
Einleitung und Thema des Abends
Das ist eigentlich ein regelmäßiges Thema, neben anderen Themen wie weltweiten Krisen. Aber die Polizei liegt uns dabei wirklich sehr am Herzen. Deshalb freue ich mich, dass ich bei diesen Tagen hier mit euch dabei sein darf.
Mehr Einleitung mache ich nicht. Ich komme heute Abend direkt zum Text, der zum Psalm passt, den Holger vorgelesen hat: „Ich blicke auf zu den Bergen, woher kommt meine Hilfe?“
Das ist allerdings nicht der Vers, über den ich heute sprechen möchte. Stattdessen möchte ich über Jesaja Kapitel 45 sprechen. Wenn ihr eine Bibel dabei habt, dürft ihr gerne aufschlagen.
Ich ermutige immer dazu, zu den Impulsen die Bibel dabei zu haben, weil wir immer wieder in die Bibel hineinschauen werden. Jesaja 45,22 lautet in der Schlachter-Übersetzung: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst.“
Andere Übersetzungen bringen es ähnlich zum Ausdruck: „Blicket zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst.“
Generalüberschrift und persönliche Erinnerung
Ich brauche Verstärkung
Zuversicht in turbulenter Zeit – das ist die Generalüberschrift über diese Tage. Ich habe mich erinnert: Als unser Sohn, der inzwischen 19 Jahre alt ist, aber damals noch klein war, ein dickes Spielzeugauto hatte. Genau so eines, wie ihr es da abgebildet habt – ein Polizei-Mercedes C-Klasse.
Das Auto hatte einen Knopf, und diesen Knopf werde ich nie vergessen. Er hallt mir bis heute in den Ohren nach. Denn immer, wenn man den Knopf drückte, kam aus dem kleinen blechernen Lautsprecher die Stimme: „Ich brauche Verstärkung!“
Dann kam jemand, und das ging den ganzen Tag so weiter. Als ich dieses Thema sah, kam mir dieses traumatische Erlebnis zurück. „Ich brauche Verstärkung!“ Meine Frau nickt – sie erinnert sich auch noch daran.
Das ist ungefähr so, wie wenn man nachts auf diese kleinen Legosteine tritt, während man das schreiende Kind am Bett besuchen will – so etwas vergisst man auch nicht.
Ich möchte dieses Generalthema durch die einzelnen Impulse versuchen, ein Stück weit zu beleuchten: „Ich brauche Verstärkung!“
Einmal gestärkt durch Glauben, morgen werden wir hören: gestärkt durch den Mittler Jesus, gestärkt durch den König Jesus, gestärkt durch die Bibel, durch das Wort Gottes, gestärkt durch den Heiligen Geist und zum Abschluss gestärkt durch Gewissheit.
Heute Abend geht es darum, gestärkt durch Glauben zu sein: „Blicket zu mir, so werdet ihr gerettet.“ Das ist eigentlich die Grundlage.
Die Grundlage unserer Zuversicht
Wir fangen immer mit den Grundlagen an. Wenn ich an meine Tochter denke: Vor 23 Jahren, als sie ihren Führerschein gemacht hat, habe ich sie zur ersten Theorieprüfung begleitet. Danach habe ich sie gefragt: „Was hast du heute gelernt?“ Sie antwortete, dass die Grundlage sei, nüchtern zu fahren – das habe ihr der Fahrlehrer erklärt. Das ist eine wichtige Grundlage.
Wenn wir diese nicht haben, wird alles andere, was wir lernen, keinen Wert haben.
Was ist die Grundlage für unsere Zuversicht und Hoffnung in turbulenten Zeiten? Es ist der Glaube an Jesus Christus. Paulus schreibt im 1. Korinther 3,11: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher Jesus Christus ist.“
Darum geht es heute zu Beginn: Wir wollen die Grundlage unserer Hoffnung finden und erforschen, worauf es wirklich fundamental in dieser turbulenten Zeit ankommt.
Dabei hilft uns dieser Text, der einen gewaltigen Inhalt transportiert: „Blicket zu mir“, sagt Gott, „all ihr Enden der Erde, und ihr werdet gerettet.“
Drei Aspekte der Botschaft
Drei Punkte sollen uns helfen, diesen Vers ein wenig besser zu verstehen.
