Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 265: Die Sünde gegen den Heiligen Geist, Teil I.
Konfrontation mit dem Vorwurf der Dämonenbesessenheit
Wir betrachten gerade, wie der Herr Jesus seinen Gegnern begegnet, die ihm unterstellen, besessen zu sein. Im Raum steht der Vorwurf, er habe den Beelzebul oder treibe durch den Obersten der Dämonen die Dämonen aus. Das stimmt natürlich nicht.
So verteidigt sich der Herr Jesus und schließt seine Verteidigung mit einer Warnung ab. In Matthäus 12,30 sagt er: „Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.“
Das ist eine klare Warnung. Es ist natürlich frech, als kleiner Rabbi aus Galiläa so etwas zu sagen. Doch der Herr Jesus beschreibt hier nicht weniger als die Realität.
Wer sich nicht auf seine Seite stellt, sondern wie seine Gegner Argumente sucht, um ihn zu diskreditieren, der ist gegen ihn – das ist irgendwie logisch. Aber wer sich gegen ihn stellt und sich nicht an dem Auftrag des Messias beteiligt, ist ebenfalls jemand, der zerstreut.
Der Auftrag des Messias als Hirte
Warum zerstreut jemand? Nun, weil der Messias gekommen ist, um ein Volk zu sammeln. Im Hintergrund steht das Bild eines Hirten.
In Hesekiel 34,11-15 und 23 heißt es: So spricht der Herr, der Herr: „Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen, wie ein Hirte sich um seine Herde kümmert. Am Tag, an dem er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen. Ich werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind, am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie aus den Ländern sammeln und sie in ihr Land kommen lassen. Ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, an den Bachrinnen und an allen Wohnplätzen des Landes. Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein. Dort, auf den Bergen Israels, werde ich sie auf gutem Weideplatz lagern und fette Weide beweiden. Ich selbst will meine Schafe weiden und ich selbst will sie lagern, spricht der Herr, der Herr. Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der sie weiden wird: meinen Knecht David. Er wird sie weiden und ihr Hirte sein.“
Das ist also der Auftrag des Messias: sich um zerstreute Schafe zu kümmern. Wer ihn dabei nicht unterstützt, gehört zu denen, die zerstreuen. Und wer das tut, begibt sich in allergrößte Gefahr.
Die Unverzeihlichkeit der Lästerung gegen den Heiligen Geist
Matthäus Kapitel zwölf, Verse dreiunddreißig und zweiunddreißig:
Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Wenn jemand ein Wort gegen den Sohn des Menschen spricht, dem wird vergeben werden. Wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist spricht, dem wird nicht vergeben werden – weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen.
Hier sind wir nun beim Thema „Sünde gegen den Heiligen Geist“ angekommen. Ich merke, dass dieses Thema auch viele Christen belastet. Immer wieder werde ich gefragt: „Jürgen, das und das ist in meinem Leben passiert, kann es sein, dass ich die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen habe?“
Weil solche Fragen aufkommen, lohnt es sich, einen genauen Blick auf diese Sünde zu werfen, die aus allen Sünden heraussticht. Sie ist besonders, weil sie nicht vergeben werden kann.
Seien wir ehrlich: Eine Sünde, die nicht vergeben werden kann, das ist etwas, wovor wir uns zu Recht fürchten.
Definition und Bedeutung der Lästerung
Schauen wir uns zunächst die Sünde selbst etwas genauer an. In Markus 3,28-29 heißt es: „Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerungen, mit denen sie lästern mögen. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig.“
Was versteht man unter einer Lästerung? Beim Lästern geht es darum, schlecht über einen anderen zu sprechen. Dabei handelt es sich nicht um Kritik oder Zweifel, sondern um das bewusste Schlechtmachen einer anderen Person. Es geht um Diffamierung, Verleumdung, Rufmord und ähnliche Dinge.
Die Sünde, die Jesus hier anspricht, ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist.
Die Lästerung des Heiligen Geistes durch die Pharisäer
Frage: Auf welche Weise lästern die Pharisäer und Schriftgelehrten den Heiligen Geist?
In Markus 3,29-30 heißt es: „Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig.“ Dies geschieht, weil sie sagten: „Er hat einen unreinen Geist.“
Darin besteht die Lästerung. Die Pharisäer und Schriftgelehrten lästern den Heiligen Geist, indem sie das Wirken des Heiligen Geistes einem unreinen Geist zuschreiben.
Der Herr Jesus treibt Dämonen durch den Geist Gottes aus. Die Pharisäer behaupten jedoch, dass er dies durch einen Oberteufel tut.
Das ist die Lästerung des Geistes oder die Sünde gegen den Heiligen Geist: Wenn jemand behauptet, der Teufel wirke dort, wo in Wirklichkeit der Heilige Geist gerade ein Wunder vollbringt.
Das Wesen der Lästerung des Heiligen Geistes
Ich formuliere die Sünde so genau, weil es mir wichtig ist, dass wir verstehen, worum es wirklich geht.
Bei der Lästerung des Geistes geht es im Kern darum, dass jemand bewusst das Wirken des Heiligen Geistes nicht anerkennen will. Genau das tun Jesu Gegner.
Sie wussten aus Jesaja 35, dass Gott sich als Retter zu erkennen geben würde. Dort heißt es: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet.“
Und jetzt steht jemand vor ihnen, der genau das tut. Was tun sie? Sie wollen nicht wahrhaben, was sie sehen. Stattdessen suchen sie nach einer billigen, völlig unlogischen und die Realität ignorierenden Ausrede.
Die bewusste Ablehnung des Wirkens Gottes
Es ist wichtig, diesen Punkt gut zu verstehen, besonders wenn wir uns Sorgen machen, ob wir den Heiligen Geist womöglich selbst gelästert haben könnten. Diese Sünde geschieht nicht einfach so.
Ich habe diese Sünde noch nicht begangen, weil ich etwas Schlimmes über Gott gedacht habe oder im Zorn gegen den Heiligen Geist geredet habe. Die Sünde gegen den Heiligen Geist ist keine Sünde, die man im Affekt begeht. Es handelt sich vielmehr um die bewusste Entscheidung, das Wirken des Heiligen Geistes wieder einer anderen Ursache zuzuschreiben – sei es einem anderen Geist, dem Zufall, dem Schicksal oder wem auch immer.
Bei der Lästerung des Geistes geht es darum, dass ich Gottes wundersames Handeln erlebe, sei es in meinem Leben oder im Leben eines anderen. Trotzdem erkläre ich Gottes Handeln wider besseren Wissens weg und will nicht wahrhaben, dass Gott am Wirken ist.
Oder anders ausgedrückt: Gott will mich durch seinen Geist für sich gewinnen. Die Sünde gegen den Heiligen Geist besteht darin, dass ich in dem Moment, in dem ich eigentlich keine Argumente mehr habe, auf irrationale, dumme oder schlichtweg lästerliche Ausreden zurückgreife, um nicht Buße tun zu müssen.
Persönliche Reflexion und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, welche Erfahrungen Gott Menschen machen lässt, bevor sie sich bekehren. Welche Erfahrungen hast du selbst gemacht?
Das war es für heute.
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Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
