
Hesekiel 47,1-1210.02.2024
Serie•Teil 2 / 2Hesekiel 47
Generierte Mitschrift
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Einführung in den Zusammenhang von Wasser, Geist und Endzeit
Wie der Herr Jesus am siebten Tag des Laubhüttenfestes Hesekiel 47 erklärt und auf die Gläubigen in der heutigen Zeit angewendet hat, in Bezug auf die Zeit ab Pfingsten, als der Heilige Geist ausgegossen wurde.
Und wir haben gesehen, dass Johannes hier in 7,39 die Symbolik erklärt, was dieses Wasser, dieses lebendige Wasser, der künftigen Ströme, zu bedeuten hat. Es weist hin auf den Heiligen Geist, der nach Johannes 16 den Herrn Jesus verherrlichen sollte.
Ich schlage auf Johannes 16 des Zusammenhangs wegen ab Vers 12. Am Vorabend der Kreuzigung, also einige Wochen vor Pfingsten, sagt der Herr Jesus im Obersaal: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen.
Der Heilige Geist stellt den Erlösten die Herrlichkeit des Sohnes Gottes vor. Er eröffnet ihnen die Zusammenhänge im Wort, er leitet sie in die ganze Wahrheit, und dadurch erfrischt er unsere Seelen. Das wird mit diesem Wasser verglichen.
Also: der Heilige Geist in seiner Wirkung, mit der er uns geistlich, innerlich erfrischt, indem er uns das Wort öffnet und die Person des Herrn Jesus, seine Herrlichkeit in seiner Erniedrigung und seine Herrlichkeit in seiner Erhöhung, vor Augen und vor die Herzen führt.
Und nun, wie gesagt, der Herr Jesus hat das gesagt im Zusammenhang mit diesem Shoewa-Ritual, das man während des laufenden Festes durchgeführt hat, dem Wasserschöpf-Ritual. Und das wurde auf Jesaja 12 gegründet. Das spricht auch von der Endzeit und vom tausendjährigen Reich des Messias.
Das Festritual als Bild für Rettung und kommende Herrlichkeit
Ich lese, es ist das kürzeste Kapitel von Jesaja. „Und an jenem Tag wirst du sagen: Wir wissen, was das heißt. An jenem Tag, in der Epoche der Endzeit, wirst du sagen: Ich preise dich, Herr, denn du warst gegen mich erzürnt. Dein Zorn hat sich gewendet, und du hast mich getröstet.
Israel wird durch große Nöte der Drangsal hindurchgehen, und lange werden sie sagen: Herr, wo bist du? Herr, wann greifst du ein? Und er wird nicht sofort eingreifen. Sie werden sich so weit von ihm entfernt fühlen, obwohl er überall ist und uns ganz nahe ist. Paulus sagt: In ihm leben und weben und sind wir. Apostelgeschichte 17. Aber dann werden sie erleben, dass sich alles wenden wird. Ich preise dich, Herr, denn du warst gegen mich erzürnt. Dein Zorn hat sich gewendet, und du hast mich getröstet.
Siehe: „Gott ist meine Rettung, ich vertraue und fürchte mich nicht; denn ja, das ist die Kurzform von Yahweh, der Ewige; denn ja, der Herr ist meine Stärke und mein Gesang.“ Also vier Namen Gottes: Yahweh, die lange Form, meine Stärke, mein Gesang, und er ist mir zur Rettung geworden. Rettung ist Hebräisch Jeshua, das ist etwas ganz Besonderes. Jeshua schreibt man wie Jeshua, das ist der Name des Messias, nicht wahr?
Gott hat, als Maria berufen wurde, Mutter des Messias zu werden, in Lukas 1 den Namen offenbart: Der Messias soll Jesus heißen. Und auch Joseph bekam eine spezielle Offenbarung, dass er diesem Kind, das Maria gebären wird, den Namen Jesus geben wird. Jeshua heißt: der Ewige rettet. Es wird erklärt in Matthäus 1,21, dass er sein Volk von seinen Sünden retten wird. Aber im Alten Testament wurde nie gesagt, dass der Messias Jeshua heißt.
In Jesaja 49, in einem der fünf Gottesknechtgedichte, sagt der Messias, dass sein Name von Mutterleib an erst kundgetan wird. Darum konnte man nicht wissen, dass der Messias Jeshua heißen wird. Erst in Verbindung mit Marias Mutterleib wird der Name offenbart. Aber wenn man Jeshua schreibt, das Wort Rettung, wie hier, dann ist das Jeshua und noch ein H hinten angehängt. Also grafisch kann man so ein Rechteck zeichnen, um die Buchstaben der letzten von weg, und dann hat man den Namen des Messias, Jeshua.
Und hier wird gesagt: „Und er ist mir zur Rettung geworden.“ Er ist mir zum Jesus geworden, wo der Mensch, das Mensch, diesen Namen Jeshua bekommen hat. Und mit Wonne werdet ihr Wasser schöpfen aus den Quellen der Rettung. Das ist wieder Jeshua, aus den Quellen Jesu, könnte man sagen, aus den Quellen der Rettung.
Und ihr werdet sprechen an jenem Tag, also in jener Epoche: Preist den Herrn, ruft seinen Namen aus, macht unter den Völkern kund seine Taten. „Verkündet, dass sein Name hoch erhaben ist, besingt den Herrn, denn Herrliches hat er getan. Dies werde kund auf der ganzen Erde. Jauchze und jubbele, Bewohnerin von Zion, denn groß ist in deiner Mitte der heilige Israel.“
Der Blick auf Israel, die Gerichte und den endzeitlichen Überrest
Jetzt sehen wir, wie dieses Wasserschöpfritual wirklich ganz eng mit dem Reich des Messias verbunden war. Aufgrund dieser Stelle hat man es durchgeführt, mit Blick auf die Zeit, in der der Heilige Geist einmal über Israel ausgegossen werden wird.
Ja, und noch eine Verbindung, noch ein Bogen zu Offenbarung 7. Die Siegelgerichte der Offenbarung sind noch zukünftig. Auf dem Internet findet man viel Unsinn, unglaublich viel Unsinn. Und da wird auch schon behauptet, wir seien die und die Siegel seien schon vorbei und wir seien bei der und der Posaune. Alles Unsinn. Alle diese apokalyptischen Gerichte sind noch zukünftig: Offenbarung 6, vom ersten Siegel bis zum siebten Siegel, das seinerseits aus sieben Posaunengerichten bestehen wird, und die siebte Posaune aus sieben Schalengerichten. Dann kommt der Herr in Herrlichkeit.
