
Ist Gott für uns, wer gegen uns?
Achtmal Gott, null dein Verdienst: Wer kann gegen dich sein?
Römer 8,29-3122.03.2026
Serie•Teil 40 / 47Wir betrachten den Römerbrief
Generierte Mitschrift
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Begrüßung und Hinführung zum Bibeltext
Guten Morgen, liebe Gemeinde, auch von meiner Seite. Wir freuen uns sehr, dass es im Römerbrief weitergeht. Und ihr liebt es ja, zu sitzen und zu stehen, zu stehen und zu sitzen. Wenn ihr möchtet, dann steht doch gerne mit mir auf. Wir haben einen wunderbaren Text.
Ich lese Römer 8,20 und Römer 8,29-31:
Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag gegen uns sein? Amen.
Nehmen wir doch Platz miteinander.
Bibellehrer haben diesen Abschnitt Ordo salutis genannt. Machen wir heute mal ein kleines bisschen Bibelschule, auch auf Deutsch: die Ordnung des Heils oder auch die Reihenfolge des Heils.
Diese Ordo salutis bezeichnet die Reihenfolge der Schritte, durch die Gott einen Menschen vom Zustand der Sünde in den Zustand der Gnade führt. Was passiert, wenn ein Mensch aus der Verlorenheit herauskommt und in die ewige Heilssicherheit gelangt?
Gemäß Paulus beginnt dieser Text als Erstes mit der Ausersehung. Darüber haben wir ja letzte Woche sehr ausführlich gehört und uns sehr darüber gefreut, dass wir von Ewigkeit her ausersehen sein dürfen. Die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt. Der erste Schritt ist also die Ausersehung oder die Auserwählung.
Schritt zwei ist die Vorherbestimmung. Die er zuvor ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt. Die Auserwählung geht also mit einer klaren, festgesetzten Bestimmung einher, nämlich dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Das ist die Vorherbestimmung.
Schritt drei ist die Berufung. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen. Entsprechend ihrer Vorherbestimmung hören sie eines Tages in ihrem Leben einen wirksamen Ruf. Eine Berufung zum Glauben. Wir denken zum Beispiel an Zachäus: Da waren Mengen von Menschen, und Jesus bleibt vor einem stehen, dem Baum, auf dem sich der Zöllner hinter den Blättern versteckt hatte. Und er rief ihn bei Namen: Zachäus, ich muss heute in dein Haus einkehren. Das war der wirksame Ruf. Er kam herunter, und später hieß es: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.
Schritt vier ist die Rechtfertigung. Die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt. Aus dem Glauben an Jesus Christus heraus rechtfertigt Gott seine Auserwählten, so dass sie vor Gott als absolut gerecht bestehen können.
Und Schritt fünf ist die Verherrlichung. Die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. Das heißt: Ihre Seelen werden am Tage Christi mit ihren Auferstehungsleibern wiedervereinigt werden und haben so auf ewig Teil an der überragenden Herrlichkeit Jesu Christi.
Das ist so, zusammengefasst, noch einmal die Ordo salutis, die Reihenfolge des Heils, die Heilsordnung.
Gottes Handeln allein im Zentrum
Was auffällt an diesem Text ist, dass alle fünf Heilshandlungen ausschließlich Gott zugeschrieben werden. Eine Dimension: Fünfmal handelt Gott und kein Mal der Mensch.
Schaut noch mal rein, ich zähl mal auf: Die er, also Gott, die er zuvor ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt; die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.
Achtmal er und keinmal ich. Für die achtmal er hätte ich bei meinem Deutschlehrer auf dem Matthias-Claudius-Gymnasium früher eine Bemerkung bekommen: schlechter Stil. Aber Gott will diesen schlechten Stil, weil er damit etwas ausdrücken will. Achtmal er und keinmal ich.
Unser Heil, das ist die Botschaft, kommt allein von Gott, ohne irgendein Mitwirken von unserer Seite. Unsere Errettung gründet nicht auf dem sogenannten, noch mal Bibelschule, Synergismus, nicht auf einer Art Kooperation zwischen Gott und Mensch. Das ist vielfach die Idee auch von Pastoren und Verkündigern und Theologen. Aber die Bibel gibt das nicht her, wie auch unser Text heute dem ausgesprochen widerspricht. Sondern unsere Errettung ist monergistisch, das heißt, Gott handelt allein, ohne Mitwirkung des Menschen.
