Zum Inhalt

Braveheart – egal, was kommt

Jumiko 26, Teil 4/24
11.01.2026Daniel 1
EVENT - Teil 4 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Daniel - ein junger Mann, der in einer fremden Welt voller Druck und Kompromisse standhaft bleibt. Wie schafft er das? Entdecke die fünf „E“, die Daniel geholfen haben, mutig zu bleiben - und auch dein Leben und deine Entscheidungen prägen können!

Begrüßung und Einführung in das Thema Commitment

Ja, guten Morgen zusammen! Ich habe schon geschaut, ob man hier ein paar bekannte Gesichter sieht, und tatsächlich sind ein paar da. Schön, dass ihr da seid. Es ist eine große Ehre für mich, heute hier sprechen zu dürfen.

Schaut doch mal ganz kurz nach links und rechts, wer da neben euch sitzt oder vielleicht dahinter oder davor. Stellt euch einen jungen Menschen vor – ich hoffe, da war einer dabei, ja? Einen jungen Menschen, kein Actionheld, kein Krieger, sondern jemand mit einem Braveheart. Also jemand, der entschlossen ist, mit einem Herz voller Commitment.

Ich stelle euch kurz jemanden vor: Er ist Jude, aufgewachsen ist er mit der Tora, dem Alten Testament, mit den Geschichten aus der Sonntagsschule – Abraham, Mose, David. Seine Eltern haben ihm eingeschärft: Junge, höre Israel! Liebe Gott, fürchte Gott, vertraue Gott über alles, mit ganzem Verstand, mit ganzer Kraft und mit allem, was du hast. Und das nicht als Lippenbekenntnis, sondern im echten Leben, no filter.

Und die Welt um diesen jungen Mann kippt. Politisch herrscht großes Chaos, Großmächte sind im Streit. Juda ist sozusagen sehr, sehr schwach. Der König ist kompromissbereit, und das Volk bezahlt den Preis dafür.

Ja, es geht um Babylon. Babylon, die Großmacht, marschiert in das Land ein, in dem der Junge lebt. Nebukadnezar, eine Supermacht, grausam, brutal, bestens organisiert. Die Hauptstadt Juda, Jerusalem, wird belagert, und es geht los.

Der Tempel wird geplündert – ein geistliches Desaster. Es fühlt sich an, als hätte der Mensch Gott verloren. Die heiligen Geräte im Tempel werden entweiht und nach Babylon verschleppt, in den Tempel des Marduk. Die Botschaft ist klar für alle: Unser babylonischer Gott ist einfach stärker als eurer.

Mittendrin dieser junge Mann, ein junger Bub, ein junger Kerl. Er wird weggeführt, weg von zu Hause, weg von der Familie. Fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur, fremdes Mindset – einfach alles fremd.

Er wird gefangen genommen – mit drei Kerlen, drei Freunden, drei anderen Jungen. Nicht nur in Ketten, sondern in ein System, ich nenne es das System Babylon. Nicht weil er schlecht ist, sondern weil er zu gut ist, dieser Junge.

Man sagt, er ist intelligent, schlau, talentiert. Er zählt zu den Besten der Besten, zur Elite seines Volkes. Und der König im fremden Land hat nur eines vor: die Umerziehung.

Ein dreijähriges Ausbildungsprogramm beginnt. Es läuft fast ähnlich wie die Jahreslosung: „Ich will alles neu machen.“ Aber für ihn ist es irgendwie andersherum. Neue Sprache, neues Denken, neues Wertesystem – und sogar neue Namen.

Er hat einen Namen, der eigentlich den Gott JHWHs großmacht. Und jetzt bekommt er einen neuen Namen, der den babylonischen Gott verehrt und großmacht. Blöd eigentlich, kein Zufall, keine bloße Kosmetik. Das ist ein Angriff auf das Innerste von ihm, ein Angriff auf seine Identität, auf seinen Glauben, wenn man so will.

Auf einmal soll diesem jungen Mann gesagt werden: Du gehörst jetzt zu uns. Du gehörst nicht mehr deinem Gott.

Die Herausforderung des Glaubens und der Loyalität

Und jetzt wird es spannend, und zwar viel existenzieller für diesen jungen Burschen: Essen und Wein vom Tisch des Königs. Das bedeutet nicht einfach Spätzle und Mauldascher, sondern etwas anderes. Luxus, Privileg und absolute Anerkennung für diesen Jungen, dabei zu sein.

Aber jetzt kommt der Haken: Das Fleisch war fremden Göttern geopfert. Der Wein war religiös belastet, also zeremoniell unrein. Für einen Juden war das ganz klar ein No-Go. Das geht nicht.

Hier entscheidet sich alles. Es geht jetzt um Commitment. Man könnte es auch mit ein paar biblischen Begriffen ausdrücken, ganz neudeutsch: Es geht um Treue, um Hingabe, ja, um Gehorsam. Kein Modewort, nicht unbedingt trendy, aber es geht um Gehorsam.

Es geht nicht darum, was erlaubt ist, sondern darum, wem ich letztlich loyal bin, wem ich treu bin, auf wen ich höre und wem ich Ehre gebe. Nachgeben wäre jetzt leicht. Standhaft bleiben ist wirklich gefährlich. Diese Entscheidung zu treffen, wäre gefährlich.

Hier zeigt sich ganz genau: Braveheart oder nicht – wie wird er sich entscheiden? Die meisten von euch, die ein bisschen biblisch bewandert sind, wissen schon lange, um wen es geht, allein schon bei diesem Bild. Ja, es geht um Daniel.