Es ist also so, dass diese Zeit zukünftig ist. Und in Offenbarung 7 wird beschrieben, wie aus Israel ein Überrest zum Glauben kommen wird. Das wird zuerst ein Überrest von 144.000 sein, die sich bekehren werden. Die werden dort als Erstlingsfrucht bezeichnet, Offenbarung 14. Die Erstlingsfrucht war immer die Vorernte, und die Haupternte kommt dann in der großen Drangsal, wenn ein Drittel der Bevölkerung Israels sich im Land in der größten Not bekehren wird und dann ganz Israel ausmachen wird, im Land.
Ja, und nun wird in Offenbarung 7, Verse 1 bis 8, der Überrest aus Israel beschrieben, die 144.000. Und in den Versen 9 bis 17 wird beschrieben, dass in dieser Zeit der Gerichte, nach der Entrückung der Gemeinde, eine unzählbare Schar von Menschen sich aus allen Nationen, aus allen Völkern, aus allen Stämmen und aus allen Sprachen bekehren wird. Man zählt heute etwa zweihundert Nationen, aber etwa zehntausend Völker. Viele Nationen wie Indien, Kamerun, Zaire oder Russland bestehen aus verschiedenen Völkern. Aus allen Nationen, aus allen Völkern, aus allen Stämmen und aus allen Sprachen – wir unterscheiden heute weit über siebentausend verschiedene Sprachen, ohne die Dialekte zu zählen – werden sich Menschen noch bekehren in der Zeit der Gerichte.
Das entspricht Habakuk 3, wo der Prophet die Endzeitgerichte sieht und das Kommen des Herrn Jesus als Richter der Welt. Und er sagt dort: Im Zorn gedenke des Erbarmens. Was wird Gott tun? Die, die das Evangelium gehört haben und es abgelehnt haben, werden sich verhärten und verführt werden. Das sagt 2. Thessalonicher 2,9-12. Aber es gibt so viele, die es nie richtig gehört haben. Und da werden sich ganz viele bekehren. Und jetzt lesen wir das.
Die große Volksmenge und ihre Zuordnung zur Erde
Johannes sieht in der Vision gerade, wie diese unzählbare Schar aus der grossen Drangsal, dem letzten Weltkrieg, dem schrecklichsten Weltkrieg der Menschheitsgeschichte, lebendig herauskommt. Sie sind da auf der Erde.
Offenbarung 7,9
Nach diesem sah ich, und siehe, eine grosse Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen. Und sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weissen Gewändern, und Palmen waren in ihren Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme und sagen: Das Heil sei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm!
Und alle Engel standen um den Thron her und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen. Und sie fielen vor dem Thron auf ihre Angesichter und beteten Gott an und sagten: Amen! Die Segnung und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung. Und die Ehre und die Macht und die Stärke sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!
Und einer von den Ältesten hob an und sprach zu mir: Diese, die mit den weissen Gewändern bekleidet sind, wer sind sie? Und woher sind sie gekommen? Ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weisst es. Und er sprach zu mir: Dies sind die, die aus der grossen Drangsal kommen. Und sie haben ihre Gewänder gewaschen und haben sie weiss gemacht in dem Blut des Lammes.
Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen errichten. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, noch wird je die Sonne auf sie fallen, noch irgendeine Glut. Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu Quellen des Wassers des Lebens. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.
Ist das nicht grossartig?
Einordnung der himmlischen Szene und der Blick auf den Thron
Also, er sieht gerade, wie sie aus der Drangsal kommen. Jetzt ist die Frage: Sieht er sie auf der Erde oder sieht er sie im Himmel?
Auf der Erde könnte jemand sagen: Aber da wird doch auch von den 24 Ältesten gesprochen, die da um den Thron Gottes herum sind, von den vier lebendigen Wesen, nicht wahr? Vers 11: Und alle Engel standen um den Thron her und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an.
Das ist ja im Himmel, wie in Offenbarung 4 und 5. Da wird der Thron Gottes im Himmel gesehen. Die vier lebendigen Wesen, das sind die Cherubim beim Thron Gottes im Allerheiligsten. Und dann die 24 Ältesten, und dann darum herum Hunderte von Millionen Engeln.
Nun, ein kleiner Tipp: Manchmal braucht es kleine Hinweise, und plötzlich geht eine neue Welt auf. Das ist so wie in der Musik. Man macht doch Meisterkurse. Man studiert bei einem Professor, und der bringt einem vieles bei. Aber dann geht man zu einem Meisterkurs, und der findet vielleicht an einem Tag statt. Das ist ein Pianist, sein Meisterkurs ist für Pianisten. Der lässt einen etwas spielen, und dann gibt er gewisse Tipps. Und er sagt manchmal nur ein paar Dinge, und plötzlich ist das, als hätte man ein Jahr oder zwei Jahre studiert. So entscheidende Tipps. Und wenn man das dann befolgt, wow, das Klavierspielen wird ganz anders. Ich habe das schon erlebt. Also wirklich so feine Tipps, die ein Lehrer gibt, das war das Entscheidende. Da kann man jahrelang immer wieder, nein, nur ein paar Tipps, Meisterkurstipps.
Und hier ein Tipp: Beim Lesen der Offenbarung muss man darauf achten, ob gesagt wird: vor dem Thron oder um den Thron. Immer wenn gesagt wird, dass jemand um den Thron herum ist, ist es im Himmel. Darum sind in Offenbarung 4 und 5 die Ältesten, die 24, die die Gemeinde im Himmel repräsentiert, mit Kronen. Es sind Könige, mit goldenen Kronen und weißen Gewändern, Priestergewänder. Und die Gemeinde ist ein Volk von Königen und Priestern. Und die Cherubim, die lebendigen Wesen, sind um den Thron her.
Natürlich wird von denen auch gesagt, wenn sie vor dem Thron stehen. Aber entscheidend ist: Wenn es heißt, um den Thron, dann ist klar, es ist im Himmel. Und jetzt wird von dieser Volksmenge, die aus der Drangsal kommt, nur gesagt, dass sie vor dem Thron ist, nicht um den Thron. Ja, und das macht klar: Die sind auf der Erde. Die kommen aus der Drangsal, sind auf der Erde, aber die im Himmel verfolgen das alles.
Darum haben wir hier die Beurteilung und die Sicht aus dem Himmel. Johannes sieht sie aus dem Himmel, wie sie auf der Erde aus der Drangsal kommen und wohin sie zum Tempel gehen. Das ist der Tempel, der dritte Tempel in Jerusalem.
