Speisevorschriften (3. Mose 11)
Es ist ganz interessant, wenn man dieses 11. Kapitel von 3. Mose im Licht
der neueren Forschung und Wissenschaft untersucht. Gerade dieser Ausspruch
in Vers 6: «und den Hasen, denn er wiederkäut, aber er hat keine
gespaltenen Hufe: unrein soll er euch sein» hat ja viel Anlass zu Spott
über die Bibel gegeben. Ich weiß zum Beispiel von einem Tierarzt, der
seinem gläubigen Vater gesagt hat: Ich kann nicht glauben, dass die Bibel
Gottes Wort ist, denn es ist ja ganz klar, dass der Hase kein Wiederkäuer
ist und trotzdem steht das so in der Bibel. Aber so kann jemand irren um
den Preis seiner Seele. Erst im Jahr 1880 ungefähr wurden zum ersten Mal in
einer tierärztlichen Zeitschrift Hasen als wiederkäuende Tiere
wissenschaftlich beschrieben. Natürlich ist der Hase kein Wiederkäuer so
wie die Kühe und die Ziegen, die ja vier Mägen haben und die Nahrung durch
diese vier Mägen hindurch verarbeiten und diese wieder nach oben holen und
noch einmal verarbeiten. Aber das sagt ja der Bibeltext auch nicht, dass
der Hase vier Mägen hätte. Und jedes Mal, wenn man den Hasen schlachtet
kommt immer nur ein Magen raus, das ist klar. Aber die Bibel sagt, dass er
wiederkäut. Und nun hat man festgestellt, dass die Hasen und auch die
Kaninchen tatsächlich wiederkäuen. Sie scheiden grüne Kügelchen aus, die
man zuweilen auch im Käfig sehen kann, aber normalerweise sieht man nur die
braunen. Sie stoßen also die verdaute Nahrung ein erstes Mal aus in Form
von grünen Kügelchen und die werden normalerweise grad an der
Austrittstelle abgenommen und nochmals gefressen. Und bei diesem zweiten
Durchgang wird z. B. Vitamin B herausgearbeitet. Es ist so, dass der
Hasenmagen harte Gräser nicht richtig aufspalten kann. Und bei diesem
zweiten Durchgang wird diese Zellulose aufgesplittert, die man beim ersten
Mal nicht aufspalten konnte und der Rest wird dann als braune Kügelchen
ausgeschieden. Nun, es ist eben so, dass die Wissenschaft 3500 Jahre
verschlafen hat, denn Mose schrieb ja das 3. Buch Mose im Jahr 1605 vor
Christus. Es ist auch so, dass die Hasen das meistens nachts machen, also
dann, wenn die meisten Wissenschaftler schlafen. Aber das ist wunderbar. So
dreht sich natürlich der Spieß. Die Wissenschaft hat sich so lange geirrt
in dieser Sache, aber die Bibel hat das schon längst klar bezeugt.
Es kommt dazu, bei den Säugetieren sind die wiederkäuenden Spalthufer
rein. Und tatsächlich hat auch die Biologie des 20sten Jahrhunderts
festgestellt, dass diese Tiere ganz besonders resistent sind gegen
Krankheitserreger. Was man ja bei den Schweinen nicht unbedingt sagen kann.
Und darum weiß jede Frau, die Schweinefleisch brät, dass man es länger
braten muss als Rindsfleisch. Und das hängt eben nicht zuletzt mit den
Krankheitserregern zusammen, die viel häufiger in Schweinefleisch vorhanden
sind. Natürlich, die ganze Sache mit dem Rinderwahnsinn heute macht das
Argument nicht ungültig, denn das ist ja im Prinzip nichts anderes als
Folge des Menschenwahnsinns. Wir hätten den Rinderwahnsinn nicht, hätte man
nicht aus Geldgier begonnen, den Kühen Kühe als Nahrung anzubieten. Der
ganze Rinderwahnsinn kam ja daher, dass man tierisches Futter diesen
Grasfressern gegeben hat und dadurch wurde die Krankheit überhaupt so
ausgelöst und verbreitet. Aber grundsätzlich gilt eben, das sind wirklich
die idealen Tiere, wenn es um die Gesundheit geht.
Dann zum nächsten Punkt. Es ist klar, dass Aas ganz streng verboten wird
und gerade auch die Tiere, die selber Aas fressen. Wenn man schaut, welche
Tiere rein sind bei den Vögeln und welche unrein, dann braucht man nur
schauen, was die fressen und dann sieht man genau, das hängt zusammen mit
ihrem eigenen Speisezettel. Das ist auch wieder eine Gesundheitsanweisung.
Also Hühnerfleisch, Truthahn usw. war alles rein und fällt nicht unter
diesen Katalog der unreinen Vögel, ist aber eben auch Fleisch, das gesünder
ist, als wenn man einen Geier – jetzt hätte ich fast gesagt, fressen würde.
Ja und dann ist es interessant, was da noch weiter gesagt wird zum Umgang
mit Aas. Ich lese mal Vers 32: «Und alles, worauf eines von ihnen fällt,
wenn sie tot sind, wird unrein sein: jedes Holzgerät oder Kleid oder Fell
oder Sack, jedes Gerät, womit eine Arbeit verrichtet wird, es soll ins
Wasser getan werden und wird unrein sein bis an den Abend; dann wird es
rein sein.» Es ist uns auch allen klar, dass tote Tiere, z. B. eine tote
Maus, ganz gefährliche Bakterien entwickeln und wenn solches Aas eben in
Kontakt kommt mit einem Holzgerät oder Kleid usw., werden die infiziert.