Erstens: Diese Botschaft ist rettend.
Zweitens: Diese Botschaft ist einfach.
Drittens: Diese Botschaft ist einzigartig.
Beginnen wir mit dem ersten Punkt: Die Botschaft ist rettend.
Erstens: Die Botschaft ist rettend
Wenn wir nach Verstärkung rufen, dann suchen wir nach Rettung. Holger hat es gerade gesagt: Die Massenschlägerei – ich brauche Verstärkung, das ist meine Rettung.
Dieser Vers ist in verschiedener Hinsicht rettend. Zuallererst ist er rettend im ursprünglichen Sinn für das Volk Israel, denn an sie richtete sich damals diese Botschaft. Als Gott nämlich durch den Propheten Jesaja diesen Text aufschreiben ließ, sagte er voraus, dass viele Jahre später Israel in Gefangenschaft sein würde. Und so kam es auch. Die Juden wurden verschleppt und lebten Jahrzehnte in der Fremde, in Babylon.
Dort aber wurden sie durch die Worte des Propheten Jesaja, die schon gesprochen worden waren, ermutigt. Er hatte prophezeit, dass sie wieder nach Hause zurückkehren würden. So lasen sie in Babylon: „Blicket zu mir im Exil, blicket zu mir alle Enden der Erde, so werdet ihr gerettet.“ Für sie bedeutete die Rettung also die Befreiung aus dem Exil.
Doch diese Worte sind nicht allein auf Israel beschränkt. Denn es heißt ja nicht: „Blicket zu mir, so werdet ihr gerettet werden, Volk Israel in Babylon.“ Nein, es heißt: „Blicket zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Welt.“
Was sind die Enden der Welt? Für den Ostfriesen ist das Ende der Welt alles, was hinterm Deich liegt. Für die Deutschen mag es Japan sein, und für die Japaner mag es Ostfriesland sein. Mit anderen Worten: Die Enden der Welt sind allumfassend. Sie bezeichnen nicht ein spezielles Land. Gott macht hier klar, dass die Botschaft, die er spricht, für alle Menschen gilt – egal, woher sie kommen.
In der Tat ist diese Botschaft international und global. Hier sehen wir, dass der Glaube an Jesus länderübergreifend und kulturübergreifend uns Hilfe sendet.
Deutschland hat mit einer riesigen Welle an Zuwanderung zu tun, auch das hat Holger eben schon erläutert. Menschen kommen zu Hunderttausenden, in der Summe zu Millionen, in unser Land. Das spürt nicht nur die Polizei, vor allem zuallererst, sondern die ganze Gesellschaft.
Wir spüren, dass eine Ungeduld zunimmt. Die Schulen merken es, die Lehrer merken es, die Sozialkassen spüren es ebenfalls. Es sind große Herausforderungen damit verbunden.
Unser Gebet ist, dass Gott unserem Land gnädig sei, dass Stabilität erhalten bleibt und der Friede gewahrt wird. Doch unsere Hilfe bei all diesen Herausforderungen kommt letzten Endes nicht von der Regierung – so viel Verantwortung sie auch hat. Ultimativ ist Gott allein unsere Rettung.
Er ruft allen Menschen aus allen Völkern und Religionen zu: „Blicket zu mir!“ Ob Deutscher, Franzose, Syrer, Pakistani, Inder – alle sind eingeschlossen.
Die Notwendigkeit der Rettung
Aber wovor müssen die Menschen dieser Erde eigentlich gerettet werden? Das ist die entscheidende Frage. Geht es um die Rettung vor einem leeren Bankkonto? Warum müssen die Völker – und auch wir – erlöst werden? Wir sind doch nicht wie Israel damals physisch in Babylon gefangen. Was meint Gott damit?
Die Antwort lautet: Wir alle – du und ich, alle Völker, alle Enden der Erde, egal welcher Nationalität oder Herkunft wir angehören – wir alle müssen gerettet werden. Das ist die Botschaft der Bibel und die Grundlage ihres Inhalts. Wir müssen gerettet werden von unserer Schuld.
