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Wie man geistlich kämpft und siegt!

24.04.2022

Einen wunderschönen guten Morgen! Ich freue mich sehr, dass wir heute so zahlreich zu diesem Gottesdienst zusammengekommen sind. Es ist schön, dass wir gemeinsam feiern dürfen.

Ich möchte auch alle Gäste ganz herzlich begrüßen. Schön, dass ihr da seid und den Gottesdienst mit uns teilen wollt.

Lasst uns zu Beginn des Gottesdienstes zwei Lieder singen, um uns auf diesen besonderen Moment einzustimmen. Ich würde mich freuen, wenn ihr von Herzen mitsingt.

Das erste Lied heißt: "Komm, du Quelle allen Segens, füll mein Herz mit deinem Preis. Du schenkst Ströme voller Gnade immer neu und allezeit. Lehr mich immer, dich zu loben, und lass mich deine Liebe sehen."

Dieses Lied dürfen wir wirklich von Herzen singen. Es soll diesen Gottesdienst heute Morgen prägen, damit wir die Gegenwart Gottes erleben und den Segen mit in unser Leben nehmen können.

Also: Komm, du Quelle, und sei ein lebendiger Fisch!

Einladung zum Lobpreis und Gottesdienstbeginn

Mache ich im Himmel dort dein Angesicht, dann sehe ich Sünde heilig zu dir. Welcher See, welche Frucht fehlt, dass dein Lob nicht erklinge?

Nur die toten Fische schwimmen immer mit dem Strom. Sie lassen sich von allen anderen treiben, haben weder Kraft noch etwas anderes zu tun. Sie wollen der Masse folgen.

Der Fisch aber schwimmt gegen den Strom. Sein Lob ist es, anders zu sein, um dich herzlich ganz voranzubringen. Schwimme doch gegen den Strom! Freude und Sieg sind dein Lob.

Doch aus eigener Kraft bist du wie ein lebend gefischter Fisch, der hinter Gott und Kammer jeden Tag lebt. In deinem Leben ist der Sieger, und durch das, was er tut, wird das Leben neu gestaltet.

Ja, dann lasst uns doch aufstehen und Gott anbeten.

Ja, großer Gott, wir wollen dir danken, dass wir vor dein Angesicht treten dürfen. Danke, dass du die Quelle allen Segens bist, Herr. Danke, dass du unser Gott bist und uns in deinem Sohn Jesus Christus errettet hast. Danke, dass du uns zu deinem Heil berufen hast. Danke, dass wir diesen Gottesdienst feiern dürfen. Danke, Herr, dass du gegenwärtig bist, so wie du es in deinem Wort verheißen hast.

Gebet um Gottes Gegenwart und Segen

Und so wollen wir dich einfach bitten, dass du unser Herz mit deinem Dank erfüllst, so wie wir es vorhin gesungen haben. Möge unser Leben, unser Mund und unsere Einstellung dich loben und dir die Ehre geben.

Auf der anderen Seite bitten wir dich auch, dass du zu uns sprichst. Öffne unser Herz, Herr, und lass uns verstehen, was du zu sagen hast. Lass dein Wort unser Leben verändern und auf dich ausrichten, damit wir den geraden Weg gehen.

Segne den Gottesdienst und benutze den Ato dazu. Schenke ihm deinen Segen. Ebenso bitten wir für die Kinderstunde, dass auch die Kinder dein Wort verstehen. Gib den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kinderstunde Weisheit, dein Wort auf rechte Weise weiterzugeben.

Wir danken dir für deinen Segen und deine Gegenwart. Amen.

Jetzt dürfen die Kinder in die Kinderstunde gehen, und den Ato bitte ich, mit der Predigt zu beginnen.

Begrüßung und Einführung in die Predigt

Ja, einen schönen guten Morgen auch von meiner Seite. Ich freue mich, wieder hier in Hersbruck sein zu können. Ich war ja schon ein- oder zweimal hier, und die meisten dürften mich kennen. Ich heiße Arthur und bin hier in der Bethanien-Gemeinde in Nürnberg.

Wir haben auch immer wieder Brüder aus unserer Gemeinde bei uns zum Predigen. Das ist richtig schön. Jetzt freue ich mich auch mal wieder, hier zu sein und euch zu sehen. Schön, dass es euch noch gibt, dass ihr die letzten zwei Jahre überstanden habt und dass diese Bastion Christi hier noch steht – sehr schön.

Wir haben ja gemerkt, dass die letzten Jahre, vor allem die letzten zwei Jahre, das Leben nicht immer so einfach ist. Vielleicht gilt das auch insgesamt. Besonders als Christ ist das manchmal schwierig. Man muss sich durch gewisse Situationen durchkämpfen, es kommen Herausforderungen auf einen zu.

Als Christ hat man manchmal Probleme, die man als Nicht-Christ gar nicht hat. Das sagen mir immer wieder Leute: „Vorher war ich kein Christ, da war im Grunde alles easy in meinem Leben. Dann wurde ich Christ, und dann kamen die Probleme.“ Das liegt oft daran, dass wir Gläubigen mit zusätzlichen Herausforderungen zu kämpfen haben, die Nicht-Christen nicht so kennen. Der Feind lässt die Nicht-Gläubigen eher in Ruhe, er greift vielmehr die Gläubigen und die Gemeinde an.

Für uns als Gläubige gilt es dann, dass wir kämpfen, dass wir kämpfen.

Thema der Predigt: Geistlicher Kampf und Sieg

Aber die Frage ist natürlich: Wie kämpft man geistlich eigentlich richtig? Was heißt es, im Glauben zu kämpfen? Darum soll es heute Morgen in der Predigt gehen. Das Thema lautet: Wie man geistlich kämpft und siegt.

Den Text dazu könnt ihr gerne aufschlagen. Wir finden ihn in 2. Chronik 20. Dort wird die Geschichte von Josaphat erzählt, einem König aus Juda.

Weil es eine lange Geschichte ist, werde ich sie nicht komplett vorlesen. Ich werde immer wieder auszugsweise einige Verse lesen oder ein bisschen nacherzählen. Wer möchte, kann die Geschichte zuhause gerne als Ganzes durchlesen.

In dieser Geschichte können wir, denke ich, einiges darüber lernen, wie man geistlich kämpft und siegt. Ich möchte den Text in drei Punkten erschließen, und zwar ganz einfach: Erstens die Bedrohung, zweitens der Kampf und drittens der Sieg. Die Bedrohung, der Kampf und der Sieg.