Aber durch Waschen in Wasser kann man diese Bakterien entfernen. Und das
wird hier gelehrt. Diese Dinge werden also unrein und müssen daher mit
Wasser gereinigt werden. Dann kann man sie später wieder verwenden. Und das
alles bevor man überhaupt die Bakterien entdeckt hat. Vers 33: «Und jedes irdene Gefäß (Tongefäß), in welches eines von ihnen
hineinfällt: alles, was darin ist, wird unrein sein, und es selbst sollt
ihr zerbrechen.» Ja, ein Tongefäß, das eben so infiziert worden ist durch
die Bakterien von toten Tieren, durfte nicht mit Wasser gereinigt werden,
sondern es musste entsorgt werden. Und das erklärt sich ganz einfach, weil
die Tongefäße feine Poren haben, und das Wasser, das durch die Bakterien
infiziert ist, in diese Poren eindringt. Durch Auswaschen eines Tongefäßes
ist dies eben nicht gereinigt. Und die Bibel sagt, dann muss man es
zerstören. Aber auf der anderen Seite, in 3. Mose 6, wird gesagt von einem
Metallgefäß, das unrein geworden ist, es kann gescheuert und dann wieder
verwendet werden. Und dort ist es klar, die Wände eines Metallgefäßes sind
eben nicht so durchlässig wie die eines Tongefäßes und da gehen diese
Bakterien nicht hinein. Durch Scheuern kann man es wirklich einwandfrei
reinigen.
Weiter Vers 34: «Alle Speise, die gegessen wird, auf welche solches
Wasser kommt, wird unrein sein; und alles Getränk, das getrunken wird, wird
unrein sein in jedem solchen Gefäße.» Ist ja klar, das Wasser wird sofort
verunreinigt durch die Bakterien eines toten Tieres. Das muss man also weg
tun. Übrigens, als ich zum ersten Mal in Afrika war, habe ich ein Glas
getrunken und dann kam eine Fliege rein und man hat mir sofort das Glas
ersetzt. Aber ich habe dann gelernt, wenn ich etwas mehr Afrikaerfahrung
habe im zweiten Jahr, dann nimmt man einfach die Fliege raus und trinkt das
Wasser trotzdem. Und im dritten Jahr ist es dann so, dass man die Fliege
rausholt und runterschluckt und das Wasser gießt man weg. Wenn man das so
machen würde, wäre das nicht ganz richtig nach 3. Mose 11. Vers 35-38: «Und
alles, worauf von ihrem Aas fällt, wird unrein sein; Ofen und Herd sollen
niedergerissen werden, sie sind unrein, und unrein sollen sie euch sein.
Doch Quell und Zisterne, Wasserbehälter, werden rein sein; wer aber das Aas
darin anrührt, wird unrein sein. Und wenn von ihrem Aase auf irgend welchen
Saatsamen fällt, der gesät wird, so ist er rein; wenn aber Wasser auf den
Samen getan wurde, und es fällt von ihrem Aase auf denselben, so soll er
euch unrein sein.» Da ist man doch völlig überrascht. Plötzlich beim
Saatsamen, kein Problem. Ja natürlich ist das kein Problem. Saatsamen ist
so trocken, dass Bakterien ihn nicht infizieren. Kein Problem. Aber wenn
man Samen wässert, innerhalb kürzester Zeit gibt es eine Katastrophe durch
Infektion, wenn das in Kontakt gebracht wird mit solchen Bakterien.
Also in jedem Detail sind die Aussagen der Bibel korrekt. Und jetzt muss
man das vergleichen mit einem Papyrus über Medizin, den man aus der Zeit
von Mose kennt. Dieser Papyrus beschreibt die damalige, moderne
Wissenschaft der Ägypter zur Zeit von Mose. Und da heißt es zum Beispiel,
wenn man graue Haare hat, dann soll man die einreiben mit
Klapperschlangenfett. Oder ein schwarzes Kalb, das man verarbeitet, um es
als Medikament zu verwenden, wird dort beschrieben. Es wird auch gesagt,
bestimmte Krankheitswunden sollen behandelt werden, indem man Aas drauftut,
z. B. Schweinsohren, aber auch Kot von Katze und Mensch. Ideal um
Starrkrampf zu bekommen und andere Krankheiten. Oder? Das war die moderne
Wissenschaft dieser Hochkultur Ägypten. Das war ja die führende Kultur
damals. Aber Mose, der in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet war,
Apostelgeschichte 7, übernimmt nichts davon. Und woher hatte er diese
Weisheit? Also der Kontrast der Weisheit Gottes, auf dem Hintergrund der
Torheit dieser Wissenschaft von damals, ist umso eindrücklicher. Aber Mose
schreibt in 5. Mose 4, 6-8: «Und so beobachtet und tut sie! denn das wird
eure Weisheit und euer Verstand sein vor den Augen der Völker, welche alle
diese Satzungen hören und sagen werden: Diese große Nation ist ein wahrhaft
weises und verständiges Volk. Denn welche große Nation gibt es, die Götter
hätte, welche ihr so nahe wären, wie der HERR, unser Gott, in allem, worin
wir zu ihm rufen? Und welche große Nation gibt es, die so gerechte
Satzungen und Rechte hätte, wie dieses ganze Gesetz, das ich euch heute
vorlege?» Also Mose wusste, das ist alles tiefe Weisheit, was er da
weitergab. Aber das war nicht seine eigene Weisheit. Und das war auch nicht
das, was er aus der Umwelt gelernt hatte, sondern das war durch die
Inspiration Gottes.