Diese Schuld wird im Kontext dieses Verses näher beschrieben. In Vers 20 – deshalb ist es immer gut, die Bibel dabei zu haben – heißt es: „Sagt Gott, versammelt euch, kommt, tretet miteinander herzu, ihr Entkommenen unter den Heiden!“ Und weiter: „Sie haben keine Erkenntnis, die das Holz ihres Götzen tragen und zu einem Gott beten, der nicht retten kann.“
Gott spricht hier also durch Jesaja zu bestimmten Menschen, die ein geschnitztes Bild anbeten. Sie beten es an und sagen zu dem Bild: „Rette mich!“ Doch das Bild kann sie nicht retten. Im Kapitel 44, also ein Kapitel vorher, in den Versen 16 bis 20, beschreibt Gott noch detaillierter diese Art von Götzendienst.
Dort ist die Rede von jemandem, der einen Baum fällt. Mit einem Teil des Holzes macht er sich ein Feuer, um sich zu wärmen und einen Braten zu braten. Mit dem Rest des Holzes schnitzt er sich einen Götzen. Dann kniet er nieder, verehrt ihn und fleht zu ihm: „Rette mich, denn du bist mein Gott!“
Es ist, als rufen wir: „Ich brauche Verstärkung!“ – und wenden uns einem Stück totem Holz zu. Jesaja spricht also von Menschen, die den lebendigen Gott verlassen und ihn durch einen Holzklotz, einen Götzen, eine hölzerne Statue ersetzen. Und diesen Klotz beten sie an.
Das wiederum lehrt uns: Die Bibel betrachtet dies als schwere Sünde. Denn das erste Gebot lautet: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Ganz einfach. Was machen die Menschen? Sie handeln genau dagegen.
Dieser Götzendienst ist ein Gräuel für Gott, und das lässt er nicht unkommentiert. So treten die Geschöpfe ihren Schöpfer mit Füßen. Der, der sie gemacht und gesegnet hat, wird in den Wind geschlagen. Man besorgt sich Ersatz in Form von Holz. Deshalb sind sie schuldig vor Gott, der gerecht und heilig ist.
Diese Götzenanbeter von damals sind jedoch nicht die einzigen Menschen, die so handeln. Ihre Not ist auch unsere Not. Ihr Verhalten ist auch unser Verhalten. Ich sage: Ihr Götzendienst ist auch unser Götzendienst.
Der Gott, den diese Götzenanbeter ablehnten, ist derselbe Gott, der nicht nur sie, sondern alle Menschen geschaffen hat – auch dich und mich. Er schuf uns für sich selbst, zu seiner Ehre und Herrlichkeit. Er schuf uns, damit wir ihm die Ehre bringen, ihn anbeten, von ganzem Herzen lieben, vertrauen und kennen. Er möchte, dass wir Glück und Zufriedenheit in ihm finden und will uns mit allen guten Dingen segnen.
Als Zeichen seiner Liebe gab er dem Menschen die Schöpfung, die Welt, andere Menschen, die Ehe und die Familie. Doch die Menschheit, repräsentiert durch Adam und Eva, wandte sich von Gott ab. Sie sagten: „Gott, wir wissen, dass du uns Segen gegeben hast, aber wir sind nicht zufrieden damit. Wir wollen unsere eigenen Wege gehen. Wir möchten lieber eine Frucht essen, von der du uns gesagt hast, dass wir nicht davon essen sollen. Wir wollen nicht länger mit dir Gemeinschaft haben.“
Also verwarf Gott sie, nachdem sie diese Sünde begangen hatten, und wies sie aus dem Garten Eden. Damals war es so, und in unserem Text hier sehen wir wieder Menschen, die sich von Gott abwenden. Damals tauschten sie eine Frucht gegen Gott ein, hier jetzt einen Holzklotz.
Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben“ (Römer 3,23). Adam und Eva damals, die Menschen zur Zeit Jesajas – und wenn Paulus und die Bibel damit sagen „alle“, dann heißt das alle Menschen, international, global, an allen Orten zu jeder Zeit. Somit ist auch unsere Schuld ein internationales Problem.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Stück Obst, ein Holzklotz oder irgendetwas anderes aus Gottes geschaffener Welt ist, das wir gegen ihn eingetauscht haben. Indem wir ihn beiseite schieben und ersetzen, haben wir uns versündigt. Und das ist der Kern.
