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Licht an einem dunklen Ort

2. Petrus 1,12-2109.03.2024
SerieTeil 3 / 8Licht an einem dunklen Ort
Das prophetische Wort der Bibel ist eine Lampe, die uns Licht gibt. Petrus warnt davor, dass diese Lampe uns geraubt wird.

Einführung in den Abschnitt und die Verknüpfung mit der ewigen Herrschaft

Wir fahren jetzt weiter. Wir kommen zu 2. Petrus 1, und ich lese ab Vers 12.
Und halten wir vor unseren Augen noch die Aussage von Vers 11: Denn so wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.
Petrus spricht also hier von der ewigen Königsherrschaft des Messias. Das umfasst das künftige tausendjährige Friedensreich hier auf Erden. Und weil es ewig ist, geht es dann weiter in der Herrschaft auf der neuen Erde und in dem neuen Himmel.
Es ist nämlich so, dass ich dazu Offenbarung 22,5 aufschlage. Man bedenke: In Kapitel 20 wird das tausendjährige Reich beschrieben, und es wird sechsmal gesagt, dass es tausend Jahre dauern wird. Aber in Offenbarung 22,5 lesen wir: Und Nacht wird nicht mehr sein, und kein Bedürfnis nach einer Lampe.
Es geht hier um das neue Jerusalem und um das Licht der Sonne, denn der Herr Gott wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Griechisch: eis aionas aionon, wörtlich: „in die Zeitalter der Zeitalter“. Das ist der Ausdruck im Hebräischen und dann nachgebildet im Griechischen, um zu sagen: „immer, immer, immer“. Das ist eindeutig.
Also, das Wort aion kann ja Zeitalter bedeuten, aber in der Verbindung „in die Zeitalter der Zeitalter“ ist das die Ausdrucksweise, um zu sagen: absolut ewig, kein Zweifel. Also auch die ewige Pein wird so beschrieben, in die Zeitalter der Zeitalter, Offenbarung 14, absolut ewig. Also die Altersgrenzen können hier gleich gehen. Es geht nicht anders. Der Ausdruck ist klar auf Hebräisch: le olmei olamim. Dann weiß man: immer.
Und so wird das Reich eben hier beschrieben: Sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit, in die Zeitalter der Zeitalter. Das ist das ewige Reich unseres Herrn Jesus Christus.

Petrus als Zeuge seines nahen Endes

Und da setze ich jetzt an 2. Petrus 1,12 an:
Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisst und in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid. Ich halte es aber für recht, solange ich in dieser Hütte bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken. Denn ich weiß, dass das Ablegen meiner Hütte bald geschehen wird, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat. Ich will mich aber befleißigen, dass ihr auch zu jeder Zeit nach meinem Abschied imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen.
Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir ausgeklügelten Mythen folgten, sondern als solche, die Augenzeugen seiner herrlichen Größe geworden sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.
Petrus spricht hier über seinen bevorstehenden Tod. Er war in der Todeszelle, und er wusste, dass nun das in Erfüllung gehen würde, was der Herr ihm damals vor über dreißig Jahren angedeutet hatte. Schlagen wir auf Johannes einundzwanzig und halten Zweiter Petrus offen.

