Zum Inhalt

Erregende Nachrichten

29.03.1959Markus 16,9-10

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommt. Amen.

Wir hören ein Wort aus der Ostergeschichte aus Markus 16: Jesus aber, da er auferstanden war, erschien er früh am ersten Tag der Woche als Erstes Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.

Vereilige uns in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Amen.

Begrüßung und Einstimmung auf die Ostergeschichte

Jetzt grüßen wir zuerst die, die im ersten Stock im Übertragungssaal angeschlossen sind. Wir bilden eine Gemeinde. Zweitens bitte ich diejenigen hinten unter der Galerie: Machen Sie alle Fenster an den Türen auf, damit Sauerstoff hereinkommt.

Jesus aber, da er unverstanden war – so steht es hier. Dieser Satz kommt mir vor wie ein lauter Pauken-Schlag Gottes. Lassen Sie mich ein einfaches Beispiel benutzen: Manche von uns haben noch die alte Militärmusik erlebt, da gab es so eine dicke, große Pauke, die dröhnte, wenn man darauf schlug. Dieser Satz hier klingt für mich genau so – wie ein Pauken-Schlag Gottes: „Jesus aber, da er auferstanden war.“

In der vergangenen Woche stand ich morgens kurz vor acht Uhr oben am Ruherschnellweg in der Nähe des Wasserturms. Da herrscht morgens vor acht Uhr ein rasender Verkehr. Die Autos wirbeln vorbei, und aus einem offenen Fenster krächzt der Radio. Es gibt Leute, die können morgens um sieben schon Musik vertragen, nicht? Unerhört, aber es gibt sie.

Als ich mich umdrehte, und das Lied verschämt anhörte, ging es um Osterreisen nach London, Paris, Riviera und was weiß ich alles. So nahm ich diesen Wirbel wahr. Das Gefühl war: Das ist die wirbelnde Welt, in der der Mensch von heute lebt. Still in meinem Herzen sprach ich eine Woche lang mit mir selbst über diesen Text. Immer wieder klang es: „Jesus aber, da er auferstanden war.“

Dazwischen war die Musik, die Autos rasten vorbei, und die Fährenreisen winkten. Da hätte ich eigentlich Minderwertigkeitskomplexe bekommen müssen, unbedingt. Zumal ich anfällig für solche Gedanken bin. Denn mir war klar: Diese wirbelnde Welt um mich herum ist überhaupt kein Urheber für die Botschaft „Jesus aber, da er auferstanden war.“

Ich dachte: Wenn ich zum Lkw-Fahrer anhalte, sagen sie doch: „Jesus, da er auferstanden ist, Balsam für meinen Rücken, gib Gas!“ Aber sehen Sie, ich bekam tatsächlich keine Minderwertigkeitsgefühle. Im Gegenteil, ich musste richtig lachen und dachte: „Oh Welt, du bist ein wild gewordenes Karussell, das keiner mehr abstellen kann und das sich rasend dreht – um nichts, um nichts.“

Arme Welt, dachte ich. Du rast wie ein Karussell. Haben Sie schon einmal ein Karussell gesehen? Das sind so Pferdchen, die rasen, aber immer am selben Punkt ankommen. Ich bin jetzt über sechzig Jahre alt und habe nicht den Eindruck, dass die Welt mit all ihrem Rasen auch nur einen Schritt weitergekommen ist.

Kriegsangst, das haben wir bereits 1912 gekannt, 1907 und so weiter. Stekargan, ich wüsste nicht. Welt, dachte ich, du rast wie Karussellpferdchen immer im Kreis. Nein, ich bekam keine Minderwertigkeitsgefühle, ich musste lachen und dachte: „Welt, wenn du wüsstest, was ich weiß! Wenn ihr Taubenohren doch den Paukenschlag Gottes hören würdet!“

Nun, ich will mich nicht weiter darin verlieren, diese Welt zu verachten. Denn hier ist immerhin eine ganz ansehnliche Schar von den berühmten modernen Menschen zusammengekommen, die bereit sind, meine Botschaft anzuhören. Ich bin ihnen dafür wirklich dankbar und bitte Gott, dass diese erregenden Nachrichten der Ostergeschichte ihr Herz erleuchten und ihr Gewissen wecken.

Ich lese noch einmal den Text: „Jesus aber, da er auferstanden war, früh am ersten Tag der Woche erschien er zuerst Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte.“ Erregende Nachrichten möchte ich über die Predigt bringen. Den Text habe ich „Erregende Nachrichten“ genannt. Wie üblich habe ich drei Teile. Diesmal möchte ich einfach dem Text nachgehen. Das sind drei Sätze.