Wir brauchen Rettung – Rettung vor den Konsequenzen, die Gott uns für unsere Sünde vor Augen malt. Wenn ich das mal sagen darf, wie die Bibel sagt, dann ist das der sogenannte – und nicht nur sogenannte – Zorn Gottes, der auf den unbußfertigen Sünder wartet.
Gegen den Zorn Gottes ist ein Einsatz in einer Massenschlägerei vermutlich nicht vergleichbar. Ich brauche Verstärkung, verstehst du? Grundlegend brauche ich Rettung, weil ich zu denen gehöre, von denen Jesaja hier spricht.
Es gab nicht nur in Babylon Götzen, sondern es gibt sie auch heute noch. Deshalb die Frage zu Beginn: Kann es sein, dass auch du der Kreatur, dem Geschaffenen dienst statt dem Schöpfer? Dreht sich dein Leben nicht auch ständig um dich und die Dinge dieser Welt? Geld, Unterhaltung, Beziehungen, Eigeninteresse, Macht, Prestige, Stolz, Ansehen?
Wie gesagt: Nicht nur damals gab es Götzen, sondern es gibt sie auch heute. Auch Götzen sind international: unsere Häuser, unsere Weisheit, unsere Erfahrung, unsere Talente, unsere Eloquenz, unsere Familien, unsere Frau, unser Mann, unsere Kinder, unser Auto – all das können Götzen sein.
Vielleicht betest du nicht einen Holzklotz an – was ich schwer hoffe –, aber dich selbst. Wenn du selbst dein Gott bist, dann betest du zwar kein Stück Obst wie Adam und Eva oder einen Holzklotz an, aber um es auf den Punkt zu bringen: Es ist lediglich ein Haufen Staub, denn das sind wir.
Irgendwann werden wir alt, unser Grab kommt näher, wir werden sterben. Dann wird Prediger 3,20 wahr: „Es ist alles auch Staub geworden und wird wieder zu Staub.“ Sich selbst anzubeten ist nicht weniger töricht als einen Holzklotz anzubeten.
Prediger 12,7 sagt: „Und der Staub kehrt zur Erde zurück, wie er gewesen ist, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben hat.“ O Nichtigkeit der Nichtigkeiten, spricht der Prediger, alles ist nichtig.
Hebräer 9,27: „Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ Das hat Gott bestimmt, und davon sind wir alle betroffen – jeder in diesem Raum.
Der Tag wird kommen, an dem wir vor dem gerechten Gott erscheinen müssen. Und wenn wir da ohne Verstärkung erscheinen, dann wehe uns.
Gottes Einladung zur Rettung
Die Frage ist: Wie geht Gott jetzt mit diesen Wiederholungstätern um? Adam, Eva, Israel, die Heidenvölker, Christian Wegert, ihr, wir alle.
Statt uns mit einem Fluch zu belegen, kommt er auch an diesem Abend zu dir und zu mir. Er sagt: „Blicke zu mir, blicke zu mir.“ Das ist kein Wort, das im Zorn gesprochen wird, obwohl Gott jedes Recht dazu hätte.
Stattdessen lädt er dich ein: „Schau zu mir, dann wirst du gerettet werden, dann wirst du Verstärkung bekommen.“ Das ist kein verdammendes Wort, kein bitteres Wort, sondern ein rettendes Wort.
In Jesaja 45 heißt es einige Verse später, direkt im Anschluss, Vers 24: „Nur in dem Herrn wird man von mir sagen: ‚Habe ich Gerechtigkeit und Stärke!‘“ Wir sehen das in dem Herrn, in Gott: „Habe ich Gerechtigkeit und Stärke.“ Zu ihm wird man kommen, aber beschämt werden alle, die sich gegen ihn auflehnten.
In dem Herrn werden gerechtfertigt werden und sich rühmen der ganze Same Israel. In dem Herrn werden deine Sünden und deine Schulden mit seiner Gerechtigkeit getauscht. Dein Herz des Götzendienstes wird ausgetauscht durch ein Herz, das sich im Herrn freut.