Daniel – wer seine Bibel hat, kann die Geschichte gerne nachlesen, im ersten Kapitel im Danielbuch.

Die Parallele zur heutigen Welt und die Herausforderung für uns

Zoomen wir uns doch einmal hinein in unsere heutige Welt. Ist diese Situation nicht auch vergleichbar mit dem System Babylon? Ich würde sagen, auch unsere Welt prägt uns. Wir leben in einer Welt, in der sich oft der Stärkere gegen den Schwächeren durchsetzt, oder?

Ich muss ab und zu mal Interaktion machen, bin dazu angehalten, richtig? Gut, wir leben in einer Welt, in der Macht, Einfluss und Selbstverwirklichung scheinbar wichtiger sind als Demut, Wahrheit und Nächstenliebe, stimmt das nicht? Außerdem leben wir in einer Welt, in der auch unser Glaube, unser Mindset und unsere Überzeugungen sehr gerne einmal herausgefordert werden. Standpunkte werden infrage gestellt.

Ich reiße hier nur ein ganz heißes Eisen an: Die ganze biblische Vorstellung von Geschlecht, Ehe und Sexualität wird heute nicht nur von irgendwelchen Randgruppen, sondern auch von vielen Frommen in Frage gestellt. Und leise flüstert es dann doch: "Das kannst du heute doch gar nicht mehr so ernst nehmen, was da in der Bibel steht." Ein buchstäbliches Verständnis der Bibel müsse man doch längst überwunden haben.

Diskussionen können wir später führen. Wir leben auch in einem Land, ich mache es mal etwas drastischer, in dem jährlich Hunderttausende von Kindern im Bauch ihrer Mütter getötet werden – und irgendwie scheint das nur wenige zu interessieren. Kein großer Aufschrei.

Zudem leben wir in einer Welt, in der aktuell junge, hippe Missionare – wer das in den Medien mitbekommen hat – teilweise als gefährlich eingestuft werden. Offen gibt es keine Verfolgung, aber es herrscht ein permanenter Anpassungsdruck. Mache ich mit oder nicht? Anpassung ist immer einfacher als Commitment.

Werte und Überzeugungen opfert man doch ganz gerne auf dem Altar der Kompromisslosigkeit. Kompromisse fühlen sich einerseits harmlos an, aber sie sind gefährlich – vielleicht nicht lebensgefährlich, aber glaubensgefährlich.

Die Bibel sagt zu diesem System, dem Babylon-System, im Römerbrief: „Stellt euch nicht dem System und der Denkweise dieser Welt.“ Ich nenne es jetzt mal die Babylon-Welt.

Also, wir sind herausgefordert, stimmt’s? Daniel war es auch. Und die Frage lautet: Wie wird sich Daniel entscheiden? Was würdest du in so einem System tun? Wie Daniel – zoom dich da mal rein.

Daniels innere Entscheidung und sein mutiges Commitment

Wir schauen gleich noch einmal in die Geschichte aus Daniel 1 hinein. Bei Daniel – und das finde ich großartig – gehen innerlich sofort Warnlampen an. Irgendwie merkt er: Wenn ich das jetzt mache, verrate ich nicht nur meine Kultur, sondern auch meinen Glauben, meinen Gott. Das ist nichts Neutrales.

Der Schlüsselvers, den wir im ersten Kapitel lesen, steht in Vers 8: Daniel nahm sich fest vor. Andere Übersetzungen sagen: Daniel war entschlossen. Im Englischen heißt es: He made up his mind. In der Lutherübersetzung steht: Daniel nahm sich in seinem Herzen vor.

In all dem, was ich euch erzählt habe, nahm Daniel sich in seinem Herzen etwas vor. Das war kein spontaner Impuls, nicht mal ein „mal sehen“. Sondern: Ich werde mich hier an der ganzen Geschichte nicht verunreinigen. Das war ihm glasklar. Da mache ich nicht mit, da spiele ich nicht mit, ich gehe hier nicht mit. Und das ist Commitment, auch mal sagen zu können: Nein, da mache ich nicht mit.

Interessant ist, dass Daniel an dieser Stelle nicht rebelliert und nicht laut wird. Er bleibt respektvoll, aber extrem klar. Dann bittet er – und das ist echt cool – um eine Ausnahme. Er macht kein Drama, sondern schlägt dem Hofbeamten einen Test vor. Und zwar eine Diät.

Die Amerikaner nennen das später „Daniel Diet“, also Daniels Diät, aber wir brauchen das nicht. Für zehn Tage schlägt Daniel vor: Gib uns nur Gemüse und Wasser. Das klingt vielleicht klein, ist aber ein riesiger Schritt.

Daniel entscheidet sich ganz klar für Gott und gegen das babylonische System. Warum? Weil er Gott fürchtet, liebt und vertraut. Und weil er entschlossen und hingegeben ist.

Jetzt könnte man fragen: Mensch, okay Gott, und was jetzt? Daniels Entscheidung ist auf jeden Fall mutig. Der Palastvorsteher – übrigens heißt er Aschpenas, ein schöner Name – hat Angst. Und das nicht ganz unbegründet, denn wenn mit diesen Jungs etwas schiefgeht, dann rollen Köpfe.

Aber wir sind gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Ich komme am Schluss noch einmal darauf zurück. Die meisten von euch kennen die Geschichte sowieso schon, aber für alle, die sie nicht kennen, muss ein bisschen Spannung sein.

