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Einführung in den 1. Korintherbrief, Teil 1/2

1. Korinther 1,1-16,2403.03.2007
Serie•Teil 1 / 2Einführung in den 1. Korintherbrief
Korinth war ein Chaos aus Stolz, Streit und Moralbruch. Paulus fragt: Wie lebt eine Gemeinde, wenn Jesus wirklich Herr ist – und was muss sich dann bei dir ändern?

Einführung und Ziel des Briefes

Heute Nachmittag beschäftigen wir uns im Sinne einer Einführung mit dem ersten Korintherbrief. Wie man vielleicht auf der Einladung festgestellt hat, endet heute der Bibelschulentag im Prinzip um siebzehn Uhr dreißig, also eine halbe Stunde länger, als wir das bis dahin hatten. Wenn wir merken, es ist zu lang, können wir das nächste Mal wieder kürzen. Also, wir machen jetzt mal neunzig Minuten, dann kommt die große Pause mit Kuchen und so, bis um vier Uhr, und dann nochmals neunzig Minuten. Aber ich wäre dann froh um Rückmeldung, ob das zu viel war, ob es besser war wie bisher siebzehn Uhr und dann Schluss. Aber so müssen wir vielleicht ein bisschen weniger hetzen am Schluss, um das Thema abzurunden.
Wir wollen uns also mit dem ersten Korintherbrief beschäftigen. Der erste Korintherbrief behandelt die realen Probleme einer christlichen Ortsgemeinde. Er zeigt auf, wie konkrete Schwierigkeiten angegangen und gelöst werden müssen. Zudem gibt er viele detaillierte Anweisungen, die grundsätzlich wichtig sind, um an einem bestimmten Ort eine biblische Ortsgemeinde nach Gottes Gedanken darstellen zu können.
Der Römerbrief, gerade davor, und 1. Korinther sind die Briefe, die uns ganz grundsätzlich einführen in das Thema: Das Heil, die Rettung in Christus durch Glauben allein. Das ist der Grundsatzbrief über die Lehre des Heils, und der erste Korintherbrief ist der Grundsatzbrief über die Verwirklichung der örtlichen Gemeinde.
Wir lesen aus 1. Korinther 1,1-9:
Berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen und Sostenes, der Bruder, der Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, sowohl ihres als unseres Herrn: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr in ihm in allem reich gemacht worden seid, in allem Wort und aller Erkenntnis, wie das Zeugnis des Christus unter euch befestigt worden ist, sodass ihr in keiner Gnadengabe Mangel habt, indem ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet. Diese wird euch auch befestigen bis ans Ende, damit ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus. Gott ist treu, durch welchen ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

Absender, Autorität und Adressaten

Diese Verse machen uns deutlich, wie wir auf die Frage antworten müssen, wer der Autor dieses Buches ist: ganz klar der Apostel Paulus.
Der erste Vers beginnt mit Paulus, dem Kleinen. Er ist sich seiner Kleinheit bewusst, fügt dann aber hinzu: berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen. Und das gibt ihm die Autorität von Gott her, direkt. Ja, er sah sich als einen geringen Menschen, aber diese Berufung Gottes, die Berufung durch den Sohn Gottes, Jesus Christus, gab ihm die Autorität, sodass das, was in diesem Brief folgt, eben nicht Menschenwort ist, sondern volle apostolische, göttliche Autorität besitzt.
Mitabsender ist der Bruder Sostenes. Wir haben im Neuen Testament nur noch eine Stelle, an der ein Sostenes vorkommt, und interessant ist, dass er in Korinth gefunden wird. In Apostelgeschichte 18,17 wird Sostenes, ein Synagogenvorsteher von Korinth, erwähnt, der aber von den übrigen Juden abgelehnt wurde. Also ist er offensichtlich zum Glauben gekommen, und es ist daher gut möglich, dass dieser Sostenes, der hier erwähnt wird, dieser gläubige ehemalige Synagogenvorsteher war.
Aber wichtig: Ich habe nicht gesagt Mitautor, sondern Mitabsender. Das ist nicht dasselbe. Also spricht der Apostel Paulus in diesem Brief mit apostolischer Autorität. Und er sagt nicht: „Wir, also Paulus und Sostenes“, sondern er spricht in seiner apostolischen Autorität. Sostenes wird hier mitgenannt als Absender. Mit ihm hat er offensichtlich auch gerade über die Situation in Korinth gesprochen und in Gemeinschaft mit ihm diesen Brief geschrieben.
Die Adressaten sind die Gläubigen in Korinth, die Gemeinde in Korinth, 1. Korinther 1,2: der Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen. Also wird hier die Gemeinde in Korinth angesprochen. Aber man beachte: Es ist nicht einfach die Gemeinde in Korinth, sondern es ist die Gemeinde Gottes in Korinth.
Und das macht deutlich: Eine Ortsgemeinde ist etwas grundsätzlich anderes als ein Kaninchenverein. Die Gemeinde Gottes an einem Ort ist nicht einfach so eine Interessenvereinigung, in der Menschen, die ein bisschen ähnlich denken und ein bisschen ähnlich sind, zusammenkommen. Nein, es ist die Gemeinde Gottes. Also gehört die Gemeinde nicht uns, es ist Gottes Gemeinde. Und wenn wir die örtliche Gemeinde so sehen, sehen wir sie vollkommen anders als irgendeine menschliche Interessensgruppierung. Es ist die Gemeinde Gottes, sie gehört nicht uns, und das letzte Sagen hat immer nur Gott selbst.

Die Gemeinde als Gottes Werk und die Berufung der Gläubigen

Das ist vielleicht auch noch wichtig im Blick darauf, wenn jemand aus irgendwelchen Gründen eine Gemeinde verlässt, und das nicht wirklich biblische Gründe sind. Dann findet er vielleicht diese Leute mühsam und so weiter, und sagt: Jetzt gehe ich halt aus diesem Club weg. Das geht nicht, es ist die Gemeinde Gottes.
Aber natürlich können wir das nur wirklich als Gemeinde Gottes sehen, wenn die Autorität Gottes in der Ortsgemeinde anerkannt wird. Wenn die Gemeinde Gottes und die Autorität des Wortes verworfen werden, dann hört eine Gemeinde natürlich auch auf, Gottes Gemeinde zu sein.
Es ist aber vielleicht auch klar: Es gibt manchmal Pastoren, die sprechen von ihrer Gemeinde, als wären es ihre Schafe. Aber es sind nicht ihre Schafe. Kein Mensch kann sagen: Das ist meine Gemeinde. Es ist die Gemeinde Gottes.
Und Paulus geht davon aus, dass diese Menschen in der Gemeinde Gottes in Korinth echte Gläubige waren. Er nennt sie die Geheiligten in Christus Jesus und zusätzlich die berufenen Heiligen. Also geht es um die Menschen, die von Gott berufen waren. Und damit gehören sie zu den Auserwählten Gottes, die mit dem göttlichen Ruf versehen wurden.
Ich schlage auf aus Römer 8, wo wir Gottes Ratschluss sehen in der sogenannten goldenen Kette, Römer 8,29. Denn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen; und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.
Vor Erschaffung der Welt hat er die Erlösten gesehen, zuvor erkannt. Er wusste auch ganz genau, wer sich dem Evangelium Gottes wirklich unterwerfen und dem Zug Gottes nachgeben würde. Und diese zuvor Erkannten, die hat Gott dann zuvor bestimmt. Sie sollen Söhne Gottes werden, indem sie dem Bild seines ewigen Sohnes gleichförmig werden. Sie sollten also Kinder Gottes werden, die Gott so kennen sollten, wie der ewige Sohn Gott von Ewigkeit her kannte, nämlich als Vater.
Und diese zuvor Bestimmten hat Gott später berufen. Das war der Ruf zum Glauben. Und diese Auserwählten, diese zuvor Bestimmten, die berufen wurden, die sollten zum Glauben kommen. Und Gott beantwortet das mit der Rechtfertigung. Welche er aber berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt, gerechtgesprochen, weil in Christus ihnen alles vergeben worden ist. Und diese Gerechtfertigten hat er auch verherrlicht, denn sie sind eine neue Schöpfung.
 2. Korinther 5,17: Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Das ist die Verherrlichung.
Also nennt Paulus die Korinther die berufenen Heiligen. Das sind also die, die dem Ruf Gottes an die zuvor Erkannten und zuvor Bestimmten gefolgt sind und darum gerechtfertigt worden sind.
Die Rechtfertigung erwähnt Paulus bei den Korinthern in Kapitel 6 an einer ganz eindrücklichen Stelle. Ein herrliches Zeugnis der Gnade Gottes, 1. Korinther 6,9-11: Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht ererben werden? Irrt euch nicht: weder Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes.
Also spricht er die Korinther als Gesamtheit an und sagt: Ihr seid gerechtfertigt worden. Er sieht sie als echte Gläubige, die berufen wurden und gerechtfertigt wurden, vollkommen neue Menschen.

