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1. Mose 15, 1 - 1. Mose 16, 16

26.03.2008
SerieTeil 14 / 30Das erste Buch Mose
Gott hält sein Wort, auch wenn du nichts in der Hand hast. Abraham lernt: Nicht Leistung rettet, sondern Vertrauen – und am Ende zählt nicht Besitz, sondern Gott selbst.

Einleitung und erste Verheißung

Kapitel fünfzehn
Hans hat mich darauf aufmerksam gemacht. Es geht hier noch in Vers 1: Gott sagt: Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Wenn wir das im Zusammenhang mit Kapitel 14 sehen, hatte Abraham gekämpft. Und Gott erinnert ihn: Ich, ich bin dein Schild. Ich bin der, der dich im Kampf beschützt hat. Es ist nicht so einfach dein Verdienst. Das ist ein kleiner Hinweis darauf, dass alles von Gott zu erwarten ist. Und ich bin zusätzlich dein Lohn. Ich bin der, der dich beschützt hat, und ich bin der, der dich belohnt.
Abraham machte sich unnötig Sorgen. Aber Gott sorgt für die Dinge, die er verheißt. Er wird schon schauen. Und Abraham lernte jetzt, dem Wort Gottes zu vertrauen. In Vers 6 heißt es: Aber Abraham glaubte Jahwe, und zwar dem Wort Jahwes, ohne Gefühle, ohne irgendetwas. Er hatte nichts in der Hand, aber er vertraute dem Wort Jahwes. Und das hat ihm der Herr hoch angerechnet. Das hat ihm der Herr als Gerechtigkeit angerechnet.
Und dann kommt dieser berühmte Bund, Vers 8 bis 21. Woran soll ich erkennen, sagt Abraham, dass ich das Land erben werde? Nun, was war Gottes Antwort auf Abrahams Frage: Woran soll ich erkennen? Woran soll Abraham erkennen, dass er das Land erben wird? Gott versichert ihm es durch einen Bund, durch einen Verheißungsbund.

Der Bund als Zeichen der Zusage

Der Herr Jahwe sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder sowie eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er brachte ihm dies alles und zerteilte es in der Mitte. Je einen Teil legte er dem anderen gegenüber, aber die Vögel zerteilte er nicht.
Hier ist ein Bündnis im Stil altorientalischer Verträge. Man hat das nicht nur bei den Juden gefunden, sondern auch bei anderen. Professor Kühling hat hier eine ganze Doktorarbeit geschrieben, unter anderem über diese Dinge. Das Ritual des Schlachtens von Tieren bildet eine Bundesstraße. Die Teile der Tiere werden paarweise aufgelegt, also hier ein Schenkel und dort ein Schenkel, und so werden diese Glieder paarweise aufgelegt. In der Mitte entsteht eine Straße, eine Bundesstraße. Dann werden die Abmachungen von beiden Parteien verlesen, und dann gehen beide Parteien streitend durch diese toten Tiere hindurch und bezeugen: Wer den Vertrag von uns beiden nicht hält, dem soll es so gehen wie den Tieren da. Eine harte Sache.
Der Bund war normalerweise also ein zweiseitiger Bund. Aber hier ist etwas ganz Interessantes. Hier werden die Tiere aufgelegt, die dreijährige Kuh, die Ziege, der Widder, die Turteltaube und die junge Taube. Und dann heißt es: Da sprach ...
Dann heißt es in Vers 11: Und die Raubvögel stießen hernieder auf die toten Stücke, aber Abraham scheuchte sie davon. Und als die Sonne unterging, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abraham. Und Schrecken und große Finsternis überfielen ihn. Da sprach er, nämlich der Herr, zu Abraham: Das sollst du mit Gewissheit wissen: Dein Same wird ein Fremdling sein in einem Land, das nicht sein ist, und sie werden sie zu Sklaven machen. Und man wird sie unterdrücken, vierhundert Jahre lang. Aber auch das Volk, dem sie dienen, werde ich richten. Danach werden sie ausziehen mit großer Habe. Und du wirst in Frieden zu deinen Vätern fahren und in gutem Alter begraben werden. Und die vierte Generation wird hierher zurückkehren, denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.

Gottes einseitige Verpflichtung

Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da war ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, die zwischen jenen Stücken hindurchfuhr. Die Feuerflamme, die Tschechiner Jahwes, die Herrlichkeitsflamme Jahwes.
An jenem Tag machte Jahwe einen Bund mit Abraham und sprach: Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben.
Hier geht nur einer durch, der andere schläft. Er wird in einen Tiefschlaf versetzt, und es geht nur einer auf der Straße durch zwischen den toten Tieren. Es sollten doch beide durchgehen, aber Gott sagt ihm: Nein, nicht beide, nur ich. Ich schließe den Bund, und es ist ein einseitiger Bund, kein zweiseitiger Bund. Ich halte meine Versprechen, heißt es, und wenn ich mein Versprechen nicht halten sollte, dann soll es mir so gehen wie den Tieren.
Der Abraham tut gar nichts. Er schläft. Ein Tiefschlaf, wie in 1. Mose 2,21, ist das gleiche Wort wie der Schlaf. Also hier das zweite Mal, dass Gott einen Menschen in einen Tiefschlaf versetzt. Vorher war es der Adam, dies ist der Abraham. Vorher hat er ihm eine Ehefrau verschafft, jetzt verschafft der Herr dem Abraham ein ganzes Volk, einen Samen und das Volk Gottes als solches, und ein Land, ein ewiges Land, ein ewiges Erbe letztlich.
Also Gott verpflichtet sich hier allein. Er nimmt die volle Verantwortung für die Erfüllung dieses Bündnisses. Deshalb nennen wir ihn den Verheißungsbund, weil es eigentlich ein Bund ist, der einseitig ist. Es ist eine Verheißung, ein Bund, an den keine Bedingung geknüpft ist. Es ist einfach eine Verheißung, die man annimmt.

