Perversion der Töchter Lots und Ruth als Gegenbeispiel
11.02.2025
Serie•Teil 2 / 12Auf den Spuren der Stammväter Israels
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Der erschütternde Ausgangspunkt
1. Mose 19,31: Und die Erstgeborene sprach zu der Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann im Land, der zu uns eingehen könnte nach der Weise aller Welt. Komm, lass uns unserem Vater Wein zu trinken geben und bei ihm liegen, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten.
Und sie gaben ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken, und die Erstgeborene ging hinein und legte sich zu ihrem Vater. Er aber merkte weder etwas von ihrem Niederlegen noch von ihrem Aufstehen.
Eine furchtbare Geschichte, und das, nachdem wir gesehen haben, dass diese zwei jungen Töchter bereit waren, in Sodom wirklich den Weg Gottes zu gehen. Sie hatten sich verlobt, aber es war klar: Vor der Ehe ist Geschlechtsverkehr ein No-Go.
Man muss klar festhalten: Die Bibel nennt jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe Hurerei. Das Wort Pornaja ist nicht einfach das Wort für Prostitution, es ist ja verwandt mit Pornografie. Das heißt Hurerei, Schrift. Aber es meint jeglichen Geschlechtsverkehr, auch jegliche Form. Auch Homosexualität wird in der Bibel auch so bezeichnet. Das muss man wissen.
Und auch im Alten Testament bezeichnet dieser Ausdruck ganz eindeutig nachweisbar jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe. Das hatten sie so eingehalten. Aber jetzt waren sie allein, und plötzlich kommt der Gedanke auf.
Zwei Dinge waren ihnen wichtig, nämlich: tragen wir zusammen. Wie? Ja, Kinder zu bekommen. Aber das war nicht das Erste. Ja, schon, aber ihr Anliegen war ja nicht der Vater, sondern ihr Anliegen war ja also heiraten. Heiraten um jeden Preis und Kinder haben um jeden Preis. Und das sind alles legitime Wünsche. Und wenn speziell junge Menschen diesen Wunsch haben, ist der Wunsch legitim, da ist nichts Schlechtes daran.
Aber es war das Problem da, wenn dieser Wunsch bedeutet: Das muss ich haben um jeden Preis. Das ist gefährlich, sehr gefährlich.
Ein Gegenbild aus der Geschichte Israels
Und wir haben in der Bibel ein anderes Beispiel, das ganz deutlich das Gegenteil zeigt, nämlich Ruth. Wer hat das gesagt? Ah, meine Frau.
Ja, schlagen wir Ruth 1 auf. Das war eine Moabiterin. Sie kam also auch von dort drüben, jenseits des Toten Meeres, aus Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim. Das liegt ja gerade auf der anderen Seite des Toten Meeres, von Israel aus gesehen, unten am Toten Meer, immer an einem Wadi gelegen. Ruth kam vom Plateau oben, das war das Land der Moabiter.
Ja, und wir werden gleich sehen: Sie war sogar eine Nachkommin einer dieser Töchter Lots. Denn der eine Sohn, der dann aus diesem Inzest hervorgeht, war der Stammvater der Ammoniter. Das ist das Volk nördlich vom Toten Meer in Jordanien. Und der Sohn der älteren Tochter, von der wir jetzt gelesen haben, das wird der Vater der Moabiter. Und davon stammt Ruth ab.
Aber sie ist so ganz anders. Können wir kurz Ruth 1 aufschlagen? Ich fasse so knapp wie möglich zusammen: Hungersnot in Bethlehem. Ein Familienvater namens Elimelech, mein Gott ist König, hört aber nicht auf den Herrn. Bei Hungersnot hätte man nach 5. Mose 11 fragen müssen: Was will der Herr an Sünde aufzeigen? Aber er sagt sich dann: Gehen wir nach Moab, wo es eben keine Hungersnot gibt.
Er bricht mit seiner ganzen Familie auf, mit seiner Frau Noomi und den beiden Söhnen Machlon und Kiljon. Die Namen sind schon speziell. Machlon heißt krank, und Kiljon heißt ausgezehrt. Das ist schon ein Hinweis darauf, dass es bei der Geburt wohl nicht ganz gut aussah mit diesen Babys. Sonst gibt man einem Kind nicht den Namen Machlon, krank und ausgezehrt. Aber sie haben überlebt.