Die Entstehung der Gemeinde in Korinth

Die Entstehungsgeschichte der Gemeinde Korinth wird uns in Apostelgeschichte 18 erzählt. Paulus gründete die Korinthergemeinde auf seiner dritten Missionsreise. Ganz kurz gehen wir durch diese Verse hindurch.
Nach diesem aber schied er von Athen und kam nach Korinth. Und er fand einen gewissen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig, der kürzlich aus Italien gekommen war, und Priscilla, seine Frau. Weil Claudius befohlen hatte, dass alle Juden sich aus Rom entfernen sollten, ging er zu ihnen. Und weil er des gleichen Handwerks war, blieb er bei ihnen und arbeitete; denn sie waren Zeltmacher ihres Handwerks.
Paulus kommt von Athen nach Korinth. Dort trifft er mit einem Ehepaar zusammen, das aus Rom kurz zuvor ausgewiesen worden war. Kaiser Claudius hatte im Jahr 49 alle Juden aus der Stadt, aus der Millionenstadt Rom, hinauswerfen lassen, weil es dort einen riesigen Krach gegeben hatte wegen des Themas des Messias Jesus. Zwischen den Juden, die das Evangelium ablehnten, und den Juden, die zum Glauben kamen, gab es in Rom einen solchen Aufruhr, dass der Kaiser alle Juden, ob gläubig oder ungläubig, aus der Stadt ausweisen ließ.
Und so kam dieses Ehepaar von Rom, von Italien, nach Griechenland, genau in der Zeit, als Paulus dorthin kam. Korinth war eine Stadt mit vielen Philosophen, die so gerne Geld einsammelten von den Leuten und dann so kleine Philosophenschulen gründeten. Paulus kommt dahin und sagt sich: Ich will ja nicht diesen Philosophen gleichen, ich nehme kein Geld von den Leuten in Korinth.
An anderen Orten ließ er sich als Missionar von den Gläubigen unterstützen. Aber in Korinth hat er von Anfang an kein Geld genommen. Und was soll man als Missionar machen? Dann muss man eben teilzeitlich arbeiten. Und weil diese zwei, dieses Ehepaar, gerade zu der Zeit zufällig nach Korinth kam und zufällig das gleiche Handwerk betrieb wie Paulus, der das, wie es üblich war, wohl von seinem Vater gelernt hatte.
Damals in der Antike ist man nicht mit fünf oder sechs in den Kindergarten gegangen, das gab es damals noch nicht. Aber normalerweise ist man so mit fünf oder sechs in die Lehre zum eigenen Vater gegangen und hat das Handwerk des Vaters gelernt. Und so wurde Paulus Zeltmacher. Er ist ja aufgewachsen in Zilizien, in dieser Provinz da am Mittelmeer in der heutigen Türkei. Und in Zilizien war bekannt, dass das Ziegenhaar dort im Allgemeinen sehr, sehr dick ist. Das heißt, es war sehr schwer zu verarbeiten, zu zeltdecken, und darum hat sich in Zilizien diese Berufsgattung des Zeltmachers entwickelt.
Paulus hat also dieses Handwerk gelernt. Später haben die Eltern gewollt, dass er Karriere macht, und haben ihn nach Jerusalem geschickt. Dort hat er dann seine Rabbinenausbildung bei Gamaliel dem Zweiten, diesem großen Rabbi, der auch im Talmud vorkommt, gemacht. Aber eben: Zufällig hatte er das gleiche Handwerk. So konnte er in die Firma A&P teilzeitlich einsteigen und hatte ein Sprungbrett, um in Korinth missionieren zu können, ohne je auch nur eine Münze von den Korinthern anzunehmen.
Das sollte sich als sehr wichtig erweisen, denn später, wie man aus den Korintherbriefen entnimmt, haben die Korinther ihm den Vorwurf gemacht, er sei eigentlich Evangelist, weil er Geldspenden liebe. Da konnte er ihnen sagen: Also, ich habe euch vielleicht ein Unrecht getan. Es tut mir leid, dass ich von euch nichts genommen habe. So ironisch spricht er im zweiten Korintherbrief.
Aber das war also ganz besonders wichtig, dass all diese Zufälle stattfanden. Also sehen wir, wie der Herr die Weltgeschichte geführt hat: dass Kaiser Claudius eben im Jahr 49 alle Juden hinauswarf, und so kam zufällig unter der Führung Gottes dieses Ehepaar nach Korinth, zufällig mit dem richtigen Handwerk. Und so konnte Paulus hier einsteigen für diese große Missionsarbeit in Korinth.

Erste Missionsschritte und die Rolle der Synagoge

Ich lese jetzt weiter, Vers 4: Er unterredete sich aber in der Synagoge an jedem Sabbat und überzeugte Juden und Griechen.
Paulus hat auf seinen Missionsreisen immer die grossen Städte aufgesucht, die Ballungszentren. Sein Ziel war also nicht, mit den Bauernhöfen auf dem Land zu beginnen, sondern dort, wo es viele Menschen gab, wo man schnell viele Menschen erreichen konnte. Von diesen Ballungszentren aus sollten die Gläubigen vor Ort ins Hinterland gehen und evangelisieren.
So wurde im ersten Jahrhundert das Christentum vor allem in den Grossstädten rund ums Mittelmeer aufgebaut. Erst im zweiten Jahrhundert wurde das Hinterland so richtig evangelisiert. Darum nannte man die Leute auf dem Hinterland auf Lateinisch die Pagani, der Paganus. Das ist der Mann auf der Heide, draussen auf dem Land. So wurde das Wort paganus eben zum Wort für Heide im Lateinischen. Das sind also die, die auf der Heide sind. Im Deutschen ist es genau gleich: Der Heide ist der auf der Heide, der eben noch nichts von Gott wusste.
Aber so war also die Strategie: zuerst die Ballungszentren. Und in den Ballungszentren suchte Paulus immer: Gibt es da eine Synagoge? Denn im ganzen Mittelmeerraum gab es Juden, die Handel trieben. Die waren schon damals gut auf dem Gebiet. Und sie hatten natürlich in den Städten jeweils eine eigene Synagoge aufgebaut. Dort hatte man gerade schon Leute, die das Alte Testament kannten, bevor sie bekehrt waren. Und das war natürlich ideal. Wenn man nur kurze Zeit evangelisiert und dann schon wieder weitergehen muss, dann muss ja eine Gemeinde am Ort funktionieren können.
Wenn Juden sich bekehrten, dann waren das schon Leute, die frisch bekehrt waren, aber die Bibel schon sehr gut kannten, wenigstens das Alte Testament. Und so beginnt er also mit dem Brückenkopf in Korinth, mit der Synagoge. Er redet sich mit den Juden, aber es heisst hier: unüberzeugte Juden und Griechen.
Es war eben so: In jener Zeit gab es viele Heiden, also Nichtjuden. Die hatten so richtig genug von diesen stupiden Göttern der römisch-griechischen Religion, von Göttern, die Ehebruch treiben und alle Perversionen tun, zum Teil noch schlimmer als anständige Heiden. Man denkt an Zeus und so weiter, das ist ja grauenhaft. Sie hatten die Nase voll und sehnten sich nach einem heiligen, ewigen Gott.
So waren viele Nichtjuden im ganzen Mittelmeerraum sehr interessiert am Glauben der Juden in ihren Städten. Da waren Menschen, die an einen heiligen Gott glaubten, der alles in seiner Hand hat. Und so begannen sie sich für die Bibel zu interessieren. Weil die Bibel ja im dritten Jahrhundert vor Christus auf Griechisch übersetzt worden war, die Septuaginta-Übersetzung, wurde diese Übersetzung in diesen Synagogen gelesen. Und die Heiden hatten Zugang zum Alten Testament, weil es die Bibel in ihrer Sprache gab.
Ich muss betonen: Im Mittelmeerraum war Griechisch zur Zeit des Römischen Reiches die Weltsprache, nicht Lateinisch. Man kam also rund ums Mittelmeer mit Griechisch durch, ausser in Spanien. Dort musste man Latein können.