Glaube statt eigener Leistung

Wenn Gott etwas tut, dann haben wir nichts zu tun. Und so ist es auch bei der Rettung, oder? Das ist auch die Grundlage unserer Errettung, unseres Heils. Christus hat etwas getan, und wir haben nichts zu tun. Wir nehmen ihn in Empfang, ja, wir nehmen in Empfang, was er getan hat. Das ist unser Teil. Aber wir müssen nicht irgendwelche Werke tun, um unser Heil zu erwirken.
Wenn Gott erlöst, dann schlafen wir sozusagen. Er handelt. Wir nehmen aus Gnade in Empfang. Das ist ja, was Paulus in Römer 4 sagt, oder? Keine Beschneidung ist nötig für so etwas. Es ist rein aus Glauben und nur aus Glauben. Abraham glaubte Gott, das war das Einzige, was Abraham zu tun hatte. Gott zu vertrauen, das ist nicht viel, aber es ist der Schlüssel, um das zu bekommen, was Gott für uns getan hat: Glauben.
Und dann lässt Gott Abraham noch vorher von dieser Zeit der Fremdlingschaft in Ägypten wissen: Deine Nachkommenschaft, dein Same, wird ein Fremdling sein in einem Land, das nicht sein ist, und sie werden sie zu Sklaven machen und vierhundert Jahre lang unterdrücken. Vierhundert Jahre Unterdrückung. Vielleicht deshalb 400, entweder ist es eine gerundete Zahl, weil es in Galater 430 Jahre sind, vielleicht ist das hier eine gerundete Zahl. Oder es ist so gemeint, dass die ersten 30 Jahre noch keine Unterdrückung waren, da wurden sie ja noch nicht unterdrückt. So oder so: Es ist also kein Widerspruch zu Galater 3, wo von 430 Jahren die Rede ist.
Aber auch das Volk, dem sie dienen werden, werde ich richten. Danach werden sie ausziehen mit großer Habe. Schon wieder Habe. In Kapitel 14 haben wir die ganze Zeit von der Habe gelesen, und jetzt sagt Gott in Kapitel 15, Vers 1: Ich bin dein Lohn, dein sehr großer Lohn. Aber nimm nicht Habe von den Heiden, wenn dir doch das ganze Land gehört. Dir gehört alles. Fürchte dich nicht. Wenn ich mit dir bin, dann hast du alles. In mir bist du reich. Ich sorge auch materiell für dich, und ich bin dein Lohn, dein sehr großer Lohn.
Inzwischen warte. Warte auf meine Zeit. Du wirst nichts verpassen. Warte, ich habe Großes für dich bereit.

Leben im Blick auf die Verheißung

Und so lernte Abraham, aus Glauben zu leben, im Blick auf die Verheißung, nicht im Blick auf Kanaan, nicht im Blick auf Lot und so weiter, sondern im Blick auf das reine Wort Gottes. Und er lernt zu warten auf eine Stadt, die Grundlagen hat, die ewige Grundlagen hat, feste Grundlagen hat. Hebräer 11,9-10.
Im Glauben hielt er sich als Gast auf im Lande der Verheißung, wie in einem Fremden. Er wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, dem Miterben derselben Verheißung. Denn er erwartete die Stadt, die Grundfesten hat, deren Architekt und Baumeister Gott ist. Hebräer 11,9-10.
Wunderbar! Und was hilft uns das? Was hilft das uns? Inwiefern ist das eine Hilfe für uns, für unser Leben als Fremdling hier auf Erden? Wir warten ja auch auf die andere Welt.
Es gibt einen Samen Abrahams, Jesus Christus, und in diesem Samen Abrahams haben wir alles. Bereits heute haben wir alles. In der Zwischenzeit leben wir aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, aus dem Glauben, den auch Abraham hatte, und im Blick auf die Verheißung, im Blick auf das, was wir mit irdischen Augen nicht sehen, aber was Gott uns verheißen hat.
 Römer 8: Sind wir Kinder, dann auch Erben, ja, Erben Gottes und Miterben Christi. Römer 8,17 ist das. Erben Gottes und Miterben Christi.
 Galater 3,29: Wenn ihr des Christus seid, dann seid ihr Abrahams Nachkommenschaft und nach der Verheißung Erben, Abrahams Same, nach der Verheißung Erben.
Und in Christus haben wir alles. Wenn wir ihn haben, wie sollte es uns mit ihm nicht auch alles geben?

