisschen was hinterher, so Auferstehung, vierzig Tage, Himmelfahrt. Dann war er kurz lebendig, als Stephanus gesteinigt wurde, weil da hat man noch einmal so in den Himmel reinschauen dürfen. Aber eigentlich ist Jesus im Moment arbeitslos.
Entschuldigt, das ist so die Vorstellung, die, glaube ich, im Kopf vieler Christen da ist. Das stimmt nicht. Es stimmt überhaupt nicht. Und deswegen müssen wir uns Stellen vergegenwärtigen wie in Hebräer 9,24, damit wir begreifen, dass Jesus heute noch in diesem himmlischen Heiligtum vor Gott als unser Hohepriester steht und uns dort vertritt, für unsere Eintritt. Also hier ist alles andere als passiv, und hier ist er auch nicht nur damit beschäftigt, seit zweitausend Jahren irgendwelche Wohnungen zu bauen, sondern er ist der, der heute vor dem Vater steht und uns vertritt.
 Hebräer 9,24 deutet das an. Da heißt es: Denn Christus ist nicht hineingegangen in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, ein Gegenbild des Wahren, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen. Also nicht: Er ist nicht irgendwann mal erschienen, dann war der Job erledigt, Game over, ja, und jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll, sondern jetzt, in diesem Moment, erscheint Jesus als unser himmlischer Hohepriester vor Gott. Und vertritt uns.
Und noch klarer in Hebräer 7,25: Da heißt es: Daher kann er auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott nahen. Warum? Weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden. Das ist ein irrer Vers. Ich bin ja für das Auswendiglernen von Bibelversen, das wäre so einer, der sich wirklich lohnt an der Stelle.
Jesus lebt immer, wozu? Um sich für mich zu verwenden. Ist das irre? Jesus lebt, um sich für Holger zu verwenden. Jetzt in diesem Moment steht Gott, der Sohn, vor Gott, dem Vater, und verwendet sich für Holger in seiner Trauer über das, was er vorher gebetet hat. Er steht mit dieser Last auf den Schultern vor Gott und tritt dafür ein. Das ist ein komischer Gedanke, oder?
Versteht ihr, warum mich jetzt das Bild vom Hohenpriester so anspricht? Weil es mich eben genau daran erinnert, dass Jesus meinen Namen auf seinen Schultern trägt. Ich bin ihm gleichzeitig, und ich übertrage das einfach mal ein bisschen frei, eine Last, die er übrigens gerne trägt. Diese Brusttasche mit den Edelsteinen erinnert mich daran, dass Jesus meinen Namen auf seinem Herzen trägt. Er hat mich lieb. Wirklich und wahrhaftig lieb. Ich bin ihm wirklich wichtig. So wichtig, dass er für mich eintritt.

Die Fürbitte Jesu in schwachen Momenten

Ich weiß nicht, wie eure Woche gelaufen ist. Meine war doof. Ich bin am Freitag früh aufgewacht und war einfach nur depri drauf. Einfach so. Es ist einfach passiert.
Du bist wach und denkst dir: Huhu, schöner neuer Tag. Nur kommt dieses Gefühl nicht. Du bist einfach nur wach und denkst dir: Muss ich jetzt aufstehen? Du wolltest beten gehen, ja, aber du könntest auch liegen bleiben. Und ich bin liegen geblieben. Ich war einfach nicht gut drauf. So.
Was denkst du, was Jesus in einem solchen Moment tut, in dem du eigentlich aufstehen müsstest, ab in den Wald, mal eine Stunde Fürbitte für die Geschwister, du bist doch schließlich hier in der Gemeinde in Verantwortung, jetzt go, ordentliche Portion Bibellese dazu, jetzt mach was, wo du sagst: Nö, ich schaffe es nicht, ich weiß nicht warum, ich schaffe es gerade nicht. Es wäre jetzt irgendwie schön, und ich kann mich im Allgemeinen motivieren, das ist jetzt nicht so der Punkt, aber du legst dich wieder ins Bett. Was denkst du, was Jesus in diesem Moment von dir denkt?