Reinigungsvorschriften nach der Entbindung (3. Mose 12)
In 3. Mose 12 haben wir die
Reinigungsvorschriften nach der Entbindung. Das ist genau das, was dann
auch Maria umgesetzt hatte in Lukas 2. Nach der Geburt des Herrn Jesus war
sie unrein und musste dann eben später zum Tempel, um ihr Reinigungsopfer
darzubringen. Das wird hier beschrieben. Übrigens nicht ein Reinigungsopfer
für das Kind, sondern für sich. Das drückte aus, sie war unrein. Aber das
Kind, das sie geboren hatte durch Jungfrauengeburt, das war heilig. Wie der
Engel sagt in Lukas 1, das Heilige, das geboren werden wird, wird Sohn
Gottes genannt werden. Aber gerade diese Tatsache, dass die Frau nach der
Geburt eines Kindes unrein war, drückte eben die Problematik aus, dass
Eltern unrein sind. Das wird hier alttestamentlich so verdeutlicht. Und
dann wird vorgeschrieben, 3. Mose 12, 3: «Und am achten Tage soll das
Fleisch seiner Vorhaut beschnitten werden.» Also die kleinen Jungs mussten
beschnitten werden. Übrigens nicht die Mädchen. Das ist ja eine ganz
widerliche, törichte Sache, die in vielen Völkern noch heute praktiziert
wird. Aber die Bibel kennt so etwas überhaupt nicht, sondern nur die
Beschneidung der Jungs.
Und zwar wird gesagt, am achten Tag. Man durfte es also nicht am vierten
Tag machen und auch nicht, wenn die Jungs zehn Jahre alt sind, sondern am
achten Tag. Heute weiß man, dass das Prothrombin, – das ist ein
Gerinnungsstoff im Blut, der bewirkt, wenn wir uns verletzen, dass das Blut
sich verdickt und so die Wunde verschließt. – beim Baby nach der Geburt
noch ganz wenig gebildet wird. Jeden Tag bildet es davon mehr und am achten
Tag ist der höchste Stand erreicht mit 110 Prozent. Und danach geht es
wieder runter auf 100 Prozent. Und der gesunde Mensch hat dann 100 Prozent
Prothrombin für das weiter Leben. Also der achte Tag ist der ideale Tag für
die Beschneidung, weil die Wundheilung dann am Besten funktioniert. Und wir
sehen, früher als am achten Tag wäre es sogar lebensgefährlich. Drum muss
man ganz extrem aufpassen, wenn man ein Baby direkt nach der Geburt
verletzt, dass es nicht verblutet. Also Gott hat es so eingerichtet. Aber,
was hat das noch weiter zu bedeuten? Man hat ja heute festgestellt, dass
jüdische Frauen ganz drastisch weniger Gebärmutterhalskrebs haben als
nichtjüdische Frauen. Und das hängt unmittelbar mit der Beschneidung
zusammen, denn in der Vorhaut befindet sich eine natürliche Feuchtigkeit,
die das Wachstum von Bakterien und Viren fördert. Und es gibt eine ganze
Reihe von Viren, die den Gebärmutterhalskrebs auslösen. Und das wird durch
die Beschneidung verhindert. Auch das ist sehr, sehr eindrücklich.
Und natürlich muss man jetzt keine Angst haben, das sind ja Gebote, die
Gott Israel gegeben hat und nicht der Menschheit. Und die Gemeinde ist ja
nicht unter diesem Gebot. Also wir dürfen Schweinefleisch essen, das sagt
1.Timotheus 4, 1-4 ganz klar. Aber Gott hat Israel diese Gebote gegeben,
auch die Beschneidung. Und man muss jetzt nicht Angst haben. Mit Hygiene
kann man schon sehr, sehr viel erreichen auf das Problem des
Gebärmutterhalskrebses bezogen. Aber noch ein Punkt. In den muslimischen
Ländern wird ja die Beschneidung der Jungs auch ausgeübt. Ich war öfters in
Tadschikistan und da habe ich gelernt wie das so geht. Plötzlich eines
Tages, der Junge ist vielleicht zehn Jahre alt, kommt die Großmutter mit
einem Küchenmesser und dann wird das erledigt. Und die Jungs in dem Alter
liegen eine ganze Woche herum und wimmern nur noch. Die wollen nicht mehr
spielen, grässlich. Also dass man da ein bisschen Schaden bekommt, wenn man
da das Küchenmesser sieht, ist ja klar. Aber am achten Tag bleibt absolut
keine Erinnerung, also nicht im Geringsten die Gefahr von einer seelischen
Verletzung, wo man dann jahrelang zum Psychiater gehen müsste regelmäßig.
Ja, ist doch alles wunderbar, das so zu sehen, wie Gott das eingerichtet
hat.
Vorschriften zum Umgang mit Aussatz (3. Mose 13 - 14)
In 3. Mose 13 geht es um die Diagnose bei Aussatz.
Und zwar wurden hier die Priester angewiesen, wie man Aussatz unterscheiden
kann von anderen Hautveränderungen. Da wird genau erklärt, worauf man
achten muss, die Tiefe der Hautveränderung, die Farbe. Dann wird auch
erklärt, wenn das nicht klar ist, muss man die Person wieder einsperren.
Das ist die Quarantäne. Das ist ein biblisches Prinzip. Bevor man die
Quarantäne erfunden hat irgendwo, spricht die Bibel längst darüber. Und
dann muss man nach einigen Tagen wieder nachschauen, wie hat sich das
verändert. Und die Bibel erklärt ganz genau, wie die Priester erkennen
können, das ist Aussatz. Und wenn es wirklich Aussatz war, dann waren die
Folgen sehr ernst. Die Person musste ausgeschlossen werden. Sie musste
außerhalb des Lagers leben, die Kleider mussten zerrissen werden, der Bart
musste verhüllt werden und immer wenn sie in menschliche Nähe kam musste
sie rufen: Unrein, unrein. Eine sehr harte Anweisung, aber das ist die
Rettung für unzählige Menschen. Hätte man in Europa im Mittelalter diese
Isolation schon eher praktiziert, hätte man Millionen Menschen in Europa
retten können vor dem Tod. Aber die Bibel hat die Isolation der Aussätzigen
schon längst gelehrt.
