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Daniel 9

Das Buch Daniel, Teil 9/14
12.02.2016Daniel 9,1-27
SERIE - Teil 9 / 14Das Buch Daniel

Das ist ein bisschen abgeschnitten, ich weiß nicht, warum. Kapitel 4 und Kapitel 9 werden hier gegenübergestellt. Die Herrlichkeit Babylons ist in Kapitel 4 das Thema, während die Verwüstung Jerusalems in Kapitel 9 behandelt wird. Dabei geht es in Kapitel 9 sowohl um die Verwüstung als auch um die Wiederherstellung Jerusalems.

Kapitel 4 hatten wir bereits besprochen. Der König wird dort mehrmals gewarnt, doch er nimmt die Warnungen nicht wahr. Kapitel 9 zeigt durch das Gebet Daniels, wie oft Jerusalem gewarnt wurde, aber auch hier wollten die Menschen nicht hören. Sie sagten: „Wir haben nicht gehört.“

In Kapitel 4 wird der König für sieben Zeiten bestraft, bis er aufgrund von Buße wiederhergestellt wird. In Kapitel 9 wird Jerusalem zehnmal sieben Jahre bestraft. Bis zur völligen Wiederherstellung sollen es insgesamt siebzig mal sieben Wochen dauern, das heißt siebzig Jahrwochen.

Dies ist die Gegenüberstellung, von der ich bereits gesprochen habe.

Gegenüberstellung von Kapitel 4 und 9: Warnungen und Strafen

Dann hatten wir das Gebet Daniels nun fast fertig gelesen. Wir waren bei Kapitel neun, Vers 17.

„Danke! Und nun höre, unser Gott, das Gebet deines Knechtes und sein Flehen.“

Das Wort „Flehen“ ist im Hebräischen ein Gunsterflehen, ein Flehen um Gunst, um Gnade. Es bedeutet: Höre, schau her, neige dein Ohr herab. Sieh Jerusalems Verwüstung an und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum.

„Um des Herrn willen neige, mein Gott, dein Ohr und höre. Öffne deine Augen und schaue auf unsere Verwüstungen und auf die Stadt, über der dein Name ausgerufen ist.“

Denn nicht um unserer Ungerechtigkeiten willen legen wir unser Flehen vor deinem Angesicht nieder, sondern um deiner vielen Erbarmungen willen.

„Höre, Herr, Herr, vergib, Herr, merke auf und handle!“

So erbittet Daniel, dass Gott handelt, dass Gott jetzt eingreift, dass Gott jetzt etwas tut, nachdem doch die Zeit abgelaufen ist. Man erkennt hier, welche Beziehung Daniel zu Gott hat. Er spricht zu Gott wie zu einem echten Gegenüber.

„Herr, schau mal her, darf ich dir etwas zeigen? Könntest du jetzt zuhören? Bitte merke doch auf, höre auf das, was ich rede, und handle. Zögere nicht! Es geht um dich, Herr, es geht nicht um uns. Es geht um deinen Namen. Dein Name ist über diese Stadt genannt, und dieser Name soll weiterhin genannt werden. Dieser Name soll nicht vergessen werden in dieser Welt.“

Daniel betont, dass es Gottes Volk ist. Es ist dein Volk, nicht mein Volk. Es ist dein Volk. Wenn Gott dann zu ihm spricht, wird Gott wieder sagen: „Es ist dein Volk.“ Ja, aber Daniel sagt in seinem Gebet: „Es ist dein Volk, Herr.“

Das erinnert an das Fürbittegebet Moses. Es geht um die Ehre Gottes.

Daniels inniges Fürbittgebet um Jerusalem

Vers 20, da kommt die Antwort: „Während ich noch redete und betete und meine Sünde sowie die Sünde meines Volkes Israel bekannte und mein Flehen vor Yahweh, meinem Gott, für den heiligen Berg meines Gottes niederlegte.“

Also, während er so am Beten und am Bekennen ist – übrigens, beachten Sie in Vers 20, dass er sagt: Es ist die Sünde meiner Sünde und die Sünde meines Volkes. Er ist sich also ganz bewusst, dass er selbst, er persönlich, auch sündig ist. Er bekennt seine eigene Sünde und die Sünde des Volkes. Er ist sich bewusst – wir erfahren nichts von seiner Sünde, wenn er uns hier nicht sagen würde, dass er sündig ist. Im Buch Daniel finden wir nichts Schuldiges oder Böses über Daniel. Es wird nichts Negatives berichtet.

Aber er ist sich bewusst: Wenn man in der Gegenwart Gottes lebt, wird man sich der eigenen Sündhaftigkeit bewusst.

Vers: „Während ich noch redete im Gebet, da kam der Mann Gabriel, den ich am Anfang im Gesicht, als ich ganz ermattet war, gesehen hatte.“

Der Mann aus Kapitel 8 kam zu mir zur Zeit des Abendopfers, erbrachte Verständnis, redete mit mir und sagte: „Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dir Verständnis zu lehren. Im Anfang deines Flehens ist ein Wort ausgegangen, und ich bin gekommen, um es dir kundzutun.“

Denn du bist ein begehrenswerter oder ein vielgeliebter, eine Kostbarkeit – das ist hier das Wort, das im Hebräischen steht. Es bedeutet etwas Kostbares, etwas Begehrenswertes. Luther übersetzt es, glaube ich, mit „vielgeliebtes“; Elberfelder mit „vielgeliebter“. Natürlich sind wir nur in Christus vor Gott etwas Kostbares, nicht in uns selbst.

Aber der Herr achtet ihn und zeigt, wie viel er ihm wert ist. Im Gegensatz dazu denken wir an Belsazar, der nichts mehr wert war, dessen moralisches Gewicht einer Feder glich. Aber dieser Daniel ist dem Herrn viel wert. Um seines Willens, was Gott in Daniel bewirkt hat, war er so kostbar.

Die Begegnung mit Gabriel und Daniels Wert vor Gott

So merkt auf das Wort und versteht das Gesehene. Es braucht jetzt Aufmerksamkeit, höchste Aufmerksamkeit – auch für uns. Nach dem Mittagessen ist es schwierig, das weiß ich, aber trotzdem werden wir es versuchen. Es erfordert große Konzentration.

Dann folgt die Rede über die 70-Jahr-Wochen. Ich habe diesen Text kopiert. Ihr könnt, wenn ihr möchtet, in eurer Bibel mitlesen, aber vielleicht nehmt ihr zusätzlich das Blatt zur Hand.

Wenn wir diesen Text lesen, werden wir sehen, dass er an manchen Stellen etwas schwierig zu übersetzen ist. Das zeigt sich auch in den verschiedenen deutschen Übersetzungen, die es gibt. Ich habe hier die Elberfelder Übersetzung auf das Blatt geschrieben, weil ich meine, sie ist besser und hilft uns genauer weiter. Sie ist recht genau.

Außerdem habe ich eine eigene Übersetzung angefertigt. Darunter kann man dann auch noch die Elberfelder Übersetzung lesen. Ich werde hauptsächlich von meiner eigenen Übersetzung lesen und gelegentlich auf die Elberfelder Übersetzung ausweichen.

Einführung in die Weissagung der siebzig Wochen

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt, um die Abtrünnigkeit zu verschließen und die Sünde zu versiegeln, die Schuld zu sühnen, ewige Gerechtigkeit zu bringen, Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.

So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen. Und zweiundsechzig Wochen lang wird sie wiederhergestellt und gebaut werden – Platz und Graben – und zwar in Bedrängnis der Zeit.

Und nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet, und es wird keiner für ihn sein. Für das Volk, und die Stadt und das Heiligtum wird sie das Volk eines Fürsten verderben, welcher kommt, und sein Ende ist in der Überflutung.

Und bis zum Ende ist Krieg, ein beschlossenes Maß an Verwüstung. Stark machen wird er einen Bund, den vielen eine Woche lang. Und eine halbe Woche lang wird er Ruhe machen, Opfer und Gabe. Über dem Flügel der Gräuel wird ein Verwüster sein, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes sich auf den zu Verwüstenden ergießen wird.

Das ist diese berühmte Weissagung von den siebzig Wochen. Wir werden – ich muss jetzt gerade schauen – wir haben hier ein paar Folien, die ich gerade vorbereitet habe.

Zuerst geht es uns um den Zielpunkt, also um Vers 24. Was ist der Zielpunkt der ganzen Weissagung? Worum geht es? Worauf geht es hin? Was ist am Ende? Worauf zielen diese siebzig Wochen hin?

Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Und das Ziel, das hier erreicht werden soll, wird hier sechsmal beschrieben: die Abtrünnigkeit zu verschließen, die Sünde zu versiegeln, die Schuld zu sühnen, ewige Gerechtigkeit zu bringen, Gesicht und Prophet zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.

Das Ziel der siebzig Wochen: Vollendung und Heilung

Dazu sind siebzig Siebenheiten bestimmt. Wir müssen jetzt einfach Schritt für Schritt durchgehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als Wort für Wort zu betrachten.