Das Laubhüttenfest als Deutungsschlüssel für die Palmen
Und er sieht sie, ich mache sie so quasi von weitem: Was haben die in der Hand? Alle haben Palmen in den Händen. Und das war eben so am Laubhüttenfest. Am Laubhüttenfest müssen alle Palmenwedel nehmen, das ist der Feststrauß aus 3. Mose 23,40. Wir können das kurz aufschlagen: 3. Mose 23,40.
Da werden nicht die Laubhütten beschrieben. Die musste man ja auch machen, mit verschiedenen Blättern. Aber hier heißt es: „Und ihr sollt euch am ersten Tag“, es geht um das Laubhüttenfest, „Frucht von schönen Bäumen nehmen, Palmenzweige und Zweige von dicht belaubten Bäumen und von Bachweiden und sollt euch vor dem Herrn, eurem Gott, freuen sieben Tage.“ Und man hat im Judentum richtig ausgelegt: „Und ihr sollt euch nehmen“ – damit ist gemeint der Feststrauß. Und so macht man es bis zum heutigen Tag am Laubhüttenfest.
Wer schon in Jerusalem ist und in ein Gebiet von Ben Jehuda in Jerusalem geht, der kann da Palmzweige kaufen und diese besondere Zitrone, die heißt Etrog. Die wird dann gut kontrolliert angeschaut, und man nimmt da nicht einfach Qualität zwei, drei, vier, sondern jeder möchte die beste haben. Dazu gehören dann auch noch Zweige von Myrthen und Bachweiden. Das ist also nach dieser Stelle: Frucht von schönen Bäumen. Der Ausdruck „schöne Bäume“ bezeichnet den Zitronenbaum, neben dieser besonderen Sorte, Etrog genannt. Und dann haben wir Palmzweige und eben weiter dicht belaubte Bäume; das ist der Ausdruck hier für Myrthe. Die Myrthe ist ein sehr dichter Busch, und dann noch Bachweiden. Das macht den Strauß aus.
Aber von Weitem sieht man natürlich nicht Etrog und Myrthe, sondern das, was wirklich auffällt von Weitem, das ist eben der große Palmzweig. Und Johannes sieht sie alle mit dem Palmzweig. Die kommen also aus der Drangsal und gehen zum dritten Tempel in Jerusalem mit dem Feststrauß. In Sacharja 14 wird nämlich gesagt, dass die Nationen in der Zukunft jedes Jahr zum Laubhüttenfest nach Jerusalem gehen müssen.
Sieht man, wie verheerend es ist, wenn man die Zeitalter durcheinanderbringt. Dann würde man sagen, die Gemeinde sollte jedes Jahr nach Jerusalem gehen zum Laubhüttenfest. Sicher nicht! Der Galaterbrief macht ganz klar, dass die Gemeinde eben nicht diese jüdischen Feste feiern soll als Gemeinde. Und wenn gläubige Juden das tun, so wie der Apostel Paulus den Timotheus als Juden beschnitten hat, um der Juden willen, oder er selber war bereit, für vier Brüder, deren Naziräer-Gelübde hatten, die Opfer zu bezahlen. Als Jude hat er gesagt in 1. Korinther 9, ich bin dem Juden geworden wie ein Jude, dem, der unter Gesetz ist, wie unter Gesetz, obwohl ich selber nicht unter Gesetz bin. Aber im Galaterbrief hat er ganz klar gesagt, die Nichtjuden dürfen ja nicht beginnen, die jüdischen Feste zu feiern.
Aber im Tausendjährigen Reich ist das nicht die Zeit der Gemeinde. Da werden die Nationen nach Jerusalem kommen, und die werden das Laubhüttenfest feiern nach Hesekiel 40-48. Und da sieht er sie, wie sie kommen mit den Palmen. Sieht man, wie verheerend es ist, wenn Leute die Zeitalter durcheinanderbringen. Dann versteht man die Bibel nicht mehr.
Die Symbolik der Wüstenwanderung und der Feststrauß
Und warum dieser Feststrauß? Nun, wovon sprechen die Laubhütten? Als Israel vierzig Jahre in der Wüste war und Gott sie versorgt hatte, wohnten sie in Laubhütten. Das Laubhüttenfest ist also ein Rückblick darauf, wie Gott sein Volk in seiner Gnade durch ganz schwierige Zeiten, wie es die Wüstenwanderung war, hindurchgeführt hat.
In der Zukunft wird es ein Rückblick auf die Drangsal sein, auf die ganz schwere Zeit, durch die Gott die Gläubigen aus den Nationen und die Gläubigen aus Israel hindurchführen wird. Eine lange Zeit, in der sie immer fragen werden: Wann, bis wann, Herr, bis wann? Und der Herr kommt nicht, der Herr greift nicht ein. Insgesamt wird es sieben Jahre dauern, nicht wahr, diese letzte Jahrwoche Daniels.
Dann ist es aber so wie damals, als Israel in die Wüste kam, 2. Mose 12, zur Passerfeier, und dann aus Ägypten hinaus in die Wüste zog. Schon am Anfang wird es schwierig. Und plötzlich, man lese 2. Mose 13 und 14, kommen sie nach Elim. Zuerst sind sie entrüstet: Da ist ja kein Wasser, und es geht uns so schlecht hier. Und plötzlich kommen sie nach Elim, mit siebzig Palmbäumen und zwölf Wasserquellen. Wow, eine ganz unerwartete Freundlichkeit des Herrn.
Und das erleben wir doch auch, wenn wir durchs Leben gehen. Es ist wie eine Wüstenwanderung, so viel Mangel und so wenig Erfrischung. Und dann plötzlich, meine Frau hat das genannt, und ich habe das von ihr übernommen, eine Caresse de Dieu, eine Liebkosung Gottes, so Freundlichkeiten, die einfach überraschend sind, nicht erwartet.
Ich habe das erlebt vor ein paar Monaten. Ich wurde 65, und dann bekam ich einen Brief. Und als ich die ersten Zeilen gelesen hatte, merkte ich schon, was auf der nächsten Seite kommen würde. Ja, das war ein Mann, der hat mir seinen Steinway-Flügel ausgeliehen. Er wollte ihn mir einmal verkaufen, und das wäre schon sehr teuer gewesen. Ich habe gesagt: Nein, das geht nicht. Und später hat er mir gesagt: Ich leihe ihn dir aus, wir brauchen den im Moment in unserer Verwandtschaft nicht.