Persönliche Reflexion und die Realität unserer Zeit

Nochmal: Wo fordert Gott heute dein Commitment? Überleg doch mal. Wo bist du jetzt, am 11. Januar 2021 [Hinweis der Redaktion: es handelt sich wohl um einen Versprecher, der Vortrag fand tatsächlich am 11.01.2026 statt], in deiner Welt herausgefordert? Das neue Jahr ist noch nicht so alt. Wo ruft Gott dich zu einem ganz klaren Ja und vielleicht auch zu einem ganz klaren Nein? Das muss nicht perfekt sein, aber entschieden.

Ich möchte gleich am Anfang etwas dazu sagen: Wenn es um Braveheart geht, dann hat das ja gerne etwas Heroisches. Jeder von uns ist doch gerne ein Braveheart, so ein Glaubensheld, der irgendwie hinstehen kann und sagt: „Hier stehe ich und kann nicht anders, all for Jesus und all in, hier bin ich.“ Und das singen wir ja auch so gerne.

Aber wenn wir ganz ehrlich sind, geht es mir auch so. Neulich war ich wieder beim Friseur und traf eine Jesidin. Sie fing an zu erzählen, und irgendwie dachte ich mir: Statt Braveheart bin ich ein Wiegling. Irgend so ein Kloß im Hals. Ich dachte mir hinterher: „Ich hätte mir den Hintern beißen können, wieso fängst du jetzt bei dieser Steilvorlage an, so schwammig und eierig zu reden, anstatt ganz klar zu sagen, was du meinst?“

Schade. Manchmal ist es so: Wir sind nicht immer die Helden. Wir schweigen, wo wir reden sollten, und wir reden, wo wir schweigen sollten. Wir klicken und schauen hin, wo wir nicht hinklicken sollten, und schauen weg, wo wir hinschauen sollten, stimmt’s? Da wird es jetzt verhalten. Alles klar, keiner will sich outen. Und wir lassen uns so schnell von der Meinung anderer beeinflussen.

Bei mir – ich komme aus dem bayerisch-fränkischen Raum, habe ich ja schon gesagt – da hieß es immer: „Was sagen die Leute?“ Also: Was sagen die Nachbarn? Was denken die? Und was denkt die Clique der Pumpe und so weiter?

Und wisst ihr, worüber ich sehr froh bin? Dass Jesus nicht nur für die Entschlossenen, Mutigen und Furchtlosen, die Bravehearts, kam. Er kam für uns alle. Ich habe lange überlegt, was das Gegenteil von Braveheart im Englischen ist. Dann kam „Weakling“ heraus. Ja, gibt’s wirklich, ich habe es geprüft. Das ist ein Wort, das es wohl wirklich gibt. Könnte mich nachher noch gerne korrigieren.

Aber Jesus kam auch für die, die wackeln, die zweifeln, die nicht immer kühne, mutige und entschlossene Entscheidungen treffen, sondern vielleicht auch mal fallen. Und in allem, die auch mal einen faulen Kompromiss eingehen. Können wir wissen: Jesus ist für uns. Er glaubt an uns, und er sieht auch unser Potenzial. Er sieht dein Potenzial.

Er fordert uns auf und ruft dir vielleicht auch heute zu: Mensch, lass dich challengen! Auch zu einem Commitment hin. Sei entschlossen, sei mutig, sei furchtlos! Denn Bravehearts werden nicht auf dem Schlachtfeld geboren, sondern das beginnt alles im Herzen.

Fünf Schlüssel zum Braveheart-Weg

Und die entscheidende Frage ist ja: Was hilft uns, so einen Braveheart-Weg sozusagen einzuschlagen? Dem will ich heute mit euch nachgehen. Wie können wir mutige, entschlossene und furchtlose Entscheidungen treffen?

Dazu habe ich euch fünf Es mitgebracht. Besser keine Is, sondern Es – dein Braveheart-Weg. Diese fünf Es leiten sich ganz gut aus der Geschichte ab. Man kann sie sich hoffentlich auch gut merken.

Ich spreche ein bisschen über Einflüsse und Prägungen, Einstellungen und Werte, Entschlossenheit und Haltung, Entscheidungen und Verhalten sowie Eingreifen und die Kraft Gottes. Fünf Punkte sind es, und ihr wisst dann irgendwann, wenn wir am fünften angekommen sind, geht es dem Ende entgegen.

Starten wir mit dem ersten E: Geistliches Schwarzbrot statt Fastfood, so habe ich das mal ausgedrückt.

Einflüsse und Prägungen: Geistliches Schwarzbrot statt Fastfood

Das Statement dazu: Bravehearts stopfen nicht einfach alles in sich hinein. Sie entscheiden bewusst, wer oder was sie beeinflusst.

Stellt euch mal diese Tierchen vor – besser gesagt, wunderschöne, große Flamingos. Ich habe eine kleine Recherche gemacht: Wenn Flamingos auf die Welt kommen, sind sie nicht gleich schön rosa. Im Biologieunterricht oder so lernt man, dass sie weißlich bis hellgrau sind. Die Federn werden erst rosa, weil sie das essen, was sie fressen – Krabben, Algen, Beta-Karotin. Das färbt im Laufe der Zeit ihr Gefieder.

Eine schöne geistige Lektion, oder? Du bist das, was du isst – für die Tiere gilt das genauso. Was du in dich aufnimmst, womit du dich auseinandersetzt, prägt dich. Dabei geht es nicht nur ums Körperliche, sondern vor allem ums Geistliche. Alles, womit wir unsere Ohren und Augen „füttern“, wird Teil von uns. Was wir hören, sehen und denken, prägt uns.