Die ganze Familie geht nach Moab. Aber dieser Vater hätte wissen müssen: Eines Tages wollen die Söhne heiraten. Und was geschieht dann? Es gibt ja dort nur götzendienerische Frauen. Und tatsächlich, sie heiraten dann, der eine Orpa und der andere eine gewisse Ruth. Später sterben aber beide Männer und lassen zwei junge Witwen zurück.
Dann hört Noomi, deren Mann übrigens auch in Moab verstorben ist, als verwitterte Witwe, dass es in Bethlehem wieder zu essen gibt. Sie will zurück.
Rückkehr, Abschied und die Entscheidung des Herzens
Und dann sagt sie ihren Schwiegertöchtern Folgendes, lesen wir in Ruth 1,6-10: Und sie machte sich auf, sie und ihre Schwiegertöchter, und kehrte aus dem Gebiet von Moab zurück; denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, dass der Herr sein Volk heimgesucht habe, um ihnen Brot zu geben.
So zog sie weg von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Als sie nun des Weges zogen, um in das Land Juda zurückzukehren, sagte Naomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht, kehrt um, jede in das Haus ihrer Mutter. Der Herr erweise euch Gnade, so wie ihr sie den Verstorbenen und mir erwiesen habt. Der Herr gebe es euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in dem Haus ihres Mannes. Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten und sagten zu ihr: Nein, sondern wir wollen mit dir zu deinem Volk zurückkehren.
Man muss es erst einmal dramatisch und plastisch vorstellen: Diese verwitwete Naomi geht ihren Weg nach Bethlehem, und die zwei verwitweten Schwiegertöchter gehen mit ihr. Und dann sagt sie so fromm in Vers 8: Der Herr erweise an euch die Güte, so wie ihr sie erwiesen habt. Sie erwähnt den Herrn, wirklich Jahwe, den Gott Israels.
Aber zuerst sagt sie: Geht, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter. Also: Geht zurück zu eurer Mutter. Und dann sagt sie: Ihr müsst unbedingt wieder heiraten. Das ist für sie das Allerwichtigste, dass sie heiraten und dass sie so Ruhe finden.
Aber die beiden sagen: Doch, wir wollen mit dir zu deinem Volk zurückkehren. Die hatten sich also offensichtlich vom Götzendienst abgewendet, und sie wollen sich mit Israel verbinden. Aber es wird dramatisch.
Der Kontrast zwischen Orpa und Ruth
Vers 11, zweiter Versuch, Normies, um sie abzuhalten, mitzukommen. Doch Noomi sagte: Kehrt nur um, meine Töchter, wozu wollt ihr mit mir gehen? Habe ich denn noch Söhne in meinem Leib, dass sie eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, geht! Ich bin ja zu alt, um eines Mannes Frau zu werden. Selbst wenn ich spräche: Ich habe noch Hoffnung, und selbst wenn ich diese Nacht eines Mannes Frau werden würde und sogar Söhne gebären sollte, wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch deshalb abgeschlossen halten, ohne eines Mannes Frau zu werden? Nicht doch, meine Töchter, denn das bittere Leid, das mir geschah, ist zu schwer für euch. Ist doch die Hand des Herrn gegen mich ausgegangen.
Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr, und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Ruth aber hängte sich an sie.
Also wieder: Kehrt um! Und sie versteht nicht, warum die mitkommen wollen. Und nochmals, ein drittes Mal, Vers 12, also Vers 11, dann Vers 12: Kehrt um, meine Töchter, geht! Und dann macht sich klar: Wenn ich jetzt heiraten würde, aber ich bin zu alt, ich kann nicht mehr heiraten. Wobei, da könnte man auch anderer Meinung sein. Es gibt ein Buch, das heißt Späte Liebe. Aber ja, da hat einer mit sechzig dann zum ersten Mal in seinem Leben geheiratet. Aber ich will ja nur sagen, sie sagt, das geht nicht, und sie denkt schon wieder: Wenn ich dann noch ein Kind bekommen würde, und dann müssten die so lange warten, bis der erwachsen ist, nein, das geht gar nicht.
Und für sie ist wichtig, das Wichtigste im Leben ist: Wollt ihr euch deshalb verschließen? Oder wie hast du es gelesen? Das war Vers 13 in der Mitte: Wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß würden, wolltet ihr euch deshalb abgeschlossen halten? Abgeschlossen halten. Sagen wir: warten, wir warten, aber dann können wir dann heiraten. Und sie sagt, das ist ja absurd, das geht nicht, also könnt ihr nicht mitkommen.
