Serie•Teil 2 / 6Bielefeld 2015 - Der Jakobusbrief
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Einleitung und erste Hilfe in der Prüfung
Wir lesen aus Jakobus 1,5:
Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht; erbitte aber im Glauben und zweifle dabei in keiner Weise. Denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und hin und her geworfen wird. Ein solcher Mensch meine nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde, ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig in allen seinen Wegen.
Wir haben gestern begonnen mit den fünf Hilfen, die Jakobus im ersten Kapitel gibt, fünf Hilfen für Prüfungen. Die erste war: Achte es für lauter Freude. Die zweite ist hier: Wenn es jemandem an Weisheit mangelt, erbitte er sie von Gott.
Wir haben gestern dann Vers 5 gelesen und auch besprochen. Heute kommen wir zu Vers 6. Es heißt hier: Erbitte aber im Glauben. Also: Wenn wir Weisheit brauchen, sollen wir beten. Und wenn wir beten, sollen wir im Glauben beten, das heißt im Vertrauen. Wir sollen dem Herrn zutrauen, dass er das tut, was er uns versprochen hat.
Warum dürfen wir vertrauen? Weil seine Person vertrauenswürdig ist. Das heißt: Weil sein Charakter gut ist. Man kann ihm vertrauen. Und wir können ihm vertrauen, weil er uns ein Wort gegeben hat, eine Verheißung. Und die Verheißung heißt: Wenn du um Weisheit bittest, dann wird sie dir gegeben werden. Das ist hier also eine ganz konkrete Verheißung.
Wenn er es nicht versprochen hat, dann kann ich es nicht wissen. Ich kann erst glauben, wenn ich etwas weiß. Das ist vielleicht für manche Christen manchmal eine Schwierigkeit. Sie sagen: Ja, du musst einfach nur glauben, und dann geschieht es. Nein, ich kann nur dann glauben, wenn ich weiß, dass Gott das will, was jetzt geschehen soll. Aber bei der Weisheit, da weiß ich es. Ich weiß, dass Gott will, dass ich Weisheit bekomme.
Manchmal muss ich länger beten, manchmal kommt die Antwort gleich. Manchmal stellt er mich ein bisschen auf die Probe, ob ich auch beständig bete und ob mir das wirklich ein Anliegen ist. So wie die Kinder, wenn sie kommen und mit einer Bitte kommen und sagen: Bitte, gib mir das. Und dann sagen die Eltern noch nichts, und dann kommt es wieder und wieder und wieder. Dann merken sie auch: Dem Kind ist es wichtig. Und genauso ist es auch mit Gott. Er möchte merken, ob es uns wichtig ist, was wir bitten.
Manchmal brauchen wir einfach auch Zeit, weil wir Geduld lernen müssen. So hat Gott seine Wege mit uns. Aber wir dürfen wissen, dass er unsere Gebete hört und dass er uns erhört, wenn wir nach seinem Willen beten. Und es ist in seinem Willen, dass wir Weisheit bekommen.
Manchmal wissen wir nicht, ob der Herr das geben wird, was wir bitten. Manchmal beten wir egoistisch, wir wollen das einfach. Aber der Herr weiß es besser. Also: Wenn wir kein Wort haben, keine Verheißung haben, dann können wir nicht hundertprozentig damit rechnen, dass wir das auch bekommen, was wir bitten. Aber wenn wir es bitten, wenn wir in seinem Willen bitten, wenn wir wissen: Das will er, dann dürfen wir auch vertrauen.
Manchmal dürfen wir auch beten, ohne dass wir eine Verheißung haben. Aber wir beten und sagen: Vater, du weißt, was ich brauche. Und ich denke, ich brauche zum Beispiel eine Frau. Da ist jemand, der möchte gerne heiraten, und der denkt: Jetzt ist es an der Zeit zu heiraten. Und dann kommt er zu Gott und sagt: Vater, du weißt, ich bräuchte jetzt eigentlich eine Frau. Ich denke, es ist auch gut. Könntest du mir nicht helfen, dass ich die richtige Frau heirate? Ich will mir nicht einfach irgendeine Frau nehmen, denn du weißt viel besser, was ich brauche, als ich. Könntest du mir nicht helfen, dass irgendwo am Horizont eine Frau erscheint, die ich heiraten kann, wo es auch passt, die bekehrt und bewährt und passend ist?
Und dann sagt der Herr: Na gut, schauen wir uns mal um. Du betest weiter, und ich schaue. Und du schaust auch, und ich gebe dir die Prinzipien meines Wortes. Und wir gehen jetzt gemeinsam an die Sache. Es geht nicht gleich von heute auf morgen, aber ich helfe dir. Ich bin da.
Manchmal sagt er: Nein, das ist jetzt gar nicht die Zeit. Jetzt musst du warten, und du musst noch vieles lernen. Und es wird uns dann mit der Zeit auch klar, dass es jetzt noch nicht Zeit ist. Das heißt also: Manchmal wissen wir nicht. Manchmal kommen wir einfach zu ihm, weil wir wissen, er ist ein guter Vater, der das Richtige macht. Und manchmal bekommen wir das dann auch.
Aber wenn Gott uns sagt, dass er uns etwas geben will, dann dürfen wir ihm vertrauend auf sein Wort beten, und wir bekommen es. Da heißt es: Er zweifle dabei in keiner Weise. Also: Vertrauen ohne Zweifel, ohne Bedenken. Nicht: Na vielleicht, Herr, ich weiß auch nicht recht, vielleicht schon oder vielleicht nicht. „Ach, mach du einfach, was richtig ist.“ Nein: Herr, du hast gesagt, wenn wir zu dir kommen, schenkst du Weisheit. Herr, ich nehme dich beim Wort, und ich bitte dich jetzt darum. Gib mir Weisheit. Dann werden wir das empfangen.
Wer zweifelt, der ist wie eine Meereswoge, einmal ist sie da und einmal ist sie dort, und dann wird sie dorthin geworfen, und dann wird sie wieder zurückgeworfen ins Meer. Gott möchte, dass wir ein festes Herz haben. Es gibt einen schönen Vers in der Bibel, in Jesaja 26,3. Vielleicht kennen Sie den. Da steht: Ein festes Herz bewahrst du in Frieden, in Frieden, denn es vertraut auf dich.
Also ein festes Herz, ein Herz, das sich fest auf Gott geworfen hat und gesagt hat: Herr, ich will nur auf dich mich verlassen. Ein solches Herz bewahrst du in Frieden, denn es vertraut auf dich. Ein festes Herz, das sich an das Wort Gottes bindet.
