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ab Josua 5, 1

Josua 5,10-7,2624.09.2018
SerieTeil 6 / 23Josua - Das Buch des Sieges - Sieg und geistiger Reichtum in Jesus Christus
Wenn Mauern fallen, beginnt der eigentliche Kampf: Vertrauen statt Selbstsicherheit. Jericho zeigt, wie schnell Sieg in Niederlage kippt, wenn im Herzen etwas Ungeklärtes bleibt.

Rückblick auf die Grundlagen des Sieges

Wir sind in Josua 5 noch ein wenig stehen geblieben. Wir haben das ganze Kapitel gelesen und vieles bereits erklärt. Was noch bleibt, ist Folgendes: Wir haben gesehen, was die Beschneidung in Gilgal bedeutet, und nun kommt dazu, dass am 14. das Passa gefeiert wurde, das erste Passafest im Land nach den vierzig Jahren Wüstenwanderung seit dem Auszug aus Ägypten.
Ich lese nochmals in Kapitel 5, Vers 10: Und die Kinder Israel lagerten in Gilgal, und sie feierten das Passa am vierzehnten Tag des Monats, am Abend, in den Ebenen von Jericho. Und sie aßen am andern Tag nach dem Passa von dem Erzeugnis des Landes ungesäuertes Brot und geröstete Körner an diesem selben Tag. Und das Manna hörte auf am andern Tag, als sie von dem Erzeugnis des Landes aßen, und es gab für die Kinder Israel kein Manna mehr, und sie aßen von dem Ertrag des Landes Kanaan in jenem Jahr.
Also: Das Passafest wird gefeiert, nachdem diese Beschneidung stattgefunden hatte. Damit erinnerten sie sich noch einmal daran, was die Grundlage der Erlösung aus Ägypten gewesen ist: der Tod des Lammes und das Blut des Lammes. Wieder ein deutlicher Hinweis auf Jesus Christus, der einmal kommen sollte als Messias, um für unsere Sünden zu sterben.
Dann lesen wir noch davon, dass sie begonnen haben, das Erzeugnis des Landes zu essen: ungesäuertes Brot und geröstete Körner. Ungesäuertes Brot ist ja vorgeschrieben, schon in 2. Mose 12. Nur solche Matzen durfte man während des Passafestes essen. Es durfte kein Sauerteig in den Häusern sein.
Und nun ist es so: Der Sauerteig ist ein Bild der Sünde in der Bibel, im Alten und im Neuen Testament. Seine Besonderheit ist diese: Sauerteig hat eine unglaublich ansteckende Wirkung. Ein bisschen Sauerteig an normalem Teig, und in Kürze ist der ganze Teig durchsäuert. So ist es eben auch mit der Sünde: Sie steckt an und entwickelt sich, sie bleibt nicht stehen.
Das Passa erinnerte, kann man sagen, nochmals an die Bekehrung, an die Befreiung aus der Knechtschaft von Pharao, einem Bild von Satan, an die Befreiung aus der Knechtschaft der Welt, aus Ägypten. Da aßen sie von dem Passalam, durch das sie erlöst wurden, und sie aßen dieses ungesäuerte Brot. Das weist darauf hin, dass im Leben, in der Übertragung, ein Bruch vollzogen wurde. Die Sünde wurde hinausgeschafft, aller Sauerteig musste ja aus den Häusern entfernt werden. Und jetzt essen sie wieder dieses ungesäuerte Brot, das ein klarer Hinweis ist auf den Herrn Jesus, der eben selber sündlos war und so zu unserem Erlöser werden konnte.
Nun, im Neuen Testament, in Matthäus 26, wo der Herr Jesus mit den Jüngern das Passa gefeiert hat, gerade am Vorabend seiner Kreuzigung, da hat er dieses ungesäuerte Brot genommen und daraus das Abendmahl gemacht. Er hat darauf hingewiesen, er brach das Brot und sagte: Dies ist mein Leib. Dies bedeutet mein Leib.
Das ist ein wunderbarer Anknüpfungspunkt, wenn man mit Juden über das Passa spricht. Es war ungesäuert. Und dann kommt dazu: Man sieht diese vielen Löcher da drin. Das ist so üblich, die Matzen werden so durchstochen. Und wenn man sie gegen das Licht hält, dann sieht man, wie das Licht durchscheint. Da kann man darauf hinweisen, in Sacharja 12,10 heißt es von dem Messias, wenn er in der Zukunft kommen wird: Sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben.
Und dann kommt dazu: Man sieht diese Striemen. Weltweit wird Passa so gefeiert, mit diesen Broten, durchlöchert und mit solchen Striemen. Dann kann man hinweisen auf Jesaja 53: Durch seine Striemen sind wir geheilt.
Ja, und dieses Brot essen sie zusammen mit Körnern des Landes. Wovon sprechen diese Körner? Von der Gerstenernte, und diese Erstlinge der Gerste werden erläutert in 1. Korinther 15,20. Dort wird von der Auferstehung von Jesus Christus gesprochen, und da heißt es: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen. Also der Ausdruck Erstling wird auf ihn bezogen, und das war eben der Ausdruck für die ersten Gersten, die da im Frühjahr geerntet wurden.
Jesus Christus ist der Erste, der aus den Toten auferstanden ist und nicht mehr stirbt. Darum wird er genannt: der Erstling. Und so sehen wir also hier diese Verdichtung von Gedanken. Die Bedeutung der Beschneidung habe ich erklärt, und jetzt das Passa: Es spricht von dem Tod des Lammes Gottes, aber gleichzeitig noch diese Erstlinge der Gerste. Sie sprechen von der Auferstehung.
Und das wird der Ausgangspunkt für den gleich nachfolgenden, überwältigenden Sieg über Jericho. So sehen wir: Diese Wahrheiten, die wir da in Kapitel 5 finden, in Verbindung mit der Beschneidung, mit dem Passa, mit dem ungesäuerten Brot, das sind die Grundlagen für ein sieghaftes Glaubensleben.

Die Erscheinung des Heerführers und ihre alttestamentlichen Linien

Dann bleibt noch am Schluss von Kapitel fünf dieser unbekannte Mann, der Josua erschien, mit dem gezückten Schwert in der Hand. Josua geht auf ihn zu und stellt die Frage, ob er für sie oder für ihre Feinde sei. Er stellt sich vor: Ich bin der Oberste des Heeres des Herrn. Und Josua fällt vor ihm nieder. Er merkt, dass das Gott ist, der in menschlicher Gestalt erschienen ist.
Das ist etwas, das wir durch das ganze Alte Testament immer wieder finden. Zum Beispiel schon damals in 1. Mose 16, als Hagar Hals über Kopf aus prekären familiären Problemen geflüchtet war, erscheint ihr der Bote des Herrn oder der Engel des Herrn. Aber im Verlauf von 1. Mose 16 wird klar: Dieser Bote oder Gesandte des Herrn ist der Herr selbst. Denn plötzlich heißt es nicht mehr „der Bote des Herrn“, sondern es heißt „der Herr“, JHWH. Und Hagar sagt: „Du bist ein Gott, der sich schauen lässt.“
Das war eine Erscheinung von Jesus Christus bereits alttestamentlich, und auch hier wieder. Sehen wir die Parallele zu 2. Mose 3, als Mose in der Wüste war und den brennenden Dornbusch gesehen hatte. Er näherte sich dem Busch, und da kommt die Stimme: Ja, ich bin der Ich-bin. Gott stellt sich vor, und er sagt: Zieh deine Schuhe aus, denn der Boden, auf dem du stehst, ist heiliges Land.
Und hier haben wir gelesen, dass dieser Heeroberste genau das Gleiche sagt. Also ist das eine direkte Parallele zu dem, was Mose in 2. Mose 3 erlebt hat, und zu dem, was Josua jetzt hier im Land erlebt. Der Sohn Gottes erscheint hier alttestamentlich und stellt sich vor als der, der Israel zum Sieg führen wird.
Und nun lässt sich das ganz einfach neustestamentlich übertragen. In Epheser 6,10 wird zu unserem geistlichen Kampf als Christen gesagt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Der Herr Jesus ist die Garantie. Er geht voran, und durch ihn können wir geistlichen Sieg erlangen.