Treue statt Berechnung
Dann, Vers 15: Da sagte sie: Siehe, deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott zurückgekehrt. Kehre auch du um, deiner Schwägerin nach.
Ja, also tragisch. Dreimal hat sie gesagt: Geht. Und dann hat Orpa auf sie gehört und sie ging zurück zu ihrem Volk und zu ihren Göttern, sagt der Bibeltext. Und dann versucht sie ein viertes Mal, auch Ruth abzuhalten, jetzt in Vers 15.
Und die Reaktion von Ruth, Vers 16: Aber Ruth sagte: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg umzukehren. Denn wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will auch ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir der Herr tun und so hinzufügen; nur der Tod soll mich und dich scheiden.
Als sie nun sah, ja, ja, weiter bitte! Als sie nun sah, dass Ruth fest darauf bestand, mit ihr zu gehen, da ließ sie ab, ihr zuzureden. Also nach vier Versuchen bleibt Ruth so fest, und sie beginnt sogar zu schwören. Ja, das ist eine Schwurformel im Hebräischen, wenn sie sagt: So soll mir der Herr tun und so hinzufügen. Genau, Vers 18.
Also für sie ist es klar: Dein Gott ist mein Gott, und das Volk, das mit diesem Gott verbunden ist, das ist jetzt auch mein Volk. Das hat sich vom götzendienerischen Moab abgewendet. Und heiraten, egal, das Wichtigste ist die Beziehung mit dem wahren Gott. Das ist grandios, das ist das pure Gegenteil von ihrer Stammmutter.
Für sie war das Wichtigste, einen Mann zu heiraten, und zweitens Kinder zu haben. Und sie sagt, sie hätte keine Kinder, sie hätte keine Aussicht auf Heirat, und sie hätte sich sagen müssen: Wenn ich als Moabiterin gehe, dann ist es wirklich infrage gestellt, ob je ein Israelit mich heiraten würde.
Gottes Führung im Alltag
Und dann geht sie nach Bethlehem, und sie ist eben fleißig. Sie sucht sich sofort Arbeit als Asylantin. Kommt sie? Und arbeitet sofort. Und zwar geht sie auf irgendein Feld, weil es gerade um die Zeit der Gerstenernte war, um dort zu arbeiten. Denn das Gesetz Mose erlaubte Fremden und Armen, dass sie bei einer Ernte das, was liegen bleibt, für sich auflesen dürfen.
Also geht sie und kommt zufällig auf das Feld von Boas. Die Bibel sagt: zufällig, 2,3. Aber natürlich nur subjektiver Zufall, denn wir planen etwas nicht und treffen das Gute. Gott hat es schon geplant, aber für uns ist es subjektiv gesehen ein Zufall. So war das hier. Und da hat sie gearbeitet, und Boas hat sie beobachtet, gesehen und kann ihr später sagen: Alle hier in Bethlehem wissen, dass du eine Eschet Chayil bist.
Was heißt das? Ein bisschen Hebräisch muss man können, also das muss man kennen, diesen Ausdruck: Eschet Chayil. In Israel findet man ganz schöne Bilder, die sind so kalligraphisch schön gestaltet, und das beginnt mit Eschet Chayil. Wer wird sie finden? Sprüche 31,10. Eine tüchtige Frau, wer wird sie finden? Denn ihr Wert ist weit über Korallen. Dann wird sie beschrieben. Das sind die letzten 22 Verse von Sprüche 31. Und zwar schön nach dem Alphabet. Es gibt ja 22 Buchstaben im Hebräischen. Der erste Vers beginnt mit Aleph, dann mit Bet, Gimel, Dalet und so weiter bis Taw.
Und genau den gleichen Ausdruck verwendet Boas und sagt: Alle hier in Bethlehem wissen, dass du eine tüchtige Frau bist. Rut 3,10-11. Da sagte er: Gesegnet seist du von dem Herrn, meine Tochter! Du hast deine letzte Treue schöner erwiesen als die erste, indem du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, sei es geringen oder reichen. Und nun, meine Tochter, fürchte dich nicht, alles, was du sagst, werde ich für dich tun; erkennt doch alles Volk im Tor, dass du eine tüchtige Frau bist.
