
Daniel 4,1-5,3007.12.2013
Serie•Teil 3 / 10Gründliches Studium des Buches Daniel
Generierte Mitschrift
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Einleitendes Gebet und Überblick über das Buch
Ich möchte zu Beginn noch mit uns beten.
Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du da bist und dass du uns auch heute Nachmittag diese Gelegenheit schenkst, uns mit deinem Wort zu beschäftigen. Wir bitten um deine Hilfe, deine Gnade durch deinen Geist, dass du uns dein Wort verständlich machst und dass du uns groß wirst. Hilf uns auch, dieses Wort in unserem Leben umzusetzen, zu deiner Verherrlichung. Amen.
Wir fahren im Buch Daniel weiter und kommen heute zu Kapitel vier. Auf dem Skript steht gleich am Anfang noch einmal der Aufbau und die Struktur des Buches. Das Buch Daniel zerfällt in zwei Hauptteile, und jeder Hauptteil wiederum besteht aus fünf Unterabschnitten. Es ist sehr einfach: Teil 1, die Kapitel 1 bis 5, teilen sich schön nach Kapiteln auf, und zwar so, dass jedes Kapitel in sich geschlossen ist.
Kapitel 1, Daniels Ausbildung in Babylon: Da haben wir gesehen, wie Daniel nach Babylon gekommen war und wie er da das Anliegen hatte, in dieser unreinen Umgebung rein zu bleiben. Als Antwort auf diese Reinheit hat Gott ihm Weisheit gegeben. Das führt uns dann zu Kapitel 2, dem Traum vom Standbild, von Babylon bis zum Reich Gottes. Niemand in Babylon war in der Lage, den Traum Nebukadnezars zu deuten, nur Daniel, der eben diese Weisheit bekommen hat, war in der Lage, diesen Traum zu deuten als eine Prophetie Gottes, die die ganze Geschichte der Zukunft aufzeichnet: von damals, vom babylonischen Weltreich, über die verschiedenen Weltreiche bis zum Reich Gottes im Tausendjährigen Reich.
Dann kam drittens das Kapitel mit den drei Freunden im Feuerofen. Auch da besteht eine direkte Verbindung zum Kapitel davor. Also, wenn man denkt, es sei völlig isoliert für sich: Nein, wir haben gesehen, Nebukadnezar sah in dem von Gott gegebenen Traum ein riesiges Standbild. Der Kopf aus Gold stellte ihn dar und sein Reich. Aber in Kapitel 3 haben wir gesehen, dass Nebukadnezar danach ein riesiges Standbild bauen ließ, ganz aus Gold, und das sollte angebetet werden. Also die Idee aus dem Traum Gottes hat er genommen, missbraucht und alles auf sich bezogen. Das ganze Bild, nicht nur der Kopf, ist aus Gold, und er lässt dieses Bild anbeten. Aber die drei Freunde widerstehen, und Gott rettet sie um ihrer Treue willen auch da aus allen Nöten.
Und jetzt kommt Kapitel 4. Nachdem gerade vorher Nebukadnezar den wahren Gott durch dieses wunderbare Zeugnis der drei Freunde Daniels noch einmal richtig erkannt hatte, lesen wir in Kapitel 3, Vers 31:
Nebukadnezar, der König, allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Friede euch in Fülle! Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder mitzuteilen, die der höchste Gott an mir getan hat. Wie groß sind seine Zeichen, und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.
Also Nebukadnezar, der sich zuerst selber verehren lassen wollte in dem goldenen Standbild, anerkennt jetzt, dass der Gott der Bibel der höchste Gott ist, und alle haben sich vor ihm zu beugen. Und jetzt kommt Kapitel 4 mit dem Thema: Gott widersteht dem Hochmut Nebukadnezars. Obwohl er Gott als den Höchsten erkannt hatte, erhebt sich wieder sein Hochmut gegen Gott, und so wird er von diesem höchsten Gott tief gedemütigt.
Ich beginne jetzt in Kapitel 4 ab Vers 1 ein paar Verse:
Ich, Nebukadnezar, wohnte ruhig in meinem Haus und hatte Gedeihen in meinem Palast. Ich sah einen Traum, er erschreckte mich, und Gedanken auf meinem Lager und Gesichte meines Hauptes ängstigten mich. Und von mir wurde Befehl gegeben, alle Weisen von Babel vor mich zu führen, damit sie mir die Deutung des Traumes kundtäten. Darauf kamen die Wahrsagepriester, die Sterndeuter, die Kaldäer und die Wahrsager herbei, und ich trug ihnen den Traum vor; aber sie taten mir seine Deutung nicht kund. Und zuletzt trat vor mich Daniel, dessen Name Belsazar ist, nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen Götter ist; und ich trug ihm den Traum vor.
Zunächst bis dahin.
Was auffällt: Hier spricht Nebukadnezar in der Ich-Form. Wir kennen ja heute sehr, sehr viele Inschriften aus dem Nahen Osten, Hunderttausende, und gerade auch Königsinschriften. Damals im Nahen Osten sind die Königsinschriften ganz typischerweise in der Ich-Form abgefasst. Das ist ein Hinweis darauf, dass hier Daniel effektiv eine Inschrift von Nebukadnezar wiedergibt, die er so verfasst hat und die Daniel da zitiert.
Es beginnt alles mit Ruhe: Ich, Nebukadnezar, wohnte ruhig in meinem Haus und hatte Gedeihen in meinem Palast. Die ideale Ausgangslage für einen Sturm. Ja, das ist die Ruhe vor dem Sturm. Und wir sehen hier Gedeihen und Wohlstand als Nährboden für Sünde. Nicht wahr, wir finden oft im Alten Testament besonders, wie Reichtum, Friede und Wohlstand eine Gabe Gottes sein kann, ein Segen Gottes. Und das ist auch so, das finden wir an vielen Stellen in dieser Weise. Aber diese Art von Segen ist auch gleich ein Test für Treue.
Wenn wir das übertragen, um das zu aktualisieren, auf unsere Kultur heute, was wir erlebt haben nach dem Zweiten Weltkrieg, das sogenannte Wirtschaftswunder, ist einzigartig in der ganzen Weltgeschichte, dass eine ganze Gesellschaft, ein ganzer Kontinent in dieser Weise aus der Armut herausgekommen ist und einen breit verteilten Reichtum erlebt hat, wie wir das erlebt haben in den vergangenen Jahrzehnten. Das ist in der Geschichte einzigartig. Und dass einfache Leute leben konnten wie Fürsten, nicht wahr? All das, was wir für selbstverständlich anschauen: Dusche mit Warmwasser, ein Orchester, das Unterhaltung bietet zu Hause, und so weiter und so fort. Das sind alles Dinge, die früher nur den ganz Noblen oben möglich waren. Man denkt zum Beispiel an das Badezimmer von König Herodes, das man heute noch besuchen kann auf Masada, am Südende des Toten Meeres. Der Mann hatte dort geheiztes Wasser, hatte kalte Bäder als Kontrast dazu, er hatte all das, was wir eigentlich alle zu Hause auch haben.
Solche Fürsten konnten sich auch ein Orchester oder mindestens ein Kammerorchester leisten, das Unterhaltung bot. Das haben wir alles auch, nur einfach aus den Boxen, aber zum Teil in erstaunlich guter Qualität, nicht wahr? Also, wir haben uns gewöhnt an etwas, das eigentlich ganz ungewöhnlich war in der Geschichte, und das eben für die breite Bevölkerungsschicht. Und jetzt, was ist geschehen? Besonders ab den sechziger Jahren kam dieser breite und große Abfall von Gott und seinem Wort in einer Weise, wie man das auch in der ganzen Kirchengeschichte noch nie erlebt hat, wie breite Bevölkerungsschichten sich ganz klar und deutlich von Gott und seinen Normen gelöst haben. Und das ist genau das, was eigentlich ein Segen Gottes war nach dem Zweiten Weltkrieg, nochmals eine besondere Chance für Europa, wurde als Ausgangslage benutzt, um von Gott letztlich ganz abzufallen.
Und so sehen wir auch das Ruhigsein in seinem Haus, Gedeihen haben in seinem Palast: Es ist gefährlich, denn das kann Nährboden für Sünde werden, wenn wir untreu sind, nicht wahr? Das heißt eben nicht, dass dieser Wohlstand der vergangenen Jahrzehnte in sich etwas Schlechtes war. Aber das Schlimme ist, dass wir das, was eigentlich gute Gaben waren, nicht dankend aus der Hand Gottes genommen haben, sondern letztlich als Grund benutzt haben, um stolz und eingebildet zu werden. Wir haben das so geleistet in Europa: Wir haben diese Kultur aufgebaut, und jetzt wollen wir sie auch der Dritten Welt noch weitergeben, nicht wahr?
In Vers 2 sehen wir, wie Gott durch einen Traum zu Nebukadnezar spricht. Ich sah einen Traum, er erschreckte mich. Genau so wie in Kapitel 2, Vers 1, wo Nebukadnezar auch einen erschreckenden Traum hatte, und es war ein Traum von Gott. Und das wurde dadurch klar, dass all die verschiedenen Priesterklassen in Babylon ja in direktem Kontakt mit den Göttern Babylons standen, das will sagen, mit den Dämonen, die sich hinter diesen Götzenbildern versteckten. Aber all diese Priesterklassen konnten den Traum von Nebukadnezar damals in Kapitel 2 nicht deuten, und auch hier nicht, weil er eben nicht aus der Dämonenwelt kam.
Das war zwar ganz üblich, also auf Träume achten, das war in Babylon etwas, was ganz an der Tagesordnung ist. Aber es war eben auch so, dass Dämonen sich durch Träume geoffenbart hatten, und nun hat Gott sich auch durch Träume in dem Buch Nebukadnezar geoffenbart, in einer besonderen Weise. Aber es wurde gleich klargemacht, dass es überhaupt nichts zu tun hat mit den Göttern Babylons, denn sonst hätten die Priester der Götter den Traum deuten können.
Wir lesen weiter, Vers 3:
Und von mir wurde Befehl gegeben, alle Weisen von Babel vor mich zu führen, damit sie mir die Deutung des Traumes kundtäten.
Also Nebukadnezar wollte unbedingt wissen, was der Traum bedeutet, und ging zuerst wieder an die falsche Adresse. Denn schon damals in Kapitel 2, ganz am Anfang seiner Herrschaft, konnte ja niemand deuten, nur Daniel.
Aber, Vers 4, sehen wir: Diesmal ist es doch ein bisschen anders als in Kapitel 2. Damals war er so schlau, dass er seinen Priestern den Traum nicht erzählen wollte. Er sagte sich: Wenn die den Traum wirklich deuten können, dann könnten sie mir auch sagen, was ich geträumt habe. Nicht wahr, Tiefenpsychologen, die können heute auch Träume deuten, aber die können nicht sagen, was man geträumt hat, wenn man sie ihnen nicht erzählt. Darum am besten, man erzählt es ihnen nie.
Also, jetzt hat er aber diesmal den Traum erzählt. Jetzt war es also viel einfacher für die Weisen Babylons. Aber auch jetzt konnten sie ihn trotzdem nicht deuten, obwohl er ihnen erzählt hatte. Das macht eigentlich die ganze Unwissenheit noch drastischer. Aber das hat ja alles eine missionarische Bedeutung, wie wir gleich sehen werden.
Nun, in Vers 5 heißt es: Zuletzt trat vor mich Daniel. Wir würden an dieser Stelle sagen: Last but not least. Also, am Schluss kam Daniel, aber das war nicht einfach das Schlusslicht, sondern er allein kann überhaupt deuten. Und hier sagt Nebukadnezar seinen Namen, Daniels babylonischer Name Belsazar, den er damals in Kapitel 1 gekriegt hatte, das sei ein Name nach dem Namen meines Gottes.
Ich habe hier eine Fußnote gemacht. Daniel, der hebräische Name Daniel, heißt: mein Richter oder mein Advokat ist Gott. Ja, Dan heißt Richter, I heißt mein, und El heißt Gott. Der akkadische, also babylonische Name Belsazar, im Akkadischen ausgesprochen Bel-schara-usur, heißt: Bel schütze den König. Nicht wahr, er sagt ja hier: nach dem Namen meines Gottes. Also da kommt dieser Gottesname im Namen vor: Bel schütze den König.
Bel bedeutet im Akkadischen der Herr. Er ist übrigens verwandt mit hebräisch Ba'al oder kanaanäisch Ba'al, das heißt auch Herr. Dieser falsche, wichtigste Gott der Kanaaniter, Ba'al, ist einfach Herr. Bel war bei den früheren Sumerern bekannt unter dem Namen Enlil oder Ellil, das war der Gott der Luft, der Gott der Atmosphäre. Aber interessant: In Epheser 2,2 wird der Satan genannt „der Fürst der Gewalt der Luft, der Geist, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams“. Da merken wir gleich, wer sich hinter dieser Maske Bel versteckte.
Die Babylonier nannten Bel „König der Länder“, das heißt, der König der Erde. Nun, das Neue Testament bezeichnet den Satan als den Fürsten dieser Welt. Johannes 12,31; 14,30, wo der Herr Jesus sagt: Jetzt kommt der Fürst dieser Welt, aber er findet nichts in mir. Er hatte keinen Anknüpfungspunkt in dem Herrn Jesus. Dann nochmals Johannes 16,11.