Der erste Angriff auf Jericho und die Sprache des Glaubens

Und jetzt kommen wir zu Joshua 6. Ich lese ab Vers 1:
Und Jericho hatte seine Tore geschlossen und war verriegelt vor den Kindern Israel. Niemand ging aus, und niemand ging ein. Und der Herr sprach zu Joshua: Siehe, ich habe Jericho und seinen König und die streitbaren Männer in deine Hand gegeben.
Interessant ist auch hier diese Vergangenheitsform. Bevor Jericho erobert ist, sagt Gott: Ich habe sie in deine Hand gegeben. Schon in der Vergangenheit.
Und ihr sollt die Stadt umziehen, alle Kriegsleute, einmal rings um die Stadt. So sollst du sechs Tage tun. Und sieben Priester sollen sieben Hall-Schofa-Hörner tragen, das können Tierhörner sein, einfach von koscheren Tieren, zum Beispiel ganz typisch Widderhörner, aber es kann auch Antilope sein und so weiter. Das sind diese Hall-Schofa-Hörner. Sieben Priester sollen sieben Hall-Schofa-Hörner vor der Lade hertragen. Und am siebten Tag sollt ihr die Stadt siebenmal umziehen, und die Priester sollen in die Schofar-Hörner stoßen.
Und es soll geschehen: Wenn man das Lärmhorn anhaltend bläst, wenn ihr den Schall der Posaune hört, so soll das ganze Volk ein großes Geschrei erheben. Und die Mauer der Stadt wird an ihrer Stelle einstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, ein jeder gerade vor sich hin.
Und Joshua, der Sohn Nuns, rief die Priester und sprach zu ihnen: Nehmt die Lade des Bundes auf. Und sieben Priester sollen sieben Hall-Schofa-Hörner vor der Lade des Herrn hertragen. Und er sprach zu dem Volk: Geht hin und umzieht die Stadt, und die Gerüsteten sollen vor der Lade des Herrn hergehen.
Und es geschah, als Joshua zu dem Volk geredet hatte, da zogen die sieben Priester hin, welche die sieben Hall-Schofa-Hörner vor dem Herrn hertrugen und in die Schofar-Hörner stießen. Und die Lade des Bundes des Herrn folgte hinter ihnen, und die Gerüsteten zogen vor den Priestern her, welche in die Posaune stießen. Und der Nachzug ging hinter der Lade her, indem sie fort und fort in die Schofar-Hörner stießen.
Und Joshua hatte dem Volk geboten und gesagt: Ihr sollt kein Geschrei erheben, eure Stimme nicht hören lassen, und kein Wort soll aus eurem Mund gehen, bis zu dem Tag, da ich zu euch sage: Erhebt ein Geschrei! Dann sollt ihr ein Geschrei erheben.
Und die Lade des Herrn umzog die Stadt einmal rings um sie her, und sie kamen in das Lager und übernachteten im Lager. Also immer wieder zurück nach Gilgal, das ist der Ausgangspunkt.
Vers 12: Und Joshua machte sich des Morgens früh auf. Wieder eine Stelle, die wir festhalten müssen: Im Buch Joshua steht immer wieder an wichtigen Punkten, dass er früh aufsteht. Und die Priester trugen die Lade des Herrn. Und die sieben Priester, welche die sieben Hall-Schofa-Hörner vor der Lade des Herrn hertrugen, gingen fort und fort und stießen in die Posaunen, in die Posaunen oder in die Schofar-Hörner. Und die Gerüsteten zogen vor ihnen her, und der Nachzug ging hinter der Lade des Herrn her, indem sie fort und fort in die Schofar-Hörner stießen.
Und sie umzogen die Stadt am zweiten Tag einmal und kehrten in das Lager zurück. So taten sie sechs Tage.
Ich habe schon erklärt: Das hat einen strategischen Effekt. Am Anfang waren die Kanaaniter mit ihren Waffen sofort kampfbereit an den Mauern. Am zweiten Tag noch immer. Und mit der Zeit haben sie gemerkt: Wir wissen, wie das funktioniert. Die gehen einmal um die Stadt und dann gehen sie wieder nach Gilgal, und das war's. Damit kam dann die Entspannung. Am siebten Tag wusste man: Jetzt können wir einfach zuschauen, das ist nicht mehr wichtig. Und das war der Überraschungseffekt. Dann kam es zum Krieg.