Die Wiederherstellung des Petrus und sein Auftrag

 Johannes 21: Das war nach der Auferstehung des Herrn Jesus. Die Jünger waren danach von Jerusalem nach Galiläa eine lange Reise heimgekehrt. Petrus war völlig frustriert, denn er hatte seinen Herrn verleugnet. Den Herrn, den er da nennt: unseren Gott und Heiland, Jesus Christus.
Aber der Herr hatte ihn nicht aufgegeben. Er hatte für ihn gebetet und ist ihm dann ganz persönlich am Auferstehungstag erschienen. Er hatte mit ihm eine Unterredung, die in der Bibel nicht aufgezeichnet ist, nur zwischen dem Herrn und Petrus. Das war ganz wichtig, um ihn aus einem tiefen Loch herauszuholen. Denn er war überzeugt: Ich bin dem Herrn so untreu gewesen, jetzt ist ein weiterer Dienst nicht mehr denkbar, ich wäre ja nicht mehr glaubwürdig.
Und der Herr ist ihm erschienen. Aber dann in Galiläa: Er ging wieder in die Gegend von Kapernaum und sagte seinen Freunden: Ich gehe fischen. Ich gehe wieder in meinen alten Beruf zurück. Drei Jahre habe ich vollzeitlich dienen dürfen, aber jetzt ist es vorbei. Und die anderen gehen auch mit ihm fischen.
Und da ist der Herr am Ufer. Und wir wissen ganz genau, wo das war. Denn Leute aus Kapernaum durften nur in Enschewa fischen. Das ist eben dieser Fischerstrand, gerade westlich von Kapernaum, neben der Stadt. An anderen Orten durften sie nicht fischen. Darum wissen wir ganz genau, wo das war.
Da war der Herr am Strand und hatte ein Kohlenfeuer mit einem Frühstück vorbereitet. Dann kamen die Jünger vom Fischen, und es gab ein Frühstück. Petrus, der das Kohlenfeuer sah, dachte natürlich sofort an das Kohlenfeuer, an dem er sich in jener Nacht gewärmt hatte, in der er den Herrn verleugnet hatte.
Und dann hat der Herr ihn gefragt: Liebst du mich mehr, als die anderen mich lieben? Und Petrus antwortet dem Herrn nicht mehr: Ja, natürlich. Aber er sagt auch nicht: Herr, nein. Sondern er sagt: Du weißt, dass ich dich lieb habe. Er verwendet ein schwächeres Wort für lieben, lieb haben, phileo. Und der Herr setzt ihn in seinen Dienst ein und sagt, er soll seine Lämmer weiden und seine Schafe hüten.
Und zwar so, dass die anderen Jünger das auch hörten. Ich war überzeugt, der Herr hat ohne Zweifel mit Petrus darüber gesprochen: Dein Dienst wird weitergehen, für mich bist du nicht am Ende. Der Herr hat Petrus nicht aufgegeben.
Aber ich meine, Petrus musste immer denken: Was denken die anderen? Ich habe gesagt, ich bin bereit, in den Tod zu gehen, auch wenn alle anderen von dir weggehen. Und jetzt hören alle mit, dass der Herr ihm diesen Auftrag gibt. Das hat ihm Mut gemacht.

Das angekündigte Martyrium und die Kraft des Vertrauens

Aber dann kommt ein ernstes Wort in Vers 18: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir. Auf Griechisch steht hier Amen, Amen. Das ist eigentlich Hebräisch. Amen heißt wahrhaftig, gewiss, so ist es. Und dann doppelt: Amen, Amen, wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst.
Johannes erklärt und schreibt dazu: Dies aber sagte er andeutend, mit welchem Tod er Gott verherrlichen sollte. Hände ausstrecken, das war ein Hinweis auf die Kreuzigung. Also wusste Petrus, das wird so kommen, wenn er alt ist.
Aber jetzt verstehen wir übrigens auch, als er im Knast war, Apostelgeschichte 12, da war er noch nicht alt. Da hat er so gut geschlafen. Er sollte nämlich am nächsten Tag hingerichtet werden, wie der andere Apostel, Jakobus, der hingerichtet worden war. Aber er wusste: Ich kann ja gar nicht hingerichtet werden, ich müsste ja zuerst alt sein. Und das war er noch nicht. Also hat er so tief geschlafen, dass ein Engel ihn sogar mit einem Rippenstoß wecken musste. Unglaublich, wie kann man so gut schlafen? Ja, eben weil er wusste: Das Wort des Herrn ist wahr.
Das können wir auch davon lernen, dass wir einfach Sorgen wieder ablegen können und wissen: Der Herr hat so gesagt und nicht anders. Also darf ich vertrauen. Aber jetzt da in der Todeszelle in Rom wusste er: Jetzt bin ich alt, jetzt kommt das mit der Kreuzigung. Und darum sagt er: Ich weiß, dass das Ablegen meiner Hütte bald geschieht. Und dann der Verweis auf Johannes 21,18: wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat, dass es eben mit ihm einmal als Märtyrer hier auf Erden zu Ende gehen würde.