Kannst du dir vorstellen, dass er in deinen schwächsten Momenten, wo du dir selbst fremd bist und wo du selbst nur über dich selbst den Kopf schüttelst, für dich betet? Kannst du dir vorstellen, dass der, der dem Petrus schon vor der Verleugnung sagt: Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre, dass der in deinen schwachen Momenten im Himmel für dich eintritt, gerade dann, wenn deine Woche nicht so toll ist? Kannst du dir vorstellen, dass er gerade so für dich betet, wie er das hier auf der Erde für seine Jünger getan hat?
Es gibt in Johannes 17 einen Abschnitt, der ist zu Recht in den meisten Bibeln übersetzt mit: Das hohe priesterliche Gebet. Da wirft man so einen tiefen Blick hinein in die Gebetsanliegen Jesu. Und ich möchte euch vorstellen, was Jesus für seine Jünger gebetet hat und wovon ich überzeugt bin, dass er es bis heute für seine Jünger betet.
Da heißt es im Johannes-Evangelium, Kapitel 17, Vers 15. Ich lese euch die drei Gebetsanliegen einfach mal vor. Im Johannes-Evangelium, Kapitel 17, Vers 15 redet Gott der Sohn zu Gott dem Vater und sagt: Ich bitte, Jesus bittet, ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Das ist das, worum er bittet.
Vers 17: Heilige sie durch die Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit.
Vers 24: Vater, ich will – das ist so grob der Sohn sagt, ich stelle mich jetzt mal mit der ganzen Autorität meiner Gottessohnschaft hin und sage, ich will was – ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir sein, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast.
Was ich machen möchte: Jesus betet darum, dass seine Jünger vor dem Bösen bewahrt werden, dass sie ihm immer ähnlicher werden und dass er sie einmal in seine Arme schließen kann. So, bis heute. Und es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen: Bis heute ist das der Grund dafür, warum der Teufel uns nicht aus der Hand Gottes reißen kann. Warum es in deinem Leben so etwas wie Heiligung gibt und warum du einmal in alle Ewigkeit beim Herrn sein wirst.
Ich sage das gern noch mal: Widersteh dem Teufel und allem Bösen so gut, wie du kannst. Lerne Gottes Wort so gut kennen und lebe danach so gut, wie du kannst. Strecke dich nach dem Himmel aus, so sehr, wie du es irgendwie hinkriegst.
Aber wenn du wissen willst, ganz am Ende wissen willst, warum der Böse nicht das letzte Wort in deinem Leben hat, wenn du wissen willst, warum du über die Jahre tatsächlich Jesus ähnlicher geworden bist, wenn du wissen willst, warum du die Ewigkeit tatsächlich mit Gott verbringst, dann lass mich dir hier eines sagen: Deine Heilsgewissheit, deine Heiligung und das, was man deine Verherrlichung nennt, die ruhen nicht auf deinen Schultern.
Ich sage das noch mal: Deine Heilsgewissheit, deine Heiligung und deine Verherrlichung ruhen nicht auf deinen Schultern, sondern sie ruhen auf den Schultern Jesu, weil er in einem himmlischen Heiligtum vor seinem Gott und Vater steht und für dich eintritt. Er ist es, der dich lieb hat. Und er ist es, der dich nie aufgibt. Er trägt deinen Namen auf seinen Schultern und auf seinem Herzen.

Gebet als Ausdruck von Bruderliebe

So, eigentlich will ich mit der Predigt ja, dass ihr anfangt, füreinander zu beten. Die Überschrift hieß ja eigentlich nicht „Der hohe priesterliche Dienst Jesu“, sondern „Die Bruderliebe und das Gebet“.
Frage: Warum bin ich so gestartet? Na ja, ich hätte auch anders starten können. Ich hätte auch meine, sagen wir, zwei Lieblingsverse zum Thema Fürbitte bringen können. Also, was wäre das in meinem Fall? Ich müsste euch wenigstens vorlesen, damit ihr wisst, was ihr versäumt habt.
Also, ja, ich hätte starten können mit, sagen wir, Epheser 6,18. Da heißt es: Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist und wachet hierzu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen. Das ist doch mal eine Ansage: Flehen, Gebet, Fürbitte.
Und wenn du sagst, ich bin eher so der AT-Typ, habe ich auch einen. Dann hätte ich dir aus 1. Samuel 12 gegeben, den mag ich sehr. 1. Samuel 12,23. Da steht so etwas Ähnliches wie hier eben im Epheserbrief. Da heißt es dann: Auch was mich betrifft, fern sei es von mir, dass ich mich an dem Herrn versündige und aufhören sollte, für euch zu bitten.
