Einführung in das Thema der Allversöhnung
Wenn der Menschensohn in seine Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Alle Völker werden vor ihm versammelt, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Dann wird er sich an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: „Hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.“ Sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten.
Zwei tausend Jahre später erschien eine Schlagzeile: „Papst schafft den Limbo ab“, umgangssprachlich die Vorhölle für Kinder, die sterben, ohne getauft zu sein. Als ich das damals gelesen hatte, dachte ich: Das kann doch nicht sein. Entweder gibt es diesen Limbo oder nicht. In beiden Fällen kann der Papst doch nicht einfach eine Unterschrift machen, und das Ganze verschwindet einfach.
Dann kam die EKD, die evangelische Kirche in Deutschland, und sagte: „Hold my Abendmahlskelch“ – und schrieb auf ihrer Website: „Die christliche Hoffnung ist universal und gilt allen Menschen, auch denen, die nicht an Jesus Christus glauben.“ Ein Freund von mir fragte nach und erhielt diese E-Mail. Was du hier siehst, sind nicht irgendwelche Privatmeinungen von einem irrelevanten Aktensortierer, sondern der offizielle E-Mail-Service der EKD.
Dort heißt es: In der evangelischen Theologie setzt sich zunehmend die Vorstellung der Allversöhnung oder Allerlösung durch. Selbst ein jüngstes Gericht wird kein Hinderungsgrund sein, in den Himmel einzugehen. Letztlich werden alle in den Himmel eingehen.
Während der Papst also nur Teile des Jenseits abgeschafft hat, hat die EKD die gesamte Hölle abgeschafft und damit das komplette Jenseits auf den Kopf gestellt. Aber hat Jesus nicht eben noch etwas völlig anderes gesagt? Wie ist das jetzt wirklich? Und was hat das mit dieser Packung Bioeiern zu tun?
Das schauen du und ich uns jetzt an. Um Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit. Gibt es Allversöhnung oder Allerlösung? Was ist mit Universalismus? Dahinter steckt die entscheidende Frage: Kommen wir alle in den Himmel? Diese Frage werden du und ich jetzt miteinander beantworten.
Einstieg in die Diskussion um Allversöhnung
Und dazu schauen wir uns jetzt an, was manche Leute zur Allversöhnung behaupten. Du kannst dann selbst einschätzen, ob das überzeugend ist oder nicht. Ganz ohne Fachbegriffe, ohne Schachtelsätze, ohne Theologengeschwurbel und ohne Philosophie – nur gesunder Menschenverstand, okay?
Denn dann hast du die Antwort und kannst diesen Input jederzeit weitergeben, sobald jemand etwas in Richtung Allversöhnung behauptet.
Zwei wichtige Dinge, bevor wir starten:
Zum einen möchte ich wirklich der Tiefe der Spender-Community danken, dass solche wichtigen Inputs hier überhaupt möglich sind. Dank euch! Vielen lieben Dank!
Zum anderen kannst du ganz kurz der Community hier helfen, damit solche christlichen Inputs auf Social Media nicht verborgen bleiben. Bist du gerade auf Instagram, dann doppeltipp doch mal schnell auf dein Handy. Und auf YouTube danke allen Leuten, die jede Woche diese schöne Glocke drücken.
Das ist so eine technische Sache: Nur weil hunderte Menschen vor dir diese Glocke drücken, wird dir dieser Input überhaupt angezeigt. Vielen Dank dafür!
Also: Bei Glaubensfragen und wenn du prüfen möchtest, ob etwas Irrlehre ist oder biblisch, musst du dir vorher überlegen, wie wichtig das Thema überhaupt ist. Lohnt sich die Auseinandersetzung?
Hier ein paar Beispiele:
Das Thema Singen im Gottesdienst – ob man dabei stehen oder sitzen soll – ist definitiv nicht heilsrelevant. Niemand kommt deswegen in die Hölle, weil er eine andere Einstellung dazu hat.
Oder ein anderes Beispiel: Wie alt genau die Erde ist. Auch hier kommt niemand in die Hölle, nur weil er eine bestimmte Vermutung hat.
Aber das Thema Allversöhnung ist etwas ganz anderes. Es gibt keine wichtigere Frage, als die, wo du die Ewigkeit verbringst. Und das hat ja wahnsinnige, unglaubliche Auswirkungen.
Kontroverse um die Allversöhnung und ihre Folgen
Vor kurzem habe ich in der Pro ein Interview gegeben und dabei etwas gesagt, was kontrovers aufgenommen wurde. Was ich gesagt habe, war: Wenn in manchen Teilen der evangelischen Kirche in Deutschland behauptet wird, es gebe Allversöhnung, die Hölle wäre leer und alles, was Jesus über Verdammnis gesagt hat, wäre falsch, dann heißt das natürlich, dass niemand erst gerettet werden muss.
Dann ist es logisch, dass Menschen, die an Allversöhnung glauben, nicht missionarisch oder evangelistisch aktiv sind und nur in Anführungsstrichen noch Diakonie betreiben. Ende des Zitats.
Ich glaube, du kannst dir vorstellen, warum ich dafür Kontroversen bekommen habe. Aber dazu stehe ich. Denk mal selber darüber nach: Wenn es Allversöhnung gäbe und sowieso alle von uns das gleiche Jenseits am Ende erwartet, wozu dann noch sich taufen lassen? Wozu sich noch bekehren? Wozu dann überhaupt einer Gemeinde oder der Kirche beitreten? Dann ist es doch völlig irrelevant, ob du sogar Christ bist oder nicht.
Dann wäre jeder Euro, den du jemals für Missionen oder für evangelistische Projekte gespendet hast, Geldverschwendung gewesen. Denn jede Minute deines Lebens, die du je mit irgendjemand anderem über den Glauben geredet hast, wäre umsonst gewesen.
Überhaupt blendet das ja die vertikale Ebene im Leben aus. Das heißt, alles, was in deinem Leben mit der Beziehung zu Gott zu tun hat, spielt dann gar keine Rolle mehr.
Ja, das hat mich vor kurzem ein nichtchristlicher Freund gefragt. Er hat mich gefragt: "Sag mal, Markus, warum lese ich denn auf landeskirchlichen Instagram-Seiten praktisch nie etwas zu Evangelisationseinsätzen oder zu landeskirchlichen Missionswerken?"
Tja, sowas kommt von sowas. Und das hier mit der Allversöhnung, das ist ein Thema, da können wir gar nicht larifari irgendwie rumdabbeln. Nicht nach dem Motto: "Ach na ja, was ein Mensch glaubt, ist egal, Hauptsache er glaubt irgendetwas, Hauptsache er macht eine religiöse Erfahrung, Hauptsache Gefühl."
Nein, sondern weil die Einsätze hier so himmelschreiend groß sind, müssen wir ganz genau und haarscharf sein. Ganz flapsig gefragt: Was kriegst du denn, wenn du die Lottozahlen so ähnlich tippst? Nichts. Das heißt, die müssen genau richtig sein. Und hier geht es um so viel mehr.
Wenn du mit Leuten darüber sprichst, wirst du manchmal erleben, dass Leute dir vorhalten, du sollst ein solches Thema nicht mit dem Skalpell deines Verstandes sezieren. Das, liebe Freunde, ergibt keinen Sinn.
Wenn es wirklich und echt Allversöhnung gäbe, dann wäre das ja egal. Wenn es aber nicht Allversöhnung gibt, dann wird uns das genau darüber nachdenken lassen können. In beiden Fällen müssen wir das wissen. Wir können es uns einfach schlicht nicht leisten, das nicht zu wissen.
Und wenn es wirklich eine echte Hölle gibt und die nicht leer ist, dann ist das völlig egal, wie bequem oder wie unbequem das dann ist. Dann müssen du und ich das wissen – und vor allem, ob und wie wir dem entkommen können.
Dann gibt es nichts, nichts Wichtigeres.
Deshalb wird das jetzt hier ein ernster Input, weil wir uns einem sehr ernsten Thema stellen. Vielleicht ist dieser Input nicht für Kinder geeignet.
Ursprung des Todes und Gottes Gnade
Also, versuchen wir mal, das Problem ein wenig zu verstehen. In Gottes ursprünglichem Plan gab es keinen Tod. Dann haben wir als Geschöpfe gegen die ewigen Gesetze verstoßen. Deshalb kam der Tod und später auch die Hölle dazu.
Eigentlich wäre das das Ende der Geschichte. Hast du mal darüber nachgedacht? Eigentlich müsste die Bibel in Genesis 3 aufhören. Aber dann – Plottwist – geht Gott auf uns zu. Nachdem wir uns beide, du und ich, von Gott abgewandt haben, geht er auf uns zu. Er schenkt uns unverdiente Gnade, unverdientes Weiterleben und ist sogar bereit, uns ewiges Leben zu schenken.
Das heißt, der Himmel ist keine Belohnung dafür, zu Jesus zu gehören. Und die Hölle ist keine Strafe dafür, nicht Christ zu werden oder so. Das ist nicht der Punkt. Denn Achtung, wichtig: Du und ich haben keine neutrale Ausgangsposition, von der aus wir das irgendwie in akademischer Distanziertheit oder unbeteiligt betrachten könnten. Das ist absolut nicht der Fall.
Es heißt dazu in Nehemia 9: „Du, Gott, warst im Recht, wenn uns das alles getroffen hat, weil du treu geblieben bist. Doch wir haben uns schuldig gemacht.“ Achte mal in der Bibel darauf: Sobald Dinge zweimal wiederholt werden, ist das besonders wichtig. Es gibt nur ganz wenige Stellen, an denen etwas dreimal wiederholt wird. Wenn etwas zweimal wiederholt wird, ist das sozusagen fett gedruckt, unterstrichen und „in your face“.
Wir haben uns schuldig gemacht – das heißt, du und ich sitzen schon auf verlorenem Posten, wie die gefallenen Engel. Diese gefallenen Engel bezeichnen wir umgangssprachlich oft als Dämonen. Nur dass die Engel keine zweite Chance bekommen.
Hast du mal darüber nachgedacht? Es gibt keine Stelle in der Bibel, die sagt, dass es Gnade für Engel gibt. Es gibt keinen Erlösungsplan für Engel und auch keine Erwähnung, dass Jesus kommen würde, um die gefallenen Engel zu erlösen. Das macht er nur mit uns Menschen. Ist dir das mal klar?
Im Judasbrief Vers 6 heißt es: „Auch die Engel, die ihre Befugnis überschritten haben und den Platz verließen, den Gott ihnen zugewiesen hat, hat er mit ewigen Fesseln in der Finsternis verwahrt, um sie an diesem großen Tag zu richten.“ Gemeint ist der Tag des Jüngsten Gerichts.
Viele Leute haben in den letzten Tagen auf Instagram gefragt: „Was ist mit den Leuten, die nie von Jesus gehört haben?“ Darauf gibt es eine ganz eindeutige biblische Antwort, nämlich aus diesem Buch: Es ist völlig egal, solange du ohne Sünde bist. Solange du ohne Sünde bist, dir nichts zu Schulden kommen hast lassen und nicht gegen die ewigen Gesetze verstoßen hast, bist du dabei – gar kein Problem.