Wiederholung als geistliche Verantwortung

Und nun sagt Petrus: Ich habe ein Anliegen. Vers: Ich trage Sorge dafür, dass ich euch immer wieder an die Dinge erinnere, obwohl ihr sie wisst und in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid.
Also, das zeigt mir: Ich muss mir nicht Mühe geben, in jeder Predigt etwas zu sagen, was ich vorher noch nie gesagt habe. Wir dürfen uns wiederholen, wir dürfen, wir müssen. Ja, wenn die Leute das bereits wissen, dann, obwohl ihr in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid, sogar wenn es drin ist, muss man es nochmals sagen. Also nicht langweilig, einfach so hämmern, ja? Jedes Mal muss das wieder sein, wie wenn man es zum ersten Mal sagt.
Das ist mir so ein Anliegen, dass, wenn ich etwas auch schon zehnmal gesagt habe oder zwanzigmal, man das Gefühl hat, ich würde das zum ersten Mal sagen. Und es ist so: Wenn man selber davon ergriffen ist, dann funktioniert es effektiv so. Und so war es ihm ein Anliegen, eben zu erinnern und die Sachen noch mehr zu befestigen.
Und er sagt, Vers 13: „Ich halte es aber für recht, solange ich in dieser Hütte bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken.“ Also die Erinnerung bewirkt, dass man, wenn man zwar Dinge weiss, sie aber nur noch so im Halbschlaf weiss, wenn man nicht mehr so ergriffen davon ist, dann muss man nochmals darüber sprechen und mir zeigen, wie aktuell das Ganze ist.
Also, es ist sehr ermutigend, weil ich habe mal gelesen von Spurgeon, dass er nie eine Predigt wiederholt hat. Er hat das so gemacht, aber es muss nicht so sein. Eben, wir müssen Dinge wiederholen, aber auch vielleicht wiederholen und anders sagen. Auch da bemühe ich mich: Wie könnte ich das noch anders sagen, wie könnte ich es noch besser sagen, dass es noch verständlicher ist, noch anschaulicher?
Und dann sagt er in Vers 15: „Ich will mich aber befleissigen, dass ihr auch zu jeder Zeit nach meinem Abschied imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen.“ Das war natürlich eine Linie. Petrus wusste: Der Moment kommt, und ich gehe, und da kann ich nie mehr zurückkommen und das den Gläubigen nochmals sagen. Das ist nicht einfach.
Ich überlege mir manchmal, wie lange lebe ich noch. Und ich kann mir natürlich ein bisschen überlegen, wie lange meine Vorfahren gelebt haben und wie viel es in dieser Generation dann dazu gibt. Ja, das ist ja so gegenüber den Vorfahren. Und dann kann man sich noch gewisse Dinge überlegen. Wenn man mit sechzig ziemlich schnell geht, man kann aus dem Gang ableiten, wie die Vitalität ist. Es gibt eine Studie darüber, wie man aus dem Gang die Lebenserwartung statistisch ableiten kann.
Ja, also dann darf ich, wenn der Herr nicht heute kommt, vielleicht noch etwas erwarten. Aber es kommt der Moment, wo fertig ist. Und so war es bei Paulus genauso. Im zweiten Petrusbrief, im zweiten Timotheusbrief sagte er: Alle, die in Asia sind, haben mich verlassen. Dort hat er ganz besonders viele Jahre gedient, in Asia, da, wo die Hauptstadt Ephesus war. Drei Jahre war er dort und hat täglich über lange Zeit in der Schule Tyrannus Bibelunterricht gegeben.
Und dann war es so: Die haben sich von Paulus abgewendet. Und er wusste: Jetzt bin ich in der Todeszelle. „Ich kann nie mehr hingehen und irgendwie etwas klären, etwas geradebiegen, nochmals erinnern.“ Und denkt an diese schöne Abschiedsrede, die er gehalten hat gegenüber den Ältesten von Ephesus in Apostelgeschichte 20, herzergreifend. Und dann kam der Moment: Alle, die in Asia sind, haben mich aufgegeben. Er konnte nichts mehr machen.
Also ist es mir ein Anliegen, dass auch wenn ich gegangen bin, ihr in der Lage seid, diese Dinge, die ich euch erzählt habe, immer wieder selber aus dem Gedächtnis aufzufrischen.