Die Landverheißung und ihre geschichtliche Erfüllung

An jenem Tage machte Jahwe einen Bund mit Abraham. Vers 18: An jenem Tage machte Jahwe einen Bund mit Abraham. Das ist ein einseitiger Bund. Das Wort heißt im Hebräischen, einen Bund schneiden, einen Bund schließen. Das ist die übliche Ausdrucksweise, die bei einer Bundesschließung verwendet wird.
Deinem Samen habe ich dieses Land gegeben. Ich habe gegeben, ich habe schon gegeben. Prophetisch ist das Perfekt: habe schon gegeben. Und jetzt werden sogar noch die Grenzen des Landes, das Gott gegeben hat, genannt, vom Strom Ägyptens an bis an den großen Strom, den Euphrat. Der Strom Ägyptens, das ist der Nil, nicht zu verwechseln mit dem Bach Ägyptens. Der Strom Ägyptens und der Bach Ägyptens sind zwei verschiedene Wörter im Hebräischen. Der Strom Ägyptens ist der Nil, und der große Strom ist der Euphrat. Also vom Nil bis zum Euphrat, das ganze Land soll Israel gehören?
Jetzt zu dieser Frage: Wann ist diese Verheißung erfüllt? Zu dieser Frage lesen wir ein paar Stellen. Ich habe hier einige Stellen, die wir durchlesen sollten, denn es ist eine sehr wichtige Frage. Ich habe gemerkt, dass es unter Christen manche Unklarheiten gibt, wie es eigentlich mit der Erfüllung dieser Verheißung ist. Ist das schon irgendwann einmal erfüllt worden oder noch nicht, und so weiter?
Lesen wir folgende Stellen. Zuerst die Grenzen: Gott hat immer wieder die Landesverheißung gegeben und hat auch die Grenzen genannt. Zuerst die Grenzen: 2. Mose 23,31. Wenn ihr wollt, ich kann sie vorlesen, dann sollen wir es so machen, dass ich sie vorlese. 2. Mose 23,31: Ich werde deine Grenze setzen vom Schilfmeer bis an das Meer der Philister, das ist das Mittelmeer, und von der Wüste bis an den Strom, von der Wüste Juda wahrscheinlich, also von der Negevwüste bis an den Strom, das ist der Euphrat. Denn ich werde die Bewohner des Landes in deine Hand geben usw. Also vom Schilfmeer bis an das Mittelmeer und von der Wüste bis an den Strom Euphrat hinauf im Norden.
Dann 4. Mose 34,3. Die Südseite soll euch sein von der Wüste Zin an Edom entlang, und die Südgrenze soll euch sein vom Ende des Salzmeeres gegen Osten. Hier die Südgrenze. Das fehlt mir da an der Bibelstelle wahrscheinlich. 4. Mose 34, da sind weitere Grenzen auch noch angegeben. 4. Mose 34,4, und dann wird das Beschriebene, die ganze Grenze, beschrieben. Das lese ich jetzt nicht alles.
Ja, lassen wir das mal so. 5. Mose 1,7: „Siehe, ich habe das Land vor euch gestellt, geht hinein, nehmt das Land in Besitz, das Jahwe euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben und ihren Samen nach ihnen.“ Und er sagt in Vers 7: Nach dem Bergland der Amoriter zu allen ihren Anwohnern in der Ebene, auf dem Bergland und in der Niederung und im Süden und am Ufer des Meeres, in das Land der Kanaaniter und zum Libanon bis zum großen Strom, den Euphrat. Also das Land von unten hinauf bis zum Euphrat, bis zum Libanon hinauf.
Dann eine andere Stelle: 5. Mose 11,24. Jeder Ort, auf welchem eure Fußsohle treten wird, wird euer sein, von der Wüste und dem Libanon und vom Strome, dem Euphrat, bis an das hintere Meer wird eure Grenze sein. Von der Negevwüste, Südwüste, und dem Libanon und dem Strome, das ist der Euphrat, bis an das hintere Meer, das ist das westliche Mittelmeer, wird eure Grenze sein. 5. Mose 11,24.
Jetzt 5. Mose 34,4: Das ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe. Welches Land? Genau dieses Land, das Josua einnehmen soll. Das ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe, indem ich sagte: Deinen Samen will ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht hinübergehen, Mose. Mose durfte das Land sehen, durfte aber nicht hinübergehen. Genau das Land, das Gott dem Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.
 Josua 1,3: Jede Ort, auf den eure Fußsohle treten wird, habe ich ihnen gegeben, so wie ich zu Mose gesprochen habe: von der Wüste, dem Negev, und diesem Libanon, dem Libanongebirge, bis zum großen Strom, dem Strom Euphrat, das ganze Land der Hethiter, bis zum großen Meer gegen Sonnenuntergang, also im Westen soll das Mittelmeer eure Grenze sein.
Also immer wieder haben wir die gleichen Grenzen: Negevgebiet, Libanon, Westmeer, Jordan auf der anderen Seite und dann hinauf bis zum Euphrat. Immer wieder.