Es gibt natürlich viel Gutes, Wertvolles und Schönes, aber auch unglaublich viel Ungutes, Junk und Müll. Im Buch Daniel wird das nicht explizit erwähnt, aber wir wissen, dass Daniel Jude war, einen frommen Namen hatte und sicherlich fromme Eltern. Aus dem Judentum wissen wir, wie Eltern ihre Kinder erzogen haben. Sie machten die Tora lieb und wertvoll, lehrten, wer Gott ist und dass man Gott fürchten soll, wie es in Sprüche 22,6 heißt: „Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, dann weicht er auch im Alter nicht davon ab.“

Eigentlich cool, oder? Wo sind die Pädagogen unter uns? Das ist sehr wichtig. Es gibt sehr gute Paare, die genau das tun: „Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, dann weicht er auch im Alter nicht davon ab.“ Es ist also entscheidend, was du und ich aufnehmen und was uns letztlich beeinflusst.

Wir müssen immer verstehen: Es gibt keinen neutralen Raum. Seit du geboren bist, wirkst du auf andere und wirst ständig beeinflusst. Man könnte eine lange Liste machen: Familie, Freunde, Schule, Social Media, Musik, Bilder – egal was es ist, es formt und prägt dich. Schau genau hin, nimm es auf, es wird etwas mit dir machen.

Ich muss schmunzeln: In der vergangenen Woche habe ich bei der Tagesschau und in den Medien gesehen, dass in der jüngsten Disney-Doku von Taylor Swift eine Flasche San Pellegrino nur ganz kurz zu sehen war – für eine Sekunde. Wisst ihr, was passiert ist? In ganz Amerika war dieser Wein ausverkauft. Ausverkauft! Bombenumsatz, nur durch einen kurzen Blick, einen kleinen Einfluss. Das zeigt, wie unsere Welt ein Stück weit tickt. Irgendeiner zeigt ein Fläschchen, und schon geht es los: „Habt ihr das gesehen? Also los geht’s.“ Es war Enzinger Sportmedium.

Wenn es um Prägungen und Einflüsse geht, kann man viel nachdenken. Es gibt aktive und passive Prägungen. Denk an dein Elternhaus: Dort hast du manches an Prägungen mitbekommen, das ist ein Stück weit aus dir geworden. Wenn du in einer eher aggressiven Familie groß geworden bist, wo es laut wurde, kann das dich auch heute noch prägen. Dafür kannst du vielleicht heute gar nichts.

Ich will eher über aktive Prägungen sprechen, also die Dinge, denen du dich bewusst aussetzt. Freunde zum Beispiel. Sprüche 13,20 sagt: „Wer mit Weisen umgeht, wird weise; wer sich mit Toren einlässt, dem geht es schlecht.“ Ich habe kein besseres Bild gefunden, aber ich sage vielleicht nur so viel: Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist. Freunde haben einen extremen Einfluss auf dich – auf das, was du denkst, machst und vielleicht sogar auf das, was du anziehst oder nicht.

Erster Korinther 15,33 sagt: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Nicht vielleicht, sondern Fakt ist: Er verdirbt sie. Die Frage ist also: Welche Freunde hast du? Wie sieht dein Freundeskreis aus, und welchen Einfluss haben sie?

Natürlich muss ich heute auch über Social Media sprechen – die Dinge, die einen extremen Einfluss auf uns haben. Die ganze Botschaft der Social Media und dieser ganzen Welt ist eine subtile Botschaft. Sie sagt dir, wie du aussehen sollst, was Erfolg bedeutet und was du brauchst, um glücklich zu sein.

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, wenn man so üblicherweise, vielleicht noch vorm Schlafengehen, ein bisschen durchswipet? Ich habe ein neues Wort gefunden, oder besser gesagt, die Forschung hat es herausgebracht: Die Generation Z, die ab 1995 geboren ist, wird auch „Generation Swipe“ genannt. Sie swipen durch das Handy – übrigens macht das meine Schwiegermutter auch, es sind also nicht nur die jungen Leute.

Ich habe es mal ausprobiert: Wenn du swipest, welches Gefühl bleibt hinterher? Ich habe oft festgestellt, dass es Gedanken des Vergleichs, des Neids, der Unzufriedenheit und manchmal auch der Begierde fördert. Seien wir ehrlich, das ist das, was da oft herauskommt. Es raubt auch deine Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit ist heute wirklich eine geistliche Währung.

Versteht mich richtig: Ich verteufle Social Media überhaupt nicht. Wir wollen in der Liebenzeller Mission auch digitale Mission betreiben, tun das schon und wollen es fürs Evangelium nutzen. Aber wir sollten uns des enormen Einflusses der Social Media wirklich bewusst sein.

Der wichtigste Einfluss, über den ich natürlich sprechen möchte, ist Gottes Wort, die Bibel. Das Hören auf unseren lebendigen Gott, das Lesen in der Schrift. In Psalm 1 heißt es: „Wohl dem, der Lust hat am Gesetz des Herrn.“ Ich habe mal in der lateinischen Übersetzung, der Vulgata, nachgeschaut. Dort steht das Wort „Lustdelicare“, woraus unser Wort „Delikatesse“ stammt. Also bleiben wir beim Essen.

Das Wort Gottes ist keine Pflichtübung, nicht so nach dem Motto: Heute kriegt er mal wieder den Impuls, Bibel zu lesen. Nein, es ist ein Schlemmermenü mit Gott, ein Leckerbissen für deine Seele. Gott hat etwas Gutes für dich, für dein Inneres. Das ist Schwarzbrot. Auch wenn ich persönlich Schwarzbrot nicht so mag, aber das Bild stimmt: Es stärkt und nährt.