Ein Zweifler wird bald einmal von unguten Kräften bestimmt, einmal so und einmal so, vom Wind hin und her getrieben. Ein Zweifler wird irgendwo hingeblasen, hat keine Festigkeit unten und kein Ziel vorne. So geht es nicht, sagt der Herr. Das ist ein Mensch mit zwei Seelen, steht bei mir hier, eigentlich wörtlich im Griechischen: ein Mann mit zwei Seelen, Vers 8. Das heißt: Ein Stück von mir ist da und ein Stück von mir ist da. Wie wenn ich zwei Seelen hätte, zwei Herzen. Bei uns steht: ein Mensch mit geteiltem Herzen. Das ist dasselbe. Ein Stück ist da und ein Stück ist dort. Unentschieden.
Jedes Mal, wenn wir geprüft werden, ist das für uns eine Frage Gottes. Gott fragt uns: Wirst du mir jetzt weiterhin allein vertrauen? Oder wirst du bitter werden? Oder wirst du eigenmächtig handeln? Wirst du selbständig sagen: So, jetzt reicht es mir, ich handle jetzt selbständig? Oder wirst du darunterbleiben in der Geduld und wirst du mir weiterhin vertrauen?
Ein Mann mit geteiltem Herzen ist unbeständig in allen seinen Wegen. Interessant, dass er hier sagt: ein Mann. Vielleicht steht das bei Ihnen auch so in der Bibel. Bei mir steht: ein Mann, nicht eine Frau. Ich dachte ja: Sind die Frauen denn nicht so mit Zweifeln? Nun, das ist ein Männerproblem hauptsächlich. Frauen können auch zweifeln, aber Männer mehr.
Ein anderes Mal heißt es: Ein Mann ist leicht zornig. In 1. Timotheus 2 steht: Die Männer, wenn sie beten, sollen Acht geben, nicht mit Zorn und nicht mit Zweifel. Das sind unsere zwei Schwächen. Entweder wir werden sehr schnell zornig oder wir werden sehr schnell zweifelnd. Und deshalb hat Gott uns eine Frau an die Seite gestellt. Wenn wir zornig sind, dann hilft sie uns, wieder runterzukommen. Und wenn wir zweifeln, dann hilft sie uns, wieder raufzukommen. Es ist ja wunderbar, wie Gott das gemacht hat.
Aber das ist oft ein Männerproblem, dass man sich irgendwie nicht so zutraut und so ein bisschen herumzweifelt. Nun, Frauen können auch zweifeln, aber vielleicht ist das der Grund, dass er hier Mann schreibt: ein Mann mit geteiltem Herzen. Das ist gar nicht gut. Ein Mann soll wissen, wo es lang geht. Ein Mann soll wissen: Hier gehen wir lang, und Gott sagt so, und wir bleiben dabei.
Ich habe mal etwas anderes erlebt. Da hat meine Frau gezweifelt, aber sie war krank, sie war wirklich krank. Und wir hatten da irgendwo ein Problem. Wir hatten ein Auto zu wenig, das heißt, sie durfte nicht Auto fahren. Sie hatte ein Augenleiden, und ich sollte zum Bahnhof fahren, und unser Sohn sollte zum Zahnarzt gebracht werden. Und dann hat sie gesagt: Ja, wie machen wir das? Sage ich: Ja, ist kein Problem. Du führst mich. Ich fahre jetzt mit uns zum Bahnhof, und du fährst vom Bahnhof mit dem Sohn zum Zahnarzt. Sie sagt: Nein, ich kann nicht, ich darf nicht, ich habe Augenleiden, und der Arzt hat gesagt, ich darf nicht Auto fahren. Ja, okay. Ja, und wie machen wir es sonst? Ja, wir brauchen eigentlich jemanden, der uns führt. Ich konnte nur zum Bahnhof, ich konnte ja nicht vorher zum Arzt fahren mit meiner Frau und mit dem Sohn. Und dann das Auto haben, dann steht meine Frau wieder ohne Auto dort. Das geht auch wieder nicht. Ja, wie machen wir es jetzt?
Da habe ich gesagt: Weißt du, wir tun jetzt beten. Dann sagt sie: Was soll das jetzt helfen? Das bringt uns jetzt auch kein Auto. Die hat einfach gezweifelt. Ich habe gesagt: Wir beten. Dann haben wir gebetet. Kaum war ich fertig mit Beten, läutet das Telefon. Gerade in dem Moment, als wir Amen gesagt haben, läutet das Telefon. Da hat sich die Schwester angemeldet. Ich sehe, es ist gerade in der Nähe, und sie würde gerne gerade vorbeischauen. Sage ich: Ja, komm, wir brauchen gerade ein Auto. Und so kam sie, und wir hatten das Auto, das wir brauchten.
Das sind nur Kleinigkeiten, aber manchmal zeigt uns der Herr: Du musst mehr mit mir rechnen, und du musst beten. Und dann lösen sich die Probleme oft schnell. Manchmal lässt er uns einige Probleme, damit wir etwas anderes lernen. Aber er will nicht, dass wir Menschen sind mit geteiltem Herzen und zweifeln, und schon gar nicht an seiner Liebe zweifeln. Also dürfen wir von Gott erwarten, dass er uns führt, auch wenn wir nicht wissen, wie es weitergehen soll.
Das war noch der Nachtrag von gestern, und jetzt kommen wir zu dem nächsten Abschnitt, Kapitel 1, Vers 9 bis 12. Da kommt die dritte Hilfe in den Prüfungen. Wir lesen Vers 9 bis 12:
Der niedriggestellte Bruder rühme sich in seiner Hoheit, der Reiche in seiner Niedrigkeit, weil er wie eine Blume des Grases vergehen wird. Denn die Sonne ging auf zusammen mit dem heißen Wind und verdorrte das Gras, und seine Blume fiel ab, und die Schönheit ihres Aussehens verging. Auf diese Weise wird auch der Reiche in seinen Wegen verwelken.
Mal bis hierher, den anderen Vers später.
Die dritte Hilfe ist: Wir sollen eine zufriedene, gelassene Haltung einnehmen. Der niedrige Bruder rühme sich seiner Hoheit. Der Reiche rühme sich seiner Niedrigkeit. Das heißt: eine Haltung, die unserer Lebenssituation entspricht. Gelassen sein und zufrieden sein mit der Stellung, in der wir sind.
Unsere gesellschaftliche Stellung, die wir haben, die kann uns oft zu einer Prüfung werden. Es gibt Leute, die denken: Ach, hätte ich nur eine höhere Stellung. Und der andere denkt sich: Er hat Probleme mit seinem Reichtum. Wenn ich nicht einverstanden bin mit meiner gesellschaftlichen Stellung, mit meinem gesellschaftlichen Stand oder mit meinem Aussehen oder mit meinem Geschlecht oder mit meinem Ort, an dem ich wohne, oder mit meinem Ansehen, das ich habe in der Gesellschaft, oder mit meiner Größe oder mit meiner Augenfarbe oder Haarfarbe oder ich weiß nicht was, oder mit meinen Eltern, wenn ich nicht einverstanden bin, wenn ich nicht innerlich gelassen bin und nicht Ja sagen kann, dann falle ich auf die Nase. Das heißt, dann bin ich gefährdet zu stürzen.
