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Salomos Weisheit – die Wahrheit, die anzieht

1. Könige 5,5-1419.03.2026
SerieTeil 8 / 9Das 1. Buch der Könige – Bibelwoche
Wenn Weisheit nicht nur klug, sondern gerecht macht: Salomo löst einen tödlichen Streit mit einem einzigen Urteil. Die Frage bleibt: Was hilft dir wirklich, wenn es ernst wird?

Einleitung und Zusage der Weisheit

Wir fahren weiter, und zwar in 1. Könige 3,10. Und das Wort war gut in den Augen des Herrn, dass Salomo um dieses gebetet hatte.
Und Gott sprach zu ihm: Weil du um dieses gebeten hast und dir nicht viele Tage erbeten hast, auch nicht Reichtum und nicht das Leben deiner Feinde erbeten hast, sondern dir Einsicht erbeten hast, um das Recht zu verstehen, siehe, so habe ich nach deinem Wort getan. Siehe, ich habe dir ein weises und einsichtsvolles Herz gegeben. Und jetzt, was kommt, ist einfach unglaublich: Deinesgleichen ist vor dir nicht gewesen, und deinesgleichen wird nach dir nicht aufstehen.
Also war die Weisheit Salomos einzigartig. Und auch das, was du nicht erbeten hast, habe ich dir gegeben, sowohl Reichtum als auch Ehre, sodass deinesgleichen niemand unter den Königen sein wird, alle deine Tage. Und wenn du auf meinen Wegen wandeln wirst, indem du meine Satzungen und meine Gebote hältst, so wie dein Vater David gewandelt ist, so werde ich deine Tage verlängern.
Wie alt Salomo geworden ist, können wir allerdings nicht sagen, weil die Heilige Schrift nur seine Regierungszeit mit vierzig Jahren angibt und das Alter bei seinem Antritt der Herrschaft nicht genannt wird. Und wir können das auch nicht daraus ableiten, dass er ein kleiner Knabe war, sondern damit wollte er einfach klar sagen: Ich fühle mich unmündig. Und Gott hat ihm diese Mündigkeit in gewaltiger Weise gegeben.

Der Traum und die erste Reaktion des Königs

Vers 15 Und Salomo erwachte, und siehe, es war ein Traum. Während des Traums merkte er es gar nicht. Das kann bei uns ja auch manchmal so sein. Manchmal weiß man: Ich träume. Aber manchmal weiß man das nicht. Und dann ist man so froh, dass es nur ein Traum war, und manchmal ist man so traurig, dass es nur ein Traum war.
Und Salomo erwachte, und siehe, es war ein Traum. Und er kam nach Jerusalem, und er stand vor der Lade des Bundes des Herrn und opferte Brandopfer und Friedensopfer und machte allen seinen Knechten ein Festmahl.
Also diesmal nicht bei der Stiftshütte ohne Bundeslade, sondern jetzt bei diesem Spezialzelt von Vater David bei seinem Palast opfert er dort. Der Tempel war eben noch nicht da. Natürlich gab es bereits den Altar bei der Tenne Ornans, und das war schon der Hinweis. Da wird der eigentliche Altar gebaut werden, den Gott eben im Herzen hatte, bereits als er in 5. Mose sagte: an dem Ort, den der Herr auserwählen wird.