Josuas Eroberung und Salomos Reich

Und dann heißt es ganz genau, dass Josua dieses Land eingenommen hat. In Josua 12 und Josua 19 wird davon geredet, dass Josua all diese Länder eingenommen hat. Die Landnahme Josuas wird im Buch Josua als Erfüllung dieser Verheißung angesehen.
Wenn man das Buch Josua liest, dann wird uns immer wieder gesagt: genau so, wie der Herr es gesagt hat. Wir lesen die Stellen, und wir lesen die Stellen. Unter Josua wurde also diese Verheißung erfüllt.
 Josua 21,43: Und so gab Jahwe Israel das ganze Land, das er ihren Vätern zu geben geschworen hatte, und sie nahmen es in Besitz und wohnten darin. Deutlicher kann man es nicht sagen. Jahwe gab Israel das ganze Land, das er ihren Vätern, also auch Abraham, zugeschworen hatte. Und Jahwe schaffte ihnen Ruhe ringsumher, nach allem, was er ihren Vätern geschworen hatte. Und keiner von all ihren Feinden hielt vor ihnen Stand. Alle ihre Feinde gab Jahwe in ihre Hand. Es fiel kein Wort dahin von allen den guten Worten, die Jahwe zu dem Hause Israel gesprochen hatte. Alles traf ein. Deutlicher kann man es nicht sagen.
 Josua 23,14: Und siehe, ich gehe heute den Weg der ganzen Erde, und ihr sollt erkennen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dass nicht ein Wort gefehlt hat von all den guten Worten, die Jahwe, euer Gott, über euch gesprochen hat. Alle sind sie für euch gekommen und eingetroffen. Nicht ein Wort davon fiel, also nicht ein Wort ist ausgeblieben.
Sie hatten also, juristisch gesprochen, das ganze Land, das Gott ihnen versprochen hatte, in Besitz genommen. Leider haben sie im Buch der Richter Kompromisse gemacht und vieles wieder verloren. Richter 1 und 2 zeigt uns das, wie sie Kompromisse gemacht haben, wie die Probleme entstanden sind im Buch der Richter und wie dann Gott sie wieder in die Gefangenschaft geführt hat. Gefangenschaft unter dem einen, Gefangenschaft unter dem anderen. Ich glaube, es sind sieben verschiedene Fremdvölker, die die Israeliten dann wieder in Gefangenschaft bringen.
Erst unter Salomo kommen sie dann tatsächlich wieder zurück zu der ursprünglichen Größe. 1. Könige 5,1: Und Salomo war Herrscher über alle Königreiche, von dem Strome an, das heißt von dem Euphrat an bis zu dem Lande der Philister, also hinunter zur Mittelmeerküste, und bis zu der Grenze Ägyptens. Sie brachten Geschenke und dienten Salomo alle Tage seines Lebens. Es ist genau diese Abgrenzung: vom Euphrat an hinunter bis nach Ägypten.
 1. Könige 5,4: Er herrschte über das ganze Land diesseits des Stroms, also diesseits des Euphrats, vom Tifsach bis Gaza, über alle Könige diesseits des Stromes, also diesseits des Euphrats, und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum.
 2. Chronik 9,26: Er war Herrscher, Salomo nämlich, über alle Könige von dem Strome an bis zu dem Lande der Philister und bis zu der Grenze Ägyptens. Also wiederum: Er war Herrscher vom Strom Euphrat bis zum Land der Philister und bis zur Grenze Ägyptens, genau gleich wie vorher.
Und 1. Könige 8,56 noch einmal ganz deutlich und ganz klar: Gepriesen sei Jahwe, der seinem Volk Israel Ruhe gegeben hat, nach allem, was er gesprochen hat. Kein einziges Wort ist dahingefallen von all seinen guten Worten, die er durch seinen leibeigenen Knecht Mose gesprochen hat.
Das heißt, unter Salomo hat Israel tatsächlich die Größe erlangt, die Gott dem Abraham versprochen hat, vom Euphrat an bis hinunter zum Nil. Aber leider blieb es nicht dabei. Sie haben sehr schnell das Erworbene wieder verloren, durch Ungehorsam. So wie Gott es ihnen angedroht hatte, ist es eingetroffen. In 5. Mose hat Gott ja davon gesprochen, dass sie, wenn sie ungehorsam sind, das Land wieder verlieren werden, und so weiter, 5. Mose 28.
Aber eines Tages, wenn der Messias Israel wieder regieren wird, Psalm 72,8, wird er herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde. Oder wird das Land ausgeweitet. Psalm 72,8: Von Meer zu Meer und vom Strom Euphrat bis an die Enden der Erde.
Und die Gläubigen werden Miterben sein mit dem Messias. Sie werden alles erben, sie werden alles erben.
Und da gibt es noch eine Stelle in Römer 4, eine ganz wichtige Stelle, Römer 4,13: Denn nicht durch Gesetz wurde Abraham oder seinem Samen die Verheißung, dass er der Welt Erbe sein sollte, zuteil, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens.
Was wird Abraham erben? Was sagt der Text? Römer 4,13: Was erbt Abraham? Die Welt. Abraham erbt nicht nur das verheißene Land, sondern die Welt. Jetzt weitet sich das aus, nämlich in dem einen Samen, Jesus Christus, erbt Abraham die ganze Welt.

