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Das Gleichnis von den Weingärtnern – Teil 5

Das Gleichnis von den Weingärtnern, Teil 5/6
15.04.2026Matthäus 21,43
SERIE - Teil 5 / 6Das Gleichnis von den Weingärtnern

Gott wird Mensch. Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Der verworfene Eckstein und Gottes verborgener Plan

Episode siebenhundert: Das Gleichnis von den Weingärtnern, Teil fünf

Jesus prophezeit den Führern des jüdischen Volkes, was auf die Nation zukommen wird. Matthäus 21,43: Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.

Weil der Hohe Rat Jesus also den Eckstein verwerfen wird, wird Israel als Nation das Reich Gottes verlieren.

Damit wir das gut verstehen: Was hier passiert, also dass Jesus verworfen wird, um zum Eckstein für einen neuen Tempel zu werden, das ist Gottes Idee. Die jüdische Obrigkeit führt zwar den Plan aus, und sie tun es, weil sie es wollen, aber das Zitat aus Psalm 118 zeigt deutlich, dass Gott davon nicht überrascht wird. Er wusste die ganze Zeit, was passieren würde.

Der Segensbund mit Abraham als Anfang der Heilsgeschichte

Schauen wir uns kurz an, was Gott will. Gott will die ganze Erde segnen. Das ist von Anfang an sein Plan. Deshalb schliesst Gott der Herr mit Abraham einen Bund. Dieser Segensbund gilt allen Gläubigen, weil alle Gläubigen Abrahams Söhne sind. Dabei spielt die Herkunft keine Rolle.

 Galater 3,7-9: Erkennt daraus, dass die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne. Die Schrift aber, voraussehend, dass Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: In dir werden gesegnet werden alle Nationen. Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet.

Wie erlangt man den Segen? Durch Buße und Bekehrung, sprich durch den Glauben an Jesus.

Die Verheißung erreicht zuerst Israel und dann die Welt

Zeitlich ergeht die Einladung zum Glauben natürlich zuerst an die Juden. Deshalb formuliert Petrus in der zweiten Pfingstpredigt, Apostelgeschichte 3,25-26: Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott euren Vätern verordnet hat, als er zu Abraham sprach: „Und in deinem Samen werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ Euch zuerst hat Gott seinen Knecht erweckt und ihn gesandt, euch zu segnen, indem er jeden von euch von seinen Bosheiten abwendet.

Dieser Same oder Nachkomme, der einen weltweiten Segen bringen wird, ist, wie sollte es anders sein, Jesus. Und weil der Segen weltweit ist, fängt er zwar mit dem jüdischen Volk an Pfingsten an, gilt dann aber allen Menschen. Jeder, der an Jesus glaubt, wird ein Teil der Familie Gottes. Im Blick auf diese neue Gruppe von Gläubigen schreibt Paulus in Galater 3,28-29: Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach der Verheißung Erben.

Wer den Glauben hat, gehört zur Familie Gottes

Noch einmal: Gott schließt mit Abraham einen Bund. Im Zentrum des Bundes steht ein Segen für die ganze Welt.

Was muss ein Mensch tun, um diesen Segen zu bekommen? Er muss an den einen Nachkommen Abrahams glauben, der Träger der Verheißung ist. Und das ist Jesus.

Wer an Jesus glaubt, ist ein Abrahamit, also ein geistlicher Nachkomme Abrahams und damit Segensempfänger, Teil der Familie Gottes und Erbe der Ewigkeit.

So weit, so gut. Was hat das mit unserem Text zu tun?

 Matthäus 21,43: Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.

Das neue Volk Gottes als geistliche Nation

Jesus spricht hier nicht von einzelnen Gläubigen, die sich bekehren, sondern von einer Nation, einem ganzen Volk. Das eine Volk verliert das Reich Gottes, und ein anderes Volk bekommt das Reich Gottes.

Die Frage ist: Welches Volk ist hier gemeint?

Fangen wir damit an, was nicht gemeint ist. Jesus spricht hier nicht von einer ethnischen Größe. Es geht also nicht darum, dass Gott den Juden das Reich Gottes wegnimmt und sich jetzt den Ägyptern oder Römern zuwendet. Wir müssen das gut verstehen.