Aus der Instagram-Community schreibt zum Beispiel Birgit dazu: „Um in den Himmel, also in Gottes Gegenwart zu kommen, musst du sündenfrei sein und damit heilig.“
Die Frage ist also nur: Bist du dabei? Wir sind ja vor kurzem die exakten drei biblischen Schritte durchgegangen, wie du genau in den Himmel kommst. Das war in einem Input, den ich dir auch hier unten verlinkt habe. Der Link steht direkt hier unten bei Instagram in der Bio.
Was bedeutet Allversöhnung?
Was bedeutet Allversöhnung ganz genau?
Es bedeutet, dass alle Menschen versöhnt werden, falls sie es nicht bereits sind. Das heißt, dass alle, wirklich alle, in den Himmel kommen. Denk einmal kurz darüber nach: Die Hölle wäre entweder komplett und restlos leer oder sie existiert überhaupt nicht.
Noch einmal: Wenn es Allversöhnung wirklich gäbe, dann wäre die Hölle entweder vollständig leer oder würde gar nicht existieren. Das heißt, dass absolut niemand in die Hölle kommt – kein einziger Mensch, niemand, der jemals gelebt hat, jemals lebt oder jemals leben wird, kommt auch nur in die Nähe der Hölle. Absolut ohne Ausnahme.
Das bedeutet, dass alle Menschen im Himmel sind und es keinen einzigen gibt, der nicht dabei ist. Wenn du an eine Packung mit Bioeiern denkst und diese die Himmel repräsentieren würde, wäre der Himmel komplett voll besetzt. Es gäbe kein Ei, das nicht darin wäre. Verstehst du das? Gut.
Allversöhnung heißt also, dass Menschen wie Theodor Eicke, Heinrich Himmler, Adolf Eichmann und Adolf Hitler vorbehaltlos und ohne jeglichen Vorbehalt in den Himmel kommen werden oder sogar jetzt schon dort sind und Gottes heilsame Gegenwart genießen dürfen.
Dasselbe gilt für Menschen wie den Atheisten Josef Stalin mit seinen Gulags. Eine von Stalins letzten Taten auf Erden war es, auf seinem Sterbebett ein letztes Mal seine Faust gegen Gott zu erheben. Gleiches gilt für den Atheisten Mao Zedong, den zahlenmäßig schlimmsten Massenmörder der Geschichte.
Das heißt, all diese atheistischen Massenmörder, die teilweise Juden und Christen bis aufs Blut verfolgt haben und Gott ins Angesicht spucken wollten, kommen ohne jeglichen Abstrich zu Jesus in den Himmel oder sind vielleicht sogar jetzt schon dort.
Lass mich dir noch ein letztes abscheuliches Beispiel geben – das ist jetzt ab zwölf, und dann machen wir weiter.
Allversöhnung bedeutet auch, dass Leopold II. jetzt im Himmel ist. Leopold II., ehemals König von Belgien, der nicht nur ständig seine Ehefrau mit Prostituierten betrogen hat, sondern im heutigen Kongo ein Terrorregime errichtete, das Abermillionen Menschen gegen ihren Willen versklavte und zu körperlicher Arbeit bis zum Tod zwang.
Wenn die von ihm versklavten Menschen das von ihm festgesetzte Soll an Produktion nicht erreichten, wurden ihren Kindern im Kindergartenalter die Hände und Füße abgehackt. Hier siehst du ein Bild von Nasalla aus Wallah, dem die abgehackte Hand und der abgehackte Fuß seiner fünfjährigen Tochter Boali hingelegt wurden.
Verantwortlich dafür ist Leopold II. Und Allversöhnung bedeutet, dass Leopold ohne Abstriche in den Himmel kommt oder schon dort ist. Weder dieser Vater noch seine Tochter werden jemals irgendeine Gerechtigkeit erleben.
Mach dir das einfach nur bewusst: Das bedeutet Allversöhnung.
Behauptungen zur Allversöhnung und ihre Prüfung
Also, schauen wir uns jetzt an, was manche Leute behaupten, die die Allversöhnung schmackhaft machen wollen. Was du jetzt siehst, sind nicht alle Behauptungen zu dem Thema Allversöhnung, aber es sind die wichtigsten – und es sollten genug sein.
Zum Hintergrund: Diese Woche habe ich nämlich auf Instagram in der Community einfach mal gefragt: „Liebe Leute, was wurde euch denn bis jetzt zum Thema Allversöhnung erzählt? Was wurde euch da bis jetzt aufgetischt?“ Über eintausend Menschen haben sich dazu geäußert. Ich habe jede einzelne Antwort, jede Nachricht dazu gelesen. Nicht auf alles habe ich geantwortet, aber alles gelesen.
Im Wesentlichen kannst du hier das meiste zusammengefasst sehen. Das ist so das, was den Leuten bis jetzt zum Thema Allversöhnung erzählt wurde. Und das wollen wir jetzt im Zeitraffer mal durchgehen.
Das fängt nämlich schon ganz abenteuerlich an. Manchen Leuten wurde erzählt, es könne ja auch beides sein: Es könne genauso gut Allversöhnung geben oder nicht geben – man müsse es eben abwarten. Nein, nein, kann es eben nicht. Pass auf: In der Logik – ja, ich unterrichte manchmal Philosophie und Logik an Hochschulen – gibt es den sogenannten Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch.
Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch besagt, dass eine Aussage nicht gleichzeitig zutreffen und nicht zutreffen kann. Die Aussage „Es gibt Allversöhnung“ kann nicht gleichzeitig im selben Sinne, in derselben Hinsicht zutreffen und nicht zutreffen. Warum? Weil sie sich sicher widerspricht. Entweder kommen alle in den Himmel oder nicht alle kommen in den Himmel. Das ist ja der Punkt: Alle heißt wirklich alle.
Das heißt, eine Aussage kann nicht im selben Sinne zutreffen und nicht zutreffen. Dafür hat der muslimische Denker Ibn Sina eine sehr einfache Merkhilfe. Ich umschreibe es mal ein bisschen: Er sagt nämlich, jemand, der den Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch leugnet – also dass nicht eine Sache gleichzeitig ihr Gegenteil sein kann – der sagt: „Lasst ihn auspeitschen, weil Leiden und Nichtleiden ja das Gleiche sind. Ja, lasst ihm kein Essen und kein Trinken zukommen, weil Essen und Trinken ja das Gleiche ist wie Fasten.“ So sagt das eben Ibn Sina.
Deswegen kann es auch nicht sein, dass es für den einen Allversöhnung gibt und für den anderen nicht. So funktioniert das nicht. Entweder das ist real oder nicht. Sonst könntest du ja, indem du hier im Diesseits deine Meinung änderst, Menschen von der Hölle in den Himmel springen lassen oder wieder zurückreißen.
Deshalb ist das Argument, es könne irgendwie für beides gelten, also dass es beides gleichzeitig sein kann, wirklich kein gutes Argument für die Allversöhnung. Können wir das also ad acta legen? Weißt du, was ich meine?
Das nächste, was vielen Leuten zum Thema Allversöhnung erzählt wird, ist: Das sollte es geben, weil wir Menschen uns das wünschen. Und manchmal ist das total verständlich.
Vor ein paar Jahren zum Beispiel habe ich einen mir sehr lieben Menschen verloren. Einen Menschen, bei dem ich mir nicht restlos sicher war, ob er wirklich das Gnadenangebot von Jesus angenommen hatte oder nicht. Das hat mich schlaflose Nächte gekostet. Ich habe wirklich überlegt: Wo ist derjenige jetzt? Wo bist du jetzt? Bist du bei Gott? Bist du nicht bei Gott? Bist du im Himmel? Bist du in der Hölle? Bist du jetzt im Seelenschlaf? Bist du im Zwischenzustand? Was ist das überhaupt?
Das hat mich wirklich tief beschäftigt. Natürlich hoffe ich, dass dieser mir sehr, sehr liebe Mensch im Himmel ist oder zumindest in den Himmel kommen wird. Ich hoffe es. Aber das spielt keine Rolle. Es spielt keine Rolle, ob ich das hoffe oder nicht. Das ändert nichts daran.
Es spielt auch keine Rolle, ob du das hoffst oder nicht – für Menschen, die du verloren hast. Und die Tatsache, dass ich das hoffe, trägt überhaupt nichts aus. Das ist so ein bisschen, als würdest du jemanden auf der Straße fragen: Wird es morgen regnen? Und er antwortet: „Ich hoffe es“ oder „Ich fürchte es.“ Du, entweder es wird regnen oder nicht.
Solange sein Hoffen oder Fürchten nicht auf irgendeine magische Weise den Luftdruck und den Wolkenpegel beeinflusst, spielt das für den Regen überhaupt keine Rolle, was wer hofft oder fürchtet.
Das heißt: Fragst du jemanden auf der Straße und der sagt, „Ich weiß nicht, ob es regnet“ oder „Ich weiß, dass es regnet“, spielt das für den Regen keine Rolle. Entweder es wird regnen oder nicht. Daran ändert es gar nichts, wie viele Menschen das wissen oder ob das überhaupt jemand weiß.
Selbst wenn niemand das weiß, hat das keinen Einfluss auf den Luftdruck oder auf den Wolkenpegel. Weißt du, was ich meine?
Anderes Beispiel: Fragst du jetzt einen Meteorologen, einen Wetterforscher, und der sagt dir: „Guck einfach in den Himmel drauf“, du fragst ihn, wird es heute Abend regnen oder nicht, und er sagt dir: „Kein Schimmer“, dann ist das irgendwie traurig. Dann ist das irgendwie peinlich. Dann ist da jemand, der drei, vier, fünf und mehr Jahre seines Lebens das Wetter studiert hat und der kann dir eine so grundlegende Frage nicht beantworten.
Und fragst du jetzt einen Theologen oder eine Theologin, der fünf Jahre seines Lebens Gottes Wort studiert hat – Theologie – und der kann dir nichts mehr dazu sagen, der hat nichts anderes dazu zu äußern als „Ich hoffe es“, da frage ich mich doch ein bisschen: Wirklich jetzt? Ehrlich? Du hast fünf Jahre deines Lebens da rein investiert, Gottes Wort zu studieren, und du hast keinen Deut mehr dazu zu sagen als jeder x-beliebige Mensch auf der Straße, der nie in seinem Leben eine Bibel aufgeschlagen hat? Wirklich jetzt?
Dazu gleich noch mehr.
Und nur, damit wir uns richtig verstehen: Wenn jemand kommt und so etwas sagt, ja nach dem Motto „Ich hoffe, dass es Allversöhnung gibt“, dann sagt der damit ausdrücklich: Ich wünsche mir inständig, dass Leute wie Eike, wie Himmler, wie Hitler, wie Stalin, wie Mao und Leopold ohne Abstriche zu Jesus hinkommen oder schon bei Jesus sind.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, ich habe immer noch das Bild von der abgehackten Hand von den Mädchen vor Augen.