Wachstum, Widerstand und göttliche Ermutigung

Jetzt Vers 5: Als aber sowohl Silas als auch Timotheus aus Mazedonien herabkamen, wurde Paulus hinsichtlich des Wortes gedrängt und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei.
Also hat Paulus in einer ersten Phase mit den Juden einfach allgemein über den Messias gesprochen, aus der Bibel heraus. Und wir sehen aus Apostelgeschichte 17 in Thessalonich: Da hat Paulus zuerst erklärt, der Messias, wenn er kommt, muss sterben und auferstehen. Die nächste Phase war dann, zu zeigen: Jesus von Nazareth, das ist der Messias. Und er ist vor ein paar Jahren in Jerusalem gekreuzigt worden und am dritten Tag auferstanden.
Also in einer ersten Phase einfach Bibelstudium, allgemein: Wer ist der Messias? Und in der nächsten Phase dann: Aber Jesus ist genau dieser Messias, wie er in der Bibel angekündigt wird. Wir sehen also, Paulus hatte eine Strategie in seiner Missionsarbeit. Aber wenn wir ihn gefragt hätten, woran das liegt, dass das Evangelium Frucht bringt, dann hätte er nicht gesagt: Er muss eine gute Strategie und Methode haben. Dann hast du es überhaupt nicht. Aber es ist auch nicht so, dass er einfach irgendwie ohne System vorgegangen wäre. Er hat sich überlegt, wie muss man das Evangelium in die heidnische Welt hinausbringen? Und wie muss man mit Juden sprechen? Nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen, sondern wir müssen eine Basis aufbauen und dann auf dieser Basis das Evangelium erklären.
Vers 6: Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme auf euren Kopf, ich bin rein; von jetzt an werde ich zu den Nationen gehen. Und er ging von dannen fort und kam in das Haus eines Gewissen mit Namen Titius Justus, welcher Gott anbetete, dessen Haus an die Synagoge stieß.
Also es kommt zu einem Knall in der Synagoge. Aquila und Priscilla konnten sagen: Du, Paulus, das haben wir zu Genüge erlebt in Rom, und jetzt gibt es das auch noch in Korinth? Ja, er muss sich also trennen von der Synagoge. Aber da gibt es einen, der kommt zum Glauben. Das war ein Heide. Der Ausdruck „welcher Gott anbetete“ bezeichnet in der Apostelgeschichte Nichtjuden, die zum Glauben an den Gott des Alten Testaments gekommen waren.
Wie kam dieser Titius Justus zum Glauben? Nun, zufälligerweise hatte er ein Haus gerade neben der Synagoge in Korinth. Und so war er tagtäglich mit dem Judentum konfrontiert, und so kam er zum Glauben an den Gott der Bibel. Und als Paulus kam mit dem Evangelium und erklärte, dieser Gott der Bibel hat den Messias gesandt, und das ist Jesus Christus, kam er zum Glauben. Und so konnte Paulus umziehen und Versammlungen abhalten in dem Haus, im Nachbarhaus der Synagoge in Korinth. Toll, nicht wahr? Aber das sieht man: Gottes Hand war sogar in der Positionierung der Häuser in Korinth und darin, wer da wohnte. Da sehen wir doch ganz klar einen Plan. Von der Synagoge kann man ins Nachbarhaus umziehen, und die Synagoge wird damit weiter konfrontiert mit dem Evangelium. Jetzt sind sie einfach nebenan Christus gegenüber.
Aber der Vorsteher der Synagoge glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause. Und dann geschieht das Gewaltige: Der Mann, der die Hauptverantwortung trug in der örtlichen Synagoge von Korinth, bekehrt sich, und die ganze Familie. Und viele der Korinther, welche hörten, glaubten und wurden getauft.
Der Herr aber sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht; denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Übles zu tun, denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Also stand noch einiges bevor, und Paulus bekam, was ja nicht einfach das Übliche war in apostolischer Zeit, eine Vision. Das ist interessant, wenn man so die Apostelgeschichte durchliest, die Zeit der Apostel: Dann wimmelt es nicht von Visionen. Aber es gibt an ganz besonderen Angelpunkten ganz spezielle Offenbarungen Gottes. Und auch hier: Dieser Paulus war nämlich in einer ganz schwierigen Stadt. Ich werde gleich noch erklären, was Korinth war. Und da brauchte er diese Ermutigung, jetzt weiterzufahren und nicht zu schweigen.
Also schon die Konfrontation mit der Synagoge war sehr gefährlich. Und ich werde gleich zeigen: Die Korinther waren auch ein gefährliches Volk, und zwar vor und nach der Bekehrung. Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Übles zu tun, denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Wunderbar, da sieht man jetzt die Vorkenntnis Gottes. Bevor die bekehrt sind in Korinth, sieht Gott bereits sein Volk in dieser Stadt. Das ist die Vorkenntnis Gottes. Und so sollten also nach diesem ersten Anfang noch viele da in dieser Stadt zum Glauben kommen.
Er hielt sich ein Jahr und sechs Monate auf und lehrte unter ihnen das Wort Gottes. Das ist sehr lang, denn Paulus ist an anderen Orten normalerweise ziemlich schnell von einer Stadt zur anderen gegangen. Aber hier, eineinhalb Jahre, hat er einen soliden Grund gelegt. Und das stimmt genau überein mit 1. Korinther 3, wo Paulus spricht über die Gemeindegründung.
Vers 9: Denn wir sind Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister, griechisch Architekt, ein weiser Architekt, den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Er sieht also die Gemeinde hier als Tempel Gottes, als Gottesbau, und das Fundament, der Fundamentfelsen, ist Jesus Christus. Und darauf hat er die Gemeinde in Korinth, die Ortsgemeinde, aufgebaut als weiser Architekt und hat so eineinhalb Jahre solide dieses Fundament gelegt.

Historischer Rahmen und gesellschaftliche Prägung der Stadt

Vers 12: Als aber Gallion Prokonsul von Achaia war.
Wir kennen Gallion aus der Geschichte. Er war ein Bruder des stoischen Philosophen Seneca, also ein Christenfeind aus dem ersten Jahrhundert. Von diesem Gallion hat man bei den Ausgrabungen in Korinth, die übrigens 1896 begonnen wurden, eine Inschrift gefunden, auf der der Prokonsul Gallion erwähnt wird. Er war während sieben Monaten Prokonsul in Korinth, und diese Zeit seiner Prokonsulschaft kann man aus dieser Inschrift einordnen. Sie fällt in den Zeitraum von Juli 51 bis Juli 52, also in diese sieben Monate.
Das ist eine interessante Inschrift, weil sie uns die Weltgeschichte, die Chronologie der Weltgeschichte, mit der Chronologie der Apostelgeschichte in Verbindung bringt. Wir können das schön einordnen und sehen, in welcher Zeit das Feld nach der Weltgeschichte lag, als Gallion Prokonsul von Achaia war. Jetzt sehen wir auch, wie gut das passt.
Sueton, ein römischer Schriftsteller, hat eine Lebensbiografie von Kaiser Claudius geschrieben, De Vita Claudi, also über das Leben von Claudius. Darin beschreibt er, dass Claudius im Jahr 49 die Juden aus Rom hinausgeworfen hatte. Nun ist also klar: Apostelgeschichte 18,2. Dieser Rausschmiss fand im Jahr 49 statt. Dann kamen die Juden in der Folge nach Korinth, und Paulus kam dorthin. Das war die Zeit des Prokonsuls Gallion. Es passt also wunderbar in die Chronologie.
Ja, Vers 12: Als aber Gallion Prokonsul von Achaia war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser überredet die Menschen, Gott anzubeten, dem Gesetz zuwider.
Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sagte Gallion zu den Juden: Wenn es ein Unrecht oder eine böse Handlung wäre, o Juden, so hätte ich euch billigerweise ertragen. Wenn es aber Streitfragen sind über Worte und Namen und das Gesetz, das ihr habt, da seht ihr selbst zu; denn über diese Dinge will ich nicht Richter sein.
Also, dieser Gallion hatte, wie sein Bruder Seneca, für Juden überhaupt nichts übrig. Wenn das mit diesem Buch der Juden zu tun hat, dann bin ich da nicht zuständig.
Und wenn wir weiterlesen, sehen wir die Konsequenzen: Er trieb sie von dem Richterstuhl hinweg. Richterstuhl, griechisch Bämer, das war ein wichtiger Ort, wo eben solche hohen Beamten ihren Sitz hatten. Und diesen Richterstuhl hat man in Korinth gefunden, also einen originalen Richterstuhl dort.
Und er trieb sie von dem Richterstuhl hinweg. Alle aber ergriffen Sostenes, den Vorsteher der Synagoge, und schlugen ihn vor dem Richterstuhl. Und Gallion bekümmerte sich nicht um dies alles. Also nimmt er seine Verantwortung als Führer in dieser Stadt überhaupt nicht wahr.
Und nun lesen wir von Sostenes, dem Vorsteher der Synagoge. Ja, wir hatten doch schon Crispus. Ja, aber der hat natürlich abgedankt, oder? Dann kam der Nächste, und offensichtlich hat auch der Nächste sich bekehrt. Gut, es könnte theoretisch auch der Übernächste gewesen sein, ja, aber jedenfalls ein Folgevorsteher. Er kommt nämlich da auch in Konflikt, und die Juden in Korinth schlagen ihn. Da haben wir eben diesen Namen Sostenes, der später als Mitabsender des ersten Korintherbriefes figuriert. Also ist es eigentlich naheliegend, eine Verbindung zu machen.
Dann Vers 18: Nachdem aber Paulus noch viele Tage da geblieben war, nahm er Abschied von den Brüdern und segelte nach Syrien ab, und mit ihm Priscilla und Aquila, und so weiter.
Nun geht Paulus weiter. Aber sehen wir: In Vers 11 heißt es „ein Jahr und sechs Monate“. Dann vergeht offensichtlich eine Zeit, bis Vers 12 kommt: Als aber Gallion Prokonsul von Achaia war, frühestens etwa Juli 51, dann kommt diese Geschichte. Und schließlich heißt es noch in Vers 18: Nachdem aber Paulus noch viele Tage da geblieben war, nahm er Abschied.
Also sind es 18 Monate plus, die Paulus in Korinth verbracht hat. Dann ging Paulus nach Ephesus.