Die Bedeutung der Auferstehung als göttliches Handeln

Erstens: „Jesus aber, da er auferstanden war.“ Ich sage Ihnen, wie lange ich diesen Satz mit mir herumgetragen habe. Immer wieder fiel mir dabei ein Vers ein, der eigentlich in einem Weihnachtslied steht: „Oh, dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seele ein weites Meer, dass ich dies möchte fassen.“ Unser Denken, unser Herz – das sind zu kleine Gefäße, um dies zu fassen.

Was ist das für eine Geschichte? Da sehen wir verstörte römische Legionäre, einen weggeworfenen Felsenstein, ein leeres Grab, leuchtende Engel Gottes. Da laufen verstörte Jünger über die Bühne, freudestrahlende Frauen und vor allem er selbst – er selbst, der vor drei Tagen mit der Dornenkrone ausgeblutet, schmerzlich am Kreuz hing. Er selbst, in Glorie, in Herrlichkeit auferstanden, spricht majestätisch: „Friede sei mit euch.“ So fängt ja jede seiner Reden an: „Friede sei mit euch.“ Genau das Wort, das unsere Zeit braucht, genau das. So beginnt jede Rede Jesu nach seiner Auferstehung: „Friede sei mit euch.“ Genau das brauchen wir.

Und dass mein Sinn ein Abgrund wäre und meine Seele ein weites Meer, dass ich dies möchte fassen. Ich will versuchen, ein wenig darauf einzugehen, was das heißt: „Jesus aber, da er auferstanden war.“ Das heißt, jetzt hat sich der große, lebendige, schreckliche Gott gemeldet und eine Tat vollbracht.

O, die armen Atheisten und Verächter Gottes! Da hat Gott etwas getan, das kann keiner mehr vom Tisch wischen! Sehen Sie, im Alten Testament sind die Propheten immer wieder voll herzzerreißendem Gebet. „Gott, schweige doch nicht! Steh auf!“ So heißt es, „Erhebe dich, zeige deine Stärke!“ So möchte ich heute manchmal auch beten: Warum schreit er denn so zu aller Not? „Erhebe dich!“ Sehen Sie, hier ist dieses Gebet erhört. Er hat sich erhoben, seinen Arm ausgereckt und seinen Sohn von den Toten erweckt. Gott hat sich gemeldet.

„Jesus aber, da er auferstanden war“ – was heißt das? Das heißt weiter: Nun hat also dieser Sohn Gottes sein Unternehmen zu Ende geführt, das ihn über das Kreuz führte. Nun ist ein Opfer gebracht, das das unruhige Gewissen mit Gott versöhnt. Ach, was sage ich – das hat die Welt mit Gott versöhnt! So steht in der Bibel: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst.“ Und nun sind wir Botschafter an Christi statt: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“

In der Auferstehung bestätigt Gott dieses Kreuz. In der Auferstehung wird bestätigt, dass Jesu Heilswerk vollendet ist. Das heißt, nun ist eine Quelle erschlossen, wo Menschen, die ihre Unreinheit fühlen – fühlen Sie das nicht? – rein werden können. Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht mich rein von aller Sünde. Nun ist ein „Friedensort“ da, wo wir Frieden finden können. Da ist Ruhe gefunden für alle, fern und nah, im Namen Gottes rund um das Kreuz von Golgatha.

Die Auferstehung Jesu bestätigt das Heilswerk Jesu Christi am Kreuz. Sehen Sie das? Gott dokumentiert gleichsam: „Das gilt jetzt!“ „Jesus aber, da er auferstanden war.“ Was heißt das? Das heißt weiter: Nun gibt es in dieser Welt einen lebendigen Heiland.

Ach, heute Morgen, als ich hier herunterging, dachte ich: Die Welt kann so schön sein. Ich freue mich so über den Sonnenschein, über meine vielen hundert Jungen, die draußen sind. Nein, ich freue mich auch für mich selbst an dem Sonnenschein. Die Welt kann so schön sein, aber sie kann auch schrecklich sein. Ach, es ist eine verfluchte Welt. Ich suche einen glücklichen Menschen und finde keinen. Es ist eine verfluchte Welt.