Aber zusammengefasst: Die Tatsache, dass wir uns etwas wünschen, bedeutet eigentlich, dass wir uns noch mehr Mühe geben müssen, hier objektiv zu sein. Die Tatsache, dass wir es uns wünschen, heißt, dass wir eigentlich nur noch kritischer bei dieser Sache sein sollten.
Das heißt, wenn wir uns das umso sehr wünschen, müssen wir doch umso selbstkritischer sein und uns wirklich reflektieren und fragen: Trifft das deswegen zu oder nicht?
Deswegen die Frage: Ist das, dass wir uns das wünschen, dass wir das wollen, eher ein Argument gegen oder eher ein Argument für die Hölle?
Weitere Argumente gegen die Allversöhnung
Das nächste, was Leute manchmal sagen, ist, dass es arrogant sei, etwas über das Jenseits zu sagen. Schon mal gehört, oder? Nach dem Motto: Es ist so arrogant von den Christen, am besten noch von der Kirche, irgendetwas über das Jenseits zu behaupten.
Okay, was ist die Antwort darauf? Die Antwort ist: Ob es arrogant ist oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist, ob es wahr ist oder nicht – nicht, ob es arrogant ist, etwas auszusprechen, das womöglich wahr ist.
Denn manchmal wird gesagt: Nur Jesus, der Richter, weiß, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt. Ja, natürlich. Aber was ist, sobald dieser Richter Jesus uns das verständlich vorher mitteilt? Und genau darüber reden wir ja. Teilt Jesus das verständlich mit oder nicht?
Umgekehrt ist es mindestens genauso arrogant von Leuten, die behaupten, dass es Allversöhnung gibt. Warum? Weil sie in dem Moment den Heilsplan Gottes so gut zu kennen behaupten, dass sie eine vollständige Aussage darüber treffen können. Sie sagen definitiv: „Na klar, alle kommen in den Himmel.“
Wenn also jemand mit dem Thema Allversöhnung zu dir kommt und sich darüber beschwert, dass du arrogant bist, weil du sagst, es gibt keine Allversöhnung, dann ist das ein volles Eigentor. Denn das trifft ja auf ihn zu. Umso mehr, weil er sich ja anmaßt, noch viel mehr darüber zu wissen. Er sagt ja: „Ich weiß von allen Menschen, dass alle Menschen in den Himmel kommen.“ Verstehst du, was ich meine?
Und mal angenommen, in der Bibel stünde das Gegenteil zur Allversöhnung. Ja, das wäre noch immens viel arroganter, sich dann über Gottes Wort hinwegsetzen zu wollen, oder? Die Frage ist also nicht, ob das arrogant ist oder nicht, sondern ob es zutrifft. Vor allem: Woher nimmt jemand dieses Wissen? Auch das Wissen über Allversöhnung.
Und darüber wollen wir ganz klar sein: Das Wissen um Allversöhnung – wenn jemand kommt und behauptet, niemand sei vom Heil ausgeschlossen – das ist ein knallhartes Statement. Das ist absolut beinhartes Wissen.
Das heißt, die Sache mit der Arroganz: Ist das eher ein Pro- oder eher ein Kontraargument gegen Allversöhnung?
Dann wird manchmal behauptet, die Hölle sei „nur übertragen gemeint“. Das sei eine Metapher für Leute, die gegen den Strom von Gottes Liebe schwimmen, sagt man zum Beispiel über die Leute von Sodom und Gomorra. Aber ganz ernsthaft: Warum sollen ausgerechnet die Passagen in der Bibel, die sich auf die Hölle beziehen, übertragen gemeint sein, aber nicht die Passagen, die sich auf den Himmel oder auf Gottes Liebe beziehen?
Zum Beispiel: Wenn es in Matthäus 25 heißt, wenn da die Rede ist vom ewigen Feuer – vom ewigen Feuer –, dann sagen viele Leute, die sich Allversöhnung wünschen, häufig, das solle angeblich übertragen gemeint sein. Und wenn schon, denn schon, sei das Feuer gar nicht ewig.
Aber wenn mit der gleichen Vokabel wenige Verse vorher und nachher das ewige Leben beschrieben wird, dann nehmen sie das wörtlich, obwohl es die gleiche Vokabel ist.
Also, ich weiß ja nicht. Frag dich einfach selbst: Wenn für die Intensität der Hölle die gleiche Vokabel benutzt wird im Altgriechischen wie für den Himmel, und du die Sachen über den Himmel und das ewige Leben ernst nimmst – warum sollten wir die Sachen über die Hölle und ewige Verdammnis nicht ernst nehmen, wenn sie mit den gleichen Worten beschrieben sind?
Das heißt, die Frage ist: Ist das eher ein Argument gegen oder eher ein Argument für die Hölle?
Manchmal sagen Leute auch so etwas wie: Das Christentum ist die Religion der Liebe. Und Allversöhnung passt einfach zur Religion der Liebe, und so etwas wie eine ewige Hölle passt gar nicht zur Religion der Liebe.
Okay, lass mich ganz einfach zurückfragen, im Namen der Hashtag-Bibelfit-Community: Wo genau steht das mit der Religion der Liebe?
Versteh mich richtig: Natürlich ist im Christentum von Liebe die Rede. Aber zum einen bedeutet in diesem Kontext Liebe etwas ganz anderes, als was Leute gesellschaftlich manchmal als Liebe verballhornen. Und zum anderen: „Religion der Liebe“ – das ist extrem, extrem schwammig. So steht das übrigens auch nirgendwo.
Dahinter steckt die Frage, die ich in Nachrichten, Leserbriefen und Kommentaren fast den ganzen Tag lang bekomme, nämlich: Würde ein allliebender Gott Menschen in die Hölle schicken?
Zurückgefragt: Wenn der biblische Gott sowieso niemals irgendjemanden in die Hölle geschickt hätte, wenn er das von vornherein nie gemacht hätte, weil er ja allliebend ist, wenn Gott sowieso niemals vorhatte, irgendjemanden in die Hölle zu schicken, sondern weil er von vornherein allgütig ist und so weiter und so fort Menschen immer in den Himmel genommen hätte – wenn das so wäre, warum musste Jesus sich dann nackt bei fast Minusgraden zu Tode foltern lassen? Warum?
Wenn Gott so lieb wäre, dass er niemals die Hölle schaffen würde, warum durchleiden dann auch manche Menschen buchstäblich die Hölle auf Erden? Da stimmt doch irgendwas nicht, das merkst du doch schon.
Und das Problem ist ein falsches Gottesbild. Denn wer so etwas behauptet – und es tut mir leid, dass das hart klingt, es tut mir wirklich leid – hat schlicht ein anderes Gottesbild als den Gott der Bibel vor Augen.
Denn beim Gott der Bibel heißt es: „Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Und das, by the way, steht im Neuen Testament, nicht im Alten.
Weißt du, die Antwort darauf ist harsch, deswegen schau diesen Input bis zum Ende.
Der biblische Gott ist nicht im Sinne von allliebend. Pass auf: Wir Menschen sind sehr, sehr gut darin, uns Sachen rosarot schönzureden – ja, unsere Freundschaften, unsere Jobaussichten, unsere Partner, unsere finanziellen Perspektiven und leider eben auch Gott.
Statt dem gerechten Vater, der die Gerechtigkeit in Person ist, wie es in der Bibel von Gott heißt, hätten wir schwache Menschen, wir Warmduscher, am liebsten einen lieben, einen harm- und zahnlosen Kuschelgott. So eine Art Großväterchen im Himmel, das kein Milligramm Leid zulassen würde.
Das ist aber leider, leider ein Götze. Das ist ein falsches Gottesbild.
Der biblische, echte Gott lässt Leid zu. Und das dürfen wir auch ehrlich aussprechen. Wir tun Gutes daran, diesen echten biblischen Gott durch sein Wort kennenzulernen, anstatt uns in unser privates Phantasiegebilde zu verlieben.
Gott lässt Leid zu. Und wenn du deswegen aufhören willst, ihn allliebend zu nennen, dann kannst du das gerne tun. Das ändert aber nichts an Gottes Existenz, es ändert nur etwas an deiner.
Und vom biblischen Gott heißt es sogar, dass Jesus bei der Durchführung der Höllenstrafe mit dabei sein wird. So viel zum lieben Jesulein – dazu gleich noch ein bisschen ausführlicher.
Also zusammengefasst: Ist das mit der „Religion der Liebe“ eher ein Argument für oder eher ein Argument gegen die Hölle?
Luther, die Reformatoren und vor allem der Köhlerglaube...
Luther, die Reformatoren und der Köhlerglaube
Als ich damals Theologie studiert habe, war das ein großer Trend. In letzter Zeit habe ich mehrfach von Theologen gehört, die aus dem Nichts heraus behaupten wollen, dass das reformatorische Erbe – also das, was wir heute von den Reformatoren im 16. Jahrhundert noch haben – in der Allversöhnung am besten bewahrt sei.
Manchmal behaupten sie dazu den sogenannten Köhlerglauben. Das bedeutet, dass Luther angeblich gesagt haben soll, ein Köhler, also ein Holzarbeiter, der fernab von der Zivilisation arbeitet und keine Möglichkeit hat, Glaubensinhalte gelehrt zu bekommen oder diese intellektuell zu verstehen, werde trotzdem gerettet, weil er Gott in der Natur findet. Schauen wir uns das einmal genauer an.
Langsam zur Struktur des Arguments: Es basiert darauf, zu sagen, Luther habe etwas behauptet, also müsse es wahr sein. Wirklich? Nur weil Luther etwas gesagt hat, soll das also automatisch wahr sein? Weißt du, was Luther alles behauptet hat? Es gibt die Weimarer Ausgabe, ein ganzes Regal voller gesammelter Schriften von Luther. Da steht viel drin, was Luther behauptet hat – zum Beispiel über Ernährung. Wenn man sich an Luthers Ernährungstipps gehalten hätte, wäre man wohl tot.
Außerdem hat Luther den damaligen Papst als Antichristen bezeichnet. Er hat mindestens gebilligt, Synagogen niederzubrennen. Er wollte Rabbinern die Todesstrafe androhen und soll sogar gesagt haben, dass er Juden eigenhändig erwürgen würde. Nur weil Luther das behauptet hat, soll er ein Vorbild sein? Wenn nicht alles, was Luther gesagt hat, bedingungslos angenommen werden soll, dann ist das Argument „Luther hat es gesagt“ ziemlich wertlos.
Diese Versessenheit auf Luther, diese Obsession, die wir im evangelischen und protestantischen Bereich manchmal haben, ist nicht immer gesund. Die Frage ist doch eher: Sollten wir nicht lieber eine gesunde Wertschätzung für Luther haben? Denk mal darüber nach: Wir halten uns an Luther, weil wir denken, dass er an manchen Punkten die Bibel besser verstanden hat als wir – was er an vielen Stellen auch tatsächlich hat.