Wow, dann hat man schon mal zwei Belegstellen, und dann hätte man sich hinstellen können und sagen können: Macht mal. Ich glaube nur nicht, dass das so richtig gut funktioniert. Und deswegen dachte ich, ich fange einfach mal ganz anders an.
Die Stellen stehen ja in der Bibel. Aber warum reicht es nicht, dass wir wissen, was Gott von uns will? Ich glaube, es liegt daran, dass es kaum etwas Kostspieligeres als Gebet gibt. Wisst ihr, was Gebet kostet, also gerade Gebet für andere? Ja, wenn man für seine eigene Lateinklausur betet, das ist immer so eine Sache. Das kriegt man schon noch hin. Aber so Gebet für andere? Warum ist das so kostspielig?
Es kostet mich Zeit, aber es kostet mich noch etwas anderes. Zeit ist schon übel, aber es gibt etwas Übleres. Es gibt dieses: Ich muss raus aus meiner Komfortzone. Ich habe ja schon genug Blödsinn in meinem Leben, der mich beschäftigt. Und jetzt hole ich mir aus dem Leben von anderen noch was dazu? Ey, mal ganz ehrlich, ja, ich weiß schon nicht, wo ich manchmal bei meinem eigenen Problem so rausschauen soll. Und jetzt noch mal so ein Berg obendrauf? Wirklich?
Ja, das ist das Ziel von dem Gebet, ja, dass sie am Ende sagt: Das möchte ich, das möchte ich. Ich möchte Zeit investieren, und ich möchte meine Komfortzone verlassen. Es ist beides nötig, wenn wir so lieben wollen, wie Jesus uns liebt. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir verstehen, wie sehr Jesus uns liebt.
Wisst ihr, wenn Jesus unseren Namen auf seinen Schultern und auf seinem Herzen trägt, dann will er uns damit zeigen, was er sich von uns wünscht. Die Namen der Geschwister gehören auf unsere Schultern und auf unsere Herzen. So einfach ist das. Und indem er uns vormacht, wie er selber ist, heilt er uns von Selbstsucht, heilt er uns von Desinteresse.
Du bist Priester Gottes, ja, das bist du. Und deswegen, weil du Priester bist, legt Jesus dir die Geschwister auf deine Schultern und auf dein Herz. Und jetzt ist die Frage: Okay, wie kriege ich das hin? Wie kann ich Lastenträger werden? Was setzt das voraus?
Punkt eins hatten wir schon, nämlich den Namen kennen. Genau, es fängt damit an. Jetzt nehmen wir mal an, wir würden den Namen kennen und würden uns trauen zu fragen. Dann muss der andere natürlich auch sagen, was er für Probleme hat. Paulus macht das im Römerbrief, Kapitel 15. Er ist schon ganz am Ende und sagt: Übrigens, betet noch für mich. Ich habe da noch das und das vor, ich brauche euer Gebet.
Also müssen wir uns trauen, einander Dinge zu sagen. Wir werden uns nicht ins Letzte alles anvertrauen, das ist völlig klar. Aber trau dich doch, dem anderen zu sagen: Du, an der und der Stelle habe ich gerade eine Not. Kannst du da für mich beten?
Es gibt einen sehr schönen Vers aus dem Jakobusbrief. Da wird betont, wie wichtig das ist, wenn man die Schattenseiten des eigenen Lebens und die Kämpfe des eigenen Lebens überwinden will. Da heißt es: Bekennt nun einander die Vergehungen und betet füreinander.
Das ist ein ganz komischer Gedanke, dieses: Darf ich dir mal sagen, was ich letzte Woche alles falsch gemacht habe? Ich müsste das jetzt gerade jemandem sagen. Könntest du für mich beten? Aber wie effektiv wäre es, wenn wir das ehrlich machen würden, wenn wir uns trauen würden, unsere Komfortzone zu verlassen?
Und wie schön wäre es, wenn ich wüsste, da gegenüber ist jemand, der nicht sagt: Ey, lass mich bloß mit deinen Problemen in Ruhe, ey, ich habe echt genug. Stell dir vor, da würde einer sagen: Ja, komm, lass uns beten. Vielleicht auch, weil er das vom letzten Mal verstanden hat, dass Bruderliebe sich nicht vereinnahmen lässt, dass ich auch einen Abstand wahren darf, dass du mich nicht überschwemmen musst. Aber natürlich darf ich für dich beten, in diesem Moment mit meinem Gebet einfach für dich da sein.