Wenn du das Wort Gottes in dich aufnimmst, kaust und verinnerlichst, wirst du stark. Du hast etwas davon – nicht den geistlichen Junkfood, von dem es vieles gibt. Über den möchte ich jetzt nicht sprechen, aber das geistliche Prinzip steht hier: Du bist, was du isst, also was du in dich aufnimmst.

Wir brauchen göttliches Schwarzbrot mehr denn je. Ich bin überzeugt, Daniel wurde mit dem Wort Gottes der Tora groß. Deshalb konnte er standhalten, deshalb war er mutig, deshalb war er auch ein Braveheart.

Überleg doch mal: Was prägt dich gerade am stärksten – Netflix, der Algorithmus oder Gottes Wort? Ein bisschen Challenge muss sein heute Morgen. Was willst du in dein Leben reinlassen, und was willst du fernhalten? Was darf rein und was nicht?

Über Weihnachten habe ich das Buch von Jean-Marc Hommer über Nachfolge gelesen. Er gibt einen total coolen Tipp und sagt: In diesen digitalen Zeiten brauchen wir so etwas wie eine Gegenprägung, wenn es ums Digitale geht. Sein Tipp lautet: Erzieh dein Handy.

Dann schreibt er: „Ich habe einen alten analogen Wecker neben meinem Bett. Mein Telefon bringe ich jeden Abend um halb neun in eine Schublade in meinem Arbeitszimmer. Es darf erst wieder aufstehen, wenn mein Gebet am Morgen beendet ist.“ Fand ich cool, oder? Er zieht sein Handy zurück und sagt: Das Ding ist nicht permanent an. Ich schaue nicht ständig rein und nehme nicht alles auf, was so kommt, sondern setze auch Grenzen.

Also nochmal: Du bist verantwortlich für das, was in dein Leben kommt. Du bist nicht unbedingt ein Opfer deiner Prägungen. Einflüsse allein bestimmen noch nicht, wer du bist und wirst. Sie werden erst wirksam, wenn sie zu inneren Überzeugungen werden.

Einstellungen und Werte: Das innere Navi

Da sind wir bei den Einstellungen und Werten – dem inneren Navi. Stell dir mal dein Herz vor. Wie ist der Zustand deines Herzens gerade? Wenn es ein Navi wäre, würdest du eher im Kreis fahren, weil irgendwie nichts klar ist? Oder würdest du geradeaus fahren, weil du weißt, wohin es geht?

Ich weiß nicht, wie es um dein Herz steht, aber ich kenne viele Menschen – und ich kenne nur mein eigenes Herz – und manchmal kreist es innerlich eher herum. Über Bravehearts gilt Folgendes zu sagen: Bravehearts brauchen nicht nur Mut nach außen, sondern auch Klarheit nach innen. Das heißt, wir müssen uns ständig damit auseinandersetzen, was von außen auf uns einwirkt. Was übernehme ich? Was ist letztlich wirklich wichtig und was zählt?

Aus dieser Auseinandersetzung entstehen dann auch Einstellungen und Werte. Anhand dieses Bildes sieht man, was Werte und Einstellungen letztlich sind: Sie sind wie die Wurzeln eines Baumes. Man sieht sie nicht, aber trotzdem geben sie dir Stabilität. Der Maßstab zeigt dir, was passt, was gerade ist, was schiefläuft oder auch nicht.

Ohne Maßstab wird letztlich alles relativ, auch im Glauben wird alles relativ. Und ohne Werte wird jede Entscheidung irgendwie schwierig. Wenn du kein inneres Wertesystem für dich hast, bist du jedes Mal am Überlegen: Wie entscheide ich mich jetzt? Fühlt sich das gut an oder nicht? Ob dann das Gefühl zum Maßstab wird, um Entscheidungen zu treffen oder nicht.

Deswegen sehen wir schon hier, wie wichtig das innere Navi ist. Somit können wir Werte und Einstellungen miteinander vergleichen. Das Navi sagt dir: Hier geht es lang, Achtung, umkehren, abbiegen, auf dem richtigen Weg bleiben.

Unser Leben braucht klare Orientierung, vor allem dann, wenn du wackelst wie ein Flamingo auf Stelzen. Merkt euch bitte vielleicht auch diese Aussagen: Nicht alles, was normal ist in dieser Welt, ist automatisch wahr. Nicht alles, was sich gut anfühlt, ist richtig. Und nicht alles, was alle tun, ist gut. Da steckt so viel Wahrheit drin.

Für Daniel, weil er dieses innere Navi hatte, konnte er auch eine gute, klare, mutige und furchtlose Entscheidung treffen. Das war sozusagen sein Sprungbrett. Wir sehen das bei Daniel. Er hat wahrscheinlich auch Psalm 119 gekannt, denn dort wird Gottes Wort beschrieben: Gottes Wort ist wahr, Gottes Gebote sind wegweisend, Gottes Weg ist wertvoll. Man kann sagen: wahr, wegweisend, wertvoll – das ist Gottes gutes Wort.

Daniel hielt sich an Gottes Wort. So blieb er auf dem richtigen Weg, auch als junger Mensch in einer fremden, herausfordernden Umgebung. Wenn man Psalm 119 etwas kontextualisiert, heißt das: Wenn du nach Gottes Wort lebst, stolperst du weniger durchs Leben. Es leuchtet wie ein Licht auf deinem Weg.

Oder um es mit den Worten von Jesus zu sagen, aus Matthäus 7: Wer meine Worte hört und sie tut, gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.

Oder ein bisschen jugendlicher: Bau dein Leben auf Jesus und nicht auf Insta-Likes. Werte und Einstellungen entstehen nicht über Nacht, auf alle Fälle nicht. Dieses tragfähige Fundament von Daniel wuchs sicher Schritt für Schritt, und er pflegte seine Beziehung zu Gott.