Das heißt: Die Heiligen Schriften, die Bibel, haben nicht Recht, weil Luther der Bibel zugestimmt hat, sondern Luther hat Recht, weil er der Bibel zustimmt und sie auslegt. Sonst machen wir aus Luther einen falschen Götzen. Verstehst du, was ich meine? Zusammengefasst: Wir geben Luther einen Vertrauensvorschuss, weil er sehr häufig die Bibel gut ausgelegt hat. Es ist nicht so, dass wir der Bibel einen Vertrauensvorschuss geben, weil Luther das sagt.
Zur Frage des Köhlerglaubens: Die Frage nach Bildung und wie viel Wissen ein Christ braucht, ist eine urreformatorische Frage. Luther und Melanchthon wollten, dass jeder Mensch verstehen kann, bevor er glaubt, was er glaubt. Nicht einfach irgendetwas glauben und nachplappern, ohne die Grundlagen zu verstehen.
Die römisch-katholische Kirche hat über weite Teile des Spätmittelalters behauptet, es reiche, einfach das zu glauben, was die Kirche vorgibt, um in den Himmel zu kommen. Das ist eine beschreibende Aussage. Luther hat diesem Prinzip von einem unverstandenen Glauben sehr heftig widersprochen.
Deshalb gibt es ja den Kleinen Katechismus, und deshalb hat sich Luther so sehr für Bildung eingesetzt. Er hat die Bibel ins Deutsche übersetzt. Warum glaubst du, hat er das gemacht? Denk mal darüber nach. Falls jemand Luther in die Schuhe schieben will, man könne unreflektiert Christ sein, dann: Nein, das stimmt nicht.
Wie ist das jetzt mit der Allversöhnung bei Luther und den Reformatoren? Denk daran: Allversöhnung bedeutet, dass die Hölle am Ende wirklich leer ist oder sogar gar nicht existiert. Was das angeht, ist Luther raus. Er sagt: „Denn ich halte es nicht mit denen so da leeren, dass die Teufel auch werden endlich zur Seligkeit kommen.“ Luther geht also absolut nicht davon aus, dass alle errettet werden oder dass die Hölle leer ist oder gar nicht existiert.
Um das ganz klar zu machen, schau ins sogenannte Augsburger Bekenntnis, die Confessio Augustana. Darauf werden bis heute alle landeskirchlichen Pfarrer eingeschworen. Dort heißt es an entscheidender Stelle: „Ipsos autem homines condemnabit ut sine fine crucientur.“ Auf Deutsch: Es wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird, um zu richten und alle Toten aufzuwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe zu verdammen.
Ich wiederhole: Die Gottlosen werden in die Hölle und ewige Strafe verdammt. Das passt nicht zur Allversöhnung. Im Abschnitt danach heißt es sogar: „Deshalb werden die Wiedertäufer verworfen, die lehren, dass die Teufel und verdammte Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden.“
Wenn also jemand behauptet, die Reformatoren, die Confessio Augustana, Luther oder Melanchthon würden Allversöhnung denken, dann weiß ich nicht, auf welchem Planeten diese Person lebt. Falls also jemand die Allversöhnung vertreten will und sich dabei auf die Reformatoren beruft, geht das voll nach hinten los.
Das ist traurig, denn Allversöhnung ist gerade modern, eine Modeerscheinung. Auf so eine Idee wäre vor 400 oder 500 Jahren kaum jemand gekommen. Und das ausgerechnet in den Kirchen, die das Erbe der Reformation bewahren sollten – damals ging es darum, dass wir uns auf die Bibel zurückbesinnen und nicht neumodischen theologischen Trends hinterherlaufen.
Dass ausgerechnet diese evangelischen Kirchen sich von solchen Dingen leiten lassen, ist enttäuschend. Der Protestantismus sollte doch immun sein gegen theologische Modetrends. Aber gut, das ist eine andere Diskussion.
Jedenfalls, wenn sich jemand auf Luther, die Reformatoren oder den Köhlerglauben beruft, um Allversöhnung schönzureden, ist das eher ein Argument gegen oder ein Argument für die Hölle?
Umgang mit der Bibel und die Wahrheit
Dann der Klassiker, mein Lieblingsargument: Sobald wir etwas nicht mögen, sagen wir, das steht so nicht in der Bibel.
Okay, pass auf! Wir müssen aufpassen, dass wir die Heiligen Schriften nicht als Steinbruch für das nehmen, was wir ohnehin denken. Ich will dir einfach nur eine ganz einfache Gedankenhilfe dazu geben: Möchtest du, dass Gott deinen Weg segnet, den du ohnehin gehst, oder willst du den Weg gehen, den Gott segnet? Das ist ein Unterschied.
Bist du bereit, dich von den Heiligen Schriften korrigieren zu lassen oder nicht? Und denk daran, nur weil dir einer vielleicht bestimmte Sachen über die Bibel erzählt – der eine erzählt dir dieses, der andere erzählt dir jenes – heißt das nicht, dass keiner von beiden Recht hat oder dass man es gar nicht wissen könnte.
Das ist ja nach dem Motto: Manche behaupten, die Erde ist rund, manche behaupten, die Erde wäre eine Scheibe, und plötzlich kommst du und sagst, das ist unklar, das muss jeder für sich selbst entscheiden, man kann es gar nicht wissen. Also gucken wir es uns an.
Es gibt im Neuen Testament ein paar unklare Bibelstellen. Wenn wir uns absolut sicher wären, dass es Allversöhnung gäbe, dann könnten wir das in diese Bibelstellen irgendwie reinlesen. Aber alleine nur für diese Bibelstellen auf sich gestellt sind sie einfach zu vage und könnten eine Menge Dinge bedeuten.
Da ist zum Beispiel so etwas wie 1. Timotheus 2,4, wo es heißt, Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen. Oder in der Apostelgeschichte 3,21, wo es heißt, Jesus musste zunächst in den Himmel zurückkehren, bis alles wiederhergestellt ist, was Gott durch seine heiligen Propheten längst vorausgesagt hat.
Dann diskutieren Leute so ein bisschen herum: Was heißt das mit dem „alles wiederhergestellt“? Dann Kolosser 1,19-20, wo es heißt, mit ganzer Fülle wollte Gott in ihm, Jesus, wohnen und durch ihn alles mit ihm versöhnen. Durch sein am Kreuz vergossenes Blut machte er Frieden, sei es für die auf der Erde oder im Himmel.
Oder im 1. Korinther 15,28, wo Paulus schreibt: „Wenn aber Christus zuletzt alles unterworfen ist, dann wird er als der Sohn Gottes sich seinem Vater unterordnen, der ihm diesen Sieg geschenkt hat. So wird Gott der Herr sein über alle und in allem.“
Oder im Epheser 1,10, wo es heißt, er wollte dann, wenn die richtige Zeit dafür gekommen sein würde, seinen Plan ausführen und alles unter das Haupt von Christus bringen, alles, was im Himmel und auf der Erde existiert.
Drei Stellen noch aus dem Römerbrief: Römer 5,18 sagt, wie es also durch die Übertretung eines Einzigen, gemeint ist Adam, zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen, gemeint ist Jesus, die stellvertretend für dich zu Tode gefoltert wurde, für alle Menschen zur Gerechtigkeit kommen, die Leben gibt.
Oder später in Römer 11,32: „Gott hat jedermann schuldig gefunden, dass sie ihm nicht gehorchen, und jetzt kann er sich allen erbarmen.“
Oder im Johannesevangelium 12,32, wo Jesus sagt: „Wenn ich von der Erde erhört worden bin, werde ich alle zu mir ziehen.“
Okay, das sind so Stellen, die immer wieder angeführt werden, um zu zeigen, deswegen gibt es Allversöhnung. Vielleicht ist es dir beim Hören aufgefallen: Diese Stellen sind irgendwie unklar. Sie können wirklich eine Menge bedeuten.
Weißt du, wenn wir sonst gar nichts anderes aus der Bibel hätten, dann vielleicht könnte ich irgendwie verstehen, wie Menschen auf die Sache mit der Allversöhnung kommen. Aber nur diese Stellen an sich? Ich weiß nicht.
Denk doch noch mal nach: Wenn es Allversöhnung gäbe, dann würden alle Menschen erlöst werden. Dann müsste die Hölle absolut restlos leer sein, richtig? Denk an die Sache mit den Bioeiern: Dann wäre die Hölle komplett leer, weil alle vollständig im Himmel sind. Diese Packung müsste dann voll sein. Richtig?
Ja, dann würde ich aber sehr aufpassen, sehr aufpassen beim Bibellesen. Das fängt ja schon im Alten Testament an, wo es heißt: „Über alles, was wir tun, wird Gott Gericht halten, über die guten und die schlechten Taten, auch wenn sie jetzt noch verborgen sind“ (Prediger 12,14).
Und es heißt später dazu: „Die im Land des Staubes schlafen“ – das ist ein Bild für den Tod – „die werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schande, zur ewigen Abscheu“ (Daniel 12,2).
Weißt du, das ist so ein bisschen, als ob jemand auf dem Kirchentag zu dir kommt und dir auf einmal erzählen will, dass Jesus angeblich Vegetarier wäre. Ja, als ahnungsloser Mensch kannst du ruhig erst mal mit einer Ausgangsvermutung an den Text rangehen, auch an die Bibel. Aber das Entscheidende ist: Das ist nur eine Vermutung.
Und sobald wir es genauer wissen, müssen wir eben wirklich bereit sein, uns widerlegen zu lassen. Das lernst du in jedem seriösen Studium, das lernst du in den Naturwissenschaften, das lernst du in den Geisteswissenschaften, das lernst du in Jura, das lernst du in BWL.
Du hast eine Hypothese, eine Vermutung, und du versuchst, deine eigene Hypothese, deine eigene Vermutung zu falsifizieren, sie zu widerlegen.
Das heißt, wenn zum Beispiel jemand kommen will und sagen: „Du, na ja, Jesus war Vegetarier, weil es ja Stellen gibt, wo es heißt, der Menschensohn ist nicht gekommen, um Leben zu zerstören, sondern um Leben zu erhalten.“ Ja, und es gibt Stellen, wo Jesus sagt: „Ich bin das Leben.“
Okay, ja, also wenn wir sonst gar nichts anderes aus der Bibel hätten als diese Stellen, dann vielleicht. Ja, aber die Stellen sind schon an sich irgendwie unklar. Also das reicht jetzt nicht, um daraus eine beinharte Behauptung zu stützen, dass Jesus eindeutig Vegetarier war.
Sondern um das eindeutig festzuhalten, dass Jesus wirklich Vegetarier wäre, darf es ja keinen einzigen Punkt geben, an dem jemand doch sagt, dass Fleischessen okay ist oder schließlich sogar Fleisch isst.
Das heißt, wenn es nur eine einzige Stelle in der Bibel gibt, in der Jesus Fleisch isst, dann ist er ja kein Vegetarier. Und bei Jesus wissen wir, dass er das Passalam gegessen hat und dass er Fische gegessen hat.