Wichtig ist noch Folgendes. Was bedeutet das übertragen auf das Neue
Testament? Nun, der Aussatz ist eigentlich ein Bild der Sünde. Die
Krankheit ist ja schon drin im Körper, aber man sieht nichts. Und plötzlich
bricht die Krankheit aus. Und dann entwickelt sie sich immer mehr über den
ganzen Körper bis sie schließlich zum Tod führt. Und so ist die Sünde. Wenn
man ein Baby auf den Händen trägt, dann hat man den Eindruck, es sei ein
vollkommenes Wesen. Aber das Böse ist schon drin. Und das wurde ja schon in
3. Mose 12 angedeutet mit der Mutter, die sich nach der Entbindung reinigen
lassen musste. Es steckt also drin und sehr bald können die kleinen Kinder
nicht nur Aa, Bababa sagen, sondern schon ein paar Wörter und schon merkt
man, wie der Aussatz raus kommt. Und er entwickelt sich. Jetzt müssen wir
natürlich sehen, hier geht es um das Volk Gottes, das erlöst ist aus
Ägypten. Es geht also prinzipiell hier mal um das Bild des Volkes Gottes,
als Volk der Erlösten. Und jetzt bricht der Aussatz aus und der Aussätzige
muss hinausgetan werden. Das ist ein alttestamentliches Vorbild auf die
Gemeindezucht. Nach 1. Korinther 5, 1-13 wenn jemand, der Bruder genannt
wird, ein Unzüchtiger ist, das heißt, vorehelichen Geschlechtsverkehr
begangen, oder Ehebruch, dann muss er aus der Gemeinde ausgeschlossen
werden, so lange bis er eben zur Einsicht kommt und es eine wirkliche
Wiederherstellung gibt. Das wird hier eigentlich vorgeschattet mit diesem
Kapitel.
In Kapitel 14 werden ganz detaillierte Anweisungen
gegeben für die, die aussätzig waren und geheilt worden sind, was mit denen
zu geschehen hat. Ein Priester muss hinausgehen, muss ihn außerhalb des
Lagers untersuchen und wenn wer feststellt, dass er tatsächlich geheilt
ist, dann führt er ihn ins Lager hinein und der Geheilte muss all die Opfer
und Vorschriften erfüllen, die da beschrieben sind. Ein so langes Kapitel,
die Beschreibung so detailliert. Aber wo findet man in der Bibel Heilung
von Aussätzigen? Naeman war ein Syrer, 2. Könige 5. Wo hat man noch ein
Beispiel? Mirijam, und das ist grad die einzige Israelitin, die aussätzig
war, 4. Mose 12, und dann nach sieben Tagen wurde die wieder gesund und
wieder aufgenommen. Dort hat man übrigens das Bild von einer Person, die
ausgeschlossen worden und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen worden
ist. Aber das Volk Gottes ist nicht weitergegangen. Die haben gewartet, bis
die Person zurück kommt. Also Ausschluss darf nie sein: Endlich sind wir
ihn los!, sondern Ausschluss muss das Ziel der Wiederherstellung haben. Und
so haben wir hier also ein ganz interessantes Kapitel. Aber wo wurde das
angewendet? Ja, es ist so, dass Aussatz eigentlich so ist, als wie wenn man
lebendig tot wäre. So war das klar, wenn der Messias kommt und seine
Zeichen tun wird, dann wird er auch Aussätzige heilen können.
Und dann sehen wir in den Evangelien, zum Beispiel in Lukas 5, 12-16 wie
der Herr Jesus einem Aussätzigen begegnet. Das schlagen wir kurz auf. In
Markus 1, 40-45 ist das der letzte Abschnitt, also schon ganz am Anfang
seines Dienstes ist das geschehen. Lukas beschreibt das in Kapitel 5, 12.
Ein Aussätziger kommt und sagt dem Herrn: Herr, wenn du willst, kannst du
mich reinigen. Und der Herr sagt: Ich will. Er reinigt ihn und sagt ihm in
Vers 14: «Und er gebot ihm, es niemand zu sagen: sondern gehe hin und zeige
dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Moses geboten hat,
ihnen zum Zeugnis.» Er musste also nach Jerusalem gehen, dann außerhalb
der Stadtmauer musste er Kontakt aufnehmen mit der Priesterschaft in
Jerusalem. Übrigens im Frauenvorhof, die rechte Kammer, gab es vorne so
einen offenen kleinen Hof, das war die Leprakammer. Die stand bereit für
Aussätzige, die geheilt worden waren. Die mussten sich dort vorbereiten,
rasieren und all die Vorschriften erfüllen von 3. Mose 14. Aber die war so
symbolisch da. Und jetzt heilt der Herr Jesus den Aussätzigen und sagt:
Gehe nach Jerusalem, zeige dich dem Priester. Und er musste von den
spezialisierten Ärztepriestern untersucht werden. Und da war ja klar, – er
war ja registriert, dass er wirklich Aussatz hatte – dass er wirklich
geheilt wurde. Diese Heilung war medizinisch attestiert. Und was war die
Folge? Ja, da muss man sich überlegen: Ist dieser Mann der Messias?
Und jetzt schauen wir mal was in der nächsten Geschichte kommt in Vers
17: «Und es geschah an einem der Tage, dass er lehrte; und es saßen da
Pharisäer und Gesetzeslehrer, welche aus jedem Dorfe von Galiläa und Judäa
und aus Jerusalem gekommen waren; und des Herrn Kraft war da, um sie zu
heilen.» Aus der Parallelstelle sehen wir, dass das in Kapernaum geschah,
am See Genezareth. Merkt man etwas? So überliest man manchmal die Bibel. Da
steht: Aus jedem Dorf in Galiläa (Nordisrael) und Judäa (Südisrael) und aus
der Hauptstadt Jerusalem. Das ist ein Aufmarsch von Rabbinern aus allen
Städten Israels. Die kommen da an den See Genezareth. Was suchen die dort?