Schauen wir, in Jesaja 46 wird auch über Bel gesprochen. Ich lese Jesaja 46,1:
Bel krümmt sich, Nebo sinkt zusammen, ihre Bilder sind dem Tier und dem Vieh zuteil geworden. Eure Tragbilder sind aufgeladen, eine Last für das ermüdete Vieh. Sie sind zusammengesunken, haben sich gekrümmt allesamt, und haben die Last nicht retten können, und sie selbst sind in die Gefangenschaft gezogen.
Hier haben wir den Namen Bel. Hier wird gesagt, dass also das Götzenbild von Bel beziehungsweise von Nebo, das ist der Gott der Offenbarung, der Weissagung. Aber oft wurde er vereinigt zu einem Gott: Bel-Nebo. Und die Götzenbilder wurden, um sie in Sicherheit zu bringen, dem Vieh aufgeladen, um sie abzutransportieren. Und dann wird hier gesagt in Jesaja 46: Aber das war viel zu schwer für diese Tiere, diese Tiere sind dann unter der Last dieser Götter zusammengebrochen. Und man konnte dann diese Bilder, eben die feindliche Armee konnte diese Bilder in Gefangenschaft führen. Darum heißt es: Sie selbst sind in die Gefangenschaft gezogen.
Was sind das für Götter, die man herumtragen muss, obwohl sie Beine und Arme haben? Ich habe Ihnen auch schon erzählt, wie ich das so eindrücklich erlebt habe, zum Beispiel in Indien. Ich war gerade zur Zeit des Festes des Gottes Ganesch, das ist dieser beliebte Elefantengott dort. Und vor diesem Festtag wurden ganz viele Götterstatuen von Ganesch auf Wagen transportiert an die verschiedenen öffentlichen Plätze. Aber eben, dieser Gott hat ja Beine, Elefantenbeine, aber keiner konnte gehen. Die Menschen müssen ihre Götter tragen, weil die nicht gehen können. Was sind denn das für Götter?
Und man muss sich vorstellen, in einem Quartier einer Stadt musste ich dann eine Predigt halten, und das wurde verstärkt, und zwar mit Lautsprechern auch außerhalb des Hauses. Das haben wir überall gehört, und da habe ich über Daniel gesprochen, über die Götter in Babylon und über ihre Kraftlosigkeit und wie man in Babylon dann erkennen konnte, wer der wahre Gott ist. Götter, die man tragen muss.
Und jetzt versteht man die Fortsetzung umso besser in Jesaja 46,3:
Hört auf mich, Haus Jakob und aller Überrest des Hauses Israel, die ihr von Mutterleib an aufgeladen, von Mutterschoß an getragen worden seid! Und bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haar werde ich euch tragen. Ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten. Wem wollt ihr mich vergleichen und gleichstellen und mich ähnlich machen, dass wir gleich seien?
Ja, wir kennen diesen Gott, den wir nicht tragen können, aber er trägt uns durchs Leben, und zwar bis ins Greisenalter. Das werden wir gleich in Daniel noch sehen, wenn wir heute bis Kapitel 6 kommen. In Kapitel 6 ist Daniel ein alter Mann, 67 Jahre später, als er damals als junger, wohl Teenager nach Babylon gekommen war, Daniel 1. Aber Gott hat ihn getragen bis zu seinem grauen Haar. Ja, und er war also vielleicht achtzig, ja, wenn er mit dreizehn nach Babylon gekommen war, dann war er in Daniel 6, Daniel in der Löwengrube, also jetzt kann man vielleicht manche Kinderbibeln ein bisschen korrigieren und Bart ansetzen, der weiß ist oder grau und so: Das war ein alter Mann in der Löwengrube, ein achtzigjähriger Mann. Aber der Herr hat ihn getragen bis eben ins hohe Alter.
Ja, in der Fußnote 1 auf meinem Skript fahre ich noch weiter. Also dieser Bel wurde auch bezeichnet als Göttervater oder Götterkönig, und die Babylonier glaubten, und auch die Sumerer, dass er zusammen mit An, dem Gott des Himmels, die Königswürde verleiht. Aber denken wir nochmals daran an Daniel 2,37, wo wir doch schon damals gelesen haben. Daniel erklärt den Traum von Nebukadnezar und sagt:
Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht und die Gewalt und die Ehre gegeben hat, und überall, wo Menschen, Kinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt. Du bist das Haupt von Gold.
Da macht er ihm klar: Es ist nicht Bel und auch nicht An, die dir die Königswürde verliehen haben, sondern der Gott, der dir einen Traum gegeben hat, von dem du nicht wusstest, was er bedeutet, obwohl du der grösste Mittler zwischen Gott und Menschen sein sollst bei den Babyloniern, und alle Weisen von Babel konnten nicht wissen, was er beinhaltet und damit auch nicht, was er bedeutet.
Weiter wurde gelehrt bei den Babyloniern: Baals Befehl sei unwiderruflich, er wache über die Ordnung der Welt, ihr seid der Besitzer der Schicksalstafeln. Aber jetzt werden wir gleich sehen, in diesem Kapitel wird Nebukadnezar wahnsinnig. Da hat der babylonische Gott vollkommen versagt. Da geriet die Ordnung in Babylon völlig aus dem Ruder, wenn der König wahnsinnig wird wie ein Tier und nicht mehr herrschaftsfähig ist. Und das Schicksal seines Lebens war nicht in seiner Hand, sondern in der Hand des Gottes Israels.
Übrigens der Name Belsazar, den wir heute gleich noch finden werden in Kapitel 5, das war der Enkel von Nebukadnezar. Sein Name bedeutet im akkadischen ausgesprochen Bel-schara-usur: Bel schütze den König. Und wir werden dort sehen: Dieser Name hat sich nicht erfüllt, denn Belsazar wurde mit einem Schwertstreich beseitigt durch die Perser und Meder, und dann kam ein neues Reich an die Macht. Aber Belsazar wurde beseitigt auf die Prophetie des Gottes Israels hin, hatte mit Bel überhaupt nichts zu tun. Aber wir sehen im Kontrast dazu, wie sich der Name Daniel bewahrheitet: Gott ist mein Richter oder eben der mir Recht verschafft als Advokat. Sein Name hat sich wunderbar erfüllt in jedem der Kapitel, die wir da vor uns haben.
Also, das war alles wegen Vers 5, wegen dieser Notiz, weil Belsazar nach dem Namen meines Gottes. Und nun kommt Vers 6. Nebukadnezar ist überzeugt, dass Daniel den Traum deuten kann, im Gegensatz zu den Weisen Babylons. Sein nach wie vor heidnisches Denken, er spricht davon, dass der Geist der heiligen Götter in Daniel sei, ist aber hier immer noch klar vorhanden. Also nochmals Vers 6:
Belsazar, du oberster der Wahrsagepriester, da ich weiß, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dass kein Geheimnis dir zu schwer ist, so sage mir die Gesichte meines Traumes, den ich gesehen habe, und seine Deutung.
Was nun die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager betrifft, so sah ich, und siehe, ein Baum stand mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig.
Also er sieht im Traum einen grossen Baum. Der Baum und besonders der große Baum ist in der Bibel immer wieder ein Symbol einer großen Macht. Zum Beispiel in Hesekiel 31,3-9 wird das assyrische Weltreich verglichen mit einer Zeder. In Matthäus 13,31-32, in dem Gleichnis von dem Senfkorn, das zu einem Baum wird, in dem Vögel dann nisten können, das ist auch ein Bild einer Macht. Der Herr Jesus kündigte an, dass aus dem Christentum, das begann mit einer ganz kleinen Schar in Jerusalem, Apostelgeschichte 2, durch eine ganz unnatürliche Entwicklung schliesslich ein Machtfaktor in dieser Welt entstehen sollte, also die bekennende Christenheit als ein Baum. Und weiter, zum Beispiel in Hesekiel 17,3-4, wird das Königreich Israel verglichen mit einem Baum.
Übrigens das hebräische Wort etz, das kommt von einer Wurzel, die heißt „stark sein“. Das ist das Schöne am Hebräischen, dass die Sprache so aufgebaut ist, dass fast alle Wörter so durchsichtig sind von ihrer Herkunft. Die meisten hebräischen Wörter kann man zurückführen auf eine Wurzel mit normalerweise drei Konsonanten. Nicht wahr, wenn wir von einem Stier sprechen: Niemand kann auf Anhieb sagen, warum sagen wir Stier? Was bedeutet das? Da müsste man schon ein Etymologie-Duden dabei haben, und dann können wir etwas über die Wortgeschichte erfahren und die Herkunft. Im Hebräischen ist das viel einfacher: Par kommt von parar, das heißt niedertreten, annullieren. Also der Stier heißt eben par, weil er, wenn er ein bisschen wild wird, alles niedertrampelt. Und etz, das kommt von der Wurzel stark sein, also heißt Baum der Starke.
Und so ist es ganz, ganz üblich im Hebräischen, dass man die meisten Wörter so leicht herleiten kann. Oder zum Beispiel ein ganz anderes Wort, nur damit man das sich ein bisschen besser vorstellen kann: Altar. Niemand von uns kann auf Anhieb sagen, oder die meisten nicht, warum sagen wir Altar? Aber auf Hebräisch mizbeach: Die Wurzel zavach heißt schlachten, und das Wort beginnt mit Mem, das ist ein Mem-lokale. Viele Wörter, die einen bestimmten Ort bezeichnen, fangen an mit Mem. Makom, das ist der Ort, wo man steht, Kum ist die Wurzel, also Makom ist der Standort, und Mizbeach, das ist der Ort, wo man schlachtet.
Das ist eben auch eine Erklärung dafür, warum Gott das Hebräische benutzt hat für das Alte Testament, das ja voll ist von Bildern und Hinweisen auf Gottes Pläne mit dieser Welt und letztlich auf Christus hin. So war es die ideale Sprache, um eben im Alten Testament diese Bilder zu übermitteln, die auf Christus und sein Reich hindeuten sollten.
Also, so ist ganz schnell klar, warum der Baum ein Bild der Macht ist, und hier nun ist es ein Bild des mächtigen Königs Nebukadnezar. Und siehe, ein Baum stand mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig.
Vers 8: Der Baum wurde groß und stark, und seine Höhe reichte bis an den Himmel, und er wurde gesehen bis an das Ende der ganzen Erde. Sein Laub war schön und seine Frucht zahlreich, und es war Nahrung an ihm für alle. Die Tiere des Feldes fanden Schatten unter ihm, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen, und alles Fleisch nährte sich von ihm.
Also hier wird gezeigt, dass das babylonische Reich, verkörpert in der Person von Nebukadnezar, eben vielen Menschen Schutz bot. Das ist ja eine wichtige Funktion jedes Staates, dass er seine Bürger schützen muss. Wenn seine Bürger irgendwo gefährdet sind, dann ist es die Pflicht des Staates, sich für das Leben und für den Schutz des Bürgers einzusetzen. Das wird hier so sehr anschaulich beschrieben, wie das für Nebukadnezar und sein Reich für viele Menschen der Fall war. Dadurch waren sie auch versorgt, versichert gegen Hungersnot, das gehört auch zu den Aufgaben des Staates.
Nun lese ich weiter, Vers 10:
Ich sah in den Gesichten meines Hauptes auf meinem Lager, und siehe, ein Wächter und Heiliger stieg vom Himmel herab.
Vers 11: Dieser Ausdruck Wächter und Heiliger ist eine Bezeichnung für einen Cherub, also für einen Engel. Man denke zum Beispiel an die Cherubim am Paradieseingang, am Schluss von 1. Mose 3, die mit dem feurigen Schwert den Zugang zum Baum des Lebens bewachten. Das sind Wächter, und diese Cherubim sind also diese mächtigen Engel, Wächterengel. Wir kennen sie auch in der Darstellung in 2. Mose 26,31: Sie waren auf dem Scheidevorhang angebracht, dort symbolisch als Wächter des Zuganges zu Gott, um zu sagen, gewissermaßen: Der sündige Mensch hat keinen Zugang zu Gott, da ist eine Trennung da, darum der Scheidevorhang. Der Mensch hat seit dem Sündenfall keine Gemeinschaft mit Gott von Natur aus.
Über der Bundeslade, ein Stück mit dem Deckel aus Gold, waren auch zwei Cherubim dargestellt, 2. Mose 25,18 und folgende. Und im Allerheiligsten des salomonischen Tempels gab es insgesamt vier Cherubim, denn Salomo hatte zusätzlich zu den zwei Cheruben über der Bundeslade noch zwei aus Ölbaumholz gemacht, überzogen mit Gold. Und so war die Bundeslade, der Thron Gottes gewissermaßen, umgeben von vier Cherubimgestalten und diesen mächtigen Engeln, die übrigens nach Hesekiel 1 und späteren Kapiteln Engel waren, die erscheinen konnten mit Gesichtern wie ein Löwe, wie ein Adler, wie ein Ochse und wie ein Mensch. Übrigens gerade bei den Assyrern findet man viele solche Darstellungen, gerade mit diesen Mischungen Löwe, Adler, Mensch und eben auch Ochse in verschiedenen Kombinationen. Das sind alles Darstellungen von Cherubim. Weil sie Kontakt hatten mit der Engelwelt, und zwar insbesondere mit der gefallenen Engelwelt, wussten die, wie die aussehen. Darum findet man die so parallel.
