Zum Inhalt

Ratschläge an Jünger – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 598/685
23.07.2025Lukas 17,5-6
SERIE - Teil 598 / 685Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist. Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 597: Ratschläge an Jünger, Teil 3

Einführung in das Thema Glauben

Zwei Themen liegen hinter uns. Zum einen geht es um den Schutz der Kleinen vor Versuchungen zur Sünde, zum anderen um die Bereitschaft, Sünde gerne zu vergeben. Beides sind wichtige Themen für Jünger, die wir bereits aus Matthäus 18 kennen. Dort werden sie viel ausführlicher behandelt.

Es lohnt sich, die Episoden zu diesem Kapitel noch einmal anzuhören. Im Gespräch mit den Jüngern geht es jetzt mit dem Thema Glauben weiter.

Die Bitte um mehr Glauben und Jesu Antwort

 Lukas 17, Verse 5 und 6:

Die Apostel sprachen zu dem Herrn: „Mehre uns den Glauben!“ Der Herr aber antwortete: „Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: ‚Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer!‘, und er würde euch gehorchen.“

Was für ein ungewöhnliches Beispiel! Doch betrachten wir vor allem die Bitte der Apostel: „Mehre uns den Glauben.“ Die Antwort Jesu lautet, dass schon ein Glaube so klein wie ein Senfkorn ausreicht. Das bedeutet, wenn ihr einen ganz kleinen Glauben habt, dann ist das genug. Ihr braucht nicht mehr Glauben.

Was denken die Apostel? Sie stellen sich Glauben wie einen Akku vor. Wenn der Akku leer ist, muss man ihn aufladen. Mehr Ladung bedeutet mehr Leistung. Genau dieser Vorstellung widerspricht Jesus hier. Es kommt nicht auf die Größe des Glaubens an. Selbst wenn der Glaube sehr klein ist, so wie ein Senfkorn, kann er dennoch ein Wunder bewirken.

Die Bedeutung des Glaubens anhand eines Beispiels

Was meint Jesus hier? Ich denke an das Bild vom Glauben wie ein Senfkorn. Der Text selbst erklärt es nicht direkt, aber wir haben dieses Thema an anderer Stelle schon betrachtet. Hört euch dazu gerne noch einmal Episode 292 an. Dort ging es um die Stillung eines Sturmes.

In Lukas 8,22-25 heißt es: An einem der Tage stieg Jesus mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: „Lasst uns ans andere Ufer des Sees übersetzen.“ Sie legten ab. Während sie fuhren, schlief Jesus ein. Plötzlich kam ein Sturm auf den See, und das Boot füllte sich mit Wasser, sodass sie in Gefahr gerieten.

Die Jünger gingen zu Jesus, weckten ihn auf und riefen: „Meister, Meister, wir gehen zugrunde!“ Jesus stand auf, bedrohte den Wind und das aufgewühlte Wasser. Daraufhin legte sich der Sturm, und es wurde still.

Dann fragte Jesus sie: „Wo ist euer Glaube?“ Erschrocken und erstaunt fragten sie einander: „Wer ist dieser, dass sogar der Wind und das Wasser ihm gehorchen?“

Habt ihr die Frage gehört? „Wo ist euer Glaube?“ Jetzt verstehen wir, worum es beim Glauben wirklich geht. Es bedeutet, zu begreifen, wer Jesus ist und was er tun kann. Reifer Glaube vertraut fest auf Jesus.

Vertrauen als Kern des Glaubens

Deshalb ist Jesus auch so begeistert von dem römischen Hauptmann, der ihn bittet, seinen Knecht zu heilen. Der römische Hauptmann geht nämlich ganz selbstverständlich davon aus, dass Jesus Befehlsgewalt über jede Krankheit hat.

Wir sollten uns das gut merken: Wenn wir Probleme mit Kleinglauben, Zweifeln oder Wankelmütigkeit haben, müssen wir uns intensiv mit Jesus beschäftigen. Wir müssen lernen, ihm zu vertrauen.

Wenn Jesus für uns groß wird, werden unsere Zweifel und Ängste klein. Kleinglaube ist deshalb vor allem ein Glaube, der Jesus wenig zutraut.

Der Denkfehler der Apostel und die Natur des Glaubens

Zurück zum Denkfehler der Apostel: Sie messen den Glauben wie ein Meer, das mehr werden soll. Wer soll hier etwas tun? Genau, Jesus. Die Apostel wollen mehr Glauben, und Jesus soll ihnen dieses Mehr an Glauben geben. Aber so funktioniert Glaube nicht.

