Zum Inhalt

Die Speisung der 5000 – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 328/693
02.10.2023Matthäus 14,17-21
SERIE - Teil 328 / 693Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Speisung der Vielen

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 327: Die Speisung der Fünftausend, Teil zwei.

Wir sind am Ende eines anstrengenden Tages. Jesus hat, obwohl er eigentlich Ruhe gesucht hatte, mit Predigen und Heilen verbracht. Er war auf einen Berg gestiegen, und nun steht die Frage im Raum, wie man all die Menschen draußen in der Öde satt bekommen kann.

 Markus 6,38: "Er aber spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin, seht nach!"

 Johannes 6,8-9: "Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, spricht zu ihm: Es ist ein kleiner Junge hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat. Aber was ist dies unter so viele?"

Genau das ist die Frage, die sich die Jünger stellen: Wie sollen wir mit dem kleinen bisschen Essen so viele Menschen satt machen? Aus menschlicher Perspektive ist diese Frage völlig gerechtfertigt. Wie soll das gehen?

Die Auswahl der Jünger als Zeichen göttlicher Kraft

Und an dieser Stelle möchte ich kurz einen Gedanken anbringen, der über den Text hinausgeht. Wie kann es sein, dass eine Handvoll einfacher, armer und ungebildeter Jünger den Grundstein für eine Weltreligion legen, die innerhalb von dreihundert Jahren das römische Reich überwindet – und das ganz ohne den Einsatz von Waffen?

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Jünger aus der Elite des römischen Staatsapparates zu gewinnen? Menschen, die gut vernetzt, reich und von den besten Rhetorikern geschult sind? Wenn ich der ganzen Welt das Brot des Lebens austeilen will, warum vertraue ich eine solche Aufgabe Leuten an, die auf den ersten Blick nicht tauglich zu sein scheinen? Die eher ein bisschen begriffsstutzig wirken und auch später nicht die schnellsten sind, wenn es darum geht, das ganze Ausmaß ihrer Berufung zu erkennen und anzunehmen?

Wisst ihr, es ist kurz vor dem Passafest – das haben wir jedenfalls in Johannes 6 gelesen. Wenn man sich anschaut, was am Passafest gefeiert wird, dann geht es dort um den Auszug aus Ägypten. Es geht um den Moment, der eine Sklaverei beendet. Es geht um den Beginn einer ganz neuen Beziehung zu Gott und um eine neue Qualität von Leben. Für die Erstgeborenen ging es ganz praktisch ums Überleben.

Und nun der Clou: Wer war der Held in diesem Drama? Die Antwort lautet: Ein achtzigjähriger Schafhirte, der von sich selbst sagt, dass es ihm schwerfällt, die richtigen Worte zu finden. Ein Mörder, der vierzig Jahre im Exil lebte, um der ägyptischen Strafverfolgung zu entgehen. Jemand, der so deutlich mit seiner Herkunft gebrochen hatte, dass er als Israelit nicht einmal seinen Sohn hatte beschneiden lassen.

Kann man mit so jemandem ein Volk aus den Klauen einer Supermacht befreien? Ja, kann man – wenn man Gott ist. Gott kann das. Wenn Gott rettet, dann mag es sein, dass er menschliche Unterstützung erwählt. Aber die Menschen, die er da erwählt und benutzt, die können ruhig schwach sein. Schwach sein, damit jeder sieht, wer hinter ihnen steht und wer der eigentliche Retter ist.

Vertrauen auf Gottes Wirken trotz menschlicher Begrenzungen

Als Menschen neigen wir dazu, unsere eigenen Grenzen zu sehen und zu betonen – wie zum Beispiel bei der Geschichte mit den Broten und den Fischen. Aber was sind schon fünf Brote und zwei Fische unter so vielen Menschen? Diese Menge scheint wirklich nicht viel zu sein, und die Frage ist durchaus berechtigt.

Doch so berechtigt diese Frage auch ist, so falsch ist sie, wenn es um die Dinge Gottes geht. Lernen wir die Lektion, die Jesus seinen Jüngern bei der Speisung der Fünftausend erteilt. Im Reich Gottes geht es nicht um mein Potenzial oder darum, was ich als Mensch mitbringe. Vielmehr geht es darum, dass ich treu das tue, was Gott mir aufträgt.

Solange ich auf ihn höre, wird Gott selbst durch mich wirken. Und darauf kommt es allein an. Das war bei Mose so, und genauso ist es hier bei den Jüngern.

Die Vorbereitung zur Speisung der Vielen

 Johannes 6,10: Jesus sprach: Macht, dass die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort. Es lagerten sich nun die Männer, an Zahl etwa fünftausend.