Und eben da habe ich hingewiesen auf die vier Cherubim des Thronwagens Gottes in Hesekiel 1 und in den Kapiteln 8 bis 11. Und es gibt dann auch die vier lebendigen Wesen im Allerheiligsten des Himmels, dort eben nicht mehr als Darstellung, sondern wirklich in Offenbarung 4. Und der Satan vor seinem Fall wird in Hesekiel 28,14 beschrieben als der schirmende und gesalbte Cherub auf Gottes heiligem Berg, das ist der himmlische Berg Zion, der auch in Hebräer 12 erwähnt wird. Dort war ein schirmender Cherub, das heißt ein Wächterengel.
Also das macht uns jetzt klar, was Nebukadnezar da gesehen hatte. Er sagt nicht irgendeine Gestalt kam herab, sondern er bezeichnet: Siehe, ein Wächter und Heiliger stieg vom Himmel herab.
Vers 11: Er rief mit Macht und sprach: Haut den Baum um und schneidet seine Zweige weg, streift sein Laub ab und streut seine Frucht umher. Die Tiere unter ihm sollen wegfliehen und die Vögel aus seinen Zweigen. Doch seinen Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in Fesseln aus Eisen und Kupfer, im Gras des Feldes. Und vom Tau des Himmels werde er benetzt, und mit den Tieren habe er Teil am Kraut der Erde. Sein menschliches Herz werde verwandelt, und das Herz eines Tieres werde ihm gegeben, und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen.
Im Aramäischen, nicht wahr, ab Kapitel 2, Vers 4 bis 7 ist ja alles Aramäisch im Grundtext, das heißt: Zeiten oder auch Jahr, also sieben Zeiten oder sieben Jahre sollen über ihm vergehen. Durch Beschluss der Wächter ist dieser Ausspruch, und ein Befehl der Heiligen ist diese Sache, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem er will, und den niedrigsten der Menschen darüber bestellt.
Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen, und du, Belsazar, sage seine Deutung, da alle Weisen meines Königreichs mir die Deutung nicht kundzutun vermögen; du aber vermagst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir ist.
Soweit das Zitat aus dieser Königsdeklaration.
Ich habe noch auf dem Skript zu Vers 12 vermerkt: Der belassene Wurzelstock in Fesseln aus Eisen und Kupfer bedeutet Hoffnung für die Zukunft. Ich war in Hiob 14,7 wird etwas ganz Interessantes gesagt. Da sagt Hiob: Denn für den Baum gibt es Hoffnung. Wird er abgehauen, so schlägt er wieder aus, und seine Schösslinge hören nicht auf. Ja, das ist das Erstaunliche, man kann einen Baum umhauen und plötzlich kommt er wieder. Wir haben das so eindrücklich vor dem Haus erlebt mit einem Hasel. Da kann man wirklich wegmachen, und dann ist er wieder da. Also das ist noch eine Hoffnung, die hier ausgedrückt wird.
Ich habe auch noch verwiesen auf Jesaja 6,13, eine ganz interessante Prophetie über Israel. In Jesaja 6 geht es darum, Gott sagt, er werde als Gericht über Israel eine Verblendung kommen lassen. Augen haben sie und können nicht sehen, sie haben Ohren, um zu hören, und sie können nicht verstehen. Und so hat Gott vorausgesagt, dass er eine Verblendung über Israel kommen lassen würde. Und das hat sich erfüllt, indem die Masse Israels damals vor zweitausend Jahren den Herrn Jesus abgelehnt hatte, kam diese Verblendung über das Volk. Und in den weiteren Jahrhunderten kamen stets nur wenige Juden zum Glauben. Und das war natürlich erschütternd, diese Verblendungsprophetie für Jesaja. Und da sagt Jesaja in Kapitel 6, Vers 11: Wie lange, Herr, wie lange soll es dauern, dass Israel verblendet ist? Und dann kommt die Antwort: bis die Städte verwüstet sind ohne Bewohner und die Häuser ohne Menschen und das Land zur Öde verwüstet ist und der Herr die Menschen weit entfernt hat und die Verlassenheit inmitten des Landes groß ist.
Im Jahr 70 haben die Römer Jerusalem zerstört und den Tempel. Es wurden gegen hunderttausend in die Kriegsgefangenschaft abgeführt, und wohl Hunderttausende sind damals geflohen aus dem Land, und zwar die meisten nach Babylon, dem heutigen Irak. Und dann kam ja der zweite Aufstand unter dem falschen Messias Bar Kochba 132 nach Christus, wieder ein schrecklicher Krieg bis 135. Jerusalem wurde nochmals zerstört, es kam wie im Jahr 70, wo über eine Million umgekommen war, nochmals etwa eine Million ums Leben, und wieder sind wohl Hunderttausende geflohen nach Irak, also damals Babylon, so dass dann etwa eine Million Juden im zweiten Jahrhundert im Irak waren.
Dann ging das aber in der Geschichte weiter. Die Juden wurden unterdrückt durch die Römer, durch die Byzantiner, später kamen die Araber und haben das Land islamisiert, und die Juden wurden so immer mehr vertrieben, in einem Prozess, wo das Land entvölkert wurde, bis der Tiefpunkt erreicht war, um 1800. Da gab es noch etwa 5 Juden im Land der Bibel. Und dann, speziell ab 1882, kam dann die erste Rückwanderungswelle mit Tausenden von Juden aus Russland, und ein paar Jahre später kam die zweite Einwanderungswelle usw., bis heute drei Millionen zurückgekehrt sind und im Land jetzt etwa sechs Millionen Juden sind. Vor kurzem habe ich jemanden gefragt: Das ist komisch, wieso sind es plötzlich sechs Millionen, es waren doch nur drei Millionen, die zurückgekehrt sind? Da habe ich gesagt: Ja, die haben nachher ein paar Kinder bekommen in der Zwischenzeit.
Aber jetzt schauen wir mal: Die Frage war also, wie lange geht das, bis Israel eben diese Zeit der Verstockung überstanden hat? Dann wird gesagt: so lange, wie das Land entvölkert wird. Das war eben ein Prozess, wie das hier gesagt wird: und der Herr die Menschen weit entfernt hat und die Verlassenheit inmitten des Landes groß ist. Das Land wird eine Wüste, haben wir gelesen. So ist es geschehen, auch in einem Prozess von Jahrhunderten. Und Vers 13 sagt: Und ist noch ein Zehntel darin, so wird es wiederum vertilgt werden. Also ein Zehntel wäre ihm noch zu viel, es musste runtergehen bis fünf Tausend wird es wiederum vertilgt wie die Terebinthe und wie die Eiche, von denen, wenn sie gefällt sind, ein Wurzelstock bleibt, ein heiliger Same ist sein Wurzelstock.
Also, da wird gesagt, es wird nie so kommen, dass das Land Israel völlig von Juden verlassen sein wird. Zwar die Masse wird weltweit unter alle Völker zerstreut werden, wie das auch in 5. Mose 28,64 steht, von einem Ende der Erde bis zum anderen. Von Argentinien bis China und von Nordamerika bis nach Australien wurden sie zerstreut, und von Schweden bis Südafrika. Aber es blieb immer eine Restbevölkerung im Land. Und also bis es so entvölkert ist, so lange soll es gehen, dass das Volk verstockt bleibt. Aber da bleibt ein Überrest drin, eben ein Wurzelstock, und der kann dann später wieder ausschlagen.
Nun ist es interessant: Genau im neunzehnten Jahrhundert kam die Wende in der Judenmission. Im neunzehnten Jahrhundert haben sich so viele Juden bekehrt wie noch nie in der Geschichte davor bis ins zweite Jahrhundert zurück, ja, sogar bis ins erste Jahrhundert zurück. Noch nie haben sich so viele bekehrt, auch Rabbiner haben sich bekehrt. Und das ist weitergegangen auch im zwanzigsten Jahrhundert. Heute rechnet man mit etwa 400 bis einer halben Million Juden in aller Welt, die bekehrt sind und glauben, dass Jesus Christus der Messias ist und dass er Gott und Mensch in einer Person ist. Nicht die meisten in Israel, die meisten in den USA und Kanada. Es ist einfacher, sich in der Diaspora, in der Zerstreuung, im Ausland zu bekehren als Jude als in Israel. Aber in Israel wächst es auch. Heute sind es 10 bis 15, aber wenn man denkt: 1948 bei der Staatsgründung war es wohl eine Handvoll bekehrter Juden. Auch schön, nicht wahr, was da geschehen ist. Aber das wird hier so wirklich gesagt, bis dann. Und so hat sich das erfüllt, und jetzt, wo sie zurückkommen, sehen wir, wie da auch eine Wende stattfindet.
Ja, also das war ein Exkurs, einfach wegen dem Wurzelstock, der zurückblieb und der eben im Land blieb. Und wenn es wichtig für Diskussionen ist, wenn jemand sagt: Was suchen die Juden da in Palästina? Gar nicht ihr Land. Wie stellst du dir das vor? Waren die Juden nicht mehr in diesem Land? Gab es keine Juden mehr im Land Israel durch 2000 Jahre? Ja, natürlich. Nein, falsch, die waren immer da. Und die waren in Ostjerusalem und die waren in Hebron. Besetztes Gebiet, ja, in Safed und so weiter, die waren schon immer da, sogar im besetzten Westjordanland. Da kann man doch nicht plötzlich so unerhörtes Zeug sagen: Was suchen die Juden in Israel, was suchen die im Westjordanland? Die waren ja schon immer da, der Kontakt blieb immer da.
Ja, das hilft, wenn man solche Argumente hat. Da kann man die Widersacher zum Schweigen bringen, so wie Stephanus das gemacht hat, nicht wahr? Stephanus’ Rede in Apostelgeschichte 7: Er hat den Widersachern anhand der Heiligen Schrift widerstehen können, die konnten nichts mehr sagen, nur noch mit den Zähnen knirschen.
Ja, jetzt fahren wir weiter. Zu Vers 13 habe ich noch vermerkt auf dem Blatt eben: Idan, aramäisch heißt Zeit, Jahr. Also sieben Zeiten sind dann sieben Jahre. Interessant ist Vers 14, wo gesagt wird, dass er erkennen soll, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber bestellt. Dieser Ausdruck der Niedrigsten der Menschen ist letztlich ein Hinweis auf Jesus Christus, der in der Endzeit die Herrschaft über die ganze Welt ergreifen wird. Aber das ist der Mann von Jesaja 53, von dem der Prophet so eindrücklich geschrieben hat, Vers 2 in der Mitte:
Er hatte keine Gestalt und keine Pracht, und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir seiner begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet.
Und noch schrecklicher geht das, ja, Kapitel 49, Vers 7, da spricht Gott zum Messias, von dem er ihm im Vers 6 gesagt hat, dass er gesetzt ist zum Licht der Nationen, um Gottes Rettung zu sein bis an das Ende der Erde. Und dann steht:
So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem von jedermann Verachteten, zum Abscheu der Nation, zum Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, Fürsten, und sie werden sich niederwerfen um des Herrn willen, der treu ist, usw.
Hier wird der Messias genannt, der von jedermann Verachtete und sogar Abscheu der Nation, Knecht der Herrscher. Man kann das wirklich erleben, wenn man mit orthodoxen Juden spricht, dass sie erstens mal nicht über Jeschua sprechen wollen, das ist die normale hebräische Form für Jesus, sondern sie sagen Jeschu. Und das dann gemäß einer wohl aus dem Mittelalter stammenden Erklärung als Abkürzung für Jemach schemo we-sichrono, möge er auslöschen seinen Namen und sein Gedächtnis. Jeschu hat mit Jud, Schin und Waw geschrieben, Jemach schemo usichrono, möge er auslöschen seinen Namen und sein Gedächtnis. Das ist ein Fluch! Und darum muss man sich nicht einlassen, wenn die sprechen über Jeschu, muss man sagen: Nein, ich meine nicht Jeschu, sondern ich meine Jeschua.
Ganz ähnlich, wenn man mit Muslimen spricht und sie sagen: Ja, Isa, Isa kennen wir auch aus dem Koran. Muss man sagen: Nein, ich spreche nicht von Isa, sondern Jeschua. Die arabischen Christen sprechen von Jesua, Jesua al-Masih, das ist Jesus der Messias, Jesus der Christus. Aber sie sagen nicht Isa. Da muss man sagen: Nein, nein, ich meine nicht diesen Isa aus dem Koran, der von Allah aus dem Nichts erschaffen worden ist, und ich meine Jeschua. Das ist eben dieser Jesus, wie er in der Bibel beschrieben ist.
Ja, das nur so nebenbei, eben einfach zum Illustrieren, was es heißt, das Abscheu der Nation. Also, aber dieser Niedrigste der Menschen wird letztendlich von Gott über die ganze Welt als Herrscher eingesetzt werden.
Und dann kommen wir zu Vers 15:
Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen, und du, Belsazar, sage seine Deutung.
Und jetzt die Reaktion in Vers 16:
Da entsetzte sich Daniel, dessen Name Belsazar ist, eine Zeit lang, und seine Gedanken ängstigten ihn.
Als er diesen Traum gehört hatte, konnte er einen Moment gar nicht sprechen. Das hat ihn so betroffen gemacht. Natürlich, Daniel wusste, was das bedeutet, und hätte sich sagen können: Jetzt kommt das Gericht Gottes über diesen Mann, der Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht hat, der den salomonischen Tempel in Staub und Asche gelegt hatte. Jetzt kommt das Gericht über diesen Mann, der die Tempelschätze aus Jerusalem abgeführt hatte und in das Mardukhaus in Babylon getan hatte, um angeblich über den Gott Israels zu triumphieren.