Wow, er hat ihn mir in die Schweiz gebracht, trotz des Elfenbeins. Das musste dann noch vorgeführt werden, beim Veterinäramt in Basel war alles nicht so ganz ohne. Dann habe ich den jahrelang gespielt und mich gefragt, wie ich früher auf einem Klavier Klavier spielen konnte. Man kann eigentlich nur auf einem Steinway richtig Klavier spielen. Und dann dieser Brief, und mir kamen die Tränen. Es war wirklich so: Er gehört dir. Ich hätte das nicht haben müssen, aber das war einfach so unerwartet, eine Freundlichkeit.
Ja, und so ist der Herr immer wieder. Das ist einfach ein Beispiel. Man könnte vielleicht noch viel bessere Beispiele bringen. Und zwölf Brunnen, siebzig Palmbäume: Immer wieder macht der Herr eben solche Erfahrungen auf der Wüstenwanderung. Das sind die Palmen.
Und dann haben wir hier die Frucht von schönen Bäumen. Es ist eben so, wenn wir durchs Leben gehen mit dem Herrn. Wir gehen durch viele Entbehrungen und Nöte hindurch, aber dadurch bewirkt der Herr in uns Frucht: die Frucht des Geistes, Galater 5,22, die Frucht zur Heiligkeit in Römer 6 und die friedfertige Frucht der Gerechtigkeit in Hebräer 12. Und davon spricht der Etrog. Durch die Nöte wird Frucht bewirkt, die sonst nicht wachsen würde in unserem Leben.
Und dann weiter: Bachweiden. Ja, da sind wir am Ziel. Das ist biologisch eine Pflanze, die sehr typisch ist für das Jordantal, dort, wo die Wüstenwanderung endete, in den gefällten Moab-Ebenen, wo Mose die acht Abschiedsreden gehalten hat, aus dem fünften Buch Mose. Und dort im Jordan gibt es die Bachweiden. Der Herr führt uns nicht nur ein paar Jahre durch die Wüste, sondern er führt uns bis ans Ziel.
Und dann mussten sie ins Land gehen. Das Land Israel damals, also das Land Kanaan, war vor allem in den Tälern von den Kanaanitern bewohnt, und die Hügel waren sehr verwachsen. Und die Israeliten, gerade dort, wo sie die Kanaaniter nicht vertreiben konnten in den Tälern, mussten auf die Berge ausweichen. Da musste man zuerst einmal roden. Alles war verwachsen. Roden, und dann mussten sie den Terrassenbau einführen. Das sieht man heute noch überall in Israel. Der Terrassenbau geht zurück bis auf die Zeit Josuas, durch die Geschichte Israels hindurch bis auf Josua zurück. Und so sprechen eben die Myrten, diese dicht belaubten Büsche, von der Eroberung des verheißenen guten Landes.
Da haben wir alles drin in diesem Feststrauß. Der Herr wird sie durch die Not der Drangsal hindurchführen, aber bis ans Ende, nicht auf halbem Weg stehen lassen, bis ans Ende. Und dann auch in die völlige Befreiung, in den Segen des tausendjährigen Reiches im Land.
Der Tempeldienst, das Licht und die Freude des Festes
Ja, und da kommen sie zum Tempel nach Jerusalem. Dann haben wir noch gelesen in Johannes, ich meine in der Offenbarung des Johannes, Offenbarung 7 noch ein Detail, Vers 15: Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel.
Nicht wahr, Elija war ein Prophet hier auf der Erde. Aber er sagt: Der Herr, vor dessen Angesicht ich stehe. Er war sich bewusst: Hier auf der Erde stehe ich vor dem Thron Gottes, und mein ganzes Leben ist offenbar vor ihm. Er ist mein Herr und regiert auf dem Thron über mein Leben.
Und so werden die da vor dem Thron sein und ihm Tag und Nacht in seinem Tempel dienen. Das ist auffällig. Warum? Der Tempeldienst war grundsätzlich nur tagsüber. Am Abend wurden die Tore geschlossen, und die Leute mussten heimgehen, außer denjenigen, die bleiben durften, Ausnahmeleuten, wie zum Beispiel den Priestern oder einer Prophetin Hanna. Sie verharrte im Tempel; sie hatte offensichtlich eine besondere Zelle gehabt.
Tag und Nacht: Bei den sieben Festen des Herrn war das Laubhüttenfest das Fest, das Tag und Nacht gefeiert wurde. Und das ist das Laubhüttenfest hier, Tag und Nacht. Da wurden im Vorhof, im Frauenvorhof, diese hohen Lampen, über 26 Meter hoch, entzündet. Und das Licht wurde in ganz Jerusalem gesehen, sogar in den dunkelsten Gassen. Und Jesus nimmt in Johannes 8 am achten Tag darauf Bezug und sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln.“ Das Licht des Laubhüttenfestes erklärt eben Tag und Nacht.
Im Frauenvorhof hat der professionelle Priesterchor und das Orchester Psalmen aufgeführt. Und das Volk war da und hörte zu. Und die alten Männer haben dann auch Reigen aufgeführt, nicht das Volk, sondern die alten Männer vom Sanhedrin mit Fackeln in der Hand. Das ist schon eine besondere Freude, nicht wahr, wenn alte Männer Reigen aufführen. Das ist sehr ungewöhnlich. Aber das Gesetz sagt schon vom Laubhüttenfest dreimal, dass man sich an diesem Fest freuen muss. Und einmal von diesen drei steht nur: Freuen.
Darum haben die Rabbiner gesagt: Wer noch nie die Freude von Sukkot, dem Laubhüttenfest, erlebt hat, der hat noch nie Freude gehabt im Leben. Sehen wir, worum es geht? Nach dieser langen, jahrelangen Drangsal, wo sie zwar immer wieder erleben durften, diese Liebkosungen Gottes, Elim, und die Durchhilfe des Herrn bis zum Schluss, aber die große Freude, die kommt dann ganz sicher danach, die völlig ungestörte Freude, die nicht mehr unterbrochen wird.
Die himmlische Hütte und die Quellen des Lebens
Und da sieht Johannes sie. Wir sehen also, dass sie auf der Erde sind. Es heißt nämlich, weiter in Vers 15:
Und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen errichten.
Das ist der himmlische Tempel, die himmlische Stiftshütte. Ja, über ihnen. Sie sind nicht drin, sondern über ihnen. Sie sind auf der Erde gesehen. Also, das ist die Laubhütte Gottes, die himmlische Stiftshütte, der himmlische Tempel.
Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, noch wird je die Sonne auf sie fallen, noch irgendeine Glut. Das werden sie alles erlebt haben zur Genüge in der großen Drangsal, aber dann ist endgültig vorbei damit. Noch irgendeine Glut!
Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu Quellen der Wasser des Lebens.
Ja, da haben wir das Shoeva-Ritual. Und der Priester ist das Lamm. Ja, der Herr Jesus ist ja der Priester, sagt der Hebräerbrief, der sich selber zum Opfer gab. Und darum ist er der Priester und das Lamm.
Und er wird sie leiten zu Quellen, in der Mehrzahl, der Wasser des Lebens. So wie der Priester runterging mit der Volksmenge zum Teich Siloah, um dort zu schöpfen, aus den Quellen, in der Mehrzahl, um wieder unter Freuden hinaufzugehen, wird der Jesus sie leiten zu Quellen der Wasser des Lebens.
Und natürlich ist das gleichzeitig eine Anspielung auf Psalm 23, wo der gute Hirte die Herde zum stillen Wasser führt. Und dort ist es ja der Herr, der der gute Hirte ist. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er lagert mich auf einer grünen Aue, er führt mich zum stillen Wasser und so weiter. Und hier ist es das Lamm.
Ja, der Herr Jesus ist der gute Hirte, und er ist das Lamm. Das heißt, der gute Hirte weiß ganz genau, wie es für uns ist, ein Schaf zu sein in seiner Herde, weil er selber Mensch wurde. Er wurde das Lamm, um als Mensch für uns zu sterben.
Und so ist es also das Lamm, der gute Hirte, der leitet zu den Quellen des Wassers des Lebens. Und dann heißt es: Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.
Und es ist so: Im Leben weint ein Mensch durchschnittlich einige Tränen. Schätzung, wie viele Tränen im Durchschnitt? Es gibt solche, die weinen noch mehr. Wie viele Tränen? Ja gut, ich habe sie auch nicht gezählt bei mir, aber es waren schon einige.
Ja, du sprichst über Liter, ich möchte wissen, wie viele Tränen. Gott hat sie gezählt, so steht es in den Psalmen und sogar aufgeschrieben in das Buch der Tränen, Psalm 56. Für Gott ist es so wichtig. Und es ist ja so, dass es im Tierreich nicht normal ist, dass man Tränen vergießt wegen Traurigkeit. Aber Menschen machen das, das ist typisch menschlich. Und es sind etwa fünf Millionen Tränen, es gibt etwa achtzig Liter im Leben. Einfach, wie gesagt, es gibt Menschen, die weinen mehr als andere.
Aber sogar die letzten Tränen, 5 Millionen, 200 Tausend, 176 – alle werden abgewischt. Wunderbar, nicht wahr?
Rückkehr zu Hesekiel 47 und die geistliche Deutung des Flusses
Also, was für ein Panorama das ist. Und nun gehen wir zurück zu Hesekiel 47. Wir haben viel Vorarbeit geleistet, um jetzt richtig zu ernten und zu pflücken.
Dieses Wasser kommt aus dem Tempelhaus und geht am Altar vorbei. Das ist ein Bild des Kreuzes, des Todes des Herrn Jesus als Opfer, nicht wahr? Wir haben ja in Johannes 7 gelesen. Johannes erklärt dort, dass der Herr Jesus von dem Heiligen Geist sprach, den die an ihn Glaubenden empfangen sollten. Aber der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.
Der Herr Jesus konnte ja als Mensch erst verherrlicht, also hoch erhoben werden, nachdem er sich erniedrigt hatte bis zum Tod am Kreuz. Ja, und so musste der Herr Jesus zuerst sterben, damit dann eben dieser Fluss entstehen konnte. Und so geht also das Wasser hier vorbei, am Altar. Das erinnert daran, dass eben dieser Fluss auf der Grundlage des Kreuzes möglich wird.
Die zunehmende Ausbreitung des Geistes in der Apostelgeschichte
Und nun haben wir da verschiedene Stadien. Zuerst rieselt Wasser von der Torschwelle hier, also fließt es aus dem Haus, von der Schwelle am Altar vorbei. Dann heißt es in Vers 2: „Und siehe, Wasser rieselten von der rechten Seite des Tores her.“
Also, dieses Rieseln ganz am Anfang, diese kleine Menge von Wasser nach dem Altar, das entspricht Apostelgeschichte 2,4. Da waren Jünger und Jüngerinnen zusammen versammelt, im Obersaal auf dem Nachbarhügel, dem Südwesthügel der Altstadt von Jerusalem, der heute auch Zion heißt. Aber ich sage dem Zion zwei im Unterschied zu Zion eins, dem Tempelberg.
Und was heißt es da in Apostelgeschichte 2,4? „Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen.“ Es waren die hundertzwanzig, die da versammelt waren, Apostelgeschichte 1,15. Die bekamen den Heiligen Geist. Das war ein kleiner Anfang, diese hundertzwanzig. Das war Wasser, das rieselt.
Aber dann haben wir gesehen: Der himmlische Fremdenführer führt Hesekiel weiter. In Vers 3 heißt es: „Und als der Mann nach Osten hinausging, war eine Messschnur in seiner Hand. Und er maß tausend Ellen und ließ mich durch das Wasser gehen, Wasser bis an die Knöchel.“
Ja, tausend Ellen in Hesekiel sind Königsellen. Darum steht in Kapitel 40: Die Ellen, die da verwendet werden, sind die Elle plus eine Handbreite. Ich fand die normale Elle, die man im Alltag braucht in Israel, das ist die kleine Elle mit sechs Handbreiten. Sechs mal 7,5 Zentimeter, das gibt 45 Zentimeter. Und die Elle, die eben speziell für den Tempel verwendet wurde, die Königselle, hat noch eine Handbreite dazu. Das gibt 50,5 Zentimeter.
Gut, also ein bisschen mehr als 500 Meter, 25 Meter, und dann ist das Wasser schon bis an die Knöchel.
Von den ersten Bekehrungen bis zur weltweiten Ausbreitung
Nun wurde der Heilige Geist ausgegossen, Apostelgeschichte 2,4. Und an diesem selben Tag, am Pfingsttag, kamen durch die Predigt von Petrus 3000 zum Glauben. Das ist Wasser bis an die Knöchel. Ich schlage auf: Apostelgeschichte 2,41. Er sagte ihnen: Tut Buße. Vers 38. Und dann die Folge, Vers 41: Die nun sein Wort aufnahmen, wurden getauft, und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
Dreitausend Juden kamen zum Glauben. Das ist grandios, das ist Wasser bis an die Knöchel. Aber wenn man die Apostelgeschichte weiterliest, wird das Evangelium weiter in Jerusalem ausgebreitet. Und es kommt dann auch nach Judäa. Schließlich geht der Evangelist Philippus nach Samaria zu den Samaritanern, und die Samaritaner nehmen in großer Zahl das Evangelium auf. Und schließlich, als sie akzeptierten, dass sie mit dem bisher gehassten jüdischen Volk zusammengehören, mussten die jüdischen Apostel Johannes und Petrus ihnen die Hände auflegen als Zeichen der Einheit. Das haben sie akzeptiert, und dann erst hat Gott den Heiligen Geist gegeben. Sonst hätte es die erste Spaltung in der Gemeinde gegeben.