Dankbarkeit und Freude als geistliche Haltung

Und wenn wir das zulassen, dass wir Lastenträger werden, dann soll es dabei nicht bleiben. Es reicht nicht, dass wir einander tragen und ertragen, einander vergeben und einander segnen. Wir müssen einen kleinen Schritt weitergehen.
Wir sind jetzt die ganze Zeit hier oben. Jetzt ist die Frage: Okay, wir sollen einander im Gebet vor Gott tragen, auf den Schultern als Last. Aber ich möchte auch gleichzeitig immer wieder meine Geschwister auf meinem Herzen vor Gott tragen. Die Frage ist: Wie kriege ich das denn hin? Ich weiß nicht, was schwerer ist. Aber eine Sache ist mir vor Kurzem aufgefallen, und ich glaube, das ist ein guter Startpunkt.
Wenn wir uns wirklich aneinander freuen sollen, dann wäre es vielleicht gut, wenn wir anfangen, erst einmal füreinander zu danken. Ich finde das einen ganz spannenden Gedanken. Man kann bei Paulus reinschauen, und dann findet man diese verrückten Korinther. Die Korintherbriefe sind ja wirklich durchgeknallt. Aber er fängt an mit: Ich danke für euch.
Dann könnte man meinen, das ist eine Ausnahme. Dann liest man den Kolosserbrief. Die Gemeinde kennt er gar nicht. Womit fängt das an? Ziemlich am Anfang, Kolosser 1,3: Wir danken ständig für euch. 1. Thessalonicher, hatte ich vor Kurzem mal darüber gepredigt. Was macht er? Wir danken.
Also Paulus ist im Blick auf die Geschwister ständig dabei zu danken. Und wir haben das an anderer Stelle schon gesehen. Es gibt ein Geheimnis des Dankens. Wir sollen allezeit für alles danken. Wir wissen, dass Dank als ein Opfer wie so ein Türöffner ist, der den Segensweg für uns öffnet. Und ich glaube, dass Dank, Dank für Geschwister in der Gemeinde, im Zentrum einer Gemeinschaft steht, die sich liebt.
Je länger ich darüber nachdenke, glaube ich: Das ist es. Ich kann nicht alle mögen, im Sinne von sympathisch finden. Das geht nicht. Also wenn das jemand schafft, komme er nach vorne und gebe das als Zeugnis. Das wäre für mich ein Wunder. Aber was ich kann, ist: Ich kann tatsächlich für jeden danken.
Und wenn du sagst: Ich weiß gar nicht, wofür, na ja, Paulus startet immer mit so Sachen wie Glaube, Hoffnung, Liebe. Also: Ich danke euch für euren Glauben. Das ist doch was! Ich danke euch für eure Liebe, ich danke euch für die Hoffnung. Ich finde es einfach großartig, dass ihr hier seid, Sonntagnachmittag. Ich finde es wirklich großartig. Danke für euren Glauben, danke für die Liebe derer, die etwas mitgebracht haben, die sich vorbereitet haben, die einen Kuchen gebacken haben, die sich um die Kinder gekümmert haben. Danke, das kann man einfach mal sagen. Es ist nicht kompliziert: danken!
Ich mag diesen Psalm 16,3, wo der Psalmist diesen Blick auf die Gläubigen beschreibt und sie mit den Worten adelt. Anders kann man das ja gar nicht sagen. Und ich wünsche mir so sehr für mich selber und für uns, dass wir das hinkriegen: dieses „an den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen ist all mein Wohlgefallen“. Da bin ich noch ein Stück von entfernt. Das will ich gerne, ja. Aber allein dieser Blick: Wir sind hier mit Heiligen, wir sind hier mit Herrlichen zusammen.
Meinst du den verkorksten Bruder und die zickige Schwester auch? Ja, ich glaube, dass man in dem verkorksten Bruder und in der zickigen Schwester darin ein Wunder sehen kann, ein Wunder Gottes. Und übrigens: Wir werden die Ewigkeit miteinander verbringen. Wir werden uns eine Ewigkeit lang aneinander freuen. Sollte es da nicht gelingen, vielleicht auch jetzt schon so ein bisschen von dieser ewigen Freude rauszukramen und zu sagen: Okay, wir fangen an, dass sich da schon mal so ein bisschen was entwickelt?