Der Zusammenbruch der Festung und die Deutung als geistlicher Kampf

Vers 15: Und es geschah am siebten Tag, da machten sie sich früh auf, beim Aufgang der Morgenröte, und umzogen die Stadt nach dieser Weise siebenmal. Ich nehme die Bibel, die an dieser Stelle lesbar ist. Ja, nach einigen Jahrzehnten kommt es eben schon mal vor, dass man dann nicht mehr gut lesen kann.
Also, ich lese noch einmal Vers 15: Und es geschah am siebten Tag, da machten sie sich früh auf, beim Aufgang der Morgenröte, und umzogen die Stadt in dieser Weise siebenmal. Nur an diesem Tag umzogen sie die Stadt siebenmal. Es geschah beim siebten Mal, als die Priester in die Posaunen stießen, da sprach Josua zum Volk: Erhebt ein Geschrei, denn der Herr hat euch die Stadt gegeben. Auch da in der Vergangenheitsform die Sprache des Glaubens: Der Herr hat euch die Stadt gegeben. Und die Stadt soll samt allem, was darin ist, dem Herrn ein Bann sein. Nur Rahab, die Hure, soll am Leben bleiben, sie und alle, die bei ihr im Haus sind, weil sie die Boten versteckt hat, die wir ausgesandt haben. Ihr aber hütet euch nur vor dem Verbannten, damit ihr nicht selbst verbannt werdet, wenn ihr vom Verbannten nehmt, und das Lager Israels zum Bann macht und es in Trübsal bringt. Und alles Silber und Gold samt den kupfernen und eisernen Geräten soll dem Herrn heilig sein; in den Schatz des Herrn soll es kommen, das heißt in den Tempelschatz der Stiftshütte.
Und das Volk erhob ein Geschrei, und sie stießen in die Schofahörner. Und es geschah, als das Volk den Schall der Schofahörner hörte und ein großes Geschrei erhob, da stürzte die Mauer an ihrer Stelle ein. Und das Volk stieg in die Stadt hinein, jeder gerade vor sich hin, und sie nahmen die Stadt ein. Also die Mauer ist nach außen heruntergefallen, so dass es dann eine Rampe gab, über die die Israeliten rundherum einsteigen konnten. Das macht jetzt auch klar, warum es wichtig war, dass sie als ganzes Volk rund um die Stadt herumkreisten, so dass am Schluss, wenn der Mauerfall kommen sollte, die ganze Stadt umzingelt war und überall über diese Rampe eingestiegen werden konnte.
Das ist natürlich sehr ungewöhnlich, dass bei einer Eroberung einer Stadt die Mauern nach außen runterfallen, nicht wahr? Nur als Tipp: Wenn einer mal eine Stadt erobern muss, dann muss man darauf achten, dass die Mauer nach innen fällt. Denn es ist sehr gefährlich für die Soldaten, für die eigenen Soldaten, wenn die Mauer nach außen herunterfällt. Aber wir werden gleich sehen, wenn wir etwas von der Archäologie von Jericho anschauen: Die Spuren sind dort ganz eindeutig. Die Mauer ist damals nach außen heruntergefallen, zu einer Rampe.
Und sie verbannten mit der Schärfe des Schwertes alles, was in der Stadt war, vom Mann bis zur Frau, vom Knaben bis zum Greis, und bis zu den Rindern und Schafen und Eseln. Und Josua sprach zu den beiden Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten: Geht in das Haus der Hure und führt die Frau und alle ihre Angehörigen von dort heraus, wie ihr es ihr geschworen habt. Da gingen die jungen Männer, die Kundschafter, hinein und führten Rahab und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und alle ihre Angehörigen hinaus. Alle ihre Familien führten sie hinaus, und sie ließen sie außerhalb des Lagers Israels. Und die Stadt und alles, was darin war, verbrannten sie mit Feuer. Nur das Silber und das Gold und die kupfernen und die eisernen Geräte legten sie in den Schatz des Hauses des Herrn.
So ließ Josua Rahab, die Hure, und das Haus ihres Vaters und alle ihre Angehörigen am Leben. Und sie hat in der Mitte Israels gewohnt bis auf diesen Tag, weil sie die Boten versteckte, die Josua ausgesandt hatte, um Jericho auszukundschaften. Das bedeutet übrigens, bei der Abfassung des Buches Josua war Rahab noch am Leben.
26 Und Josua schwor in jener Zeit und sprach: Verflucht vor dem Herrn sei der Mann, der sich aufmachen und diese Stadt Jericho wieder aufbauen wird. Mit seinem Erstgeborenen wird er ihren Grund legen, und mit seinem Jüngsten ihre Tore aufstellen.
Und der Herr war mit Josua, und sein Ruf verbreitete sich durch das ganze Land.
Nun, zuerst möchte ich die geistliche, übertragene Bedeutung von Jericho vorstellen. Jericho lag, wie wir hier sehen, in dieser Tiefebene beim Toten Meer. Es ist ein subtropisches Gebiet, da wachsen Palmen auch wunderbar, und es liegt ungefähr Meter unter dem Meeresspiegel. Diese Stadt war gewissermaßen der Türwächter des Landes Kanaan. Denn um die kanaanäischen Städte im Bergland zu erobern, musste man hier an Jericho vorbei. Jericho war also wirklich ein strategischer Schlüsselpunkt für die Eroberung des Landes Kanaan. Wenn einmal Jericho gefallen war, dann war der Weg offen, um das weitere Land in Besitz zu nehmen.
Jericho wird uns hier vorgestellt als eine mächtige Festung. Und in 2. Korinther 10 lesen wir, ich habe das gestern schon gelesen, aber ich wiederhole das nochmals: 2. Korinther 10,3. Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, heißt das, wir kämpfen nicht nach dem Fleisch, also wir kämpfen nicht nach menschlicher Weise. Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, das bedeutet hier menschlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen, indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus.
Also hier werden Vernunftschlüsse von Menschen verglichen mit einer Festung, die zerstört werden muss. Und dann können wir an alle möglichen Systeme denken, die es gibt, die uns von der Bibel abhalten sollen, um der Bibel zu vertrauen. Das sind eben solche Höhen, die sich erheben gegen die Erkenntnis Gottes. Das kann man sehr gut illustrieren anhand von Jericho.
Wenn man heute, sagen wir, mit gewissen bekannten Archäologen über Jericho sprechen würde, als Beispiel nämlich Israel Finkelstein, der auch sehr oft in den Medien erwähnt wird: Israel Finkelstein ist ein bekannter, weltweit bekannter Archäologe. Und wenn man ihn eben fragt: Wie war das mit Jericho und der Eroberung des Landes unter Josua? Dann sagt er: Archäologisch kann man sagen, das ist ein Märchen, hat nie stattgefunden, ist alles erfunden. Und wir können das heute archäologisch so belegen.
Ja, natürlich, die frühere Schule von William Albright, diese biblischen Archäologen da vor Jahrzehnten, die waren der Bibel gegenüber sehr aufgeschlossen und positiv eingestellt. Aber das ist vorbei. Die haben vieles noch nicht gewusst, was wir heute wissen. Für uns ist heute klar: Damals, als diese Eroberung von Jericho unter Josua hätte stattgefunden haben sollen, da war Jericho gar keine Stadt. Es gab keine Mauer, da konnte auch nichts runterfallen. Das ist alles erfunden. Da gab es gar keine Stadt, die da hätte erobert werden sollen. Man hat gar keine Spuren dieser Eroberung gefunden.
Und, würde er dann noch weiter erklären, auch in Ägypten in dieser Zeit gibt es gar keine Spuren von Israeliten in Ägypten. Auch das ist alles erfunden, also Israel in Ägypten, der Auszug aus Ägypten, alles ein Märchen, alles Mythologie. Und wir können das aus der Sicht der modernen Archäologie heute so ganz klar bekräftigen.
Das sind Höhen, die sich erheben wie gegen die Erkenntnis Gottes, eben Festungen, so wie Jericho als Festung beschrieben wird. Und was muss geschehen mit diesen Festungen? Die müssen fallen! Die müssen wir zu Boden zwingen. Und nun werde ich dir gleich zeigen, wie das im Fall von Israel Finkelstein und seinen Theorien über Jericho bereits geschehen ist. Seine Burg ist schon längst zu Boden, die Mauern sind gefallen.
Aber bevor wir da noch weiter schreiten, möchte ich noch aufschlagen, wie hier auf der Folie erläutert: Hebr. 11,30. Da wird uns gezeigt, dass dieses gewaltige Ereignis des Mauerfalls von Jericho durch Glauben geschehen ist. Es heißt in Hebr. 11,30: Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umzogen waren. Durch Glauben kam Rahab, die Hure, nicht mit den Ungläubigen um, da sie die Kundschafter in Frieden aufgenommen hatte.
Und wir sehen, Josua war hier auch das Vorbild. Er hatte geglaubt und konnte dem Volk sagen: Der Herr hat euch diese Stadt in die Hand gegeben. Bevor die Mauer gefallen war, hat der Glaube das bereits in Anspruch genommen, wie wenn es schon geschehen wäre.
Wichtig ist auch, ein bisschen die Karte genauer zu berücksichtigen. Hier haben wir das Land Israel, und da sehen wir das Tote Meer, hier den See Genezareth. Der Jordan fließt da runter bis ins Tote Meer, und wir sehen, Jericho ist hier eingezeichnet, ganz nahe bei der Mündung des Jordans in das Tote Meer. Und das Volk Israel war bei der letzten Lagerung da in den Gefilden Moabs, auf heute jordanischem Boden. Dort hat Mose auch seine acht Abschiedsreden, die im fünften Buch Mose überliefert sind, gehalten. Danach ging das Volk eben an den Jordan, über den Jordan nach Gilgal und von Gilgal eben nur noch ein kurzer Weg dann zur Eroberung von Jericho.
Im Folgenden werden wir dann sehen, wie alle zwölf Stämme im Land ein Erbteil bekommen haben. Aber wir wissen ja, zweieinhalb Stämme wollten nicht über den Jordan gehen, das sind der Stamm Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse. Die bekamen da im heutigen Jordanien ihr Erbteil. Die anderen neuneinhalb Stämme sind rübergegangen, und wir sehen da gerade bei Jericho, in dieser Gegend, kommt das Erbteil, das große Erbteil von Juda und Benjamin zusammen. Innerhalb von Juda gab es das Erbteil von Simeon und so weiter. Aber darauf kommen wir in den folgenden Kapiteln, nur einfach, damit man ein bisschen schon eine Ahnung hat, wie das Land dann unter den neuneinhalb und da unter den zweieinhalb Stämmen verteilt worden ist.
Aber der Schlüsselpunkt, um das Land zu erobern, war Jericho. Arabisch Tell und auf Hebräisch auch Tell. Die Araber nennen diesen Ort Tell es-Sultan, also der Zivilisationsschutthügel von Sultan. Er hat eine Höhe von siebzehn Metern, und das muss man sich so vorstellen: Im Nahen Osten war es im Altertum üblich, dass zum Beispiel ein Stamm oder ein Volk gewandert ist, von einem Ort zum anderen, und sie haben einen Ort gesucht, um zu siedeln. Wichtig war natürlich, dass es da eine Quelle gab oder einen Bach für die Wasserversorgung. Dann musste es auch strategisch stimmen, und dann haben sie sich gesagt: Gut, da bauen wir unsere Häuser.