Ja, wahrscheinlich habe ich keine Chance, einen Israeliten zum Mann zu bekommen, aber versuchen kann ich es ja trotzdem. Und sie bekommt das Zeugnis: Sie ist nicht den jungen Leuten nachgelaufen, als Frau. Und alle wissen: Du bist eine Eschet Chayil.
Die theologische Bedeutung von Ruth
Und das Schöne ist: In der Anordnung der hebräischen Bibel, die ja etwas anders ist als in der deutschen Bibel, findet man Ruth und das Hohelied zusammengestellt. Man kann also sagen: Ruth und Sprüche sind miteinander verbunden. In Sprüche 31 wird am Schluss die tüchtige Frau beschrieben: Wer wird sie finden? Mit Ruth hat man genau die Illustration dafür, was das konkret bedeutet.
Ruth ist zum Beispiel eine Frau, die nicht um jeden Preis heiraten will und auch nicht um jeden Preis Kinder haben will. Aber sie bekommt beides. Und zwar nicht irgendeinen Mann – von solchen gibt es ganz viele, schließlich ist etwa die Hälfte der Menschheit männlich. Also etwas Spezielles ist das an sich noch nicht. Doch sie bekommt Boas, also wirklich den Mann, wie er beschrieben wird. Das ist eindrücklich, grandios, ein Mann Gottes. Und sie bekommt dann ein Kind, und über diese Linie kommt später der Erlöser der Welt.
Und das alles wegen eines Zufalls. Sie traf zufällig auf das Feldstück von Boas. Aber Gott hat im Hintergrund alles geleitet. Und das macht ruhig. Es gäbe auf diesem Gebiet so viele Gründe, unruhig und beängstigt zu sein, aber eigentlich macht die Geschichte von Ruth klar: Der Herr hat einen Plan mit denen, die ihm treu bleiben wollen.
Und es kam so schön heraus: Bei den Töchtern von Lot ist es ein Elend, Blutschande, Inzest, weil sie unbedingt heiraten und unbedingt ein Kind haben wollten. Und dann kommt noch das Thema Alkohol dazu. Das ist ja auch etwas, was gerade diese beiden Themen sehr stark verbindet, also sexuelle Unreinheit und das Problem von Alkohol und Drogen. Genau das haben wir hier.
Das ist so grausam: Die älteste Tochter macht ihren Vater betrunken und begeht dann Hurerei in der Familie. Es ist so etwas von hässlich.
Die Fortsetzung der Katastrophe
Und schauen wir: Vers 34. Das Unrecht geht weiter. Lies du jetzt bis Vers 38.
Und es geschah am Morgen, da sprach die Erstgeborene zu der Jüngeren: Siehe, ich habe mich gestern Abend zu meinem Vater gelegt. Lass uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, dann geh hinein, liege bei ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommenschaft am Leben erhalten.
Da gaben sie auch in dieser Nacht ihrem Vater Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und lag bei ihm. Und er merkte weder etwas von ihrem Niederlegen noch von ihrem Aufstehen.
Und die beiden Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger. Und die Erstgeborene gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Moab; der ist der Vater der Moabiter bis auf diesen Tag. Und die Jüngere, auch sie gebar einen Sohn, und sie gab ihm den Namen Ben-Ammi; das ist der Vater der Söhne Ammon bis auf diesen Tag.
Ja, also: Moabiter und Ammoniter sind so entstanden. Und der Hauptstadtname Amman kommt von Ammon. In der Bibel heißt die Hauptstadt Ammon-Rabba, also die große Stadt Ammon, von dem Volk Ammon. Und daraus hat sich später Amman entwickelt.
Warnung vor Kontrollverlust
Ja, und lesen wir zum Alkohol als No-Go im Neuen Testament, Epheser 5,18, bitte: Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist.
Ja, danke. Also die Warnung, berauscht euch nicht mit Wein, ist ein ganz klarer Befehl. Die Einengung des Bewusstseins durch Alkohol oder auch Drogen ist nach der Bibel absolut verboten. Das geht nicht.
Und der Kontrast dazu ist: Wir sollen mit dem Geist erfüllt werden. Da haben charismatische Irrlehrer behauptet, ja, das bedeutet eben, trunken im Geist zu sein und die Kontrolle so zu verlieren. So ein Betrug! Das ist nicht der Heilige Geist, sondern das ist dämonisch.