Das Urteil im Streit um das Kind

Vers 16: Damals kamen zwei Huren zum König und traten vor ihn. Und die eine Frau sprach: Bitte, mein Herr, ich und diese Frau wohnten in einem Haus, und ich gebar bei ihr im Haus. Es geschah am dritten Tag, nachdem ich geboren hatte, da gebar auch diese Frau. Und wir waren zusammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren im Haus.
Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht, weil sie auf ihm gelegen hatte. Ein unglaubliches Drama. Und sie stand mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, während deine Magd schlief, und legte ihn an ihren Busen. Ihren toten Sohn aber legte sie an meinen Busen. Als ich nun am Morgen aufstand, um meinen Sohn zu stillen, siehe, da war er tot. Und ich betrachtete ihn am Morgen, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren hatte.
Und die andere Frau sprach: Nein, sondern mein Sohn ist der Lebende, und dein Sohn ist der Tote. Jener sprach: Nein, sondern dein Sohn ist der Tote und mein Sohn ist der Lebende. Und so redeten sie vor dem König. Da sprach der König: Dieser spricht: Der Lebende ist mein Sohn, und dein Sohn ist der Tote. Und jener spricht: Nein, sondern dein Sohn ist der Tote und mein Sohn ist der Lebende.
Und der König sprach: Holt mir ein Schwert! Und man brachte das Schwert vor den König. Und der König sprach: Teilt das lebende Kind in zwei Teile und gebt der einen die Hälfte und der anderen die Hälfte. Da sprach die Frau, deren Sohn der Lebende war, zum König, denn ihr Innerstes wurde erregt über ihren Sohn, und sie sagte: Bitte, mein Herr, gebt ihr das lebende Kind und tötet es ja nicht. Jener aber sprach: Weder mein noch dein soll es sein; zerteilt es. Da antwortete der König und sprach: Gebt jener das lebende Kind und tötet es ja nicht. Sie ist seine Mutter.
Und ganz Israel hörte das Urteil, das der König gefällt hatte, und sie fürchteten sich vor dem König, denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in ihm war, Recht zu üben.
Ein Beispiel erwähnt hier Jeremia, um zu illustrieren, was das bedeutet, dass Gott Salomo gesagt hat: Dein Wunsch ist erfüllt. Ich gebe dir ein einsichtsvolles Herz, und zwar gerade in moralischer Hinsicht. Und darum sehen wir im Buch der Sprüche, in all diesen Sprüchen von Salomo und überhaupt in seinen Büchern, da finden wir nicht so sehr mathematische Weisheit, obwohl sie verbunden ist mit Naturbeobachtung, also fantastisch, denn Salomo hat sich für alle möglichen Themen der Natur interessiert, aber mit einem Akzent eben auf: Was ist Recht und was ist Unrecht?

Die Ordnung des Reiches und ihre Grenzen

Kapitel vier
So war der König Salomo König über ganz Israel. Merken wir wieder so eine Markierung. Da wird wieder abgesetzt. Das Ziel war eben zu zeigen, wie Salomo zu dieser aussergewöhnlichen Weisheit kam und wie er diese auch wirklich in seiner Regierung anwenden konnte.
Vers 2: Und dies sind die Obersten, die er hatte: Asaja, der Sohn Zadoks, war der Priester; Elichoreph und Achia, die Söhne Shishas, waren Schreiber; Josaphat, der Sohn Ahiluds, war Geschichtsschreiber; und Benaja, der Sohn Jojadas, war über das Heer, eben Benaja, der General. Und Zadok und Abiatar waren Priester. Und Asaja, der Sohn Nathans, war über die Aufseher, und Sabud, der Sohn Nathans, war Krondiener, des Königs Freund, also ein ganz besonders vertrauter Berater. Und Achischa war über das Haus, über seinen Palast, ich verstehe. Und Adoniram, der Sohn Abdas, war über die Frohn, also über die Frohnarbeit oder auch die Abgaben.
Jetzt werden ebenso übersichtsmässig Dinge hier zusammengestellt, wie die Regierung organisiert war.
Vers 7: Und Salomo hatte zwölf Aufseher über ganz Israel, und sie versorgten den König und sein Haus. Einen Monat im Jahr oblag jedem die Versorgung. Und dies sind ihre Namen: Ben Hur im Gebirge Ephraim, Ben Deker in Makaz und in Schaalbim und Beth-Semes und Elon und Beth-Hanan; dann weiter Ben Hesed in Arubot; er hatte Soko und das ganze Land Hefer; Ben Abinadab hatte das ganze Hügelgebiet von Dor. Tafat, die Tochter Salomos, war seine Frau. Interessante Notiz. Da erfahren wir zwischendurch etwas über eine Tochter, Tafat, die erwähnt wird.
Baana, der Sohn Ahiluds, hatte Ta'anak und Megiddo und ganz Beth-Schean, das neben Zaretan liegt, unterhalb Jesreel, von Beth-Schean bis Abel-Mehola, bis jenseits Jokmeam. Ben-Geber, merkt man, viele dieser Aufseher haben einen Namen, der mit Ben beginnt, und das heisst einfach Sohn von dem Vater, Ben-Geber in Ramot-Gilead. Hier hatte er die Dörfer Jairs, die im Buch der Richter erwähnt werden. Dieser Richter Jair hatte eben eine Serie von Dörfern dort in Gilead. Er hatte die Dörfer Jairs, des Sohnes Manasses, die in Gilead sind. Er hatte den Landstrich Argob, der in Baschan ist, das ist heute bei den Golanhöhen, sehr, sehr fruchtbar, sechzig grosse Städte mit Mauern und kupfernen Riegeln.
Achinadab, der Sohn Iddos, in Machanaim; Achimaaz in Naftali, auch er hatte Basmat, die Tochter Salomos, zur Frau. Wieder wird eine Tochter Salomos erwähnt: Tafat, Vers 11, Basmat, Vers 15. Baana, der Sohn Huschais, in Asser und Bealot; Josaphat, der Sohn Paruachs, in Issachar; Simei, der Sohn Elas, in Benjamin; Geber, der Sohn Uris, im Land Gilead, dem Land Sihons, des Königs der Amoriter, und Ogs, des Königs von Baschan. Und nur ein Aufseher war in diesem Land.
Also man sieht: Salomo war nicht nur weise in moralischer Hinsicht, sondern er war auch weise in organisatorischer Hinsicht. Das ganze Reich wurde durchorganisiert, um eine gute Regierung zu ermöglichen.