Und das einfach nur deshalb, weil ich, wenn ich Hoher Priester bin und vor Gott erscheine, sehe, dass meine Geschwister eben nicht nur immer auf den Schultern liegen und Last sind, sondern auch auf meinem Herzen sind und dass ich sie liebe. Ich finde es ganz wichtig, dass wir an dieser Stelle lernen, einander nie nur als Last zu empfinden. Und ja, fremde Sorgen, fremdes Fehlverhalten und sei es nur, dass ich denke, es ist falsch, kann mich zusätzlich belasten. Es belastet meine Seele, belastet mich gerade deshalb, weil ich die Geschwister liebe, weil sie mir nicht egal sind.
Es ist mir eben nicht egal, ob eine Ehe zerbricht. Man muss mich auch zurücklehnen und sagen: Tipp den Single, ja, gut, dass ich nicht verheiratet bin, dann kann mir das nicht passieren. Aber das schaffen wir nicht. Warum? Weil wir sie lieben. Ja, und deswegen ist mir das einfach nicht egal. Deswegen ist mir nicht egal, wenn ich sehe, dass jemand sein Geld für allen möglichen Schrott ausgibt. Ich frage mich: Hey, hast du ein Problem mit Habsucht? Deswegen belastet mich das, wenn Leute nicht im Gottesdienst sind, weil ich sage: Hey, wie ist deine Beziehung zum Herrn, warum willst du nicht mit uns anbeten?
Es belastet mich. Es ist real. Ich kann nicht anders. Ich kann nicht anders, als Menschen zu lieben, so wie Jesus sie liebt, sie auf meine Schultern zu packen. Aber ich möchte da nicht stehenbleiben. Ich möchte gleichzeitig in dem anderen, und sei er derjenige, der mich am meisten belastet, ich möchte in ihm das Einzigartige sehen, das Wunderbare sehen, das Grandiose sehen. Ich möchte eine Perspektive auf den anderen haben, so wie Gott ihn sieht, und sagen: Boah, ehrlich, Hammer. Das wünsche ich mir.

Eine geistliche Praxis für den Alltag

Zwei Dinge zum Schluss. Es wäre jetzt eine ganz simple Anwendung, wenn ich euch sagen würde: Okay, fang an, jeden Tag für zehn Geschwister aus der Gemeinde zu danken. Und dann geh hin und frag sie, wofür du für sie beten kannst. Das wäre eine schöne Anwendung für die Predigt. Fang an, für zehn Leute zu beten. Frage sie nach dem Gottesdienst mal: Hey, was kann ich für dich beten?
Ich träume immer noch von einer Gemeindegebetsliste, auf der für jeden, der in die Gemeinde kommt, zwei, drei Anliegen drauf sind, die man auch irgendwie kriegen kann, so dass man einfach viel füreinander beten kann. Ich träume davon, dass wir eine betende Gemeinde werden. Das ist wirklich eins so.
Und ich war jetzt drei Tage in Klausur allein mit Gott. Und es ist einfach so, dass er mir neu aufs Herz gelegt hat, auf so lustige Weise: Ja, ich mache den Fernseher an, zappe dadurch, treffe auf einen katholischen Priester, der über Apostelgeschichte 6 irgendwas sagt. Ich würde allem widersprechen, was er gesagt hat, bis auf den einen Satz, wo er sagt: Gute Seelsorge und viel Gebet gehören zusammen. Ich dachte: Danke, Herr. Habe wieder ausgemacht.
Nein, es war einfach so, ich merkte, Gott bewirkt in mir gerade diesen Wunsch, mehr zu beten. Und wenn du so einer bist, der sagt: Ja, ich habe das verstanden, ich möchte Menschen dienen, dann mach das.
Aber was ist, wenn ich das nicht will? Was soll ich tun, wenn ich merke, dass mir die Geschwister eigentlich egal sind, dass ich keinerlei Antrieb verspüre, sie kennenzulernen, für sie zu beten, mich mit ihren Anliegen vertraut zu machen, oder wenn ich vielleicht gar nicht will, dass man für mich betet? Was mache ich denn dann? Schnappe ich mir dann einfach meine Liste und sage: Okay, Jürgen hat gesagt, für zehn Leute beten, das mache ich jetzt, und dann ist gut?