Glaube ist nichts, was Gott uns einfach wie eine Gnadengabe oder als Antwort auf ein Gebet schenkt. Glaube findet in uns selbst statt. Er beschreibt unsere innere Haltung zu Gott.

In Philipper 1,29 heißt es: „Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden.“ Also hat uns Gott den Glauben doch geschenkt? Fast. Gott schenkt uns die Fähigkeit zu glauben.

Glaube ist Gottes Geschenk, weil er in den Menschen die Kapazität zum Glauben eingepflanzt hat. Wir tragen in uns die Fähigkeit, Gott zu vertrauen. Ob wir diese Möglichkeit ergreifen oder ungenutzt lassen, das liegt bei uns.

Gott schenkt uns das Glauben können. Wir sind keine Tiere, die Gott durch Instinkt oder Zähmung an sich bindet. Die Freiheit und Einzigartigkeit des Menschen liegt gerade darin, dass er Gott vertrauen kann – aber diese Möglichkeit auch nutzen muss.

Glaube als innere Haltung und Umgang mit Zweifeln

Ich hatte gesagt, Glaube ist meine Haltung zu Gott. Glaube beschreibt, was in mir vor sich geht, wenn ich Gott betrachte – ob ich ihm wirklich vertraue oder nicht.

Deshalb ist es falsch, wenn man betet: „Herr, mehre uns den Glauben!“ So funktioniert Glaube nicht. Glaube als gelebtes Vertrauen in Gott wächst dadurch, dass ich mich mit meinen Zweifeln, meinen Ängsten und meinem Mangel an Glauben auseinandersetze. Es geht also um die Dinge, die sich zwischen mich und ein reifes Gottvertrauen stellen.

Vertrauen in Gott wächst, indem ich mich mit Jesus beschäftige und mir vor Augen führe, wer er ist und was er kann.

Umgang mit Unglauben und die Rolle der Anbetung

Erinnert ihr euch noch an den Vater des besessenen Jungen und wie er zuerst an Jesus zweifelt? In Markus 9, Verse 22 und 23 steht: „Aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns.“ Jesus antwortete ihm: „Wenn du kannst – dem Glaubenden ist alles möglich.“

Wie reagiert der Vater auf diese Offenbarung seines Unglaubens? Sein Zweifel zeigt sich darin, dass er an Jesus zweifelt. Markus 9, Vers 24 berichtet: „Sogleich schrie der Vater des Kindes und sagte: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Das können auch wir beten – nicht nur „Herr, mehre uns den Glauben“, denn das Vertrauen in Gott ist unsere Aufgabe. Aber wir dürfen Gott darum bitten, uns zu helfen, all die Dinge loszuwerden, die unserem Glauben an ihn im Weg stehen.

Ein Aspekt, der dabei eine herausragende Rolle spielt, ist die Anbetung. Anbetung stärkt den Glauben, besonders wenn wir in Zeiten der Not Anbetung und Dank bringen und Gott ehren, obwohl uns eigentlich nicht danach ist. Dann wird unser Glaube gestärkt.

Ein Beispiel dafür ist Abraham. In Römer 4, Verse 19 und 20 heißt es: „Und nicht schwach im Glauben sah er seinen eigenen, schon erstorbenen Leib an, da er fast hundert Jahre alt war, und das Absterben des Mutterleibes der Sarah, und zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab.“

Zusammenfassung und Ausblick

Fassen wir noch einmal zusammen: Glaube ist Vertrauen in Gott.

Glaube wächst dadurch, dass wir Gott die Ehre geben – vor allem dann, wenn sich unser Leben falsch anfühlt. Nicht Gott vermehrt unseren Glauben, sondern wir sind dafür verantwortlich, unser Herz bewusst an Gott zu hängen. Wir müssen ihm mehr vertrauen als unseren Ängsten, unseren Zweifeln und den Lebensumständen.

Wenn wir das tun, braucht es auch nicht viel Glauben. Ein Senfkorn echten Glaubens ist dann mehr als genug.

Was könntest du jetzt tun? Denke ein wenig über deinen eigenen Glauben nach. Wie würdest du ihn beschreiben? Wo stößt er an seine Grenzen?

Das war’s für heute. Ein Tipp: Wenn dir eine Episode gefällt, leite sie doch weiter.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.