Wenn ich wenig habe, dann kann ich akzeptieren: Herr, ich habe wenig. Dann muss ich nicht immer zum Nachbarn schauen, der mehr hat als ich. Wer viel hat, der muss sich im Klaren sein, dass Gott das so geführt hat, dass er viel hat, und dass alles, was er hat, dem Herrn gehört. Alle unsere Verhältnisse, wie wir leben, was wir haben, das ist eine Führung Gottes. Armut und Reichtum ist eine Führung Gottes.
Zuerst spricht hier Jakobus zu den Niedriggestellten. Er sagt: Der niedriggestellte Bruder, der rühme sich in seiner Hoheit. Der Niedriggestellte soll wissen: Ich habe in Jesus Christus eine hohe Stellung. Ich bin zwar äußerlich nicht so hoch angesehen und habe keine äußerliche gesellschaftliche Stellung, so eine hohe Stellung, aber in Jesus Christus bin ich ein König, ein Königssohn. Ich werde eines Tages mit Jesus Christus regieren. Überhaupt bin ich in Jesus Christus weit mehr als alle Menschen in der Welt, die den Herrn Jesus nicht haben.
Und das darf uns im geistlichen Leben nicht aufhalten. Und wir dürfen uns auch nicht aufhalten lassen, wenn wir uns gewisse Dinge einfach nicht leisten können. Lass nicht dein Selbstbild bestimmen von dem, was andere von dir halten. Es gibt Leute, die schauen immer zu den anderen: Wie denkt der andere jetzt über mich? Das ist nicht wichtig, wie der andere jetzt über mich denkt. Und ich soll mein eigenes Selbstbild nicht bestimmen lassen von dem, was andere Leute von mir halten oder was ich meine, dass sie von mir halten.
Übernimm nicht die Haltung, die andere dir gegenüber haben. Das darf unsere geistliche Einstellung nicht beeinträchtigen. Wenn andere uns verachten, dann müssen wir uns nicht verächtlich fühlen. Wir dürfen uns freuen, dass wir Christen sind. Wir dürfen auf den Herrn schauen, der uns angenommen hat, der uns vergeben hat, und dass wir eine große, große Aufgabe haben in dieser Welt. Wir sind jemand in Jesus Christus, wir sind wichtig, äußerst wichtig in Jesus Christus, auch wenn die anderen Menschen meinen, wir sind nicht wichtig.
Doch, wir sind wichtig. Wir sind ein wichtiger Teil in der Gesellschaft, weil wir das Salz der Welt sind, das Licht der Welt und das Salz der Erde. Wegen uns wartet Gott mit Gericht. Wenn wir treu sind, wenn einige Christen an einem Ort sind, können einige Christen an einem Ort das ganze Ortsbild prägen. Einige Christen, die treu sind, können mächtigen Einfluss haben auf das Ortsbild. Ich meine nicht, wie der Ort aussieht, sondern wie die Menschen sind. Weil hier Christen sind, sind sie eine bewahrende Macht, die beten. Die können vielleicht auch mit anderen Menschen reden, und andere Menschen wissen: Eigentlich sollten wir uns so benehmen wie diese Menschen hier.
Also lassen wir uns in dieser Sache nicht niederdrücken. Der Niedrige rühme sich seiner Hoheit, und er soll wissen, wie wichtig er ist. Und der Reiche, der rühme sich in seiner Niedrigkeit. Warum? Weil er nicht jammern muss, wenn sein ganzer Reichtum weggenommen wird. Warum muss er nicht jammern? Weil er beim Verlust seines Reichtums keinen Schaden erleidet, sondern vielmehr großen Gewinn davonträgt, denn jetzt ist er auf den Himmel konzentriert.
Wir müssen nicht hängen an unserem Reichtum. Wenn der Herr uns Reichtum zukommen lässt, und der Herr lässt uns schnell Reichtum zukommen, wenn der Herr uns Reichtum zukommen lässt, dann ist das eine Führung Gottes. Und dann haben wir Verantwortung, mit dem Reichtum richtig umzugehen und zu schauen: Wo können wir geben? Oder wir sollen noch warten, bis der Herr uns zeigt, das ganz klar zeigt: Hier ist ein Auftrag.
Der Reiche darf sich rühmen, weil er nicht mit Angst und Grauen an den Tag denken muss, an dem er seinen ganzen Reichtum zurücklassen muss. Das wissen wir ohnehin, dass wir unseren Reichtum zurücklassen. Und wir können uns innerlich freimachen. Wir können uns freuen, dass, wenn wir eines Tages alles verlieren, dann verlieren wir gar nichts, denn wir gewinnen den Himmel.
Man muss also lernen, eine gesunde Haltung zum Besitz einzunehmen und sich nicht daran zu klammern. Der Herr kann uns helfen. Manchmal hilft er uns dadurch, dass wir etwas vorzeitig verlieren, und dann wird uns klar: Siehst du, ich habe mein Herz daran gehängt, und das war nicht gut. Und der Reiche darf sich freuen, weil er nicht ein Knecht des Reichtums ist und ein Knecht des Geldes sein muss. Alle Güter gehören dem Herrn, und das Wichtigste ist, dass wir eine Krone des Lebens haben, die nicht verwelkt, eine ewige Krone.
Also in diesem Sinne ein guter Rat von Jakobus. Er sagt hier in Vers 11: Die Sonne geht auf, und die Blume wird gleich welk. Und die Schönheit vergeht so schnell, und so wird auch der Reiche in seinen Unternehmungen sein. Er wird schnell dahinschwinden, schnell vergehen. Und als Christ kann man dann gelassen sein. Wenn ich schwinde, dann gehe ich zum Herrn Jesus.
Wir sollen bereit sein, alles fahren zu lassen. Also ich darf gelassen sein, ob die anderen mich jetzt niedrig sehen, ob ich in einer niedrigen gesellschaftlichen Stellung bin oder in einer hohen Stellung bin, ich darf gelassen sein und zufrieden, auch mit den anderen Dingen im Leben. Es gibt immer irgendetwas, was mir nicht passt an mir. Irgendwas gefällt mir nicht an mir, und ich meine, Gott hat mich benachteiligt. Jeder findet irgendwo etwas, wo er meint, er ist benachteiligt. Das ist interessant. Jeder Mensch, irgendwo. Wir sind nicht benachteiligt. Genauso wie Gott uns geschaffen hat, dürfen wir uns annehmen, und wir dürfen Ja sagen zu seinen Wegen. Dann sind wir innerlich frei. Das hilft uns in den Prüfungen.
In Vers 12 kommt ein Zwischenruf. Da sagt er: Selig ist der Mann, der in der Prüfung Ausdauer bewahrt, weil er, nachdem er sich bewährt hat, die Krone des Lebens empfangen wird, die der Herr denen verheißt, die ihn lieben.