Die Bedrohung: Feinde Israels und ihre Bedeutung

Wir steigen gleich mit dem ersten Punkt ein: die Bedrohung. Das sind die ersten zwei Verse, die ich euch auch mal vorlese. Es handelt sich um 2. Chronik 20,1-2. Dort heißt es:

„Und es geschah danach, dass die Moabiter und die Ammoniter, zusammen mit anderen Völkern neben den Ammonitern, kamen, um Josaphat zu bekämpfen. Und man kam und meldete es Josaphat und sprach: Eine große Menge rückt gegen dich heran von jenseits des Toten Meeres, aus Aram. Und siehe, sie sind bei Hazison-Tamar, das ist Engedi.“

Was ist die Situation? Josaphat wird angegriffen. Von wem? Von den Moabitern und Ammonitern. Die Moabiter und Ammoniter waren Nachbarvölker von Juda. Falls ihr euch die Karte von Israel vor Augen haltet: Der Jordan fließt durch das Land. Östlich des Jordans, also auf der anderen Seite, lagen die Ammoniter und Moabiter, jenseits des Toten Meeres und des Jordans.

Seitdem Israel damals das Land Kanaan eingenommen hatte, gab es ständig Probleme mit den Moabitern und Ammonitern. Diese Völker waren quasi Dauerfeinde, die immer wieder angriffen und Israel auf verschiedene Art und Weise Schwierigkeiten bereiteten.

Zum Beispiel lesen wir in 4. Mose 25, dass sie versucht haben, Israel zum Götzendienst zu verführen. Ich lese euch kurz vor, ihr braucht gar nicht nachzuschlagen: 4. Mose 25,1:

„Und Israel ließ sich in Sittem nieder, und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter. Und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein, und das Volk aß mit ihnen und betete ihre Götter an.“

Hier sehen wir also die Verführung zum Götzendienst. Die Moabiter versuchen, Israel in die Welt hineinzuziehen. Wenn ihr mich fragt, sind die Moabiter und Ammoniter eigentlich ein Bild für die Welt, für die ungläubige Welt, die in Opposition zu Gott steht. Deshalb sind sie auch feindlich gegenüber dem Volk Gottes, den Gläubigen. Sie versuchen, die Gläubigen zur Sünde zu verleiten.

Es ist interessant, dass im Alten Testament über die Moabiter und Ammoniter gesagt wird, dass niemand von ihnen in das Volk Gottes übertreten darf. Es gab ja Möglichkeiten, sich dem Volk Gottes anzuschließen, aber von den Moabitern und Ammonitern wird gesagt, dass dies nicht erlaubt ist. In 5. Mose 23 heißt es sogar, dass bis in die zehnte Generation niemand von ihnen zum Volk Israel überlaufen darf.

Zum Vergleich: Von Ägypten heißt es, dass sie nach der dritten Generation aufgenommen werden dürfen. Ägypten waren zwar auch nicht gerade die besten Freunde Israels, aber die Moabiter und Ammoniter bleiben völlig getrennt. Das zeigt, dass hier eine geistliche Lektion steckt.

Diese geistliche Lektion finden wir im Neuen Testament, in Jakobus 4,4, wo es heißt:

„Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feind Gottes.“

Zwischen dem Volk Gottes und den Ungläubigen gibt es keine geistliche Verbindung. Es kann keine Freundschaft geben zwischen den Moabitern und Ammonitern auf der einen Seite und dem Volk Gottes auf der anderen Seite.

Übrigens waren es auch die Moabiter, die den Bileam engagierten, um Israel zu verfluchen. Das steht symbolisch für den okkulten Angriff, der auch gegen Gläubige geführt wird. Man kann das in 4. Mose 22 nachlesen, wo der moabitische König Bileam anstiftet, Israel zu verfluchen.

Von den Ammonitern übernahm Israel den Götzen Moloch. Das war ein besonders schlimmer Götze, dem Kinder geopfert wurden – eine schreckliche Sünde, die aus der Welt der Ungläubigen übernommen wurde.

Interessant ist auch, dass Israel von den Ammonitern die Idee übernahm, einen menschlichen König einzusetzen. Das kann man in 1. Samuel 12,12 nachlesen. Für mich ist das ein Bild dafür, dass Gläubige manchmal in Gefahr sind, Prinzipien der Welt in die Gemeinde zu übernehmen. Dinge, die in der Welt funktionieren – etwa Management- oder Aufbaumethoden – werden dann auf die Gemeinde Gottes übertragen, um das Reich Gottes nach denselben Prinzipien zu bauen, die in der Welt gelten.

Wir sehen also: Die Moabiter und Ammoniter haben die Israeliten auf verschiedene Weise immer wieder angegriffen oder ihnen Probleme bereitet. Sie stehen für die unterschiedlichen Angriffsstrategien des Feindes gegen die Gemeinde Gottes.

Grundsätzlich kann man alle Angriffe des Feindes in zwei Kategorien einordnen: Verführung und Verfolgung.

Verführung kommt von innen, schleicht sich ein und ist eine geistliche Art, die Gemeinde zu verführen. Das Bild dafür ist die Schlange, die wie ein Gentleman daherkommt – ganz seicht und sanft, nur Fragen stellt. Fragen sind ja unverdächtig, man darf ja mal fragen. So kommen Zweifel und Verführung in die Gemeinde.

Die andere Kategorie ist die Verfolgung. Das ist das, was Christen in anderen Teilen der Welt oft erleben. Hier in den westlichen Ländern erleben wir eher Verführung. Verfolgung ist der frontale, direkte Angriff, die offene Feindschaft. Das Bild dafür ist der brüllende Löwe, der umhergeht und versucht, die Gläubigen zu verschlingen (1. Petrus 5).

So sehen wir, dass die Moabiter und Ammoniter genau auf diese Weise immer wieder angegriffen haben: durch Verführung und Verfolgung.

Auch in unserer Geschichte kommt der frontale, direkte Angriff. Die Moabiter und Ammoniter verbünden sich und greifen Juda an.

An einer Stelle in unserem Text heißt es, dass die Moabiter und Ammoniter die Israeliten aus ihrem Besitz vertreiben wollten. Das ist wichtig: Das Land Kanaan war Israel gegeben worden, es war ihr Besitz. Nun kommt die Welt von außen und versucht, es ihnen wegzunehmen. Der Feind versucht, ihnen das Land zu rauben.

Das Land Kanaan ist für mich ein Bild für das christliche Leben. Es ist das Leben, das Gott uns verheißen hat – ein Leben in Fülle, in dem wir leben sollen, ein Land, in dem Milch und Honig fließen.

Wir Gläubigen haben unglaublich viele Segnungen. Falls ihr euch erinnert – meine letzte Predigt ist zwar schon lange her, wahrscheinlich erinnert ihr euch nicht daran – aber in Epheser 1 lesen wir von vielen Segnungen, die wir haben. Es ist wirklich Milch und Honig im geistlichen Sinne, was wir durch Christus besitzen.

Aber dem Teufel gefällt das nicht. Er möchte uns diese geistlichen Güter rauben. Weil er uns das ewige Leben nicht nehmen kann, will er uns wenigstens das Genießen des Landes verwehren, wenn wir schon im Land sind.