Siebzig Wochen – hier steht „Woche“ für eine Siebeneinheit. Eine Woche bedeutet ja eigentlich sieben Tage, also sind es siebzig Siebenheiten. Normalerweise wird eine Woche durch sieben Tage bestimmt. Es gibt aber auch Wochen, die aus Jahren bestehen. Das ist aus dem Alten Testament bekannt: Wenn sechs Jahre vergangen sind, folgt das siebte Jahr, das Sabbatjahr. Das Ganze bildet dann eine Jahrwoche, die mit dem Sabbatjahr abschließt.

In diesem Sinne ist auch hier „Woche“ zu verstehen. Darauf kommt man, weil die letzte dieser 70 Jahrwochen in zwei Hälften geteilt wird, also in eine halbe Woche und noch eine halbe Woche. Später wird uns gesagt, dass diese halbe Woche mit dreieinhalb Jahren zu tun hat. Wenn eine halbe Woche dreieinhalb Jahre entspricht, dann sind sieben Jahre eine ganze Woche. Das macht deutlich, dass es sich hier um Jahrwochen handelt.

Interessant ist dennoch, dass „Wochen“ gesagt wird und nicht gleich „490 Jahre“. Das ist wohl ganz bewusst so gewählt, weil es wahrscheinlich nicht um eine exakte arithmetische Rechnung geht, sondern um Symbolzahlen, die eine besondere Bedeutung haben. Ähnlich wie die Zahl 70, die wir in Kapitel 9, Vers 2 gelesen haben: Dort sind siebzig Jahre genannt, hier sind es siebzig Wochen. Das ist wohl bewusst so gewählt.

Daniel hat gelesen, dass siebzig Jahre bestimmt sind, bis Babylon gerichtet wird und die Israeliten zurückkehren dürfen. Hier jedoch heißt es: Jerusalem wird nach diesen siebzig Jahren noch nicht wiederhergestellt sein. Das Ganze verlängert sich. Statt siebzig Jahren sind es siebzig Wochen, also eine siebenfache Verlängerung.

Die siebzig Wochen sind bestimmt. Die Frage, die wir uns nun stellen müssen, ist: Ab wann wird gezählt? Bevor wir diese Frage klären, wollen wir zuerst schauen, wohin die Zeitspanne führt, was der Zielpunkt ist.

Es folgen mehrere Infinitivkonstruktionen: Abtrünnigkeit zu verschließen, Sünde zu versiegeln, Schuld zu sühnen, Gerechtigkeit zu bringen, Propheten zu versiegeln, das Allerheiligste zu salben. Diese Verben verhalten sich zueinander wie ABC und CBA.

Schuld und Gerechtigkeit (das Dritte und Vierte) stehen in der Mitte und hängen zusammen: Die Schuld wird gesühnt, und Gerechtigkeit wird gebracht. Das Zweite und Fünfte, Sünde versiegeln und Propheten versiegeln, bedeuten beide, etwas zum Abschluss zu bringen. Das Erste und Letzte, Abtrünnigkeit verschließen und Allerheiligstes salben, zeigen, dass mit der Sünde Schluss gemacht wird und nur noch Heiliges übrig bleibt.

Die sechs Zielsetzungen der siebzig Wochen im Detail

Nun betrachten wir die einzelnen Infinitivkonstruktionen genauer. Was bedeutet es, die Abtrünnigkeit zu verschließen? Abtrünnigkeit heißt im Hebräischen „Pescher“ und bedeutet einfach Frevel. Dem Frevel wird Einhalt geboten. Es geht also um die Beendigung der Gesetzesübertretung.

Wenn der große Befreier kommt, wird alle Abtrünnigkeit beendet. Dann gibt es keinen Frevel mehr – fertig mit Frevel, Schluss.

Die Sünde versiegeln, das Zweite, bedeutet die Sünde zum Abschluss bringen, ähnlich wie beim Frevel. Hier heißt versiegeln einschließen, wie in ein Gefängnis einschließen. Früher hat man etwas zugeschlossen und mit einem Siegel versehen, dann war es endgültig abgeschlossen.

Das Grab Jesu wurde ebenfalls versiegelt, zugeschlossen und mit dem römischen Siegel versehen. Hier bedeutet die Sünde versiegeln, dass sie eingeschlossen, abgeschlossen und fertig ist. Sie kommt ins Gefängnis und kommt nie mehr heraus. Das ist das Bild, das hier verwendet wird: Die Sünde wird hinter Schloss und Riegel gehalten.

Das nächste ist, dass die Schuld gesühnt wird. Die Schuld soll gesühnt werden. Nun stellt sich die Frage: Wird die Schuld durch ein stellvertretendes Opfer gesühnt oder durch das eigene Abzahlen der Schuld? Es gibt zwei Möglichkeiten zur Sühnung: entweder selbst zahlen oder ein anderer zahlt.

Was hier gemeint ist, müssen wir noch offenlassen. Interessant ist, dass es beim Ersten um die Beseitigung des Frevels geht, beim Zweiten um die Beseitigung der Sünde, und hier wahrscheinlich um die Beseitigung der Schuld. Das heißt, so wie beim Ersten die Quelle der Abtrünnigkeit gehemmt wird, so soll beim Zweiten die Quelle der Sünde beseitigt werden, und die Quelle der Schuld soll getilgt werden.

Schuld tilgen würde auf ein stellvertretendes Opfer hinweisen. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob das gemeint ist oder ob es heißt, bis ihr alle eure Schuld abgezahlt habt. Aber können sie jemals ihre Schuld abbezahlen? Wenn sie eine lange Strafe bekommen, könnten sie dann ihre Schuld abbezahlen?

Mir scheint, es geht eher um eine Sühnung, bei der jemand anderer für sie sühnt. Dann ist die Schuld erledigt, es gibt keine Schuld mehr für Israel, keinen Frevel mehr in Israel, keine Sünde mehr in Israel und keine Schuld mehr in Israel. Das sieht nach Vollendung aus: Alles ist abgeschlossen, alles ist fertig.

Die nächsten drei Punkte betreffen das Bringen ewiger Gerechtigkeit. Ewige Gerechtigkeit zu bringen erinnert an Jesaja 32, Vers 16: „Das Recht wird sich niederlassen in der Wüste, die Gerechtigkeit wird im Baumgarten wohnen, und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird Ruhe und Sicherheit in Ewigkeit. Und mein Volk wird wohnen an einer Wohnstätte des Friedens.“

Hier wird von einem Zeitalter ewiger Gerechtigkeit gesprochen. Wenn das Volk in ewiger Gerechtigkeit wohnt, so ewig, wie das Königreich ewig ist, so soll auch die Gerechtigkeit dieses Volkes sein. Es wird also eine Gerechtigkeit herbeigebracht, die ewig ist und in der keine Ungerechtigkeit mehr vorhanden ist. Das klingt ebenfalls nach Vollendung.

Ich habe hier noch eine Reihe weiterer Bibelstellen, die ich erwähnen möchte. Zum Beispiel Jesaja 45, Vers 24: „Nur in dem Herrn ist Gerechtigkeit.“ Jesaja 51, Vers 5: „Nahe ist meine Gerechtigkeit, mein Heil ist ausgezogen, und meine Arme werden die Völker richten.“ Wenn die Zeit der Gerechtigkeit kommt, werden die Völker gerichtet.

Oder Jesaja 51, Vers 8: „Meine Gerechtigkeit wird in Ewigkeit sein und meine Rettung durch alle Geschlechter hindurch.“ Das deutet auf eine Zeit hin, wenn alles vollendet sein wird und die Gerechtigkeit Gottes in Ewigkeit besteht.

Hier spricht der Text auch von einer ewigen Gerechtigkeit, die auf die Zeit der Vollendung hinweist.

Wir sind nun noch mitten in der Untersuchung des Textes. Wir sind noch nicht bei der Frage, was wir daraus verstehen sollen. Zuerst müssen wir uns mit dem Text auseinandersetzen, danach folgt das Verständnis.

Die Bedeutung der ewigen Gerechtigkeit und das Ende der Prophetie

Ja, gut, ich dachte, du hast diese Punkte schon in sechs Aufklebern, und oben darüber steht, dass die siebzig Wochen bestimmt sind. Deshalb die Fragen.

Für uns ist es wichtig, zuerst zu schauen, was der Text sagt. Bevor wir etwas über die siebzig Wochen verstehen, müssen wir zuerst genau sehen, worum es eigentlich geht. Das will ich zeigen.

Wenn gesagt wird, Abtrünnigkeit zu verschließen, Sünde versiegen zu lassen, Schuld zu sühnen und ewige Gerechtigkeit zu bringen, klingt das alles nach einem Zustand der Vollendung, der Vollkommenheit. Da bleibt nichts mehr übrig an Geschichte. Es ist ein ewiger Zustand.