Also bekamen die Samaritaner den Heiligen Geist, ein Mischvolk. Das waren Heiden, die sie mit der Restbevölkerung vermischt hatten, als die zehn Stämme nach Assyrien deportiert wurden, 721 v. Chr. Und die haben wirklich genetisch die Verwandtschaft mit dem Volk Israel. Das kann man heute zeigen. Das ist also tatsächlich so. Fünfundzwanzig Meter, tausend Ellen, und da kommt es zu Wasser bis an die Hüften.
Ja, wir müssen einfach in der Apostelgeschichte weiterlesen, und da kommt ein neues Stadium in Apostelgeschichte 10. Petrus wird vom Herrn vorbereitet, und zwar brauchte er eine Vision, damit er diesen Schritt wagen konnte. Gott macht ihm klar, dass er in das Haus eines Heiden gehen muss, um dort das Evangelium zu verkündigen. Und das war für Petrus von klein auf undenkbar. Als Jude geht man nicht ins Haus von einem Heiden.
Warum? Ja, die Rabbiner haben das gesagt. Das steht so in der Bibel nicht, aber die haben sich schon etwas überlegt, sie haben sich immer etwas überlegt. Und zwar haben sie sich gesagt: Wenn man auf Besuch geht zu einem Heiden, dann wird doch ein Imbiss angeboten. Und was bieten die an? Alles so grausiges Zeug, was nicht koscher ist. Darum hat man sich gesagt: Geht gar nicht auf Besuch! Dann hat man einfach nicht das Problem, dass man sagen muss: Nein, das dürfen wir nicht essen.
Das liegt nicht allen, zu sagen: Nein, das geht nicht. Also dann geht das nicht. Und jetzt musste er vorbereitet werden. Wie kann man den Auftrag des Herrn Jesus, geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium allen Nationen, wie kann man das umsetzen mit der Überlegung, man geht nicht in das Haus eines Heiden?
Hm, und so wurde Petrus vorbereitet. Schließlich kam er in Kontakt mit dem Hauptmann Cornelius, einem Italiener. Ja, der stammte aus Italien, ein Hauptmann über hundert Soldaten in Cäsarea. Und er ging zu ihm heim, verkündigte das Evangelium, und die kommen während der Verkündigung zum Glauben und erhalten den Heiligen Geist, bevor sie getauft werden. Ganz nach dem Grundsatz von Epheser 1,13: Nachdem ihr das Evangelium geglaubt habt, seid ihr versiegelt worden mit dem Heiligen Geist.
Bei den Juden in Apostelgeschichte 2 war es ein bisschen komplizierter. Die mussten sich bekehren und dann taufen lassen, als Beweis, dass die Bekehrung wirklich echt war. Wenn ein Jude sich taufen lässt, ist das für jede orthodoxe Familie die größte Katastrophe. Es wird ein Riesengezetter geben, wenn einer aus einer orthodoxen Familie sagt: Ich glaube, dass Jeshua der Messias ist. Aber die haben dann immer noch Hoffnung. Die holen dann zum Beispiel jemanden von Yad Leachim, das ist eine Organisation, die holt die bekehrten Juden wieder zurück ins Judentum. Die sind zuerst ganz freundlich und erklären: Weißt du, das ist alles Unsinn, was die erzählen mit Jeshua, Messias und so, das ist alles falsch und so. Aber dann gibt es eben solche, die haben sich richtig bekehrt, und die kommen nicht zurück.
Und wenn die sich taufen lassen, dann sagt man, das ist die unvergebbare Sünde. Das wird in Ewigkeit nicht mehr vergeben, und dann kommen alle Flüche aus 5. Mose 28 über einen. Ja, dabei wird man gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Orten, Epheser 1,3. Aber wirklich: Wenn einer sich dann taufen lässt, dann zeigt das, die Bekehrung muss echt sein.
Ja, und bei den Samaritern war es eben so: Die wollten nichts mit den Juden zu tun haben, und die mussten sich eins machen. Darum erst nach der Handauflegung durch jüdische Brüder, durch Apostel. Aber die Römer bekamen sofort den Heiligen Geist, und da begann eine ganz neue Phase. Und das heißt: Das ist genau diese Phase, Wasser bis an die Hüfte.
Der Fluss wird zum Bild der weltweiten Mission
Wir hatten rieselndes Wasser. Die 150 in Jerusalem bekommen Heilungsgeist. Dann haben wir Wasser bis an die Knöchel, 3b, Apostelgeschichte 2,41: 3000 kommen an Pfingsten zum Glauben. Dann haben wir Wasser bis an die Knie. Das war die Sensation von Apostelgeschichte 8: Ganz viele Samaritaner kommen zum Glauben. Aber dann, in Apostelgeschichte 10, die Sensation: Wirkliche Heiden, die genetisch keinen Zusammenhang mit dem Volk Israel haben, kommen zum Glauben ans Evangelium. Wasser bis an die Hüften.
Aber es braucht noch etwas, bis dann schliesslich der Heilige Geist in Apostelgeschichte 13 in der Gemeinde in Antiochia in Syrien sagt: „Sondert mir nun aus Paulus und Barnabas.“ Sie gehen auf die erste Missionsreise, und sie gehen von Ort zu Ort zu den Heiden. Überall, wo sie das Evangelium verkündigen, kommen Heiden zum Glauben und erhalten den Heiligen Geist, nachdem sie das Evangelium geglaubt haben, Epheser 1,13-14. Und da haben wir Vers 5: „Und ihr mass tausend Ellen, ein Fluss, durch den ich nicht gehen konnte. Denn die Wasser waren tief, Wasser zum Schwimmen, ein Fluss, der nicht zu durchgehen war.“
Und dann geht dieser Fluss weiter, Apostelgeschichte 13, 14, 15, 16, 17. Ich muss nicht alles aufzählen. Ich muss nicht beweisen, dass ich bis 28 zählen kann. Schliesslich kommt Paulus mit dem Evangelium bis nach Rom, zur Hauptstadt der Heiden des römischen Reiches, des Weltreiches damals. Und was macht er dort? Er ist in Halbgefangenschaft, wartet auf die Anklage, und in diesen zwei vollen Jahren empfängt er Leute in seinem gemieteten Haus. Gebunden an zwei Soldaten, aber das Wort Gottes war nicht gebunden. Er verkündigt das Evangelium, und das letzte Wort der Apostelgeschichte lautet: ungehindert.