Wir stehen an der Schwelle zum neuen Bund. Was im Alten Testament bildhaft und greifbar vorbereitet wurde, findet jetzt seine Erfüllung. Wir müssen deshalb den Begriff Nation neu denken.

Das Reich Gottes und die innere Zugehörigkeit

Lasst uns dabei bitte nicht vergessen, was wir schon über das Reich Gottes wissen. Jesus hat ja schon ganz viel dazu gelehrt.

Der Begriff Reich Gottes steht für die Herrschaft Gottes. Das Reich Gottes ist deshalb für solche, die sich der Herrschaft Jesu unterstellen und ihm bis in den Tod folgen.

Das Reich Gottes ist eine unsichtbare, aber sehr reale Größe. Es findet im Herzen von Menschen statt. Entscheidend ist nicht Herkunft, Bildung oder Tradition, sondern wie mein Herz auf Gottes Wort reagiert, ob es seine Verlorenheit einsieht, an Jesus glaubt, ihn anruft, sich bekehrt, sich seiner Herrschaft unterstellt und vom Heiligen Geist neu gemacht wird.

Darauf allein kommt es an.

Eingepfropft in Israel durch echten Glauben

Wenn wir also von einer Nation reden, dann besteht diese Nation aus Menschen. Aber was sie verbindet, sind nicht gemeinsame Vorfahren oder der Ort, an dem sie leben. Was sie verbindet, ist der gemeinsame Glaube an Jesus, dass sie geistliche Nachkommen Abrahams sind.

Und dieser Glaube muss natürlich echt sein, also mehr als nur ein Lippenbekenntnis, mehr als das bloße Abnicken eines Glaubensbekenntnisses oder das Vertrauen auf ein Ritual. Wo sich ein solcher echter Glaube in einem Menschen findet, da wird dieser Gläubige in Israel eingepfropft.

Ich muss das erklären.

Paulus und die Reinigung des Gottesvolkes

In Römer 9 begegnet Paulus der Frage, ob die Verheißungen Gottes an Israel hinfällig sind. Und das ist auf den ersten Blick eine gute Frage, weil sich ja viele Israeliten nicht bekehrt haben. Der Messias kam und ging, und die meisten Juden glaubten nicht an ihn. Wie geht man damit um? War der Messias nicht gekommen, um Israel zu retten?

Hören wir Paulus in Römer 9,6: „Nicht aber, als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre; denn nicht alle, die aus Israel sind, die sind Israeliten.“

Nicht alle Israeliten sind Israeliten. Was meint der Apostel damit? Er will damit sagen, dass es Israeliten, also Menschen mit jüdischen Eltern, gibt, die in Gottes Augen keine Israeliten sind, weil ihnen der Glaube fehlt. Für Gott bin ich nur dann ein Israelit im vollwertigen Sinn, also ein Teil des Volkes Gottes, wenn ich auch gläubig bin. Und die Verheißungen Gottes gelten nur echten Israeliten.

Der Ölbaum und das entstehende Volk des Messias

Am Übergang vom Alten zum Neuen Bund geschieht also Folgendes: Gott reinigt sein Volk. Paulus verwendet in Römer 11 dafür das Bild eines Ölbaums. Der Ölbaum ist Israel, und nun gibt es Zweige, die wegen ihres Unglaubens ausgebrochen werden. Das sind die ungläubigen Israeliten. Dann gibt es gläubige Heiden, die in das Volk Gottes eingepfropft werden. Auf diese Weise entsteht ein neues Volk Gottes aus gläubigen Juden und Heiden.

Wenn Jesus also davon spricht, dass das Reich Gottes einer anderen Nation gegeben wird, dann meint er damit die Ekklesia des Messias, die sich nach Pfingsten aus gläubigen Juden und gläubigen Heiden bildet. Sie bekommen das Reich Gottes, weil Gott damit beginnt, über diese Nation zu herrschen.

Schlussgedanken und geistliche Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Studiere noch einmal für dich das Thema Reich Gottes. Ein Link zu einer Ausarbeitung von mir findet sich im Skript. Das war's für heute.

Schreibe dir eine Liste mit Anliegen für den Gottesdienst am Sonntag und bete sie durch.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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