Das heißt also: Irgendwie etwas Vages reicht ja in der Sekunde nicht mehr, sobald etwas Konkretes dagegen spricht.
Daraus lernen wir, wir müssen klare Bibelstellen nehmen, um unklare Bibelstellen auszulegen, nicht umgekehrt. Bitte merkt ihr das?
Und im Neuen Testament treffen wir drei Menschen, die in der Hölle sind: Zuerst Lazarus und den Namenlosen in Lukas 16, weil die Stelle ist, wo er dann sozusagen in diesen Flammen ist, und der guckt halt auf und sieht Lazarus, der im Schoss Abrahams ist. Und der sagt dem Menschen: „Kannst du mir meine Zunge kühlen? Die ist wirklich sehr, sehr, sehr, sehr unangenehm, sehr schmerzhaft. Hier leide ich, hier sind Qualen und so weiter und so fort.“
Jetzt kommen natürlich manche Leute und sagen, na gut, das ist ein Gleichnis, das Jesus erzählt hat, das könnte übertragen gemeint sein. Und das könnte es auch.
Dann aber lesen wir später von der Bestie und dem falschen Propheten in Offenbarung 20, wo es heißt: „Der Teufel, der sie verführt hatte, wird in den Feuersee geworfen, den See, der mit brennendem Schwefel gefüllt ist, in dem sich schon die Bestie und der falsche Prophet befinden. Und dort werden sie für immer und ewig Tag und Nacht schreckliche Qualen erleiden.“
Das heißt, die Rede ist davon, dass die Bestie und der falsche Prophet – ein falscher Prophet ist ein Mensch – in diesen Feuersee geworfen werden, die Hölle, und dort Tag und Nacht schreckliche Qualen erleiden.
Und aus Offenbarung 13 wissen wir, dass mit der Bestie, mit dem Tier, ein Mensch gemeint ist.
Also sehen wir zwei Menschen, die in der Hölle sind, in der Bibel. Schon an der Stelle hat sich das mit der Allversöhnung komplett erledigt.
Komplett.
Auch wird von Allversöhnern häufig erzählt, dass Gott ja das neue Jerusalem kommen lassen wird und alle Tränen von den Augen abwischen wird. Und das stimmt auch. Aber für wen?
Und wenn wir nur an der Stelle aufhören würden zu lesen, dann könnten wir vielleicht irgendwie Rätsel raten. Klar, verständlich. Aber was ist denn, sobald wir weiterlesen?
Lies einfach mal weiter, vier Verse später, da steht, zwei Zentimeter in deiner Bibel unter dem, was du gerade gelesen hast:
„Furchtbar, furchtbar wird es denen ergehen, die mich, Gott, feige verleugnen und mir den Rücken gekehrt haben, die ein Leben führen, das ich verabscheue, den Mördern und denen, die sexuell unmoralisch leben, also die, die sexuell aktiv sind, ohne verheiratet zu sein, allen, die Zauberei betreiben, allen, die Götzen anbeten, sich ein falsches Gottesbild machen, den Lügnern und den Betrügern. Sie alle werden in den See aus brennendem Schwefel geworfen, und das ist der zweite Tod, der ewige Tod.“
So heißt es dort.
Weißt du, jetzt gibt es seit Neuestem eine Bewegung von Leuten, die wollen die Offenbarung am liebsten aus der Bibel rausnehmen. Entweder A, indem sie sagen, das ist nur ein Trostbuch für Christen, um in der damaligen Gegenwart mit Verfolgung klarzukommen.
Ja, das passt nun nicht zur Einleitung der Offenbarung, wo klar von der Zukunft die Rede ist und dass die Offenbarung im altgriechischen Text mindestens sechs Mal von „danach“ redet, was ja klar eine zeitliche Abfolge meint. Also das geht schon mal nicht.
Oder zweitens, indem sie sagen, die Offenbarung gehörte gar nicht richtig dazu.
Ich weiß nicht, weißt du, die Offenbarung war in fast allen Sammlungen heiliger Schriften der frühen Christen fester Bestandteil. Die einzige große Ausnahme ist die vom Sektierer Marcion.
Das heißt, wenn du die Offenbarung rausnehmen willst aus der Bibel oder nicht ernst nehmen willst – was aufs Gleiche hinausläuft –, was noch? Willst du dann enden wie Marcion, der sich sein eigenes Fake-Christentum gebastelt hat?
Bei Marcion war es Matthäus raus, Johannes raus, Altes Testament sowieso, und stattdessen eine eigene Religion mit winzigen Teilen aus der Bibel, die ihm lieb genug erschienen sind und die ihm gepasst haben.
Wieso dann nicht auch andere Schriften hinzufügen, wie zum Beispiel das Buch Mormon? Entschuldige meinen Sarkasmus, aber das ist die logische Schlussfolgerung daraus.
Denn solange wir die normale Bibel nehmen, die Schriftensammlungen, die seit spätestens 1900 Jahren verbreitet sind und die heute international von 99 Prozent aller Christen benutzt werden, wirst du sehen, dass Hölle und Verdammnis dir auf Schritt und Tritt begegnen und dass die Hölle nicht leer ist.
So beispielsweise heißt es im 2. Thessalonicher 1,9: „Sie werden die Strafe der ewigen Zerstörung erhalten.“
Wenn alle Menschen im Himmel wären, dann wäre dieser Vers nicht in der Bibel drin.
Oder die Stellen, wo die Rede davon ist, dass die Einwohner von Sodom und Gomorra jetzt gerade Qualen ewigen Feuers leiden.
Ja, und überhaupt, wenn wir sowieso schon über das Jüngste Gericht sprechen, über Verdammnis und dass die Hölle nicht leer sein wird, solltest du wissen: Das gehört zu den Top 50 Themen, über die Jesus spricht.
Das steht ganz, ganz, ganz weit vorne. Das ist im Neuen Testament an weit über dreißig verschiedenen Stellen erwähnt.
Das heißt also, solange du die Bibel nicht mit Scheuklappen liest, ist es völlig unmöglich, das zu ignorieren.
Du bräuchtest auch nur eine einzige Bibelstelle, die das widerlegen würde, damit die Allversöhnung komplett vom Tisch wäre.
Schau selbst, was Jesus dazu sagt, in allen vier Evangelien, und frag dich bei all dem: Wozu passt das, was Jesus sagt, besser? Dass es angeblich Allversöhnung gibt und alle im Himmel sind? Oder dass die Hölle nicht leer ist?
Schau mal rein, was Jesus sagt.
Jesus schickt uns mit dem Missionsbefehl und sagt: „Geht in die ganze Welt hinaus und macht die gute Nachricht allen Menschen bekannt.“
Aber überleg doch mal: Wenn sowieso das Schicksal aller Menschen gleich wäre, wozu sollen wir denn Christen werden? Wozu dann der ständige Ruf nach Umkehr, wenn das angeblich nicht nötig wäre?
Jesus sagt: „Fürchte Gott, der deinen Körper und dein Leben in der Hölle zerstören kann.“
Jesus sagt: „Fürchte den, der, nachdem er dich getötet hat, die Autorität hat, dich in die Hölle zu werfen.“
Jesus spricht davon, dass Gott einen töten kann. So will es das Thema lieber Gott.
Jesus, das ist ja nicht sonderlich christlich von dir.
Das ist das, was Jesus sagt.
Jesus sagt: „Fürchte den, der, nachdem er dich getötet hat, die Autorität hat, dich in die Hölle zu werfen.“
Ja, fürchte ihn.
Wenn Gott das sowieso niemals tun würde, warum ihn dann fürchten?
Johannes der Täufer spricht davon, dass er die Spreu, also die bösen Menschen, mit unauslöschlichem Feuer verbrennen wird.
Was glaubst du, soll damit gemeint sein?
Das klingt jetzt nicht nach Allversöhnung, oder?
Jesus sagt zu Kapernaum: „Du wirst in den Himmel nach oben gehoben werden? Nein, du wirst in die Hölle herabgeworfen werden.“
Das sagt Jesus.
Warum sollte Jesus das sagen, wenn es die Hölle nicht geben würde oder wenn da niemand drin landen würde?
Jesus sagt, wer nicht glaubt – damit ist gemeint, wer sich nicht an mir, Jesus, festhält für den Tag des Jüngsten Gerichts als seine Hoffnung – der wird verurteilt werden.
Und weiter sagt Jesus: Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.
Jesus sagt: „Geht durch das enge Tor, denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind dorthin unterwegs.“
Klingt das nach Allversöhnung?
Schau mal rein, dass Jesus auch sagt, diejenigen, die das Gute getan haben, werden zum ewigen Leben auferweckt, und diejenigen, die das Böse getan haben – ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich fühle mich da angesprochen – werden zum Gericht auferweckt.
Ja, und Jesus sagt, der Menschensohn wird seine Engel schicken, damit sie alle aus seinem Reich aussondern, die andere zu Sünde verführt haben und sich gegen Gottes Gebote aufgelehnt haben.
Die Engel werden sie in den brennenden Ofen werfen, wo es nur noch Heulen und Zähnefletschen gibt.
Dazu gleich noch mal.
Und schau dazu auch noch mal in aller Deutlichkeit in Matthäus 25 in das Gleichnis von den Jungfrauen, wo Jesus eindeutig sagt, dass er anderen Menschen die Tür zum Himmel vor der Nase zuschließen wird.
Oder erinnerst du dich an das, was wir hier ganz am Anfang von diesem Input gesehen haben, was Jesus da sagt?
„Wenn der Menschensohn in seine Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird die Schafe auf seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: ‚Hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.‘
Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“
Lies danach mal ganz in Ruhe die ganze Stelle in Matthäus 25 nach.
Das, was dort steht, was Jesus sagt, ist ja das exakte 180-Grad-Gegenteil von Allversöhnung, weil da geht es gerade um Leute, die so lala irgendwie dabei sind, und gerade die werden rausgeschickt.
Und wie mit allen biblischen Themen gilt: Klar können wir vor all diesen Sachen irgendwie die Augen verschließen, können wir alles machen, aber ich weiß nicht, wie es dir geht, sobald du einmal hinsiehst, ist das unübersehbar.
Du kannst es nicht wieder entsehen.
Und falls dir jemand weismachen will – und das ist immer die letzte lausige Ausrede –, dass das alles nur übertragen gemeint sein soll, dann frag dich bei diesem Punkt einfach mal: Angenommen, Gott meint es aber wirklich so und nicht übertragen, wie sollte er es denn sonst ausdrücken?
Zusammengefasst: Wozu passen all diese Bibelstellen – es gibt noch so viel mehr – besser? Dass die Hölle leer ist oder dass es die sowieso nicht gibt und definitiv alle gerettet werden? Jedenfalls ist das eher ein Argument gegen oder eher ein Argument für die Hölle.
Der historische Jesus und die Allversöhnung
Nächste Behauptung von Leuten, die der Allversöhnung Schmackhaft machen wollen: Der historische Jesus. Was ist das eigentlich?