Ja, die sind jetzt herausgefordert. Das könnte der Messias sein, der hat
einen Aussätzigen geheilt. Und jetzt hat man 3. Mose 14 endlich anwenden
können. Und so war das also ein ganz, ganz spezielles Zeichen. Und darin
liegt eben auch eine besondere Bedeutung der Kapitel 13 und 14 im dritten
Mosebuch, um zu zeigen, wie dramatisch eigentlich diese ganze Erfüllung war
in den Evangelien. Später hat der Herr Jesus zehn Aussätzige geheilt und
hat damit quasi eine Riesendelegation nochmals nach Jerusalem geschickt,
denn die mussten sich ja auch den Priestern zeigen. Und da hat man
festgestellt – gut, einer war ein Samariter, aber bei den anderen neun –
geheilt, geheilt, geheilt, bis neun. Das ist doch unglaublich. Und die
Samariter hatten auch nie so was erlebt. Und der musste sich ja auch den
samaritanischen Priestern zeigen. Sensationell.
Reinigungsvorschriften nach Ausfluss von Körperflüssigkeit aus den Geschlechtsorganen (3. Mose 15)
Da haben wir ganz viele
Anweisungen eben für Ritualbäder. Es geht in Vers 2 darum: «Wenn irgend ein
Mann an seinem Fleisch flüssig ist, so ist er unrein durch seinen Fluss.»
Und dann steht in den Versen 5-6: «Wer sein Lager anrührt, soll seine
Kleider waschen und sich in Wasser baden, und er wird unrein sein bis an
den Abend. Und wer sich auf das Gerät setzt, worauf der Flüssige gesessen
hat, soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, und er wird
unrein sein bis an den Abend.» Also die Verse 5-8, 10-11, 13, 16, 18, 21-
22, 27 reden immer wieder von diesem Baden. Das sind die Ritualbäder im
Judentum. Das ist also keine rabbinische Erfindung, sondern das ist
Vorschrift aus der Thora. Zum Beispiel Vers 16 noch: «Und wenn einem Manne
der Samenerguss entgeht, so soll er sein ganzes Fleisch im Wasser baden,
und er wird unrein sein bis an den Abend.» Und in Vers 19: «Und wenn eine
Frau flüssig ist, und ihr Fluss an ihrem Fleisch Blut ist, so soll sie
sieben Tage in ihrer Unreinheit sein; und jeder, der sie anrührt, wird
unrein sein bis an den Abend.» Also ganz kompliziert diese Anordnungen und
man fragt sich: Warum?
Das ist ganz einfach, wenn man das auf den Punkt bringt. Irgendwelche
Ausflüsse aus den Geschlechtsorganen verunreinigen, bei dem Mann und bei
der Frau bei der Periode. Und so waren die Israeliten ständig in ihrem
Alltag mit diesem Punkt konfrontiert, was aus uns hervorkommt, und zwar aus
der Quelle des Lebens, das macht unrein, also die Quelle des Lebens macht
unrein. Und damit wollte Gott eben den Weg zum Evangelium bereiten und
diesen tiefen Eindruck geben. Es ist zwar schön, dass wir das Leben
weitergeben können, - Einer neuen Generation das Leben weitergeben zu
können, ist eine Aufgabe, die Gott dem Menschen in der Schöpfung gegeben
hat. - aber seit dem Sündenfall geht das nur unrein. Wir können nur einen
Sünder zeugen und auch nur einen Sünder gebären, oder eine Sünderin. Und so
hatten diese Ritualbäder eben die Aufgabe, dieses Grundprinzip des
Evangeliums, dass der Mensch verdorben ist, eine sündige Natur hat,
einzuprägen. Und damit die Sehnsucht nach dem Erlöser zu wecken. Natürlich
ist das Ganze auch eine Hygienevorschrift. Dadurch, dass eben Juden diese
Ritualbäder praktiziert haben, – Man hat übrigens viele davon in Israel
ausgegraben aus der Zeit des Herrn. Das ganze Alltagsleben war
gekennzeichnet von diesen Reinigungsbädern. Und das haben die Juden auch in
Europa im Mittelalter praktiziert. Und als da die Zeit des schwarzen Todes
war im 15ten Jahrhundert, die Pest, ist ein Drittel der Bevölkerung Europas
damals gestorben. Und die Europäer fanden sehr schnell heraus, wer die
Ursache ist für diese Plage: Die Juden. Denn bei denen gab es nur so wenige
Pestopfer. Also die haben die Brunnen vergiftet. Und in der Folge hat man
etwa 1 Million Juden umgebracht in Europa. Die haben nicht gewartet, bis
die Nazis kommen. Aber warum hatten die Juden eben so wenig Opfer? Weil sie
sich an all diese Hygienevorschriften gehalten haben.
Der große Versönungstag (3. Mose 16)
3.Mose 16 ist das Kapitel über den
großen Versöhnungstag. Ein herrliches Kapitel. Es ist das zentrale Kapitel
des 3. Buches Mose. Der Jom Kippur im Herbst, der größte das Opfer des
Herrn Jesus, der an einem Tag alle Ungerechtigkeiten wegnehmen sollte.
Nicht wahr, wir haben im 1. Buch Mose gesehen, dass das Schlüsselkapitel,
das die Wende brachte, der Sündenfall in Kapitel 3 war. Im 2. Buch Mose war
das Schlüsselkapitel das Kapitel 12, das Passah, das Blut des Lammes. Und
in 3. Mose ist eben das Schlüsselkapitel das Kapitel 16, der Jom Kippur.