Die Einfachheit der Botschaft
Die Botschaft ist also erstens rettend und zweitens einfach und schlicht. Gemäß unserem Text kannst du diese Rettung ganz einfach erhalten. Du musst keinen Ablassbrief erwerben, keine besondere Wallfahrt unternehmen, nicht nach Mekka pilgern, keine speziellen Voraussetzungen erfüllen oder irgendwelche Werke tun. Das Evangelium von Jesus Christus ist wirklich einfach.
Es sind drei Worte: Blick zu mir – das ist alles, Blick zu mir. Die Welt hat uns gelehrt, allein auf uns selbst zu vertrauen, auf uns selbst und unseren Verstand. Diese Welt hat dich ermutigt, dein eigenes Vergnügen und deine eigene Herrlichkeit zu suchen. Doch all das hat uns an den Rand des Abgrunds gebracht. Wir sehen es um uns herum und auch in unserem Leben, wenn wir ehrlich sind.
Aber Gott sagt: Schau mich an, blicke zu mir. Schau mich an, du wirst gerettet werden. Ich werde deine Rettung sein, ich werde deine Weisheit sein, ich werde deine Gerechtigkeit sein, ich werde dein Freund sein, ich werde dein Trost sein, ich werde dein Vergnügen sein, ich werde deine Freude sein. Ich werde dein Ein und Alles sein. Blick mich an und werde gerettet von all dem Elend, das dich herunterzieht, das dich bedrückt, das dich kaputt macht. Blick mich an.
Es gibt eine Begebenheit im Alten Testament, die viele von uns vielleicht kennen und die dieses Blicken veranschaulicht. Das Volk Israel kam aus der Sklaverei in Ägypten. Sie beklagten sich bei Mose, weil sie nicht das Essen hatten, das sie wollten. Gott strafte sie, weil sie gegen Mose und gegen Gott klagten. Er sandte Giftschlangen ins Lager, und wer gebissen wurde, starb.
Mose sollte eine eherne Schlange aufrichten. Alle, die im Glauben zu dieser Schlange blickten und nicht mehr auf den Boden voller Giftschlangen, wurden gerettet, verschont und am Ende lebten sie.
Jesus sagt später in Johannes 3,14-16: „Und wie Mose in der Wüste diese Schlange erhöht hat, so muss auch der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Das ist die Antwort auf das Dilemma, das Israel damals hatte. Die Israeliten sollten zur Schlange blicken.
Jesus erklärt, was dieses Blicken für uns heute bedeutet. Wir haben keine eherne Schlange hier im Raum, auf die wir schauen und gerettet werden. Nein, es ist ein Bild auf Christus. Er sagt: So wie damals die Schlange aufgerichtet wurde und Israel durch den Blick gerettet wurde, so werden alle, die an mich glauben, Jesus Christus, errettet von ihrer Schuld und Sünde.
So ist es. Jesus kommt auch heute zu uns und sagt: Was für ein Gnadengeschenk, mein Freund, meine Freundin, mein Kind! Ich werde dir helfen, ich werde dich retten. Schau zu mir, schau nicht auf dich selbst, schau nicht auf die Umstände, schau nicht auf die Probleme. Schau nur mich an und werde gerettet. Du brauchst nichts zu tun oder zu leisten, du musst ganz einfach deine Augen auf den Herrn richten.
Blicken heißt also glauben, glauben an den Sohn Jesus Christus. So wie Jesus es erklärt: Zu glauben, dass er, der Sohn Gottes, auf diese Erde kam, ein sündloses Leben führte wie niemand sonst auf dieser Welt, und stellvertretend für uns an das Kreuz ging. Dort gab er sein Leben für die, die an ihn glauben, damit sie gerettet werden und Vergebung ihrer Schuld erfahren.
Deshalb meine Ermutigung: In all dem Chaos dieser Welt lasst uns das nie vergessen. Das ist die Grundlage, das Evangelium von Jesus Christus, des Sohnes Gottes, der für unsere Schuld, für unser größtes Problem, Sorge getragen hat. Und er wird uns auch in all den anderen Dingen helfen.