Genau das haben wir in Kapitel sieben gelesen: Eines Tages werden die Heiligen „in Ewigkeit mit dem Herrn regieren“, sagt Gott. Und in Kapitel 2 geht es auch um das Königreich Gottes.

Ich möchte noch eine Stelle bringen, und zwar Jeremia 23, Vers 5: „Siehe, Tage kommen, da ich dem David einen gerechten Spross erwecken werde, und er wird als König regieren, verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land.“ Wenn also der David kommt, der Zweite, dann gibt es Gerechtigkeit. Er bringt Gerechtigkeit mit sich.

Auch in Jeremia 33, Verse 15-16 steht: „In jenen Tagen werde ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprossen lassen, und er wird gerecht und Gerechtigkeit üben im Land.“ Das ist fast parallel wie der andere Vers.

„In jenen Tagen wird Juda gerettet, und Jerusalem wird sicher wohnen. Und das wird der Name sein, womit man es nennen wird: der Herr unserer Gerechtigkeit.“ Es klingt alles so, als gehe es in die gleiche Richtung – ein Zustand der Vollendung.

Gesicht und Prophet versiegeln ist das nächste Thema. Versiegeln heißt hier, genauso wie vorher, unter einem Siegel liegen, so dass es nicht mehr aktiv sein kann. Es wird eingesperrt.

Gesicht und Prophet können also nicht mehr tätig sein. Es wird keine Gesichte mehr geben und keine Propheten mehr. Es gibt eine Zeit, die vorausgesagt wird, in der es keine Gesichte und keine Propheten mehr gibt. Sie sind dann nicht mehr nötig.

Das, was die Propheten vorausgekündigt haben, wird eintreten, und es braucht keine weiteren Propheten mehr. Diese Zeit wird abgeschlossen sein.

Das Letzte ist, das Heiligste zu salben – ein Heiligstes oder ein Heiliges der Heiligen, eigentlich ganz wörtlich übersetzt: ein Allerheiligstes zu salben.

Was ist mit diesem Heiligtum gemeint, das hier gesalbt werden soll? Darüber haben sich die Theologen viele Gedanken gemacht – oder zumindest angestrengt darüber nachgedacht.

Das Allerheiligste und seine Bedeutung in der Weissagung

Eine Möglichkeit ist zu sagen, dass es sich um einen Allerheiligsten handelt, also um eine Person. Das könnte zum Beispiel Jesus Christus sein, der Messias, der gesalbt wird. Dann müsste man übersetzen mit „und einen Allerheiligsten zu salben“, was vom Hebräischen her möglich ist.

Aber die ganz genauen Hebräischkenner sagen, das ist nicht möglich, weil hier der Artikel fehlt. Im Hebräischen steht kein Artikel, und wenn es sich auf den Messias beziehen würde, müsste unbedingt der Artikel vorhanden sein, so sagen die Hebräischkenner. Kallilitsch zum Beispiel äußert diese Meinung. Ich lese das vor: Könnte der Messias gemeint sein? Wohl nicht, denn es fehlt im Hebräischen vor „Heiligtum“ der bestimmte Artikel.

Wenn das Wort „Heiligtum“ ohne Artikel verwendet wird, ist im Alten Testament immer eine Sache gemeint, nicht eine Person. Der Zusammenhang drängt uns dazu, an einen Tempel zu denken. Es geht um die Zukunft der Stadt und des Heiligtums. Das war ja das Thema. Aber was für ein Tempel? Ein mit Menschenhänden gemachter materieller Tempel oder ein neuer, ewiger Tempel?

Der Ausdruck „das Heilige der Heiligen“ wird in 2. Mose auf den Altar bezogen, also auch auf verschiedene Gegenstände des Tempels. Hier noch etwas: Es kann deshalb nicht der materielle jüdische Tempel gemeint sein, weil in Daniel 9,24 im Hebräischen der Artikel fehlt.

Keil schreibt, an das Allerheiligste des unter Serubbabel wiederaufgebauten irdischen Tempels zu denken, verbietet das Fehlen des Artikels. Denn das Allerheiligste der Stiftshütte wie des Tempels heißt konstant im Alten Testament immer „Chodesch Hak Chodeschim“, also „das Heilige des Heiligen“. Aber das steht hier gerade an dieser Stelle nicht. An unserer Stelle heißt es „Heilige des Heiligen“ ohne Artikel, also „ein Allerheiligstes“, nicht „das Allerheiligste“.

Das ist also schon richtig übersetzt. Wie steht es bei euch in den Übersetzungen? Ja, das ist diese Meinung. Aber da ist das Problem, dass der Artikel fehlt, und deshalb sagen die Hebräischkenner, das sei nicht möglich. Wie steht es sonst bei der Schlachter? „Ein Allerheiligstes“. Auch Luther hat „ein Allerheiligstes“, und ich glaube, sogar Elberfelder hat das auch so.

Ja, da sind sich die Deutschen, die gründlichen Deutschen, alle einig. Das ist noch angenehm positiv. Da braucht man also gar nicht so lange zu diskutieren, wenn sie sich alle einig sind. Es hieß aber nicht, an den irdischen Tempel zu denken, der von Serubbabel gebaut wurde. Denn wenn man an Serubbabel denkt: Als die Juden zurückgekehrt waren, hatten sie gerade begonnen zu bauen. Der Tempel stand noch nicht, der Grund wurde gelegt, aber dann hörten sie auf zu bauen, weil die Samaritaner kamen und sie am Bauen hinderten.

Vom Jahr 537 bis zum Jahr 520, also 17 Jahre lang, wurde nichts getan, gar nichts. Im Jahr 520 kamen zwei Propheten, die das Volk neu aufriefen. Wer waren die zwei Propheten? Haggai und Sacharja. „Baut den Tempel!“ Und da gehorchten Serubbabel und Josua, der Hohepriester. Sie begannen den Tempelbau wieder von vorne, man fing wieder an zu bauen.

Dieser kleine Serubbabel-Tempel wurde dann fertig, fünf Jahre später, im Jahr 515 v. Chr. Könnte der Tempel gemeint sein? Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk, um das Allerheiligste dieses Tempels zu sagen? Erstens ist es komisch, warum siebzig Jahrwochen, denn das waren ja gar nicht siebzig Jahrwochen, das waren höchstens ein paar Jahre. Das sind niemals die 490 Jahre oder so. Das allein würde schon nicht passen.

Aber auch, und da sagen wieder die Hebräischkenner, kann das nicht sein, weil dieser Artikel fehlt. Es muss also irgendein Allerheiligstes sein. Unsere Stelle redet von einer objektiven Stätte, an der Gott unter seinem Volk wohnen und sich ihm bezeugen will. Das Salben ist der Akt, durch den diese Stätte zu einer heiligen Stätte der Gegenwart und Offenbarung Gottes geweiht wird.

Es geht hier also um die Herstellung einer neuen Stätte der Gegenwart Gottes unter seinem Volk, und zwar – und das ist hier entscheidend – eine, die im Zusammenhang steht mit der gänzlichen Beseitigung der Sünde und der Abtrünnigkeit, mit dem Erscheinen der ewigen Gerechtigkeit und mit dem Abschließen aller Prophetie in dem vollendeten Zustand.

Welcher Tempel ist das? Welcher Tempel kann das sein? Welches Allerheiligste ist gemeint? Es kann nur der sein, es kann nur der ewige sein, von dem Hesekiel gesagt hat.

Das ewige Heiligtum und die Vollendung der Wiederherstellung

Denkt daran, Hesekiel war damals in aller Munde. Er war der moderne Prophet seiner Zeit, ein Zeitgenosse dieser Leute. Er hat in Chaldäa geweissagt und dort gesagt – wir haben es ja gelesen – in Hesekiel 37:

„Wenn sie Buße tun und zurückkommen, dann wird Gott sie in das ewige Land bringen, den zweiten David bringen, den ewigen Bund schließen und sein Heiligtum in ihrer Mitte errichten. Er wird dort in seinem Heiligtum in der Mitte der Israeliten wohnen für ewig.“

Das war in Hesekiel 37, der letzte Vers. Eigentlich sogar die drei letzten Verse. Dort heißt es:
„Den ewigen Bund gebe ich ihnen und lasse sie zahlreich werden und setze mein Heiligtum in ihrer Mitte für ewig. Meine Wohnung wird über ihnen sein, und ich werde ihnen zum Gott und sie werden mir zum Volk sein. Die Völker werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist.“

Dieses Heiligtum wird dann in Hesekiel 40 bis 48 beschrieben. Neun Kapitel lang wird das Heiligtum und seine Umgebung dargestellt. Auch der neue Gottesdienst wird beschrieben – ein perfekter Gottesdienst, alles ist dort perfekt und ewig. Ganz wichtig: perfekt und ewig.

Daraus ergibt sich sehr naheliegend, dass wir hier an eine Wiederherstellung Jerusalems denken müssen. Jerusalem wird so wiederhergestellt, dass es nie mehr zerstört wird.

Schauen wir mal in Jeremia 31, Vers 31:
„Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund, nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe, an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Herr war.

Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und es auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Dann werden sie nicht mehr jeder seinen Nächsten und seinen Bruder lehren und sagen: ‚Erkenne den Herrn!‘ Sie alle werden mich erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht der Herr. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken.“

Jeremia – Daniel hat in Jeremia studiert. Er war in Kapitel 29 gewesen, und jetzt sind wir in Kapitel 31.

Weiter lesen wir in Vers 38:
„Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da wird diese Stadt für den Herrn wieder aufgebaut werden, vom Turm Hanael bis zum Ektor. Die Meschner wird weiter fortlaufen, geradeaus über den Hügel Gare und sich nach Goa wenden. Das ganze Tal der Leichen und der Fettasche und alle Terrassengärten bis zum Bach Kidron, bis zur Ecke des Rostores nach Osten hin, werden für den Herrn heilig sein. Die Stadt soll nicht mehr niedergerissen noch zerstört werden in Ewigkeit.“

Eine Stadt, die so herrlich sein wird! Jetzt wird Jerusalem wiederhergestellt – und zwar so, dass es nie, nie, nie mehr zerstört wird. Herrlich!

Hier spricht der Enkel von den siebzig Wochen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen mindestens siebzig Wochen ablaufen. Es heißt hier, diese Wochen müssen auf alle Fälle vergehen. Sie sind bestimmt über das Volk Israel und über die heilige Stadt, um dann schlussendlich das Ziel zu erreichen.

Das Ziel wird sein: keine Sünde mehr, ewige Gerechtigkeit, kein Prophet mehr nötig und ein ewiges Allerheiligstes, das gesalbt wird – ein ewiger Tempel. Ein ewiger Innenraum des Tempels, also der innerste Raum des Tempels, der wird ewig sein und gesalbt werden.

All das spricht vom gleichen Zeitpunkt. Es ist der Zeitpunkt der Vollendung. Das, wonach sich jeder Israelit so gesehnt hat. Sie haben ja den Jesaja, den Jeremia und den Sacharja gelesen. Sie wussten, dass Gott es versprochen hat.

Da sind wir schon ein bisschen weiter. Viele Ausleger sind sich einig, dass es tatsächlich um einen Vollendungspunkt geht, nicht um irgendeinen Punkt in der Geschichte. Es geht um den Abschluss – das ist Ewigkeit. Dann ist nichts mehr zu tun.

Die drei Zeitabschnitte der siebzig Wochen

Gut, also das nächste Thema ist, dass wir uns jetzt diese drei Abschnitte anschauen müssen. Wir haben hier drei Abschnitte. Es heißt hier: „So wisse denn und verstehe, vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen, und 62 Wochen lang werden Platz und Graben wiederhergestellt und gebaut, und zwar in bedingungsreichen Zeiten. Nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden“ usw.

Das heißt, wir haben hier drei Teile: den ersten Teil mit sieben Wochen, den zweiten Teil mit 62 Wochen und den dritten Teil mit einer Woche. Das steht dann in Vers 27. Drei Zeitabschnitte.

Übrigens, jetzt müssen wir zuerst zur Übersetzung schauen. Wer die Schlachter-Übersetzung hat, der steht etwas anderes, wer die Elberfelder hat, der steht so wie bei mir. Bei Schlachter steht: „Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen.“ Oder? Und da steht, es sind sieben Wochen Punkt, und zweiundsechzig Wochen lang wird gebaut. Das ist ein großer Unterschied.

Nun, wenn es so verschiedene Übersetzungen gibt, darf man ruhig den Übersetzungen ein bisschen über die Schulter schauen, auch wenn man kein Hebräisch kann. Man kann ja denken. Und das Denken zeigt uns, wenn er hier fortsetzt mit „nach den 62 Wochen“ in Vers 26, dann muss das doch bedeuten: Aha! Er sagt nicht „nach den neunundsechzig Wochen“. Das heißt, es sind tatsächlich drei Abschnitte, nicht zwei. Sonst hätte er ja gesagt „nach den neunundsechzig Wochen“. Versteht ihr? In Vers 26 setzt er fort und sagt: „Nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden.“ Das steht in Schlachter und in Elberfelder gleich.

Hätte er gemeint, die zweiundsechzig plus die sieben Wochen gehören zusammen, dann hätte er gesagt: „Nach den neunundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden.“ Aber er meint nicht, dass das zusammengehört. Er spricht von einzelnen Abschnitten. Das heißt, ein Abschnitt ist wirklich sieben Wochen, da geschieht irgendetwas. Dann ist ein Abschnitt zweiundsechzig Wochen, da geschieht auch etwas. Und dann ist ein Abschnitt eine Woche, da geschieht auch etwas.

Das heißt, zu jeder Woche wird auch etwas gesagt, zu jedem Abschnitt wird etwas gesagt. Keiner dieser drei Abschnitte ist bedeutungslos. Würden wir aber übersetzen: „sind es sieben Wochen plus 62 Wochen“, dann würde er zum ersten Abschnitt gar nichts sagen. Dann würde man fragen: Warum sagt er denn sieben plus 62? Dann könnte er doch gleich 69 sagen. Was soll das? Vor allem sagt er nichts über diese sieben Wochen, was da geschieht.

Wenn wir aber einen Punkt setzen, und das Hebräische ist hier natürlich so, dass man es so oder so übersetzen kann, aber es ist viel naheliegender, dass er drei Abschnitte hat. Jeder Abschnitt hat eine Zeitangabe, und zu jedem Abschnitt geschieht etwas. Jeder Abschnitt wird gekennzeichnet von etwas.

Also würden wir jetzt übersetzen: „Es sind sieben Wochen plus 62 Wochen“, dann hätten wir eine Leeraussage zu den ersten sieben Wochen. Würden wir aber übersetzen: „Bis zu dem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen“, dann wissen wir: Aha, der erste Abschnitt geht bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten. Punkt. Der zweite Abschnitt ist der Abschnitt des Bauens, da wird gebaut, 62 Wochen. Und der dritte Abschnitt, da wird ein Gesalbter ausgerottet usw. Versteht ihr?

Wenn man einen Punkt setzt, hat man wirklich drei Abschnitte, bei denen jeweils etwas geschieht. Tatsächlich haben die Elberfelder Revidierer das erkannt und von der früheren Version zur anderen Version umgestellt. Sie haben den Punkt gesetzt, wo sie früher keinen Punkt hatten.

Die Schlachter-Übersetzung hatte den Punkt richtig, aber die Revidierer haben ihn leider entfernt. Das ist schade. Hier ist die Revision schlechter als die ursprüngliche. Das bedaure ich.

Wenn man dann andere Übersetzungen vergleicht, zum Beispiel Van Heidens Übersetzung, so hat auch er einen Punkt hier gesetzt. Ich habe mir aufgeschrieben, wie viele Übersetzungen hier einen Punkt haben. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt finde, aber es sind eine ganze Reihe deutscher Übersetzungen, die hier mit Punkt übersetzen. Der Punkt gehört nach sieben Wochen. Da gehört der Punkt hin.

Luther 1912 hat einen Punkt, Luther 1984 hat einen Punkt, Schlachter 1951 hat einen Punkt, Zürcher 1931 hat einen Punkt, die Menge-Übersetzung auch, die neue evangelistische Übersetzung auch, Padloch, Grünewald und die Textbibel ebenfalls. Also es sind eine ganze Reihe deutscher Übersetzungen, dazu kommen die revidierten Elberfelder und die revidierten Zürcher. Es ist schon eine ganze Reihe deutscher Übersetzungen, die hier meines Erachtens richtig übersetzt haben.

Wir haben also drei Abschnitte: sieben Wochen, zweiundsechzig Wochen und eine Woche, wobei die letzte dann geteilt wird. Das werden wir dann in Vers 27 sehen.

Die drei Abschnitte und ihre Bedeutung

Um den Frevel zu verschließen, die Sünde zu versiegeln, die Schuld zu sühnen, ewige Gerechtigkeit zu bringen, Gesicht und Prophet zu versiegeln und das Allerheiligste zu sagen.

Jetzt schauen wir uns an, was gesagt wird. Es werden drei Zeitabschnitte genannt. Was wird in der Zwischenzeit bis zur Erfüllung dieser herrlichen Hoffnung Israels geschehen? Der Engel informiert ihn, dass diese siebzig Wochen dreigeteilt sind. Wir müssen hier also unterscheiden: In diesen drei Teilen geschieht nicht immer dasselbe. Jeder Teil hat ein ganz besonderes Charakteristikum.

Wenn wir uns den ersten Zeitabschnitt anschauen, diese sieben Wochen, haben sie einen klaren Anfang und ein klares Ende. Der Anfang ist das Ausgehen des Wortes, dass Jerusalem wiederhergestellt und gebaut werden soll. Das Ende ist, dass ein Gesalbter kommt, ein Fürst. Das ist hier klar. Vom Ausgehen des Wortes bis zum Kommen eines Gesalbten verstreichen sieben Wochen.