Ordnung, Wohlstand und die Grenzen menschlicher Sicherheit

Und dazu eine Stelle aus Kolosser. In Kolosser 2,5 sagt der Apostel Paulus, der an die Gemeinde in Kolosser denkt, Folgendes:
Denn wenn ich auch dem Fleisch nach abwesend bin, so bin ich doch im Geist bei euch, mich freuend und sehend eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.
Er anerkannte also in Kolosser, dass in der Gemeindeordnung wirklich etwas vorhanden war. Das war kein Chaoshaufen. Das wird hier positiv anerkannt, obwohl der Kolosserbrief ja ein Korrekturbrief ist. Denn die Kolosser waren von Irrlehren besucht worden, und diese haben die Gemeinde wirklich durcheinandergebracht. Das war also wirklich schlimm.
Der Brief soll sie wieder zurückführen zur gesunden Warenlehre. Aber es ist doch so, dass Paulus sieht: Die Gemeinde ist wirklich in einem solchen Zustand, dass man nicht sagen muss, da ist einfach alles in Unordnung. Auf der anderen Seite ist es wichtig, hier zu betonen: Ordnung in der Gemeinde ist eben keine Garantie dafür, dass die Gemeinde nicht in der Lehre in eine ganz falsche Richtung geht. Das ist ein wichtiger Punkt, den wir da lernen können.
Es gibt manche, die denken, wenn alles so richtig durchorganisiert ist, dann ist die Gemeinde wirklich auf dem guten Weg. Nein, sie kann gut organisiert sein, alles sehr ordentlich und gut durchdacht, an alles Mögliche wird Rücksicht genommen, und trotzdem geht die Gemeinde in die falsche Richtung.
Und das war mit Salomo eben auch so. Es war wirklich fantastisch durchorganisiert, und es geht weiter. In Vers 20 heißt es: „Juda und Israel waren zahlreich wie der Sand am Meer an Menge, sie aßen und tranken und waren fröhlich.“ Das klingt nach dem tausendjährigen Friedensreich. Ja, und die Herrschaft Salomos war wirklich ein Vorgeschmack auf das tausendjährige Friedensreich.
Und was auch schön ist: Es wird hier gesagt, Juda und Israel waren zahlreich wie der Sand, der am Meer ist, also einfach unzählbar. Aber das bedeutet eben auch, Salomo wollte sie nicht zählen. Er hat gelernt aus dem, was wir in 2. Samuel 24 gesehen haben, wo sein Vater wirklich einen großen Fehler gemacht hatte, als er, getrieben von Stolz, Israel zählen wollte. Aber jetzt ist es so, wie Gott es wollte. Das Volk ist zahlreich, aber wie viel es genau ist, das weiß keiner.
Und es war wirklich so: Das Volk hat einen Wohlstand erlebt, sie aßen und tranken und waren fröhlich.