Deshalb greift er an und versucht, uns das Leben schwerzumachen. Er will uns unsere geistlichen Güter nehmen oder sie zumindest vermiesen – zum Beispiel den Frieden, den wir durch Christus haben. Wir haben Frieden mit Gott und können auch im Alltag Frieden in unseren Herzen haben, eine innere Ruhe und die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist.

Die Freude, die Gott uns gibt, wo er sagt: „Freut euch jeden Tag“, und die wir jeden Tag haben können, die Zufriedenheit in Gott – all diese geistlichen Segnungen will der Teufel verhindern, dass wir sie genießen.

Wenn wir schon im Land sind, wenn wir schon das ewige Leben haben, soll uns wenigstens das Genießen verwehrt bleiben. Deshalb greift er an und will uns diese Dinge rauben.

Der Kampf: Josaphats Reaktion und Gebet

Ja, und deswegen sehen wir hier in der Geschichte, dass sich die Ammoniter und Moabiter verbünden und Judah angreifen. Das ist der erste Punkt: die Bedrohung.

Der zweite Punkt ist der Kampf, der sich in den Versen 3 bis 19 erstreckt – ein längerer Abschnitt. Ich lese zunächst nur Vers 3 vor, wo es heißt: „Da fürchtete sich Josaphat und richtete sein Angesicht darauf, den Herrn zu suchen, und er ließ in ganz Juda ein Fasten ausrufen.“

Da fürchtete sich Josaphat und richtete sein Angesicht auf den Herrn. Die erste Reaktion von Josaphat ist hier völlig normal. Wenn eine Bedrohung kommt, hat man Angst. Ich würde auch sagen, das ist in Ordnung. Die erste Reaktion darf so sein. Entscheidend ist, wie wir in der zweiten Reaktion reagieren. Wohin treibt uns unsere Angst, wenn eine Bedrohung in unserem Leben auftritt?

Josaphat macht es hier genau richtig. Er geht nicht irgendwo anders hin, sondern sofort zu Gott. Er sucht sofort das Angesicht Gottes. Wir haben diesen Reflex in uns, den kennt ihr sicherlich auch aus eurem Glaubensleben. Wenn ein Problem auftaucht, laufen wir oft sofort zu Menschen oder versuchen, es gleich selbst zu lösen. Manchmal verfallen wir in einen Aktivismus und merken dann, dass eine innere Unruhe in uns ist. Wir wollen ganz viel ganz schnell machen, bis das Problem gelöst ist.

Josaphat macht es genau anders. Er geht erst einmal auf die Knie, in die Ruhe, ins Gebet vor Gott. Nicht so, wie es an vielen anderen Stellen im Alten Testament läuft, wo man gleich schaut, wo es Verbündete gibt. Meistens wenden sie sich dann zurück nach Ägypten und versuchen, dort Abkommen zu schmieden und Militärallianzen zu bilden, um gegen die Feinde zu kämpfen. Das ist typisch die Suche nach menschlicher Hilfe. Und das ist eine häufige Reaktion.

Aber in Psalm 60, Vers 13 heißt es: „Schaffe uns Hilfe in der Drangsal; Menschenhilfe ist ja nichtig.“ Josaphat läuft nicht zu irgendwelchen Menschen, sondern geht als Erstes zu Gott ins Gebet.

Was er dort betet, lesen wir in den Versen 4 bis 6: „Und Judah kam zusammen, um vom Herrn Hilfe zu erbitten; auch aus allen Städten Judas kamen sie, um den Herrn zu suchen. Josaphat trat unter die Gemeinde von Juda und Jerusalem im Haus des Herrn vor den neuen Vorhof und sprach: ‚O Herr, du Gott unserer Väter, bist du nicht Gott im Himmel und Herrscher über alle Königreiche der Heiden? In deiner Hand ist Kraft und Macht, und niemand kann vor dir bestehen. Hast du nicht unser Gott die Einwohner dieses Landes vor deinem Volk Israel vertrieben und hast es dem Samen Abrahams, deines Freundes, gegeben auf ewige Zeiten?‘“

Da betet Josaphat weiter, während sie in der Bedrohungslage sind und Feinde das Land wegnehmen wollen.

Was macht Josaphat hier als Erstes? Wie betet er? Das Erste, was er tut, ist nicht, sein Anliegen vor Gott zu bringen. Das Erste, was er macht, ist, sich vor Augen zu führen, zu wem er eigentlich betet. Wenn wir zu Gott beten, weil wir ein Problem haben, müssen wir uns erst einmal vor Augen führen, zu wem wir da eigentlich beten.

Wir beten hier zu dem allmächtigen Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat, der gutes und schlechtes Wetter macht – wie es gerade draußen richtig regnet und schüttet –, der alles gemacht hat, was wir sehen können, der die Weite des Alls geschaffen hat. Er sprach, und es geschah.

Wir reden zu dem Gott, der im Alten Testament ganze Völker dahingegeben und zerstört hat, der Wunder getan hat, für den es überhaupt kein Problem ist, Dinge aus dem Nichts zu machen oder Dinge zu verwandeln. Wir reden hier von einem Gott, der so mächtig ist, dass sich jedes Wesen im Universum vor ihm fürchten muss – nicht vor Menschen, sondern vor Gott.

Vor diesem allmächtigen Gott sind unsere Probleme winzig. Für ihn sind unsere Sorgen keine wirklichen Probleme. Zu diesem Gott kommen wir, wenn wir ein Problem haben. Das müssen wir uns vor Augen führen, damit Ängste und Sorgen weggehen und wir merken, dass wir einen starken Helfer haben.

Es ist ganz wichtig, wenn wir Probleme und Ängste haben, dass wir uns diesen allmächtigen Gott vor Augen führen, für den kein Problem zu groß ist. Denn wenn Gott für uns ist – und Gott ist für uns –, wer kann dann gegen uns sein? Deine Arbeitskollegen oder dein Arbeitgeber, dein Nachbar, Leute aus dem Studium oder der Ausbildung, die Regierung? Wer kann gegen uns sein, wenn Gott der Allmächtige für uns ist und wir nur ein paar kleine, schwache Menschen sind, die wie Ameisen auf dem Planeten herumrennen? Da ist doch klar, wer der Stärkere ist.

Wir müssen uns vor Augen halten, wer dieser Gott ist, zu dem wir beten. Jesaja 11, Vers 4 sagt, dass Gott seine Gegner mit dem Hauch seines Mundes töten kann. Sie fallen einfach tot um, wenn Gott das will.

In Matthäus 10, Vers 28 sagt der Herr Jesus: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen, fürchtet aber vielmehr den, der sowohl die Seele als auch den Leib zu verderben vermag in der Hölle.“

Wer ist zu fürchten: die Menschen, die den Leib hier töten können? Und ganz ehrlich, bei uns ist es noch nicht so weit oder noch längst nicht so weit, dass wir in dieser Gefahr stehen. Aber selbst wenn, sollen wir Angst vor diesen Menschen haben?