In der deutschen Übersetzung muss man die Wortfolge ein bisschen anders halten, aber im Griechischen ist es dann akolytos, ungehindert. Der Fluss. Und nicht wahr, die Apostelgeschichte ist fertig, aber der Leser, der zum ersten Mal liest, viele Kapitel vor dem Ende: Paulus beruft sich auf den Kaiser, und er fragt sich: Oh, was kommt denn raus in Rom? Wir haben es gelesen, wir wissen es. Es kommt nichts raus. Der Prozess wird gar nicht beschrieben, und dass er wieder freigekommen war, wird auch nicht beschrieben. Eigentlich haben wir hier einen offenen Schluss.
Warum? Um zu zeigen: Hier ist die Geschichte von dem Fluss aus dem Tempelberg nicht fertig, sondern sie geht weiter. Sie ging weiter durchs zweite Jahrhundert, durchs dritte Jahrhundert, ich muss jetzt nicht beweisen, dass ich bis 21 zählen kann, aber wirklich: Der Fluss geht weiter bis ins 21. Jahrhundert. Und überall, auf allen fünf Kontinenten, sind alle Nationen erreicht worden, kommen Menschen zum Glauben.
Und Jesus sagt in Matthäus 24,14: „Dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.“ Das Ende ist die grosse Drangsal. Aber das Evangelium wird noch, bevor die grosse Drangsal beginnt, alle Nationen erreichen. Griechisch: Ethnos, das ist die grösste Einheit. Ich weiss, es gibt etwa zweihundert Nationen, das entspricht Ethnos. Aber im Griechischen haben wir das Wort Volk, Laos, das ist kleiner. Und darum gibt es etwa zehntausend Völker und unzählige Stämme. So unterscheiden die Bibel Nationen, Völker, Stämme und Sprachen.
Und es ist so, dass alle Nationen erreicht werden sollten, nicht alle Menschen, auch nicht alle Stämme, aber alle Nationen. Und das ist heute der Fall. Also die Drangsal könnte schon längst kommen. Und davor muss noch die Entrückung geschehen, die könnte auch kommen, die könnte auch heute kommen. Ja, aber da ist jetzt immer noch dieser Fluss, ungehindert geht das weiter.
Und die Apostelgeschichte zeigt also Paulus in Rom, aber der Fluss ging auch danach weiter, durch all die Jahrhunderte hindurch bis heute, und geht aus von diesem Tempelhaus, ein Bild der Gemeinde. Und auch des einzelnen Gläubigen: Von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen. Wunderbar, nicht wahr?
Das Tote Meer, Heilung und die Hoffnung auf Durchbruch
Und nochmals zurück zu Hesekiel 47. Schließlich geht das Wasser hinunter bis ins Tote Meer, und wir haben gelesen, dass das Tote Meer gesund werden wird, so dass es dort viele Fische von ganz unterschiedlichen Arten geben wird.
Nicht wahr: Wenn der Jordan durch den See Genezareth fließt, kommt er oben bei Tiberias und Umgebung aus mehreren Quellen. Dann fließt er in den See Genezareth hinein, und dort gibt es viele Fische. Sehr viele Fische. Und dann geht er im Süden wieder weiter hinunter bis ins Tote Meer, und dann ist Schluss. Keine Fische, alle sterben. Alle Fische, die dort in der Nähe von Jericho hineingehen, werden getötet. 30 Salz, das ist unglaublich.
In den Ozeanen haben wir so etwa drei Prozent Salz. Das hat der Schöpfer hineingelegt, um zu desinfizieren, weil so viele Tiere in den Meeren sterben, tagtäglich. Und es könnte ganz schlimme Infektionen geben. Darum braucht es das Salzwasser in den Ozeanen. Aber im Toten Meer 30 das überlebt niemand.
Also zu Hause als Tipp, das ist keine Hausaufgabe, wie ich es sonst schon gegeben habe, aber: ein Drittel Salz in der Badewanne, zwei Drittel Wasser, und dann hat man zu Hause Tote-Meer-Erfahrung. Man schwimmt obenauf. Im Pool würde ich es nicht machen. Aber ja, man will dann obenauf schwimmen. Darum ist das Meer wirklich tot.
Und das war schon zur Zeit von Abraham so, beziehungsweise in der Zeit von Mose. Mose beschreibt ja das Tote Meer in 1. Mose 14 und nennt es Jam Melach, das Salzmeer, was eben ein Meer war mit überhöhtem Salzgehalt. Und nun sehen wir hier: Das wird dann durch den Fluss aus dem Tempelberg geändert werden. Es wird gesund werden, und es werden Fischer stehen bei En-Gedi, bei dieser wunderbaren Oase, wo Gott David so zwischendurch eine Caresse de Dieu gegeben hat, als er ständig auf der Flucht war vor Saul. Von Ort zu Ort hastete er, und dann diese Erholung in En-Gedi. Das ist einer der schönsten Orte für mich auf der Welt.
Die Oase En-Gedi mit den Krippendächsen, den Steinböcken, den Kurzschwanzraben und den Glanzstaren, wirklich fantastisch. Also von En-Gedi bis En-Eglajim, das ist auf der anderen Seite des Toten Meeres, nicht wahr. Wenn man das Tal von En-Gedi sieht, geht das Wasser dann ins Tote Meer. Auf der anderen Seite, ein bisschen versetzt, ist der Arnon, das Arnontal, und das ist dann eben der Bereich von En-Iglaim. Überall rund ums Tote Meer Fischer, die ihre Netze ausbreiten.
Und was wird da geschehen? Dieses Meer, tot durch die Jahrtausende hindurch, und plötzlich wird das Gesetz des Todes durchbrochen. Das klingt genau wie Römer 8. Ich lese einfach aus Römer 8, Vers 1: Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind. Und dann weiter: Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Das Gesetz des Geistes des Lebens, des Quellwassers, durchbricht das Gesetz des Todes im Toten Meer. Das ist ermutigend. Wir haben Bekannte, wir haben Leute in der Verwandtschaft, nicht wahr, für die wir schon lange beten, und die bekehren sich immer noch nicht. Und mit der Zeit kommt so die Überzeugung auf: Dies sind einfach hoffnungslose Fälle. Und das Tote Meer schien auch jahrtausendelang ein hoffnungsloser Fall. Und doch wird der Tag kommen, wo das Gesetz des Todes durchbrochen wird. Ist das nicht wunderbar?