Aber wenn dann diese Siedlung später von anderen angegriffen und zerstört wurde, dann lagen da die Ruinen. Und dann hat man sich gesagt: So, jetzt bauen wir wieder auf. Und zwar nicht daneben, man hat auf den alten Ruinen wieder aufgebaut. Und wenn das wieder zerstört worden war, dann hat man wieder auf den Ruinen aufgebaut. Und so entstand ein Tell, also eine Schicht um die andere, so eine Art wie Kuchen in Lagen, in verschiedenen Lagen.
Nun sieht man hier: Das ist künstlich so auf diese Art entstanden, da sind ganz viele Schichten aufeinander. Und man sieht hier, das waren die ersten Ausgräber, die zum Beispiel hier dieses Kuchenstück da seitlich rausgeschnitten haben. Sehen Sie das? Die haben gewusst, das ist also in Schichten geordnet, und jetzt machen wir am besten am Anfang gleich ein Schnitt. Dann schneiden wir ein Kuchenstück raus, und dann kann man alle verschiedenen Schichten in der Übersicht anschauen.
Es ist dann auch wichtig, dass man besonders die Keramik, also das Geschirr und die Luppe nimmt. All die Schichten sind natürlich voll von Geschirr, und das ist sehr bedeutsam, weil es schon damals immer Moden gab für eine bestimmte Zeit. In einer Zeit war diese Art von Geschirrmode, in jener Zeit eine andere, und so weiter. Und aufgrund der Mode kann man schon mal die Schichten datieren. Nehmen wir an, hier in Jericho findet man in Schicht Nummer acht eine bestimmte Mode. Ja, das hilft. An einem anderen Ort gräbt man ein Tell aus, und dort ist diese gleiche Mode in Schicht drei. Dann weiß man also: Schicht acht oder sieben von Jericho entspricht Schicht drei dort. Ja, weil die haben zu unterschiedlichen Zeiten angefangen, und die wurden ja nicht unbedingt zur gleichen Zeit wieder zerstört und so. So kann man relativ datieren.
Ein Beispiel aus der modernen Zeit: Vor 34 Jahren habe ich Miriam geheiratet, und das ist dann so üblich, man kriegt nicht nur Glückwünsche, sondern sogar noch Geschenke, und wir haben einen Fondue-Caquelon z. B. bekommen. Ein Fondue-Caquelon muss man in Deutschland erklären: Das ist so eine Art Pfanne aus Ton gebrannt, und da kann man Fondue machen. Das ist so eine Käsespezialität der Schweiz aus der Geburtsstadt meiner Mutter, Neuchâtel, aus der französischen Schweiz, und dort macht man das beste Fondue.
Ja, und da hatten wir mal ein Ehepaar auf Besuch bei uns, und die sagten: Oh, wir haben genau den gleichen Fondue-Caquelon wie ihr! Und dann hat Miriam nachgeforscht: Ja, wann habt ihr geheiratet? Es war im gleichen Jahr. Die Fondue-Caquelons, die ändern dauernd, aber die hatten genau den gleichen, weil sie eben zur gleichen Modezeit geheiratet haben. Und so kann man also heute noch aufgrund von Keramik datieren.
Jetzt ist es so: Israel Finkelstein sagt, zur Zeit der Eroberung von Josua war Jericho gar keine Stadt, da konnte auch keine Mauer runterfallen. Also es wäre auch völlig sinnlos zu singen: “Joshua fought the battle of Jericho and the wall came tumbling down.” Josua hat die Schlacht von Jericho geschlagen und die Mauer fiel herab. Es gab keine Mauer, die heruntergefallen ist.
Ja, jetzt müsste man eben Israel Finkelstein, einen anerkannten Archäologen, fragen: Ja, um welche Zeit soll denn diese Eroberung stattgefunden haben? Ja, ungefähr 1230. Ja, woher wissen Sie 1230? Ja, das ist so, dass sich die Zeit von Ramses II. in Ägypten ... Ja, und wieso denken Sie, der Auszug war zur Zeit von Ramses dem Zweiten? Ja, in der Bibel steht doch, die Israeliten haben Ramses statt und Pithom gebaut. Ja, eben, das war zur Zeit von Ramses dem Zweiten. Ja, aber steht in der Bibel, dass der Pharao damals Ramses war? Nein, es steht nämlich einfach: der Pharao, der Pharao!
Das ist übrigens auch schon mal ein ganz wichtiger Punkt: In der alten Geschichte Ägyptens hat man den Pharao einfach so mit dem Titel genannt. Erst in der späteren Zeit, sagen wir um 1000 vor Christus, nennt man den Pharao mit seinem Eigennamen zusammen. Und das ist in der Bibel auch so. Zum Beispiel viel später in der biblischen Geschichte, da kommt Pharao Schischak nach Jerusalem und erobert Jerusalem. Ja, er wird genannt Pharao Schischak, das ist die spätere Zeit, als man den Eigennamen dazu nennt. Und später in der Bibel liest man von Pharao Hofra und von noch mehr Pharaonen mit Eigennamen. Aber in 2. Mose immer nur Pharao, schon ein Hinweis auf ein sehr hohes Alter dieser Geschichte des Auszugs.
Nun, Israel Finkelstein sagt: Ja, da steht eben Ramses statt. Ja, aber es steht nicht, dass es zur Zeit von dem Pharao Ramses war. Und das ist der Punkt, nämlich wenn wir die biblischen Zahlen nehmen, die Bibel hat ja ein Zahlensystem von Anfang der Bibel bis zum Schluss des Alten Testamentes und dann rüber bis ins Neue Testament, und wenn man diese Zahlen zusammenrechnet, dann war der Auszug aus Ägypten gar nicht 1230 zur Zeit von Ramses dem Zweiten, sondern man kommt auf 1606 vor Christus. Und das ist etwas ganz anderes. Und dann vierzig Jahre später, 1566, dann muss die Mauer gefallen sein.
Ja, und das ist die Mauer, die archäologisch datiert wird, auch von Finkelstein, von allen großen Archäologen, circa 1550 vor Christus. Und diese Mauer war eigentlich eine Doppelmauer: unten eine Steinmauer mit mächtigen Steinen und darüber eine Tonziegelmauer. Und diese Tonziegel sind außen runtergefallen zu einer Rampe, in der Art wie hier. Das ist die Mauer von Josua. Und das sind die originalen Mauerüberreste, die heute noch zu sehen sind.
Wenn ich Gruppen nach Israel führe, dann gehen wir auch immer wieder nach Jericho, und da kriegen die Leute an der Kasse, das verwalten ja heute die Palästinenser, das gehört ja zu den palästinensischen Autonomiegebieten, einen Flyer. Und was liest man drin? Hier in Jericho wurde nichts gefunden, was die Bibel bestätigt. Oh, das sind ja Freunde von Israel Finkelstein. Ja, aber ich gehe da mit der Gruppe rein, und da gehen wir zu dieser Mauer, und ich erkläre: Diese Mauer wird datiert auf 1550 v. Chr. Die Palästinenser haben jetzt auch hier noch eine Tafel angebracht, da steht es drauf: circa 1550. Ja, und da hat man diese Ziegel gefunden, die heruntergefahren sind, so dass man sogar berechnen konnte, dass es eine sehr hohe und dicke Tonziegelmauer war auf dieser Grundmauer, die heute noch steht.
Und nun ein Bild aus dem Film von Tim Mahoney, „Pattern of Evidence“. Da hat er das Jericho eben nach den archäologischen Überresten von 1550 v. Chr. schön mit dem Computer wiederhergestellt. Man sieht hier, das sind diese Steine, die man heute noch sehen kann, und darüber die Tonziegelmauer. Danach kommt ein Glacis, das ist, was ich schon erklärt habe: eine schiefe Ebene, mit Kalk verputzt. Diesen Kalk hat man auch gefunden in Jericho, und das sollte eben so eine glitschige, schiefe Ebene sein. Wenn man die erste Mauer hätte überwinden können, dann hätte man mit dem Kampfwagen die schiefe Ebene auf dem Kalk hinaufgehen sollen, und das war dann eben sehr rutschig. Und dann konnte man von der zweiten Mauer, nochmals einer Tonziegelmauer, die Angreifer beschießen. Das war Jericho am Vorabend des Sturzes.
Und nun: Tim Mahoney hat mir diese Bilder aus seinem Film überlassen, und er war lange Zeit in einer Glaubenskrise, weil er gehört hatte, es gibt keine archäologischen Belege, dass die Bibel stimmt. Und man hat zeigen können, dass Israel nie in Ägypten war und dass Jericho gar nicht erobert wurde. Und der Mann ging auf die Suche, und er hat weltweit Wissenschaftler besucht, Archäologen, Interpreten, übrigens auch Israel Finkelstein. Und schließlich hat er diesen Film gedreht, in dem er zeigt, wie er dann eben doch fündig geworden ist.
Ja, es ist doch unglaublich: Da unterschiebt man der Bibel eine falsche Zeittabelle und sagt, der Auszug sei um 1230 gewesen, und da gibt es nichts. Ja, aber man muss noch ein bisschen in der Zeit zurückgehen, nach den biblischen Zahlen, und dann findet man alles wunderbar, perfekt, nämlich auch die Spuren von Israel in Ägypten, die Spuren von dem Auszug aus Ägypten, alles ist da. Aber natürlich nicht um 1230 zur Zeit von Ramses, sondern früher. Es ist alles, alles, alles zu belegen. Und ja, also aus dieser Glaubenskrise ist er rausgekommen, und eine Frucht davon ist sein Film „Pattern of Evidence“.
Jetzt sieht man hier diese Doppelmauer, da unten die Steine, die man heute noch sehen kann. Wenn Sie also mit mir mal mitkommen nach Jericho, dann schauen wir uns das an. Und das sind die Tonziegel, die außen runtergefallen sind. Und so konnten die Israeliten, ein jeder vor sich hin, hineinsteigen. Da stürzte die Mauer an ihrer Stelle ein, und das Volk stieg in die Stadt hinein, ein jeder gerade vor sich hin, und sie nahmen die Stadt ein. Das ist doch grandios!
Und damit haben wir eben diese Festung, die Israel Finkelstein und andere aufgebaut haben, niedergerissen. Die Mauern sind gefallen. Und so muss man das machen, eben mit allen möglichen Dingen, die sich so gegen die Bibel erheben, zum Beispiel die Evolutionslehre. Das ist auch eine solche mächtige Festung wie Jericho. Aber da muss man mit Waffen dagegen vorgehen und die ganzen Denkfehler in diesem System aufzeigen, aufdecken. Und dann ist manchmal schon die Reaktion interessant, wie dann Leute sagen: Das hat mir noch nie jemand in der Schule erzählt. Noch nie hat mir jemand erzählt, dass diese Datierungsmethoden mit den Millionen von Jahren da und da und da und da ihre schweren Denkfehler haben. Man hat mir immer gesagt, das ist Physik, und man kann das genau berechnen, diese Millionen von Jahren. Man hat mir das nie erzählt.
Und man hat mir auch noch nie erzählt, sagen manche Leute, dass es noch weitere Datierungsmethoden gibt, die auf ein Alter von Schichten hinweisen, die nicht Millionen von Jahren alt sind, sondern Jahrtausende. Warum hat man das uns nicht erzählt? Dann dreht sich der Spieß.
Ja, so müssen diese Festungen zum Einsturz gebracht werden. Und das ist eine Aufgabe, die wir Christen haben. 2. Korinther 10 zeigt: Wir haben mächtige Waffen, göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen und gegen jede Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes. Das ist ein Auftrag, und das ist eine ganz wichtige Sache, weil es viele Menschen gibt, die Fragen und Zweifel in Bezug auf die Bibel haben, und niemand gibt ihnen Antwort. Aber wir haben die Aufgabe, Antworten zu geben und eben zu helfen, zu sehen, dass das alles nur Festungen sind, die so Widerstand leisten gegenüber dem Evangelium.