Nein, Daniel freut sich nicht, Nebukadnezar das Gericht anzukündigen. Und das ist für uns etwas ganz Wichtiges, das drückt aus Liebe zu den Verlorenen. Nicht wahr, man könnte manchmal in Versuchung kommen, Leute, die uns viel Unrecht angetan haben, dann zu denken: Somit mit Genugtuung, diese Menschen werden einmal von Gott gerichtet werden. Dieses Gericht wird kommen, wenn sie nicht umkehren. Aber der Geist Gottes wirkt in unseren Herzen heute eben nie das Rufen um Gericht, sondern das Rufen um Gnade, um Vergebung. Und da können wir gerade von Daniel lernen. Er war betroffen, er wusste: Jetzt kommt das Gericht über Nebukadnezar.
Und so wird dann erklärt in den Versen 17 bis 19: Der große Baum bedeutet Nebukadnezar, König von Babylonien. Der Baum, den du gesehen hast, das sagt er also, nachdem er erklärt hat. Ich lese noch Vers 16 in der Mitte:
Der König hob an und sprach: Belsazar, der Traum und seine Deutung ängstige dich nicht. Belsazar antwortete und sprach: Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Deutung deinen Feinden.
Und jetzt Vers 17:
Der Baum, den du gesehen hast, der groß und stark wurde und dessen Höhe an den Himmel reichte und der über die ganze Erde hingesehen wurde und dessen Laub schön und dessen Frucht zahlreich ist und an dem Nahrung war für alle, unter dem die Tiere des Feldes wohnten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels sich aufhielten: Das bist du, o König, der du groß und stark geworden bist, und deine Größe wuchs und reichte bis an den Himmel und deine Herrschaft bis ans Ende der Erde.
Und dass der König einen Wächter und Heiligen vom Himmel herabsteigen sah, er sprach: Haut den Baum um und verderbt ihn, doch seinen Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in Fesseln aus Eisen und Kupfer, im Gras des Feldes, und vom Tau des Himmels werde er benetzt, und er habe sein Teil mit den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihm vergehen. Dies ist die Deutung, o König, und dies ist der Beschluss des Höchsten, der über meinem Herrn, den König, kommen wird.
Übrigens fällt uns auf, wie er zuerst nochmals den Traum ganz detailliert wiederholt. Und dann kommt die Auslegung. Und das ist auch wichtig in der Predigt. Das Wichtigste in der Predigt ist der Bibeltext. Das müssen wir uns immer wieder klar machen, nicht die Auslegung. Der Bibeltext ist das Wichtigste, und dann kommt die Auslegung dazu, die soll helfen. Und zwar so, dass sie uns zum Bibeltext führt.
Es gibt verschiedene Arten von Predigten. Es gibt zum Beispiel die Sprungbrett-Predigt, die nimmt einen Vers, um dann irgendwelche eigenen Gedanken weiterzugeben. Es ist gar nicht eine Auslegung von dem, was die Heilige Schrift sagt, so ähnlich wie die Hänschenklein-Predigt. „Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein.“ Wenn einer auslegen würde: Ja, Hänschen, das heißt, Gott ist gnädig, ja, kommt von Jochanan, und er ist klein, und da sieht man schon, klein und allein, da fängt es schon an, ging allein in die weite Welt hinein. Ja, jetzt sieht man, was passiert, wenn man allein bleibt als Christ. Und dann kommt man in die Welt hinein. Und dann kommt die Eitelkeit: Stock und Hut steht ihm gut. Ja, aber da wird etwas in das Lied hineingelegt, das das Lied eigentlich gar nie sagen wollte.
Und so ist es wichtig, dass eine Predigt nicht das sein darf, was wir jetzt in den Text hineinlegen, sondern das, was wir herauslegen. Und darum zuerst der Bibeltext. Und dann kann sie auch so kommen, dass, wenn die Predigt mal ganz schief geht, das gibt es schon mal, aber dann hat man immer noch einen Grund, um den, der gepredigt hat, nachher zu ermutigen und zu sagen: Die Worte, die du am Anfang gelesen hattest, die waren so wunderschön. Ja, das bleibt, auch wenn die Erklärung dann nichts war.
Und so sehen wir: Zuerst wird ganz klar gesagt, was die biblische Botschaft ist, und dann wird erklärt.
Vers 21:
Dies ist die Deutung, o König, und dies der Beschluss des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, kommen wird.
Daniel nennt Nebukadnezar meinen Herrn, damit anerkennt er eben auch die staatliche Oberherrschaft. Er, der sich schon geweigert hat, da, wo etwas verlangt wurde, was nicht richtig war, zu tun, hat er sich dem Staat widersetzt. Aber grundsätzlich anerkennt er die Oberherrschaft des Staates, genauso wie wir das tun müssen nach Römer 13.
Dann steht in Vers 22:
Man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein, und man wird dir Kraut zu essen geben wie den Rindern und dich vom Tau des Himmels benetzt werden lassen. Und es werden sieben Zeiten beziehungsweise sieben Jahre über dich vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem er will.
Das hätte er schon längst wissen können. Er hatte es damals in seiner öffentlichen Erklärung in Kapitel 3 gesagt. 3,32: Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder mitzuteilen, die der höchste Gott an mir getan hat. Also er hat, wider besseres Wissen, sich erhoben, und jetzt muss er nochmals lernen, wer der Höchste ist.
Vers 23:
Und dass man gesagt hat, den Wurzelstock des Baumes zu lassen, dein Königtum wird dir wieder zuteilwerden, sobald du erkannt haben wirst, dass die Himmel herrschen.
Hier ist interessant zu wissen, dass der Ausdruck Himmel gerade später in der rabbinischen Literatur benutzt wurde als Name für Gott. Im Alltag hat man schon in Zeiten vor Christi Geburt, also in alttestamentlichen Zeiten, begonnen, den Namen, den Eigennamen Gottes, Yahweh, nicht mehr auszusprechen. So beginnen ja die zehn Gebote: Ich bin der Herr, ich bin Yahweh, dein Gott; du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Und dann im dritten Gebot: Du sollst den Namen Yahwehs, das heißt der Ewige, nicht zum Eitlen aussprechen. Und um eben nicht diesen Namen zu missbrauchen, hat man begonnen, diesen Namen zu ersetzen durch andere Wörter. Und das, was man meistens gemacht hat, ist Adonai, Herr, an dieser Stelle. Und darum in der Synagoge, in der ganzen Welt, in den Synagogen, der Chasan, wenn er die Bibel vorliest singend, liest er immer an jeder Stelle, wo Yahweh vorkommt, gegen siebentausend Mal im Alten Testament, normalerweise Adonai, Herr, als Ersatz.
Und jetzt versteht man auch: Im Neuen Testament kommt der Name Yahweh nie vor. Aber man kann das sehen in Bibelstellen, die zitiert werden aus dem Alten Testament, wo im Alten Testament Yahweh steht, steht im Neuen Testament meistens Kyrios, Herr, und tendenziell sogar ohne Artikel. Das bezeichnet im Alten Testament den alttestamentlichen Gottesnamen. Und wir sehen: Der Heilige Geist, der das Neue Testament inspiriert hat, hat also diese Art des Ausdrucks der Ehrfurcht Gottes so bestätigt.
Aber es gab noch mehr Ausdrücke. Die Rabbiner, besonders in den aramäischen Übertragungen des Alten Testaments, in den Targumim, Targum heißt Übersetzung, aber gemeint sind die aramäischen Übersetzungen, die findet man in jeder Rabbinerbibel. Da hat man mit den großen Buchstaben den hebräischen Text der Bibel und dann die Targumim auf Aramäisch mit kleineren Buchstaben und dann noch kleiner die Kommentare, und zwar die wichtigen Kommentare wie Raschi, Abrabanel und so weiter, und dann die weniger wichtigen sind noch kleiner. Ja, und in den Targumim ist es sehr oft so, dass da, wo steht Yahweh, steht im Targum Memra Adonai, Wort, das Wort des Herrn. Und das finden wir wieder in Johannes 1: Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Und dann wird gesagt: Alles wurde durch dieses Wort erschaffen, und in Vers 14: Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Das ist Memra, das ist eine Bezeichnung für den Ewigen, der ohne Anfang und ohne Ende ist, unerschaffen, schon immer da. Das ist ein klares Zeugnis für die ewige Gottheit Christi.
Gibt es aber noch andere Ausdrücke, wie zum Beispiel Majestät. Das finden wir in Hebräer 1, da wird gesagt, dass der Herr Jesus nach seiner Auferstehung, nach seinem Werk am Kreuz, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe. Das ist wieder eine Ersatznahme für Yahweh. Und weiter: Gwura haben auch benutzt, die Macht. Und das hat jetzt gar nichts zu tun mit Star Wars. Nein, ich sage das nur an dieser Stelle, denn dort kommt ja dieser Ausdruck vor, die Macht, und damit ist eine dämonische, unpersönliche Macht im Universum gemeint. Damit kann man gleich erklären, wie dämonisch diese Filme sind, diese Science-Fiction-Filme, das ist nicht einfach Unterhaltung. Diese Macht, das ist eben eine heidnische, dämonische Macht gemeint. Aber im Judentum war Gwura ein Name für Gott, und der Herr Jesus sagt doch vor dem Hohen Priester Kajafas in Matthäus 26: Ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen, zur Rechten der Macht, und kommen mit den Wolken des Himmels, und dann hat Kajafas sein Kleid zerrissen. Gwura ist das im Hebräischen: die Macht, es ist Yahweh, zur Rechten Yahwehs.
Und dann finden wir im Gleichnis vom verlorenen Sohn: Der verlorene Sohn sagt sich: Ich will zu meinem Vater zurückkehren und ich will sagen, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Schamayim ist dann auch ein Name für Yahweh, Himmel. Und darum haben die Rabbiner zum Beispiel auch gesprochen von Malchut Schamayim, das Reich, das Königreich der Himmel, das ist das Reich Yahwehs. Und jetzt versteht man, warum im Matthäusevangelium, das speziell für Juden geschrieben worden war, da kommt 32 Mal anstatt Reich Gottes das Reich der Himmel vor. Das ist ein Reich hier auf Erden, aber das eben von dem Ewigen regiert wird.
Jetzt machen wir den Kreis wieder zurück geschlossen zu Daniel 4, wo er eben sagt, dass er erkennen wird, dass die Himmel herrschen, Vers 23. Das ist eben der ewige Gott. Darum, o König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Ungerechtigkeiten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Friede Dauer haben soll.
Das ist so mutig von Daniel. Jetzt muss man sich mal vorstellen, da steht er vor der Nummer eins der damaligen Welt. Er erklärt den Traum, und jetzt gibt er ihm noch ein ganz persönliches Wort, wo er ihn zur Bekehrung aufruft, und zwar nicht so oberflächlich: Übergib einfach dein Leben dem Gott des Himmels. Sondern sag: Brich mit deinen Sünden! Unerhört, du bezeichnest mich, du Wurm, als einen Sünder! Ja, so ist es ja. Er sagt ihm wirklich die Wahrheit, damit er sich bekehren kann. Sonst ist ja die Gefahr da, dass er eben sein Leben übergibt, als ob er kein Sünder wäre. Aber man kann Jesus Christus sein Leben nur übergeben, um gerettet zu werden, wenn man es übergibt als verlorener Sünder.
Das ist so schön, also das wäre ja nicht, das gehörte nicht zur Auslegung, er hätte ja nur auslegen können. Jetzt kommt noch ein persönliches Wort: Lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Ungerechtigkeiten durch Barmherzigkeit gegen Elende. Nicht einfach nur bekenne deine Sünden, sondern bekenne deine Sünden und brich damit, ganz nach dem Grundsatz von Sprüche 28,13:
Wer seine Übertretungen verbirgt, wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erlangen.
Und das ist eine Hilfe, wenn man auch mit Sünden Mühe hat, dass man sich sagt: Einerseits, ich bekenne sie dem Herrn, und dann sich sagt: Ich möchte aber auch einen Bruch machen. Und diese Entscheidung, wirklich auch mit einer Sache zu brechen, das hilft einem, um nicht einfach so leicht wieder darin zurückzufallen.
Nun fahre ich weiter. Ab Vers 25 sehen wir, wie das Wort Gottes sich erfüllt:
Dies alles kam über den König Nebukadnezar. Nach Verlauf von zwölf Monaten ging er auf dem königlichen Palast in Babel umher, und der König hob an und sprach: Ist das nicht das große Babel, das ich zum königlichen Wohnsitz erbaut habe durch die Stärke meiner Macht und zu Ehren meiner Herrlichkeit? Noch war das Wort im Mund des Königs, da kam eine Stimme vom Himmel herab: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: Das Königtum ist von dir gewichen. Und man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein, und man wird dir Kraut zu essen geben wie den Rindern, und es werden sieben Zeiten oder sieben Jahre über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es verleiht, wem er will.
In demselben Augenblick wurde das Wort über Nebukadnezar vollzogen, und er wurde von den Menschen ausgestoßen, und er aß Kraut wie die Rinder, und sein Leib wurde benetzt vom Tau des Himmels, bis sein Haar wuchs wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen.
In diesem Zusammenhang habe ich noch auf dem Skript bei Verse 20 bis 23 vermerkt: Der babylonische Geschichtsschreiber Berossus, er lebte um 280 v. Chr., berichtet, dass Nebukadnezar am Ende seines Lebens krank geworden war. Eusebius, ein Schreiber im vierten Jahrhundert nach Christus, zitierte einen gewissen Abydenus aus dem zweiten Jahrhundert, der sich seinerseits auf den Griechen Megasthenes berief. Dieser Megasthenes hat 312 bis 280 vor Christus gelebt. Und da wird also Folgendes überliefert: Nebukadnezar sei auf der Burg gewesen, nicht wahr, 4,26: Nach Verlauf von zwölf Monaten ging er auf dem königlichen Palast in Babel umher, er sei auf der Burg gewesen, plötzlich besessen geworden, weggegangen und verschwunden.