Selig heißt höchst glücklich. Selig ist die Steigerungsform von glückselig. Also glückselig ist schon sehr, sehr glücklich. Aber selig ist die Steigerungsform, also höchst glücklich. Überglücklich darf jemand sich preisen, wenn er in der Prüfung Ausdauer bewahrt. Also einer, der ausharrt in der Prüfung, der standhaft bleibt in der Prüfung, das ist einer, der ist glücklich zu preisen. Der wird in der Ewigkeit glücklich sein. Der hat eine glückliche Zukunft vor sich.
Im Moment ist man nicht glücklich, das ist klar. Wenn wir gerade mittendrin stehen in der Prüfung, das kann einen ganz schön niederdrücken. Aber wir dürfen im Blick auf die Zukunft glücklich sein. Hier steht wieder: Selig ist der Mann. Ich weiß nicht, warum Jakobus schon wieder sagt „der Mann“. Warum sagt er nicht die Frau? Aber vielleicht, weil der Mann noch besondere Versuchungen hat. Schließlich ist der Mann verantwortlich für den Broterwerb in der Familie, und wenn jetzt Prüfungen kommen, da könnte man dann irgendwie schon besonders angefochten werden.
Glückselig der Mann, der in der Prüfung Ausdauer bewahrt, das heißt: nicht davonlaufen, wenn die Prüfung kommt, sondern da bleiben, darunter bleiben. Das griechische Wort, das hier verwendet wird, heißt eigentlich „darunter bleiben“, ganz wörtlich übersetzt: darunter bleiben. Bleib unter dieser Situation und bete und bring sie dem Herrn und sag: Herr, jetzt möchte ich lernen, auszuharren, jetzt möchte ich lernen, standhaft zu sein mit deiner Kraft. Und das tut dann auch der Herr.
Und dann kommt die Begründung, Vers 12. Da geht es weiter, da steht: weil er, nachdem er sich bewährt hat, die Krone des Lebens empfangen wird, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. Also wenn einer sich bewährt, das heißt, wenn er die Prüfung besteht, dann bekommt er die Krone des Lebens.
Die Krone des Lebens, was heißt das? Gibt es mehrere Kronen, eine Krone des Lebens und eine Krone der Herrlichkeit und eine andere Krone? Nein, das ist ein Bildwort. Es geht nicht darum, dass es buchstäblich Kronen sind, sondern es ist ein Bildwort für Belohnung. Im Griechischen steht nicht einmal Krone, im Griechischen steht der Siegeskranz des Lebens, wie bei den Olympischen Spielen damals. Die, die gewonnen haben, haben einen Lorbeerkranz bekommen, und das war dann der Siegeskranz, das nannte man Krone. Also wir würden heute sagen: die Medaille des Lebens.
Und was heißt dann Krone des Lebens? Vielleicht haben Sie eine andere Übersetzung, ich weiß nicht. Aber man könnte das hier besser übersetzen: die Krone, nämlich das Leben. Also die Krone des Lebens ist das Leben selber, das ewige Leben ist gemeint. Das ist wie das Gleiche wie das Bad der Wiedergeburt. Das Bad ist die Wiedergeburt, die Krone des Lebens, die Krone ist das Leben. Das ist eine Form, im Griechischen wird das so ausgedrückt, im Deutschen müssen wir das ein bisschen anders ausdrücken. Also: die Krone, nämlich das Leben, oder als Siegesbelohnung bekommt er das Leben, so könnte man auch übersetzen.
Glückselig ist der Mann, der die Ausdauer erduldet, denn als Belohnung wird er das ewige Leben bekommen. Das ewige Leben ist eine Belohnung, aber es ist eine Gratisbelohnung. Es ist geschenkt. Es ist eine Belohnung für etwas, was der Herr Jesus in uns bewirkt hat. Denn wenn wir ausharren, dann ist das auch etwas, wo der Herr Jesus uns die Kraft geschenkt hat. Und wenn wir nicht ausharren, dann würden wir davonlaufen, dann würden wir dem Herrn aus der Schule laufen, und das ist sehr gefährlich. Dann beschreiten wir einen Weg weg von Christus. Und das will Jakobus den Christen hier sagen. Sie sollen das nicht tun.
Wenn sie in Prüfungen waren und darin Ausdauer bewahrt haben, dann werden sie dann in der Ewigkeit das ewige Leben bekommen. Wenn der Lauf vollendet ist, werden sie das ewige Leben bekommen. Das ewige Leben für die, die sich nicht abbringen lassen durch die Probleme und Leiden, die es auf Erden gibt.
Heute haben wir das ewige Leben schon als Knospe, dann haben wir das ewige Leben als Frucht, als Blüte und als Frucht. Heute ist es schon da. Das ewige Leben ist nämlich der Herr Jesus, der wohnt in uns. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er ist das Leben, und wenn wir Jesus Christus haben, haben wir das Leben. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.
Das heißt, wir haben das Leben schon, aber wir spüren es nicht. Wir können es nicht sehen, wir können es nicht angreifen, wir können es nicht hören, wir können es nicht betasten. Wir leben immer noch im Glauben, wir leben immer noch im Vertrauen auf den Herrn Jesus. Wir lernen, mit einem unsichtbaren Herrn Jesus zu leben. Aber genießen tun wir es noch nicht ganz. Wir genießen die Freude, wir genießen das Wort Gottes, ja klar, genießen wir auch einiges. So ganz genießen tun wir noch nicht. Das tun wir erst, wenn wir diesen Lauf hier vollendet haben. Dann werden wir das Leben in ganzer Fülle genießen können und auch den Herrn Jesus selber genießen können.
Das ist hier gemeint. Das hat Gott versprochen denen, die ihn lieben. Der Herr hat das ewige Leben denen verheißen, die ihn lieben. Alles dient zum Guten denen, die Gott lieben. Römer 8,28, das kennen Sie auswendig. Alles dient zum Guten denen, die Gott lieben. Und hier: Gott hat das ewige Leben denen verheißen, die ihn lieben. Das ist ein Kennzeichen von Christen. Christen lieben den Herrn. Und weil wir den Herrn lieben, wollen wir jetzt auch dabei bleiben. Weiterhin bleiben. Und Gott hilft uns. Gott hilft denen, die ihn lieben. Das ist das Wichtige, das Wesentliche: an Christus glauben und Gott lieben. Das sind die zwei grundlegenden Dinge: Glaube und Liebe.
Der Nichtchrist liebt Gott nicht, und er glaubt Gott nicht, nicht wirklich. Er vertraut ihm nicht wirklich, und er liebt ihn nicht wirklich. Also es geht hier darum, dass wir in der Beziehung zu dem Herrn Jesus bleiben. Das ist hier die Verheißung, die der Apostel uns hier gibt.
Ich denke, hier können wir eine kurze Pause machen und wollen dann nach einem Lied fortsetzen.