Das Friedensreich als Vorausbild

Und genau in dieser Linie geht es hier weiter in Kapitel 5: Salomo war Herrscher über alle Königreiche, vom Strom, und damit ist der Euphrat gemeint, bis zum Land der Philister. Das ist also wirklich oben in Syrien beim Euphrat. Das Reich ging also über syrisches Gebiet, libanesisches Gebiet und hinunter bis zum Gazastreifen. Das Land der Philister ist nämlich der Gazastreifen und das Gebiet darum herum. Und bis zur Grenze Ägyptens. Sie entrichteten Tribut und dienten Salomo alle Tage seines Lebens.
Das heißt also: Die Völker, die David unterworfen hatte, und wir haben das in 2. Samuel gesehen, hatte er alle umliegenden Völker besiegt und damit die Grundlage für ein Friedensreich gelegt. Die Ausdehnung des Landes Israel war so groß wie nie zuvor und ging schon in Richtung dessen, was Gott Abraham verheißt hatte. In 1. Mose 15 hat Gott bei seinem Bundesschluss mit Abraham Folgendes gesagt, in 1. Mose 15,18:
An diesem Tag schloss der Herr einen Bund mit Abraham und sprach: Deinem Samen oder deinen Nachkommenschaften gebe ich dieses Land vom Strom Ägyptens bis an den großen Strom, den Strom Euphrat.
Das ist eindrücklich, weil der Ausdruck „Strom Ägyptens“ den Nil bezeichnet und dann eben bis zum Euphrat reicht. Aber wir haben gelesen: In 1. Könige 5 wird einfach gesprochen von der Grenze Ägyptens. Und es ist eben so: In 4. Mose, wo am Ende der Wüstenwanderung die Grenzen des Landes angegeben werden, da wird die Grenze zu Ägypten mit dem Bach Ägyptens angegeben.
Es ist wichtig, dass man sich das merkt: Der Bach Ägyptens ist auf Hebräisch Nachal Mitzrayim, und der Strom Ägyptens ist Nahar Mitzrayim. Nachal ist ein Winterbach, arabisch sagt man Wadi. Und dieses Wadi, eben der Bach Ägyptens, ist das Wadi el-Arish. Das liegt ganz nahe dort, wo auch heute die Grenze zwischen Israel und Ägypten verläuft.
Aber es ist so, dass Gott Abraham das vorausgesagt hat. Und das wird sich im Tausendjährigen Reich erfüllen, dass die Grenze vom Strom Ägyptens, also vom Nil, verlaufen wird und dann eben über das ganze Gebiet, die Sinai-Halbinsel und dann den Negev sowieso, und eben hinauf bis zum Euphrat in Syrien.

Ausblick auf das kommende Reich und die prophetische Ordnung

In Hesekiel 40-48 wird das tausendjährige Reich beschrieben, ausführlich der Tempel, also der dritte Tempel in seinem vollen Ausbau. In den letzten Kapiteln wird dann die neue Landverteilung unter den zwölf Stämmen beschrieben. Das beginnt eben im Gebiet von Ober-Syrien, Libanon und dem heutigen Israel und reicht hinunter. Die Grenze ist dort Nachal-Mizraim, also der Bach Ägyptens. Warum nicht der Nil? Das ist eine Frage der Zeit.
Alle Menschen auf der Erde werden sich sehr vermehren, denn das Tausendjährige Reich wird kinderfreundlich sein. Dann wird es eben so kommen, wie es in Jesaja heißt, dass man sagen wird: Mir ist es viel zu eng. Und dann werden die Grenzen erweitert werden. Und weil nach Jesaja 35 ja alle Wüsten aufblühen werden, die Sinai-Wüste wird blühen, die Negev-Wüste, wird man alles bewohnen können und Landwirtschaft betreiben können. Man muss sich nicht um Ägypten sorgen.
Es ist so: Jesaja 19 ist ein Kapitel, das die Christen in Ägypten über alles lieben. Über alles ist zu viel gesagt, sehr lieben. Es ist ein Kapitel über Ägypten und darüber, wie Gott Ägypten ganz speziell segnen wird. Aus verschiedenen Gründen. Gott hat nicht vergessen, was der Pharao damals gemacht hat, als er Vater Jakob und die ganze Familie aufgenommen hat und ihnen Asyl gegeben hat, im besten Gebiet von Ägypten, nämlich im westlichen Nildelta. Das ist wirklich wunderbar, so grün, grün, grün, grün. Auch jetzt, also im Februar, den wir durchreist haben durch Goschen, ist es einfach grün, grün, grün, so grün, so schön.
Aber eben: Gott hat mit Ägypten einen ganz besonderen Plan. Und in Jesaja 19 wird Ägypten genannt: Mein Volk Ägypten. Dass eine besondere Triade, eine Dreiergruppe, bilden wird, nämlich Ägypten, dann Israel, und zwar eben Großisrael, und Assyrien, das ist Nordirak. Diese drei Völker werden so eine besondere Gruppe bilden, und Gott wird sagen: Mein Volk Ägypten.
Aber es ist so, dass wirklich die Sinai-Halbinsel dann zu Israel gehören wird. Aber Ägypten wird ja auch aufblühen. Es ist ja so, dass 95 Prozent von Ägypten Wüste sind. Grün ist das fruchtbare Nildelta und dann das Gebiet dem Nillauf entlang. Aber all das Wüstenland wird aufblühen, und eben auch die ganze Sahara wird dann aufblühen. So wird Gott sorgen, dass alle Völker genug haben. Aber eben: Die Verheißung an Abraham wird Wirklichkeit werden.