Jesus sagt: Fürchte den, der den Leib und die Seele für alle Zeiten und ewig verderben kann. Vor dem muss man sich fürchten. Vor dem muss sich auch jeder da draußen fürchten. Auch wenn die Leute keine Ahnung haben, werden sie irgendwann dem lebendigen Gott begegnen. Früher oder später wird das geschehen, spätestens in der Ewigkeit.

Aber Gott kann auch hier und jetzt eingreifen, sodass Leute richtig Angst bekommen und merken: „Ach du meine Güte, ich habe es mit dem lebendigen Gott zu tun. Hier ist eine Übermacht, da kann ich nichts mehr machen.“ Wenn man hier etwas gegen Christen tut, legt man sich mit jemandem an, der einfach viel zu stark ist. Gott kann das auch so machen, und es gibt auch Geschichten, in denen Christen das erlebt haben.

Vor diesem lebendigen Gott müssen wir uns fürchten – wir und auch die ganze Welt. Wenn wir ein Problem haben und zu diesem Gott kommen und beten, dann müssen wir sehen: Er kann alles machen. Er kann bewirken, dass Leute tot umfallen, und er kann jedes Problem für uns lösen.

Wenn wir das sehen und den Blick haben, zu wem wir da eigentlich beten, vor wem wir da knien, dann dürfen wir unsere Anliegen vor Gott bringen. Aber erst einmal müssen wir uns vor Augen führen, zu wem wir da eigentlich beten.

Dann betet auch Josaphat in den Versen 7 bis 9 und erinnert Gott an die Verheißungen, die er gegeben hat. Er sagt nämlich: Gott, dieses Land, in dem wir leben, hast du uns doch gegeben, richtig? Richtig. Du hast es uns doch verheißen, richtig? Richtig. Und jetzt kommen Feinde und wollen es uns wegnehmen. Es kommen Feinde, die die Verheißung, die du uns gegeben hast, kaputt machen wollen. Das geht doch gar nicht!

Deswegen, Gott, musst du jetzt etwas tun. Du musst uns jetzt helfen. Das ist im Grunde die Logik dahinter. Gottes Verheißungen stehen fest. In dieser – man kann fast von Dreistheit sprechen – oder in diesem Mut, in dieser Zuversicht dürfen wir zu Gott beten.

Wir dürfen uns auf seine Verheißungen berufen und sagen: Herr, du hast in deinem Wort das und das gesagt. Du kannst nicht lügen, dein Wort kann nicht gebrochen werden. Herr, du musst es jetzt auch wahr machen. Bitte mach es wahr in meinem Leben oder in der Situation, in der ich stecke.

Gott hat uns viele Verheißungen gegeben, zum Beispiel kennt ihr wahrscheinlich alle Johannes 10, Vers 10: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben, und zwar in Fülle.“ Das ist das ewige Leben und das Leben in Überfluss, in der Fülle – die Lebensqualität.

Wenn ich dich jetzt frage: Wie sieht es aktuell in deinem Glaubensleben aus? Merkst du, dass du diese Lebensfülle hast, diese Qualität, von der Jesus gesprochen hat? Hast du das gerade in deinem Leben, spürst du das?

Wenn nicht, dann darfst du zum Herrn gehen und ihn an diese Verheißung erinnern und sagen: Herr, ich muss mich natürlich vorher prüfen. Gibt es Sünde in meinem Leben? Gibt es andere Blockaden, die diese Fülle blockieren? Aber wenn da nichts ist, wenn wir alles ausgeräumt oder bekannt haben, dann dürfen wir zum Herrn kommen und sagen: Herr, du hast diese Fülle versprochen, aber ich spüre so wenig davon. Bitte mach das wahr in meinem Leben. Ich will diese Lebensfülle, diese Lebensqualität, die du versprochen hast, wieder spüren.

Wenn es dir geistlich gerade schlecht geht, darfst du das beten. Oder auch wenn du Not leidest, vielleicht materielle Not, dann darfst du zum Herrn gehen und sagen: Herr, du hast verheißen in Matthäus 6, Vers 33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.“ Im Kontext spricht er von Essen, Kleidung, Nahrung – das, was wir für den Alltag brauchen.

Das heißt, das wird uns alles zufallen, wenn wir nach dem Reich Gottes trachten. Übrigens wird unter Christen manchmal die Frage diskutiert: Gibt es Zufall oder nicht? Ich weiß nicht, wo ihr euch da positioniert. Glaubt ihr an Zufälle?

Ich sage immer: Ja, es gibt den Zufall, es gibt den christlichen Zufall, nämlich Matthäus 6,33 – da wird euch alles zufallen. Das ist der christliche Zufall, da fällt uns etwas von Gott zu.

Aber wir merken auch hier: Das hängt an einer Bedingung. Diese Verheißung hängt an einer Bedingung, nämlich dass wir nach dem Reich Gottes trachten. Dann können wir damit rechnen, dass der Herr uns alles andere gibt.

Das ist eigentlich ein ziemlich einfacher Deal: Ich kümmere mich um die Sache Gottes, und Gott kümmert sich um meine Sache. Ich stelle mich Gott zur Verfügung und sage: Dein Anliegen ist das Reich Gottes, hier bin ich, ich arbeite für dich. Und dann sagt der Herr: Alles klar, ich kümmere mich um deine Anliegen. Du brauchst Essen, Nahrung, Kleidung, diese Dinge – ich kümmere mich darum, weil du dich um meine Sachen kümmerst.

Das ist der heilige Deal, den man hier mit Gott schließen kann. Und Matthäus 6,33 funktioniert garantiert. Ich habe es in meinem Leben schon oft erlebt. Ich kann jetzt nicht die 50 Geschichten erzählen, die ich allein in meiner Studienzeit erlebt habe oder in den Jahren davor, im Großen und im Kleinen. Aber es funktioniert.

Auf Matthäus 6,33 weiß ich, dass ich mein Leben darauf bauen kann. Ich kann mich mit beiden Füßen darauf stellen, und das hält. Warum? Weil es eine Verheißung Gottes ist. Gott kann nicht lügen, und Gott ist mächtig genug, das zu machen. Er versorgt.

Das habe ich auf viele Arten und Weisen erlebt, auch die eine oder andere sehr lustige oder erstaunliche Geschichte war dabei.

 Psalm 84, Vers 12 heißt es: „Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild. Der Herr gibt Gnade und Herrlichkeit. Wer in Lauterkeit wandelt, dem versagt er nichts Gutes.“ Wer in Lauterkeit wandelt, dem versagt er nichts Gutes. Das ist auch so eine Verheißung, die der Herr uns gibt.