Die Errettung ist von A bis Z vom Herrn, Psalm 3,9.
Geschenkte Gnade statt menschlicher Vorleistung
Darauf gründend schreibt Paulus zwei Verse weiter, in Römer 8,32:
Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Sag’s laut, Jürgen: schenken! Wie sollte er uns nicht alles mit ihm schenken? Geschenkt, geschenkt, geschenkt!
Ach, siehst du, jetzt erinnert mich mein Bruder an Alles ist dein. Das ist, glaube ich, mein erstes Buch, das ich jemals geschrieben habe. Ihr müsst mal ins Mediencenter gehen und euch das Buch bestellen: Alles, alles ist euer oder Alles ist dein. Da habe ich auch aufgeführt, was Gott uns alles in Christus geschenkt hat. Ich kann euch dieses Buch von Wolfgang Wegert nur empfehlen. Aber es soll mehr vom Herrn geschrieben sein als von mir.
In Christus ist uns alles, was zum Heilen nötig ist, freigegeben. Deshalb ist bei einem Satz wie diesem Vorsicht geboten. Ich formuliere einfach mal so, wie man es immer wieder hört: Wenn du Buße tust, wird Gott dich erretten.
Grundsätzlich ist der Satz richtig. Aber er ist meist synergistisch, kooperativ gemeint und soll implizieren, dass die Errettung durch unsere Mitwirkung zustande kommt, durch unsere Buße nach dem Motto: Du musst deinen Teil tun, dann tut Gott seinen Teil. Das ist pure Werkegerechtigkeit. Dann wirst du mit Heil belohnt, weil du Buße getan hast, Glauben vollbracht hast und so weiter.
Ein solches Heilsverständnis ist, lassen Sie mich das ruhig sagen, Paulus betont es noch rabiater, fast, Irrtum. Es ist Irrlehre. Das ist eine Errettung durch Wirken: Wir wirken, und weil wir gut wirken, wirkt Gott auch.
Busse, Glaube und Heiligung als Gabe Gottes
Denn das Evangelium der Bibel lehrt uns, dass die in der Tat notwendige Buße, das betone ich, notwendig zur Errettung ist. Sie ist aber nicht als unsere Vorleistung zu unserem Heil zu verstehen, sondern wie alle anderen Heilsgüter auch ist die Buße ein freies Geschenk. Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken, steht in unserem Text.
Gott schenkt uns nicht nur die Wiedergeburt, nicht nur die Errettung, sondern auch den dazu notwendigen Glauben, die notwendige Buße, die Heiligung, den Gehorsam, die notwendige Treue und sogar auch die guten Werke dazu. Von Anfang bis Ende gibt Gott uns in Jesus Christus alles, alles frei.
Petrus sagt es so in seinem zweiten Brief, 1. Petrus 1,3. Seine göttliche Kraft hat uns alles geschenkt, alles geschenkt, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient.
Berühmter Vers: Epheser 2. Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch, durch das, was ihr wirkt. Gottes Gabe, Gottes Geschenk ist es.
Oder Philipper: Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden. Es heißt nicht, er hat das gute Werk in euch angefangen und ihr müsst es vollenden. Nein, es heißt, Jesus ist der Anfänger und der Vollender unseres Glaubens. Von Anfang bis Ende kommt alles von ihm, nichts ist aus uns, alles kommt von ihm.
Ja, fragst du mich, kann ich denn gar nichts tun zu meinem Heil? Nein, leider nicht. Da sehen wir alt aus, das zieht uns den Boden unter den Füßen weg. Wir haben nichts, singt der Liederdichter, nichts habe ich zu bringen, alles, Herr, bist du!
Gott gibt es denen, die er zuvor ersehen hat, die er vorherbestimmt hat, die er auch berufen hat, die er auch gerechtfertigt hat, die er aber gerechtfertigt hat, die er auch verherrlicht hat.
Verantwortung des Menschen und das Geschenk der Gnade
Und noch einmal: Haben wir denn gar keine Verantwortung? Wie sollen wir das verstehen? Doch, die Bibel fordert uns auf, zu glauben, Buße zu tun und uns zu bekehren. Sie fordert auch heute Morgen Menschen auf, Buße zu tun, sich zu bekehren und ihm gehorsam zu sein. Die Bibel fordert dich auf, dich zu heiligen.