Soziale Spannungen, Reichtum und moralische Gegensätze

Nun, auf dem Blatt, auf dem Skript, habe ich vermerkt, dass bei den Adressaten etwa in der Mitte des Blattes die Stelle kam: Viele Korinther kamen also zum Glauben, wie wir gesehen haben. Die Mehrheit kam aus der Unterschicht, denn Paulus schreibt in 1. Korinther 1,26:
Denn seht auf eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleische, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind. Sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, auf dass er die Weisen zu Schanden mache, und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf dass er das Starke zu Schanden mache, und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt, und das, was nichts ist, auf dass er das, was ist, zunichte mache, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme.
Also war die Korinthergemeinde zur Hauptsache aus Leuten aus der Unterschicht zusammengesetzt. Die Mehrheit kam aus der Unterschicht, und es waren übrigens auch Sklaven dabei. Denn 1. Korinther 7,21-24 sagt er: Wenn du Sklave bist und die Gelegenheit hast, frei zu werden, dann musst du das unbedingt benutzen. Aber wenn du nicht frei werden kannst, dann lass dich nicht bekümmern. Bleib einfach darin, wie der Herr dich berufen hat.
Es gab aber wenige Edle, denn er sagt nicht viele Edle. Es gab also auch solche aus der Oberschicht. In Korinth gab es, wie wir aus den Ausgrabungen wissen, sehr reiche Leute. Also bestand ein starkes Spannungsfeld zwischen sehr reich und nichts besitzend. Das war das Stadtbild von Korinth.
Zum Beispiel wird in Römer 16,23 einer dieser Edlen erwähnt. Paulus schrieb ja im Jahr 57 den Römerbrief von Korinth aus, und da sagt er in Vers 23: Es grüßt euch Gaius, mein und der ganzen Versammlung Wirt. Es grüßen euch Erastus, der Stadtrentmeister, und der Bruder Quartus.
Also war Gaius ein Reicher. Er hatte so ein Riesenhaus, wo er die ganze Gemeinde unterbringen konnte. Er hatte die Korinthergemeinde in seinem großen Haus, in seiner Supervilla. Dabei muss man sich natürlich nicht so eine kleine Supervilla vorstellen, wie das viele Leute bei uns haben; die war noch viel größer. Und da konnte er die ganze Gemeinde unterbringen, und er war auch der Versammlungswirt. Das heißt, er hat die Gemeinde auch noch verköstigt, wenn sie da zu den Zusammenkünften bei ihm waren.
Dann wird noch Erastus, der Stadtrentmeister, erwähnt. Im Griechischen steht hier das Wort oikonomos, das war also der Stadtökonom, der die Stadtfinanzen verwaltete. Interessant ist: Bei den Ausgrabungen in Korinth hat man eine Inschrift gefunden mit Erastus, und zwar mit einem noch höheren Amt, Erastus der Ädil. Da Erastus ein sehr seltener Name war im Altertum, ist es eigentlich naheliegend, dass das wohl derselbe Erastus ist wie hier, der also dann vom Stadtökonom noch weiter zum Ädil aufgestiegen ist.
Also gab es Edle und es gab Sklaven, ein gewaltiges Spannungsfeld. Aber Gott wollte sie alle zusammen in der gleichen Gemeinde. Man hätte sich sagen können: Wie macht man doch eine Sklavengemeinde auf, wo man so auf dem Tamtam herumschlägt, und dann eine Edelgemeinde, wo man ein bisschen distinguierte Musik macht und so. Das ist nicht Gottes Plan. Das ist nicht Gottes Gemeinde.
Gottes Gemeinde in Korinth umfasste alle, die wirklich zum Glauben gekommen waren, die Geheiligten in Christus Jesus. Da muss man sich vorstellen: Da war der Erastus auf einem Stuhl, und vielleicht gerade daneben ein Sklave. Das, was in der alten Welt völlig undenkbar war, wurde in der Gemeinde Gottes möglich.
Und wir wissen aus der Kirchengeschichte, dass gerade dieses Durchbrechen der sozialen Verhältnisse, eben dass Sklaven und Reiche so auf gleicher Ebene miteinander in der Gemeinde verkehren konnten, so viel Aufsehen in der alten Welt erregt hat und das Zeugnis für Christus ganz wesentlich gefördert hat. Wie kann es sein, dass der die Armen so ernst nimmt? Da ist man doch getrennt, so war das in der alten Welt, aber nicht so in der Gemeinde Gottes. Und das war ein ganz starkes Zeugnis für Christus.
Ich habe gesagt: wenige Edle, viele aus der Unterschicht. Aber was eben wirklich schlimm war: Viele kamen aus dunkelstem Heidentum und aus schlimmster Unzucht. Diese Stelle haben wir schon gelesen, 1. Korinther 6,9-11. Da wird klar: Das waren also viele Hurer, dann Ehebrecher, Götzendiener. Er hat ja nur einen Teil von Korinth ausgegraben, und in diesem Teil, der allerdings der zentralste Teil war, also der wichtigste Teil von Korinth, war es voll von Tempeln für alle möglichen Götter aus der griechisch-römischen Religion. Es gab sogar auch ein Pantheon, also einen Tempel für alle Götter. Auf dem Hintergrund muss man das sehen: Götzendiener, Ehebrecher, Weichlinge, das sind Homosexuelle, die die Rolle der Frau spielen, Knabenschänder, das sind Homosexuelle, die den Mann spielen, noch Diebe. Es waren viele Diebe, Habsüchtige, Trunkenbolde, also es gab Alkoholiker, eine ganze Reihe, Lästerer, Räuber. Räuber sind natürlich schlimmer als ein Dieb. Ein Dieb nimmt etwas, wenn der Besitzer nicht da ist oder wenn er es nicht merkt. Aber ein Räuber schlägt ihn noch zusammen.
Und man muss sich vorstellen: Solche Leute waren da in der Gemeinde. Wir sehen, dass einige Dinge nach der Bekehrung noch nicht ganz abgeschlossen waren, und da sehen wir auch eine Quelle von vielen Problemen, die in der Gemeinde in Korinth entstanden waren. Aber ich habe in der Bibel in Vers 11 ganz speziell diese Wörter „aber“ angestrichen: Und solche seid ihr etliche gewesen, aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt. Das ist das göttliche „aber“, das wirklich aus der Vergangenheit die Vergangenheit löschen kann, einen totalen Strich darunter ziehen kann, eben durch die vollkommene Vergebung.
Rechtfertigen heißt, dass Gott jemanden als einen Gerechten erklärt, wie wenn er noch nie gesündigt hätte. Wenn Gott uns alle Sünden wegnimmt, was bleibt noch übrig? Dann bleibt nur noch ein Gerechter übrig, wenn alles Unrecht weg ist.