Josaphat erinnert Gott an sein eigenes Wort, an die Verheißungen, die Gott gegeben hat, und so betet er. Dann endet er sein Gebet mit dem Eingeständnis seiner eigenen Schwäche und Unfähigkeit.

Ich lese hier Vers 12, das Ende des Gebets: „Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen diesen großen Haufen, der gegen uns herangerückt ist, und wir wissen nicht, was wir tun sollen. Sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet.“

Was für ein schönes Eingeständnis: Einfach zu sagen, Herr, ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie diese Situation gelöst werden soll, und ich habe keine Kraft. Ich habe keine Idee, aber meine Augen sind auf dich gerichtet.

An anderer Stelle heißt es, dass unsere Augen so lange auf den Herrn gerichtet sind, bis er uns Gnade schenkt. Das ist das Hoffen und Harren der Gläubigen: Man hofft so lange auf den Herrn, bis er Gnade und Hilfe sendet in der Notsituation, in der wir stecken.

Ganz ehrlich, uns geht es oft auch so. Wir haben Situationen in unserem Leben, Probleme, bei denen wir keine Ahnung haben, wie das geregelt werden kann. Wir denken: Mit menschlicher Weisheit ist das eine Sackgasse, hier gibt es eigentlich keine Lösung mehr.

Das Gute ist, dass es über Gott heißt in Hiob 12, Vers 13: „Bei ihm ist Weisheit und Stärke, sein ist Rat und Verstand.“ Wo wir nicht mehr weiterwissen, wo wir denken, für diese Situation gibt es menschlich gesehen keine Lösung, da steht Gott darüber. Er hat einen Verstand und eine Weisheit, die das weit überstrahlt. Er hat Möglichkeiten zu helfen, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie funktionieren oder klappen.

Wir haben das, denke ich, auch schon erlebt. Ich habe das auch schon erlebt, wo ich dachte: Mist, wie komme ich da raus? Ich habe keine Ahnung, ich habe mir was eingebrockt. Und Gott hat dann so geholfen, dass ich dachte: Krass, das hätte ich nicht gedacht, dass das so geht.

Und Gott antwortet hier sofort. Das ist so schön: Josaphat betet, erinnert Gott an die Verheißungen, führt sich erst vor Augen, wer Gott ist, erinnert an die Verheißungen und demütigt sich dann noch einmal, indem er eingesteht: Ich kann nicht.

Gott lässt sich erbitten, und sofort kommt die Antwort. Ich lese hier die Verse 14 bis 19: „Da kam der Geist des Herrn auf Jehasiel, den Sohn Sacharias, des Sohnes Benajas, des Sohnes Jehels, des Sohnes Matanais, den Leviten von den Söhnen Asafs, mitten in der Gemeinde, und er sprach: ‚Hört auf ganz Juda und ihr Einwohner von Jerusalem und du König Josaphat! So spricht der Herr zu euch: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor diesem großen Haufen, denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf. Morgen sollt ihr gegen sie hinabziehen. Siehe, sie kommen auf der Anhöhe Zitz herauf, und ihr werdet sie am Ende des Tales antreffen vor der Wüste Jeruel. Aber es ist nicht an euch, dort zu kämpfen. Tretet nur hin, bleibt stehen und seht die Rettung des Herrn, der mit euch ist. O Judah und Jerusalem, fürchtet euch nicht und verzagt nicht. Zieht morgen aus gegen sie, und der Herr ist mit euch.‘“

Da beugte sich Josaphat mit seinem Angesicht zur Erde, und ganz Judah und die Einwohner von Jerusalem fielen vor dem Herrn nieder und beteten den Herrn an. Die Leviten von den Söhnen der Kahathiter und von den Söhnen der Korahiter machten sich auf, um den Herrn, den Gott Israels, mit lautschallender Stimme zu loben.

Gottes Zusage und die Bedeutung des Gebets

Was für eine Antwort Gottes! Gott tritt hier durch seinen Propheten auf und sendet eine Antwort. Er sagt: „Liebe Leute, fürchtet euch nicht!“ Das ist der erste Satz, den er spricht – „Fürchtet euch nicht.“

Das ist nicht nur der erste Satz, den Gott hier sagt, sondern vielleicht sogar der häufigste Satz in der ganzen Bibel. „Fürchte dich nicht“, „Hab keine Angst“ – das sagt Gott so oft zu uns, weil er möchte, dass wir angstfrei leben. Ich glaube, das kann ich mit voller Überzeugung sagen: Das ist das wahre Wohlstandsevangelium. Gott möchte den Wohlstand für unsere Seele, vielleicht nicht immer den äußeren Wohlstand, aber den inneren Wohlstand.

Er will, dass wir hier drinnen, auch wenn äußerlich Probleme, Krankheiten oder Schwierigkeiten da sind, Ruhe, Frieden und Geborgenheit spüren. Deshalb sagt er uns so oft in seinem Wort: „Fürchtet euch nicht, habt keine Angst.“ Draußen mag die Welt voller Probleme sein, aber hier drinnen darf es ruhig und still sein. Hier darf der Friede Gottes herrschen, wie es an dieser Stelle heißt: „Der Friede Gottes regiere in euren Herzen.“

Deshalb ist es so eine schöne Aussage, dass der erste Satz, den der Herr hier sagt, „Fürchtet euch nicht“ ist. Dann sagt er weiter – was für eine wunderbare Antwort: „Denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf.“ Wir müssen uns vor Augen führen, was das bedeutet.

Der allmächtige Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, vor dem sich alle Menschen fürchten müssen, sagt: „Ihr braucht nichts zu tun, ihr müsst nicht kämpfen, ich kämpfe für euch.“ Im Alten Testament wird Gott auch als Kriegsmann beschrieben. Wenn dieser allmächtige Gott sagt: „Ich ziehe in den Kampf, ich lege los“, dann ist bereits an diesem Punkt der Geschichte klar, wie sie ausgehen wird.

Es ist klar, wer gewinnen wird und wer verlieren wird. Für mich wäre in dieser Situation auch klar, auf welcher Seite ich stehen möchte. Ich würde nicht auf der Seite der Ammoniter und Moabiter stehen, weil klar ist: Wenn der lebendige Gott gegen sie kämpft, sind sie die Verlierer. Das wird schlimm für sie ausgehen.

Ich stelle mich lieber auf die Seite Israels, denn wenn der lebendige Gott sich aufmacht, ist klar, wer gewinnt. Gott hat das schon einmal gesagt. Ihr kennt die Geschichte mit Israel, als sie gerade aus Ägypten ausgezogen waren, vor ihnen das Meer, hinter ihnen die heranrückenden Ägypter, die sie töten wollten. Dann spricht Gott genau denselben Satz: 2. Mose 14,14: „Der Herr wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein.“

„Der Herr wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein.“ Macht nichts. Und hier sagt er das auch: „Zieht morgen hin, tretet einfach an das Schlachtfeld und schaut zu, seht euch die große Schau an, ich übernehme den Rest.“ Das ist unser lebendiger Gott. Wenn wir beten, dann kämpft er, dann legt er los.