Der Fluch über die wiederaufgebaute Stadt und die bleibende Gültigkeit des Wortes

Und dann haben wir gelesen: Nach der Eroberung von Jericho hat Josua die Stadt verflucht, mit einem Fluch belegt. Diese Stadt, diese strategisch einzigartig wichtige kanaanitische Stadt, soll nie mehr aufgebaut werden. Und er sagt, mit seinem Erstgeborenen wird der Mann, der diese Stadt trotzdem wieder aufbaut, ihren Grund legen, und mit seinem Jüngsten ihre Tore aufstellen.
Jericho war jahrhundertelang keine Stadt mehr und hatte keine Mauer. Jetzt versteht man: 1230 vor Christus hatte Jericho keine Mauer. Und das muss so sein, sonst wäre die Bibel falsch. Das ist schon der Hammer. Also das, was genau so sein muss, damit die Bibel stimmt, hat man benutzt, um zu sagen: Seht ihr, die Bibel ist falsch. Eben, man unterschiebt der Bibel eine falsche Chronologie, und dann sagt man freudestrahlend: Seht ihr, die Bibel ist falsch.
Das wäre so, als wenn Archäologen in einigen Jahrhunderten in Europa graben und suchen würden. Dann würden sie sagen: Also, eine Angela Merkel hat es gar nie gegeben. Wir haben alle Archive der Reformation durchsucht, und da gab es keine Angela, also keine Angela Merkel, die da über das Germanenvolk geherrscht hätte. Ja, und das ist natürlich korrekt. Aber man müsste natürlich in den Archiven des einundzwanzigsten Jahrhunderts suchen, und dann würde man fündig werden. Ja, so ist das. Wenn man in den falschen Schichten sucht, ist ja klar, dass nichts da ist.
Es gab diese Angela nicht in der Reformation, im sechzehnten Jahrhundert, aber ein paar Jahrhunderte später schon. Und so ist es auch hier. Ja, und so durfte es also um 1230 gar keine Stadt Jericho geben. Aber in der Bibel lesen wir später, und wirklich Jahrhunderte später, in 1. Könige 16. Das ist bereits die Zeit von König Ahab. Da lesen wir in 1. Könige 16,34: In seinen Tagen baute Hiel der Betheliter Jericho wieder auf. Mit Abiram, seinem Erstgeborenen, legte er ihren Grund, und mit Segub, seinem Jüngsten, stellte er ihre Tore auf, nach dem Wort des Herrn, das er durch Josua, den Sohn Nuns, geredet hatte.
Also, dieser Hiel aus Bethel, der hat sich gesagt: Ich baue die Stadt wieder auf, obwohl Josua gesagt hatte: Verflucht ist, wer das tut. Und dann hat er den Grund zu dieser Stadt gelegt, und da ist sein erster Sohn gestorben. Und er hat weitergefahren. Und als er dann die Stadt fertig hatte und auch die Tore gebaut hatte, dann starb sein jüngster Sohn.
Und hier steht das nach dem Wort des Herrn, das er durch Josua, den Sohn Nuns, geredet hatte. Wir sehen das Wort Gottes durch die Jahrhunderte hindurch. Es bleibt wahr, unveränderlich, und das hat sich auch nach Jahrhunderten später genau so erfüllt, wie es ausgesagt worden war. Das ist sehr eindrücklich.