Ja, Gottes Wort lehrt uns, so zu tun, als läge alles an uns. Zugleich aber erklärt uns Jesus: So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind unnütze Knechte; denn was wir getan haben, das ist vom Herrn. Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.
Ja, du bist verantwortlich zu glauben und Buße zu tun. Und wenn du es getan hast, weißt du: Es war ein freies Geschenk der Gnade Gottes. Nicht einfach für unseren armen Verstand zu begreifen, was Gott uns hier sagt. Du bist verantwortlich dafür, dich zu bekehren. Und wenn du es getan hast, erweist es sich als ein pures Geschenk Gottes.
Haben wir das verstanden? Das ist ganz wichtig. Deshalb schreibt Paulus: Was besitzt du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Von Jesus, von ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen, schreibt Paulus.
Wenn du fragst, was du tun sollst, dann heißt die Antwort noch einmal: Tu alles, was dir befohlen ist. Und wenn du es gekonnt hast, rühme dich nicht selbst, sondern danke, lobe und preise allein deinen Herrn, der dir in Jesus Christus alles geschenkt hat. Und dann genieße es einfach, freue dich in deinem geschenkten Heil wie ein neugeborenes Kind.
Wir haben eine ganze Reihe neugeborener Babys in unserer Gemeinde, halleluja! Wie viel hat ein Baby zu seinem neuen Leben beigetragen? Welche Bedingungen hat es erfüllt? Keine! Es ist einfach geworden, das Leben. Und alles, was dazugehört, wurde dem Kindchen von A bis Z einfach nur geschenkt.
Also freue dich über das neue Leben in Christus, das du komplett empfangen hast, und lebe darin mit großer, großer Dankbarkeit. Daraus werden dir enorme Kräfte zuwachsen, ein gottwohlgefälliges Leben zu führen. Aber als Erstes ist wichtig zu verstehen: Dass du Christ bist, hat nichts mit dir zu tun, sondern es geschah ausschließlich nach dem freien Wohlgefallen Gottes vor ewigen Zeiten. Er hat die Sache erledigt, er hat dich ausersehen, er hat dich vorherbestimmt, er hat dich berufen, er hat dich gerechtfertigt und er hat dich verherrlicht. Er hat es getan. Soli Deo Gloria. Amen.
Ihr seid echt überwältigt. Ja, das geht ans Herz. Wir werden gleich sehen.
Die Vollendung des Heils ist schon beschlossen
Paulus stellt die Schnüffelnis mal vorweg. Paulus schreibt im nächsten Satz: Was sollen wir dazu sagen? Das ist Paulus’ Frage. Was sollen wir dazu sagen?
Aber bevor wir zu seiner überwältigenden Frage kommen, noch ein Gedanke zu der Ordo salutis, ein weiterer. Nicht nur, dass er alles allein getan hat, sondern Gott hat auch schon alles getan, was zu deinem Heil nötig ist. Denn in dieser Ordo salutis fällt noch etwas auf: Alles ist im Perfekt geschrieben. Hast du es gesehen? In der sogenannten vollendeten Gegenwart, würde man auf Deutsch sagen.
Wir lesen, schau mal in den Text: Er hat ausersehen, er hat vorherbestimmt, er hat berufen. Es leuchtet ein, dass das alles schon geschehen und abgeschlossen ist. Die Auserwählung, die Vorherbestimmung, die Berufung, das liegt schon hinter uns, sagen wir. Das ist klar: Die Auserwählung war vor Grundlegung der Welt und ist abgeschlossen, die Vorherbestimmung auch, der wirksame Ruf auch. Aber wie ist es mit unserer Rechtfertigung? Da sagt er: Die ist auch abgeschlossen, er hat gerechtfertigt.
Aber wie ist es, und jetzt bitte ich euch, wirklich aufmerksam zu sein: Wie ist es mit der Verherrlichung? Eigentlich müsste er doch jetzt schreiben: Die, die er vorherbestimmt hat, die hat er berufen; die er berufen hat, die hat er gerechtfertigt; und die er gerechtfertigt hat, die wird er auch verherrlichen. Spätestens da müsste er einen Wechsel machen. Aber er sagt genau in gleicher Form: Die er ausersehen hat vor Grundlegung der Welt, die hat er auch verherrlicht.