Gott kann jedes Problem viel besser lösen, als wir es können. Das Problem ist an dieser Stelle eigentlich schon gelöst. In dem Moment, in dem Gott sagt: „Ich kämpfe für euch“, ist das Problem schon gelöst. Hier können wir eine ganz wichtige Lektion lernen.

Der Titel der Predigt lautet ja: Wie man geistlich kämpft und siegt. Hier finden wir im Grunde die Antwort: Wie kämpfen wir Gläubigen im Glauben? Wir kämpfen auf den Knien, im Gebet. Das ist die Kampfposition, die wir Christen haben. So begegnen wir Problemen. Wenn wir beten, kämpft Gott. Dann brauchen wir nur noch ruhig zuzuschauen, wie der Herr alles erledigt.

Vers 17 sagt es nochmals, weil es so schön ist: „Aber es ist nicht an euch, dort zu kämpfen. Tretet nur hin, bleibt stehen und seht die Rettung des Herrn, der mit euch ist.“ Gebet ist der Kampf, den wir kämpfen müssen.

Dass Gebet Kampf bedeutet und wirklich Arbeit, Mühe und Anstrengung ist, sehen wir auch an vielen Stellen im Neuen Testament. Kolosser 4,12 zum Beispiel: Paulus schreibt: „Es grüßt euch Epaphras, der einer von euch ist, ein Knecht Christi, der alle Zeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr feststeht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.“

Ihr wollt für andere Christen kämpfen? Ihr seht Glaubensgeschwister, die Schwierigkeiten haben, vielleicht mit Sünden oder anderen Problemen zu kämpfen haben? Wie könnt ihr sie unterstützen? Geht zuhause auf die Knie und betet für sie.

Ich mache das auch in der Gemeindearbeit und habe erlebt, dass es funktioniert. Ich habe bestimmte Probleme bei bestimmten Leuten erkannt und dann angefangen, dafür zu beten. Ich erzähle euch eine anonyme Geschichte: Da war eine Person in der Gemeinde, die schon länger vielleicht ein bisschen zu oft Alkohol trank. Sie hatte sich daran gewöhnt, abends mal ein Feierabendbier zu trinken. Dann kam irgendwann das zweite und dritte dazu. Ihr wisst, dass das irgendwann zum Problem werden kann. Wenn man das über Monate oder Jahre macht, kann daraus eine Sucht entstehen.

Alkoholprobleme sind eine große Sucht, ein riesiges Problem. Ich habe gerade mit einem solchen Fall zu tun. Irgendwann habe ich angefangen zu beten, über Wochen oder Monate hinweg regelmäßig, dass das weggeht. Und irgendwann hörte ich von der Person, dass sie von sich aus, ohne dass ihr jemand etwas gesagt hatte, zu der Einsicht gekommen ist: „Ah, ich sollte das vielleicht reduzieren.“

Vor Kurzem habe ich erfahren, dass die Person das fast komplett aufgegeben hat. Da dachte ich: „Wahnsinn!“ Ich habe nichts weiter gemacht, kein Seelsorgegespräch gesucht, niemanden versucht, zu beeinflussen. Einfach nur auf die Knie gegangen und gebetet.

Wenn ihr seht, dass jemand im Glauben lauwarm ist, dann betet so lange, bis er wieder erweckt und lebendig ist. Das funktioniert auch. Es kann sogar sein, dass die Person, für die ihr lange betet, so Feuer im Glauben fängt, dass sie euch sogar überholt. Das habe ich selbst erlebt. Manchmal dachte ich: „Krass, der Typ geht ab, der überholt mich sogar von rechts, weil ich so lange für ihn gebetet habe.“

Beten ist der Kampf, den wir kämpfen müssen, und dafür müssen wir uns Zeit nehmen. Aber das Gute ist: Wenn wir beten, wird Gott aktiv, dann bewegt er sich und verändert die Dinge in unserem Leben.

 Römer 15,30: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, um unseres Herrn Jesus Christus und der Liebe des Geistes willen, dass ihr mit mir zusammen kämpft in den Gebeten für mich zu Gott.“

Das ist im Neuen Testament ganz klar: Gebet ist Kampf. Auch bei der Waffenrüstung, die ihr kennt aus Epheser 6: Dort wird die ganze Waffenrüstung aufgezählt – Schwert, Helm, Brustpanzer usw. Ganz am Ende heißt es, man solle mit dieser Waffenrüstung kämpfen, indem man betet, ohne Unterlass und in allen Bitten, Flehen und Gebeten.

Indem wir beten, ziehen wir diese Waffenrüstung an und kämpfen mit ihr. Wenn ihr euch mal gefragt habt, wie das mit dieser Waffenrüstung eigentlich funktioniert: Wir müssen dafür auf die Knie, wir müssen beten – im Glauben an diese Verheißungen. Gebet ist der geistliche Kampf, den wir kämpfen müssen.

Einmal hat jemand gesagt: „Wir Gläubigen sind eine Armee, die auf Knien voranschreitet.“ Latzel, vielleicht kennt ihn der ein oder andere, ein Prediger aus Norddeutschland, sagt oft: „Gebet fördert nicht die Arbeit im Reich Gottes, Gebet ist die Arbeit im Reich Gottes.“

Wir denken manchmal, wir müssen aktiv werden, Dinge tun, und dann beten wir noch nebenbei, dass der Herr unsere Aktion segnet. Eigentlich ist es genau andersherum: Wir beten – das ist die eigentliche Arbeit. Und der Rest, den wir dann tun, wenn Gott uns losschickt, ist nur noch das Nachspielen. Die eigentliche Arbeit ist das Gebet.

Ich erinnere mich an einen Freund aus der Bibelschule Brake, das ist schon länger her. Er war ein richtiger Gebetskämpfer. Wir hatten mal ein Gebetstreffen, und er lag auf dem Boden und rang wirklich mit dem Herrn, so wie Jakob am Jabbok mit dem Mann gerungen hatte.

Er betete und sagte: „Herr, du musst das machen!“ Er kämpfte richtig im Gebet und berief sich auf Verheißungen. Da dachte ich: „Ein bisschen lustig“, aber andererseits war er wirklich ein Gebetskämpfer. Er hat um Dinge im Gebet gekämpft.

Falls ihr noch ein Beispiel wollt – darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein –, könnt ihr in Apostelgeschichte 4 nachlesen. Dort war die Gemeinde in einer Bedrängungssituation und hat dann die Hilfe Gottes erfahren.

Lest euch Apostelgeschichte 4 mal durch und achtet auf das Gebet. Es läuft genauso ab wie hier: Zuerst machen sie sich klar, wer Gott ist, dann bringen sie ihre Anliegen vor ihn, und dann fängt die Stätte an zu beben. Es heißt, Gott hat eingegriffen und geholfen.