Die Stadt Korinth als Handelszentrum und moralischer Brennpunkt

Jetzt zur Lage der Stadt Korinth. Sie lag am Westende der Landbrücke, die man Isthmus nennt und die die Halbinsel Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindet, etwa drei Kilometer vom Meer entfernt.
Wenn man sich diese Landbrücke auf der Karte anschaut, dann sieht man, dass es auf beiden Seiten einen Zugang zum Mittelmeer gab. Auf beiden Seiten befand sich auch ein Hafen. Erst im 19. Jahrhundert hat man diese Landbrücke durchschnitten, sodass große Schiffe hindurchgehen konnten. Das war eine großartige Sache, denn so konnte man den Seeweg von Rom, von Italien, in den Nahen Osten ganz erheblich abkürzen. Sonst hätte man immer den großen Umweg um Griechenland herum machen müssen.
Damals machte man das anders: Man kam in den einen Hafen, ging dann über den Landweg hinüber und fuhr vom nächsten Hafen aus weiter. Korinth lag dadurch ganz natürlich an einer entscheidenden Handelsroute zwischen West und Ost. Deshalb war die Stadt ideal für Händler und für Leute, die in kurzer Zeit reich werden wollten.
Diese beiden Häfen waren Kenchreä und Lechaion. Kenchreä wird übrigens in Römer 16,1 erwähnt. Paulus hat ja später den Römerbrief von Korinth aus geschrieben, und da empfiehlt er den Römern die Schwester Phöbe, Römer 16,1: „Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, welche eine Dienerin der Versammlung in Kenchreä ist, auf dass ihr sie in dem Herrn der Heiligen würdig aufnehmt und ihr beisteht, in welcher Sache irgend sie euer bedarf; denn auch sie ist vielen ein Beistand gewesen, auch mir selbst.“ Das ist ein Empfehlungsbrief, den Paulus für diese Schwester in der Nachbargemeinde von Korinth ausgestellt hat, als sie auf dem Weg nach Rom war, damit man sie dort als Schwester aufnimmt.
Jetzt zur Geschichte der Stadt. Die Stadt gibt es wohl seit etwa dem 10. Jahrhundert vor Christus. Um 143 vor Christus wurde Korinth jedoch durch die Römer zerstört und entvölkert. Sie richteten also ein Massaker an und versklavten die Leute. So hörte Korinth als Stadt auf zu bestehen.
Sie wurde später zwar wieder ein wenig bevölkert, aber erst viele Jahre danach, kurz vor 44 vor Christus, also kurz vor dem Mord an Julius Caesar, wurde die Stadt neu von Julius Caesar gegründet. Er ließ dort Veteranen ansiedeln, also Leute aus der römischen Armee, die pensioniert wurden und nach Korinth gingen. Dazu kamen Freigelassene, also ehemalige Sklaven, die im römischen Reich die Würde eines Bürgers erhalten hatten, und natürlich viele Händler. So entwickelte sich die Stadt in wenigen Jahrzehnten wieder.
Zur Zeit von Paulus war Korinth flächenmäßig die größte Stadt Griechenlands, mit einer Fläche von vier Quadratkilometern. Dort wohnten also Abertausende von Menschen. Wie gesagt, es gab viele Tempel, viele Sklaven wurden gekauft, und es herrschten große Gegensätze zwischen Arm und Reich. Das Schlimmste aber: Die Stadt war bekannt als Stadt der Prostitution.
Im Altgriechischen kennt man das Verb korinthiazesthai, das heißt sinngemäß „korinthisch leben“. Damit war Hurerei gemeint. Es war also eine ganz schreckliche Stadt. Interessant ist aber: Paulus hat nicht gesagt, jetzt müssten die Gläubigen aus Korinth ausziehen. Nein, sie sind dort zum Glauben gekommen, und die Gemeinde wurde in Korinth gegründet. Aber wir werden sehen, dass das schon seine Probleme hatte.

Der Brief als Botschaft für alle Gemeinden

Nun aber ein wichtiger Punkt: Obwohl der erste Korintherbrief sehr ausgeprägt örtliche Schwierigkeiten behandelt, richtet er sich ausdrücklich an alle Gemeinden auf der ganzen Welt. Wir haben nämlich in Vers 2 gelesen: Der Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, sowohl ihres als unseres Herrn.
Also ist der Korintherbrief nicht nur für eine Gemeinde geschrieben, sondern für alle Gemeinden auf der ganzen Erde, an jedem Ort, da, wo der Name des Herrn Jesus Christus angerufen wird. Dieser Ausdruck ist also eine Umschreibung anderer Ortsgemeinden. Die Ortsgemeinden waren dadurch charakterisiert, dass der Name von Jesus Christus angerufen wird.
Es gibt ja Christen, und das ist übrigens eine Gefahr, speziell unter den messianischen Juden: Sie beten nur zum Vater. Natürlich hängt das, wenn nicht bewusst, so unbewusst damit zusammen. Wenn orthodoxe Juden in Israel hören, dass sie zu Jesus Christus beten, dann haben sie ein Problem. Aha, Jesus Christus wird so als Gott angebetet! Und dort ist ja der Knackpunkt: Wenn ein Jude glaubt, Jesus ist der Messias, dann kann der oberste Gerichtshof das noch verkraften. Sie sagen: Es gab ja auch sonst immer Juden, die an falsche Messiasse geglaubt haben. Aber wenn sie sagen, dass Jesus Christus Gott ist, dann sind sie keine Juden mehr.
Aber interessant: Hier wird gesagt, die Gemeinden, das sind die, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, also beten zum Sohn Gottes. Zum Vater ist klar, da haben wir genügend Stellen im Neuen Testament. Aber wir haben auch viele Stellen im Neuen Testament, wo ausdrücklich zum Sohn gebetet wird. Zum Beispiel Stephanus betet bei der Steinigung in Apostelgeschichte 7: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf. Oder die Ältesten in Offenbarung 5 fallen nieder vor dem Lamm Gottes und beten an: Würdig bist du, du hast erkauft aus jedem Stamm und Sprache usw.
Aber eben interessant: Für alle Gemeinden ist der Brief geschrieben. Und es ist doch interessant, gerade im ersten Korintherbrief hört man dauernd Leute, die sagen, bei gewissen Abschnitten: Ja, das war für Korinth damals und so. Und ausgerechnet in dem Brief steht: Übrigens, der Brief gilt für alle Gemeinden auf der ganzen Welt. Zwar steht das beim Epheserbrief nicht, beim Kolosserbrief auch nicht, aber dort habe ich noch nie jemanden gehört, der gesagt hat: Ja, das im Kolosserbrief, das bezieht sich nur auf die damalige Situation in Kolossä. Aber im Korintherbrief, und genau da steht es, ist übrigens für alle gemeint. Das finde ich ganz eindrücklich.
Ja, die apostolische Lehre des Paulus, die wird ja hier verkündet. Darum sagt er: Paulus, berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen. Und die hat eben Autorität nicht nur für Korinth, sondern für die ganze Welt.
Schauen wir mal: 1. Korinther 4,17. Paulus sagt: Dieserhalb habe ich auch Timotheus gesandt, der mein geliebtes und treues Kind ist in dem Herrn; der wird euch erinnern an meine Wege, die in Christus sind, gleich wie ich überall in jeder Gemeinde lehre. Damit betont er übrigens: Das, was ich bei euch sage, oder was Timotheus sagt, ist genau gleich, wie ich es sage. Das ist etwas, das ich in allen Gemeinden lehre. Ich lehre nicht in der einen Gemeinde so und in der anderen Gemeinde so.
Und dann 1. Korinther 11,16: Da geht es um Spaltung in Korinth, und Paulus sagt: Wenn es aber jemandem gutdünkt, streitsüchtig zu sein, so haben wir solche Gewohnheit nicht, noch die Gemeinden Gottes. Er verbindet sich so mit allen Gemeinden auf der Welt und sagt: Übrigens, wenn ihr da in Korinth streiten wollt, das ist überhaupt nicht auf unserer Linie, und das ist auch nicht die Ansicht der Gemeinden weltweit. Die Gemeinden Gottes wollen keinen Streit. Das ist das Zeugnis der Gemeinden.
Und schliesslich 1. Korinther 14,33. Im Grundtext gibt es ja keine Punkte und Kommas, und in wenigen Fällen kann man das unterschiedlich setzen. Aber man sollte es eigentlich hier so setzen: Am Schluss von Vers 33 heisst es: Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen eure Frauen schweigen in den Gemeinden. Also dieser Ausdruck „wie in allen Gemeinden der Heiligen“ zeigt wieder: Schaut hier, das ist etwas, was aus der Linie liegt, von allen Gemeinden weltweit. Es geht da nicht um Spezialfälle an einem Ort.