Und es ist so: Über die Jahre 582 bis 575 v. Chr. ist im Leben Nebukadnezars nichts bekannt. Es ist irgendwie wie eine Lücke in seiner Biografie, und dort passt das schön hinein. Es war interessant, und wurde er also krank, wahnsinnig, und man kennt in der Psychiatrie dieses Krankheitsbild, man nennt das Boanthropie, das ist die Krankheit, wenn ein Patient meint, er sei ein Tier. Wörtlich Boanthropie heißt Ochsenmensch-Krankheit, also einer meint, er sei ein Ochse. Aber Boanthropie wird dann auch gesagt, so bezeichnet man auch die Krankheit von Leuten, die meinen, sie seien ein Vogel. Das gibt es auch. Und die wollen auf dem Baum übernachten, weil sie überzeugt sind: Ich bin ein Vogel. Es gibt wirklich ganz schreckliche Krankheiten.
Und so wurde also Nebukadnezar wahnsinnig, dass er sich aufführte wie ein Tier und begann, Gras zu fressen wie ein Tier. Eine solche Demütigung, nicht wahr, dieser stolze Mann, der sich als Übermensch sah, wird zu einem Vieh, zu einem Tier. Da wird schon etwas vorweggenommen von einer Parallele zwischen Kapitel 2 und Kapitel 7. In Kapitel 2 haben wir jedoch das Standbild gesehen der vier Weltreiche, dargestellt als vier Teile einer menschlichen Statue. In Kapitel 7 finden wir wieder die vier Weltreiche, aber dargestellt als vier schreckliche Bestien, Tiere. Und wenn man diese zwei Kapitel, die so inhaltlich parallel gehen, vergleicht, dann wird klar: Gott hat den Menschen in seinem Bild ursprünglich geschaffen, damit er hier auf Erden etwas von Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe zeigen würde. Und so war es die Aufgabe der Weltreiche Babylon, dann kam man in Persien, Griechenland, Rom, eben etwas von dieser Gerechtigkeit Gottes zu widerspiegeln und damit menschliche Reiche zu sein, nicht unmenschliche. Aber Kapitel 7 zeigt: Das hätten sie sein sollen, wirkliche Menschen im Bild Gottes, aber sie waren beißende, blutrünstige Bestien in der Praxis. Und so sehen wir durch die ganze Geschichte, durch die Geschichte der Weltreiche hindurch, eine furchtbare Blutspur.
So kann man also Kapitel 2 und 7 miteinander verbinden durch einen Satz, den Scheitermann so geprägt hat: Humanität ohne Divinität wird zur Bestialität. Auf richtig Deutsch: Menschlichkeit ohne den Bezug zu Gott, ohne Beziehung zu Gott, wird zur tierischen Grausamkeit. Wenn man das vor Augen hat, versteht man die Weltgeschichte viel besser. Überall dort, wo man Gott den Rücken gekehrt hat und seinem Wort, dann kommt Grausamkeit und Brutalität dabei raus. Und wir sehen das in der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts wahrscheinlich am allerschlimmsten. Man denkt an das Dritte Reich, das sich ganz bewusst von dem Gott der Bibel abgewendet hatte und die Menschheit ins Elend gestürzt hat mit etwa siebzig Millionen Toten. Und wie im Osten die Kommunisten, die sich ganz bewusst von Gott losgesagt hatten, sie haben mit ihrer Schreckensherrschaft im zwanzigsten Jahrhundert etwa hundert Millionen Tote zu verantworten. Es ist fast nicht zu glauben, aber es ist genau das.
Und so wurde dieser Nebukadnezar eben richtig tierisch. Und wir sehen hier den Grundsatz erfüllt von Sprüche 16,18: Hochmut kommt vor dem Fall. Oder auch Jakobus 4,6: Gott widersteht dem Hochmütigen.
Nun, Nebukadnezar war tatsächlich ein unglaublicher Baumeister, die Archäologie hat das belegt, es ist nicht zu fassen, was dieser Mann architektonisch geleistet hat, und das kann man sogar auf einzelnen Bausteinen heute noch sehen, wo man eine Stempelinschrift jeweils findet mit der Bezeichnung, dass ich, Nebukadnezar, habe das gebaut. Sogar in Zürich, wir sind ja nicht so in der glücklichen Lage wie die Franzosen und die Engländer, so viele Schätze aus Babylon aus der alten Zeit zu haben, das ist ganz einfach, weil wir nie expandiert haben und keine Kolonialmacht waren. So müssen wir uns mit ganz wenig begnügen, aber im Archäologischen Museum in Zürich, bei der Uni Zürich, da gibt es ein paar wenige Sachen, sehr bescheiden, aber es lohnt sich trotzdem, das mal anzuschauen. Da findet man auch noch einen originalen Baustein von Nebukadnezar mit seiner Bauinschrift drauf. Und geht man aber nach Berlin ins Pergamonmuseum und sieht nur schon den vorderen Teil des Ishtar-Tors von Babylon original da aufgestellt, und das ist noch gigantischer gewesen, denn den hinteren Teil haben sie nicht aufgebaut, nur den vorderen, und der ist schon gigantisch, unglaublich. Wie er gebaut hat, mit diesen Glasur-Bausteinen in verschiedensten Farben, wie ein Märchenland hat das ausgesehen, was der Mann gebaut hat.
Aber eben: Gott hat uns Gaben gegeben. Aber wenn wir uns rühmen unserer Gaben, so wie 1. Korinther 4 sagt: Was rühmst du dich? Schlagen wir das auf, das ist ein sehr hilfreiches Wort. Was aber hast du, dass du nicht empfangen hast? Das ist eine Frage, die wir uns immer wieder stellen müssen. 1. Korinther 4,7: Was aber hast du, dass du nicht empfangen hast? Wenn wir uns überlegen, welche Begabung habe ich, die nicht ein Geschenk war? Nichts. Wenn ich alles, was ich bekommen habe, von meinem Schöpfer abgeben müsste, was bleibt noch? Nichts, gar nichts. Das hilft auch, mit Lob umzugehen, dass man sich immer wieder ganz klar bewusst wird: Es ist alles ein Geschenk. Gott hat souverän verteilt, und das hilft auch vor Eifersucht. Aber wir können uns nichts rühmen, dass wir irgendetwas haben, das wir nicht bekommen, erhalten, geschenkt gekriegt haben.
Und nun sehen wir in der Erfüllung: Die Tatsache, Marduk, der als Gott der kranken Heilung angesehen wurde, hat den Nebukadnezar nicht heilen können. Marduk war ja dieser Hauptgott von Babylon, und auch der Hauptgott des Reiches, des babylonischen Reiches, und in seinem Tempel hatte Nebukadnezar in Daniel 1,2 die Tempelschätze von Jerusalem hingetan. Aber jetzt wurde klar: Dieser Gott, der die Kranken heilen kann, kann nichts. Wenn Gott Nebukadnezar krank macht, dann ist er krank, und wenn die sieben Jahre vorbei sind, dann heilt Gott.
Jetzt komme ich zu Vers 31:
Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder.
Merkt man diese Doppeldeutigkeit der Worte? Der Begriff am Ende der Tage ist in der Prophetie ein Fachausdruck für die Endzeit. Hier wird dieser Ausdruck gebraucht für das Ende dieser Periode von sieben Jahren. Das ist gleichzeitig ein Bild von dieser ganzen Zeit, wo die Weltreiche waren wie Tiere. Und dann, am Ende der Zeit, wenn der Herr Jesus kommt, wenn der Niedrigste der Menschen das Reich übernehmen wird, der Welt, dann werden den Nationen die Augen geöffnet werden, und sie werden alle erkennen, wer der wahre Gott ist. Und wenn er auf den Wolken des Himmels kommt, alle werden wehklagen, alle werden wissen, wer das ist. Das ist der verachtete Mann von Nazareth, der in Macht und Herrlichkeit kommt und alle Weltreiche in Besitz nimmt. Und so ist es eben ein prophetischer Ausblick.
Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder, und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den Ewiglebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt. Und alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet, und nach seinem Willen tut er mit dem Heer des Himmels und mit den Bewohnern der Erde, und da ist niemand, der seine Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?
Jetzt machen wir Pause eine halbe Stunde.
Wir fahren jetzt weiter, und ich lese die letzten Verse noch von Kapitel 4.
Vers 32: Und alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet, und nach seinem Willen tut er mit dem Heer des Himmels und mit den Bewohnern der Erde. Und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du? Zur selben Zeit kam mir mein Verstand wieder, und zur Ehre meines Königtums kamen meine Herrlichkeit und mein Glanz mir wieder. Und meine Räte und meine Gewaltigen suchten mich auf, und ich wurde wieder in mein Königtum eingesetzt, und ausnehmende Größe wurde mir hinzugefügt. Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die zu erniedrigen vermag, die in Stolz einhergehen.
Nebukadnezar anerkennt seine Demütigung, er bekam noch größere Ehre als vorher, aber er nahm sie aus der Hand des höchsten Gottes, und damit war es nicht mehr Selbstverherrlichung. Das ist der grundlegende Unterschied.
Was auffällt: Also nach diesen sieben Zeiten beziehungsweise sieben Jahren kommt er wieder zu seinem Verstand, und wir werden sehen, wie in der Prophetie von Daniel 9 nach den siebzig Jahren der babylonischen Herrschaft erklärt wird, dass es nun noch siebzig Jahrwochen gehen wird, bis dann das Königtum des Messias kommen wird. Da werden wir sehen, dass zwischen diesen siebzig Jahrwochen Daniels und diesen sieben Jahren ein ganz direkter Zusammenhang besteht.
Das ergibt sich übrigens, wenn man nochmal auf Seite 1 den Aufbau und die Struktur anschaut. Ich habe zusammengefasst die zwei Blöcke, nicht wahr? Block 1: Kapitel 1, 2, 3, 4, 5. Der zweite Teil, auch fünf Teile, nämlich erstens Daniel 6, dann Daniel 7, zweitens Daniel 8, Daniel 9 und die Kapitel 10 bis 12 bilden einen in sich geschlossenen Block, und das ist dann Nummer 5. So besteht also die Struktur ganz klar aus fünf und fünf Teilen.
Nun ist es so, dass es Parallelen gibt zwischen 4. Das wäre viertens: Gott widersteht dem Hochmut Nebukadnezars, und viertens im zweiten Teil: Das ist die Prophetie von den Siebzig-Jahr-Wochen. Sieht man das? So entsteht die Parallelität. Und der Traum vom Standbild mit den vier Weltreichen in Kapitel 2 bildet ja Teil 2 im ersten Block. Und das geht, wie ich schon erklärt habe, parallel mit dem Traum von den vier wilden Tieren in Kapitel 7, das ist zweitens im zweiten Block. Und effektiv kann man zeigen, das geht auch weiter so. Also immer eins ist parallel mit eins. Wir sehen erstens Daniels Ausbildung in Babylon, das ist parallel zu Kapitel 6, Daniel in der Löwengrube. Und dort geht es nämlich darum: Während wir in Kapitel 1 Daniels Anfang in Babylon haben, haben wir in Kapitel 6 Daniels Anfang im Perserreich, den Anfang im babylonischen Reich, den Anfang im persischen Reich. Und in Kapitel 1 geht es darum, dass der König gebietet, dass alle von seinen unreinen Speisen essen müssen, und Daniel weigert sich. Aber wir werden sehen, in Daniel 6, da sagt ein König, dass niemand beten darf, und Daniel widersetzt sich und betet trotzdem. Merkt man all diese Parallelen, und das geht so durchgängig durch all diese Kapitel. Da ist ein Gesamtplan drin, der völlig verwoben ist, so dass das Buch Daniel eine in sich geschlossene literarische Einheit bildet.
Ja, und jetzt gehen wir zu Kapitel 5:
Der König Belsazar machte seinen Tausend Gewaltigen ein großes Mahl, und er trank Wein vor den Tausend. Belsazar befahl, als der Wein ihm schmeckte, dass man die goldenen und die silbernen Gefäße herbeibrächte, welche sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte. Der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen daraus tranken. Dann brachte man die goldenen Gefäße, welche man aus dem Tempel des Hauses Gottes zu Jerusalem weggenommen hatte, und der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen tranken daraus. Sie tranken Wein und rühmten die Götter von Gold und Silber, von Kupfer, Erz, Eisen, Holz und Stein.
Auf dem Skript habe ich vermerkt zu Vers 1: Das ist die letzte Party Babylons vor dem Untergang. Dazu lesen wir Sprüche 20,1: Der Wein ist ein Spötter, starkes Getränk ein Lärmer. Und jeder, der davon taumelt, wird nicht weise. Also ein Kapitel, das uns zeigt: Das Problem des übermäßigen Alkohols ist ein Riesenproblem.
Nun, es geht hier um Belsazar, und da hat man in der kritischen Wissenschaft lange gespottet und gesagt: Seht ihr keine Quelle außerhalb der Bibel, unabhängig von der Bibel, berichtet irgendetwas von einem König Belsazar? Folgerung: Das ist alles nur erfunden. Belsazar hat es nie gegeben. Aber wie sich das ja immer wiederholt in der Geschichte, war es auch hier. Belsazar konnte also erst ab 1854, als man Keilschrifttafeln aus Babylon entdeckt hatte, veröffentlicht hatte, und das waren Texte, originale Texte aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus. Erst seither konnte er belegt werden, aber vorher nicht. Und da wird Belsazar ausdrücklich erwähnt als letzter Herrscher in Babylon.