Frieden, Sicherheit und die messianische Perspektive

Ich lese weiter, Kapitel 5, Vers 1: Sie entrichteten Tribut und dienten Salomo alle Tage seines Lebens. Also er bekam Einkünfte von all diesen unterworfenen Völkern rundherum. Aber es war Frieden, es war ein Friedensreich und ein Vorteil für alle Völker.
Und der Speisebedarf Salomos für einen Tag war dreißig Chor Feinmehl und sechzig Chor Mehl, zehn gemästete Rinder und zwanzig Weiderinder und hundert Schafe, ohne die Hirsche und Gazellen und Darmhirsche und das gemästete Geflügel. Denn er herrschte über das ganze Land diesseits des Stroms, von Tifsach am Westufer des Euphrats ganz oben bis Gaza, über alle Könige diesseits des Stroms. Und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum. Und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerschewa, alle Tage Salomos.
Also wirklich ein Friedensreich. Ein Reich, in dem Frieden nicht die Abwesenheit von Krieg bedeutete, sondern Sicherheit.
Dieser Ausdruck „Jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum“ ist ein stehender Ausdruck für den Segen. Wenn wir nämlich in Sacharja 3 nachschlagen, gibt Sacharja immer wieder einen Ausblick bis hin zur Wiederkunft Christi als König der Welt und auf das Tausendjährige Reich. Und in Sacharja 3,9 sagt Gott, dass die Zeit kommen wird, in der er Israel alle Sünden wegnehmen wird. Es wird eine völlige Versöhnung mit Gott geben. Und Vers 10 sagt dann: An jenem Tag, spricht der Herr der Heerscharen, werdet ihr einander einladen unter den Weinstock und unter den Feigenbaum.
Man sieht genau diese Ausdrucksweise. Und das macht klar, dass die Zeit Salomos ein Vorgeschmack auf das tausendjährige Friedensreich war.

David, Christus und die beiden Phasen des kommenden Königtums

Und jetzt sehen wir im Überblick, dass David in so vielen Hinsichten ein Hinweis auf den Herrn Jesus war. Der verworfene David ist ein Bild auf den Herrn Jesus, der von der Masse seines eigenen Volkes verworfen wurde. Aber es kam die Wende, als er zum Königtum kam.
So sehen wir in David den Messias, den Herrn Jesus: Bei seinem ersten Kommen war er der verworfene Messias, und bei seinem zweiten Kommen wird er als König kommen, und er wird als Richter kommen. Und so sehen wir bei David all diese Kriege. Der Herr Jesus wird zuerst als König kommen, und er wird alle Feinde besiegen. Er wird die Schlacht in Harmageddon führen, die Schlacht in Edom und so weiter und so fort, die Schlacht am Ölberg bei Jerusalem. Und er wird schliesslich alle militärischen Aufstände beenden. So wie es in den Psalmen heisst, wird er Frieden schaffen bis an das Ende der Erde. Und dann wird er in Frieden regieren.
So kann man sagen, der Herr Jesus wird in einer ersten Phase eine Davidsregierung haben, und in einer zweiten Phase wird er dann eine Salomonsregierung haben, wo es keine Kriege mehr gibt. Das ist ganz wichtig zu verstehen: Wenn der Herr wiederkommt in Macht und Herrlichkeit, dann wird nicht direkt das Tausendjährige Reich da sein. Das wird eine Übergangszeit sein, und die wird nicht einfach so schnell vorübergehen.
Wir wissen, die grosse Drangsal dauert nach Hebräer und Offenbarung 11, ich muss bald Schluss machen, 1260 Tage, dreieinhalb Jahre, der letzte Weltkrieg. Aber in Daniel 12 wird gesagt, dass da eine Periode von 1290 Tagen ist, ab dem abgeschafften Opfer im dritten Tempel. Das heisst, nach 1290 Tagen, also 30 Tagen nach der grossen Drangsal, wird das Opfer wieder in Jerusalem im Tempel eingeführt werden.
Aber in Daniel 12 heisst es auch, dass der glücklich ist, der ausharrt und 1335 Tage erreicht. Also da wird es nach der Drangsal noch eine ganz grosse Spannung auf der Welt geben, sodass man noch 75 Tage warten muss, richtig ausharren muss, und dann ist einmal Ruhe da.
Aber eben: Bis alle Kriege weltweit auf allen Kontinenten, wie es im Psalm heisst, beschwichtigt sind, Psalm 47, wird das einige Zeit dauern.