Wir lesen jetzt Jakobus 1,13-18:
Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott her versucht. Denn Gott ist unversuchbar im Bösen; er selbst versucht niemanden. Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust weggezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch ein wechselnder Schatten. Nach seinem Willen hat er uns geboren durch das Wort der Wahrheit, damit wir eine Art Erstlingsfrüchte seiner Geschöpfe seien.
Hier haben wir die vierte Hilfe für Prüfungen: eine richtige Schau von Gott haben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt: ein rechtes Gottesverständnis haben. In Zeiten der Prüfung ist es wichtig, dass wir richtig denken über Gott. Manche Schwierigkeiten entstehen deshalb, weil wir Gott nicht kennen oder falsche Vorstellungen haben. Wenn wir nicht wissen, wie Gott ist, dann kann das Vertrauen leiden.
Was soll man jetzt also wissen über Gott, wenn man in einer Prüfung steht? Das eine steht in Vers 13 bis 15, die eine Information, die Jakobus uns gibt: Böses kommt nicht von Gott. Und die andere Information steht in Vers 17 und 18: Von Gott kommt nur Gutes. Und dazwischen steht eine Warnung, Vers 16. Schauen wir uns diese Verse ein bisschen an.
Also das eine: Vers 13 bis 15: Von Gott kommt nichts Böses. Wir merken, dass Jakobus hier nicht mehr das Wort Prüfung, das heißt, dass in unserer Bibelübersetzung nicht mehr das Wort Prüfung steht, sondern Versuchung. Nun ist das so: Vielleicht haben Sie eine Übersetzung, da sagen Sie: Bei mir steht vorher auch nicht Prüfung, da steht vorher schon Anfechtung oder sonst ein Wort. Nun, Anfechtung ist ja ein richtiges Wort. Eine Prüfung ist ja auch eine Anfechtung. Aber eine Anfechtung oder Prüfung kann mir zu einer Versuchung werden, wenn ich nicht richtig über Gott denke.
Es gibt einen Unterschied zwischen Prüfung und Versuchung. Nun hat in der griechischen Sprache, in der das geschrieben wurde, das gleiche Wort. Es steht genau das gleiche Wort da für Prüfung und für Versuchung. Aber wir Deutschen haben einen größeren Wortschatz in dieser Hinsicht. Wir können einmal Prüfung sagen und einmal Versuchung. Der Unterschied ist der: Eine Prüfung ist neutral, eine Versuchung ist eine Einladung, etwas Böses zu tun, eine Verlockung, etwas Böses zu tun. Die Prüfung selber ist noch keine Verlockung, etwas Böses zu tun. Die Prüfung ist einfach die Prüfung, und die Frage ist: Werde ich jetzt richtig handeln oder werde ich falsch handeln? Die Prüfung selber ist nichts Böses. Die Versuchung selber ist auch noch nicht böse, aber die Versuchung will mich zum Bösen bringen. Die Versuchung ist eine Einladung: Komm, sündige!
Dass die Quelle der Versuchung nicht in Gott liegt. Niemand soll sagen, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott her versucht. Denn Gott ist unversuchbar im Bösen; er selbst versucht niemanden. Also Gott kann nicht versucht werden, etwas Böses zu tun, heißt das. Gott steht nicht in Versuchung, uns etwas Böses anzutun. Weil er ein guter Gott ist.
Er lässt es zwar zu, dass der Satan irgendjemanden mal versucht, wie zum Beispiel den Hiob. Der Satan wollte ihn zum Sündigen locken. Gott hat es zugelassen, dass der Satan dem Hiob etwas Böses getan hat, nämlich vieles weggenommen hat, und der Satan wollte ihn dadurch verlocken, jetzt Gott zu fluchen oder abzusagen. Aber Gott selber versucht niemanden. In ihm ist nichts Böses. Das Böse liegt bei uns, nicht bei Gott. Er selbst versucht niemanden.
Wenn er jemanden prüft, dann hat er immer den Grund: Er möchte uns etwas beibringen. Er möchte uns eine Lektion lernen. Wenn wir eine Prüfung bekommen, irgendetwas Schweres kommt in unser Leben, dann ist es nicht eine Einladung, etwas Böses zu tun. Dann ist es eine Prüfung, und er hofft, dass wir richtig reagieren. Dann werden wir etwas lernen im Leben.
Aber wir Menschen sind eben versuchlich. Wir können leicht versucht werden, weil wir eine Neigung in uns zum Sündigen seit dem Sündenfall haben. Es zieht uns ein bisschen hin zum Sündigen, und deshalb ist die Verlockung zur Sünde gefährlich. Denn wenn die Verlockung Wenn wir uns verlocken lassen und wirklich sündigen, dann hat das den Tod zur Folge, sagt Jakobus hier, oder dann könnte das zum Tod führen, wenn wir nicht Buße tun.
Also: Letztlich, woher kommt denn die Versuchung? Nun, manchmal sagt man: Ja, das kommt alles von Satan. Und wir schieben dann ein bisschen die Schuld auf den Satan ab. Hier sagt Jakobus nicht, dass es von Satan kommt. Natürlich, letztlich kommt alles Böse von Satan. Er hat ja die Sünde eingeführt, das heißt, er hat ja den Adam verführt. Und jetzt sind wir in einer Situation, seitdem wir Nachkommen Adams sind, wohnen wir nicht mehr im Paradies. Und jetzt haben wir Schwierigkeiten, weil wir von Sünden umgeben sind, und wir haben in uns ein bisschen eine Neigung, gerne das Sündige zu tun.
Klar, da ist der ursächliche Grund der Satan. Aber wenn wir jetzt ganz konkret mit einer Versuchung zu tun haben, dann sollen wir nicht sagen: Der Satan ist es. Nein, Jakobus sagt: Es ist unsere eigene Lust, die uns versucht. Das heißt, die Quelle liegt in uns selber.
Wir beten im Vaterunser: Bringe uns nicht in Versuchung oder führe uns nicht in die Versuchung hinein. Damit ist nicht gemeint, dass Gott uns verlockt zum Sündigen, sondern damit ist gemeint, Gott soll nicht zulassen, dass wir in eine Situation kommen, wo wir dann verlockt werden, etwas Böses zu tun oder eine Einladung bekommen, etwas Böses zu tun.
Das heißt, wir beten damit: Herr, du siehst, ich bin so gefährdet, ich bin so gefährdet zu sündigen. Bitte bewahre mich und verschone mich, dass ich nicht in Situationen hineinkomme, dass ich vor einer Verlockung stehe und vielleicht sogar noch die Gelegenheit hätte zum Sündigen.