Das ist eine ziemlich abgefahrene, neumodische, westliche Idee, die ich häufig in Kommentaren und Leserbriefen lese. Nach dem Motto: Die Nachfolger von Jesus haben ihn einfach völlig falsch verstanden, die ewige Hölle sei eine Erfindung der Kirche usw. Diese Vorstellung hat sich heute als eine beliebte Verschwörungstheorie im Internet verbreitet. Vor ein paar Jahren war das im liberalen Christentum noch ein brandheißer Trend, und du wirst gleich sehen, warum.
Das funktioniert ungefähr so: Die Behauptung dahinter ist, dass das, was in der Bibel steht, auch im Neuen Testament, nicht das ist, was Jesus wirklich gesagt hat. Stattdessen hätten angeblich Jahrzehnte, manche behaupten sogar Jahrhunderte später, Leute – also Kirchenführer, Gemeindeleiter – Dinge hineingeschrieben, um ihre eigenen theologischen Positionen und Weltanschauungen zu zementieren. Diese hätten das Ganze dann festgelegt. Manchmal könne man daraus noch rekonstruieren, was Jesus wirklich gesagt hätte, manchmal auch nicht. Das ist so die Überlegung dahinter.
Das heißt, du musst dir vorstellen, dass über zweitausend Jahre Menschen Jesus falsch verstanden haben und dass das, was in der Bibel steht, Jesus gar nicht gesagt hat. Aber wir wissen es jetzt besser, wir wissen besser, was Jesus gesagt hat. Dahinter steckt eine neumodische westliche Arroganz.
Das Ganze ist sogar noch schwieriger, weil die Methode, wie man den historischen Jesus herausfinden will, oft so aussieht: Alles, was irgendwie griechischen Einfluss hat, kann nicht von Jesus sein. Alles, was christlich klingt, kann nicht von Jesus sein, weil Jesus natürlich niemals etwas Christliches gesagt hätte. Alles, was römisch klingt, kann nicht von Jesus sein. Wenn man alles so rausnimmt, stellt sich die Frage: Was bleibt am Ende überhaupt noch übrig?
Das Schwierige ist, dass diese Methode, die häufig vom gegenwärtigen Zeitgeist geprägt ist, dazu führt, dass das Bild von Jesus, das dabei herauskommt, ernsthaft in Gefahr steht. Und das sage ich als jemand, der das eine Zeit lang selbst in seinem Studium verfolgt hat. Ich fand die historische Nebenjesusforschung damals ganz spannend, bis ich merkte, dass da wirklich der Wurm drin ist. Ganz häufig steht dieses Bild von Jesus vor der Gefahr, dass es der Willkür von Fachexperten ausgeliefert ist und vor allem vom Zeitgeist diktiert wird.
Das ist auch gar nichts Überraschendes. Albert Schweitzer hat darauf hingewiesen, dass das Jesusbild einer Generation immer gefährlich schlagseite zu dem hat, was gerade modern ist. Die Frage ist ein bisschen: Wenn wir zum Beispiel heute sagen, das Thema Relativismus, Pluralismus, ökologischer Fußabdruck und Bewahrung der Schöpfung stehe ganz oben, und wir denken, das sei die ursprüngliche Aussage Jesu, dann streichen wir alles andere weg und lassen nur das übrig. Am Ende finden wir genau das vor, was wir ohnehin denken, dass Jesus gesagt hat.
In wenigen Wochen werde ich hier auf dieser Plattform einen Input dazu machen, wann eigentlich die Evangelien geschrieben wurden und ob sie von späteren Christen verfälscht wurden oder tatsächlich echte Augenzeugenberichte von Jesus enthalten. Damit das angezeigt wird, drück gern die Glocke, dann kannst du es sehen.
Aber weißt du was? Nur aus Spaß an der Freude tun wir doch einfach mal so, als ob dieser historische Jesus, den die liberale Theologie aus unserem gegenwärtigen Zeitgeist sich ausgedacht hat, der echte Jesus wäre. Tun wir einfach mal so, als ob das der echte Jesus wäre und nicht der Jesus, den du in den Evangelien findest oder den Augenzeugenberichten. So eine Art super toleranter, all-inclusive Lifestyle-Guru. Tun wir einfach mal so, als ob das der echte Jesus wäre – was er nicht ist.
Ich weiß nicht, ob Leute, die so etwas behaupten, dass die Bibel und das Neue Testament von der Kirche verfälscht wurden und Jesus in Wahrheit etwas ganz anderes gesagt hat, sich mal die Mühe gemacht haben zu recherchieren, was selbst dieser angeblich historische Jesus laut liberaler Theologie über die Hölle und das jüngste Gericht sagt. Laut der liberalen Theologie gibt es ja in vielen liberalen Vorstellungen überhaupt gar keine Hölle.
Ich habe das für dich recherchiert, und das wird dich überraschen. Wenn du dich mit der historischen Nebenjesusforschung auseinandersetzt, wirst du sehr schnell sehen, dass das jüngste Gericht und das Endgericht mit das zentrale und bestimmende Thema von Jesu Verkündigung war.
Um das genau zu belegen, will ich dir aus vier kurzen Standardwerken zitieren, die sich damit auseinandersetzen:
In einem dieser Standardwerke heißt es: „Die Erwartung der toten Auferstehung verbindet sich beim historischen Jesus nicht, was irgendwelche Christen später behauptet haben, sondern mit der Gerichtserwartung.“
Im zweiten Standardwerk heißt es: „Zum Glauben des historischen Jesus gehörte der Ausblick auf das jüngste Gericht, in dem Gott die Taten der Menschen kritisch beurteilen werde.“
Im dritten Standardwerk, das viele Theologiestudierende wahrscheinlich gut kennen, schreibt der kluge und geschätzte Udo Schnelle über den historischen Jesus: „Sowohl die Heilszusage als auch die Gerichtsandrohung sind nicht zu trennen beim historischen Jesus. Die Haltung gegenüber Jesus und seiner Botschaft ist nicht folgenlos.“
Und der Klassiker, eigentlich das Standardwerk für Generationen von Theologiestudierenden, Gerd Theißen und Merz, die rekonstruieren, was der historische Jesus gesagt und geglaubt hat, schreiben: „Jesus lädt ein, an der Herrschaft Gottes teilzuhaben. Doch wer das von ihm in Worten und Taten angebotene Heil nicht annimmt, verfällt dem Gericht, das in Gerichtsworten und Gleichnissen ausgemalt ist.“
Weiter heißt es dort: „Für die Gerichtspredigt Jesu gilt grundsätzlich: Sie ist Umkehrpredigt.“ Außerdem: „Die Königsherrschaft Gottes umfasst auch das Wirken Gottes als Richter. Das Gericht kann dabei als formelle Gerichtsverhandlung oder als militärische Strafaktion vorgestellt werden. Häufig bildspendender Bereich ist das Gericht. Das Weltende kommt als forensisches Gericht.“ So lautet die Zusammenfassung im absoluten Standardwerk dessen, was Jesus über das jüngste Gericht gelehrt hat.
Du siehst also: Wenn jemand sich auf den historischen Jesus beruft, um die Hölle wegzudiskutieren, dann ist es absolut sonnenklar – selbst aus modern-zeitgenössischer liberaler Perspektive – dass Jesus das wirklich gesagt hat. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Jesus spricht davon, dass das Jenseits kein Märchen ist, sondern ein sehr realer Ort. Jesus – und das ist eine historische Tatsache, die liberale Theologen zugeben – spricht davon, dass es Himmel und Hölle als echte, wirkliche Orte gibt und dass sich Menschen in der Hölle befinden. Nicht alle werden im Himmel sein.
Jetzt gibt es drei Möglichkeiten, und es gibt nur drei Möglichkeiten:
Möglichkeit eins: Jesus sagt die Unwahrheit und weiß es. Dann ist er ein Lügner – aber nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Heuchler. Denn er hat andere ermutigt, ehrlich um jeden Preis zu sein, während er zur selben Zeit eine kolossale Lüge gelehrt und gelebt hat. Noch mehr: Dann muss er ein zutiefst unmoralischer und böser Mensch gewesen sein, weil er gezielt Tausende von Menschen angewiesen hat, sich ihm für ihr ewiges Schicksal anzuvertrauen. Wenn er wusste, dass das falsch war, dann war er unaussprechlich bösartig.
Passt das wirklich zu dem Bild, dass Jesus uns einige der tiefgreifendsten moralischen Lehren, selbstlosesten ethischen Wahrheiten und eines der kraftvollsten moralischen Beispiele und Vorbilder der Menschheitsgeschichte hinterlassen hat? Passt das wirklich zusammen?
Möglichkeit zwei ist noch absurder: Jesus sagt die Unwahrheit und weiß es nicht mal. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn jemand für dreieinhalb Jahre Tausende von Menschen anweist, ihm für ihr ewiges Schicksal zu vertrauen, und dabei behauptet, er selbst sei Gott, der Schöpfer des Universums, und er merkt noch nicht mal, dass er das nicht ist, dann sind das keine Wahnvorstellungen mehr, sondern dann muss er vollkommen und restlos geistesgestört sein.
Das ist schwer vereinbar mit all der Weisheit, Schlagfertigkeit und dem, was wir an Jesus von argumentativer Intelligenz und glasklarer Hellsichtigkeit überliefert haben.
Oder Möglichkeit drei: Es ist wahr.
Jesus spricht davon, dass das Jenseits kein Märchen ist, sondern ein sehr realer Ort. Es gibt Himmel und Hölle als echte, wirkliche Orte. Menschen befinden sich in der Hölle und werden sich dort befinden. Nicht alle kommen in den Himmel!
Für alle, die dir unter christlichem Deckmantel etwas anderes verkaufen wollen: Das ist Etikettenschwindel. Denn sollte nicht gerade Jesus selbst überlassen sein, festzuhalten, was christlich ist und was nicht?
Sobald sich also jemand auf den historischen Jesus beruft, um zu behaupten, dass es angeblich Allversöhnung gebe, stellt sich die Frage: Spricht er gegen oder für die Hölle?
Fazit und persönliche Erkenntnisse
Okay, wir kommen zum Schluss, und ich glaube, du merkst schon, dass das, was die Gesellschaft dir manchmal vorgaukeln will zu diesen extrem wichtigen Jenseitsfragen, nicht unbedingt viel mit dem biblischen Christentum zu tun hat.
Manchmal wird gesagt, es sei doch unfair, dass Menschen in die Hölle gehen. Es sei unfair, dass Gott nicht alle aus der Hölle errettet oder gar nicht erst hineinlässt. Und weißt du, ich habe das früher auch manchmal gedacht.
Aber im Lauf der Jahre sind mir durch das Bibelstudium drei Dinge klar geworden, die ich noch mit dir teilen will.