„Jesus aber, da er auferstanden war“ – das bedeutet: Jetzt ist in dieser verfluchten Welt ein lebendiger Heiland. Jetzt ist es kein Unsinn, wenn kleine Kinder singen: „Weil ich Jesus Schäflein bin, freue ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten.“ Nun lebt einer, dem starke Herzen dienen können. Dass es sich lohnt!

Was lohnt denn eigentlich in Ihrem Leben? Zeigen Sie mir doch ein sinnvolles Leben! Ich weiß nur einen einzigen Sinn: Dass mein Leben Gott gehört, nicht dem Herrn Jesus diene. Hier ist der Große, dem zu dienen sich lohnt. Oder halten Sie Geldverdienen für den Lebenssinn? Ein anständiges Bankguthaben anhäufen? Naja, hören Sie doch auf.

Nun ist eine Tat, dem zu dienen sich lohnt. Nun haben die Elenden, die Verzweifelten und die unruhigen Herzen und Gewissen einen Heiland. Jesus lebt. Jesus sei auferstanden – was das heißt: In dieser Welt gibt es einen lebendigen Heiland.

Ich verkündige hier nicht Dogmen und Weltanschauungen. Ich bin kein Propagandist für die Kirche – das würde sich nicht lohnen, das würde ich heute noch umschwenken. Sondern ich möchte den lebendigen Herrn verkündigen, nicht das Christentum, sondern Christus.

„Jesus aber, da er auferstanden war“ – was heißt das? Da hat sich Gott gemeldet und ein Heilswerk vollbracht. Ein lebendiger Heiland ist da. Und das heißt weiter: Jetzt hat der Tod nicht mehr das letzte Wort.

Ich habe oft gesagt, es liegt ein Leichengeruch über der Welt, wie bei einem Schlachtfeld. Ja, alles der Menschen, Ideen, Reiche – alles stirbt, Leichenbruch über der Welt. „Jesus aber, da er auferstanden war“ – da ist Lebensatem drin. Da tobt nicht mehr das letzte Wort.

Sehen Sie, in diesem letzten Krieg kam er ganz plötzlich in Fliegerangriffen. Viele Menschen rannten in die Keller eines großen öffentlichen Gebäudes und dachten, dort seien sie einigermaßen sicher. Dann ging eine dicke Luftmine genau auf das Portal, und die Menschen wurden verschüttet.

Wer das miterlebt hat, weiß, solche Szenen bedeuten schreckliche Verzweiflung. Und dann, auf einmal, geht durch diese Kellerräume ein Ruf: Man hat einen Ausstieg gefunden! Der Erste ist schon hinaus. Da strömen sie zusammen, da schreien sie vor Freude. Sehen Sie, das ist die Osterbotschaft!

Wir sind in der verschütteten Welt, der Tod wartet auf uns alle. Als ich hier herunterging, unterrannte ein junger Mann an mir vorbei. Er überholte mich mit einer Rasanz, war einen halben Kilometer vor mir, als ich zehn Schritte gemacht hatte. Da dachte ich: Ach, wie schrecklich, wie alt er ist; wie schön, weil so jung er ist. Wie schön, nicht?

Und dann ging meine Predigt noch einmal durch meinen Kopf: Der Tod wartet auf uns alle. Und du hast noch so eine strahlende Jugend, als ob der Tod nicht wartet! Wir leben in der verschütteten Welt, und da geht an Ostern die Botschaft durch: Einer ist durch den Tod zum Leben durchgedrungen. Es gibt einen Aufstieg zum Leben, zum wirklichen Leben, zum ewigen Leben, hinter Jesus her. Der Eine ist schon hinaus – Jesus, der Auferstandene.

Ach, liebe Freunde, ich versuche, so ein bisschen zu skizzieren, was das heißt: „Jesus, da er auferstanden war.“ Ich konnte es nur andeuten. Es bleibt dabei: Oh, dass mein Sinn ein Abgrund wäre und meine Seele ein weites Meer, dass ich es möchte fassen.

Die erste Erscheinung des Auferstandenen an Maria Magdalena

Und nun zweitens: Erregende Nachrichten. Jesus, da er auferstanden war, erschien er als Erstes Maria Magdalena.