Die Augenzeugen des Berges und die Bedeutung der Verklärung

und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir ausgeklügelten Mythen folgten, sondern als solche, die Augenzeugen seiner herrlichen Grösse geworden sind.
Wovon spricht hier Petrus? Er spricht von der Erfahrung auf dem Berg der Verklärung. Dieses Thema ist ganz, ganz wichtig. Darum wird es in den Evangelien dreimal berichtet: in Matthäus, Markus und Lukas, und jetzt hier im zweiten Petrusbrief.
Warum? Petrus sagt hier: Wir sind Augenzeugen der Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus gewesen, dort auf dem Berg. Das heisst, sie haben den Herrn Jesus so gesehen, wie er sein wird, wenn er als König der Welt und Richter der Welt wiederkommen wird. Sie haben sozusagen im Voraus erlebt, was in der Zukunft geschehen wird. Darum sagt er: Wir waren Augenzeugen. Wir haben nicht irgendwelchen erfundenen religiösen Mythen geglaubt.
Nicht wahr, das Wort wird manchmal mit Fabeln übersetzt, in Vers 16. Aber dann denkt man: Ach so, Fabeln, also die Fabeln von La Fontaine zum Beispiel. Die sind nicht so gut? Doch, sie sind sehr schön und haben viel Aussagekraft. Zum Beispiel der Fuchs und der Rabe: Der Rabe hatte Käse, und der Fuchs wollte den Käse haben. Und wie er das dann erreicht hat, dass der Rabe einen schönen Gesang von sich gibt, angeblich schön, und dann fällt der Käse herunter, und der Fuchs hat, was er wollte. Und so gibt es noch mehr solche schönen Fabeln von La Fontaine.
Aber das ist hier nicht gemeint. Das griechische Wort mythos meint eben religiöse Phantasie im esoterischen Bereich, und das lehnt die Bibel ganz klar ab. Hier sagt also Petrus: Wir haben mit solchen Dingen, mit solchen religiösen Phantastereien, nichts zu tun, sondern wir waren Augenzeugen von dem, was auf dem Berg der Verklärung geschehen war.
Sie haben erlebt, wie aus dem Himmel eine Stimme kam, akustisch hörbar: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe.
Malachi war ja der letzte Prophet des Alten Testaments, um 400 vor Christus, und dann gab es keine Schriftpropheten mehr. 400 Jahre Schweigen, bis dann das Neue Testament kam. Und im Judentum war man sich bewusst: Wir haben keine Propheten mehr.
Im Talmud, das ist das wichtigste theologische Werk im Judentum nach der Bibel, steht im Traktat Sanhedrin: Nach dem Tod der Propheten Haggai, Zacharja und Malachi wich der Heilige Geist von Israel. Es war ein allgemeines Bewusstsein da: Wir haben keine Propheten mehr.
In dieser Zeit wurden übrigens die Apokryphen geschrieben, Erste Makkabäer, Zweite Makkabäer, Judit und so weiter, die man in katholischen Bibeln zwischen Altem und Neuem Testament eingeordnet findet. Aber das war im Judentum ganz klar: Die sind nicht prophetisch inspiriert. Das waren einfach Schriften, die in dieser Zeit verfasst worden sind, aber nicht inspirierte. Sie gehören nicht zur Bibel.
Aber was man im Judentum kannte: In besonderen Fällen konnte es eine Bat Kol geben, eine Stimme aus dem Himmel. So nannte man das: Bat Kol. Bat heisst Tochter und Kol Stimme, also die Tochter der Stimme, ein hebräischer Ausdruck für eine Stimme, die aus dem Himmel kommt, akustisch hörbar.
Und das war ja schon damals bei der Taufe bei Johannes: Plötzlich kam diese Stimme: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und die Menschen haben das gehört. Wir haben noch mehrere Fälle im Neuen Testament, wo das geschehen ist. Zum Beispiel in Johannes 12: Da haben die Leute gesagt, ein Engel hat mit ihm gesprochen. Er hat gehört, dass da eine Stimme aus dem Himmel kam, eine Bat Kol in ganz besonderen Fällen.
Und übrigens findet man das im Neuen Testament noch mehr, in der Offenbarung eine ganze Reihe von Stellen, wo Johannes sagt: Ich höre eine Stimme aus dem Himmel. Das ist eine Bat Kol.

Der Berg der Verklärung als Vorausblick auf das Reich

Und da kam diese Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn. Das wird in den Evangelien berichtet, nicht wahr? Bei Matthäus, Markus und Lukas bei der Taufe. Und dann beim Berg der Verklärung, bei Matthäus, Markus und Lukas, sechsmal: Dies ist mein geliebter Sohn. Und hier zum siebten Mal, wo Petrus nochmals daran erinnert wird. Sieben mal, die Zahl der Vollkommenheit. Und diese Erfahrung dort auf dem Berg war ganz, ganz wichtig, und ich will erklären, warum.
Schlagen wir auf Matthäus 16. In Kapitel 17, Vers 1 und folgende wird die Erfahrung auf dem Berg der Verklärung beschrieben. Aber ich lese Vers 28 dazu, wo der Herr Jesus zu den Leuten sagte: „Wahrlich, ich sage euch, es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.“ Oder gewiss, man kann auch übersetzen: Einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.
Und nun gibt es so viele liberale Theologen, die sagen: Wisst ihr, die Bibel ist nicht vollkommen Gottes Wort. Jesus Christus hat sich auch geirrt. Hier haben wir ein Beispiel. Er meinte, dass seine Wiederkunft noch zu Lebzeiten der Jünger stattfinden würde. Da steht es also. Ich würde übersetzen: Es sind gewisse von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich. Ja, aber die Wiederkunft Christi ist bis heute nicht geschehen.
Aber dann kommt die Geschichte vom Berg der Verklärung. Und da haben wir, wie wir da lesen: „Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes und seinen Bruder mit und führt sie für sich allein auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht.“ Da haben sie den Herrn Jesus gesehen in seiner Herrlichkeit, die er haben wird bei der Wiederkunft.
Und es ist in allen drei Evangelien, wo das berichtet wird, so, dass gerade vorher der Herr sagt: Gewisse sind hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie das gesehen haben. Und jetzt sagt Petrus selber in seinem Brief, wir waren Augenzeugen eben seiner Herrlichkeit, die er haben wird bei der Ankunft, bei der Wiederkunft. Das ist die Lösung, so einfach. Man muss nur ein bisschen weiterlesen und den Zusammenhang da beleuchten. Und dann ist alles klar.