Interessant für uns ist, dass keine Rede vom Bauen in diesen ersten sieben Wochen ist. Es wird nichts gebaut in den ersten sieben Wochen. Gebaut wird 62 Wochen lang, aber erst nachdem dieser Fürst, dieser Gesalbte, gekommen ist. Erst dann wird gebaut. Der Text ist da ganz klar: Die Bauzeit ist nicht die ersten sieben Wochen, sondern erst ab Woche acht, also dort, wo der längere Abschnitt mit den 62 Wochen beginnt.

Für mich war das eine große Entdeckung. Nach vielen, vielen Jahren Bibelstudien brauchte ich so lange, bis ich darauf kam. Aber es ist so klar, der Text ist ganz klar, und die Ausleger machen viel zu wenig darauf aufmerksam. Jerusalem soll gebaut werden, der Befehl kommt – oder besser gesagt, das Wort. Wenn bei euch Befehl steht, dürft ihr schon ausbessern. Im Hebräischen steht hier nichts von einem Befehl. Es steht vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen. Also ein Wort geht aus: Jerusalem soll wiederhergestellt und gebaut werden, aber es wird nichts gebaut.

Dann kommt einer, der ist ein Gesalbter, aber er ist auch ein Fürst. Wer auch immer das ist, lassen wir es mal offen. Dann heißt es: „Und 62 Wochen lang wird gebaut.“ Jetzt haben wir es wortwörtlich: „62 Wochen wird gebaut“, so steht es im hebräischen Text. Lange Bauzeit – es ist eine lange Zeit, die gebaut wird.

Wie steht es bei dir? Wiedergebaut. Wiederhergestellt. Das ist ja schön. Entschuldigung, ich muss gerade zurückgehen und schauen, wo ich den Text habe. Vom Ausgehen des Wortes: Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen sind sieben Wochen, und zweiundsechzig Wochen werden Platz und Graben wiederhergestellt und gebaut werden.

Also früher waren sie zerstört, und jetzt werden sie wiederhergestellt. Das Wiederhergestellt zeigt, dass es sich um die Wiederherstellung des Kaputtgemachten handelt. 62 Jahre wird das, was zerstört war, wiederhergestellt und gebaut, und zwar in bedrängnisreichen Zeiten.

Jetzt kommen wir wieder zu unserer Stelle. Und zweiundsechzig Jahre werden Platz und Graben wiederhergestellt. Das Volk kommt zurück, und dann werden die Straßen und Mauern wiederhergestellt.

Also ich weiß nicht, was das für eine Vorlage ist. Nein, das ist nicht aus dem Hebräischen. Vielleicht geht die Synodale hier nach dem griechischen Text. Das könnte sein, ich weiß es nicht. Denn der griechische Text hat hier auch Zusätze, müsste ich jetzt aber nachschauen. Nun, bleiben wir mal bei dem deutschen Text, den wir haben.

Nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden. Also 62 Wochen lang wird gebaut, wiederhergestellt, was kaputt war. Nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden. Wird ein Gesalbter ausgerottet werden? Also es wird ganz normal weitergezählt. Das ist hier ganz wichtig: Die 62 Wochen sind um. Und was geschieht jetzt? Jetzt wird ein Gesalbter ausgerottet.

Nachdem das gezählt wird, wird weitergezählt. Es fehlt ja noch eine Woche. Es wird also nicht erst später weitergezählt, sondern unmittelbar daran angeschlossen an die 62 Wochen kommt diese eine Woche. So wie unmittelbar an die sieben Wochen die zweiundsechzig Wochen kommen, so kommt unmittelbar an die zweiundsechzig Wochen die eine Woche. Also da ist nichts dazwischen.

Nach den zweiundsechzig Wochen, das heißt, sobald die zweiundsechzig Wochen abgelaufen sind – bitte nicht falsch verstehen – nicht eine unbestimmte Zeit, tausend Jahre oder fünfhundert Jahre nach den 62 Wochen, dann irgendwann kommt doch eine weitere Woche. Nein, nein, nein! Nach Ablauf der 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet. Am Ende der 62 Wochen geschieht die Ausrottung des Gesalbten, also unmittelbar danach.

Jetzt kommt der dritte Abschnitt, das ist eine Woche. Der wird also von der Ausrottung des Gesalbten an gezählt. Da ist ja der Gesalbte, dieser eine Gesalbte, der ausgerottet wird. Und das dauert dann sieben Jahre, also eine Woche, eine Jahrwoche.

Was geschieht jetzt in dieser einen Woche? Es heißt hier im Text: Eine Woche lang, Vers 26, nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet, und es wird keiner für ihn sein. „Und die Stadt und das Heiligtum verderben wird sie das Volk eines Fürsten.“ Also die Stadt und das Heiligtum, die zwei, werden verdorben. Die Stadt und der Tempel werden verwüstet. Im Hebräischen heißt es hier „verdorben“. Sie werden verwüstet durch das Volk eines Fürsten, der kommt.

Im Zusammenhang beachten wir bitte genau, was der Text sagt: Im Zusammenhang mit der Ausrottung dieses Gesalbten geschieht die Verwüstung des Heiligtums und die Verwüstung der Stadt. Da sind nicht Jahrzehnte dazwischen. Der Text verbietet hier, irgendwelche Jahrzehnte oder Jahrhunderte oder gar Jahrtausende hineinzuschieben. Das dürfen wir nicht. Der Text erlaubt es nicht.

Also nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet, und es wird keiner mehr da sein, also kein Gesalbter. Das Volk hat dann keinen mehr. Die Stadt und das Heiligtum werden verdorben durch das Volk eines Fürsten, der heranrückt, der kommt. Sein Ende ist in der Überflutung, und bis zum Ende ist Krieg ein fest beschlossenes Maß an Verwüstung.

Für 27 und Starkmachen wird er einen Bund mit vielen eine Woche lang schließen. Jetzt haben wir eine Woche, die uns noch gefehlt hat. Nach den 62 Wochen kommt eine Woche. In dieser einen Woche geschieht auch wieder einiges. Ich würde sagen, das ist die Katastrophenwoche. Was da alles geschieht, ist ja furchtbar.

Er macht einen Bund, und dann in der Mitte der Woche lässt er Opfer und Gabe aufhören. Über dem Flügel der Gräuel steht ein Verwüster, und zwar so lange, bis Vernichtung und Festverschlossenheit sich auf den zu Verwüstenden ergießen wird. Das ist die Katastrophenwoche.

Wir haben drei Zeitabschnitte: Der erste Zeitabschnitt ist recht positiv. Da wird zwar nicht gebaut, aber man hat Hoffnung, es wird jetzt etwas kommen. Was kommt? Ein Gesalbter, ein Fürst kommt.

Sobald der Gesalbte, der Fürst, da ist, fängt man an zu bauen. Dann wird 62 Wochen lang gebaut. Und wenn dann 62 Wochen lang gebaut worden ist, wird ein Gesalbter getötet, ausgerottet, und es beginnt eine furchtbare Zeit, eine Katastrophenzeit. Das Opfer hört auf, und ein Gräuel der Verwüstung steht über dem Heiligtum.

Also hier heißt es: „Über den Flügel der Gräuel ein Verwüster.“ Das alles muss noch geschehen, sagt der Engel zu Daniel. Vorher gibt es kein neues Jerusalem ohne Frevel und ohne Sünde, ohne ewige Gerechtigkeit und ohne ein gesalbtes Allerheiliges.

Bevor das nicht geschieht, musst du noch warten, Daniel. So schnell kommt das neue Jerusalem nicht, wie es Hesekiel versprochen ist. Das war sehr ernüchternd, sehr schwer für den Propheten. Das war eine ganz neue Botschaft.

Da müssen wir erst draufkommen. Was wir tun müssen, ist, wir müssen uns vortasten. Wir können nicht einfach sagen, das ist das und das. Es muss aus dem Text heraus erarbeitet werden, sonst hängen wir wieder in der Luft.

Wir können nur sicher sein, wenn wir ganz klare Anhaltspunkte in der Schrift finden, und zwar im Danielbuch natürlich, nicht irgendwo anders. Im Danielbuch müssen wir die Anhaltspunkte finden, um das zu lösen. Und das kann nur im Danielbuch die Antwort sein.

Wir sind ja am Auslegen von Daniel, und die Leute, die dieses Buch Daniel bekommen haben, haben mit dem Buch Daniel alles, was wir brauchen. Also haben wir auch alles mit dem Buch Daniel, was wir brauchen, um Daniel zu verstehen. Wir brauchen keine Offenbarung, um Daniel zu verstehen. Wir brauchen Daniel, um Daniel zu verstehen.

Deshalb bleiben wir im Buch Daniel und suchen jetzt weiter, tasten uns voran. Aber bevor wir weitertasten, müssen wir noch einige Fragen klären: Ab wann wird denn gezählt? Vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen?