Ein Opfer für ein ganzes Volk. Nicht wahr, im 1. Buch Mose hat man schon
das Opfer Abels, Kapitel 4, ein Opfer für einen Menschen. Und hier nun ein
Opfer für eine Nation. Aber dann im Neuen Testament, 1. Johannes 2, 1 sagt
Johannes: «Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für
die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.» Ein Opfer für die ganze
Welt. Das hat übrigens nichts mit Allversöhnung zu tun. Johannes war ja
Apostel mit einem Auftrag speziell für die Juden. Galater 2 sagt das ganz
klar, Johannes und Petrus sollten unter die Beschneidung gehen und Paulus
speziell unter die Nationen. Und so sagt er: Jesus Christus ist das Opfer,
die Sühnung für unsere Sünden, aber nicht nur für die Gläubigen aus den
Juden, sondern für alle Gläubigen aller Nationen auf der ganzen Welt. So
ist also der Jom Kippur eine ganz besondere Vorausschattung auf das Opfer
des Herrn Jesus und alle diese Handlungen haben im Detail tiefe symbolische
Bedeutung im Blick auf das Werk des Herrn Jesus am Kreuz.
Schlachtgesetze (3. Mose 17)
In Kapitel 17 haben wir die Schlachtgesetze. Da wird also
vorgeschrieben, wie man die Tiere, die gegessen werden, schlachten soll und
wie darauf geachtet werden muss, dass das Blut eben weggelassen wird. Vers
11: «Denn die Seele (oder das Leben) des Fleisches ist im Blute, und ich
habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu tun für eure Seelen; denn
das Blut ist es, welches Sühnung tut durch die Seele (durch das Leben).»
Dann wird erklärt, dass man beim Schlachten das Blut ausfließen lassen soll
und es mit Erde bedecken. Es darf nicht als Genussmittel verwendet werden.
Da bestätigt Gott die Anordnungen, die er schon Noah gegeben hatte für die
ganze Menschheit. Und das wird jetzt noch einmal für das Volk Israel
bestätigt. Das Blut sollte nicht ein alltägliches Genussmittel werden. Und
dadurch, dass der Mensch, und eben auch Israel, das Blut nicht essen
durfte, wurde eigentlich ausgedrückt, dass wir Gott als den Geber des
Lebens anerkennen. Und Gott hat uns zwar erlaubt Fleisch zu essen, aber wir
können nicht einfach über das Leben verfügen. Wir tun es, weil Gott es uns
erlaubt hat. Aber in Anerkennung der Tatsache, dass Gott der Geber des
Lebens ist und wir nicht einfach darüber verfügen, lassen wir das Blut zur
Erde fließen. Denn das Blut ist das Symbol des Lebens schlechthin. Wenn man
das Blut vom Körper trennt, ob das ein Tier ist oder ein Mensch, dann ist
er tot.
Und es gibt noch eine zweite Bedeutung. Gott sagt hier noch mehr. Er
sagt: das Blut ist gegeben um Sühnung zu bewirken. Also da wurde auch
ausgedrückt, dass Gott das Blut vorgesehen hatte als das Mittel zur
Errettung. Und deshalb wollen wir aus dem Blut nicht ein Genussmittel
machen, in Ehrfurcht davor, dass Gott eben dieses Mittel benutzt, um uns
durch das Blut des Messias zu erlösen eines Tages.
Eine dritte Bedeutung
ist natürlich die: Es ist einfach ein Gehorsamstest. Nicht wahr, als Gott
Adam und Eva erschaffen hatte, hat er ihnen die Erlaubnis gegeben, alle
möglichen Grünpflanzen zu essen. Sie waren Vegetarier. Gott sagt, alles
dürft ihr haben, außer den Früchten eines Baumes, die dürft ihr nicht
essen. Das war ein Gehorsamstest. Und später hat Gott durch Noah erlaubt,
ihr dürft auch Fleisch essen, aber das Blut nicht. Das war ein
Gehorsamstest. Und im Neuen Testament, Apostelgeschichte 15, wird ja auf
dieser Besprechung der Apostel und Ältesten in Jerusalem gesagt, dies gilt
auch für nichtjüdische Christen, dass sie kein Blut essen dürfen, dass sie
sich davon enthalten sollen. Das ist nicht, weil sie etwa unter dem Gesetz
vom Sinai wären, das Gott Israel gegeben hat, sondern weil es eben zurück
geht auf den Bund mit Noah und dieser war geschlossen mit der ganzen
Menschheit und sollte so lange gültig sein, wie die Erde besteht. Und
deshalb gilt das auch im Neuen Testament noch. So einfach. Ja, und dann ist
noch wichtig, 3. Mose im Licht von Hebräer 9, 22 zu lesen: «und ohne
Blutvergießen gibt es keine Vergebung.» Und übrigens, diesen Ausdruck,
diesen Satz, findet man auch im Talmud. Also bereits im Judentum war das
klar, aber eben aufgrund der Belehrung durch die Thora über die Bedeutung
des Blutes, eben dass es ohne Vergießung des Blutes keine Vergebung gibt.
Reinheit in sexuellen Beziehungen (3. Mose 18)
Dann kommt Kapitel 18. Hier geht es um Reinheit in den sexuellen
Beziehungen. Blutschande, Homosexualität und Sodomie wird ausdrücklich
verboten. Also hier wird ganz im Detail beschrieben, bei welchen
Verwandtschaftsgraden man nicht heiraten darf. Das deckt sich zum größten
Teil auch mit der deutschen Gesetzgebung, aber nicht vollkommen. Also die
deutsche Gesetzgebung ist in manchen Fällen liberal, wo 3. Mose 18 eine
solche Beziehung nicht zulassen würde. Übrigens die Frage vom Stammtisch:
Woher hatte Kain seine Frau?, ist ja so zu beantworten: Am Anfang gab es
unter den Nachkommen von Adam – sie hatten ja noch andere Kinder, 1. Mose 5sagt ja: und Adam zeugte Söhne und Töchter, und das während Jahrhunderten–
Bruder- und Schwesterehen. Und sogar später noch, denn Abraham hatte seine
Halbschwester Sarai geheiratet. Das wäre aber absolut unmöglich nach 3.