Die Verheißung des Reiches und die Auswahl des Berges

Und nun ist es eben so: Man muss Verständnis haben für Menschen, die im orthodoxen Judentum aufgewachsen sind. Sie haben von Kindsbeinen an gehört, der Messias wird kommen, und er wird regieren als König über die ganze Welt.
Und nun ist der Herr Jesus vor zweitausend Jahren gekommen, und er hat kein Friedensreich aufgerichtet. Für viele war dann klar: Er kann nicht der Messias sein, denn sonst gäbe es seit zweitausend Jahren Frieden hier auf der Erde.
Das hängt damit zusammen, dass man im Judentum eigentlich wusste: Jesaja 53 spricht vom Messias, der für unsere Sünden leiden sollte. Die Bibel spricht also von einem leidenden Messias. Dieser Gedanke war bekannt, aber man hat ihn stark verdrängt und das Kommen des Messias als König in den Vordergrund gerückt.
Darum entstand für viele ein Problem, als Jesus von Nazareth gekreuzigt wurde und kein Friedensreich aufgerichtet wurde. Viele sagen bis zum heutigen Tag: Er kann nicht der Messias sein, denn er hat ja kein Friedensreich aufgerichtet.
Einmal habe ich mit einem Orthodoxen gesprochen. Wir können uns erinnern, das war ein Nachmittag in Lausanne, und ich habe ihm gezeigt, dass Jesus nicht der Messias wäre, wenn es seit zweitausend Jahren Frieden gäbe. Und wir haben Daniel 9 angeschaut, wo es heißt: Und der Messias wird ausgerottet werden und nichts haben. Das heißt, der Messias wird getötet werden, und er wird kein Königreich des Friedens haben. Das musste der Messias erfüllen. Das hat er beim ersten Kommen gemacht, aber er wird wiederkommen, und dann werden die Verheißungen für das Reich in Erfüllung gehen.
Und weil das für Juden eben eine so schwierige Sache ist, hat Gott diese Sache mit dem Berg der Verklärung gegeben, damit diese drei Jünger als Zeugen dastehen konnten und sagen konnten: Das ist nur eine Frage der Zeit, das Friedensreich wird kommen. Aber zuerst muss der Messias kommen, um das Problem unserer Sünden zu lösen. Und er wird dann später kommen, und wir haben das bereits gesehen. Das war also wie ein Pfand, das Gott mit dieser Erscheinung gegeben hat.
Und wo hat das stattgefunden? Petrus sagt: auf dem heiligen Berg. In Matthäus 17 haben wir gelesen, es war ein hoher Berg. Und was sagt man normalerweise, wo war der Berg der Verklärung? Was sagt man nicht normalerweise? Normalerweise: Tabor. Ja, und Tabor, das ist dieser Berg, der aussieht wie ein Negativ von einem Bauchnabel. Tabor heißt Bauchnabel. So ein typisch markanter Berg dort in der Ebene von Harmagedon, ganz nahe von Nazaret.
Das liegt aber in Galiläa, und wenn man die Evangelienberichte liest, Matthäus 17, und die Parallelen in Markus und Lukas, sieht man, dass der Herr aus Galiläa wegging und nachher wieder nach Galiläa zurückkommt. Gerade in Matthäus 16 ist der Herr Jesus in Cäsarea Philippi, 16,13: Als aber Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi gekommen war. Das ist heute Banias, diese Quelle, eine der Quellen des Jordans, ja, und das ist am Fuß der Golanhöhen oder schon ein bisschen auf den Golanhöhen. Man könnte sagen: am Fuß des Hermon.
Und da braucht es eine lange Besteigung, wie das beschrieben wird. Wenn man nämlich die Evangelienberichte nimmt, sieht man, dass sie mehrere Tage unterwegs waren, bis sie auf den Berg gingen. Auf dem Tabor ist man zack, zack oben. Gut, heute geht man mit dem Taxi. Der Bus geht nicht, es ist zu eng, aber mit dem Taxi. Aber auch sonst ist das keine Sache. Aber auf den Hermon, der höchste Gipfel des Hermon ist 2.814 Meter, der Hermon ist das Skigebiet Israels, da kann man also mit dem Sessellift auch hochgehen. Und da ist der Herr mit ihnen hochgegangen, auf einem hohen Berg außerhalb von Galiläa, in der Nähe von Banias, Cäsarea Philippi.
Und Hermon, so sagt man, Hermon auf Hebräisch heißt der Heilige. Darum nennt Petrus ihn den heiligen Berg, also das höchste Gebirge Israels. Ein so kleines Land, aber die Gegensätze sind grandios, nicht wahr? Hermon und gar nicht viele Kilometer entfernt der tiefste Punkt der Welt, das Tote Meer. Das sind also Höhenunterschiede, die lassen sich vergleichen mit den Höhenunterschieden in der Schweiz, vom Mittelland bis zu unseren schönen Viertausendern.
Ja, also ein ganz eindrücklicher Berg, und da hat der Herr wirklich eine große Werkbesteigung mit den Jüngern gemacht. Das war herausfordernd, und dann haben sie das erlebt, um immer wieder Zeugnis ablegen zu können in dieser ersten Generation: Es ist nur eine Frage der Zeit, das Reich wird kommen, wir haben es gesehen.