Die eigentliche Lehre für Abraham und für die Glaubenden

Was können wir also von dem Ganzen jetzt sagen? Gottes Ziel war immer schon die ganze Erde. Aber zuerst war dieses Stück vom Euphrat bis zum Nil. Das sollte ihnen gegeben werden. Unter Joshua haben sie es bekommen, aber leider haben sie die Feinde letztlich dann doch nicht vertrieben, und das ist ihnen zum Fallstrick geworden. Unter Salomo haben sie es kurze Zeit gehabt, aber leider wieder verloren, nach kurzer Zeit. Und unter dem Messias, dem Sohn Salomos und dem Sohn Davids, werden sie alles wieder haben. Das ist im tausendjährigen Reich. Da bekommen sie dann alles, und da bekommen sie noch mehr als nur diese Grenzen: die ganze Welt. Du wirst Erbe der ganzen Welt.
Jetzt die wichtigste, die wichtige Lektion aus diesem Kapitel, die Lektion für Abraham zuerst und dann die Lektion für uns. Zuerst die Lektion für Abraham: Also die Güter, da ging es immer wieder um Güter in diesen Kapiteln zwölf bis fünfzehn. Die Güter, die brachten immer wieder Probleme, und die Güter von Lot machten Probleme. Und der Herr sagt ihm: Abraham, weißt du, worauf es ankommt? Du hast mich. Es geht nicht um Güter, es geht um mich. Ich selber bin dein Lohn, und ich gebe dir die ganze Welt, schlussendlich. Ich gebe dir nach Römer 4,13 die ganze Welt. Die Güter sind nicht das Entscheidende, sondern im Gegenteil. Was für einen Nutzen hat der Mensch, wenn er die ganze Welt gewinnen sollte, aber er um seine Seele kommt, seine Seelenachteil erlebt? Was wird ein Mensch als Tausch für seine Seele geben? Der Herr Jesus Christus ist die Antwort. Ich bin dein Lohn, er ist die Antwort, und er ist der Letzte, in dem dann alle Verheißung erfüllt wird.
Lektion für uns: Vertrauen wir auf Gott und lassen wir Gottes Werte unsere Werte sein. Vertrauen wir auf das Wort Gottes, und das, was bei Gott wert ist, das wollen wir unsere Werte sein lassen, nicht die Güter. Was haben wir davon, wenn wir Güter haben und die eigene Seele verlieren? Nicht die eigene Haut zu retten ist wichtig, sondern Gott zu haben. Möchte der Herr uns helfen in diesem Kampf, dass wir dann nicht, um die eigene Haut zu retten, den Herrn verleugnen. Streiten wir nicht um ein Stück Land, wenn wir die ganze Welt bekommen. Morgen bekommen wir die ganze Welt, aber es dauert noch. Aber dennoch: Das ist für den Gläubigen, das ist mir eine große Hilfe, das ist uns eine große Hilfe, dass wir nicht den irdischen Vorteil suchen, wenn wir die Verheißung vor Augen haben, was Gott uns geben wird.
Ich bin dein Lohn, nicht Reichtum durch Menschen, sondern Reichtum durch Gott, nicht menschliches Denken in Bezug auf das, was wir noch nicht sehen. Ja, was ich nicht sehe, das habe ich nicht. Ich habe es im Glauben, ich habe es im Glauben. Alles, was wir haben in Jesus Christus, das haben wir im Glauben. Das ist die Lektion, die Abraham gelernt hat, wie wir gesehen haben in Hebräer 11. Er setzt jetzt seinen Glauben auf einen Gott, und er wartet auf eine Stadt, die ewige Grundlagen hat. Und das ist letztlich ein himmlisches Jerusalem.
Abraham lernte: Nicht dieses Leben ist entscheidend, nicht das, was nach diesem Leben kommt. Er selber hat es sich in Kauf genommen, in Zelten zu wohnen und als Nomade herumzuziehen im Land. Aber er war glücklich dabei, solange er dem Herrn vertraut hat. Er hatte seine Fehler gemacht, und wir werden gerade in dem nächsten Abschnitt, in der nächsten Periode seines Lebens, sehen, dass er Fehler gemacht hat. Aber er hat dann wieder Buße getan, er hat die Fehler schon erkannt. Und das ist übrigens auch das Ermutigende bei Abraham, dass er Fehler macht, wie wir auch, und Gott gibt ihn nicht auf.
Das bringt uns jetzt zu Kapitel sechzehn, da sind wir jetzt schon mittendrin, die zweite Periode seines Lebens. Und die Frage ist: Werke des Fleisches oder Glaube an die Verheißung? Werke des Fleisches oder Glaube an die Verheißung? Und das ist nicht nur für Abraham wichtig, das sind so Basislektionen. Ich habe gemerkt, als ich das mit den Geschwistern in der Versammlung durchgemacht habe, das sind Basislektionen des Christenlebens, was wir hier an Abraham lernen.

Der Aufbau der folgenden Erzählungen

Und ihr seht: Auch dieser Abschnitt, Kapitel 16 bis 19, ist chiastisch aufgebaut. Das heißt, wir haben hier sechs Abschnitte, und der erste und der sechste sind parallel.
Im ersten Abschnitt geht es um Sarah und ihren Vorschlag, dass wir uns doch den Samen selbst beschaffen sollten, also um den fleischlichen Weg. In der sechsten Geschichte, in Kapitel 19, sind es nicht Sarah, sondern zwei Töchter Lots, die sich denken, dass sie sich einen Samen selbst verschaffen müssen. Auch sie gehen einen fleischlichen Weg, aber der Weg, den sie gehen, ist viel schlimmer und nicht legal. Der Weg, den Sarah geht, war damals noch legal. Wir kommen gleich darauf zu sprechen, legal im Sinne von: Es war keine Übertretung eines Gebotes. Aber es war ein fleischlicher Weg. Bei den Töchtern Lots war das jedoch verboten, strengstens verboten. Es ist aber ebenfalls ein fleischlicher Weg.
Dann die zweite Geschichte, Kapitel 17: Da kommt diese große Schlussfolgerung. Gott sagt also: Gut, wenn du einen fleischlichen Weg gehst, dann Fleisch weg, Fleisch weg. Das ist die Botschaft: Gericht über das Fleisch, Kapitel 17.
In der fünften Geschichte haben wir ebenfalls ein Gericht über die Sünde im Fleisch, eine schreckliche Sünde. Aber hier geht es nicht um Gläubige, sondern um Ungläubige, fleischlich bis zum Letzten. Und Gott sagt auch hier: Gut, Gericht über das Fleisch. Es kommt ein furchtbares Gericht, die Zerstörung Sodoms und Gomorras.
Die zwei mittleren Geschichten in der Mitte, also die dritte und die vierte Geschichte, beziehen sich beide auf Abraham und seine Beziehung zu Gott. Sollte Gott etwas unmöglich sein? Sollte Gott etwas unmöglich sein? In der dritten Geschichte ist die große Frage: Nein, dem Herrn ist nichts unmöglich. Und in der vierten Geschichte, Kapitel 18, Vers 16 und folgende: Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?