Und ich möchte was von hier vorne sagen: Wenn du nur aus Pflichtgefühl heraus oder weil du ein schlechtes Gewissen hast, jetzt anfängst, für zehn Geschwister zu danken, mach’s nicht! Ich möchte dir einen anderen Tipp geben. Der Tipp geht so: Such dir einen ganz stillen Moment, geh auf die Knie, schließ deine Augen und stell dir vor, wie Jesus vor Gott steht und für dich betet. Wie er für dich, mit deinen Sorgen auf der Schulter und mit einer unbegreiflichen Liebe im Herzen, vor Gott eintritt. Stell dir diesen Moment vor. Nimm dir Zeit, ihm dafür zu danken. Nimm dir vielleicht noch mehr Zeit, dich über seine Liebe zu dir zu freuen.
Er ist wirklich für dich da, jetzt in diesem Moment, ob du das spüren kannst oder nicht. Er liebt dich. Verbringe Zeit in der Gegenwart Gottes. Ich rede nicht von 15 Sekunden. Nimm dir Minuten. Nimm dir von mir aus eine Viertelstunde Zeit, diesen Moment zu genießen, wirklich bei ihm zur Ruhe zu kommen. Wir hatten das Ende letzten Jahres, diese Reihe über die Ruhe Gottes. Ja, das ist genau dieser Moment. Komm zur Ruhe. Erfass das, dass ich wirklich bei ihm geborgen bin.
Und jetzt werde ich ein bisschen pathetisch, verzeiht mir das, aber ich sage mal: Schmecke Gnade. Schmecke Trost. Schmecke Zuneigung Gottes. Schmecke dieses bedingungslose Ja. Und dann, wenn du das hast, wenn du da angekommen bist, dann schütte ihm dein Herz aus. Sag ihm, was dich wirklich bedrückt: dass du kalt bist oder desinteressiert, dass du leblos bist, von mir aus auch ichsüchtig. Vielleicht bist du auch zynisch oder bitter oder verletzt oder einfach nur fertig mit der Welt. In diesem Moment, in dem du dich sicher bei ihm weißt, schütte dein Herz aus und sag ihm, dass du etwas von dieser Jesusliebe, mit der er vor dem Vater für dich steht, leben möchtest. Dass du das lernen möchtest, aber nicht weißt, wie es gehen soll. Diesen Tipp möchte ich dir mitgeben.
Und ich sage dir: Wenn du das tust, noch einen Tipp: Reiß dich nicht zusammen. Nimm dir nichts vor, auch nicht die zehn Leute. Sondern wenn du da bist und dein Herz ausschüttest, dann sei einfach nur traurig. Einfach nur traurig. Heul. Heul ein bisschen rum, das ist okay. Völlig okay. Heul einfach ein bisschen rum: Herr, ich sehe dich, wie du für mich eintrittst, und ich möchte es auch, aber ich weiß nicht wie. Und ich könnte heulen. Und dann lass dich erst mal bitte trösten. Trösten über das, wie dein Herz wirklich ist.
Wie gesagt, Tränen sind okay. Es ist völlig gut. Und was dann passiert, das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass getrösteten Herzen alles möglich ist.
Und in dem Sinne möchte ich euch zum Schluss noch segnen. Und wir stehen auf.
Herr Jesus, wir danken dir dafür, dass du unser hoher Priester bist, der vor dem Vater heute jetzt für uns eintritt. Wir danken dir dafür, dass wir auf deinen Schultern und auf deinem Herzen sind. Wir danken dir dafür, dass wir dir Last sein dürfen und dass du uns mit einer unbändigen Liebe liebst. Herr, in diesem Sinn segne ich uns in deinem Namen, dass dieses Bild von dir in uns Gestalt gewinnt, dass das, was du bist, dein Charakter, deine Zuneigung und deine Liebe und deine Hingabe in uns Gestalt gewinnt. Herr, bitte, bitte mach du das und bewahre uns vor blindem Aktionismus, aber verändere unser Herz. Lass uns von innen heraus, Herr, anders werden, weil du uns einen Geist gegeben hast, der Kraft und der Liebe und der Zucht. Und dafür danken wir dir. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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