Wir besprechen jetzt den Satz: „Zweitens erschien er als Erstes Maria Magdalena.“ Jesus, da er ja auferstanden war – meine Freunde, da meldet sich nun doch die klare Vernunft und sagt: „Also, das geht nicht, das gibt es nicht, das Grab ist leer, und Tote kommen zurück?“ Da schütteln sie ihre Häupter – von den Leerstühlen bis zu den Fabrikalen – „Das gibt es nicht!“ Und die Gemäßigten sagen: „Na ja, das darf man natürlich nicht so wörtlich nehmen, irgendwie, denk doch an Faust, nicht ein Auferstandener aus Winter und so, das musst du anders verstehen.“

Jedenfalls ist sich die Welt einig: Solch ein biblischer Realismus, dass da ein leeres Grab war und Jesus lebt, das ist unmöglich. Und ich habe mich gerade so daran gefreut, meine Freunde, und ich möchte Ihnen offen sagen, so glaubwürdig von ganzem Herzen, dass es so ist. Ich würde es nicht wagen, hier zu stehen, wenn ich Windeier vom Kännchen verkaufen wollte. Entweder rede ich Tatsachen oder höre auf zu predigen.

Ich möchte aber den Leuten mit der klaren Vernunft einmal sagen: Halt einen Moment den Atem an! Sieh mal, wie die Bibel pompös und großartig von solchen Dingen redet. Sie redet davon in einem Nebensatz, bitte, in einem Nebensatz: „Jesus aber, da er auferstanden war“ – ein einwandfreier Nebensatz, als wenn sie sagen wollte: Für den lebendigen Gott sind das kleine Dinge, die Toten zum Leben zu rufen.

Achte mal lieber darauf, wie die Geschichte weitergeht, wo der Hauptsatz kommt! Ach, achte mal darauf, wenn der Hauptsatz kommt! Da geht es viel skandalöser weiter, viel unerhörter und sensationeller. Jesus, da er auferstanden war – das ist eigentlich aufregend –, wie es weitergeht, was der Auferstandene als Erstes nun tut: Er erschien als Erstes Maria Magdalena.

Na, meine Freunde, darauf wäre nun bestimmt kein Mensch gekommen, dass der Auferstandene als allererstes das tut: Er geht zu diesem Mädchen, zu diesem völlig bedeutungslosen Mädchen, zu dem Lieschen Müller ihrer Zeit, nicht? Nein, doch nicht gern. Es ist ein Mädchen mit einer zweifelhaften Vergangenheit, in deren Leben Jesus einmal trachtete, ein Mädchen, das aus sehr dunklen Tiefen kommt. Von sieben Teufeln ist die Rede.

Nein, darauf wäre niemand gekommen, dass Jesus zuerst zu diesem bedeutungslosen Mädchen geht. Meine Freunde, bitte achten Sie, verstehen Sie, was das heißt? Das heißt, das ist Gottes Gericht über die Weisen dieser Welt. Weil sie in ihrer Weisheit die Offenbarung Gottes in Jesus nicht erkannten, hat er sie dahingegeben und geht zu Maria Magdalena, zum Sünder und zum verlorenen Sohn.

Das ist Gottes Gericht über die Mächtigen dieser Welt. Weil die Mächtigen dieser Welt Jesus als einen Baustein ansehen, der verworfen ist, den man nicht einbauen kann, geht er an ihnen vorüber. An den Mächtigen vorüber geht er zu Maria Magdalena.

Das ist das Unerhörte der Ostergeschichte. Verstehen Sie? Er erschien als Erstes Maria Magdalena, nicht bei Pilatus, nicht beim Kaiser Augustus, nicht im Hohen Rat, nicht bei den Philosophen Athens. Nein, bei Maria Magdalena – Gottes Gericht über die Mächtigen und Weisen dieser Welt.

Das sind ernste Sachen, denn Jesus, der Auferstandene, ist König des Reiches Gottes auf Erden. Und was er als Auferstandener zuerst tut, das ist gleichsam sein Regierungsprogramm. Denn mir ist so wichtig, dass die ersten Taten verstanden werden.

Er sagt immer: „Friede sei mit euch!“ Und er geht zu Maria Magdalena. Das ist das Regierungsprogramm des Königs im Reich Gottes. Er schenkt Frieden. Die Welt schenkt nur Unfrieden.

Und er geht vorbei an den Mächtigen und Weisen zu Maria Magdalena. Wenn die Weltweisen ohne ihn denken wollen, dann dürfen sie weiter denken – ins Dunkel hinein. Und die Bibel sagt dazu: Für weise Hirten sind sie zu Narren geworden.

Und wenn die Mächtigen dieser Welt eben ohne den König des Reiches Gottes die Welt ordnen wollen, dann dürfen sie weiter wursteln, wie sie es seit Jahrtausenden tun. Es ist ja noch nichts Neues erschienen, nicht auf der Weltbühne. Sie dürfen sich in immer neues Verderben wursteln.