Hagar, der menschliche Ausweg und Gottes Eingreifen

Sarai, Abrahams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische Magd, die hieß Hagar.
Also: Gott hatte Abraham einen Erben so klar und deutlich verheißen. Abraham und Sarah waren voller Zuversicht, wunderbar. Und die Wochen vergingen, die Monate vergingen, die Jahre vergingen, und es geschah nichts.
Und Sarah spricht zu Abram: Schau doch, der Herr hat mich verschlossen. Ja, ich weiß. Der Herr hat mir keine Nachkommen gegeben. Ja, ich weiß, Sarah. Aber wir können das umgehen. So, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. So, was willst du machen?
Vers 2: Sarah sprach zu Abram: Sieh doch, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebäre. Geh doch zu meiner Magd ein. Vielleicht werde ich durch sie aufgebaut werden.
Also, das war ein Gesetz damals im Alten Orient. Man hat das schon bei den Hammurabi-Gesetzen im 18. Jahrhundert vor Christus gefunden, auch in weltlichen Gesetztafeln und anderen Texten. Bei Unfruchtbarkeit der Ehefrau ist es erlaubt, mit Einwilligung natürlich, dass eine Sklavin als Nebenfrau zur Seite gestellt wird. Es war dann Landessitte. Man kann die Magd als Nebenfrau dann heiraten, wenn die Hausfrau, also die Hauptfrau, kinderlos bleibt.
Man kann sie kinderlos bleiben, oder wie bei Jakob? Ja, bei Lea. Das war das Problem. Bei Lea ist es interessanterweise anders. Ich weiß nicht, wieso das dort auch dann zugelassen wurde. Nach den Hammurabi-Gesetzen und diesen weltlichen Gesetzen war es jedenfalls so: Bei Unfruchtbarkeit der Hauptfrau, also der Frau, ja.
Aber bei Lea, vielleicht gab es in der damaligen Zeit auch noch weitere Ausnahmen. Weil es wird ja nicht als Sünde angesehen, dass er ihr die Magd noch gab. Aber vielleicht kann man auch sagen: Vielleicht war sie eine gewisse Zeit lang wieder unfruchtbar, und dann hat sie gemeint, jetzt kann das Gesetz auch da eingeführt werden. Nachdem sie zwar schon ein Kind bekommt, zwei Kinder, glaube ich, nein, sogar mehr, vier bekommen hat, hat sie dann trotzdem noch eine. Ich weiß nicht, vielleicht finden wir noch etwas im Kommentar, vielleicht kann ich da etwas suchen.
Jedenfalls, bei Sarah war das ganz klar. Also: Wir machen es so, wie es Landessitte ist. Hagar, die ägyptische Magd, Abraham verlässt also diesen Glaubensweg und versucht es mit dem Trick. Die Welt macht es auch so. Vielleicht werde ich aus ihr gebaut werden, vielleicht, sagt sie. Ja, vielleicht. Wir machen es nach der Versuche-und-Irrtum-Methode, oder? Wir versuchen es mal.
Es gibt viele Christen, die auch nach dieser Methode leben. Ja, ich versuche mal das, ich versuche mal jenes. Man macht es mal so, wir probieren es anders in der Gemeinde, wir probieren einfach alles aus. Das ist nicht der Weg, wie Gott uns sagt. Gott sagt uns klar im Wort, was wir zu tun haben. Nicht mehr soll nach der Versuche-und-Irrtum-Methode gehen.
Also heißt es dann: Und Abraham hörte auf die Stimme Sarais. Wir lesen jetzt nichts von einem Gebet und so weiter, von dem er die Sache mit dem Herrn besprochen hat. Er startet also den Versuch. Und er war natürlich gut motiviert, das war nicht aus bösen Motiven, das war ein gutes Motiv, oder? Aber er hat nicht weiterhin gewartet. Er hat nicht weiterhin Gottes Wort beachtet, weiterhin wird er sich daran erinnert, was Gott verheißen hat, sondern er versucht jetzt aus eigener Kraft. Fleisch, das ist Fleisch, oder? Action, sagen wir auf Englisch, oder? Action. Wir müssen was tun, irgendwas.
Aber man hört ja auf die Stimme Sarais. Ja, das ist schon eine Versuchung, wenn der Ehemann nicht ins Gebet geht und die Ehefrau auch nicht, und er geht dann auf den Wunsch der Ehefrau ein, hört auf die Ehefrau, wie einer gesagt hat: Sei schlau und hör auf deine Frau. Das stimmt manchmal schon, aber nicht immer. Hier stimmt es nicht. Vor allem dann, wenn man nicht betet, oder? Miteinander.
Manchmal hat die Frau einen sehr guten Hinweis, und man prüft es, und man sieht ja, das passt mit der Bibel wirklich auch überein, und das ist eine wirklich gute Sache. Aber nicht immer.