Es gibt viele Vorschläge, gerade fünf Vorschläge, ab wann wir zählen. Zum Beispiel ein Vorschlag, der sehr bekannt ist in der Geschichte der Christenheit und sich auch bei vielen herumgesprochen hat: Wir zählen einfach vom Jahr 444 an. Warum? Weil das so gut passt. 444 und dann rechnen wir weiter, und dann kommen wir schon irgendwie auf Christus.

Aber das ist natürlich der falsche Weg. So dürfen wir nicht vorgehen. Aber jetzt schauen wir uns das mal an.

Der Vorschlag ist, der Zeitpunkt, von dem an gezählt wird, ist die Erlaubnis des Artasaster an Nehemia, zurückzukehren nach Jerusalem und den Mauerbau zu vollenden. Das ist Vorschlag Nummer eins.

Das Problem mit diesem Vorschlag ist: Wenn wir uns mit diesem Vorschlag einmal Gedanken machen, warum gerade das Jahr 444? Wir sind doch jetzt im Jahr 539. Das wären fast 100 Jahre, die verstreichen müssten, bis das Ganze erst losgeht. Schon einmal eigenartig.

Außerdem: Ist es wirklich der Zeitpunkt, wo das Wort ausging, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen? Ist es das Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, als Nehemia den König um Erlaubnis bittet, ob er durch Jerusalem zurückkehren darf und die Stadtmauer vollenden darf?

Das ist ein bisschen schwierig. Die Häuser waren ja schon längst gebaut. Was hat Haggai gesagt? Ihr wohnt in getäfelten Häusern, und das Haus des Herrn liegt wüst. Die hatten doch schon längst Häuser gebaut in Jerusalem.

Es kann doch nicht sein, dass die Vollendung des Mauerbaus erst der Zeitpunkt ist, von dem an zu zählen ist, dass Jerusalem wiederhergestellt werden wird. Die Leute haben gleich angefangen, als sie zurückgekehrt waren, sich Häuser zu bauen. Sie haben den Grundstein für den Tempel gelegt, da hat man kräftig begonnen zu bauen. Also das passt allein von daher nicht.

Vielleicht haben wir einen zweiten Vorschlag. Wir können den Vorschlag nehmen, dass im Jahr 458 Esra zurückkam. Er war noch vor Nehemia da. Esra kam zurück, auch mit einem Teil des Volkes, und führte dann die religiöse Reformation durch. Das heißt, er hat die Heiligen Schriften wieder an den Platz gestellt, wo sie hingehören. Er hat das Wort Gottes gelehrt, es wurde an die erste Stelle gestellt.

Nur, das hat nicht viel zu tun mit dem Aufbau der Stadt. Das Edikt oder Gebot, dass Esra zurückkehrt mit einer Schar von Israeliten aus der Gefangenschaft, um dort jetzt die religiöse Reform durchzuführen, passt auch nicht zum Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen.

Der Zeitpunkt wäre schön, weil man da gut rechnen könnte. Wenn man da von da an rechnet, käme man auf eine gute Zeit. Aber es passt nicht von der Sache her, so sympathisch der Vorschlag ist. Er geht von der Sache her nicht, denn es war nicht das Wort, das ausging, um Jerusalem zu bauen und wiederherzustellen.

Aber was wäre mit dem Vorschlag von Darius? Der hat doch auch einmal ein Edikt gegeben, man dürfe den Tempelbau fortsetzen. Das war damals, als die Samaritaner die Israeliten beim König Darius angeklagt hatten. Sie sagten, die bauen da eine rebellische Stadt auf.

Aber Darius hat dann nachgeforscht in den Schriften festgestellt, dass König Kyros das erlaubt hatte. Dann ging diese Erlaubnis heraus, sie dürfen den Tempel weiterbauen, im Jahr 520. Es war genau zu der Zeit, als Sacharja und Haggai das Volk aufriefen: Baut den Tempel wieder weiter.

Sie haben den Tempel weitergebaut, nur es war nicht das Wort vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen. Jerusalem war schon wiederhergestellt im Jahr 520. Es waren schon 17 oder 19 Jahre verflossen. Sie hatten schon 19 Jahre lang Häuser in Jerusalem. 19 Jahre sind eine lange Zeit. Auch das passt nicht.

Jetzt haben wir noch 538. Das war das Jahr, in dem sie zurückgekehrt waren. 538. Und Serubbabel? Da kamen sie zurück und haben sofort begonnen zu bauen. Das ist das sympathischste von allen Vorschlägen bis jetzt.

Das Edikt des Kyros wird in Esra beschrieben, Esra Kapitel 1, Vers 1. Die Israeliten sollen gehen, sie wurden finanziell unterstützt, und sie sollen das Haus des Herrn bauen. Auch in 2. Chronik 36 am Ende steht dasselbe.

Das Einzige, was dagegen spricht: In den ersten sieben Wochen wurde nicht gebaut. Das passt nicht. Als sie zurückkamen, haben sie sofort gebaut. Aber vom Text her sagt der Text nicht, dass 69 Jahre lang gebaut wird, nein, 69 Wochen lang, Jahrwochen lang. Nein, 62 Jahrwochen.

Die ersten sieben Wochen wurde nichts gebaut. 62 Wochen wurde gebaut. So sympathisch dieser Ausgangspunkt wäre, den können wir auch nicht nehmen.

Was bleibt uns jetzt noch übrig? Gibt es noch ein Wort, wo das Wort ausging, Jerusalem zu bauen und wiederherzustellen? Gibt es noch ein Wort? Wann ging das Wort aus, Jerusalem wiederherzustellen und wieder aufzubauen?

In Jeremia, Jeremia der Prophet bekam von Gott das Wort, dass Jerusalem wiederhergestellt und gebaut werden soll. Daniel hat gerade Jeremia gelesen.

Wo steht das? Ich habe hier ein paar Stellen im Jeremia. Wir können zum Beispiel lesen Jeremia 29, Vers 10. Dort heißt es: „So spricht der Herr, erst wenn siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich euer annehmen, um ein gutes Wort euch an diesen Ort zurückzubringen und es zu erfüllen. Denn ich kenne die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der Herr, Gedanken des Friedens, nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren. Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden. Ja, fragt ihr mich mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen, aus allen Völkern, aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht der Herr. Ich werde euch an den Ort zurückbringen, von dem ich euch gefangen weggeführt habe.“

Aber da steht noch nichts vom Bauen, nur von der Rückführung.

Gut, Kapitel 30, Vers 1 und Vers 3: „Denn siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da wende ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda, und ich bringe sie in das Land zurück, das ich ihren Vätern gegeben habe, damit sie es in Besitz nehmen.“

Vers 8: „An jenem Tag wird es geschehen, spricht der Herr der Herrscher, da zerbreche ich sein Joch, das Joch des Fremdherrschers von deinem Hals, und zerreiße deine Stricke. Fremde sollen ihn nicht mehr dienbar machen, sondern sie werden dem Herrn, ihrem Gott, dienen und ihrem König David, den ich erwecke. Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Herr, und erschrick nicht, Israel, denn siehe, ich will dich retten aus der Ferne und deine Nachkommen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Jakob wird zurückkehren und Ruhe haben und sicher sein, niemand wird ihn aufschrecken, denn ich bin mit dir, spricht der Herr, um dich zu retten. Denn ich werde ein Ende machen mit ihm.“

Aber es ist immer noch keine Rede vom Bauen.

Weiter Vers 18: „So spricht der Herr, siehe, ich will das Geschick Zelte Jakobs wenden und über seine Wohnungen mich erbarmen. Die Stadt wird auf ihrem Hügel wieder erbaut und der Palast an seinem rechten Platz stehen. Lobgesang und die Stimme der Spielenden sollen wieder von ihnen ausgehen. Ich will sie vermehren, und sie werden sich nicht vermindern. Ich will sie herrlich machen, und sie werden nicht gering werden. Seine Söhne werden sein wie früher, und seine Gemeinde wird von mir feststehen. Alle seine Unterdrücker aber werde ich heimsuchen. Sein Mächtiger wird aus ihm selbst sein, und sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Ich will ihm Zutritt gewähren, und er wird mir nahen. Wer ist es, der sein Herz verpfändet, um zu mir zu nahen, spricht der Herr? Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.“

Oh, das spricht aber schön. Er spricht von einer großartigen Vollendung. Er verspricht nicht nur, dass sie zurückkehren, sondern sagt ihnen, dass die Stadt wie auf ihrem Hügel wieder erbaut wird und der Palast wieder an seinem rechten Platz steht. Er spricht von einer Wiederherstellung, von einem Wiederaufbau. Er führt sie im Zusammenhang mit dieser Wiederherstellung in eine herrliche Zeit hinein.

Ein Herrscher wird kommen, und sie werden sein Volk sein, und er wird ihr Gott sein. Das ist genau das, was wir haben in Daniel 9,25. Es wird wieder herrlich werden, die Sünde und der Frevel werden versiegelt, ewige Gerechtigkeit wird kommen, und dann wird der Allerheiligste schlussendlich genannt werden.