Ein Bruder hat mir gesagt: Eine Verlockung zur Sünde und die Gelegenheit haben zu sündigen, wenn das zusammenkommt, müssen wir sehr aufpassen. Das ist sehr gefährlich. Wir können in einer Situation sein, zum Beispiel jemand tut gerne stehlen und er hat da eine Schwäche beim Stehlen. Und jetzt kommt er in eine Situation, sieht eine Geldbörse vor sich liegen, die hat irgendjemand liegen gelassen, vergessen. Es ist niemand da, niemand sieht etwas, er braucht es nur nehmen und einstecken und verschwinden. Das ist eine Versuchung für ihn, eine ganz große Versuchung. Für einen anderen nicht, aber für ihn ist es eine Versuchung. Und dann kommt die Gelegenheit dazu, dass gerade niemand da ist und niemand sieht und es wird auch nicht auffallen usw. Das ist eine Gefahr, und da möge uns Gott bewahren, dass wir gerade dort, wo wir Schwächen haben, nicht in eine Gelegenheit kommen.
Manchmal prüft uns der Herr trotzdem. Der Herr selber tut uns aber nicht versuchen. Versuchen tut uns die eigene Lust. Gott kann nicht zum Bösen versucht werden, folglich versucht er niemanden. Er kann nicht versucht werden, etwas Böses zu tun, und mich zu versuchen, mich in die Sünde zu locken, das wäre ja etwas Böses, und Böses tut Gott nicht. Er kann gar nicht Böses tun, weil er im Wesen ein so guter Gott ist.
Und ich habe gemerkt, es gibt unter Christen manchmal so dieses Denken. Da habe ich gehört, da sagt einer: Ja, Gott hat mich auf die Nase fallen lassen oder Gott hat mich sündigen lassen, als ob Gott derjenige ist, der mich veranlasst hat, zu sündigen. Das ist ein ganz falsches Gottesbild, wenn wir so denken. Es ist nicht Gott, der uns veranlasst zum Sündigen, es ist die Lust von uns selber, die uns veranlasst zum Sündigen. Bei Gott gibt es das nicht, dass ihm einfallen könnte, irgendetwas Böses zu tun, sondern er bleibt der Gute.
Also: Versuchungen sind immer eine Einladung zum Bösen. Und wenn ich jetzt zum Beispiel eine Prüfung habe, ein Leiden, dann ist das Leiden selber keine Versuchung. Aber während ich leide, kann ich versucht werden, verlockt werden zum Bösen. Ich kann zum Beispiel versucht werden, bitter zu werden gegen Gott und einfach zu sündigen. Aber dann ist das nicht von Gott gewesen, dann ist das von mir selber gewesen. Das muss ich unterscheiden.
Das Leiden hat er zugelassen, aber dass ich verlockt werde im Leiden, schlecht zu denken über Gott oder bitter zu werden gegen Gott, das kommt von meinem bösen Herzen heraus, eigentlich vom Fleisch, sagt die Bibel.
Vielleicht sagen Sie sich: Ja, aber das ist manchmal so schwer, und ich konnte nicht anders, ich konnte einfach nicht anders. Was war schuld? Gott oder ich? Oder da sagt man: Ich halte es nicht mehr aus, ich halte es mit dem nicht mehr aus. Wer ist schuld, die Situation oder ich? Vielleicht schickt mir gerade Gott die schwierige Situation, wo ich sagen wollte: Ich halte es nicht mehr aus. Gerade deshalb schickt er sie, lässt sie zu, damit ich lerne, sie zu überwinden und es trotzdem auszuhalten. Und zum Herrn zu rufen und zu sagen: Herr Jesus, ich würde es jetzt nicht aushalten, aber durch dich halte ich das aus.
Oder da sagt jemand: Ja, aber der andere hat mich so geärgert. Ja klar, er hat geärgert. Aber dass der andere mich geärgert hat, heißt nicht, dass ich sündigen muss. Ja, aber der andere ist laut geworden im Gespräch, und er wurde immer lauter. Heißt das, dass ich deshalb laut werden soll im Gespräch? Heißt das, dass ich es ihm mit der gleichen Art zurückgeben muss? Wenn ich meinen Blick nicht auf Gott richte, dann bin ich in Gefahr.
Unter welchen Umständen ist eine Prüfung gefährlich? Wenn ich aufhöre, meinen Blick auf Gott zu richten. Der Psalmist hat gebetet, in Psalm 16,8: Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Und wenn ich den Herrn aus den Augen verliere, dann bin ich leichter, schneller am Sündigen. Ich weiß es. Ich kenne mich. Ich weiß es genau: In der Zeit, wo ich wenig mit Gott zusammen bin, wo ich wenig an Gott denke, wo ich vielleicht die stille Zeit vernachlässige, wo ich wenig die Bibel lese, wo ich wenig Gemeinschaft habe, in der Zeit werde ich anfällig. Und ich weiß genau: Wenn jetzt die Situation kommt, dann bin ich viel anfälliger und reagiere falsch, als wenn ich wirklich in einer guten Beziehung mit Gott stehe.
Und flehen wir zum Herrn: Bewahre mich, bewahre mich, ich will nicht gegen dich sündigen. Im Psalm 119, Vers 10, das geht mir so nach. Eine Schwester hat mal den Psalm 119 auswendig gelernt, nicht den ganzen, die ersten vierzig Verse. Und dann habe ich sie gefragt, welcher von diesen Versen im Psalm 119 ihr denn am besten gefällt. Dann, ganz spontan, sagt sie: Lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Ich habe dein Gesetz aufgespeichert in meinem Herzen, dass ich nicht wider dich sündige. So heißt es: Von ganzem Herzen habe ich dich gesucht. Lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Ich habe dein Gesetz aufgespeichert in meinem Herzen, dass ich nicht wider dich sündige.
Das hat sie viel schneller als ich es. Ich habe jetzt suchen müssen, oder? Aber da kam das sofort heraus, ja. Und das ging mir nach. Von ganzem Herzen habe ich dich gesucht, lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Diese Haltung möchte ich bewahren, dieses Gebet: Lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Steh mir bei, dass ich dein Wort mir eng vor Augen halte und dich selber vor Augen halte, damit ich nicht gegen dich sündige. Wenn ich das tun würde, würde ich gegen dich sündigen.
Wer soll nie meinen, Gott sei unser Gegner? Niemals, niemals darf dieser Gedanke da sein, Gott sei mein Gegner. Niemals. Gott ist für uns, und wenn Gott für uns, wer sollte gegen uns sein? Der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Römer 8,32 und Vers 34.
Wir sollen nie denken, Gott legt uns Steine in den Weg, dass wir stolpern. Welch ein Gedanke! Gott will, dass ich stolpere? Welch furchtbarer Gedanke! Das stimmt nicht, es ist eine Lüge des Feindes. Gott macht mir den Weg schwer, dass ich nicht vorwärtskomme. Welch ein Gedanke! Gott will, dass ich vorwärtskomme. Gott will, dass ich wachse in der Liebe und im Vertrauen zu ihm. Der legt mir nichts in den Weg, dass ich es schwerer habe. Nein, unsere eigene Lust ist es.