Die Folgen des fleischlichen Weges

Da nahm Sarai, Abrahams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar, nachdem Abraham zehn Jahre lang im Land Kanaan gewohnt hatte. Sie gab sie Abraham, ihrem Mann, zur Frau.
Sie hatten also lange gewartet, zehn Jahre. Das ist schon eine lange Zeit. Wir denken vielleicht auch an Jahrzehnte: Jetzt haben wir Gott zehn Jahre Zeit gegeben, jetzt ist eigentlich genug, oder? Glaube spricht nicht so.
Und er ging zu Hagar ein, und sie wurde schwanger. Als sie nun sah, dass sie schwanger war, verachtete sie ihre Herrin. Und dann gab es Disharmonie in der Familie im Hause Abrahams. Sara: Geh Wasser holen! Ich kann nicht, ich gehe nicht, gnädige Herren! Doch, du gehst Wasser holen! Nein, ich trage den Nachkommen in meinem Bauch, den Samen!
Probleme, wenn die Sklavin nicht mehr gehorcht. Probleme, der Hausfrieden ist gestört durch den fleischlichen Weg.
Da sprach Sarai zu Abraham: Das Unrecht, das mir geschieht, laste auf dir! Ich habe meine Magd in deine Arme gegeben; nun aber, da sie sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich verachtet in ihren Augen. Jahwe sei Richter zwischen mir und dir!
Und Sarai litt schwer darunter. Aber das war auch eine Züchtigung des Herrn für sie, denn sie war diejenige gewesen, die auf die Idee gekommen war. Sie ist beleidigt, sie beschwert sich bei Abraham, macht ihm Vorwürfe. Und Abraham sagte zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand; tu mit ihr, was gut ist in deinen Augen.
Hagar war nicht ohne Schuld. Hagar hätte sich niemals so benehmen dürfen. Eine Sklavin ist eine Sklavin, auch wenn sie die Nebenfrau geworden ist; sie bleibt trotzdem Sklavin. Und sie muss trotzdem Wasser holen oder was auch immer. Jedenfalls kann sie nicht so reden. Hier heißt es: Sie verachtete ihre Herrin. Die Herrin war verachtet in ihren Augen, verachtet.
Und in Vers 6 lesen wir weiter: Und Sarai behandelte sie hart, so dass es Hagar unerträglich wurde. Das war aber ihr gutes Recht. Sie war eine Sklavin, also hatte Sarai das Recht, Hagar als Sklavin zu behandeln. Und dann denkt Hagar sich: Lieber davonlaufen, als mich demütigen lassen. Aber eine Sklavin darf niemals davonlaufen aus ihrem Hause, das ist so. Auch wenn es ihr noch so schlecht geht: Ein Sklave ist ein Sklave.
Das verstehen wir heute schwer, weil es das nicht mehr gibt. Aber damals gab es das Sklaventum. Gut, die Lage ist verworren, es gibt Probleme, größerer Schaden ist zu befürchten. Hagar ist weg aus dem Hause. Und dann handelt der Herr.
Vers 7: Der Engel Jahwes, der Bote Jahwes, das heißt, das ist der Herr selbst. Der Engel Jahwes ist in der Bibel, im Alten Testament, der Herr selbst. Das finden wir an vielen Stellen. Der Engel Jahwes fand sie bei einer Wasserquelle in der Wüste, nämlich bei der Quelle am Weg nach Schur. Das heißt: Gott sucht sie, hält sie auf.
Vers 8: Und er sprach zu ihr: Hagar, Magd Sarais, wo kommst du her, und wo willst du hin? Warum die Frage? Warum diese Frage? Weiß der Herr nicht, woher sie kommt und wohin sie will? Es ist eine pädagogische Frage. Es ist wichtig für sie, dass sie weiß, wo sie ist, und dass sie sich ehrlich selbst Antworten auf diese Frage gibt. Der Herr will ein Bekenntnis hören. Und die ganze Wahrheit.
Woher kommst du? Ja, ich bin unerlaubterweise fortgelaufen, ich bin auf Ungehorsamswegen. Wohin willst du? Ja, ich irre ziellos umher, vielleicht nach Ägypten oder irgendwohin. Ägypten ist nicht die Lösung. Sie flieht.
Der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre zu deiner Herrin zurück, und demütige dich unter ihre Hand! Und Hagar war mutig genug, dem Herrn zu gehorchen und umzukehren. Hagar. Habe ich gesagt? Herr Hagar? Ja, danke, Hagar. Hagar war also mutig genug umzukehren.
 1. Mose 16,10
Und der Bote Jahwes, der Engel Jahwes, sagte zu ihr: Ich will deinen Samen sehr mehren, dass er nicht gezählt werden soll vor Menge.
Und der Bote Jahwes sagte zu ihr, der Engel Jahwes sagte zu ihr: Siehe, du bist schwanger, du wirst einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Ismael geben; denn Jahwe hat auf dein Gebeugtsein, auf dein Elend gehört. Und er wird ein wilder Esel-Mensch sein, ein wilder Mann. Seine Hand gegen alle und die Hand aller gegen ihn, und er wird allen seinen Brüdern ins Gesicht wohnen, das heißt trotzig gegenüberstehen.
Also verwundert uns das jetzt ein bisschen, dass der Herr so freundlich mit ihr redet und ihr sogar eine Verheißung gibt. Verwunderlich, aber der Herr kennt ihr Herz, und sie hat sich gedemütigt. Sie war bereit umzukehren, und der Herr ermutigt sie jetzt. Er will sie segnen. Erstaunlich milde, erstaunlich liebevolle Worte des Herrn an einen Menschen, der bereit ist zur Sinnesänderung.
Und sie nannte den Namen Jahwes, der mit ihr redete: Du bist Gott, der mich sieht. Du bist Gott, der mich sieht, El Roi, ganz kurz im Hebräischen, fünf Buchstaben: El Roi. Du bist Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss habe ich nach dem geschaut, der mich angesehen hat. Ein Gott, andere Übersetzungen: ein Gott, der sich schauen lässt. So oder so, es ist ja beides möglich.
Gott, du siehst mich, und du siehst mich an, du sorgst für mich. Gottes Güte hilft dir, zur Umkehr zu kommen. Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Buße leitet? Sie tut, was der Engel sagt. Sie kehrt um, zurück, demütigt sich unter Sarai. Und der Friede ist wiederhergestellt im Hause.
Es ist eigentlich sehr leicht, dass Friede wiederhergestellt wird im Hause. Wenn sich einer demütigt, kann Friede wiederhergestellt werden. Ist doch so, oder? Wenn zwei streiten und einer kommt und demütigt sich unter den anderen, ist der Friede wiederhergestellt.