Erstens: Der Himmel ist keine Belohnung dafür, Christ zu sein, und die Hölle ist keine Strafe dafür, Jesus abzulehnen oder ähnlichen Unsinn. Du und ich, wir sind nicht in einer neutralen Ausgangsposition. Wir sind nicht in internationalen Gewässern, wo wir einfach mal überlegen können, worauf wir Lust haben – völlig unbefangen oder so. Sondern du und ich, wir haben doch schon gesündigt.
Verstehst du das? Wir sind Verbrecher gegen die ewigen Gesetze. Wir sind schuldig, und unsere eigenen Taten verurteilen uns. Wir sitzen schon in Untersuchungshaft und warten nur darauf, bis der Haftrichter uns dem Richter vorführt. Und aufgrund der belastenden Beweislage, die wir selbst fabriziert haben, muss der Richter uns verurteilen. Es geht gar nicht anders. Du und ich sitzen schon in der Todeszelle.
Jeder, der das leugnet, hat schlicht und einfach noch nicht begriffen, wie todernst Sünde wirklich ist. Frag mal Adam und Eva. Für uns, für dich und mich, ist das keine neutrale Frage mehr, über die wir aus akademischer Distanziertheit abstrakt philosophieren können. Hier geht es um Leben und Tod, um Himmel und Hölle.
Zweitens, was ich begriffen habe: Niemand wird gegen seinen Willen in den Himmel gezwungen. Ich wiederhole es nochmal: Niemand wird gegen seinen Willen in den Himmel gezwungen.
Weißt du, vor Corona, ich weiß nicht mehr genau, ob es am Leipziger oder Berliner Hauptbahnhof war – ich glaube, am Berliner Hauptbahnhof – da hatte ich etwas Zeit zwischen den Zügen, wo ich umsteigen musste. Dort traf ich eine Satanistin. Das war ganz offensichtlich.
Diese Satanistin hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, auf ihrer Kleidung, mit Aufschriften und Tattoos, alles, wofür Jesus steht, komplett zu verhöhnen. Ich könnte ins Detail gehen, aber das wäre zu viel. Nur ein Detail: Sie hatte zum Beispiel auf ihrer Wange, ich glaube sogar auf beiden Wangen, ein umgedrehtes Kreuz tätowiert.
Es war ganz klar. Ich saß eine Weile neben ihr, ungefähr dreiviertel Stunde, und hörte zu, wie sie sich mit anderen Leuten unterhielt. Sie verabscheute Gott absolut und wollte um keinen Preis irgendetwas mit Jesus zu tun haben.
Am Ende des Tages wird sie nicht gegen ihren Willen gezwungen, die Ewigkeit in Gemeinschaft mit dem Gott zu verbringen, den sie ihr ganzes Leben lang abgelehnt hat. Das wird nicht passieren.
Und das bringt uns zu Drittens: Das umgangssprachliche Bild von der Hölle, von verzweifelten Menschen, die es bereuen, nicht Christen geworden zu sein und für ihre falschen Entscheidungen bestraft werden. Ich weiß nicht, ob das richtig ist. Ich weiß nicht, ob das stimmt.
Lies mal Lukas 16, wo Jesus von Lazarus und dem Herzlosen im Jenseits spricht. Da siehst du zwar, dass der Herzlose nicht will, dass seine Familie auch in die Hölle kommt, aber von eigener Umkehr, Reue oder Buße keine Spur. Kein einziges Wort im altgriechischen Text für Reue.
Jesus redet in diesem Zusammenhang nicht davon, aber an anderen Stellen spricht er von etwas, was Luther damals mit „Heulen und Zähneklappern“ übersetzt hat. Aber was heißt das genau? Wenn du genau im altgriechischen Text nachsiehst, wirst du sehen, dass dort „brüchio odontas“ steht, also eine Art Zähne fletschen.
Lass uns kurz gucken, wo das noch in der Heiligen Schrift vorkommt: Zum Beispiel im Psalm 37, wo böse Menschen Zähne fletschen, während sie anderen Böses wünschen. Oder im Psalm 35, wo Lästerer sich freuen, wenn David zu Fall kommt.
Oder in Apostelgeschichte 7, bei der Steinigung des Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer der Weltgeschichte. Dort entbrennt beim Synhedrion – dem obersten Rat, vergleichbar mit unseren heutigen Bundestagsabgeordneten – Wut. Sie nehmen Steine und fletschen Zähne in Mordlust.
Auch in Klagelieder 2 fletschen die Feinde Jerusalems ihre Zähne in Schadenfreude über den Niedergang Jerusalems.
Ich weiß nicht, ob das das Bild einer unschuldigen Seele sein soll, die um Gnade bittet. Wirklich? Das soll das heißen? Nein. Das ist ein Schnappschuss von aktivem Ärger gegen Gott. Das ist das absolute Gegenteil von Buße und Reue.
Guck doch mal, was Gott selbst dazu sagt: „So wahr ich lebe“, sagt Gott, „ich habe absolut keine Freude am Tod eines Bösen. Ich will, dass sie umkehren von ihren Wegen und leben.“
Im Himmel, sagt Jesus, ist mehr Freude über einen Sünder, der Buße tut, als über neunundneunzig Gerechte.
Ich denke, dass Jesus beim Jüngsten Gericht weinen wird. Aber denk mal an die Satanistin vom Hauptbahnhof. Manche Menschen wollen Gott einfach nicht. Denk an die Satanistin.
Was ist, wenn ich wirklich auf Biegen und Brechen nicht will? Wenn ich Gott einfach nicht will? Dann wird Gott nicht so respektlos und lieblos sein, mich gegen meinen Willen zu zwingen, die Ewigkeit in Gemeinschaft mit dem Gott zu verbringen, den ich mein ganzes Leben lang abgelehnt habe.
Denk mal an Stalin. Eine seiner letzten Taten auf Erden war es, seine Faust ein letztes Mal gegen Gott zu schütteln.
Denk einfach mal darüber nach: Wer genau sagt denn, dass Menschen in der Hölle aufhören zu sündigen? Wer sagt das? Und wer sagt dir, dass alle Menschen wirklich, wirklich die Ewigkeit mit Gott verbringen wollen, wenn sie könnten?
Wer sagt, dass alle Menschen, die in der Hölle sind und sein werden, um jeden Preis da raus wollen und in Gottes Arme?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich würde wetten, dass einige Leute dabei sind, die jetzt dieses Video schauen und zu viel Elend und Böses gesehen haben, um noch so ein naives Bild von der Menschheit zu haben.
Und was deine und meine eigene Sünde angeht: Es ist nicht unsere Schuld, die uns disqualifiziert. Ja, als Christen, denen vergeben wurde, als Christen, die wiedergeboren sind, als Christen, von denen es heißt, dass Jesus unseren Schuldschein zerrissen hat.
Es ist nicht unsere Schuld, die uns disqualifiziert, sondern der Umgang mit Schuld. Wenn jemand aktive Rebellion und Verführung mit in den Himmel bringen würde, das wäre ein Problem. Und das ist etwas, was Gott nicht zulassen kann.
Was würde es über Gott aussagen, wenn er Menschen in den Himmel ließe, die den Himmel dann genauso kontaminieren wie vorher die Erde? Das heißt, wenn es Allversöhnung gäbe, würde es in dem Sinne gar kein Ende machen mit dem Bösen.
Aus der Instagram-Community schreibt Nina dazu: „Diese naive Vorstellung von Allversöhnung macht unser Leben völlig konsequenzenlos.“ Ich denke, das stimmt.
Weißt du, das macht unsere Entscheidungen irrelevant, wenn das stimmen würde. Es nimmt unseren freien Willen, auch den freien Willen, den wir gegen Gott haben könnten, nicht ernst. Und das zeichnet ein Bild von einem Heidi-Dei-Gott, dem alles gleichgültig ist und der buchstäblich unfair ist.
Deshalb frag dich selbst: Spricht die Sache mit dem Unfair eher gegen die Hölle oder eher für die Hölle?
Umgang mit dem eigenen Gottesbild
Mein Gottesbild ist jedoch anders; mein Gott ist so und so. Augustin sagt dazu: „Wenn du aus den Schriften das nimmst, was dir gefällt, und das ablehnst, was dir nicht gefällt, dann folgst du nicht den Schriften, sondern dir selbst.“ Damit hat Augustin vollkommen Recht. Das ist dann wieder die Argumentation: Ich mache es halt auf meine Weise.
Eine der wichtigsten Episoden, eine der bedeutendsten Stellen der gesamten Menschheitsgeschichte, ist die Geschichte vom goldenen Kalb. Das Volk Israel lagerte unten am Berg Sinai, während Mose nach oben ging, um die zehn Gebote zu holen. Mose kam zunächst nicht zurück, oder man wusste nicht genau, was mit ihm geschah. Am Ende wandten sich die Israeliten an Aaron und sagten: „Mach uns ein goldenes Kalb, mach uns einen Gott, der vor uns hergeht.“ Sie nahmen all ihre Gold- und Schmuckstücke und bauten sich ein eigenes Gottesbild.
Dieses goldene Kalb sah sicherlich schön aus, hatte einen guten Durchmesser, um den man gut herumtanzen konnte, und so weiter. Aaron sagte dann: „Na ja, das ist dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat.“ Doch es gab ein Problem: Dieses goldene Kalb war nicht der Gott, der sie aus Ägypten geführt hatte. Es war ein Gottesbild, das sie sich selbst gebaut hatten, aber nicht der echte biblische Gott. Sie beteten etwas an, das völlig an der Realität vorbeiging.
Warum ist diese Stelle so wichtig? Schau dir an, wo sie in der Bibel steht. Bislang konnten die Israeliten Gott zwar irgendwie durch Mose ein bisschen kennenlernen, aber sie stellten sich Gott theoretisch als eine Art wohlwollende Naturkraft vor, die manche Menschen bewahrt und behütet. Doch mit den Geboten wurde Gott plötzlich sehr persönlich. Was Gott wichtig war und ist, drückt sich in diesen Geboten aus.
Wie reagieren wir Menschen darauf, wenn wir Gottes Charakter durch sein Wort und seine Gebote besser kennenlernen? Wir sagen: „Nee! Ach, Gott ist in Wahrheit ganz anders. Nein, nein, nein, die zehn Gebote? Pff, überhaupt nicht.“ Stattdessen bauen wir uns unser eigenes goldenes Kalb, weil das viel lieber ist. Die Gebote von diesem eigenen Gott sind viel schöner, und das verurteilt auch niemand. So erschaffen wir unser eigenes Gottesbild.
Denk noch einmal an die Schachtel mit den Bioeiern. Die Reformatoren, die Bibel und Jesus selbst sagen eindeutig: Es gibt keine Allversöhnung, nicht alle Menschen sind im Himmel, die Schachtel ist nicht voll. Falls du an Allversöhnung glaubst, sagst du, die Schachtel ist definitiv voll, und die Reformatoren, die Bibel und Jesus selbst liegen definitiv falsch.