Und das gibt uns Mut, weiterzubeten. Solange jemand noch auf der Erde ist und lebt, ist es mit dem Tod unmöglich, sich noch zu bekehren. Aber bis zum Tod können wir noch Hoffnung haben, dass jemand sich bekehrt, und dass plötzlich dieser Tag kommt, wo der Fluss, das Wasser, das von uns ausgeht, Ströme lebendigen Wassers zum Durchbruch kommen und das Gesetz des Geistes des Lebens das Gesetz des Todes durchbricht.
Frucht, Heilung und die Grenzen des Tausendjährigen Reiches
Und dann haben wir gesehen, dass dort auch besondere Bäume wachsen. Diese Früchte kommen Monat für Monat, jeden Monat neue Früchte. Diese Früchte sprechen von der Frucht des Geistes nach Galater 5,22: Freude, Liebe, Frieden und so weiter, neun Bestandteile.
Diese Früchte sind zur Speise, und die Blätter sind zur Heilung. So können auch viele Folgen der Sünde, viele Verletzungen der Seele, durch diesen Fluss aus dem Tempelberg geheilt werden.
Es wird noch gesagt, dass die Sümpfe und Lachen nicht gesund werden. Wenn man am Toten Meer vorbeifährt, sieht man, dass es überall solche Löcher mit Restwasser vom Toten Meer gibt. Diese Lachen werden hier konkret erwähnt. Das ist eine Besonderheit. Beim Toten Meer hätten wir noch mehr Zeit, würde ich erklären, wie das genau von der Bodenbeschaffenheit funktioniert und warum diese Löcher entstehen. Aber vielleicht ein anderes Mal in einem anderen Zusammenhang.
Diese Lachen werden bleiben, sie werden nicht gesund werden. Und das ist typisch für das Tausendjährige Reich. Das Tausendjährige Reich wird fast Vollkommenheit sein, aber nicht ganz. Denn wir lesen, dass alle, die ins Tausendjährige Reich eingehen werden, Wiedergeborene aus Israel und aus den Nationen sind. Diese werden Kinder haben. Und die Kinder bekehren sich nicht automatisch, weil die Bekehrung nicht in den Genen aufgeschrieben ist. Jede Generation muss sich neu bekehren. Manche werden sich nicht bekehren, und manche werden sogar rebellieren.
Darum steht in Psalm 101 am Schluss: Jeden Morgen werden Gesetzlose ausgerottet werden. Jeder Aufstand wird sofort gerechte Vergeltung haben. Warum? Weil im Tausendjährigen Reich die Gerechtigkeit herrschen wird.
Aber Petrus sagt vom neuen Himmel und der neuen Erde: Dort wird Gerechtigkeit wohnen. Das ist zu Hause, da gibt es keinen Widerstand mehr. Und darum sehen wir in Ausnahmefällen, sagt Jesaja 65, werden Menschen sterben. Mit hundert Jahren werden sie noch Jünglinge sein. Und wenn sie dann mit hundert Jahren als Rebellen sterben werden, dann erinnert das an diese Sümpfe und Lachen, die nicht gesund werden.
Also: im Tausendjährigen Reich fast vollkommen, aber der neue Himmel und die neue Erde werden dann ganz vollkommen sein.
Schlussanwendung und Ermutigung für die Gegenwart
Und so sehen wir, dass dieses Kapitel so reich an Belehrungen ist und dass wir, obwohl alles wörtlich in Erfüllung gehen wird, den Gewinn haben, es auf uns zu übertragen und die geistliche Bedeutung für uns zu erkennen.
Es macht Mut, das Evangelium weiterzugeben, damit wir noch so viele wie möglich erleben, die zum Glauben kommen und bei denen das Gesetz des Todes durchbrochen wird. Tod in Sünden, also nach Epheser 2, sind eigentlich alle ungläubigen Menschen: wandelnde Leichen. Tot in Sünden und Vergehung, bringen sie für Gott keine Frucht hervor. Er betrachtet sie als tot. Und wenn sie dann zum Glauben kommen, ist das die Wirkung dieses Flusses aus dem Tempelberg.
Und dann noch etwas Politisches zum Schluss: Wenn ich Mitglied der Knesset wäre, also im israelischen Parlament, dann würde ich aufstehen, ans Pult gehen und sagen: „Chawwerim we Chawwerot, Genossen und Genossinnen, so spricht man dort. Schalom. Wir haben ein Problem mit dem Toten Meer. Es ist ja so, dass es immer mehr austrocknet, weil so viel Wasser vom Jordan für die Landwirtschaft benutzt wird. Darum geht das Tote Meer mehr und mehr zurück, und das führt zu einer ökologischen Katastrophe im Gebiet von Israel und Jordanien. Also muss man das Problem lösen.
Als 1989 die Sowjetunion fiel und dann eine Million Juden aus Russland und der ehemaligen Sowjetunion kamen, da haben wir gedacht: Oh, da kommen viele gute Mathematiker. Die Russen sind in Mathematik besser als die Amerikaner. Die Amerikaner sind weiter mit Software und so, aber die Russen in Mathematik. Und die müssen alle beschäftigt werden. Also machen wir ein Projekt: Wir graben einen Kanal vom Mittelmeer her durchs Land bis ins Tote Meer, um Wasser hinzuzuführen. Oder vom Roten Meer, das ja auch höher liegt als das Tote Meer, durch die Wüste Negev einen Kanal. Ein Milliarden-, Abermilliardenprojekt. Und bis heute, was haben wir gemacht? Nichts.
Das Tote Meer geht zurück, zurück, zurück, zurück, zurück. Es wird ja bald wie das Death Valley in den USA, der tiefste Ort dort. Ja, es ist wirklich eine Sorge. Aber dann will ich sagen: en beaia, es gibt kein Problem. Wir brauchen nicht diese Milliarden für einen solchen Kanal, sondern es wird ja ohnehin kommen aus dem dritten Tempel. Und dann würde ich Hesekiel 47 vorlesen und diese Aussicht, dass da einmal Fischer stehen werden, von Ein Gedi bis Ein Ergleichen.
Ja, dann wollen wir an dieser Stelle schließen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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