Bewahrung der Zeugen und die Fortdauer des apostolischen Zeugnisses

Und dann war natürlich der Teufel sehr interessiert daran, diese Zeugen aus dem Weg zu schaffen. Darum lesen wir in Apostelgeschichte 12, dass Jakobus ermordet wurde. Und dann hat derselbe Herrscher Petrus festnehmen lassen, weil er sah, dass es vielen Leuten gefallen hatte, dass Jakobus aus der Welt geschafft worden war, der Apostel Jakobus. Und dann kam Petrus in die Todeszelle.
Aber er wusste: Ich werde nicht sterben, und schlief wirklich wunderbar. Nicht alle Leute muss man mit einem Rippenstoß wecken, aber ihn musste man so wecken. Und er wusste: Ich werde als Zeuge bleiben. Auch Johannes blieb, blieb, blieb, blieb, blieb, so dass man sogar sagte, er werde nicht sterben, bevor der Herr wiederkommt. So steht es in Johannes 21. Aber Johannes macht klar: Der Herr hat nicht gesagt, er werde eben erst, er werde bleiben bis zur Wiederkunft, sondern der Herr hat gesagt: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Und erst im Jahrhundert als letzter Apostel ist er gestorben.
Aber es war so: Ein glaubwürdiges Zeugnis vor Gericht in Israel hat nach 5. Mose 19,15 die Forderung, es müssen zwei oder drei Zeugen sein. Und es waren drei Zeugen. Dann wurde einer getötet, es waren nur noch zwei. Aber darum hat Gott über Petrus und über Johannes gewacht, dass die nicht gleich sterben, sondern dass sie dieses Zeugnis auch in den weiteren Jahrzehnten weitergeben konnten. Weil das so wichtig war, es ist nur eine Frage der Zeit.
Es ist sehr wichtig, dass man, wenn man mit orthodoxen Juden spricht, ihnen das so erklärt: Das Reich wird kommen, aber es brauchte diese Zwischenzeit, in der wir jetzt leben.

Das prophetische Wort als Licht in einer dunklen Welt

Ich lese jetzt weiter in 2. Petrus 1, nochmals ab Vers 17:
Denn er empfing von Gott dem Vater Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
Jetzt, was folgt. Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester. Ich weiß nicht, ob alle Übersetzungen das so haben. Hat die Schlachter das auch mit „fester“? Wie? Völlig gewiss, aber es ist ein Komparativ. Also nicht: es ist befestigter, ja? Warum befestigter? Weil die Bibel uns bezeugt, dass das Reich in der Zukunft kommen wird. Aber wir haben jetzt noch ein Unterpfand, nämlich die Erscheinung auf dem Berg der Verklärung, auf dem Hermon. Dadurch ist das prophetische Wort eben befestigter.
Die Aussage selbst würde schon reichen in Gottes Wort, aber Gott wollte uns noch etwas dazugeben. Und so ist dieses Wort befestigter. Da sieht man eben diese Präzision der Elberfelder, die im Deutschen sonst unerreicht ist. Das sind solche Details, dauernd, auf die es eben doch ankommt.
Das prophetische Wort umso fester, auf das zu achten ihr wohltut, als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht. Eine Lampe an einem dunklen Ort, das ist das Thema dieses Wochenendes. 2. Petrus 1,19.
Das prophetische Wort der Bibel ist eine Lampe, die uns Licht gibt. Und ich möchte noch betonen: Der Ausdruck im Griechischen für den dunklen Ort meint ein dreckiges Kellerloch. Also die Welt, in der wir leben, ein dreckiges Kellerloch. Aber wir haben die Lampe des prophetischen Wortes.