Das Gemeindegebet in Apostelgeschichte 4 könnt ihr gerne lesen und euch motivieren lassen, in eurer Gemeinde genauso im Gebet zu kämpfen.

Das war jetzt der zweite Punkt: der Kampf. Und jetzt kommt der dritte und letzte Punkt: der Sieg.

Drittens: der Sieg, die Verse 20 bis 30. Was wir jetzt lesen oder sehen in der Geschichte, ist im Grunde nur noch das Nachspiel. Der eigentliche Kampf war schon im Gebet. Alles andere ist jetzt nur noch die Siegesgeschichte, die darauf folgt.

Der Sieg: Josaphats Vertrauen und der Lobpreis im Kampf

Ich lese uns Vers 20 und Vers 21 vor:

„Und sie machten sich am Morgen früh auf und zogen zur Wüste Tekoa. Und als sie auszogen, trat Josaphat hin und sprach: Hört mir zu, Juda und ihr Einwohner von Jerusalem! Vertraut auf den Herrn, euren Gott, so könnt ihr getrost sein, und glaubt seinen Propheten, so werdet ihr Erfolg haben.“

Josaphat beriet sich mit dem Volk und stellte diejenigen, die in heiligem Schmuck dem Herrn singen und ihn preisen sollten, im Zug vor die gerüsteten Krieger hin. Sie sollten singen: „Dank dem Herrn, denn seine Gnade währt ewiglich.“

Josaphat zieht also mit seinen Soldaten los. An die Spitze stellt er einen Musikantenstab. Man könnte denken, das sei militärstrategisch total unklug. Wer stellt schon Musiker an die Speerspitze? Was sollen die denn bitte ausrichten? Weltlich betrachtet ist das dumm, aber geistlich gesehen genau richtig.

Was drückt Josaphat dadurch aus? Er zeigt sein Vertrauen zu Gott, indem er diejenigen, die ein Lob für den Herrn singen, voranstellt. Er setzt die Prioritäten richtig. Nicht die menschlichen Möglichkeiten, also die Soldaten, stehen an erster Stelle, sondern das Lob Gottes und das Vertrauen auf den Herrn. Das ist die Priorität Nummer eins.

Wir vertrauen dem Herrn und setzen deshalb die Musiker vorne hin. Es geht darum, dem Herrn zu vertrauen und dieses Vertrauen sichtbar werden zu lassen. Dadurch wird deutlich: Nicht die Menschen gehen voran, sondern Gott. Gott hatte versprochen, dass er kämpfen wird. Die menschlichen Möglichkeiten werden bewusst hinten angestellt, und Gott darf tun, was er versprochen hat.

Was singen die Sänger hier? Sie singen: „Dank dem Herrn, denn seine Gnade währt ewiglich.“ Die Schlacht hat noch nicht einmal begonnen, und sie singen schon ein Lob für den Sieg.

Das ist gelebter Glaube. Wenn Gott uns eine Verheißung gegeben hat und wir im Gebet darum gekämpft haben, bis wir die Zusage vom Herrn bekommen haben, dann ist es gelebter Glaube, ihm zu danken – auch wenn es noch nicht eingetroffen ist, aber im Vertrauen darauf, dass der Herr seine Verheißung wahr machen wird.

Durch Glauben geht Josaphat voran. Durch Glauben müssen auch wir kämpfen. Gott hat uns Verheißungen gegeben, einige haben wir schon gehört, und wir müssen lernen, diesen Verheißungen zu glauben.

Hier kommen wir an einen Punkt, der für uns Gläubige eine echte Herausforderung sein kann. Wir nennen uns zwar Gläubige, und andere nennen wir manchmal Ungläubige – das ist biblisch richtig – und trotzdem haben wir manchmal Schwierigkeiten zu glauben. Wir haben Schwierigkeiten, den Verheißungen Gottes zu vertrauen.

Gott hat uns Verheißungen gegeben, dass wir die Probleme in unserem Leben überwinden können. In Römer 8,37 heißt es: „Aber in all dem sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.“ Wir sind nicht nur Überwinder, wir sind mehr als Überwinder.

Man kann fragen: Wie bitte? Ich sehe in meinem Leben nicht, dass ich ein Überwinder bin, der all diese Probleme überwindet. Wie können wir nicht nur Überwinder, sondern mehr als Überwinder sein?

 1. Johannes 5,4 sagt: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Durch unseren Glauben an einen unsichtbaren Gott und an sein ewiges Wort werden wir diese Welt überwinden. Wir werden mehr als Überwinder sein. Wir müssen lernen, seinen Verheißungen zu glauben. Wenn wir das tun, werden wir überwinden. Das ist Gottes Versprechen. Wir werden sogar mehr als Überwinder sein – durch Glauben.

Aber das ist die Herausforderung, vor der wir stehen. Genauso wie die Glaubenshelden im Alten Testament, die auch im Hebräerbrief erwähnt werden. Denkt an Gideon, wie er durch Glauben überwunden hat, an Simson am Ende seines Lebens, wie er durch Glauben überwunden hat, oder an Abraham, der sogar bereit war, seinen Sohn zu opfern und daran glaubte, dass Gott ihn in dem Moment des Tötens wieder auferwecken würde.

Er hat an die Auferstehung der Toten in seinem Leben geglaubt. Das war gelebter Glaube. Das steht übrigens auch im Hebräerbrief, ich habe mir das nicht ausgedacht. Abraham glaubte, Gott würde seinen Sohn opfern und ihn sofort wieder auferwecken. Warum? Weil Gott versprochen hatte: In Isaak wirst du Nachkommen haben.

Gott kann seine Verheißung nicht zurücknehmen. Er kann sie auch nicht brechen, und er kann nicht lügen. Aber Gott ist allmächtig. Abraham hat eins und eins zusammengezählt und ist zu dem Schluss gekommen, dass Gott ihn wieder auferwecken wird.

Das ist gelebter Glaube. Durch Glauben überwinden wir die Probleme in unserem Leben. Wir wandeln nicht im Schauen, sondern im Glauben. Das ist der Modus, in dem wir Gläubige durch diese Welt gehen.

Die Welt lebt im Schauen. Sie schaut auf die realistischen Möglichkeiten und rechnet damit. Das sind die Fakten, das ist unsere Erfahrung, unsere Empirie. Deshalb denkt sie: So läuft der Laden.

Wir Gläubige leben anders. Wir nehmen die Fakten um uns herum wahr. Josef sah auch, dass Feinde kamen und dass sie stärker waren. Aber er rechnete anders. Er rechnete mit dem lebendigen Gott, der unsichtbar ist, aber in Wirklichkeit eine Übermacht ist.