Mose 18. Aber es ist eben so, wenn das Erbgut noch nicht so degeneriert
ist, dann führt das noch nicht zu Schäden bei den Nachkommen. So war das
also am Anfang möglich. Aber mit dem Auszug aus Ägypten, nach strenger
biblischer Chronologie 1606 vor Christus, was übrigens dem Ende der
Jungsteinzeit in Europa entspricht, ist das absolut verboten. Die Gefahr,
dass es eben geschädigte Nachkommen gibt, ist da deutlich gegeben. Also
Gott macht auch da ganz klare Vorschriften. Und auch die Homosexualität
wird als schlimmes Vergehen hier bezeichnet und im Neuen Testament wieder
neu bestätigt, z. B. in Römer 1 als schwere Verirrung bezeichnet. Drum ist
es sehr aktuell auch für heute. Und auch Sodomie, etwas vom
Schrecklichsten, was man sich vorstellen kann, wird in unserer Gesellschaft
praktiziert, also der Verkehr mit Tieren. Heute noch sehr verdeckt, aber so
wie die Moral immer mehr zerstört und zersetzt wird, ist das alles nur noch
eine Frage der Zeit, wie sich das weiterentwickelt. Es gibt ja heute schon
Stimmen für Pädophilie. Die ist jedoch heute immer noch in unserer
Gesellschaft verworfen, aber Homosexualität: Wehe, wer dagegen spricht.
Pädophilie noch nicht, aber da gibt es auch Stimmen, die eben dafür
lobbyieren und sagen: Ja, warum sollte das eine Sünde sein, wenn es
freiwillig ist? Und so geht das weiter. Aber wir lernen hier, wie Gott über
diese Dinge denkt.
Reinheit in zwischenmenschlichen Beziehungen und in der Beziehung zu Gott (3. Mose 19)
In 3. Mose 19 geht es ganz allgemein um Reinheit in den
zwischenmenschlichen Beziehungen und in der Beziehung zu Gott. Es wird ganz
detailliert über das Verhalten der Menschen untereinander im Volk Gottes,
dem Volk Israel, gesprochen.
Dann 3. Mose 20, Warnung vor der Verunreinigung durch besondere Sünden,
wie Götzendienst, Okkultismus, sexuelle Perversion. Okkultismus wird auch
schon angesprochen in Kapitel 19. Alles Dinge die in unserer Gesellschaft,
ganz besonders durch die New-Age-Bewegung ab den 60er-Jahren, so eine
gewaltige Verbreitung gefunden haben.
Reinheitsvorschriften für Prister (3. Mose 21-22)
Gott will ein reines Volk, das inmitten von Völkern leben
sollte, die eben die Dinge, vor denen hier gewarnt wird, praktizierten. Und
so ist das himmlische Volk Gottes heute eben auch dazu bestimmt, ein reines
Leben zu führen, inmitten einer Gesellschaft, die in diesen Dingen, vor
denen hier gewarnt wird, leben. Und deshalb sind die Begriffe, heiligen,
heilig sein, Heiligtum, Heiligkeit, so wichtig in diesem Buch.
Gemeinschaft mit Gott zu festgesetzten Zeiten (3. Mose 23-27)
In 3. Mose 23 wird der Sabbat für
Israel vorgestellt und die sieben Feste des Herrn. Das erste ist das
Passahfest, das sich erfüllt hat in dem Herrn Jesus, der nach 1. Korinther
5, 7 unser Passah ist.
Dann das Fest der ungesäuerten Brote, das nach 1.
Korinther 5, 6-8 bedeutet, wir sollen Gottesdienst feiern, ohne Sünde in
unserem Leben stehen zu lassen. Genau so wie die Israeliten für das
Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote allen Sauerteig aus den
Häusern entfernen mussten, so müssen wir ständig allen Sauerteig in unserem
Leben entfernen, damit wir wirklichen Gottesdienst feiern können. Das
nächste Fest ist Schawuot, das Wochenfest oder Pfingsten. Und da musste man
eben ein Speisopfer zubereiten, wo Sauerteig drin war, 3. Mose 2, 11. Und
dieses Brot musste man zum Tempel bringen und es kam nicht auf den Altar,
denn es war kein Bild für den Herrn Jesus, sondern von der Gemeinde. Das
Brot – ein Leib. Wie das Neue Testament sagt, die Gemeinde ist ein Leib,
oder nach 1. Kor 10, 17: «Denn es ist ein Brot, so sind wir, die vielen,
ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot.» Dieses Brot musste
man also zum Tempel bringen, es war ein Bild der Gemeinde. Aber jetzt
aufgepasst: Wenn man das Brot backt, dann wird die Wirkung des Sauerteiges
zum Stillstand gebracht. Und so wissen wir als Gläubige: Natürlich ist das
Böse, der Sauerteig, noch in uns, aber wir sind nicht mehr der Sünde
ausgeliefert. Wir sind frei. Denn durch das Opfer des Herrn Jesus,
dargestellt durch das Feuer im Ofen, wird die Wirksamkeit des Sauerteigs
gestoppt. Ja, und so haben alle diese Feste eine prophetische Bedeutung.