Also die Quelle der Versuchung liegt in uns, Vers 14: Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust weggezogen und gelockt wird. Also: Wer ist mein größter Widersacher? Mein Ego, mein Ich. Meine Tochter sagt immer: mein dickes Ich. Wir haben da diese Geschichte von John Bunyan gelesen, Pilgerreise. Und der Feind war das dicke Ich. Und da habe ich sie gefragt: So, und wer war das jetzt? Dann sagt sie: Mein dickes Ich. Das ist sehr dick. Das will mich immer wieder verführen, also versuchen, die eigene Lust.
Die eigene Lust ist ein Betrüger, denn die Lusterfüllung gibt nicht wirklich Befriedigung. Es gibt Erfüllung für kurze Zeit. Es gibt Menschen, die haben für ein paar Sekunden Lust und haben dafür ihre eigene Ehe aufgeopfert. Bleibende Erfüllung gibt nur Gehorsam gegenüber Gott. Das gibt wirklich Erfüllung, das gibt wirklich tiefste Freude.
Also wenn ich ein Mensch werden möchte, der wirklich tiefe Freude hat, dann muss ich ein Mensch werden, der seine Lust hat am Wort des Herrn. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und alles, was er tut, gelingt ihm. Der Herr schenkt Gelingen geistlich. Was tut er denn? Er hält sich nicht auf bei den Sündern, er richtet sich nach dem Wort Gottes aus. Und was tut er dann? Er tut das, was das Wort Gottes sagt. Und alles, was er tut, an dem hat er Gelingen, nämlich an dem, was das Wort Gottes sagt. Das will er ja jetzt tun.
Habe deine Lust an dem Herrn, er wird dir geben, was dein Herz begehrt. Was begehrt mein Herz, wenn ich meine Lust am Herrn habe? Was begehrt mein Herz? Eigenruhm und Ego? Nein, mein Herz begehrt, dem Herrn zu gefallen. Mein Herz begehrt, Frucht zu bringen. Mein Herz begehrt, dass anderen geholfen wird durch mich und dass ich ein Segen sein darf auf dieser Welt. Habe deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt, und alles, was ich brauche, das wird er zu seiner Zeit schicken.
Die Lust in uns als eine Regung, die von uns selbst in uns selbst erwacht, von dem spricht Jakobus hier. Also ich schaue die Lust an und ich überlege mir: Soll ich jetzt Ja sagen zur Lust oder soll ich Nein sagen? Und die Bibel sagt: Nein sagen.
Was hat Joseph getan? Joseph war in der Blüte seiner Jugend, sein Hormonspiegel war auf höchstem Niveau, und die Frau sagt zu ihm: Komm, lieg bei mir. Alles war fertig, die Situation war schön, alle anderen waren weg, die Frau wollte ihn, seine Gefühle sagten ja, die Gelegenheit sagte ja, die Frau sagte ja, und Joseph sagte nein und läuft weg. Er flieht die Unzucht.
Fliehet die Lüste der Jugend, 2. Timotheus 2,22, leicht zu merken. 2. Timotheus 2,22: Fliehe die Lüste der Jugend. 1. Korinther 6,18: Fliehe die Unzucht. Diese Sache muss man fliehen, das ist wie Dynamit, da ist eine ungeheure Kraft dahinter. Fliehen, nicht in die Gelegenheit kommen. Die Einladung zum Sündigen ist noch nicht die Tatsünde. Sie kennen den Spruch von Luther: Man kann nicht verhindern, dass einem die Vögel über dem Kopf fliegen, aber man kann verhindern, dass sie auf dem Kopf Nester bauen. Ich kann nicht verhindern, dass mein Blick vielleicht mal wohin fällt, wo er nicht hinfallen sollte, aber der zweite Blick darf nicht dorthin. Da muss ich mal lernen, meine Augen abzuwenden. Es gibt Situationen, da muss ich vielleicht so durch die Gegend gehen, weil da irgendetwas ist links und rechts, das ich nicht sehen sollte oder so.
Es betrifft vor allem Männer, weil wir über das Auge stark verführt werden. Bei Frauen ist es vielleicht etwas anderes, je nachdem über die Ohren, über Berührungen usw. In dieser Hinsicht, in diesen Fragen, in diesem Problembereich, Sündebereich.
Also: Sünde führt zum Tode, sagt er hier. Die Sünde, wenn sie zur Vollendung gelangt ist, bringt den Tod hervor, geistlichen Tod. Vier Schritte also: Zuerst lockt die Lust, das ist noch nicht Sünde. Dann sage ich Ja und gebe der Versuchung nach, und dann sündige ich, und Sünde führt zum Tod. Das heißt nicht sofort: Ich gehe nicht sofort in die Hölle. Aber es führt dorthin. Ich schlage eine Richtung ein, die geht Richtung Tod. Das muss man wissen, und dann muss man sehen: Ich darf nicht da weiterfahren.
Also wenn ich meinen Widerstand gegen dieses Verlangen aufgebe und einfach mich leiten lasse von meinen Gefühlen, dann werde ich sündigen, wie diese Frau, die gesagt hat: Ich möchte mich jetzt nur noch von meinen Gefühlen leiten lassen. Früher habe ich Kopfentscheidungen getroffen, jetzt möchte ich mal entscheiden nach meinen Gefühlen. Verkehrt, total verkehrt! Ich darf nicht nach meinen Gefühlen entscheiden. Die Bibel sagt mir ganz klar: Ich muss entscheiden nach Prinzipien des Wortes Gottes. Und das Wort Gottes habe ich im Kopf beziehungsweise habe ich es vor mir in der Heiligen Schrift, und von dem muss ich mich leiten lassen.
Weiter: Sünde, wenn wir sie nicht bekennen, wenn wir sie nicht dem Herrn Jesus bringen, gebiert den Tod. Nicht sofort, aber mit der Zeit. Wenn wir sündefreien Lauf lassen, wenn wir dann nicht bekennen, nicht ans Licht bringen, dann wird uns die Sünde prägen, dann wird es mehr und mehr werden, und dann gehen wir weiter in diese Richtung, weiter in diese Richtung. Und dann kann es dahin kommen, dass Gott uns dahingibt. Die Menschen in der Welt, da heißt es in Römer 1,28: Gott gab sie dahin in ihren eigenen Gelüsten, in den Gelüsten des Fleisches. Gott gab sie dahin, Gott ließ sie laufen. Gott hat sie nicht mehr zurückgehalten, heißt das. Dann werden wir geprägt, und dann kommen wir in die Gewalt unserer Lüste, dann leben wir nach unseren Lüsten und zerstören uns.
Der Betrug der Sünde, der Mensch wird verderbt durch den Betrug der Sünde. Darf ich das noch als Parallelstelle angeben? Epheser 4,22, da heißt es, abzulegen, was die frühere Lebensführung betrifft, den alten Menschen, der dabei ist, zugrunde zu gehen infolge der betrügerischen Lüste. Der Mensch geht zugrunde, wenn er sich nach den betrügerischen Lüsten ausrichtet, er verdirbt sich selbst. Also hier ist wirklich eine Gefahr.