Der Heilige Geist ist ja nach 2. Timotheus 1,7 ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit, oder, in der Fußnote, des gesunden Sinnes oder der Selbstbeherrschung. Also: Der Heilige Geist gibt uns Kraft, der Heilige Geist gibt uns die Fähigkeit, gottgemäß zu lieben, und er gibt uns die Kraft, uns selbst zu kontrollieren.
Also: Kontrollverlust ist nie das Werk des Heiligen Geistes. So können wir böse Geister erkennen. Und gerade im Zusammenhang mit Berauschtsein im Heiligen Geist oder Toronto-Segen ist das ganz eindeutig dämonischen Ursprungs.
Das kannte man schon immer in Afrika. Wenn ein Geist von Menschen ergriffen hat, dann verlieren sie die Kontrolle. Ich habe das auch schon erlebt in Indien. Als ich dort predigen sollte, in einem eingeborenen Stamm, wurde plötzlich eine Frau so erfasst. Das war furchtbar. Die Bewegung, das ist so etwas, das man wirklich nur mit ansehen kann, und das ist so unangenehm. Und dann war sie weg, aber ganz schlimm: alle Kontrolle verloren. Das sind böse Geister.
Der Heilige Geist ist genau das Gegenteil. Und darum werden wir gewarnt: Berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist. Das bedeutet eben, man verliert die Selbstbeherrschung, die Selbstkontrolle.
Weisheit aus den Sprüchen und die Realität des Alkoholmissbrauchs
Und dann eine sehr wichtige Stelle aus dem Alten Testament zum Thema Missbrauch von Alkohol und Drogen: Sprüche 23. Christian liest uns ab Vers 29 bis 35:
Wer hat Ach? Wer hat Weh? Wer hat Zänkereien? Wer Klage? Wer Wunden ohne Ursache? Wer trübe Augen? Die spät beim Wein noch sitzen, die einkehren, um den Mischkrug zu erforschen. Sieh den Wein nicht an, wenn er so rötlich schimmert, wenn er im Becher funkelt und leicht hinuntergleitet. Zuletzt beißt er wie eine Schlange und speit Gift wie eine Viper. Deine Augen sehen Seltsames, und dein Herz redet Verworrenes. Und du bist wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie einer, der da liegt im Ausguck am Mast. Man hat mich geschlagen, es schmerzt mich nicht. Man hat mich geprügelt, ich merkte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will ihn noch einmal aufsuchen.
Schrecklich, das ist genau die Realität von Alkoholismus, Gewohnheit an Alkohol. Nun, bei Lot, natürlich haben ihn die Töchter listig reingelegt. Aber ich meine: Wenn man trinkt und kurz danach nicht merkt, ja, aber das ist ja wieder gleich voll wie vorher, da hat man auch eine Verantwortung. Ich meine, wenn man trinkt, ja, jetzt ist es nur noch so, aber bei ihm war es immer voll. Und dann kommt der Punkt, wo die Selbstkontrolle verloren geht. Und das ist dann eben sehr nahe auch bei dem Verlust der Kontrolle, wenn es um Sexualität geht.
Und das sehen wir hier so beschrieben. Also das Thema Inzest, das ist ein ganz aktuelles Thema. Viele denken: Ja, das ist ein Thema für ... Nein, in allen Gesellschaftskreisen kann das ein Thema sein, und oft ganz versteckt in Familien, dass da Missbrauch geschieht, auch zwischen Bruder und Schwester. Und in der Seelsorge kriegt man ja Einblick in so viele Einzelschicksale, und da erlebt man Dinge, das würde man nicht glauben. Aber sicherlich bei denen doch.
Aber die Bibel gibt uns auch da eben gute Anweisungen: Wie kann man das schützen? Wie kann man die Familie gesund erhalten und eben ein fröhliches Miteinander von Geschwistern haben und trotzdem einen Respekt untereinander in der Familie, Bruder, Schwester oder auch Vater, Tochter, Mutter, Sohn.