Ausgerechnet das Pfingstfest fiel zusammen mit dem Pfingsttag
Apostelgeschichte 2, wo der Heilige Geist die Gläubigen, die Erlösten zu
einem Leib, zu einem Brot vereinigte. Aber auch die weiteren Feste haben
eine symbolische, prophetische Bedeutung. Das Posaunenhallfest war
eigentlich das Neujahrsfest, das ist im Judentum Rosch Haschana, und da
musste man den ganzen Tag Schofarhörner blasen. Man erinnert sich dann im
Judentum daran – das Horn ist ja ein Bild der Macht und Stärke. Das merkt
man, wenn einem ein Schofarhorn über den Kopf geschlagen wird. Und es ist
gebeugt. Das sagt aus, wir beugen uns unter Gottes Autorität. Und der 1.7.
das war der 1. Tischri, das war der Neujahrstag bei der Schöpfung. Israel
hatte ja zuerst den Jahresbeginn immer ab der Schöpfung, ab 1. Tischri.
Also Gott hat die Schöpfung im Herbst gemacht. Aber dann als der Auszug aus
Ägypten kam im Frühjahr, hat Gott gesagt, dieser Monat soll euch der erste
der Monate sein. Und so haben sie einen neuen Kalender bekommen, den
Kalender der Erlösung. Israel hat aber den alten Kalender weitergeführt und
so hat man zwei Kalender parallel geführt. Und deshalb der 1. Tischri ist
der Neujahrstag des alten Kalenders, eben zurückgehend auf die Schöpfung.
Und so sagt man im Judentum, das Schofarhorn erinnert uns daran, dass wir
uns unter die Autorität Gottes als König beugen, der König der Schöpfung
ist. Ja, es gäbe noch mehr, aber wir sind am Ende mit der Zeit für das
Kapitel 23. Es kommen noch der Versöhnungstag dazu und das Laubhüttenfest,
ein Hinweis auf die Freude im 1000-jährigen Reich.
In 3. Mose 24 wird besondere Anweisung gegeben für den siebenarmigen
Leuchter und die Schaubrote. Und da kommt eine Geschichte hinein. Ein
junger Mann aus dem Stamm Dan lästert Gottes Namen und muss hingerichtet
werden. Das ist eigentlich der krasse Gegensatz zu dieser Gemeinschaft mit
Gott und dieser Wertschätzung des Opfers, das Gott gibt, diese Lästerung
des Namens Gottes.
Und dann Kapitel 25. Da geht es um das Sabbatjahr. Jedes siebte Jahr soll
der Acker brachliegen. Und im Jubeljahr, das alle 7 mal 7 Jahre
stattfindet, soll er noch mal ein zusätzliches Jahr brachliegen. Das ist
eine wunderbare Einrichtung, die über jeglichem Kapitalismus und
Kommunismus steht. In Israel hatte jede Familie Grundeigentum. Also was die
Kommunisten sagen, Eigentum ist Diebstahl, ist eine Lüge. Gott will
Privateigentum und er schützt es auch durch die zehn Gebote, du sollst
nicht stehlen. Gott will Privateigentum. Aber durch Missernte, Krankheit
usw. konnte es ja sein, dass jemand sein Besitztum verkaufen musste und so
konnten andere eben Besitz an Besitz reihen und konnten Großgrundbesitzer
werden. Aber nach 49 Jahren kam das Jubeljahr und da mussten alle
aufgekauften Gebiete wieder an die ursprünglichen Familien zurückgegeben
werden. Dadurch wurde verhindert, dass es zu übermäßigem Großgrundbesitz
kam. Das war reguliert. Und es war auch verhindert, dass ein Proletariat
entsteht, eine verarmte Masse, die in Zinsschulden geknechtet ist und nicht
mehr heraus kommt. Nein nach 49 Jahren kam das wieder zurück an die
ursprünglichen Familien. Eine wunderbare Einrichtung Gottes, die über dem
Kommunismus und über dem brutalen Kapitalismus steht.
Und schließlich 3. Mose 26. Segen und Fluch werden angekündigt. Segen für
Gehorsam Gott gegenüber und Fluch für Ungehorsam. Und diese Worte haben
sich schrecklich in der Geschichte Israels erfüllt. Grade in der Verwüstung
des Landes und der Zerstreuung der Juden unter alle Nationen. Man denke an
3. Mose 26, 32ff.
Und dann kommt noch Kapitel
27. Angabe über Gelübde, Gaben und Zehnte. Übrigens das mit dem Zehnten.
Ich hab grad gestern einen Jugendabend gehalten. Da haben wir über wahre
Jüngerschaft gesprochen und auch über das Verhältnis zum Geld. Und dann
habe ich gefragt, wie sie das so sehen mit dem Zehnten. Sie waren sich aber
schon einig, dass man geben muss, man kann auch mehr geben. Und dann hab
ich gesagt: oder auch weniger. Und dann sagten sie: Natürlich. Und ich habe
gesagt: Nein, das ist doch völlig falsch. Wir müssen das so sehen: Uns
gehört gar nichts. Gott gehört unser ganzer Besitz, aber wir sind
Verwalter. Also das mit dem Zehnten im Alten Testament stimmt ja sowieso
nicht. Es gab nämlich mehrere Zehntenabgaben. In meinem Buch Der Messias
im Tempel" erkläre ich das im Detail. Wenn man alle diese Abgaben, auch
Erstlingsabgaben usw. zusammenrechnet, bedeutet das etwa eine
Steuerbelastung für die ländliche Bevölkerung von etwa 40 Prozent. Also das
entspricht ja so ungefähr den Steuern, die man dem Staat bezahlt. Ihr seid
ja ganz besondere Spezialisten darin, ihr in Deutschland. Ja eben, das war
Abgabe für Gott, aber gleichzeitig waren es auch die Steuern und Gott hat
das alles wunderbar eingerichtet, dass dieses Volk Gottes als Staat Gottes
funktionieren konnte. Aber eben in Gerechtigkeit und Heiligkeit. So, heute
Nachmittag, vierter Mose.