 Markus 6,39-40: Und er befahl ihnen, sich alle nach Tischgemeinschaften auf dem grünen Gras zu lagern. Sie lagerten sich in Gruppen zu je hundert und je fünfzig.

Wir wissen nicht genau, wie viele Menschen hier zu essen bekommen. Man sagt so leicht „die Speisung der Fünftausend“, aber das Zitat aus Johannes macht deutlich, dass das nur die Zahl der Männer war. Männer, die mit ihren Familien gekommen waren.

Vielleicht haben wir es hier einschließlich der Frauen und Kinder mit eher zwanzigtausend Menschen oder noch mehr zu tun. Ich habe mal ChatGPT gefragt, wie viel Platz man für ein Picknick braucht, an dem so viele Menschen teilnehmen. Die Antwort: Vier bis fünf Fußballfelder.

Das hier sind richtig viele Menschen, die richtig viel Hunger haben. Und jetzt sitzen sie in Gruppen von hundert und fünfzig.

Das Wunder der Speisung im Detail

Und was tut Jesus? Hören wir noch einmal im Matthäusevangelium nach, Kapitel 14, Verse 17 bis 21:

Sie aber sagen zu ihm: „Wir haben hier nichts als nur fünf Brote und zwei Fische.“
Er aber sprach: „Bringt sie mir.“ Und er befahl den Volksmengen, sich auf dem Gras zu lagern.

Dann nahm er die Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte. Er brach die Brote und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie den Volksmengen.

Sie aßen alle und wurden satt. Danach sammelten sie die Brocken auf, die übrigblieben – zwölf Körbe voll.

Die aber aßen, waren ungefähr fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.

Ich habe euch diesen längeren Text bewusst vorgelesen, weil ich es immer wieder unglaublich erstaunlich finde, wie nüchtern die Bibel Wunder beschreibt.

Mich interessiert so viel an diesem Wunder, vor allem: Wie genau ist es abgelaufen? Jesus blickt zum Himmel, dankt Gott, bricht die Brote auseinander und gibt sie den Jüngern. Und dann? Was passiert dann genau?

Hat er das Brot gebrochen und sofort hatte er zwei in der Hand? War das das Wunder? Und wie genau war das bei den Fischen? Die werden überhaupt nur noch am Rande erwähnt.

Im Johannes-Evangelium, Kapitel 6, Vers 11, heißt es: „Jesus aber nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, die da lagerten, ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten.“

Merkt ihr, da bleiben so viele Fragen übrig, und wir haben so gut wie keine Antworten.

Die Evangelien sind eben keine Legenden. Es ging nicht darum, etwas auszuschmücken. Den Evangelisten geht es ganz sachlich und nüchtern um die Sache selbst.

Egal welches Wunder wir betrachten – von Kana, wo aus Wasser Wein wird, über die diversen Heilungswunder bis hin zur Speisung der Fünftausend – immer folgt dasselbe Muster: Bei der Beschreibung des eigentlichen Wunders mangelt es an Details.

Es geht nie um das Wie, sondern immer um das Was. Das Wunder selbst ist nur die Illustration, nie das Eigentliche.

Deshalb müssen wir nicht wissen, wie es genau war. Und für die Neugierigen: Wir können ja später mal fragen.

Jetzt ist nur wichtig, dass Jesus dieses Wunder tut. Hungrige Menschen werden satt, richtig satt, und es bleibt sogar noch etwas übrig.

Die Bedeutung der Reste und Ausblick

Was übrigens dafür spricht, dass die Jünger immer ganze Brote ausgeteilt haben: Johannes 6,12.

Als sie aber gesättigt waren, spricht Jesus zu seinen Jüngern: „Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verloren geht.“

 Markus 6,43 berichtet: „Und sie hoben auf an Brocken zwölf Handkörbe voll und von den Fischen.“

Eine interessante Argumentation, oder? Da wird auf wundersame Art ein Riesenpicknick veranstaltet, bei dem Tausende satt werden. Und dann möchte Jesus nicht, dass etwas verloren geht.

Warum ist das so? Und was hat es mit den zwölf Handkörben auf sich?

Nun, das schauen wir uns dann wohl in der nächsten Episode an.

Persönliche Reflexion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, ob du manchmal glaubst, dass Gott dich nicht gebrauchen kann, weil du nur wenige Gaben besitzt.

Merkst du, wie falsch dieser Gedanke ist?

Das war es für heute. Ich freue mich über eine gute Bewertung meiner App und meines Podcasts.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.