Mit diesem Gott rechnete er und mit den Verheißungen, die dieser lebendige, mächtige Gott gegeben hat. Das ist eine geistliche Rechnung, die aufgeht. Wir müssen lernen, daran zu glauben – mehr als an unsere Erfahrung, mehr als an unsere Logik, mehr als an die Umstände, in denen wir stecken.

Wir müssen lernen, dem Wort Gottes zu glauben. Das ist wirklich die Herausforderung. Wenn wir in einer Problemsituation sind, werden wir schnell von den Umständen vereinnahmt. Wir sehen die Fakten, die Möglichkeiten oder eben auch die fehlenden Möglichkeiten und rechnen so durch.

Wir müssen in Gottes Wort eintauchen, die Verheißungen kennen und anfangen zu glauben. Wenn wir das tun, werden wir überwinden und mehr als Überwinder sein. Denn Gott kann nicht lügen. Wenn er eine Verheißung gegeben hat, wird er sie einhalten.

Gottes Wort kann nicht gebrochen werden. Jesus hat das auch gesagt: Keine seiner Verheißungen kann zu Boden fallen. Sie sind wahr, und Gott wird sie wahr machen – auch in unserem Leben.

Josaphat glaubte. Er setzte die Musiker als Zeugnis seines Glaubens voran, als Ausdruck seines Glaubens. Dann heißt es in Vers 22:

„Und als sie anfingen mit Jauchzen und Loben, ließ der Herr einen Hinterhalt kommen über die Ammoniter, Moabiter und die vom Bergland Seir, die gegen Juda gekommen waren, und sie wurden geschlagen.“

Genau in dem Moment, als Israel oder das Volk anfing, Gott zu loben, kam der Sieg. Genau in diesem Moment.

Das erinnert mich an die Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis. Ihr kennt die Geschichte: In der dunkelsten Stunde, um Mitternacht, fingen sie an zu beten und vor allem Gott zu loben. In dem Moment, als sie Loblieder sangen, bebte das ganze Gefängnis, alles brach zusammen, und die beiden überlebten. Sie wurden frei, und Gott befreite sie dort.

Vielleicht kennt ihr das Sprichwort: „Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben.“ Im Zusammenhang mit Paulus und Silas müsste man es vielleicht umformulieren: „Danken bringt ins Wanken und Beten bringt zum Beben.“ Genau das haben sie getan, und in dem Moment zitterte alles. So wie in Apostelgeschichte 4, als die Stätte erbebte, als sie beteten.

Gott schenkt hier einen Sieg auf ganzer Linie. Als das Volk Israel an das Schlachtfeld kam, sahen sie, dass das ganze Feld übersät war mit Leichen. Sie wunderten sich, schossen keinen einzigen Pfeil ab, aber alle Feinde waren tot.

In der Geschichte ist nicht genau klar, was passiert ist. Ich vermute, oder so verstehe ich es, dass diese verschiedenen Völker einen Komplott gegeneinander geschmiedet haben und sich dann gegenseitig umgebracht haben – so ähnlich wie in Gangsterfilmen, in denen sich die Bankräuber am Ende gegenseitig erschießen und alle tot sind.

So war es hier. Israel kam an das Feld, genau wie Gott gesagt hatte, und sah nur noch Tote. Der Feind war besiegt.

Dann heißt es, sie gingen in das Lager und plünderten tagelang, weil so viel Beute da war, dass sie es an einem Tag gar nicht schaffen konnten. Sie plünderten und plünderten, hatten so viel Beute.

Das erinnert mich an den Fischzug der Jünger, als Jesus sie hinaus aufs Wasser schickte. Im Glauben fuhren sie hinaus, und am Ende waren die Netze nicht nur ein bisschen voll, sondern so voll, dass sie fast rissen. Sie riefen noch die Kollegen dazu und schafften es gerade noch, die Netze an Land zu ziehen.

Wenn Gott einen Sieg schenkt, wenn Gott kämpft und einen Sieg gibt, dann macht er es richtig. Dann ist es ein überreicher Sieg. Es ist nicht nur so ein bisschen, dass man gerade so durchkommt. Wenn Gott kämpft, dann macht er es richtig. Und wenn er einen Sieg schenkt, dann gibt es richtig fette Beute.

Das Wichtige ist, dass wir lernen, geistlich richtig zu kämpfen. Wir müssen vorher auf die Knie gehen, beten und lernen, seinen Verheißungen zu glauben. Dann werden wir große Beute machen, und die Freude wird riesig sein.

So heißt es zum Schluss der Geschichte in Vers 26 bis 28:

„Aber drei Tage lang haben sie geplündert, weil so viel Beute da war. Am vierten Tag kamen sie zusammen im Lobetal, denn dort lobten sie den Herrn. Daher nennt man jenen Ort Lobetal bis zu diesem Tag. Danach kehrte die ganze Mannschaft von Juda und Jerusalem wieder um, mit Josaphat an ihrer Spitze, um mit Freuden nach Jerusalem zu ziehen. Denn der Herr hatte ihnen Freude gegeben angesichts der Niederlage ihrer Feinde. Sie zogen in Jerusalem ein, und die Posaunen und Trompeten klangen zum Haus des Herrn. Dann heißt es noch, dass Schrecken über die Nachbarvölker kamen und dass sie Ruhe hatten.“

Die Israeliten sind quasi nur am Singen in dieser Geschichte. Sie beten vorher, am Tag der Schlacht ziehen sie singend in die Schlacht. Dann loben sie den Herrn im Lobetal, und als sie in Jerusalem einziehen, singen sie noch einmal.

Sie sind die ganze Zeit am Singen. Mehr machen sie nicht.

Wenn wir vorher geistlich richtig gekämpft haben, nämlich im Gebet, können wir am Tag der Schlacht singend in den Kampf ziehen. Wir wissen, der Herr steht auf unserer Seite, er hat uns seine Verheißung gegeben, und er wird für uns kämpfen und siegen.

Wir singen Lieder und freuen uns. So einfach ist manchmal die ganze Geschichte.

Wer vorher gekämpft hat, kann am Tag der Schlacht Lieder singen und Gott den Rest machen lassen.

Ich hoffe, dass uns jetzt deutlich geworden ist, wie man geistlich kämpft und siegt. Wir müssen ins Gebet, wir müssen auf die Knie. Ja, das ist manchmal Arbeit, und ja, das kann auch ein Kampf im Gebet sein. Aber wenn wir das tun, werden wir erleben, wie der Herr für uns kämpft.

Schlusswort: Gottes Kraft und Lobpreis

Und die ganze Predigt lässt sich zusammenfassen. Damit möchte ich jetzt auch enden – mit einem Vers aus Psalm 21, der im Grunde genau das in einem einzigen Satz ausdrückt.

 Psalm 21,14: „Erhebe dich her in deiner Kraft, so wollen wir deine Stärke besingen und preisen. Erhebe dich her in deiner Kraft, so wollen wir deine Stärke besingen und preisen.“