Das heißt, es gibt einen Zeitpunkt, wo alles beginnt, und der Bau beginnt. Von dem Baubeginn an wird sich etwas hinziehen, aber es wird eine schwere Zeit werden. Das Ziel wird erreicht werden: ein neues Jerusalem.

Das Ausgehen des Wortes könnte also durchaus hier gemeint sein. Es ist das Wort Gottes an Jeremia, dass Jerusalem wieder gebaut und wiederhergestellt werden soll. Es ist ein göttliches Wort, nicht ein menschlicher Befehl. Das könnte durchaus sein.

Lesen wir noch Kapitel 31, Vers 3: „Der Herr ist mir von ferne erschienen: Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir meine Güte bewahrt. Ich will dich wieder bauen, und du wirst gebaut, Jungfrau Israel.“

Und dann Vers 31: Kapitel 31, Vers 31 haben wir schon gelesen: „Tage kommen, da schließe ich einen neuen Bund mit dem Hause Israel.“

Kapitel 31, Vers 40: „Das ganze Tal,“ Vers 38: „Tage kommen, da wird diese Stadt für den Herrn wiedergebaut werden, vom Turm Hanael bis zum Ektor. Die Messchnür vom Hügel Gareb wird sich nach Goa wenden. Das ganze Teil der Leichen und der Fetasche und Terrassengärten bis zum Bach Kitter und bis zur Ecke des Rosttors nach Osten zu wird für den Herrn heilig sein. Die Stadt soll nicht mehr niedergerissen und zerstört werden.“

Jetzt haben wir es: Die Stadt soll wieder erbaut werden, und zwar so, dass sie nie mehr abgerissen wird. Das ist doch ein ganz klares Wort von der Wiederherstellung Jerusalems, und zwar von einer so absoluten Wiederherstellung.

Was ist jetzt das Datum? Das, was am besten passt, meines Erachtens von all diesen Vorschlägen, ist wirklich das Letzte.

Ich habe eine Frage. Ich habe hier eine Elberfelder Bibel. Da steht im Vers 25, 26: „62 Wochen werden Platz und Stadtgraben wiederhergestellt und gebaut sein.“ Ist das in eckigen Klammern? Nein, in eckigen Klammern steht „lang“, das heißt, da wird ausgeführt, es wird lang sein, aber da steht nicht in Klammern, dass es schon wiederhergestellt und gebaut sein wird.

Das heißt, von dem her bedeutet das, dass 62 Wochen schon fertig geworden sind, 62 Wochen lang besteht es schon. Man muss gerade im Hebräischen nachschauen.

Das ist Daniel 9, Vers 25, oder? Hier steht ein Verb im Passiv, ein ganz normales Verb im Passiv und in der Normalform. Das heißt hier Kal auf Hebräisch, die Kal-Form. Man müsste übersetzen: Es wird gebaut, und das in die Zukunft versetzt. Es wird gebaut werden.

Passiv Zukunft heißt es: Es wird gebaut werden, nicht gebaut worden sein oder gebaut sein. Das ist die ganz normale Zukunftsform, also hier ist es im Hebräischen ein Waw-Konsekutiv. Wer Hebräisch kann, das ist die ganz normale Zukunftsform, aber im Passiv. Also bauen, es wird gebaut, und jetzt kommt die Zukunft. Es wird gebaut werden.

Das ist rein grammatisch. Dass es gebaut ist, wäre ja eine Zustandsangabe. Das würde bedeuten, 62 Wochen lang ist die Stadt gebaut. Ja, und wann wird sie gebaut? Ja, das wäre ja dann die ersten Dinge. Aber gerade dort ist keine Rede davon, dass es gebaut wird.

Ich meine, Sie kennen ja den Urtext, aber hier steht, dass es schon besteht. Also das sind sicher sehr gescheite Leute, die Elberfelder übersetzen, und die schätze ich sehr, sehr, aber ich kann es trotzdem nicht nachvollziehen.

Möglicherweise kann man es im Hebräischen wohl auch so deuten, und sie haben es so gedeutet. Aber das normale, ganz normale Verb, das hier steht, ist „es wird gebaut werden“. Und dann muss ich das so lassen.

Das ist ja immerhin fair, oder? Ich meine, die Übersetzer lassen sich natürlich schon von einer Theologie leiten, sehr klar. Für Sie ist es so undenkbar, dass die Bauzeit so lange ist. Sie denken sich, wie kann man 400 Jahre lang bauen? Das geht doch gar nicht.

Dann sagen Sie sich, na gut, dann kommt die Ausnahme, dann tun wir hier ein Perfekt, praktisch ein Gebautsein, ein Zustand, ein Zustand. Es wird gebaut sein, das ist eine Zustandsbeschreibung, nicht eine Aktion. Es wird gebaut werden.

Wie gesagt, es ist schwierig zu argumentieren, weil wir jetzt keine Hebräisch-Spezialisten sind. Aber für uns ist viel wichtiger, was im Zusammenhang mehr entspricht.

Wir haben eine Schwierigkeit: Wenn hier steht, die Stadt ist gebaut (Zustand), dann haben wir die Schwierigkeit, dass wir keine Stelle haben, die uns sagt, wann sie dann gebaut wird.

Das heißt, gerade die wichtige Aussage, dass nämlich Jerusalem gebaut wird, würde im Text fehlen. Es heißt nur: Vom Ausgehen des Wortes, dass Jerusalem gebaut werden soll, bis zu dem Gesalbten vergehen sieben Wochen. Dann 62 Wochen lang werden Platz und Graben wiederhergestellt, also so lange.

Übrigens, das „lang“ ist deshalb eingeklammert, weil es ein Akkusativ der Zeitdauer ist. Wir sagen das im Deutschen ja auch: 62 Wochen wird gebaut. Ob wir jetzt sagen 62 Wochen lang oder 62 Wochen, das „lang“ können wir uns auch sparen.

Wir können also sagen: 62 Wochen werden Platz und Graben gebaut, und zwar in bedrängnisreichen Zeiten.

Rein vom Text her müssen wir das einfach mal so stehen lassen, und wir sollten doch den üblichen Gebrauch des Wortes zuerst gelten lassen, bevor wir eine Ausnahme gelten lassen wollen. Der übliche Gebrauch ist: Es wird gebaut werden.

Jetzt ist die Frage, wie entspricht das denn überhaupt der Geschichte? So weit sind wir noch nicht, wir müssen erst warten. Also jetzt bleiben wir mal dabei, und wir kommen dann zurück.

Bei der Frage, wann wurde das erfüllt oder wann wird das erfüllt, das müssen wir dann klären. Aber jetzt bleiben wir mal rein beim Text.

Wir haben einen Abschnitt, da wird nichts gebaut. Es wird nichts gesagt von Bauen, es kommt nur einfach ein Gesalbter. Wenn der Gesalbte da ist, dann geht es los. Dann ist alles schön, dann wird gebaut, aber es werden schwere Zeiten sein.

Das dauert 62 Wochen, und dann kommt eine Katastrophenwoche.

Das Synodale sagt, dass der Gesalbte am Ende der 62. Woche kommt. Wenn 62 Wochen vorbei sind, dann kommt der Gesalbte. Steht „kommt“ oder wird er ausgerottet? Nein, er wird zum Tod gebracht.

Wenn die 62 Wochen vorbei sind, dann wird der Gesalbte zum Tod gebracht. Das ist sicher. Ein Gesalbter, übrigens ohne Artikel hier, ein Gesalbter wird am Ende dieser 62 Wochen, gerade am Ende, getötet oder ausgerottet.

Dann hat das Volk keinen Gesalbten mehr, keinen Hohenpriester, was auch immer gemeint ist.

Ich möchte jetzt wieder zurück zum Ausgehen des Wortes. Wir hatten diese Daten hier, und ich war noch nicht ganz fertig.

Wir waren in Jeremia Kapitel 31, Vers 40. Jeremia spricht ganz klar von einer Zeit, dass Jerusalem wiederhergestellt wird, und zwar so wiederhergestellt, dass sie nie, nie, nie mehr zerstört wird. Also eine wirklich echte Wiederherstellung.

Wenn wir einen Propheten haben und ein Wort Gottes, das von einer Wiederherstellung spricht, und zwar von so einer Wiederherstellung, die wirklich radikal und ganz ist, dann ist es Jeremia. Das passt für mich sehr gut.

Wann hat er das gesagt? Nun, das eine Wort in Jeremia 25 ist von 605, das eine in Jeremia 29 von 597, Jeremia 32 und auch die anderen Kapitel sind von 587.

Jeremia hat also nicht an einem einzigen Jahr geweissagt, sondern über eine ganze Reihe von Jahren. Wir haben kein klares Datum. Wir können nicht sagen, das ist jetzt exakt das Jahr 605 oder 597 oder 587 oder 586, eins von diesen drei Daten oder dazwischen, aber wahrscheinlich eins von diesen drei.