Wenn ihr das Buch Daniel weiterlest, seht ihr, dass Daniel jemand war, der betete, der eine Lifeline zu Gott hatte, der im Gespräch mit Gott war. Ohne diese Verbindung, so meine Überzeugung, hätte er sicher nicht diese mutige Entscheidung treffen können.

Die Bibel zeigt uns an vielen Stellen, dass es immer zuerst um die Beziehung geht, bevor es um Moral oder Verhalten geht. Noch einmal: Wenn wir auf die Zehn Gebote schauen, beginnen sie nicht mit „Du sollst“, sondern mit „Ich bin der Herr, dein Gott“. Es geht um eine Beziehung, und erst aus dieser Beziehung entsteht ein gewisser Rahmen, wie wir leben können.

Diese Maßstäbe Gottes wollen uns nicht einengen, sie wollen unser Leben entfalten. Ohne Commitment zu Gottes Wort gibt es letztlich auch keine Werte. Ich sage das mal so etwas platt: Ohne Gewohnheiten tragen keine tragfähigen Beziehungen.

Alle Dinge, die wir tun, machen etwas mit uns – sie formen uns. Das Leben ist immer auch ein Nebenprodukt deines Lebensstils, das, was du tust und machst. Dein Lebensstil ist ein Produkt deiner Einflüsse und Werte. Und es geht so weiter: Deine Lebensweise braucht ein Stück weit auch eine Lebensregel.

Andy Crouch schreibt über Lebensregeln: Es ist eine Reihe von Praktiken, die unsere Gewohnheiten schützen und unser Leben leiten. Wir haben ja alles in unserem Leben reguliert. Ich möchte Mut machen, ohne dabei gleich in Gesetzlichkeit oder Werksgerechtigkeit abzurutschen, die uns Frommen manchmal anhängt.

Auch unser geistliches Leben braucht Gewohnheiten – gute, gesunde Gewohnheiten. Ich will das mal so erklären: Das lateinische Wort für Regel ist „Regula“ und bedeutet ursprünglich ein gerades Stück Holz, an dem man etwas ausrichten kann. Daher hat man später im Weinbau das Stichwort „Spalier“ abgeleitet.

Ein Spalier ist also eine Unterstützungsstruktur, damit der Weinstock gerade wachsen kann und Frucht bringt. Und wir alle, hoffentlich als Christen, die Jesus lieben, wünschen uns ein fruchtvolles Leben, dass wir im Saft des Lebens stehen und dass etwas zur Ehre Gottes daraus entsteht.

Ein Spalier hebt den Weinstock vom Boden ab, gibt ihm Licht und Raum zum Wachsen und schenkt ihm die richtige Richtung. Unser geistliches Spalier, unsere Gewohnheiten, helfen uns, uns von Jesus prägen zu lassen.

Deswegen ist die Frage, die ich heute stelle: Welche Gewohnheiten richten dein Leben gerade aus? Ziehen sie dich näher zu Jesus oder eher weg von ihm? Was ist dein Spalier im Alltag? Mach dir Mut und überlege wirklich konkret.

Vorgestern habe ich noch dieses Zitat gelesen: Your future is shaped by the habits you practice, not by the goals you set. Wir haben viele Ziele, und wir sind gut darin, Ziele zu setzen. Aber James Clear sagt, die Zukunft wird stark von deinen Gewohnheiten geprägt.

Ich lade dich ein, darüber nachzudenken: Welche Gewohnheiten will ich denn einpflegen? Ich bin so froh – ich habe schon gesagt, ich bin verheiratet. Die wichtigste Gewohnheit, die wir in der Ehe haben, ist, dass wir jeden Tag gemeinsam mit Gebet und Bibellesen starten.

Das mag ein bisschen altbacken klingen, aber ich sage euch, das ist für uns das Gesündeste in unserer Ehe. Wir nehmen uns Zeit, gar nicht so lange, aber es bringt uns zusammen, stärkt uns und ist eine absolut gute, gesunde Gewohnheit.

Entschlossenheit und Haltung: Commitment trotz Kosten

Und jetzt braucht es auch, damit unser inneres Navi, von dem wir gerade gesprochen haben, gut ausgerichtet ist. Das hilft dir, klare Entscheidungen zu treffen.

Dann kommt das nächste E hinzu: Entschlossenheit und Haltung. Committed sein, auch dann, wenn es mich etwas kostet.

Man könnte jetzt eigentlich schon aufhören und sagen: Daniel hatte gute Werte, die ihm geholfen haben, ein Braveheart zu sein. Ich möchte aber noch etwas hinzufügen. Das ist eine Schwachstelle, die ich bei vielen von uns sehe – auch als Christen. Erlaubt mir diese Pauschalkritik.

Wer kennt das nicht? Sonntag Hände hoch im Lobpreis, das haben wir vorhin schon schön erlebt. Aber Montag Hände weg, wenn es um Verantwortung oder Commitment geht – sei es in der Gemeinde, in der Jugend oder im Lobpreis. Da heißt es: „Wer will, der geht, ich sende mich, ich sende mich.“ Ja, schon, aber wenn es dann darauf ankommt, zeigt sich, ob wir Fans sind oder Nachfolger.

Oder dieser Satz: Commitment lieben wir, solange es Gott betrifft. Er soll committed sein zu uns in seiner Liebe. Unsere Freunde sollen committed sein. Aber wenn es uns betrifft? Aua, ne?