Es dreht sich der Spieß, wenn also alle außerbiblischen Quellen, auch die griechischen Historiker gerade so in den Jahrhunderten nach Daniel offensichtlich nichts mehr wussten von einem Daniel, aber das Buch Daniel kennt Belsazar sehr wohl, dann ist es ein starker Hinweis, dass dieses Buch eben aus der damaligen Zeit stammt. Das Buch Daniel wird in der Bibel dargestellt als das Werk Daniels im sechsten Jahrhundert vor Christus. Ja, da haben wir ein ganz starkes Argument, dass das Buch Daniel eben authentisch ist, aus dieser Zeit.
Und noch etwas, wir werden gleich sehen am Schluss. Es geht ja um die Schrift an der Wand, die niemand deuten kann als nur Daniel. Und Belsazar bittet Daniel, diese Schrift zu deuten, und er sagt: Wenn du das kannst, wirst du der Dritte sein im Königreich. 5,29: Als dann befahl, das ist dann bereits schon die Erfüllung, er hat ihm das vorher angekündigt, und da erfüllt es sich: Als dann befahl Belsazar, und man bekleidete Daniel mit Purpur, mit einer goldenen Kette um seinen Hals, und man rief über ihn aus, dass er der dritte Herrscher im Königreich sein solle.
Da fragt man sich: Aber bitte, wenn schon! Einen solchen Aufstieg, dann aber wenigstens Nummer zwei. Warum ist er der Dritte? Nun, das wird hier nicht gesagt, aber jetzt durch diese Keilschrifttafeln ist klar geworden: Eigentlich war ja Nabonid damals König von Babylon, aber Nabonid war nicht so sehr interessiert an Politik und er ging nach Arabien und übergab die Königszeichen seinem Sohn. So war Belsazar König als Stellvertreter in Babylon, damit war er Nummer zwei, und so blieb für Daniel nur der dritte Platz. Das zeigt also nochmals, wie genau informiert der Schreiber des Buches Daniel ist über die Situation in Babylon, was schon die späteren griechischen Geschichtsschreiber nicht mehr, überhaupt nicht mehr wussten.
Nun haben wir gesehen in den Versen 2 bis 3: Im alkoholisierten Zustand beschließt Belsazar, den Gott Israels zu lästern, und zwar indem die Tempelgefäße benutzt werden, um Wein zu trinken und dabei die Götter Babylons zu preisen, im Suff gewissermaßen. Nun, Lästerung ist etwas ganz besonders Schlimmes. In Sprüche 21,24 lesen wir: Der Übermütige, Stolze, Spötter ist sein Name, handelt mit vermessenem Übermut. Nicht wahr, in den Sprüchen wird gesprochen über den Einfältigen. Das hebräische Wort Petit bedeutet der Offene. Der, der offen ist für alles, der Einfältige ist gefährdet für Verführung, aber er hat auch eine gewisse Offenheit für die Wahrheit. Aber schlimmer als eben so ein Verführbarer zu sein, ist in den Sprüchen eben der Tor. Viele Verse sprechen von dem Tor, das ist eine Stufe weiter. Er ist ein Mensch, der eben keine Weisheit Gottes annimmt und darum auch ganz verkehrte Wege geht. Aber in den Sprüchen gibt es einen Menschen, der ist noch schlimmer als der Tor, und das ist der Spötter. Darum sagt das Sprüchebuch auch, dass speziell für die Spötter Gerichte bereit sind.
Das war also 67 Jahre, nachdem Nebukadnezar diese Tempelgefäße in Babylon, im Marduk-Tempel, untergebracht hatte, und jetzt ließ Belsazar diese Gefäße aus dem Tempel holen, um gewissermaßen den Gott Israels so zu lästern. Nun, in dieser Nacht wurde dann Babylon durch die Perser und Meder erobert, und Kyrus, der damalige König von Persien, gab sehr bald darauf alle diese Tempelgeräte heraus. Man kann das nachlesen in Esra 1, da hat er Tausende von Tempelgeräten aus Gold und Silber den Juden übergeben, damit sie sie wieder zurückbringen könnten nach Jerusalem, um den zweiten Tempel zu bauen. Also das ist ein enormer Kontrast, dieser Belsazar, der diese Tempelgeräte so missbraucht zur Lästerung Gottes, und ein Kyrus, der sie in Achtung vor dem Gott Israels herausgibt und auch sagt, dass der Tempel wieder aufgebaut werden soll.
Also die Bosheit der Lästerung übersteigt die Bosheit des Menschen, wie sie in Daniel 1 bis 4 schon aufgezeigt wurde. Lesen wir Sprüche 3,34: Fürwahr, der Spötter, der Spötter spottet er, den Demütigen aber gibt er Gnade. Also Gott spottet den Spöttern. Ein schrecklicher Ausdruck. Dann 9,7, immer noch in den Sprüchen: Wer den Spötter zurechtweist, zieht sich Schande zu, und wer den Gesetzlosen straft, sein Schandfleck ist es. Strafe den Spötter nicht, dass er dich nicht hasse; strafe den Weisen, und er wird dich lieben. Und 19,29, das habe ich schon angedeutet: Für die Spötter sind Gerichte bereit und Schläge für den Rücken der Toren. Der Spötter ist natürlich auch ein Tor, aber eben die schlimmste Form von Torheit ist Spott.
Wie schon erklärt, der Name Belsazar, Bel-schara-usur, Bel schütze den König, dieser Name erfüllt sich in diesem Kapitel eben nicht, indem gezeigt wird, dass der Gott Israels Belsazar richtet. In Vers 2 wird gesagt, dass Belsazars Vater, Nebukadnezar, die Gefäße aus dem Tempel in Jerusalem genommen hätte. Nicht wahr, die Bibelkritiker, und ich spreche hier von den liberalen Theologen, die gehören zu den schlimmsten Feinden der Bibel. Die haben sich natürlich nichts geschlagen gegeben, als man diese Keilschrifttafeln auf den Tisch legen konnte. Da: Belsazar ist historisch. Eure Meinung, Daniel sei eine Fälschung aus späterer Zeit, aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, um den größten Teil der Prophetien wegzudiskutieren, das funktioniert nicht. Die haben sich nicht geschlagen gegeben, sondern sie haben gesagt: Trotzdem, natürlich mag er Wissen da von Belsazar, aber er macht auch ganz klar historische Fehler. Er sagt, Nebukadnezar sei der Vater gewesen von Belsazar, und das stimmt natürlich historisch nicht.
Wie töricht! In den semitischen Sprachen bezeichnet Vater nicht nur den direkten Vater, sondern auch die Vorfahren werden als Väter bezeichnet. Hebräer 1: Nachdem Gott vielfältig und auf mancherlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat, in den Propheten. Die Väter sind die Vorfahren. Gut, könnte jemand sagen, das ist in der Mehrzahl, das sind dann die Vorfahren. Auch Vater in der Mehrzahl, in der Einzahl wird in der Bibel wiederholt benutzt, um einen Vorfahren zu bezeichnen. Und der Messias wird ja genannt Sohn Davids. Ja, aber da sind tausend Jahre dazwischen, zwischen König David und dem Messias, der Jesus wird in den Evangelien wiederholt auch aus dem Volk genannt Sohn Davids. Damit meinten sie nicht, David sei die Generation vorher gewesen, sondern über Generationen zurück ist er sein Sohn. Es ist ein ganz normaler semitischer Ausdruck, dass Vater Vorfahre heißt, und in diesem Fall ist Nebukadnezar effektiv sein Großvater gewesen.
Und zwar habe ich hier das aufgelistet: Nebukadnezar war ja König von 605 bis 562, und dann kam sein Sohn Evil-Merodach an die Macht, 562 bis 560. Und dann kam Neriglissar, der Mann der Kaschaja, an die Macht, 560 bis 557, danach Labaschi-Marduk, das war ein Sohn von Neriglissar, und dann kam Nabonid, eben dieser König, der nicht so ganz an Politik interessiert war, und der war kein Babylonier, sprich auch kein Kaldäer, denn Nebukadnezar war ja aus dem Stamm der Kaldäer, das war der führende Stamm der Babylonier, er war ein Assyrer, damit ein Fremder eigentlich. Aber es gibt Hinweise, die wir so verstehen können, dass Nabonid effektiv eine Tochter Nebukadnezars geheiratet hat. Trotz Altersunterschied war ihm das wichtig, damit er quasi so richtig da nach Babylon hinein gehört. Und dadurch wurde Belsazar eben ein Enkel von Nebukadnezar.
Und das ist so interessant, wenn wir Jeremia 27,7 lesen. Ich zitiere: Jeremia hatte ja vorausgesagt, dass die Babylonier siebzig Jahre regieren werden. Das steht so in den Kapiteln 25 und 29. Das war genau von 609 vor Christus, als das assyrische Reich endgültig besiegt war, die letzten Reste waren besiegt, Ninive fiel schon drei Jahre vorher, aber dann war fertig. 609 und 539 vor Christus haben die Perser und Meder in dieser Nacht, von der wir hier lesen werden in Daniel 5, Babylon erobert. Es sind genau diese siebzig Jahre.
Und nun sagt Jeremia aber noch etwas in 27,6: Gott sagt:
Und nun habe ich alle diese Länder in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, meines Knechtes gegeben, und auch die Tiere des Feldes habe ich ihm gegeben, dass sie ihm dienen. Und alle Nationen werden ihm dienen und seinem Sohn und seinem Sohnes Sohn, bis die Zeit auch seines Landes gekommen ist. Und viele Völker und große Könige ihn dienstbar machen.
Da haben wir diese drei Generationen: Nebukadnezar, der Sohn und der Sohnessohn, und dieser Sohnessohn ist ein prophetischer Hinweis auf Belsazar. Also alles stimmt ganz perfekt.
Nun, wir kommen zurück auf Daniel 5,4: Sie rühmten die Götter von Gold und Silber, von Erz, Eisen, Holz und Stein, die toten Götter. Im Psalm 115,4-8 wird erklärt, dass die Götter der Heiden zwar Augen haben, aber sie sehen nichts, sie haben Ohren, sie hören nichts, sie haben Hände und sie können nichts tun, sie haben einen Mund und können nicht sprechen. Ich habe so viele Götter gesehen in Indien, in Thailand, und alle haben einen Mund und keiner hat irgendetwas sprechen können. Schon eindrücklich: Die Augen sind tot und die bleiben tot, und die Ohren hören nichts, und wenn die Menschen beten, sie hören nichts. Das sind diese Götter von Holz und Stein und Gold.
Aber dann lesen wir im nächsten Vers:
In demselben Augenblick kamen Finger einer Menschenhand hervor und schrieben dem Leuchter gegenüber auf den Kalk der Wand des königlichen Palastes, und der König sah die Hand, welche schrieb. Da veränderte sich die Gesichtsfarbe des Königs, und seine Gedanken ängstigten ihn, und die Bänder seiner Hüften lösten sich. Und seine Knie schlugen aneinander.
Es ist so drastisch beschrieben, nicht wahr? Der König rief mit Macht, dass man die Beschwörer, die Kaldäer und die Wahrsager hereinbringe, und der König hob an und sprach zu den Weisen von Babel: Jeder, der diese Schrift lesen und ihre Deutung mir anzeigen wird, der soll mit Purpur bekleidet werden, mit einer goldenen Kette um seinen Hals, und er soll, wie ich schon erklärt habe, als Dritter im Königreich herrschen.
Nun sehen wir im Kontrast zu diesen toten Göttern: Der wahre Gott schreibt. Der wahre Gott kann schreiben. Das wissen wir spätestens schon aus 2. Mose 31,18. Wer hat die beiden Tafeln beschrieben mit den zehn Geboten? Es war Gottes Hand. Gott ist ein Gott der Schrift, schon ein Gott des Wortes, darum wird er Jesus genannt in Johannes 1: Im Anfang war das Wort. Aber nicht nur mündlich, sondern ein Gott, der sich uns Menschen mitteilen wollte durch Sprache, und zwar durch schriftlich festgelegte Sprache.
Warum eigentlich nicht nur mündlich? Es wäre doch auch denkbar, jeder von uns bekäme täglich Visionen und Anweisungen, so direkt mündlich. Aber das Problem wäre: Bruder Müller würde sagen, der Herr hat mir heute gesagt, und Bruder Holzer sagt, das geht jetzt aber nicht. Ich habe genau das Gegenteil gehört heute. Es gäbe keine Basis, wie man sich gegen Verführung und Irrtum schützen könnte. Aber Gott hat uns die Heilige Schrift gegeben, so dass wir einen Text haben als Referenz. Wenn einer sagt: Ja, in der heutigen Zeit ist das möglich, und sagen: Ja, zeig du mir mal, wie, wie geht das? Hier steht so und so. Da kann man nicht ausweichen. Wir haben einen klaren Referenzpunkt, und so können Irrtümer aufgedeckt werden und die Wahrheit kann bewiesen werden. Das schützt uns vor Subjektivität, weil die Schrift objektive Wahrheit ist.