Rechnen wir mal. Vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind sieben Wochen.

Jetzt müssen wir uns Gedanken machen über diesen Gesalbten. Wer ist denn dieser Gesalbte, der hier nach sieben Wochen erscheint?

Es steht hier nicht der Artikel „der Gesalbte“, es ist also nicht ein ganz bestimmter Gesalbter, sondern ein Gesalbter, ein Fürst.

Da habe ich, was sagt der Text? Wir müssen uns ein bisschen Gedanken machen, einfach rein vom Text her.

Das Wort Gesalbter wird im Alten Testament verwendet, um vor allem zweierlei Art von Menschen zu kennzeichnen.

Wer waren die Gesalbten in Israel? Wer waren die Gesalbten im Alten Testament?

Der Priester war ein Gesalbter, oder der König. Zwar wurde nicht jeder König Gesalbter genannt, aber Saul zum Beispiel und David wurden Gesalbte genannt.

Es kommt auch nichts Drittes in Frage, denn ein Prophet wurde nicht gesalbt, beziehungsweise wenn er mal gesalbt wurde, dann gab es vielleicht einen gesalbten Propheten, aber er hieß nie „der Gesalbte“ im ganzen Alten Testament.

Wenn es um den Gesalbten geht, dann spricht es entweder vom König oder vom Hohenpriester.

Der Hohepriester ist der, es gibt eine ganze Reihe von Stellen in den Mosebüchern, dass immer der Gesalbte, der in die Gegenwart Gottes tritt, der Hohepriester ist.

Hier sagt er aber, es ist ein Gesalbter, der auch ein Fürst ist.

Also er sagt: Erstens ist er ein Gesalbter, zweitens ist er auch noch zusätzlich ein Fürst.

Wenn er das so sagt, er ist ein Gesalbter, ein Fürst, dann kann mit Gesalbter nicht ein König gemeint sein, denn dann würde er sagen, er ist ein König und zusätzlich noch ein König. Das passt nicht.

Ein König, der auch ein Fürst ist, ja klar, jeder König ist ein Fürst, das kann nicht gemeint sein.

Das normale Wort für Gesalbter, das sonst verwendet wird und viel häufiger verwendet wird, ist der Hohepriester.

Das heißt, es könnte sehr gut gemeint sein, dass es vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen bis zu einem Hohenpriester ist, der kommt.

Dieser Hohepriester ist aber nicht nur ein Hoherpriester, er ist zugleich auch ein Fürst.

Das ist das Besondere an diesem Gesalbten: ein Hoherpriester, der ein Fürst ist.

Das hat man ganz selten im Alten Testament. Und das hilft uns schon weiter.

Bis dorthin sind es sieben Wochen, und dann wird gebaut.

Jetzt müssen wir überlegen, auf welche Zeit das zutreffen könnte.

Wo haben wir zu der Zeit, als man anfing zu bauen, die Stadt wieder aufzubauen, einen Gesalbten, der zugleich ein Fürst ist?

Manche haben gemeint, es könnte Kyrus sein, der persische König Kyrus. Der wird ja einmal in der Bibel sogar ein Gesalbter genannt, in Jesaja 45.

Er ist zusätzlich ein Fürst. Das wäre eine komische Aussage: Dieser Gesalbte, der Kyrus, der König, der zusätzlich noch ein Fürst ist.

Es passt irgendwie nicht, und außerdem ist er ein Heide.

Er wird in Jesaja 45 nur deshalb ein Gesalbter genannt, weil Gott ihn für seine Zwecke verwendet.

Er sagt: „Jetzt nehme ich dich, du heidnischer König, dich nehme ich heraus für meine Zwecke. Du wirst der sein, den ich gebrauche, um mein Volk Israel wieder zurückzubringen.“

Man fragt sich, ob es nicht eine bessere Lösung gibt als Kyrus.

Viele sagen, es ist der Herr Jesus. Viele kennen die Auslegung, dass der Gesalbte ganz klar der Herr Jesus ist.

Der war ein Gesalbter, ein hoher Priester, und er war gleichzeitig ein Fürst, ein geistlicher Hoherpriester, und er war gleichzeitig ein Fürst, nämlich der König.

Aber das passt nicht, denn hier steht es so geschrieben: Christus, ja, Christus heißt ja der Gesalbte.

Zum Beispiel Aaron war ein Christus, er war ein Gesalbter, David war ein Christus, er war ein Gesalbter.

Christus ist nur ein Titel. Jesus Christus ist eine konkrete Person, aber Christus ist nur ein Titel.

Der Christus, das ist natürlich der verheißene Gesalbte, der besondere Christus.

Aber für uns: Vom Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen bis zu dem Herrn Jesus sind es sieben Wochen, 49 Jahre, dann kommt der Herr Jesus. Das passt nicht.

Andere haben gesagt, da muss man eben noch die 62 dazurechnen.

Selbst das würde nicht passen, denn 49 plus diese 434 ergibt 483.

Es ist immer noch zu wenig.

Sind wir 100 vor Christus? Oder 150? Nein, 539, 587, oder 600 vor Christus.

Wenn wir diese 483 abziehen, kommen wir auf ungefähr 120 vor Christus.

120 vor Christus ist zu früh. Es passt einfach nicht.

Man kann es drehen, wie man will, man kommt nicht dorthin, wo man hin möchte.

Aber warum so kompliziert machen?

Bleiben wir doch beim Text.

Da ist das Ausgehen des Wortes Jerusalem wiederherzustellen, dann verstreicht eine Zeit von ungefähr 50 Jahren, dann kommt ein Gesalbter, der zugleich auch ein Fürst ist.

Wer könnte das sein?

Jetzt wird gebaut, wo der da ist.

Was sagt uns die Geschichte?

Ezra war kein Hoherpriester, er war nur ein Priester. Wäre sympathisch, aber er passt in dem Sinn nicht.

Und ein Fürst war er eigentlich auch nicht.

Wer hat eine Lösung?

Noch mehr Fragen.

Ich habe nachgeschlagen: Die Zyprit-Fürsten, und da steht, dass das Wort „Negid“ verwendet wird, in Hebräisch.

„Negid“ wird bei Saul z. B. verwendet, also König Saul und David wird neben „Melech“ auch „Negid“ genannt.

Das bezeichnet sich immer darauf, dass Gott der wahre König ist, und sie sind nur die Fürsten, seine Repräsentanten.

Von der Erklärung her ist das ein König, der Christus ist. Jedenfalls einer, der Königswürde hat.

Ja, also es muss schon eine besondere Persönlichkeit sein.

Gibt es einen gesalbten Hohenpriester, der bei der Rückführung der Israeliten und mit dem Tempelbau, mit dem Stadtbau, mit dem Aufbau der Stadt zu tun hat?

Joshua, der Hohepriester, was bekommt er auf seinen Kopf in Sacharja?

Holt den Joshua, den Hohenpriester, und setzt ihm eine Krone auf den Kopf.

 Sacharja 6, Verse 9-11: „Nimm Gaben von den Weggeführten, von Heldai und von Tobija und von Jedaja und geh an diesem Tag zum Haus Josuas, des Sohnes Jotzadaks, wohin sie aus Babel gekommen sind. Nimm Silber und Gold, mach eine Krone und setze sie auf das Haupt des Hohenpriesters Joshua, des Sohnes Jotzadaks, und sag ihm: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann sprosst, sein Name, und es wird unter ihm sprossen, und er wird den Tempel des Herrn bauen.“

Für mich der beste Kandidat.

Es stimmt die Zeit, es stimmt exakt die Zeit.

Es ist der Baubeginn der Stadt und des Tempels.

Es ist der Gesalbte, und er bekommt Königswürde.

Hier haben wir einen Hohenpriester, eine ganz seltene Ausnahme.

Hier bekommt ein Hoherpriester die Königswürde, bekommt die Krone, die Königskrone auf den Kopf gesetzt.

Er und Serubbabel führten das Volk, sie führten den ganzen Bau.

Gerade was den Aufbau betrifft, waren die zwei so wichtig. Sie waren die Schlüsselpersonen für den Aufbau Jerusalems, das wiederhergestellt werden soll.

Für mich gibt es keinen besseren Kandidaten als Joshua.

Wenn wir jetzt rechnen, ungefähr, wir wollen nicht exakt rechnen, aber ungefähr aus der Zeit Jeremias 50 Jahre in die Zukunft, Jeremias, entweder von 600 ab oder von 590 oder von 580 ab, rechnen wir 50 Jahre.

Wohin kommen wir ungefähr in dieser Zeit von Joshua? Sie waren 538 zurückgekehrt.

Von 588 waren es genau 49 Jahre, von 587 bis 538 wären es sogar exakt 49.

Ich rechne nicht genau, weil ich nicht glaube, dass das exakt zu nehmen ist. Das sind schon Symbolzahlen, aber ungefähre Zahlen sind es trotzdem.

Das heißt, es würde auch von den Zahlen her in etwa passen auf Joshua, den Hohenpriester.