Zeit, Anlass und Hintergrund der Abfassung

Nun, Zeit und Ort der Abfassung des Korintherbriefes: Frühjahr 54 nach Christus.
Es ist nämlich so: Paulus geht nach seinem Korinthaufenthalt nach Ephesus. Und die Apostelgeschichte 19 erzählt, dass er dort drei Jahre war, also die längste Zeit an einem Ort, drei Jahre lang gewirkt hat. Am Ende dieses Wirkens schrieb Paulus den Korintherbrief, denn in 1. Korinther 16,8 sagt er: Ich werde aber in Ephesus bleiben. Aus Apostelgeschichte 19 sehen wir, wie Paulus dann eben von Ephesus abreiste, um das Pfingstfest in Jerusalem zu erleben. Und so können wir also die Abfassung am Ende dieser drei Jahre ansetzen. So kommen wir auf etwa Frühjahr 54 nach Christus.
Warum betone ich das so? Ja, daraus wird einmal klar, dass der erste Korintherbrief ungefähr fünf Jahre nach der ersten Evangelisation in Korinth geschrieben wurde. Also die am längsten Bekehrten in Korinth waren fünf Jahre gläubig. Und in 1. Korinther 14 schreibt Paulus in Vers 12: Also auch ihr, da ihr um geistliche Wirkungen eifert, so sucht, dass ihr überströmend seid zur Erbauung der Gemeinde.
Es gibt Christen, die meinen, sie müssten zwanzig Jahre gläubig gewesen sein, bis sie endlich etwas weitergeben können in der Gemeinde. Aber Paulus erwartet von den Korinthern, von denen die am längsten Bekehrten erst fünf Jahre bekehrt waren, dass sie darauf aus sein sollen, überströmend zur Erbauung der Gemeinde zu sein. Das ist wie ein Treibstachel. Es steht ja schliesslich in Prediger 12 am Schluss, dass die Worte der Weisen Treibstacheln sind, also wie die Stacheln, die man braucht, um den Rindern in den Hintern zu stechen, damit sie gehen. Das ist so ein Rinderstachel. Wau, fünf Jahre bekehrt, und die sollten überströmend sein zur Erbauung der Gemeinde.
Also, das ist eine Ermutigung zum eifrigen Bibelstudium, denn aus nichts kommt nichts. Der Herr Jesus sagt ja in Johannes 14, dass der Heilige Geist euch an alles erinnern wird, was ich euch gesagt habe. Der Heilige Geist erinnert uns an das, was wir schon einmal gelesen haben, aber er erinnert uns nicht an Dinge, die wir noch nie gelesen haben. Darum muss man die ganze Bibel durchstudieren, und dann kann der Heilige Geist uns erinnern und uns so gebrauchen.
In 1. Korinther 16 erklärt Paulus, was seine Reiseziele sind. Er möchte von Ephesus durch Mazedonien reisen und dann nach Achaia kommen. Achaia ist die Provinz, in der diese Stadt Korinth war. Und dann möchte er nach Jerusalem gehen. Wenn man das vergleicht mit Apostelgeschichte 19, stimmt jeder Punkt genau überein. Es ist also schön, wie man den ersten Korintherbrief so wunderbar in die Apostelgeschichte einbetten kann. Und das gilt eben auch für andere Briefe. Die Apostelgeschichte ist ganz wichtig, damit wir das Neue Testament, die neutestamentlichen Briefe, eben richtig auf ihrem Hintergrund einbetten können, damit wir den Inhalt dieser Briefe verstehen, wenn wir den Hintergrund aus der Bibel selbst betrachten.
Warum hat Paulus den ersten Korintherbrief geschrieben? Stephanas, Fortunatus und Achaikus aus Korinth haben Paulus in Ephesus besucht. Das lesen wir in 1. Korinther 16,15: Ich ermahne euch aber, Brüder, ihr kennt das Haus des Stephanas, dass es der Erstling von Achaia ist, also der Erste, der in dieser Provinz von Korinth zum Glauben gekommen ist, und dass sie sich selbst den Heiligen zum Dienst verordnet haben, dass auch ihr solchen untertan seid und jedem, der mitwirkt und arbeitet. Ich freue mich aber über die Ankunft des Stephanas und Fortunatus und Achaikus, denn diese haben erstattet, was eurerseits mangelte; denn sie haben meinen Geist erquickt und den eurigen. Erkennt nun solche an.
Also, es sind drei Brüder, die auf Besuch gekommen sind. Die hatten wohl schwere Sorgen. Er sagt nur, die haben mich glücklich gemacht, die haben mich ermutigt. Und als solche sind sie auch in Korinth bekannt. Sie haben euren Geist erquickt. Das waren also Brüder, die wirklich Verantwortung getragen haben in dieser Gemeinde, und die sind zu Paulus gekommen und haben ihm erzählt, was da alles auf ihnen lastet.
Weiter haben die Hausgenossen der Chloe Paulus über Spaltungen in der Gemeinde informiert: 1. Korinther 1,11. Denn es ist mir von euch kund geworden, meine Brüder, durch die Hausgenossen der Chloe, dass Streitigkeiten unter euch sind. Wir wissen nicht, ob diese Hausgenossen zu Paulus auf Besuch gekommen sind oder ob sie einen persönlichen Brief geschrieben haben, aber sie haben Paulus berichtet, es steht gar nicht gut in Korinth. Die haben da verschiedene Gruppierungen gebildet, die miteinander kämpfen.
Was hier interessant ist: Paulus spricht dieses Problem der Spaltungen als erstes Problem im Brief an, ab Vers 10. Aber er sagt auch, woher er die Information hat. Das ist so ein Schlüssel: Wenn wir anderen etwas sagen, ja, ich habe da Informationen, so und so, dann sollten wir auch sagen können, wie wir zu den Informationen gekommen sind. Das kann sehr gemein sein, wenn man so sagt: Ja gut, ich kann nichts sagen, nein, es ist geheim, aber ich weiss einiges. Ja, aber sieht man diese Transparenz? Paulus konnte gerade sagen: Also von dort habe ich die Quelle, und wenn das nicht stimmt, könnt ihr dort nachfragen. Transparenz. Also es müsste dann schon wirklich, wirklich handfeste Gründe haben, warum man die Quelle nicht angeben kann. Aber wir sehen in diesem Beispiel Transparenz. Ich weiss das, und ich weiss auch, woher ich es habe, und ihr dürft auch wissen, woher ich es habe. So kann man offen miteinander reden.
Die Korinther haben Paulus selber auch einen Brief mit konkreten Fragen bezüglich Ehe, Ehelosigkeit und Scheidung geschrieben. 1. Korinther 7,1: Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren, aber usw. Also, sie haben ihm geschrieben, und es geht da um das Thema Ehe. Und so ist Kapitel 7 dann eine Antwort auf ganz konkrete Fragen und Probleme, über die die Korinther selber geschrieben haben. Und offensichtlich haben sie ihm auch über das Problem der Götzenopfer geschrieben. Denn in Kapitel 8, Vers 1 beginnt er: Was aber die Götzenopfer betrifft, so wissen wir usw. Also offensichtlich haben sie das Thema Götzenopfer auch noch angetönt im Brief, und jetzt, nach dem ersten Punkt abgehakt, kommt er zum nächsten.
Interessant ist aber das mit der Spaltung: Das haben sie ihm nicht geschrieben. Da merkt man auch ein bisschen etwas von einer verschleierten Perspektive. Sie haben gemerkt: Wir haben da einige Fragen in Bezug auf Ehe, auf Götzenopfer, aber sie schreiben nicht über die Spaltung. Das musste Paulus eben über die Hausgenossen der Chloe erfahren. Ja, das zeigt, wie wir Menschen sind. Aber es soll keine Entschuldigung sein.
Über diese Informationskanäle erfuhr Paulus von den zahlreichen Missständen in Korinth, die er durch den ersten Korintherbrief zu korrigieren suchte. Ja, in 1. Korinther 5,1 schreibt er nämlich: Überhaupt hört man, dass Hurerei unter euch sei, und eine solche Hurerei, die selbst unter den Nationen, unter den Heiden, nicht stattfindet, dass einer seines Vaters Frau habe. Also sagt er: Allgemein hört man das. Aber eben, er hat verschiedene Informationskanäle gehabt. Und in 1. Korinther 11,18 schreibt er: Denn fürs Erste, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt, höre ich, es seien Spaltungen unter euch, und zum Teil glaube ich es; denn es müssen auch Verteilungen unter euch sein, damit die Bewährten unter euch offenbar werden. Also: Ich höre. Er hat verschiedene Kanäle gehabt, und eben einer wurde direkt genannt: die Hausgenossen der Chloe.