Der Beginn von Achan und die Krise nach dem Sieg

Und jetzt gehen wir weiter zu Kapitel sieben, nur den Anfang.
Zunächst Josua 7:
Und die Kinder Israel begingen Untreue an dem Verbannten. Und Achan, der Sohn Karmis, des Sohnes Saptis, des Sohnes Serachs, vom Stamm Juda, nahm von dem Verbannten. Und der Zorn des Herrn entbrannte wieder gegen die Kinder Israel.
Und Josua sandte Männer von Jericho nach Ai, das bei Bet-Awen, östlich von Betel, liegt, und sprach zu ihnen: Geht hinauf, kundschaftet das Land aus! Und die Männer gingen hinauf und kundschafteten Ai aus. Und sie kehrten zu Josua zurück und sprachen zu ihm: Es ziehe nicht das ganze Volk hinauf. Bei zweitausend Mann oder bei dreitausend Mann mögen hinaufziehen und Ai schlagen. Bemühe nicht das ganze Volk dahin, denn ihrer sind wenige.
Da zogen von dem Volk bei dreitausend Mann dort hinauf. Aber sie flohen vor den Männern von Ai. Und die Männer von Ai erschlugen von ihnen bei sechsunddreißig Mann und jagten ihnen nach vor dem Tor bis Schewarim und schlugen sie am Abhang. Da zerschmolz das Herz des Volkes und wurde wie Wasser.
Schon die Kundschafter sind hier ein Problem. Josua schickt wieder Kundschafter aus. Das ist ja gut gegangen dort bei Jericho. Diese Kundschafter waren ganz, kann man sagen, in seinen Fußstapfen. Die kamen mit guter Nachricht zurück und haben Mut gemacht. Und diese zwei, die kommen auch mit guter Nachricht zurück, aber die machen das Volk übermütig. Keine Chance haben die. Da muss man gar nicht so viele Tausend Soldaten mobilisieren, das reicht, zweitausend, das reicht, obwohl das viel, viel mehr waren dort. Wir werden das gleich noch sehen. Das war immer noch eine riesige Übermacht gegen zwei- oder dreitausend. Aber wie Sie sagten: kein Problem für uns.
Und das ist das Problem, wenn man dann plötzlich beginnt, auf sich zu vertrauen. Man wird eben stolz. Und so möchte ich dazu lesen aus 1. Korinther 8. Es ist wirklich genau nochmals das, was geschehen ist in der jüngeren Geschichte Israels. Zuerst dieser gewaltige Sieg des Sechstagekrieges, ich habe das schon erläutert: 1967, nach sechs Tagen war die Übermacht an allen drei Fronten besiegt, und es war Ruhe. Unglaublich, so etwas hat man in der Militärgeschichte noch nie gesehen.
Man muss sich auch vorstellen: In den ersten Stunden des Krieges schon war die Luftwaffe von Ägypten weitestgehend am Boden zerstört. Die israelischen Kampfflugzeuge flogen unter dem Radar durch nach Ägypten. Die Offiziere, die Piloten, waren noch gar nicht in ihren Flugzeugen, und schon kamen sie über den Flughafen im Tiefflug und haben ein geparktes Flugzeug nach dem anderen abgeschossen. Ich habe noch einen Film von damals. Unglaublich: Innerhalb von Stunden war die Luftwaffe von Ägypten ausgeschaltet. Und das Gleiche haben sie noch in Syrien gemacht. In der kürzesten Zeit war die Luftwaffe von Syrien am Boden vernichtet, und ein Teil im Irak. Unglaublich.
Und eben dieser gewaltige Sieg, diese Befreiung im Sechstagekrieg. Und dann kam dieser Übermut, und man war nicht mehr vorsichtig. Und der Jom-Kippur-Krieg, was ich ja schon erklärt habe, 1973, das war wirklich schlimm, ganz schlimm. Israel hat zwar am Schluss den Sieg errungen, aber es sind viele in diesem Krieg getötet worden. Und das ist genau dasselbe Prinzip: dieser Sieg in Jericho und dann dieser Übermut und auch nicht mehr die Wachsamkeit, wie sie nötig wäre.
Nun, geistlich ist das genau gleich. Und wir lesen in 1. Korinther 10,12: Daher, wer zu stehen meint, siehe zu, dass er nicht falle. Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche. Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, sodass ihr sie ertragen könnt.
Und genau das hat hier in Israel gefehlt: dieses Aufpassen. Wer steht, dass er nicht zu Fall kommt. Es gab diese Niederlage, und dann sehen wir: Das Herz der Israeliten zerschmolz wie Wasser. Den gleichen Ausdruck hatten wir doch vor kurzem von den Kanaanitern. Ihr Herz war zerschmolzen, sie hatten keinen Mut mehr gegen Israel. Und jetzt wird das gedreht. Eine Katastrophe, man könnte sagen, für Josua eine Frustration.
Frustration heißt übrigens eine Enttäuschung. Lateinisch frustra heißt vergeblich, von daher kommt das komische Wort Frustration. Also eben: Man möchte etwas, und es gelingt nicht. Das ist dann Frustration.