Aber wir gehen weiter, Jakobus 1,16: Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder. Achten wir, wie Jakobus hier spricht. Das erste Mal: meine geliebten Brüder. Jetzt wird er, jetzt wird er, man kann nicht sagen zärtlich, wie ein Vater: meine geliebten Brüder, vom Herrn geliebt. Lasst euch nicht irreführen. Hier ist Gefahr. Und man spürt die Liebe aus diesem Satz heraus, dem Jakobus. Lass dir nicht negative Gedanken über Gott kommen, bitte nicht! In Liebe sage ich es dir. Sollte Gott gesagt haben? Das kann nicht sein, das passt ja gar nicht, Gott ist anders. Und dann hat man Gedanken, die weit weg sind von der Bibel.
Wenn wir leiden müssen, stehen wir in Versuchung zu denken, Gott sei nicht gut. Und es ist wichtig, wenn wir ganz schwere Leiden durchmachen, es ist wichtig, dass wir uns immer wieder sagen: Gott, du bist gut und du tust Gutes. Das steht eben auch im Psalm 119, ich weiß nicht welcher Vers, ungefähr 140: Gott, du bist gut und du tust Gutes. Und ich bleibe dabei, auch wenn ich Schmerzen habe: Du bist gut und du tust nur Gutes. Warum kann ich sagen, er tut nur Gutes? Weil in der Bibel steht, dass er nichts Böses tut. Dann ist die logische Folge, dass er nur Gutes tut.
Wenn wir schwere Prüfung bekommen, sollen wir festhalten an dieser Wahrheit. Ganz sollen wir uns das vor Augen führen. Vers 17: Gott ist ein Geber, ein Geber von nur Gutem. Jede gute Gabe, jedes vollkommene Geschenk ist von oben. Ah, jetzt habe ich es: Psalm 119, Vers 68, gar nicht so weit hinten. Psalm 119, Vers 68, da steht das. Und 2. Chronik 30,18: Gott ist der Gute.
Wissen Sie, was Gott heißt auf Deutsch? Das Wort Gott, das wir haben, deutsches Wort Gott, kommt von dem englischen Wort good, und good heißt gut. Und genau das ist ein althochdeutsches Wort gewesen: der Gute. Und daraus wurde das Wort Gott. Also in dem Wort Gott steckt schon das Wort der Gute, im Deutschen jedenfalls.
Von Gott kommen nur gute Dinge, Bescherungen, Geschenke. Wenn der Feind uns was gibt, dann gibt er es uns, um uns zu vernichten. Aber wenn Gott uns was gibt, gibt er es, um das Leben zu fördern. Lauter vollkommene Gaben, Vers 17, herabkommend vom Vater der Lichter. Von welchem Gott? Was ist das für ein Gott, von dem nur Gutes kommt? Vom Vater der Lichter, der ist der Schöpfer aller Sterne, der Schöpfer der Sonne, der Schöpfer des Mondes, der Schöpfer von überhaupt allen Lichtern.
Der Vater der Lichter, bei welchem es keine Veränderung gibt noch Schatten, also noch irgendeinen wechselnden Schatten, heißt es hier wörtlich im Text. Bei Gott gibt es das nicht. Das ist nicht: einmal Licht, dann ist Dunkelheit, dann wieder Licht und Dunkelheit. In der Welt gibt es das, oder? Die Sonne ändert sich die Stellung, und dann ist jetzt der Schatten hier, dann ist der Schatten hier, und dann ist die Sonne ganz weg, und dann ist alles dunkel, dann ist wieder alles hell. Gott ist nicht so. Gott hat zwar die Lichter erschaffen, aber er ist kein Licht, das einmal da und einmal dort ist. Er ist der Beständige, bei dem es keinen Wechsel gibt. Er ist immer gleich.
Was lernen wir hier? Vier Dinge darf ich jetzt hier noch sagen, vier Dinge, und dann wollen wir schließen.
Erstens: Gott kann mit Veränderung leben, aber bei ihm gibt es keine Veränderung. Er hat die Zeit erschaffen, und er hat die Jahreszeiten erschaffen, und er hat erschaffen, dass der Globus, die Erde, schräg steht. Und weil sie schräg steht, haben wir die Jahreszeiten. Sonst hätten wir die gar nicht. Das hat Gott alles so gewollt. Gott kann mit Veränderung leben, aber bei ihm gibt es keine Veränderung.
Gott hat zu Jona gesagt: Jona, in vierzig Tagen ist Schluss mit den Nineviten. Aber dann hat Gott gesehen, die haben ja Buße getan. Dann sagt Gott: Gut, ich kann mit Veränderung leben. Also wenn die Buße tun, da gibt es in 40 Tagen kein Gericht. Dann kam das Gericht nicht. Gott kann mit Veränderung leben. Gott stellt sich auf uns Menschen ein. Aber er selber verändert sein Wesen, seinen Charakter, den verändert er nicht.
Zweitens: Gott ist der Urheber des Lichts. Und für jede Prüfung gibt es ein Licht, und für jede Dunkelheit gibt es ein Licht. Und es gibt Menschen, die depressiv sind, und sie sind im Tunnel und sie sagen: Es wird nie mehr Licht, es wird nie mehr Licht. Ich kenne solche Menschen, die haben gesagt: Ich werde nie mehr herauskommen aus der Depression. Dann konnte man ihnen sagen: Doch, es gibt ein Licht. Wenn du durch den Tunnel durch bist, dann wird es wieder hell. Bei Gott gibt es für jede Prüfung ein Licht. Wie wichtig ist es, dass wir an ihm festhalten.
Drittens: Er heißt Vater, und er ist ein Vater. Er hat die Dinge in unserem Leben begonnen. Er hat uns selber gezeugt durch das Wort der Wahrheit. Er selber hat gemacht, dass wir seine Kinder sind. Er hat uns gezeugt, er hat uns geboren, er ist Vater und Mutter zugleich. Er hat uns wiedergeboren. Er ist ein Vater und er sorgt für seine Geschöpfe, nicht wie manche Väter in der Welt, die setzen Kinder in die Welt und dann verschwinden sie. Nein, er setzt in die Welt und er bewahrt uns. Und genauso das geistliche Leben. Er setzt uns in die Welt, er lässt uns wiedergeboren werden, und er bewahrt uns. Er ist ein Vater, der das Leben begonnen hat.
Und der vierte Punkt, ich habe schon vorgegriffen: Er ist ein Vater, der uns das Leben auch erhält. Dass hier zu diesem wunderbaren Gott aus freiem Willen zeugte er uns oder gebar er uns durch das Wort der Wahrheit, damit wir gewissermaßen eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien. Wir sind der erste Teil der neuen Schöpfung in Jesus Christus. Ist jemand in Christus, ist er eine neue Schöpfung.
Wunderbar, dieses Wort kann uns durchbringen. Wir wollen hier schließen.