Die Missstände in Korinth und der Aufbau des Briefes

Was waren also die Missstände in der Gemeinde? Es gab Spaltungen. 1. Korinther 1,10 und folgende spricht darüber, ebenso 1. Korinther 3,4.11.18-19. Dazu kamen Eifersüchteleien und Streit. 1. Korinther 3,3 ist ein schlimmes Übel, nämlich Eifersucht in der Gemeinde. Das ist besonders schwierig, weil man es oft nicht so ganz greifen kann. Man spürt es, kann es aber nicht unbedingt direkt beweisen. Trotzdem ist es ein schlimmes Übel.
Dann gab es ein Liebäugeln mit der Weisheit dieser Welt. Darum spricht Paulus dann so ausführlich über die Weisheit dieser Welt, die in Gottes Augen Torheit ist. Interessant ist, dass es in Korinth ja nur wenige gut ausgebildete Leute gab, und trotzdem war es offensichtlich ein Problem der Korinther im Allgemeinen, dass sie mit der Weisheit der Welt liebäugelten. Also selbst die Leute, die nicht wie Sklaven und so weiter eine besondere Bildung hatten, fanden Bildung so super, dass man gescheit drauflosschwätzen kann. Ja, wir kommen später noch darauf zurück.
Dann gab es Kritik an der verborgenen Gesinnung des Apostels Paulus, 1. Korinther 4,3-5. Die Korinther haben Paulus also in Frage gestellt und ihm ungute Motive unterschoben. Paulus sagt aber: Die Motive im Herzen kennt nur Gott. Und ich bin mir sogar selbst nicht über alles bewusst. Der Herr wird das einmal vor dem Richterstuhl ans Licht bringen. Aber ihr könnt ja nicht über Motive urteilen, über das, was verborgen ist.
Dann gab es einen schweren Fall von Unzucht, 1. Korinther 5, was ich gerade vorhin gelesen habe, und die Gemeinde hat daraus kein großes Problem gemacht und keine Gemeindezucht geübt. Das ist dann der nächste Punkt: fehlende Gemeindezucht.
Dann gab es Rechtshändel unter Geschwistern, 1. Korinther 6,4-7. Es gab also Korinther, die andere Korinther in der Gemeinde vor die weltlichen Gerichte gezogen haben. Und Paulus sagt, das geht natürlich nicht. Die Ungerechten, die gottlosen Heiden, sollen nicht über eure Dinge urteilen. Das muss die Gemeinde lösen können, solche Konflikte. Natürlich geht er davon aus, dass alle, die sich Christen nennen, auch zur Gemeinde gehören und sich dem Urteil der Gemeinde unterstellen.
Heute gibt es natürlich das Problem, dass es Leute gibt, die sagen: Ich bin ein Christ. Aber die Gemeinde hat mir sowieso nichts zu sagen, und überhaupt gehe ich gar nicht in eine Gemeinde, was soll das? Dann wird es natürlich schwierig, oder? Aber Paulus betont eben: Die Gemeinde muss Konflikte unter Geschwistern regeln können.
Dann gab es Unklarheit bezüglich Ehe, Scheidung und Ehelosigkeit, 1. Korinther 7. Dann gab es Unklarheit im Zusammenhang mit Götzenopfern, das wird in 1. Korinther 8 und 10 behandelt. Es gab Angriffe auf die apostolische Autorität des Paulus, 1. Korinther 9. Da haben also einige echt die apostolische Autorität von Paulus in Frage gestellt. Und da merkt man etwas: Das waren zum Teil freche Leute, die sich bekehrt hatten, und manches von dieser Frechheit ist nach der Bekehrung immer noch geblieben. Man muss sich vorstellen: Da kommt der Apostel Paulus, nimmt keinen Batzen an, missioniert in Korinth, die kommen zum Glauben, und dann stellen sie den Paulus in Frage, unterschieben ihm falsche Motive und stellen seine apostolische Autorität in Frage. Unerhört, oder? Aber Paulus hatte damit zu tun. Jetzt verstehen wir, warum der Herr sagte: Fürchte dich nicht, rede und schweige nicht. Es waren also zum Teil recht schwierige Leute.
Dann gab es eine unwürdige Behandlung des Abendmahls, 1. Korinther 11,20-34. Dazu kam Verwirrung bezüglich des Wirkens des Heiligen Geistes, 1. Korinther 12-14. Außerdem herrschte Unordnung im Ablauf der Gemeindestunden, 1. Korinther 14,26-33. Es war also so schlimm, dass Paulus erklären muss, dass der, der in der Gemeinde spricht, schweigen soll, wenn ein anderer schon spricht. Offensichtlich haben Leute gleichzeitig in der Gemeinde gesprochen. Das ist unglaubliches Chaos.
Dann gab es das Problem, dass Frauen in der Gemeinde geredet haben, 1. Korinther 14,34-40. Und gewisse Korinther haben die Auferstehung geleugnet, 1. Korinther 15,12. Da sagt er: Wie kommt es denn, dass gewisse unter euch sagen, es gäbe keine Auferstehung? Man fragt sich: Was ist mit denen passiert, haben die sich bekehrt oder nicht?
Es war so, dass die Missstände tendenziell zunahmen. Mit jeder Gemeindezusammenkunft wurde es schlimmer. 1. Korinther 11,17: Indem ich aber dieses vorschreibe, lobe ich nicht, dass ihr nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren zusammenkommt. Eigentlich sollte es bei uns eine Besserung im Glauben geben, von einer Gemeindezusammenkunft zur nächsten. Das wäre das Normale, geistliches, gesundes Wachstum. Aber er sagt: Bei euch wird es eigentlich mit jedem Zusammenkommen schlimmer.
Ja, das war also der Anlass für den Brief. Er hatte also einige Gründe, diesen Brief zu schreiben.
Jetzt zum Aufbau des ersten Korintherbriefes in der Übersicht. Wir haben die Einleitung gelesen. Zuerst die Begrüßung, 1-3, dann der Dank für Gottes Werk in Korinth, 1,4-9. Paulus sagt, er dankt dafür, dass das Zeugnis von Christus so befestigt ist unter den Korinthern und betont, wie sie in der Erkenntnis reich gemacht worden sind usw. Also beginnt er mit einem Lob. Und wir würden doch denken, bei einer so chaotischen Gemeinde müsste man gerade mit den Problemen beginnen, oder? Aber er kann wirklich zuerst noch das Gute sagen. Und da handelt er wie der Herr handelt.
Das sehen wir auch in Offenbarung 2 und 3, wo der Herr zu den verschiedenen Gemeinden spricht, zu den sieben Gemeinden. Der Herr sucht immer am Anfang das Positive, das es zu nennen gibt, lobt, und dann kommt die Ermahnung. Und wir sind oft so, dass wir, wenn wir negative Dinge sehen, dann nur noch diese Dinge sehen und den Blick für das Gute verlieren. Aber so sollen wir lernen. Es sind zwar nicht viele Verse Lob, aber er kommt sogar später noch einmal darauf zurück, dass er sie lobt: 1. Korinther 11,2. Ich lobe euch aber, dass ihr in allem meiner eingedenk seid, und spricht dann über Kopfbedeckung und so weiter und sagt: Also ich lobe euch, dass ihr diese Dinge einhaltet. Obwohl sie nicht einmal ganz wussten, was eigentlich der Sinn davon war. Darum erklärt er es ihnen dann.
Also: Erkanntes Lob und erkannte Probleme verschließen nicht den Blick für Gottes Werk. Und das ist ganz wichtig, dass wir Gottes Werk in jedem Fall sehen und anerkennen können.

Hauptgliederung des Briefes

So, das ist die Einleitung. Jetzt kommt ein erster Block, den ich überschrieben habe mit Römisch I, Glauben und Denken. Da haben wir zunächst das Problem der Spaltungen in Korinth, 1. Korinther 1,10-17, dann die Weisheit der Welt und die Weisheit Gottes, 1. Korinther 1,18-2,16, und die fleischlichen Korinther und der Gott wohlgefällige Dienst, 1. Korinther 3,1-21.
Es ist interessant, warum wir das Problem der Spaltung und das Problem der Weisheit der Welt so zusammen abgehandelt haben. Da hatte ich das Gefühl: Jetzt endet plötzlich ganz das Thema. Zuerst spricht er über die Spaltung, über die verschiedenen Gruppierungen. Es gab eine Gruppe, die sagte: Ich bin des Paulus. Andere: Ich gehöre zu Apollos. Andere sagten: Ich gehöre zu Kephas. Und andere sagten: Ich gehöre zu Christus. Vier Gruppen gab es.
Und dann spricht er über die Weisheit der Welt. Nun, der Bezug ist ganz direkt. In Korinth gab es ja viele Philosophen und Pseudophilosophen, die versuchten, den Leuten das Geld abzuzwacken und versuchten, so eine Jüngerschaft von Philosophenschülern hinter sich herzuziehen. Das war ja das Übliche in Korinth. Und so hatten die Gläubigen die Welt zum Vorbild. Da gibt es einen schlauen Kopf und dann diejenigen, die ihm alles nachplappern. Das ist eine Schule. Da gibt es diese Gruppe, diese Gruppe, und das haben sie gleich kopiert.
 1. Korinther 1,10: Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle dasselbe redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.
 1. Korinther 1,12: Ich sage aber dieses, dass ein jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber des Kephas, ich aber Christi.
Ist der Christus zerteilt? Ist etwa Paulus für euch gekreuzigt, oder seid ihr auf Paulus Namen getauft worden?
Also es gab eine Gruppe, die sagte: Wir sind Philosophenschüler von Paulus, das ist unser Favorit. Und andere sagten: Nein, wir sind Schüler von Apollos. Und von Petrus, obwohl Petrus war ja nie in Korinth, unseres Wissens, Apollos schon, aber es gab eine Kephas-, eine Petrusgruppe. Und dann die Allerschlimmsten, die sagten: Wir gehören zu Christus. Wir gehören nicht nur zu Paulus oder Apollos und so weiter, wir gehören zu Christus. Ja, also verschiedene Schulen. Sie machen genau das, was man in der Welt auch macht. Also sie kopierten das, was man in der Welt draußen hat.
Und so können wir das sehr gut aktualisieren. Heute haben sich viele überlegt: Wie ist eine Firma erfolgreich? Jetzt wissen wir, wie wir Gemeinde bauen müssen. Ja, wir müssen einfach die Prinzipien des Marketings übernehmen. So wie man eine funktionierende Firma aufbaut, so muss man eben auch eine Gemeinde aufbauen.
Eine Firma klärt ab: Was wollen die Leute eigentlich? Gut, dann machen wir das. Man hat sich überlegt: Was will Otto Normalverbraucher? Ja, Otto Normalverbraucher, der interessiert sich für diese Art von Musik, und der interessiert sich für diese Unterhaltung, und der hat gerne Spaß und dann auch noch ab und zu etwas Tiefsinnigeres usw. Also muss man die Firma diesen Bedürfnissen von Otto Normalverbraucher eben anpassen.
Und da sagt man: Und was will eigentlich Harry? Unchurch heißt nicht kirchlich, also der kirchenferne Harry, was möchte der? Ja, der hört natürlich die gleiche Musik wie Otto Normalverbraucher, also muss Harry Unchurch eben diese Musik haben. Und dann können wir mit den alten Kirchenliedern gerade mal aufräumen. Und was möchte er sonst noch? Und so kopiert man die Methoden, die man eben in der Welt anwendet.
Aber so war das genau da. Paulus greift hier ein und zeigt, wie die ganze Weisheit dieser Welt bei Gott Torheit ist. Also, Spaltung und Weisheit der Welt, das gehört direkt zusammen.
Und noch etwas: Paulus war ja der Evangelist in Korinth. Er sagt in Kapitel 3: Ich habe gepflanzt. Apollos kam später nach Korinth, Apostelgeschichte 19, am Schluss sieht man das, und dieser Apollos hat die Korinther im Glauben weitergeführt. Das war der Lehrer, der Bibellehrer kann man sagen, in Korinth. Und Petrus? Petrus war bekannt als Hirte. Der Herr Jesus beruft in Johannes 21 Petrus und sagt ihm: Weide meine Lämmlein, hüte meine Schafe. Das war der Hirte.
Und so merken wir: Hier werden eigentlich auch verschiedene Gaben gegeneinander ausgespielt. Der Evangelist wird ausgespielt gegen den Lehrer, und der Lehrer wird ausgespielt gegen den Hirten. Und was ist heute? Heute gibt es Leute, die sagen: Was wir brauchen, das ist Evangelisation. Und dafür haben wir für Bibelstudium und so gar keine Zeit, wir müssen evangelisieren, das ist wichtig. Andere sagen: Nein, was soll evangelisieren, wir müssen ein Bibelstudium haben, das ist falsch.
Beides kommt ja vom Herrn. Der Herr hat nach Epheser 4 die verschiedenen Gaben gegeben. Der Gemeinde hat er gegeben Hirten und Lehrer, er gab Evangelisten. Alles kommt von ihm. Da gibt es andere, die sagen: Was sollen wir da, Bibelstudium usw.? Es gibt so viele seelische Nöte in der Gemeinde. Wir brauchen Seelsorge mit einer guten psychologischen Ausbildung, oder?
Aber merkt man, wie eben Dinge gegeneinander ausgespielt werden. Dabei hat der Herr eben Evangelisten gegeben, weil Evangelisation so grundsätzlich wichtig ist. Er hat Lehre gegeben, weil biblische Lehre so grundsätzlich wichtig ist. Und er hat Hirten gegeben, die eine Begabung vom Herrn haben, um bei geistlichen Nöten und seelischen Problemen zu helfen und zu unterstützen. Aber die dürfen wir nicht gegeneinander ausspielen.
Und darum sind natürlich diejenigen, die sagen: Wir gehören zu Christus, natürlich Heuchler. Denn wenn sie Apollos, Paulus und Kephas ablehnen, dann lehnen sie auch den Herrn ab, denn er hat ja diese Brüder gegeben als Gabe für die Gemeinde. In Epheser 4, ab Vers 11, heißt es ja, dass der Herr eben der Gemeinde Gaben gegeben hat. Die einen hat er gegeben als Apostel, andere als Propheten, Hirten und Lehrer, Evangelisten, Hirten und Lehrer.