Warnung vor Verdrängung der Prophetie und die Bedeutung der Endzeit

Und jetzt versteht man auch, warum der Feind Gottes ein so großes Interesse daran hat, die Gläubigen, wenn er sie nicht von der Bibel wegbringt, durch liberale Bibelkritik davon zu überzeugen, die Bibel sei voller Fehler. Dann lesen solche Leute die Bibel nicht mehr mit Eifer. Wenn er die Gläubigen wenigstens vom prophetischen Wort wegbringt, ist ihm auch schon viel geholfen.
Eine Methode ist zum Beispiel die sogenannte Bundesteologie, die immer mehr in die Kirchen hineinkommt. Dort sagt man: Ja, das mit Endzeit und mit Israel, das könnt ihr alles vergessen. Das stimmt so nicht. Die irren sich. Und dann sprechen sie noch von Dispensationen. Das stimmt auch nicht. Wo steht das schon in der Bibel? In meiner Bibel steht nichts von Dispensationen, aber von Zeitaltern. Und Dispensation ist einfach ein ungünstiges Fremdwort für Zeitalter.
Ja, und darüber spricht die Bibel, über die verschiedenen Zeitalter der Heilsgeschichte. Und da werden viele Gläubige vom prophetischen Wort abgezogen. Dadurch haben sie diese Lampe in diesem Kellerloch, in dem wir sind, nicht zur Verfügung. Das ist fatal. Das ist wirklich das Werk des Feindes, das muss man auch so bezeichnen.
Und all diese Leute, die sagen: Ja, Endzeit, das ist seit den Tagen der Apostel. Das ist nichts Besonderes heute, Endzeit ist schon seit zweitausend Jahren. Ach so, warum schreibt denn Petrus aus der Todeszelle in 2. Petrus 3,3: Indem ihr zuerst dieses wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden? Er spricht in der Zukunft von den letzten Tagen. Das war noch nicht zu seiner Zeit.
Und auch 2. Timotheus 3,1 sagt Paulus aus der Todeszelle: Dies wisse aber, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten sein werden, denn die Menschen werden eigenliebig sein usw. In der Zukunft. Das war nicht damals.
Also durch solche Dinge darf man sich nicht blenden lassen, weil es fatal ist. Den Gläubigen wird diese Lampe an einem dunklen Ort geraubt.

Der Morgenstern und die Unterscheidung der kommenden Ereignisse

Und diese Lampe brauchen wir, bis der Tag anbricht. Welcher Tag ist das? Der Tag des Herrn. Zephania 1 Hausaufgabe zu lesen: Ein Tag des Gewölks, ein Tag des Kriegsgeschreis, der Tag des Herrn und so weiter. Da wird über diesen Tag des Herrn gesprochen. Das ist die große Drangsalzeit und dann als Höhepunkt, wenn der Jesus kommt als König und Richter der Welt.
Da kommt er als die Sonne der Gerechtigkeit, wie das in Maleachi 4 steht: Die Sonne der Gerechtigkeit wird aufgehen mit Heilung in ihren Flügeln. Das ist der Tag des Herrn. Jetzt ist dunkle Nacht. Aber dann wird der Tag anbrechen.
Und was geschieht, bevor die Sonne über dem Horizont aufgeht? Wenn Venus in der Phase ist, wo Venus am Morgen aufgeht, kann Venus ja zu gewissen Zeiten auch am Abend aufgehen. Dann ist das der Abendstern, der gleiche Planet. Aber es gibt die Zeiten, wo Venus am Morgen erscheint. Das ist der Morgenstern. Und wenn der Morgenstern aufgeht, dann ist es noch bevor die Sonnenscheibe über dem Horizont aufgeht.
Nun ist also das Kommen 1. Mose 20,16: „Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.“ Und der Geist und die Braut sagen: „Komm!“ Und wer es hört, spreche: „Komm!“ Und dann Vers 20, der diese Dinge bezeugt, spricht: „Ja, ich komme schnell.“ Amen, ja, komm, Herr Jesus.
Das Kommen des Morgensterns ist das Kommen für die Gemeinde. Die Braut, die Gemeinde, ruft hier: Komm! Und dann wird der Bräutigam kommen. Das ist das Aufgehen des Morgensterns. Das ist aber nicht dasselbe wie sein Kommen in Macht und Herrlichkeit am Tag des Herrn, wenn die Sonne der Gerechtigkeit aufgeht.
Das sind zwei verschiedene Dinge: der Tag, der anbricht. Aber da ist zuerst der Morgenstern und dann kommt das helle Licht. Und so müssen wir das Kommen des Herrn Jesus für die Gemeinde zur Entrückung klar unterscheiden von dem Kommen für die Welt als Richter der Welt. Das ist das Aufgehen der Sonne.
Und wenn man das nicht unterscheidet, hat man ein totales Durcheinander.