Wenn das so wäre, wenn es wirklich Allversöhnung gäbe und die Reformatoren, die Bibel und Jesus selbst definitiv falsch lägen, dann hätten sie es besser wissen müssen. Das würde sie entweder völlig inkompetent machen, weil diese Frage so wichtig ist, oder sie wussten es besser und erzählten den Menschen dennoch etwas anderes. Durch diese Lügen werden Menschen bewusst in der Hölle gehalten.
Die Antwort darauf gibt Jesus: Folge mir nach! Wir Christen sind Nachfolger von Jesus. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend. Falls jemand sagt, Jesus sei für ihn nicht gültig oder bindend, kann er das tun, aber dann ist er einfach kein Christ, sondern gehört einer anderen Religion an. Liberales Christentum ist Christentum für Leute, die keine Christen sein wollen.
Deshalb fürchte ich, dass vielen Leuten, die solche Behauptungen aufstellen, das einfach egal ist. Es ist ihnen egal, dass die Reformatoren etwas anderes sagen, dass die Bibel anders spricht und dass Jesus historisch nachweislich anders spricht. Viele liberale Christen glauben sowieso, worauf sie Lust haben. Ich hoffe nur, dass du nicht einer von ihnen bist.
Ich möchte diesen Input jetzt mit einer Empfehlung und einem abschließenden Schlusswort beenden. Dann öffnen wir endlich diese Eierpackung und schauen, wie es wirklich mit der Allversöhnung steht.
Empfehlung und Abschluss
Eine Empfehlung
Du hast es ja selbst im letzten Corona-Jahr gesehen: Überall sprießen Verschwörungstheorien wie Unkraut aus dem Boden. Sie sind an jeder Ecke zu finden. Es fällt uns manchmal schwer einzuschätzen, was wirklich Tatsachen und Argumente sind und was nur Behauptungen von irgendwem aus dem Internet sind. Das ist ohnehin schon schwierig.
Aber gerade bei den Themen, über die du und ich jetzt sprechen, ist es noch dringender. Denn hier geht es um Leben und Tod, um Himmel und Hölle. Dafür habe ich dir ein kurzes, knackiges Tool erstellt. Es fasst in wenigen Minuten die besten Übungen und die zwei Merkmale zusammen, mit denen du Meinungen und Behauptungen von Wahrheit unterscheiden kannst.
Dort findest du kompakt das Beste, was ich über viele Jahre mit Studenten in meinen Vorlesungen eingeübt habe. Es hat vielen Menschen geholfen, sich selbst die Augen zu öffnen. Das ist ziemlich faszinierend – das siehst du, glaube ich, schon am Vorschaubild hier. Dank der Hilfe der Spender-Community kann ich das Hunderten Menschen kostenfrei zur Verfügung stellen. Vielen Dank euch, das ist echt stark.
Wenn du es gern mitnehmen möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung. Das ist für solche Gespräche hier unglaublich wichtig. Ich mache jetzt noch eine abschließende Bemerkung, und dann beenden wir dieses Video, indem wir die Eierpackung öffnen.
Weißt du, wenn du einen Club gründen willst mit Leuten, die Allversöhnung lehren, die Allerlösung lehren, die Universalismus lehren – also dass alle in den Himmel kommen und niemand in der Hölle ist – dann solltest du wissen: Jesus würde deinen Club meiden und aus ihm entschieden austreten.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber willst du wirklich in einem theologischen Club sein, den Jesus entschieden meidet? Meinst du nicht, das wäre irgendwie wichtig?
Weißt du, Gott wollte die Hölle nicht schaffen. Sie wurde später geschaffen, um die gefallenen Engel in Quarantäne zu halten. Ursprünglich war die Hölle nicht für Menschen gedacht. Aber wenn wir uns so verhalten, wie wir es tun, und zulassen, dass Sünde in unseren Taten an uns haftet, dann lassen wir dem Heiligen Richter keine andere Wahl.
Die Bibel beschreibt Gott als die Gerechtigkeit in Person. Er wird niemals Sünde übersehen. Welche Wahl lässt das dem Heiligen Richter dann?
Gottes Zorn auf die Sünde garantiert, dass die, die zu Gott gehören, die Ewigkeit nicht mit Sünde an sich verbringen müssen, sondern dass es eine echte und wirkliche Gerechtigkeit geben wird.
Deshalb gibt es keinen Limbo, es gibt kein Fegefeuer und es hat auch nie eine Vorhölle für ungetaufte Kinder gegeben.
Ein wirklich unschuldiger Mensch, der stirbt – zum Beispiel jemand mit einer lebenslangen geistigen Behinderung, der nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war und nicht willentlich entscheiden konnte, was er tat oder nicht tat – oder ein Kind vor der Geburt, auch wenn es durch Abtreibung getötet wird, das ist nach seinem Tod bei Gott. Das ist biblisch und gerecht.
Der Punkt ist nur: Du und ich sind nicht unschuldig. Wenn wir also unverdient in den Himmel wollen, können wir das nicht aus eigener Kraft schaffen. Das geht einfach nicht.
Und wenn wir uns auf den Kopf stellen – das ist zwar etwas vereinfacht –, unser Zug ist schon abgefahren. Zufällig fährt Jesus mit dem Taxi vorbei und bietet an, dich mitzunehmen, obwohl du die Fahrt nicht bezahlen kannst. Er führt dich kostenlos ans Ziel, wenn du einsteigst.
Aber das ist der Plan B. Dein Job war es, auf den Zug aufzuspringen. Den hast du verpasst, weil du es versaut hast. Und ich gleich mit.
Das dürfen wir nie vergessen: Jesus ist nicht der Zug, Jesus ist das Notfalltaxi.
Aus der Instagram-Community schreibt der User Hannes dazu: „Keiner hat den Anspruch auf Rettung, aber einige erhalten unverdient die Möglichkeit dazu geschenkt.“ Volle Zustimmung, vielen Dank, lieber Hannes.
Diese ganze Sache mit der Allversöhnung ist dagegen die Einstiegsdroge, mit der wir uns ein goldenes Kalb unserer eigenen Wahl zusammenbasteln. Wie es im Buch Hiob heißt: „Unsere Schuld belehrt unseren Mund, und deshalb reden wir Unwahrheit!“
Einer der Gründe, weshalb wir uns so etwas wie Allversöhnung einbilden, ist, dass wir unser eigenes Gewissen beruhigen wollen – mit einer falsch verstandenen Liebe.
Was wir aber wirklich tun sollten, ist, anderen Menschen das Evangelium weiterzugeben.
David aus der Instagram-Community fragt: Was ist denn das Minimum, das man glauben sollte, um gerettet zu werden?
Laut Bibel sind das genau drei Sachen. Dazu habe ich vor wenigen Wochen ein eigenes Video gemacht. Das verlinke ich dir nochmal hier in der Videobeschreibung.
Ein letzter Gedanke, dann beenden wir diesen Input, indem wir die Eierpackung öffnen, um die es die ganze Zeit geht. Sie steht für den Himmel.
Die Frage ist: Werden alle Eier, also alle Menschen, im Himmel sein? Wird die Schachtel voll besetzt sein oder nicht?
Lange Zeit dachte ich, es würde zu Irrlehren führen, wenn wir Jesus und die Bibel hätten und ihnen etwas hinzufügen. Aber ich glaube, das größte Problem, zumindest im evangelischen Bereich, ist nicht, dass wir der Bibel etwas hinzufügen – wie das in der Geschichte des Katholizismus teilweise ein Problem war –, sondern dass wir Dinge vom Evangelium, vom Neuen Testament und von der Botschaft Jesu wegnehmen.
Denn am Ende ist wirklich die Frage: Wenn jemand all das aus dem Fenster wirft, ist er dann noch Christ?
Ist jemand wirklich noch Christ, sobald er einen Artikel nach dem anderen aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis abwählt?
Ist jemand noch Christ, wenn er die biblischen Basics des Christentums leugnet, wie es im Hebräerbrief heißt: die Taufe, das Wirken Gottes, die Auferstehung der Toten und das Jüngste Gericht, wie es im Neuen Testament steht?
Jetzt denkst du vielleicht: „Hä, was ist das denn? Natürlich ist derjenige dann kein Christ mehr.“
Nun ja, das wissen du und ich vielleicht, aber sag das nicht so einfach.
Eine renommierte Studie, die kurz vor Corona vom zweitgrößten Marktforschungsinstitut der Welt durchgeführt wurde, hat Folgendes zutage gebracht:
Was ich dir jetzt gebe, bezieht sich vor allem auf die protestantischen Zahlen. Die katholischen sind minimal besser. Von sieben Menschen, die sich in Deutschland selbst als Christen bezeichnen, glaubt einer an das Jüngste Gericht und die Hölle.
Jesus wäre dieser eine.
Von fünf Menschen in Deutschland, die sich selbst als Christen bezeichnen, glauben nur zwei an ein Leben nach dem Tod.
Und mehr als einer von dreien glaubt nicht, dass es einen Gott gibt.
Nicht nur, dass Gott nicht so ist, wie er in der Bibel beschrieben wird – das ist ja noch ein anderes Thema –, sondern dass es überhaupt einen Gott gibt.
Weißt du, was ich meine?
Es ist eine traurige und frustrierende Ironie, dass ausgerechnet die Kirchenreformation, die sich dagegen richtete, neumodischen Fabeln zu folgen und aktuelle Trends über alles zu stellen, heute so etwas mitmacht.
Das heißt: Ganz häufig tauschen wir im Christentum etwas, das gesichert in Gottes Wort steht – wie dass er die Gerechtigkeit in Person ist – gegen etwas, das nicht in der Bibel steht und ihr widerspricht, wie die Allversöhnung.
Wie es im Buch Hiob heißt: „Wollt ihr für Gott lügen und mit falschen Aussagen für ihn eintreten?“
Ich öffne jetzt die Eierpackung. Schreib gern einen Kommentar, was du aus diesem Input mitgenommen hast.
Und falls du möchtest, mache ich dir gerne einen Input, in dem ich dir zeige, wie die Hölle laut dem altgriechischen Urtext der Bibel wirklich aussieht. Schreib dafür einfach einen Kommentar.
In jedem Fall: Schön, dass du hier bist. Ich bin Markus Voss, und das war jetzt ein Input zu Nachfolge verteidigen.
Um Nachfolge zu verstehen und zu leben, mach dich #Bibelfit. Dafür lade ich dich jetzt ein, zusammen mit den anderen die Glocke zu erlösen und in einem heilsamen Dunkelblau zu kleiden.
Während du das tust, öffnen wir jetzt die Eierpackung.
Weißt du, wenn die Allversöhnung wirklich wahr wäre, dann würde das heißen, dass absolut alle im Himmel dabei wären. Es gäbe absolut niemanden, der nicht dabei ist. Wir hätten ein Full House, und die Eierschachtel wäre voll besetzt, ohne Wenn und Aber.
Aber wie wird das laut Jesus tatsächlich aussehen?
Also nutze dieses Leben, geh raus und gewinne Menschen für Jesus. Es geht um etwas.
Wir sehen uns im nächsten Video.