Genau hier wird es spannend: Brave Hearts sagen klar: So stehe ich, egal was kommt. Also, ich bitte euch mal zur Interaktion: Ruft mal laut „Ich glaube das!“ Und jetzt ruft man aus: „So stehe ich!“ Manche sagen fast, es gibt da einen gewissen Unterschied. Es sagt sich vielleicht leicht: „Das glaube ich, die Bibel ist gut, richtig und wahr.“ Aber dann so zu sagen: „Hier stehe ich, so wie Daniel, der sagt: ‚Bei dem Essen verunreinige ich mich nicht, das ziehe ich nicht in mich rein, das beschmutzt mich vor Gott.‘“

Haltung zeigt sich nicht im Gottesdienst. Haltung zeigt sich nicht auf einer Jugendmitarbeiterkonferenz. Haltung zeigt sich auch nicht mit Bibelversen auf Instagram. Haltung zeigt sich, wenn es unbequem wird. Haltung zeigt sich, wenn keiner zuschaut und wenn Druck kommt. Da zeigt sie sich.

Einstellungen hast du vielleicht viele, Haltungen nur wenige. Einstellung ist das, was du in deinem Kopf denkst. Haltung ist das, was dein Leben laut sagt. Einstellungen denken wir, Haltungen leben wir.

Neulich habe ich auf Instagram gelesen: „Im echten Leben ist ein Löwe oft ein Kuschelkätzchen, aber online Bibelvers, offline Bauchgefühl.“ Daniel ist uns ein echtes Vorbild, weil er nicht nur Einstellungen hat, wie „Gottes Wort ist gut“, sondern auch die Haltung: „Ich mache das nicht.“ Und „Nein“ ist für ihn ein vollständiger Satz.

Wir wissen auch, dass Jakobus sagt: Prüfungen bewirken Standhaftigkeit. Sieh das bitte auch so in deinem Leben und Glauben, wenn es mal schwierig wird, wenn du herausgefordert und gechallengt bist.

Es ist kein Game Over, sondern ein Level Up. Es geht weiter zum Nächsten. Widerstand ist ein Fitnessstudio für deine Seele.

Jesus fordert uns auf, ihm zu vertrauen und ihm zu folgen. Es ist eine Entscheidung, die du jeden Tag aufs Neue treffen musst. „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“

Deshalb die Frage: Stehe ich für Jesus, wenn es unbequem wird, wenn es unpopulär ist, wenn es mich etwas kostet?

Vorletztes E: Entscheidungen und Verhalten – Brave Hearts in Action.

Entscheidungen und Verhalten: Brave Hearts in Action

Brave Hearts posten ihre Werte nicht nur, sie leben sie. Sie lassen ihre Werte sprechen, nicht nur ihre Worte.

Ich möchte euch kurz ein Beispiel erzählen. Als ich Theologie studierte – das soll ja bei Theologiestudenten auch mal vorkommen – gab es vor vielen Jahren in der Mensa eine typische Situation: Ich saß zusammen mit Kommilitonen. Übliche Szene, worüber spricht man? Über die Professoren und vielleicht auch über andere Kommilitonen. Ihr kennt das alle, irgendwie verläuft das Gespräch nicht immer nur positiv, sondern es wird gelästert.

Ich hatte schon immer die Einstellung, dass ich nicht lästern will, denn auch aus der Bibel heraus ist Lästern nicht gut. Aber die Einstellung allein reicht nicht aus. Man braucht auch die Haltung im Sinne von: „Okay, dann mache ich nicht mit.“ Lange Zeit habe ich gerungen, war oft dabei und habe mich danach schlecht gefühlt. Schließlich habe ich entschieden: Wenn es wieder losgeht, stehe ich auf, gehe woanders hin und esse dort.

Das hat mir ein paar blöde Blicke und Kommentare eingebracht, aber ich feiere es. Denkt nicht, dass ich der große Held bin. Ich habe auch schon von anderen Dingen erzählt, bei denen es nicht immer so ruhmreich zugeht.

Brave Hearts entscheiden sich gegen den einfachen Weg. Sie sagen Nein zu den Kompromissen, die bequem sind, und Ja zu dem, was richtig ist – auch wenn es unbequem ist. Wir wissen auch: Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch klug.

Für Daniel war es ganz klar. Bei seiner Entscheidung ging es wirklich um die Frage: Ist es Sünde oder nicht? Aber es gibt auch Entscheidungen im Leben, die weniger mit Sünde oder Nicht-Sünde zu tun haben. Da geht es um die Frage: Ist es klug oder nicht klug? Es geht also nicht darum, ob etwas erlaubt ist, sondern ob es mich näher zu Jesus bringt.

Daniel war jemand, der gegen den Strom schwamm. Viele unserer Entscheidungen werden oft von Angst geprägt – zum Beispiel die Angst, etwas zu verpassen (FOMO – the fear of missing out) oder die Angst vor besseren Optionen (FOBO – fear of better options).

Ich habe mit vielen Menschen zu tun, die sich nicht entscheiden können oder wollen, weil sie tausend Optionen haben und immer noch warten, bis ihnen ein „Herrn-Zettel vom Himmel“ fällt. Ich sage dann immer: Wenn es keine Sünde ist, dann probier es doch aus! Hab keine Angst, mal etwas zu wagen. Gott wird dich unterstützen oder dir den Weg versperren, wenn es sein soll – ich sage es mal so salopp.

Wie trifft man kluge Entscheidungen? Abschließend noch ein paar Tipps:

Bete für deine Entscheidung, auch im neuen Jahr. Nimm Jesus als deinen Maßstab – ganz schlicht und einfach. Wenn du deine Werte kennst, wird es viel leichter, eine klare Entscheidung zu treffen.