In Vers 6 sehen wir also einen Menschen, der plötzlich mit dem lebendigen Gott und seiner Heiligkeit konfrontiert wird, und darum heißt es: Es veränderte sich seine Gesichtsfarbe, seine Gedanken ängstigten ihn, und die Hüftbänder lösten sich, die Knie schlagen aneinander. Das ist eine eindrückliche Illustration von Hebräer 10,31: Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Das ist der Gott im Neuen Testament, nicht wahr? Die Nazis früher haben gesagt: Ja, im Alten Testament da ist der eifersüchtige jüdische Yahweh-Gott, aber im Neuen Testament haben wir den liebenden Gott. Da sagt Wilhelm Busch, der bekannte Jugendpastor: Jetzt will ich Ihnen einmal ein Wort sagen. Ich habe dich eh und je geliebt. Aus lauter Güte habe ich dich zu mir gezogen. Sehen Sie, das ist der Gott des Neuen Testaments! Aber bitte, das steht in Jeremia 31, im Alten Testament. Und jetzt noch ein Wort: Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Sehen Sie, das ist der Gott aus dem Alten Testament! Nein, das steht in Hebräer 10,31. Der Gott im Alten Testament ist derselbe Gott im Neuen Testament. Er ist Liebe, aber er ist auch Licht, heilig und gerecht heißt das.
Nun, Vers 7: Wir haben gesehen, die Weisen Babylons sollen die Schrift entziffern und dann deuten. Das heißt also, es war nicht nur ein Problem der Deutung der Botschaft an der Wand, sondern es war ein Problem, das zu lesen. Es war nicht einfach so in aramäischer Schrift ausgeschrieben oder akkadischer Keilschrift, sondern das Lesen war ein Problem und dann die Deutung. Und die Weisen Babylons konnten das nicht. Ja, und das ist doch schon erstaunlich.
In Fußnote 2 habe ich geschrieben: Alle Götter Babylons werden in Daniel 5 als Nichtgötter, wie sie in 5. Mose 32 genannt werden, entlarvt. Nabu, er wurde ja gesehen als Sohn von Marduk, im Namen Nebukadnezar kommt dieser Name vor, Nabu heißt Sprecher. Das heißt, der sich offenbarende Gott, er wurde verehrt als der Gott der Weisheit, als der Gott der Schreibkunst und erfundener Schrift. Muss man sich mal vorstellen: Der hat die Schrift erfunden und kann die Schrift nicht mal lesen. Merkt man, wie die Götter hier entlarvt werden?
Shamash, der Sonnengott, wurde verehrt als Licht- und Lebensspender. Man nannte ihn Richter des Himmels und der Erde. Nur, der konnte zu dieser ganzen Sache nichts sagen. Was bedeutet dieser Richterspruch an der Wand? Bel habe ich schon erklärt: der Herr, der Gott der Atmosphäre, König der Länder, Göttervater, Götterkönig, er verleiht zusammen mit An Königswürde, sein Befehl sei unwiderruflich, er wache über die Ordnung der Welt, sei der Besitzer der Schicksalstafeln. Aber er konnte das Schicksal von Belsazar nicht abwenden, und dass sein Königtum zum Ende kam, das konnte er nicht verhindern.
Der Mondgott Aku oder Sin wurde verehrt als alter Mann mit Bart, und man sagte von ihm, er sei ein weiser, unergründlicher Gott, dessen Pläne kein Gott kennt, der die Schicksale für weit entfernte Tage festlegt. Aber er konnte auch da nichts erklären und nichts über das Schicksal von Belsazar sagen. Er wurde verehrt als Wächter und Leiter der Menschen, Richter des Himmels und der Erde, als Herr der Schicksale – er hat völlig versagt.
Marduk, der Stadtgott von Babylon und auch der Hauptgott der Babylonier, des ganzen Reiches, ihn verehrte man als allmächtig, voll von Weisheit, unergründlich, er habe ein kriegerisches Auftreten. Am Ende eines Gebets an Marduk, das man ausgegraben hat, sind Schriften, da steht: Mein Herr ist mein Gott, mein Herr ist mein Herrscher, gibt es einen Herrn außer ihm? Aber sicher. Das wird gerade durch Daniel 5 bewiesen. Viele Götter in Babylon werden als Manifestationen, also verschiedene Erscheinungsweisen von Marduk betrachtet. Darum hat Marduk auch den Beinamen Bel und wird somit Enlil, dem Gott der Luft, identifiziert. So kann man sagen: Daniel 5 entlarvt das ganze Pantheon, die ganze Götterwelt Babylons als unfähige Nichtgötter.
Darum in missionarischer Hinsicht war das alles so wichtig, dass die Juden in Babylon waren. Dadurch kam die Botschaft der Bibel zu den anderen Völkern, lange bevor der Missionsbefehl ausging im Neuen Testament. Und so müssen wir eben auch ganz, vielleicht ganz neu lesen, auch die Josefs Geschichte, wie das ein Zeugnis war in Ägypten, da die zehn Plagen in Ägypten, der Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, das war auch ein Schlag gegen alle Götter Ägyptens. Aber das war Weltmission schon im Alten Testament, es hat nicht erst im Neuen Testament begonnen.
Gut, also Vers 8: All diese Weisen können nichts erklären. Dann kamen alle Weisen des Königs herbei, aber sie vermochten nicht, die Schrift zu lesen, noch die Deutung derselben dem König kundzutun. Da geriet der König Belsazar in große Angst. Das ist das Kennzeichen des verlorenen Menschen: Angst. Und jetzt noch größere Angst. So hat es begonnen im Garten Eden, sobald der Mensch gefallen war, hatte er Angst vor Gott und versteckte sich. Diese tiefe Angst vor Gott, die sitzt in uns allen. Aber wehe dem Menschen, der eigentlich die Botschaft weiß und trotzdem über Gott lacht. Und das war bei Belsazar der Fall, und darum hier diese noch größere Angst. Und seine Gesichtsfarbe veränderte sich an ihm, und seine Gewaltigen wurden bestürzt.
Jetzt hat er noch mehr Angst, niemand kann erklären, was da steht. Er merkt: Ich habe es zu tun mit einem anderen, der nicht zu uns gehört. Infolge der Worte des Königs und seiner Gewaltigen trat die Königin in das Haus des Gelages. Also das war die Königinmutter in das Haus des Gelages. Die Königin hob an und sprach: O König, lebe ewiglich! Das wäre also diese Tochter von Nebukadnezar. Lass deine Gedanken dich nicht ängstigen und deine Gesichtsfarbe sich nicht verändern. Es ist ein Mann in deinem Königreich, in welchem der Geist der Heiligen Götter ist, und in den Tagen deines Vaters, das heißt wieder im Sinn von Großvater, wurden Licht und Verstand und Weisheit gleich der Weisheit der Götter bei ihm gefunden. Und der König Nebukadnezar, dein Vater, hat ihn zum Obersten der Schriftgelehrten, der Beschwörer, der Kaldäer und der Wahrsager erhoben. Dein Vater, o König, darum, dass ein außergewöhnlicher Geist und Kenntnis und Verstand, ein Geist der Traumdeutung und der Rätselerklärung und der Knotenlösung bei ihm gefunden wurde, bei Daniel, welchem der König den Namen Belsazar gegeben hat. So werde nun Daniel gerufen, und er wird die Deutung anzeigen.
Schön, dass sie noch den wahren Namen nennt, den hebräischen Namen: Mein Gott ist Richter, denn eben Bel ist er nichts wert in Belsazar.
Jetzt Vers 13: Darauf wurde Daniel vor den König geführt. Der König hob an und sprach zu Daniel: Bist du Daniel, einer der Weggeführten von Juda, welche der König, mein Vater, aus Juda hergebracht hat? Muss ich vorstellen, der kennt ihn ja nicht. Das ist alles siebenundsechzig Jahre später, als er nach Babel gekommen war, Kapitel 1. Und ich habe von dir gehört, dass der Geist der Götter in dir ist und dass Licht und Verstand und außergewöhnliche Weisheit bei dir gefunden werden. Nun sind die Weisen und die Beschwörer vor mich geführt worden, damit sie diese Schrift lesen und ihre Deutung mir kundtäten, aber sie vermögen nicht, die Deutung der Sache anzuzeigen. Ich habe aber von dir gehört, dass du Deutungen zu geben und Knoten zu lösen vermagst. Nun, wenn du diese Schrift zu lesen und ihre Deutung mir kundzutun vermagst, so sollst du mit Purpur bekleidet werden, mit einer goldenen Kette um deinen Hals, und du sollst als Dritter im Königreiche herrschen.
Da antwortete Daniel und sprach vor dem König: Deine Gaben mögen dir verbleiben, und deine Geschenke gib einem anderen; jedoch werde ich die Schrift dem König lesen und die Deutung ihm kundtun.
Merken wir, er reagiert ganz anders auf Belsazar als noch gegenüber Nebukadnezar. Und zwar, weil dieser Mann, wir werden das gleich noch sehen, eigentlich wusste, was sein Großvater alles schon erlebt hatte. Und er hat das ignoriert. Und darum hat er da eine ganz andere Verantwortung, und darum reagiert Daniel so abweisend: Brauche ich gar nicht diese Geschenke, das kann ein anderer haben, aber ich sage dir trotzdem die Wahrheit.
Nun, ich lese weiter:
Jedoch werde ich die Schrift dem König lesen und die Deutung ihm kundtun. Du, o König! Der höchste Gott hatte Nebukadnezar, deinem Vater, also deinem Großvater, das Königtum und die Größe und die Ehre und die Herrlichkeit verliehen. Und wegen der Größe, die er ihm verliehen, bebten und fürchteten sich vor ihm alle Völker, Völkerschaften und Sprachen. Wen er wollte, tötete er, und wen er wollte, ließ er leben, und wen er wollte, erhob er, und wen er wollte, erniedrigte er.
Sehen wir diese Souveränität in der Herrschaft, ein absoluter Herrscher war er. Ganz anders als später die Perser und Meder, die als Könige sogar an die Gesetze gebunden waren. Und wenn sie ein neues Gesetz erlassen hatten, konnten sie es nicht mehr rückgängig machen. Das werden wir im gleichen Kapitel 6 noch sehen. Aber er konnte machen, was er wollte. Und darum ist das babylonische Reich in Daniel 2 als goldenes Reich beschrieben, im Gegensatz zum Perserreich, das nur als silbrig beschrieben wird, weil es nicht so souverän war.
Vers 20: Als aber sein Herz sich erhob und sein Geist bis zur Vermessenheit sich verstockte, wurde er von seinem königlichen Thron gestürzt, und man nahm ihm seine Würde. Jetzt sehen wir, wie wir Kapitel 5 direkt auf Kapitel 4 aufbaut. Und er wurde von den Menschenkindern ausgestoßen, und sein Herz wurde der Tiere gleich, und seine Wohnung war bei den Wildeseln. Man gab ihm Kraut zu essen wie den Rindern, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis er erkannte, dass der höchste Gott über das Königtum der Menschen herrscht und darüber bestellt, wen er will.
Und du, Belsazar, sein Sohn, im Sinn von Enkel, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du dieses alles gewusst hast. Das ist der Unterschied. Also wer mehr weiß, von dem wird mehr gefordert werden. Und darum ist es auch eine ganz besondere Warnung für Kinder und Jugendliche, die in einer christlichen Familie aufwachsen. Wenn sie gegen Gottes Wort rebellieren, ist das viel, viel schwerwiegender in Gottes Augen, als wenn irgendwelche Jugendlichen dieser Welt rebellieren und eigenwillige Wege gehen, weil sie so viel mehr wissen und auch das Beispiel ihrer Eltern und eventuell Großeltern und je nachdem sogar Urgroßeltern haben. Wir sehen oft, wie sich der christliche Glaube über mehrere Generationen fortsetzt und ein Segen für nachfolgende Generationen ist, aber trotzdem der Einzelne muss sich bekehren. Aber wir sehen, dieser Belsazar hat eine unglaublich höhere Verantwortung, obwohl du dieses alles gewusst hast.
Und du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben. Und man hat die Gefäße seines Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und du hast die Götter von Silber und Gold, von Erz, Eisen, Holz und Stein gerühmt, die nicht sehen und nicht hören und nicht wahrnehmen.
Übrigens ist es erstaunlich: An dieser letzten Party da waren Männer und Frauen da beim Trinkgelage. Aber wenn wir später im Buch Ester lesen, bei Ahasveros, da war dieses Saufgelage, das war es ja, die Perser hatten damals ganz besonders ein Alkoholproblem, da waren nur Männer da, und plötzlich bei einem besonderen Anlass in diesem halbjährigen Fest aus Ester 1 wird die Königin gerufen, damit sie einen Auftritt machen könnte. Wie die Erschönheit da in dieser Männergesellschaft. Und die wollte dann nicht kommen, ja? Und das wurde von den persischen Ministern wirklich als schlimm eingestuft. Er hat gesagt: Das ist ein Problem. Wenn diese Frau so rebelliert, dann werden die Frauen allgemein im Perserreich einen Aufstand machen und nicht mehr auf die Männer hören. Das haben Heiden gesagt, das muss man sich mal klar sein. Aber gut.