Glauben und Ethik

Ja, jetzt gehen wir weiter: Römisch 2, Glauben und Ethik.
Ethik, was soll ich für ein besseres Wort nehmen? Ethik ist die Lehre von Recht und Unrecht, von dem, was gottgemäß ist, was Sünde ist, was Gerechtigkeit ist und was vor Gott richtig ist. In diesem Abschnitt geht es also um Glauben und Moral nach Gottes Plan.
Da haben wir in Kapitel 5 zuerst die Gemeindezucht bei schwerer Sünde, 5,1-13. Dann die Gemeinde als Entscheidungsinstanz in Streitfällen, 6,1-11. Danach Ehe und Sexualität nach Gottes Plan, 6,12-47. Und weiter das Problem der Götzenopfer. Götzen sind Nichtse, 8,1-13.
Aber man sieht: Es geht da überall um die Frage, was Recht und Unrecht ist, was Sünde und was Nichtsünde ist.
Dann kommt Römisch 3, Glaube und Dienst für Gott. Zuerst Autorität im Dienst, Kapitel 9,1-27. Dann Götzendienst als dämonische Gefahr für die Gemeinde, 10,1-11. Da ist auch die Kapitelleinteilung wieder unglücklich gewesen, wie man merkt. Dann die Stellung von Mann und Frau in der Schöpfung, 11,2-19. Das Abendmahl nach Gottes Gedanken, 11,20-34. Die Gaben und Wirkungen des Heiligen Geistes, Kapitel 12-14.
Danach kommt ein eigener Block, Römisch 4, Glauben und Lehre. Anlass ist diese falsche Lehre in Korinth über die Auferstehung, und da macht Paulus eine systematische Abhandlung über das Thema der Auferstehung, 15,1-58.
Und dann kommt das Schlusswort, der Epilog: Gottes zukünftiges Werk in Korinth, 16,1-18, und schliesslich noch die Grüsse, 19 bis zum Schluss.

Besondere Akzente des Briefes

Nun ein paar Besonderheiten in diesem Brief: Jesus Christus ist Herr. Das ist eine ausgesprochen wichtige Botschaft dieses Briefes. Und wir haben ja gesehen: Der Brief beginnt schon mit den Worten an die Gemeinde Gottes in Korinth samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen. Nicht einfach den Namen Jesu anrufen, sondern den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, der Autorität hat.
Ich habe ausgezählt: Im griechischen Text kommt das Wort Herr neunundsechzigmal vor, nur im ersten Korintherbrief. Nicht so eine schöne Zahl, neunundsechzig. Aber einmal sagt Paulus noch Maranatha, und das ist aramäisch: Unser Herr kommt. Mara heißt auch Herr, auf Aramäisch. Und da gibt es neunundsechzig plus eins, also siebzig. Siebzigmal Herr. Und daraus folgt: Die Anerkennung der Autorität des Herrn Jesus ist der Schlüssel zur Lösung aller Unordnung in der Gemeinde. Wenn wir uns unter sein Wort stellen, unter seine Autorität, dann können die Probleme gelöst werden.
Und das bedeutet konkret: Paulus beginnt als der berufene Apostel Jesu Christi. Das heißt, die Autorität des Herrn anzuerkennen bedeutet, das apostolische Wort zu glauben und zu tun. Ja, natürlich, die Herrschaft des Herrn anerkennen wir, ja. Und wie in diesem abscheulichen Artikel in Aufatmen, da wurde Jesus-Treue ausgespielt gegen Bibeltreue. Wir haben gesagt, wir sind bibeltreu. Was wir brauchen, ist Jesus-Treue. Aber wenn man das trennt, dann hat man das Christentum liquidiert. Denn das Christentum ohne die Bibel, was ist das? Da kann man bei Josephus Flavius noch etwas nachlesen über Jesus Christus, als er historisch gelebt hat, ja? Wo haben wir die Lehre, was es heißt, ein Christ zu sein? Nur in der Bibel. Also: Auch Jesus-Treue geht nicht ohne Bibeltreue. Und darum müssen wir uns unter dieses apostolische Wort der Bibel stellen.
Ja, wenn wir schon bei Maranatha waren, dieser schöne, schöne Schluss, dann machen wir gleich Pause in Kapitel 16, Vers 21: der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht lieb hat, der sei verflucht. Merken wir noch einmal, wie diese Herrschaft des Herrn hier betont wird. Und wenn jemand eben diesen Herrn nicht liebt, seine Autorität nicht liebt, der kommt unter den Fluch Gottes.
Und dann kommt dieser aramäische Ausdruck Maranatha, die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit euch. Meine Liebe sei mit euch allen in Christus Jesus. Amen.
Nun, Maranatha ist aramäisch. Marana heißt unser Herr, Mara Herr, Marana unser Herr in einem Wort, und Atta heißt kommt. Also Marana Atta, das wird in der Aussprache gebunden, so wie das im Französischen ist. Da muss man ja auch oft so die schöne Liaison, die Bindung, machen. Und dann gibt es Maranatha, Maranatha, Maranatha. Im Arabischen ist das übrigens auch so, dass oft diese Lücken zwischen den Wörtern gebunden werden. Maranatha: Unser Herr kommt. Es ist nicht unmöglich, dass man sagen kann Maranatha, dann heißt es: der Herr kommt. Oder Maranatha, dann heißt es: unser Herr komme. Als Befehl. Ta heißt auf Aramäisch: Komm.
Aber es ist eigentlich nicht ein Wunsch, sondern eine Feststellung: Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht lieb hat, der sei anathema. Und dann die Feststellung: Unser Herr kommt. Der, der eben Herr ist, der wird einmal kommen, um alles zu beurteilen und zu richten.
Ja, machen wir hier Pause.

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