Die Einheit des prophetischen Wortes und sein Ursprung im Heiligen Geist

Und das ist auch dann der Fall, wenn der Feind eben nicht erreicht, dass er die Leute durch Bundesteologie dazu bringt, dass die ganze Prophetie keine Bedeutung mehr hat. Er sagt: Das hat mit Israel nichts mehr zu tun. Aber hier steht von Israel, das ist die Gemeinde. Aber hier steht auch von Zion, das ist die Gemeinde. Aber hier steht auch von Jerusalem, das ist die Gemeinde. Aber hier steht auch von Juda, das ist die Gemeinde.
Das ist ja wie bei den Schlümpfen, nicht wahr? Alles heißt Schlumpfen. Ob Backen oder Singen oder Spazieren, alles ist schlumpfen. Das sind so blöde Comics, nicht wahr? Das ist sinnlos.
Wenn man dann sagt: Jerusalem, die Gemeinde, und so weiter, die Gemeinde, dann hat das prophetische Wort gar keine Bedeutung mehr. Und so möchte der Feind eben dieses Licht an dunklem Ort entreißen. Aber hier wird gesagt: Bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
Warum geht der Morgenstern in den Herzen auf? Denn diese Wahrheit der Entrückung ist etwas, das unseren Herzen wertvoll ist, das wir in unseren Herzen mit uns herumtragen. Und wenn das in Erfüllung geht, und es könnte jeden Tag sein, es muss nichts noch vorher erfüllt werden, dann wird der Morgenstern in unseren Herzen aufgehen.
Und daher komme ich zum Schluss. Petrus sagt, indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Sehen wir, das ist eine Priorität. Es gibt manche Stellen, die sprechen über Prioritäten: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes vor den alltäglichen Dingen. Oder ich ermahne, dass vor allem Gebete, Flehen, Fürbitte, Danksagungen gemacht werden für alle Menschen und für Könige und für alle, die in Hoheit sind. Und hier: Zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist.
Was heißt das? Das bedeutet Folgendes: Wenn wir Zephanja 1 lesen und haben den Eindruck, ich verstehe gar nicht, was das genau bedeutet, keine Sorge, dann muss man immer auch Zephanja 2 und 3 lesen. Und wenn man dann sagt, ich verstehe es immer noch nicht, dann muss man eben auch Habakuk 1, 2 und 3 lesen. Und Sacharja 1, 2, 3 bis 14 und Hesekiel 1 bis 48. Ich greife jetzt einfach heraus, nicht wahr? Wir müssen das ganze prophetische Wort studieren, und ein prophetischer Abschnitt legt den anderen aus. Ein Abschnitt für sich erklärt sich noch nicht, so kommt man nicht raus. Man muss wirklich lernen, immer mehr das Wort eben in der Übersicht auch kennenzulernen. Das ist ein Weg für ein ganzes Leben.
Und darum sagt Petrus, indem er dies zuerst wisst: Man braucht also die ganze Bibel. Ihr müsst das ganze prophetische Wort studieren, die ganze Bibel studieren, dann kann man verstehen, aber nicht nur mit so Lieblingsabschnitten, das funktioniert nicht. Aber ihr dürft schon Lieblingsabschnitte immer wieder lesen. Na schön, ich habe auch Abschnitte, die ich mehr lese als andere. Das ist schön, ich sage nicht unbedingt welche, aber ja, das ist etwas sehr Persönliches. Aber es ist so, dass es eben nicht auf Kosten des Wiederstudiums des ganzen Wortes gehen darf.
Und dann sagt Petrus, indem ihr dies zuerst wisst: Nein, Vers 21: Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist. Da betont er die Inspiration des prophetischen Wortes.
Es ist ja so: In Römer 8 wird gesagt, so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. Das heißt also, das normale Glaubensleben ist so, dass der Heilige Geist uns eine innere Überzeugung gibt. Er kann das wirken. In ganz konkreten Fragen des Lebens können wir den Herrn bitten: Zeig mir, was dein Wille ist. Und er kann uns im Zusammenhang, in der Bereitstellung mit der Schrift, innere, tiefe Überzeugungen geben.
Die Gläubigen werden gewohnheitsmäßig geleitet durch den Heiligen Geist, aber hier steht getrieben, und das ist ein stärkerer Ausdruck, nicht wahr? Ein Gläubiger muss nicht am Boden zerschlagen sein, wenn er einmal feststellt: Ich war eigentlich überzeugt, dass der Herr mich so geführt hat, aber ich muss zugeben, es war doch nicht so. Ja, es gibt hier keine Irrtumslosigkeit, aber im Wort Gottes gibt es Irrtumslosigkeit. Und es war eben so, dass die Bibelschreiber getrieben vom Heiligen Geist waren. Und dieses Wort ist ganz wichtig, das beinhaltet eben die Tatsache, dass der Heilige Geist bewirkt hat, dass nie irgendetwas Menschliches hineinkam in die Bibel, das nicht in die Bibel hineingehört.
Ja, hier wollen wir schließen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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