Aus der Geschichte wissen wir heute, dass die Stellung der Frau in Babylon anders war als die Frau in Persien. Und zwar so, dass in Babylon die Frauen dabei waren, bei den Persern waren sie nicht dabei. Und genau so finden wir das in der Bibel. Sogar solche Details sind ganz deutliche Bestätigungen der Genauigkeit der biblischen Berichte. Übrigens auch später bei den Römern war die Stellung der Frau so: Wenn ein Mann Gäste eingeladen hatte, dann war die Frau normalerweise nicht dabei zu Tisch. Uns wurde in der Schule ständig vorgeführt, die sechseinhalb Jahre Latein lernen müssen. Gut, ich wollte es ja, aber ich musste dann trotzdem sechseinhalb Jahre Latein lernen, und da wurde einem immer wieder klargemacht, eben die lateinische römische Kultur als Quelle und Grundlage der europäischen Kultur, nicht wahr. Aber dass die Frau nicht mal beim Essen dabei war, das muss man den Jüngeren auch erzählen, und wie sich das alles durch das Christentum in Europa geändert hat, nicht wahr? Ja, das war nur ein kleiner Exkurs, aber der passt dazu, nicht wahr.
Und jetzt kommt es am Schluss von Vers 23:
Aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und bei dem alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt.
Das ist ein so schöner Name Gottes, der Gott, in dessen Hand dein Odem ist. Ich mache das beim Bibellesen so, dass ich die Namen Gottes ständig mit einer besonderen Farbe anstreiche. Und dann findet man Hunderte von Namen Gottes, die alle Eigenschaften, Wesensarten Gottes ausdrücken. Und das habe ich auch als Name oder Attribut Gottes genommen: Gott, in dessen Hand dein Odem ist. Das heißt also, wenn wir atmen – das geht ja alles automatisch Tag und Nacht und das schon seit Jahrzehnten – aber wenn man sich bewusst ist, dass eigentlich Gott, der Herr Jesus, von dem es in Kolosser 1 heißt, dass alle Dinge durch ihn zusammengehalten werden, er hält auch unseren Odem in der Hand. Und wenn er einmal loslässt, dann war es der letzte Atemzug. So ist das Sterben aktives Gotteshandeln, er lässt den Odem los. Der Gott, in dessen Hand dein Odem ist. Jeder Atemzug, jeden Atemzug verdanken wir Gott, und darum steht in Psalm 150 ganz am Schluss dieses Lobbuches: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!
Ja, und dann ein zweiter Name: Und bei dem alle deine Wege sind. Also, das Leben besteht ja aus vielen Wegen in der Mehrzahl. Man kann vom Lebensweg sprechen, ja, aber wenn man den Lebensweg genauer anschaut, sieht man, das sind Lebenswege. Da gab es eine Abzweigung dort und da und da und da, dort eine solche Entscheidung, die dann für alles Weitere sehr bedeutsam war. Aber hier wird erklärt, dass Gott bei jedem Menschen alle seine Wege beobachtet, alles steht vor ihm, er beobachtet das, er nimmt alles wahr, bei dem alle deine Wege sind. Ihn hast du nicht geehrt.
Da wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift gezeichnet, und dies ist die Schrift, welche gezeichnet worden ist. Jetzt liest er vor, und zwar auf Aramäisch: Mene, Mene, Tekel, Ufassin. Ich habe jetzt also auch richtig betont, ja. Also Mene ist entbetont, Mene, Mene, Tekel, die erste Silbe betont. Tekel entspricht im Aramäischen dem Hebräischen Schekel, ja, das gleiche Wort. Oft ist im Aramäischen ein T, das einem verwandten Wort im Hebräischen mit Sch entspricht. Also Mene, Mene, Tekel, Ufassin, das ist ein Endbetont.
Ganz wörtlich, ich habe das hier aufgeführt, unter Vers 25 bis 29: Daniel kann die Schrift entziffern. Und wörtlich heißt Mene, Mine, Mine, Schekel und Halbminen, im Schluss ist Mehrzahl im Aramäischen, im Mehrzahl im Hebräischen, Cherubim, das sind die Cherube. Und Cherubin, das wäre dann eigentlich Cheruvim, das wäre dann aramäisch In. Also Mine, Mine, Schekel und Halbminen. Es fällt uns auf, das sind alles Gewichtseinheiten. Möglicherweise waren einfach Zeichen da, die so auf Gewichte hinwiesen. Und jetzt musste man das lesen und deuten.
Jetzt ist es aber so: Ich habe ja schon heute erklärt, im Hebräischen ist die Wortherkunft im Allgemeinen so durchsichtig, weil man die meisten Wörter auf Wurzeln zurückführen kann aus drei Konsonanten. Das ist im Aramäischen als verwandte Sprache des Hebräischen auch so. Und jetzt Mene, Mine kommt von mana, das heißt zählen. Und Tekel kommt von takal, das heißt wägen, und Parsin, Halbminen, das kommt von pras, das heißt teilen oder abreißen. Und jetzt erklärt Daniel eben diese Gewichte mit gezählt, gezählt, gewogen und zerteilt. Versteht man das? So geht diese Deutung. Und Parsin, also Halbminen, ist die Mehrzahl von Peres, und das klingt und man schreibt es dann auch gleich wie Perser, Paras. Darum macht er dann zwischen diesen Wörtern noch eine Verbindung mit den Persern, wie wir gleich noch sehen werden. Eben beide Wörter werden im Aramäischen gleich geschrieben, jedoch mit verschiedenen Vokalen ausgesprochen. Man schreibt im Aramäischen auch nur die Konsonanten wie im Hebräischen.
Und jetzt wird also erklärt:
Dies ist die Deutung der Sache: Mene – gezählt. Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende. Tekel – gewogen. Du bist auf der Waage gewogen und zu leicht erfunden worden. Peres – halbmine, was eben von Abreißen kommt: Dein Königreich wird zerteilt, abgerissen, weggerissen und den Medern und Persern gegeben.
Da haben wir eben die Anspielung, dass es eben gleich geschrieben wird wie Perser. Ja, so ist die Deutung. Hätten die Weisen in Babel irgendwie erkennen können, das sind irgendwelche Zeichen, die weisen hin auf Gewichte hin, sie haben nicht verstanden, was diese Schrift soll. Und so ist es auch, wenn gescheite Leute die Geschichte studieren. Die sehen höchstens irgendwelche wirtschaftlichen Zusammenhänge. Sie können erklären, der Erste Weltkrieg war bedingt durch diese wirtschaftlichen Situationen damals in Europa usw. und auch die heutige Situation, das sind die weltwirtschaftlichen Beziehungen und die Globalisierung und die wirtschaftlichen Verflechtungen. Sie sehen immer nur Geld. Und wer die Geschichte nur so sieht als Geschichte des Geldes, versteht den Sinn der Geschichte nicht.
Aber Daniel deutet die Geschichte, die sehr viel mit Geld zu tun hat und mit Geldwerten und eben mit diesen Gewichtseinheiten sehr viel, aber er deutet sie von Gott her, und darum kann er sie verstehen, was sie bedeutet. Nur so können wir die Geschichte verstehen und übrigens auch die Geschichte unseres Lebens. Auch unser Leben, auch wenn das nie in einem Geschichtsbuch aufgeschrieben wird, das ist auch Teil der Weltgeschichte, jedes Leben. Und wenn es noch so versteckt abläuft und so eindrücklich kann er das alles deuten, und er macht also klar: Jetzt ist fertig mit Babylon, jetzt kommen die Medo-Perser.
Und tatsächlich: Babylon war ja eine Stadt mit so dicken Mauern, umgeben vom Wasser des Euphrat, und man fühlte sich absolut sicher. Babylon galt als uneinnehmbar. Natürlich wusste Belsazar, dass die persischen Armeen anrückten, aber er fühlte sich so sicher, dass er noch diese Party veranstaltete und dann über den Gott Israels lachte. Und das hat ja Nebukadnezar nie gemacht. Er war ein Götzendiener, aber er hat nie über den wahren Gott gelacht. Und er lachte über den wahren Gott. Die waren da. Aber die ganze Geschichte verlief so: Es gab bereits Abmachungen mit gewissen Priestern in Babylon, und die haben schließlich die Tore Babylons geöffnet, und Kyrus’ Armeen konnten nach Babylon einmarschieren. Das war nur noch ein, ein Schwertstreich, und in dieser Nacht war Belsazar weg, und dann war Babylon persisch. Und der Unterkönig Darius, von dem wir dann im nächsten Kapitel hören werden, wurde dann in Babylon eingesetzt anstelle von Belsazar. Unterkönig wurde Darius von dem großen König Kyrus über das gesamte persische Reich.
Ich lese noch den Schluss:
Als dann befahl Belsazar, und man bekleidete Daniel mit Purpur, mit einer goldenen Kette um seinen Hals. Er hat ja gesagt, es soll das einem anderen geben, hat er nicht so ernst genommen, ja? Was soll diese Kette? Und man rief über ihn aus, dass er der dritte Herrscher im Königreich sein solle. In derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet.
Schrecklich, es war zu spät. Aber er war noch nicht tot und wurde nochmals gewarnt und hat die Warnung nicht angenommen. Das ist so tragisch, auch wenn man mit jemandem auf dem Sterbebett noch spricht und ihm nochmals erklärt, es gibt eine Möglichkeit der Rettung, und sie lassen das nicht mehr annehmen. Das ist furchtbar!
Gerade vor kurzem hat mir jemand erzählt, da war ein Gespräch in einer Palliativabteilung im Raum Basel, und da hat jemand wissen wollen: Wie geht ihr, ihr Fachfrauen, man sagt ja nicht mehr Schwestern, um mit diesem Problem ständig diese Leute, die sterben? Da kam die Antwort: Ist kein Problem, werden doch sowieso alle Engelchen. Und wenn es so schlimm wäre drüben, wäre bestimmt schon einer zurückgekommen und hätte gewarnt. Und wir wissen natürlich aus Lukas 16: Abraham sagt sogar dem reichen Mann im Hades, auch wenn einer aus den Toten käme, die würden nicht glauben. Es nützt nichts, er sagt, sie haben Mose und die Propheten, sprich die Bibel. Und wenn das nicht reicht, dann reicht es auch nicht, wenn einer kommt.
Und darum dieser ganze Unsinn mit diesen Büchern heute, wo einer zurückkommt aus dem Jenseits und erzählt: Uh, aber die haben nicht damit gerechnet, dass es auch noch Leute gibt, die die Bibel lesen und dann vergleichen, was die Bibel über den Himmel sagt, und feststellen: Oh, die haben sich aber böse geirrt, so sieht der Himmel nicht aus. Ich habe mal ein Buch gelesen, da bin ich in das Jenseits gegangen und habe da gesehen, da waren Häuser auf einem Hügel mit Wiese und so, ich bin dann in die Häuser hineingegangen und da waren Bilder an den Wänden, moderne Kunst. Oh, wenn die wüssten, was hinter moderner Kunst steckt, welche Philosophien, und das im Himmel? Nein, bitte, reiner Betrug!
Und Gott schickt doch nicht plötzlich Leute zurück, wenn Abraham in der Bibel sagt, und der Herr Jesus sagt ja das, der Sohn Gottes sagt, es nützt nichts, wenn einer kommt, wenn sie die Bibel haben. Und darum ist das schon ernst, wenn die Menschen so über den Tod sprechen: Ja, wir werden doch sowieso alle Engelchen. Nein, es ist so wichtig, dass eben diesen Menschen auch noch in der letzten Phase, dass man ihnen das Evangelium bringt und ihnen zeigt, es gibt die Möglichkeit der Umkehr.
Ja, ja, eben das kann man alles erklären, eben durch visionäre Erscheinungen. Und zwar, es gibt visionäre Erscheinungen, die durch Sinnestäuschungen entstehen, wie bei den Drogen. In solchen Extremsituationen kann das eben ganz stark zu Visionen führen. Aber es kommt auch dazu, wie bei den Drogen: Nicht alle Visionen, die man bei Drogen haben kann, sind einfach Verzerrungen der Wirklichkeit und Täuschung des Gehirns, sondern es gibt wirklich Hinweise, dass manche Visionen bei Drogen ganz direkte dämonische Einflüsse sind. Darum spielen ja Drogen auch eine große Rolle, zum Beispiel in manchen animistischen Kulten, wo man wirklich den Kontakt mit den Dämonen sucht. Gewisse Erscheinungen, und gerade bei ungläubigen Leuten, die dann sagen: Es war so schön und ein Gefühl von Liebe und so weiter und kein Gericht nach dem Tod, merken wir ganz klar: Das ist eine dämonische Verführung. Und davor muss man warnen. Man muss wirklich das Wort Gottes den Menschen bringen und so wie ein Daniel das ausnutzen nach einem Mann kurz vor seinem Tod, es war die letzte Nacht, nochmals klar die Wahrheit sagen.
Ja, wir wollen noch beten zum Schluss.
Herr Jesus, wir danken dir für dein Wort und dass wir dadurch dein Licht haben, um uns in unserer Zeit, in dieser Welt, in dieser Gesellschaft zurechtzufinden. Du siehst die vielen Meinungen und auch dieses Durcheinander von Ansichten, so sind wir so froh, dass wir immer wieder die Gedanken ordnen können durch dein Wort. Hilf uns auch, das, was wir heute auch alles miteinander studiert haben, in Gedanken auch wieder durchgehen zu können, dass es auch ein Teil wird in unseren Herzen und dass es uns ausrichtet auf dich und uns auch zeigt, dass wir einen wichtigen Auftrag haben, den Menschen jetzt in dieser Zeit noch das Evangelium zu bringen. Wir danken dir für dieses wunderbare Beispiel von Daniel, ein junger Daniel und auch im Alter Daniel, aber in der Jugend und auch im Alter war er ein treuer Zeuge. Und so hilf uns doch auch in jeder Lebenssituation, in der wir stehen, dass wir auch so treue Zeugen sind, die dir die Ehre geben in allem. Amen.
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