Schutz durch Distanz und Ordnung in der Familie
In 1. Mose 9 haben wir diese Geschichte mit Alkoholmissbrauch bei Noah. Sogar bei ihm war es möglich, bei einem Mann, der gerecht war. Und er hat sich betrunken. In 1. Mose 9 lesen wir in den Versen 20 bis 25:
Und Noah, ein Landmann, begann auch Weinberge zu pflanzen. Und er trank von dem Wein und wurde betrunken und lag entblößt im Innern seines Zeltes. Und Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters und berichtete es seinen beiden Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Japheth das Obergewand, legten es beide auf ihre Schultern und gingen damit rückwärts und bedeckten so die Blöße ihres Vaters. Ihre Gesichter aber hielten sie rückwärts gewandt, sodass sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen. Und Noah erwachte von seinem Weinrausch und erkannte, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte. Und er sprach: „Verflucht sei Kanaan, ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern.“
Danke! Also, hier sehen wir, dass Noah seine Selbstbeherrschung und seine Würde verliert. Auf ganz seltsame Weise entblößt er sich im Zelt. Und Ham hat das wahrgenommen und verachtet seinen Vater zutiefst. Er erzählt es den Geschwistern. Er war übrigens der Jüngste, Japheth der Älteste und Sem der Wichtigste. Darum wird er in der Bibel typischerweise zuerst genannt: Sem, Ham, Japheth.
Aber es ist so, dass die beiden anderen Achtung vor ihrem Vater haben. Es wird gezeigt, dass sie die Blöße ihres Vaters bedeckten. Sie gingen extra rückwärts, weil sie ihn auch gar nicht sehen wollten.
Das ist ein Thema: Wie geht man um mit Nacktheit in der Familie? Es gibt Familien, die sagen, das ist doch kein Problem, wir baden mit unseren kleinen Kindern unbekleidet. Die sollen das einfach natürlich erleben. Aber das ist nicht, was das Wort Gottes zeigt.
Darum ist es auch interessant: In 3. Mose 18 werden die verschiedenen Verwandtschaftsgrade aufgezeigt, die für eine Heirat möglich sind, und auch welche Verwandtschaftsgrade nicht möglich sind, weil sie zu nah sind. Das wäre dann Inzest. Interessant ist aber, dass der Ausdruck für den Geschlechtsverkehr dort ein Euphemismus ist, also ein Ausdruck, der etwas distanziert umschreibt.
Zum Beispiel: Wenn man in London auf Besuch ist und auf die Toilette muss, sagt man nicht: Wo ist das Null-Null? Sondern man sagt: Can I wash my hands? Dann zeigen die einen die Toilette, und die wissen ganz genau, was man will. Aber das ist ein Euphemismus. Man sagt: Kann ich meine Hände waschen? Und der Ausdruck dort ist: die Blöße aufdecken. Da wird gesagt, in diesen und jenen Verwandtschaftsgraden darf man die Blöße eben nicht aufdecken.
Das zeigt aber auch, dass in der Familie, da wo die Verwandtschaft nah ist, die Blöße nicht aufgedeckt werden soll. Also ist es nicht das Normale, dass man sich so sieht. Und warum? Das gibt einfach einen natürlichen Abstand. Es schützt nicht nur das Eine, sondern schützt auch vor Übergriffen in der Familie, indem man einfach diesen Respekt beachtet.
Auch als Vater bin ich mit meinen Töchtern herzlich, aber es gibt einen Abstand, der einfach signalisiert: Ja, ich bin der Vater, und sie sind meine Töchter. Und ich achte sie als Töchter und als Frauen. Und das ist eine Hilfe.
Und was wir da bei Lot sehen, das ist wirklich eine furchtbare Katastrophe. Das ist das Ergebnis einer Kultur, bei der alles möglich war auf sexuellem Gebiet. Und so ist die Familie von Lot zugrunde gegangen.
Natürlich kann man sagen: Ja, hätte Abraham ihm gesagt, Lot, du darfst nicht mitkommen. Ja, das war seine Mitverantwortung. Aber Lot war trotzdem verantwortlich, und auch die Töchter. Wenn er in den Bergen war, hätte er sagen müssen: Wir haben eine Distanz, und ich kontrolliere mein Glas. Ich trinke nicht einfach ein Glas nach dem anderen, nur weil ich das Gefühl habe, ich habe ja fast nichts getrunken, es ist ja immer noch voll.
Ja, gibt es bis dahin Fragen?