Die Suche nach der Ursache und das Bekenntnis Achans

Vers 6: Und Joshua zerriss seine Kleider und fiel vor der Lade des Herrn auf sein Angesicht zur Erde bis an den Abend, er und die Ältesten von Israel. Und sie warfen Staub auf ihre Häupter.
Und Joshua sprach: Ach, Herr, Ewiger, warum hast du denn dieses Volk über den Jordan ziehen lassen, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, uns zugrunde zu richten? O, hätten wir es uns doch gefallen lassen und wären jenseits des Jordan geblieben!
Ganz eigentümlich, diese Sprache. Das erinnert so an diese komische Sprache Israels in der Wüste. Wie ist das dort geschehen? Immer wieder kam der Ruf, wenn Schwierigkeiten in der Wüste da waren, sagen sie: Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt, Mose? Wären wir doch in Ägypten geblieben!
Die Antwort ist ganz einfach: Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? Ja, weil sie aus Ägypten hinaus wollten. Sie wollten ja Freiheit, und nachher sagen sie: Warum hast du uns herausgeführt? Ja, ihr wolltet ja hinaus. Und das war doch auch der Wunsch des ganzen Volkes: Wir wollen in das verheißene Land, und der Herr hat es uns zugesagt. Und jetzt, in dieser Krisensituation, sagt er: O, hätten wir es uns doch gefallen lassen und wären jenseits des Jordan geblieben.
Gut, wenigstens sagt er nicht: Wären wir doch in Ägypten geblieben. Ja, das ist ja schon eine unglaubliche Verschiebung der Sicht. Nur als Beispiel: Das war eine furchtbare Sklaverei und ein schrecklicher Druck, der auf dem Volk Israel gelastet hatte. Aber sie sind aus dem Ägyptenland ausgezogen, und dann in der Wüste, bei Schwierigkeiten, heißt es in 4. Mose 11,4: Und das Mischvolk, das in ihrer Mitte war, wurde lüstern. Und auch die Kinder Israel weinten wiederum und sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, der Gurken und der Melonen und des Lauchs und der Zwiebeln und des Knoblauchs. Und nun ist unsere Seele dürre, gar nichts ist da, nur auf das Manna sehen unsere Augen.
Was? Jetzt können sie sagen: Damals in Ägypten, da haben wir gratis gegessen. Ja, die haben geschuftet als Sklaven, die haben keinen Lohn bekommen. Natürlich zu essen, man muss ja Sklaven etwas zu essen geben, sonst kann man sich als Arbeitskraft nicht nachhaltig einsetzen. Ja, aber die kommen wirklich so verschoben zur Idee: O, wären wir doch in Ägypten quasi geblieben, und dort hatten wir es so toll, dieser Lauch und diese Melonen und diese Zwiebeln. Unglaublich, wie das Denken verschoben werden kann.
Und jetzt aber eben diese Krise, und Joshua sagt: Wären wir doch jenseits des Jordan geblieben. Man kann sagen, so auf dem Niveau der zweieinhalb Stämme. Nicht Ägypten, das sagt er nicht, das ist wichtig, aber jenseits. Und was bedeutet das jenseits des Jordan? Das heißt ein Christenleben, wo man sich begnügt mit ganz wenig, wo man die geistlichen Reichtümer, die im Neuen Testament so ausführlich in den Briefen dargelegt werden, gar nicht kennenlernen möchte.
Aber lesen wir weiter.
Vers 8: Bitte, Herr, was soll ich sagen, nachdem Israel vor seinen Feinden den Rücken gekehrt hat? Und hören es die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes, so werden sie uns umzingeln und unseren Namen von der Erde ausrotten. Und was wirst du für deinen großen Namen tun?
Er sieht natürlich diese Schande, die über uns kommt. Aber es ist schön, dass er hier betont: Aber das bedeutet ja Verunehrung des Namens Gottes. Und er spricht zu Gott: Was tust du für die Ehre deines Namens in dieser Sache?
Und die Antwort kommt leicht. Da sprach der Herr zu Joshua: Steh auf! Warum liegst du denn auf deinem Angesicht? Israel hat gesündigt. Und auch haben sie meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten habe, und auch haben sie von dem Verbannten genommen, und auch gestohlen und es auch verheimlicht und es auch unter ihre Geräte gelegt.
Joshua sagte: Warum ist das geschehen? Aber er hätte ja schon einen Hinweis gehabt in seinen eigenen Worten. Wenn wir uns erinnern, in Kapitel 6 hatte er doch klar auf dieses Problem hingewiesen: Wenn jemand sich an Jericho bereichern würde, dann würde er eben einen Bann über Israel bringen. Also diese Möglichkeit, dass ein Bann in Israel ist und dass dann der Segen Gottes nicht mehr da ist, das wusste er. Und er hätte sich vielmehr sagen müssen: Ist so etwas geschehen unter uns?
Ich lese Joshua 6,18: Da spricht er vor der Eroberung: Ihr aber hütet euch nur vor dem Verbannten, damit ihr es nicht verbannt und doch von dem Verbannten nehmt und das Lager Israels zum Bann macht und es in Trübsal bringt.
Also diese Möglichkeit hat er gerade als Gefahr vorgestellt, und da hätte er sich fragen müssen: Ist so etwas geschehen? Und Gott sagt: Jawohl, Israel hat gesündigt!
Und dann lese ich weiter in Vers 12: Und die Kinder Israel werden vor ihren Feinden nicht zu bestehen vermögen, sie werden vor ihren Feinden den Rücken kehren, denn sie sind zum Bann geworden. Ich werde nicht mehr mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte vertilgt.
Steh auf, heilige das Volk und sprich: Heiligt euch auf morgen! Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ein Bann ist in deiner Mitte, Israel. Du wirst vor deinen Feinden nicht zu bestehen vermögen, bis ihr den Bann aus eurer Mitte hinwegtut. Und ihr sollt am Morgen herzutreten nach euren Stämmen. Und es soll geschehen: Der Stamm, welchen der Herr treffen wird, soll zutreten nach den Geschlechtern, und das Geschlecht, welches der Herr treffen wird, soll zutreten nach den Häusern, und das Haus, welches der Herr treffen wird, soll zutreten nach den Männern. Und es soll geschehen: Wer mit dem Bann getroffen wird, der soll mit Feuer verbrannt werden, er und alles, was er hat, denn er hat den Bund des Herrn übertreten und eine Schandtat in Israel begangen.
Und Joshua machte sich des Morgens früh auf – wieder morgen früh, eine wichtige Situation – und ließ Israel herzutreten nach seinen Stämmen. Und es wurde getroffen durchs Los der Stamm Juda. Da war klar: Also im Stamm Juda ist ein Problem. Alle anderen Stämme kann man vergessen. Stamm Juda ist ein Problem.
Und er ließ die Geschlechter Judas herzutreten, also der Stamm war aufgeteilt in verschiedene Sippengeschlechter, und es traf das Geschlecht der Sachitter. Und er ließ das Geschlecht der Sachitter herzutreten nach den Männern, und es wurde getroffen Sabdi. Und er ließ sein Haus herzutreten nach den Männern, und es wurde getroffen Achan, der Sohn Karmis, der Sohn des Sohnes Saptis, des Sohnes Serachs vom Stamm Juda.
Stufenlos wird aus dem Millionenvolk der Schuldige ermittelt, immer mehr eingeengt. Aber interessant: Am Anfang hat Gott gesagt in Vers 11: Israel hat gesündigt. Er hat nicht gesagt: Achan hat gesündigt. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt. Das zeigt eben, dass das Volk Gottes vor Gott eine Einheit bildet. Und wenn Sünde mitten in der Gemeinde ist, dann betrifft das die ganze Gemeinde. Da ist Mitverantwortung der ganzen Gemeinde. Und darum sagt Gott: Israel hat gesündigt.
Aber es war Achan im Speziellen, der diese Schandtat begangen hatte. Und der hätte jetzt schon längst heraustreten können und sagen: Ich war es, ich war es. Er hat gewartet. Er hat abgewartet. Boah, Stamm Juda, jetzt wird’s heiß. Und dann das Geschlecht der Sachitter, oh, aber der tritt immer noch nicht auf. Er wartet wirklich bis der Punkt kommt: Achan ist getroffen.
Und jetzt lese ich in Vers 19: Und Joshua sprach zu Achan: Mein Sohn, gib doch dem Herrn, dem Gott Israels, Ehre, und tue ihm ein Bekenntnis. Und tu mir doch kund, was du getan hast, verhehle es mir nicht.
Und Achan antwortete Joshua und sprach: Wie wahr, ich habe gegen den Herrn, den Gott Israels, gesündigt. Und so und so habe ich es getan. Ich sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Sinear, und zweihundert Schekel Silber – ein Schekel ist etwa neun Gramm – und eine goldene Stange, fünfzig Schekel ihr Gewicht. Und mich gelüstete danach, und ich nahm sie. Und siehe, sie sind im Innern meines Zeltes in der Erde vergraben, und das Silber darunter.
Und Joshua sandte Boten hin, und sie liefen zum Zelt. Und siehe, er war in seinem Zelt vergraben, und das Silber darunter. Und sie nahmen es aus dem Innern des Zeltes und brachten es zu Joshua und zu allen Kindern Israel. Und sie legten es vor den Herrn hin.
Ja, mal bis hierher.
Was auch hier auffällig ist: Jetzt plötzlich, wo alles klar ist, legt er das Bekenntnis ab. Muss man dieses Bekenntnis als echte Reue und Umkehr vor Gott beurteilen? Nein. Wenn jemand erst zum Bekenntnis kommt, nachdem er klar überführt ist und nichts mehr verbergen kann, dann kann man das nicht als eine echte Buße hinstellen.
Und so gibt es Fälle, wo es wirklich Krokodilstränen gegeben hat, aber man wusste eben: Plötzlich kommt das Weinen, wenn alles ans Licht gekommen ist. Und da fragt man sich dann: Ist das jetzt ein Weinen darüber, dass es ans Licht gekommen ist, oder ein Weinen der Reue über die Sünde?
Wenn ich sage Krokodilstränen, als folgenden Grund: Krokodile können ja sehr eindrücklich Tränen vergießen, aber es hat überhaupt nichts zu tun mit Trauer. Das können nämlich nur Menschen. Das ist ein typisch menschliches Phänomen, Tränen vergießen aus Trauer. Im Tierreich ist das nicht so, also bei Schimpansen, Gorillas nicht, und auch bei anderen Tieren nicht. Das ist menschlich.
Wenn jemand mal fragt, was der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist, dann kann man sagen: Ja, der Mensch vergießt Tränen, wenn er traurig ist. Aber es gibt noch ein paar andere Unterschiede. Aber das ist einer.
Und Krokodile, die vergießen Tränen, das ist einfach ein Stoffaustausch, das hat zu tun mit dem Stoffwechselsystem der Krokodile. Also es hat überhaupt nichts mit Gefühlen zu tun. Die haben sowieso überhaupt keine Gefühle. Das sind gefühlskalte Tiere, das ist unglaublich.
Mal in Thailand war ich auf der größten Krokodilfarm der Welt mit hunderttausend Krokodilen. Unglaublich. Und wenn die gefüttert werden, das ist so etwas Bestialisches. Wie die dann auf das Fressen eben in Massen übereinander, durcheinander, untereinander sich darauf losstürzen. Aber die können da stundenlang da liegen und ihr Krokodilmaul offen. Keine Regung, keine Emotionen, nichts.
Und dann habe ich so eine Art Fischeroute gehabt mit einem Fischkopf dran, runter. Gefühlslos, kalt, so. Aber dann, da kann man wirklich Reaktionen ein bisschen trainieren. So hin, dann so zwischen die Zähne, so rauf, nichts. Plötzlich! Ja, so erschrickt man, so unglaublich. Es ist einfach wie eine Maschine.
Aber diese Tiere, die können keine Gefühle ausdrücken oder so uns gegenüber. Hund ist etwas ganz anderes, natürlich. Aber eben Krokodilstränen, das ist nichts. Und darum erinnern Krokodilstränen uns an solche Menschen, die dann, wenn alles ans Licht kommt, dann beginnen sie zu weinen, und es ist alles traurig. Aber das Traurigste ist wahrscheinlich, dass die ganze Sache aufgeflogen ist.
Und so ist das hier in diesem Fall von Achan eine traurige Sache. Er legt das Bekenntnis ab, aber eben: Es ist ein Bekenntnis, aber nicht wirklich eine Buße.
Und dann ist noch weiter zu beachten, wie es gegangen ist. Es hat mit den Augen begonnen. Vers 21: Und so und so habe ich getan, ich sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Sinear und zweihundert Schekel usw. Über die Augen, das war der erste Punkt. Und dann der zweite: mich gelüstete danach, und ich nahm sie.
Wir haben etwas gehört von dem Drei-Punkte-Programm der Welt in 1. Johannes 2: Die Lust der Augen, die Lust des Fleisches und der Hochmut des Lebens. Hier die Augen: ich sah, mich gelüstete danach. Und stellen Sie sich vor, wenn der dann später stolziert wäre mit diesem Mantel aus Sinear, Hochmut des Lebens. Das kann sich auch durch die Kleidung und das Äußere so manifestieren.
Das sind genau diese drei Punkte. Und das sind übrigens die drei Punkte, die Satan schon angewendet hatte im Garten Eden. Genau diese drei Punkte, 1. Mose 3. Ich schlage auf, da lesen wir, und zwar in Vers 6: Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise wäre. Beginnt mit dem Sehen: sie sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert wäre, um Einsicht zu geben.
Also gut zur Speise, Lust des Fleisches. Eine Lust für die Augen, Lust der Augen. Und begehrenswert, um Einsicht zu geben, eine höhere Erkenntnis zu haben, zu sein wie Gott, das ist Hochmut, Hochmut des Lebens.
So hat also das damals gewirkt, und Satan hat das erfolgreich durch die ganze Menschheitsgeschichte immer wieder angewendet bis zum heutigen Tag, und auch damals bei Achan war das eben in dem Sinn erfolgreich.