Jesus, der Auferstandene, geht zu Maria Magdalena. Das heißt: Die Elenden – das ist ein Regierungsprogramm. Die Elenden sollen sich freuen, die Sünder sollen Vergebung finden, die vom Satan Gebundenen sollen frei werden, und die heilssuchenden Herzen sollen ihren Heiland haben.

Hier erweist er sich als Retter, Heiland, Helfer, Tröster und Seligmacher – damals und heute.

Die Befreiung von Dämonen als Zeichen der Macht Jesu

Ich muss noch ein drittes sagen. Erregende Nachrichten: Jesus, da er ja auch verstanden wurde, erschien am ersten Tag dem Maria Magdalena. Und der dritte Satz heißt: von der er sieben Teufel ausgetrieben hatte.

Lassen Sie mich noch darüber sprechen, von der er sieben Teufel ausgetrieben hatte. Meine Freunde, empfinden Sie nicht, dass dieser ganze Satz unerhört ist? Wenn ich so ein Rationalist unserer Zeit wäre, dann würde ich sagen: Junge, Junge, da sind aber Sachen drin! Auferstehung gibt es doch nicht, Durchbruch des Lebens, und jetzt kommen noch Teufel, sieben Dämonen.

Mensch, dieser eine Satz enthält solche großen Dinge, dass es dem flach denkenden Menschen unserer Tage glatt die Sprache verschlägt. Es ist schon gut, dass Sie die Bibel hinten am Bücherschrank schwarz stellen, nicht? Sie würden sehr beunruhigt sein, wenn Sie ernsthaft lesen wollten. Das steht nun hier.

Nun lassen Sie uns mal ernst nehmen, was die Bibel sagt. Sehen Sie, das ist der Hintergrund der Ostergeschichte: dass es Dämonen gibt, dass der Teufel sagen kann, dies ist mir übergeben, der Lügner von Anfang an und der Mörder von Anfang an. Dass der Hintergrund der Ostergeschichte ist, dass der Teufel Macht über uns hat, weil wir ihm gedient haben – alle. Dass der Hintergrund der Ostergeschichte ist, dass es Schuld vor Gott gibt und ganz massiv schmutzige Sünde in unserem Leben ist. Dass die Menschheit zur Hölle wandert und dass es Tränen und Jammer und Leid und Not gibt.

Der Hintergrund der Ostergeschichte hier ist ja nicht ein kleines süßes Märchen, sondern mitten in einem Satz ragt die ganze Wirklichkeit der Welt hinein. Und in diese schreckliche Wirklichkeit klingt die erregende Botschaft: Jesus sei auferstanden, Herr! Jesus lebt, der sein Blut vor Gott vergossen hat, damit Sünder Vergebung finden. Jesus lebt, der Geistern und Dämonen zerreißt, der auch von ihm sieben Teufel austreiben kann.

Denn wenn ich manchmal Menschen gegenüberstehe in unseren Tagen, dann denke ich, die sieben Teufel der Maria Magdalena sind in sie gefahren, muss ich manchmal heimlich denken. Jesus lebt, der von der Macht der Finsternis errettet. Jesus lebt, der heute noch Menschen aus der Finsternis zum Licht führt.

In die Wirklichkeit der Welt hineinklingt diese Botschaft: Jesus, der auferstanden war. Darf ich es noch eben sagen zum Schluss? Sehen Sie, unser Text deutet an, dass Jesus schon früher bei Maria angefangen hat – er hat sieben Teufel ausgetrieben. Und nun erscheint er ihr. Er hat in ihr etwas angefangen. Und nun macht er weiter. Das ist seine Art.

Paulus drückt es mal so aus: Der, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi (Philipper 1,6).

Und nun wünsche ich ihm, dass der Auferstandene in ihren Herzen das Heilswerk anfängt und unser eigenes Lebenszeichen, das Kreuz, uns dahin bringt, dass wir ihm gehören, mit ihm sterben und mit ihm leben, mit ihm den Kapfreichtag feiern und mit ihm die unendliche Freude des Osterfestes erleben.

Lassen Sie uns beten: Herr, mit deiner Auferstehung ist mitten in unserer zerfallenden Welt die zukünftige Welt angebrochen. Lass doch unser Herz mehr Freude haben an den Dingen der neuen Welt als an den Dingen der zerfallenden Welt. Amen.