Gericht, Reinigung und der Eintritt in das Reich

Und dann wird der Herr Jesus nach Matthäus 25,31 seinen Richterthron aufstellen. Matthäus 25,31: Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, so wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken, usw.
Das heißt also: Alle Menschen, die die große Drangsal überleben werden, von allen fünf Kontinenten, werden nach und nach nach Israel reisen müssen. Und nach Joel 4, ab Vers 1, hört man dort die Stimme des Messias, der sagt: In jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen hinabführen in das Tal Josaphat, und ich werde dort sitzen und mit ihnen rechten über verschiedene Themen, über mein Volk Israel, über mein Land, weil sie es geteilt haben.
Die UNO hat ja 1947 die sogenannte Palästinateilung durchgeführt, und England hatte mit dem Mandat des Völkerbundes nach dem Ersten Weltkrieg die erste Teilung von Palästina durchgeführt. Das wird alles zur Sprache kommen. Aber noch viele weitere Themen. Und jeder Mensch wird dann vor dem Richter erscheinen. Das ist das Gericht der Lebendigen. Das darf man nicht verwechseln mit dem Endgericht nach dem Tausendjährigen Reich. Das ist das Gericht der Toten in Offenbarung 20.
Aber da alle Menschen kommen werden, und das wird Zeit brauchen, werden alle Überlebenden dort erscheinen, im Tal Josaphat. Das ist das Kidrontal in Jerusalem, zwischen Tempelberg und Ölberg. Das wird eine Zeit dauern, und das Tausendjährige Reich ist noch nicht da.
Und dann werden sich Hesekiel 38 und 39 erfüllen, dass Russland, Rosch, mit seinen Verbündeten noch einen letzten Aufstand machen wird. Vor kurzem hat jemand bei einem Video die Frage gestellt: Das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass das dann noch kommt, wenn Jesus Christus schon zurück ist. Natürlich kommt das. In Hesekiel 37 wird der Messias schon vorgestellt, mein Knecht David wird er genannt. Und dann kommt dieser Aufstand aus Hesekiel 38,39.
Und die Frage ist: Ja, wie kann das sein? Der Herr Jesus regiert, und da gibt es noch einen Aufstand. Ja, aber das wird am Ende des Tausendjährigen Reiches auch so sein, dass es dann noch einen Aufstand gibt, der dort genannt wird: Gog und Magog. Das ist aber nicht Gog und Magog von Hesekiel 38,39. Aber da spiegelt sich Gog und Magog. Es ist gerade vor dem Tausendjährigen Reich Hesekiel 38, und Gog und Magog in Offenbarung 20 ist nach dem Tausendjährigen Reich. Das spiegelt sich. Und zweimal versucht man gegen den König, der da ist, noch einen Aufstand, einen letzten Aufstand, zu machen.
Und so wird das also alles dauern. Und dieser Angriff wird dann beendet werden auf den Bergen Israels mit Feuer vom Himmel. Und alle Ungläubigen, all die sich nicht in ihm bekehrt haben, die werden sterben. Keiner wird in das Reich Gottes eingehen.
Das hat der Herr Jesus schon Nikodemus erklärt in Johannes 3, dass, wenn man nicht von neuem geboren wird, man das Reich Gottes nicht sehen wird. In dieser Übergangszeit, das ist noch nicht das Reich Gottes, das Tausendjährige Reich. Zuerst werden sie gerichtet. Und der Jesus sagt zu Nikodemus in Johannes 3: Wer nicht von neuem geboren ist, wird nicht in das Reich Gottes eingehen. Und darum werden nur Errettete ins Reich eingehen, diese unzählbare Schar von Menschen aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen nach Offenbarung 7.
Und dann wird der Herr Jesus eben diese Regierung haben wie Salomo.

Schluss und Ausblick

Und ich schließe nochmals mit 1. Könige 5,4 am Schluss: Und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum, und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba, alle Tage Salomos.
Und morgen fahren wir weiter mit Vers 6.

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