Ismael und die weiteren Fragen

Vers 15: Und Hagar gebar Abraham einen Sohn. Und Abraham nannte den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael. Das heißt: Gott hört. So hat es der Engel gesagt: Gott hat gehört, oder: Gott hört. Beides ist möglich.
Der Stammvater der Ismaeliter in Saudi-Arabien. Sind hierzu Fragen?
Es war ja schon in dem Fluch über Kanaan enthalten: Kanaan sei der Sklave, sei dein Knecht. Und hier ist ja ein Kanaaniter, der ein Knecht eines Semiten ist, oder? Die Ägypterin Hagar, abstammend von Kanaan, ist eine Knechtin für einen Semiten. Offensichtlich ist das in diesem Fluch eingeschlossen, oder? Diese Sklaverei, das Wesen der Sklaverei.
Auch im Neuen Testament gab es zur neutestamentlichen Zeit noch Sklaverei. Dass das Evangelium dann Frucht gebracht hat und die Menschen sich verändert haben, ist schön. Aber das ging ja Jahrhunderte, bis es so weit war, dass Sklaverei in einem Staat abgeschafft wurde, also als Gesetz sozusagen. Aber heute gibt es ja schon wieder neue Sklavereien anderer Art, anderer Form. Die Billiglohnarbeit, auch die Prostitution und so weiter, das ist moderne Sklaverei, was hier getrieben wird. Aber zur Zeit des Neuen Testaments gab es noch die Sklaverei, und Paulus oder die Apostel haben jetzt nicht dagegen geschrieben. Nein, das Evangelium hat dann natürlich Frucht gebracht.
Bitte noch eine Frage: Den Segen, den Hagar bekommt, sind oft zur Lage gestellt in Kinderliebe vor allem oder auch in Auslegungen, dass dieser Segen darauf kommt, dass ihr Kind eben von Abraham kommt und dass deswegen der Segen da ist, weil Gott ja Abraham segnet und das Segen bei seinem Kind von Abraham her dann automatisch auch dem Kind gilt. Eben haben wir so dargestellt, dass eben der Segen wegen der Wehung, also so kam es mir vor in diesem Text, der sie demütigt, sie ist bereit, oder sie ist bereit, und der Engel des Herrn ermutigt sie durch diese Verheißung, die er gibt. Vielleicht ist jemand, der etwas dazu sagen kann oder möchte zu diesem Komplex.
Ist es nur wegen Abraham, dass er gesegnet wird? Das kann schon sein. Also es gehört jedenfalls zu dem Segen von 1. Mose 12 auf jeden Fall dazu, oder? Denn ich will dich segnen und die Nachkommen, denn die gehören ja auch zu diesem vielen Nachkommen, die Abraham hatte. Abraham hatte ja auch hierüber eine große Nachkommenschaft. Denk an Kapitel 18, am Anfang spricht er ja noch einmal davon, und auch von ihm heißt es dann: Ich werde dir ein großes Volk machen, oder? Kapitel 18.
Erst nur für einen, zweiter, der schreibt, wenn er gestrichen, aber auch dem Sohn danach kriegst du ein Volk machen, weil er dein Sohn ist. Weil er dein Sohn ist. Also letztlich, dann hat deine Kinderbibel recht.
Kapitel 17, Vers 20, da scheint Abraham sogar gebetet zu haben. Darum. Ah ja, siebzehn war es, nicht achtzehn, das hatte ich im Kopf, danke. Kapitel 17, Vers 20. Ja, das wollte ich sehr, ja. Also bei 21, Vers 13 oder was war das? Kapitel 21, das 13? Gut, also Segen um Abrahams willen, letztlich um der Verheißung, die er dem Abraham gegeben hat. Gut, danke.
Gut, dann sind wir noch hier. V. a. im Jahr 21 und später neu Philippus, also in der Apostelgeschichte 8,26, kommt es darauf, dass man hierbei versteht, dass der Engel des Herrn kam von Himmel herab. Darum setzt er die Steine an. Also ich habe hier ein Engel des Herrn, das muss ich gerade nachschauen. Es ist hier im Griechischen kein Artikel. Es ist nicht der Engel des Herrn, also moment mal, ich schaue dann nach, ja. Also hier Angelos Kyrio, es ist kein Artikel hier bei Engel.
Wenn der Engel des Herrn, wenn er eingeführt wird, der Engel des Herrn erschien oder so, dann ist es der Engel des Herrn, dann ist es der Herr selber im Alten Testament. Und ich glaube, im Neuen Testament gibt es keine Stelle, wo so der Engel des Herrn, wo so eingeführt wird: der Engel des Herrn, auch nicht Apostelgeschichte 8,26, schau dir mal an. Ja, wiederum, wiederum das Gleiche, kein Artikel, ein Engel des Herrn. So haben es dann auch einige übersetzt, zum Beispiel die Interlinear oder die Konkordante, und auch die Dabar und auch die Münchner NT, die sind der Abraham Meister, Bengel, Aalenachterei, Schlachter usw. So weit. Ein Engel, irgendein Engel ist ja, ja.
Gut, dann wollen wir hier abschließen, vielen Dank.