Das Tal der Trübsal und die Hoffnung am Weg nach Jerusalem

Und nun lese ich noch den Schluss. Solche Momente, in denen man in der Bibel sucht und aufschlägt, sind ganz wichtig. Denn da erholt sich das Gehirn auch ein bisschen.
Es ist unglaublich, ich habe das so erfahren. Das war noch vor Jahren, als die CDs in ihrer Kapazität ein wenig beschränkt waren. Meine Vorträge dauerten eine halbe Stunde, und derjenige, der sie aufgenommen hatte, hatte ein Problem, denn man hätte zwei CDs gebraucht. Da hat er Folgendes gemacht: Er hat einfach die Pausen zwischen den Sätzen herausgeschnitten und den Vortrag von einer halben Stunde auf eine Stunde verkürzt. Und wenn man das anhört, dann läuft es flott. Aber die Wahrheit ist diese: Ich habe während eines Vortrags von eineinhalb Stunden mindestens eine halbe Stunde geschwiegen. Das konnte er herausschneiden. Aber eben, das ist dann unnatürlich, weil es die Pausen braucht.
In der Musik sind die Pausen ganz wichtig. Sogar zwischen den Sätzen sollte man nicht klatschen, sondern die Ruhe ist ganz wichtig. Und eben auch diese Zeiten, in denen man blättert und nichts sagt, sind wichtig. Da kann man wieder darüber nachdenken, und das Gehirn erholt sich auch ein bisschen.
Und nun möchte ich noch einmal lesen, ab Vers 22: Und Joshua sandte Boten hin, und sie liefen zum Zelt, und siehe, er war in seinem Zelt vergraben, und der Mantel und dasselbe darunter. Und sie nahmen es aus dem Innern des Zeltes und brachten es zu Joshua und zu allen Kindern Israel, und sie legten es vor dem Herrn hin.
Interessant: Achan wurde nicht einfach aufgrund seines Zeugnisses sofort bestraft, sondern es wurde nachgeforscht. Stimmt das wirklich, was der gesagt hat? Und es wurde bestätigt. Auch diese Sorgfalt, die Joshua hier als Richter Israels anwendet, ist bemerkenswert.
Und dann, Vers 24: Dann nahm Joshua und ganz Israel mit ihm Achan, den Sohn Serachs, und das Silber und den Mantel und die goldene Stange und seine Söhne und seine Töchter und seine Rinder und seine Esel und sein Kleinvieh und sein Zelt und alles, was er hatte, und sie brachten sie hinauf in das Tal Achor. Achor heißt Trübsal, also das Tal der Trübsal. Jetzt merken wir das Wortspiel. Und Joshua sprach: Wie hast du uns in Trübsal gebracht? Das ist das Verb Achar, Trübsal bereiten. Der Herr wird dich in Trübsal bringen. An diesem Tag steinigte ihn ganz Israel, und sie verbrannten sie mit Feuer und bewarfen sie mit Steinen, und sie errichteten einen großen Steinhaufen über ihm, der bis auf diesen Tag da ist. Und der Herr wandte sich von der Glut seines Zornes. Darum gab man jenem Ort den Namen Tal Achor, das Tal der Trübsal, bis auf diesen Tag.
Nun, dieses Tal muss ja irgendwo bei Jericho liegen. Ja, wenn man von Jericho heute nach Jerusalem hinauf will, durch die Wüste, dann haben wir dort einen wichtigen Taleingang. Das ist das Tal des Wadi Kelt, wie man es heute nennt. Das müssen wir so identifizieren: Dieses Tal Achor ist das Wadi Kelt. Die Römer haben übrigens vor zweitausend Jahren eine Römerstraße von Jericho gebaut, durch das Wadi Kelt hinauf und bis nach Jerusalem.
Das Wunderbare ist folgendes: Wenn wir im Neuen Testament die Evangelien lesen, dann finden wir Jericho auch. Diese Stadt, die Hiel wieder aufgebaut hatte, hat weiterhin bestanden bis in neutestamentlicher Zeit. Und auf seinem allerletzten Gang nach Golgatha, um für unsere Sünden zu sterben, ist der Herr Jesus noch dort hinuntergegangen, in dieses tiefste Tal der Welt, in die Arava, nach Jericho.
Und ich lese aus Lukas: Und er ging hinein und zog durch Jericho, und siehe, da war ein Mann mit Namen Zacchaeus, und derselbe war ein Oberzöllner, und er war reich, und er suchte Jesus zu sehen, wer er wäre, und er vermochte es nicht vor der Volksmenge, denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, auf dass er ihn sähe; denn er sollte daselbst durchkommen. Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblickte ihn und sprach zu ihm: Zacchaeus, steige eilends herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben. Und er stieg eilends hernieder, und er nahm ihn auf mit Freuden. Als sie es aber sahen, murrten alle und sagten: Er ist eingekehrt, um bei einem sündigen Mann zu herbergen. Zachäus aber stand auf und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfältig. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, dieweil auch er ein Sohn Abrahams ist. Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist.
Ist das nicht wunderbar? Bevor der Herr Jesus ans Kreuz geht, geht er in die verfluchte Stadt Jericho und findet dort diesen Mann unter dem Fluch der Sünde, einen Mann, der so viel Schuld auf sich geladen hat, durch Geld erpressen von Leuten und sich so unrechtmäßig zu bereichern. Und dort, an dem Ort des Fluches, findet dieser Mann zur Umkehr und ist bereit, auch seine Schuld wiedergutzumachen, indem er eben ein Mehrfaches wieder zurückgeben wollte.
Und dann heißt es, dass Jesus dann hinaufging nach Jerusalem. Vers 28, nachdem er noch ein Gleichnis gesagt hatte, heißt es: Und als er dies gesagt hatte, zog er voran, indem er hinaufging nach Jerusalem. Und so ist klar, dass Jesus durch dieses Wadi die Römerstraße hinaufgegangen ist nach Golgatha, durch das Tal der Trübsal.
Aber in Hosea 2,17 haben wir eine wunderbare prophetische Aussage. Da sagt Gott zu Israel, dass er das Tal Achor zu einem Tal der Hoffnung machen will. Ja, der Herr Jesus ist durch das Tal der Trübsal hinaufgegangen, um auf Golgatha schließlich unsere Schuld zu tragen, als Lamm Gottes, und den ganzen Fluch, der auf uns lag, auf sich zu nehmen.
Und so ist wirklich dieses Tal Achor, das uns an diese traurige Geschichte mit Achan erinnert, der übrigens in 1. Chronika 2 Achar genannt wird, Trübsal, der in Trübsal bringt, zu einem Tal der Hoffnung geworden. Und wenn ich dieses Tal besuche, dann denke ich jedes Mal an das wunderbare Lied von Margret Birkenfeld: Für mich gingst du nach Golgata.
Wenn man sich das überlegt, diese alte Römerstraße, die in Resten noch erhalten ist, da ist der Herr Jesus hinaufgegangen und hat an jeden von uns gedacht. Denn als Sohn Gottes konnte er an jeden Menschen denken. Und er ging nach Golgatha, um dort alles gutzumachen. Und so ist aus dem Tal der Trübsal ein Tal der Hoffnung geworden für uns.
Ja, wir wollen hier schließen. Ich möchte noch kurz mit uns beten.
Herr Jesus, wir bewundern Dich und Deine Liebe, die Du gezeigt hast, indem Du bis zum Letzten gegangen bist. Wir danken dir, dass du für uns von Jericho durch das Tal Achor, das Wadi Kelt, hinaufgegangen bist nach Golgatha, um dort vor den Toren Jerusalems für uns zu leiden, um alle unsere Schuld und alle unsere Vergehungen auf dich zu nehmen und sie abzuschaffen durch dein Opfer.
Herr Jesus, danke, dass du dieses Lamm Gottes geworden bist, auf das Johannes dort unten bei Jericho am Jordan hingewiesen hat: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt. Und so sehen wir diese Dimensionen, wie du das alles erfüllt hast, gerade auf diesem Weg von Jericho dann hinauf nach Jerusalem und schließlich auf Golgatha. Dort hast du alles gut gemacht. Und wir können dich nur preisen und dir alle Ehre bringen. Amen.

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