Die Einzigartigkeit der Botschaft
Also, diese Botschaft ist rettend und sie ist einfach. Und zum Schluss, drittens: Sie ist auch einzigartig. Es heißt: „Blicket zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde.“ Und jetzt kommt noch dieser Zusatz: „Denn ich bin Gott und keiner sonst.“
Häufig begegnen uns Menschen, die, wenn sie diese Worte hören, vom Evangelium von Jesus Christus, dann sagen: „Na ja, das ist ja ganz nett, so ein Rettungsangebot. Aber da gibt es doch sicherlich auch noch andere Optionen für mich, die ich auch noch entdecken will.“
Das wäre das Gleiche, als wenn du in deinem Einsatz zu dieser schon mehrfach zitierten Massenschlägerei am Jungfernstich auf dem Weg bist und dann sagst: „Oh, ich habe zwar die Nummer von den Kollegen, aber ich rufe auch noch mal vielleicht meine Frau an oder so. Es gibt auch andere Optionen der Rettung, verstehen wir.“
Keine gute Idee! Oder meine Kinder: Da gibt es die eine Nummer, denke ich, bei der Polizei, die du dann anrufst oder per Funk erreichst. Ja, Funk, ja natürlich, entschuldigung, ich bin jetzt nicht so ganz im Thema drin, aber ja, du funkt dann eben deine Frau an? Nein, also du funkt natürlich — du nimmst den Kanal, bei dem du dann weißt: Hier ist wirklich Rettung zu erwarten.
Aber viele Leute meinen bei Gott sei das nicht so wichtig. Es ist ein Angebot unter vielen. Es gibt noch andere Optionen für mich, wie ich aus meinem Dilemma herauskomme. Ich will noch ein paar Bücher lesen, andere Religionen kennenlernen, mich selbst erfahren. Dann werde ich schon mit manch einer, vielleicht auch psychologischen Tricks, das schon schaffen. Und wenn ich dann vor Gott stehe, dann mal sehen.
Aber Gott sagt hier: „Ich bin Gott und keiner sonst.“ Mit anderen Worten: Da gibt es keine andere Option, es gibt keine Alternative. Er sagt, du musst zu mir schauen. Wenn du woanders hinschaust, dann wirst du nicht die Hilfe erfahren, die du dir erhoffst. Du wirst enttäuscht werden. Irgendein anderer Gott, irgendeine andere Religion, irgendein anderer Lebensstil, den du ausprobieren willst, wird nicht die Lösung sein.
Die Bibel ist da sehr klar: 1. Timotheus 2,5: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.“ Jesus selbst sagt: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, ich bin das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
Und hier sagt er nun: „Blicke, blicke zu mir.“ Und das ist meine Einladung zu Beginn dieser Tage. Ich glaube, wir müssen das immer wieder neu hören, auch wenn du das schon vielleicht öfter gehört hast oder vielleicht auch noch nie gehört hast. Wir können es nie genug hören, weil wir immer wieder dazu geneigt sind, doch auf die Umstände zu schauen, doch die Hilfe bei uns selbst zu suchen und zu finden. Aber wir werden sie nicht finden.
Gott lädt uns ein, am Auftaktabend wieder neu zu sagen: Herr, bei all dem Chaos will ich nie vergessen, du bist meine wahre Hilfe, mein wahrer Fels. Ich blicke auf zu den Bergen. Woher kommt meine Hilfe? Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.
Wollen wir nicht zu ihm blicken? Amen.
Gebet zum Abschluss
Vater im Himmel, das ist unser Gebet. Wir bekennen, dass wir die Dinge dieser Welt nicht in unseren Händen halten. All das Chaos draußen – Kriminalität, Leid, Streit, Zerwürfnis und Zerrüttung – betrifft nicht nur die Welt um uns herum, sondern auch unser eigenes Umfeld.
In wie vielen Familien sieht es anders aus, als es nach außen den Anschein hat!
So sind wir heute Abend vor dir versammelt und wollen zu dir schauen. Ich bitte dich, Herr, dass diese Tage wirklich ein Aufblicken zu dir werden. Ein Aufschauen zu Christus, unserer Rettung, unserem Herrn, unserem Heiland und unserem liebenden Freund, der sein Leben für uns gegeben hat.
Ich bete um Segen für jeden hier unter uns. Amen.