Vergiss nicht: Jede Entscheidung ist immer auch eine Entscheidung. Wenn du Ja zu etwas sagst, ist es ein Nein zu etwas anderem. Man kann nicht beides haben. Ein Ja zu einem ist immer ein Nein zu etwas anderem. Aber ohne Entscheidungen kommen wir im Leben nicht voran.

Denkt auch daran: Der Feind Gottes hat immer nur ein Anliegen bei all den Entscheidungen, die wir oft haben. Er macht alles kompliziert und komplex, bringt zusätzliche Dinge ins Spiel und arbeitet immer mit Angst.

Sucht Vertrauen und Einfachheit. Sucht den Rat guter Freunde. Irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden: zu springen und Gott zu vertrauen. Habt den Mut, euch zu entscheiden, und habt keine Angst, etwas zu verpassen.

Denkt bei der Entscheidung auch daran: Du stehst nicht vor Menschen, sondern unter dem Blick Gottes.

Daniel wusste irgendwo, dass er seinem Gott die Ehre gibt – auch wenn es ihn etwas kostet, auch wenn es schwer war.

Gottes Eingreifen und die Kraft für den Braveheart-Weg

Und das Schöne war dann, wie die Geschichte ja auch ausgeht. Das ist letztlich auch das, was Daniel in dieser Geschichte erlebt. Jetzt wäre das Allerwichtigste eigentlich noch, denn wir haben uns bisher sehr stark auf den Blick konzentriert.

In der Geschichte von Daniel 1 geht es in Vers 9 ganz wunderbar weiter. Wir erleben, wie Gott mit ihnen durch jede Herausforderung geht. Es heißt in Vers 9: Gott wird aktiv, Gott greift ein. Dabei taucht das Wort „Gunst“ auf. Gott hat es irgendwie günstig gemacht. Manche übersetzen das mit Gnade oder sagen, Gott hatte Erbarmen. Das bedeutet, Gott hat eingegriffen, sodass auch Aschbenast, der Vorsteher, nachgegeben hat.

Am Ende dieses Tests, nach zehn Tagen, sahen die Jungs kräftiger und gesünder aus. Sie waren beeindruckt: Wow, Gott hat sich zu dieser Entscheidung gestellt. Ich möchte Mut machen, denn auch wenn Entscheidungen von Gott getroffen werden, bei denen du das Gefühl hast, du ziehst vielleicht den Kürzeren oder stehst nicht so gut da, hat Daniel erlebt, dass Gott sich zu dieser Entscheidung stellt.

Gott ist immer committed zu seinem Wort, auch wenn es nicht immer so ausgeht, wie wir es uns wünschen oder brauchen. Das Endergebnis bei Daniel war, dass Gott ihm und seinen Freunden Weisheit, Verstand, Durchblick und geistliche Tiefe schenkte. Daniel hatte die Gabe, Träume zu deuten. Er erlebte Gott nicht nur theoretisch, sondern wirklich mitten in der Herausforderung.

Genau das darfst und kannst auch du erleben, wenn du unterwegs bist und dich fragst, wie die Entscheidungen des Alltags aussehen. Nicht nur hier und jetzt, sondern auch morgen, übermorgen, wenn der Alltag an uns nagt. Keine Sorge, du musst kein Superman sein. Gott macht dich mutig, Schritt für Schritt. Herausforderungen gehst du nicht alleine.

Hier noch einmal: Gott schenkt Daniel Gunst – nicht weil Daniel clever taktiert hat, sondern weil Gott hinter seiner Entscheidung steht. Herausforderungen meistern Menschen nicht durch ihren Mut allein, sondern durch die Kraft von Jesus. Gerade dann, wenn der Weg schwer, unklar oder unbequem ist.

Gottes Wort will dich prägen, will uns prägen. Sein Geist will unser Inneres leiten – unsere Einstellung, unsere Werte, unser Mindset, unsere Überzeugungen und letztlich auch unsere Entscheidungen. Gottes gutes Wort ist das Beste, was wir haben können, auch wenn es um Entscheidungshilfen geht.

Manchmal braucht es eben Mut, weil Gott nicht jeden Schritt in unserem Leben vorgibt. Es gibt so viele Situationen, in denen er uns hineinstellt, in denen es darauf ankommt, mutige Entscheidungen zu treffen. Gott erweckt den Helden oder die Heldin in dir.

Ich schließe mit diesem Satz: Sein Commitment ist stärker als deine Entschlossenheit, dein Mut und deine Furchtlosigkeit.

Schlussgebet

Lass uns noch kurz beten. Herr Jesus, ich danke dir, dass du dich uns verpflichtet hast, auch wenn wir durch viele Herausforderungen im Leben gehen müssen.

Das System Babylon ist da. Wir können es nicht einfach wegreden. Vielleicht können wir es an vielen Stellen ignorieren, aber ich bitte dich für jeden von uns: Präge uns, wie du es bei Daniel getan hast, in unserem inneren Mindset, unserer Einstellung und unseren Werten immer mehr.

Wir laden dich ein, guter Herr, durch deinen Geist zu uns zu kommen. Erneuere uns immer wieder, dass wir auf dich und dein Wort schauen und so denken, wie du es tust. Denn nur so wird unser Leben ausdrucksstark.

Unsere Welt braucht Menschen, die wirklich hinstehen können, die sich für dich einsetzen und bereit sind, dir mehr zu vertrauen als allem anderen. Menschen, die wissen, dass du da bist.

Herr, segne uns heute weiter. Danke für die Zeit, das gute Wort, und bewahre es in unseren Herzen. Amen.