Andreas hat am Anfang gesagt, es ist ein trauriges Thema, das wir heute drannehmen. Ja, natürlich. Aber es ist eben so: Nach Römer 15 heißt es, alles, was zuvor geschrieben ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben. Und darum auch das. Wir brauchen alle diese Belehrungen, und wir müssen uns beim Bibellesen immer wieder fragen: Was lerne ich da, was ich nachahmen soll, und was lerne ich da, was ich vermeiden soll?
Da haben wir eben so ein krasses Beispiel, das zeigt, wie man die Familie schützt. Und die Familie bleibt eben glücklich, wenn ein gesunder Respekt in den Beziehungen untereinander da ist.
Ich war vor vielen Jahren sehr, sehr beeindruckt durch einen richterlichen Entscheid in der Schweiz. Und zwar war das so: Ein Mann hatte eine Tochter adoptiert und später wollte er sie heiraten. Und die Richter haben gesagt, das kommt nicht in Frage. Und zwar wollten sie damit sicherstellen, dass die familiären Beziehungen nicht sexualisiert werden dürfen.
Das wurde in der Schweiz von Richtern noch vor einigen Jahren ganz klar festgelegt: Die Beziehungen in der Familie dürfen nicht sexualisiert sein. Und dann sind sie eben so froh, schön und unbeschwert.
Soziale Kontrolle und die Grenzen des Alleinseins
Ja, bitte noch Fragen?
Ja, weil es war ja sicher nicht unverheiratet. Also um lediges Kind zu sein, war es wieder geächtet oder so. Ja gut, das Problem war ja, sie waren ja alleine. Das heißt, da fehlt dir auch das Element, das wir soziale Kontrolle nennen.
An jedem Ort, in jedem Dorf, wo man wohnt, und in der Nachbarschaft oder auch in der Familie ist automatisch eine sogenannte soziale Kontrolle. Und wenn die wegfällt, dann wird der Mensch plötzlich gefährdet, Dinge zu tun, die er sonst nicht tun würde. Und das ist das Problem. Da fragen sich manche Ausländer in der Schweiz: Und so eine Kriminalitätsrate!
Ja, aber was ist denn: Sind Ausländer grundsätzlich viel krimineller als Schweizer? Man muss das eben sehen: Das sind Leute, die waren früher verwurzelt. Und dann kamen sie hierher, aber vielleicht allein oder nur ein kleiner Teil der Familie. Aber sie hatten dann hier nicht mehr die soziale Kontrolle, wie sie sie damals gehabt hatten. Und dann wird der Mensch plötzlich anfällig, Dinge zu tun, die er sonst nicht tun würde.
Und diese soziale Kontrolle war nicht da. Die war nicht in einem Dorf, und darum war das gefährlich. Und ja, für das Weitere waren das alleinerziehende Mütter. Den Vater konnten sie nicht heiraten, das ist ja klar. Alleinerziehende Mütter, und sie haben, was sie haben wollten. Aber wirklich: Es ist das, was Gott geschenkt hat, in diese Schöpfung hineingelegt. Das Schöne der Ehe und das Schöne des Kinderhabens wurde hier wirklich verdreht und zu etwas Hässlichem gemacht.
Noch weitere Fragen?
Der bleibende Kontrast und der abschließende Blick
Ja, dann wollen wir auch an dieser Stelle schließen und nochmals daran erinnern: Wir wollen mit einem schönen Beispiel enden, nämlich mit dem Kontrast einer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin dieser ältesten Tochter Lots. Das war Inhud, die so anders dachte. Und da sehen wir: Es liegt nicht in den Genen, dass sie sich entschieden hat: Mein Wichtigstes im Leben ist die Beziehung zum Herrn und nicht, ob ich heiraten kann und ob ich ein Kind haben kann.
Das war ihre Entscheidung. Aber sie hatte wirklich die Gene dieser Frau. Hätte man sie also mit einem Gentest getestet, mit der mitochondrialen DNA, dann hätte man noch die Spuren dieser Tochter Lots bei ihr gefunden. Aber es geht nicht um die Gene, es geht um das Herz und die Entscheidung. Und das war ihre Entscheidung: Dein Gott ist mein Gott und dein Volk ist mein Volk.
Und dann zeigt sich der Herr treu und führt individuell. Ruth hat er so wunderbar geführt, dass sie schließlich Stammmutter ist. Darum ist sie in der Abstammungslinie des Herrn Jesus mit drin.
Ja, wollen wir doch hier essen.
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