Da hat Paulus sich verschrieben, das kommt doch erst. Unsere Verherrlichung, die zeitlich gesehen tatsächlich erst noch kommt und in der Zukunft liegt, ist in den Augen Gottes also auch schon abgeschlossen. Hast du das verstanden? Genau wie die Auserwählung, die Vorherbestimmung, wie die Berufung, die Rechtfertigung, genauso auch die Verherrlichung. Gott sieht auch sie schon als geschehen an.
Wir neigen dazu, unser Heil als eine Strecke auf der Zeitschiene anzusehen, die mit der Auserwählung beginnt. Dazwischen kommt die Berufung und die Rechtfertigung, und ganz am Ende dieser Zeitschiene steht die Verherrlichung. Und so befürchten wir, dass auf diesem langen Weg unserer Erwählung sich allerlei ereignen kann und wir am Ende doch nicht die Verherrlichung erreichen können.
Aber Gott sieht unser Heil nicht auf einer Zeitschiene, auf der noch vieles schiefgehen kann, sondern er sieht unser Heil aus der Ewigkeitsperspektive als ein einziges, in sich abgeschlossenes Ereignis, dessen Bestandteile untrennbar zusammengehören. Da ist nicht irgendein Zeitablauf in Gottes Sicht. Gott ist sowieso an keine Zeit gebunden, Gott ist ewig. Und er kennt keine Zeit.
Die Elemente unserer Erlösung, unseres Heils bis hin zur Verherrlichung, sind für Gott ein und dasselbe. Das ist für ihn ein Ereignis. In dem Augenblick, wo er dich vorherbestimmt hat aus reiner Gnade, in dem Moment hat er dich auch schon verherrlicht. Es gibt keine Auserwählung und keine Vorherbestimmung ohne Rechtfertigung und ohne Vollendung. Es gehört alles zusammen.
Deswegen haben viele Theologen die Ordo salutis auch als Heilskette bezeichnet. Wenn du am Anfang einer Kette ziehst, dann bewegt sich ebenso auch das Ende. Das heißt: Wo Erwählung ist, da ist auch Berufung, und wo Berufung ist, ist auch Rechtfertigung, und wo Rechtfertigung ist, da ist auch Verherrlichung. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.
Gottes Heilshandeln besteht aus einem Stück, dessen Einzelteile untrennbar miteinander verbunden, ja verkettet sind.
Die Unauflöslichkeit der Heilsgewissheit
Wenn also jemand sagt, ein wiedergeborenes Gotteskind könne sein Heil verlieren, liebe Gemeinde, widerspricht das der Heilsordnung Gottes, die wir hier vorfinden. Wenn es heißt, dass Gott die, die er gerechtfertigt hat, auch schon verherrlicht hat, wie können die dann noch verloren gehen?
Das Heilsgeschehen ist abgeschlossen. Niemals können sie verloren gehen. Es gibt keinen einzigen Gerechtfertigten, den Gott nicht auch schon verherrlicht hat. Das eine ohne das andere ist nicht möglich.
Wir dürfen verstehen: Unsere Errettung, die nach unserer Wahrnehmung eine zeitliche Abfolge hat, ist für Gott ein einziger, in sich abgeschlossener Akt, ein ewiger Akt. Als wir vor Grundlegung der Welt aus bedingungsloser Liebe ausersehen wurden, sah Gott uns in seinem Herzen bereits als vollendet und verherrlicht.
Ihr lieben Geschwister, das ist unglaublich, das ist unglaublich. Seid ihr wiedergeboren, hat Gott euch berufen, dann kann ich euch wirklich sagen: Dann hat er euch auch verherrlicht. Ich schaue hier in die Augen verherrlichter, vollendeter Menschen, wenn ich mit den Augen Gottes schaue.
Lasst das mal sacken! Du denkst, du hast noch so viel vor bis zur Verherrlichung, hoffentlich schaffe ich das. Was ist das für ein Irrtum! Das ist eine Plage, das ist wirklich eine Religion, die uns frustriert.
Aber wenn das Evangelium sagt: Ist einer ausersehen, dann ist er auch gerechtfertigt. Und ist einer gerechtfertigt, dann ist er auch vollendet, halleluja. Da kann nichts, es gibt keinen Gerechtfertigten, der nicht auch verherrlicht wird.
Ich befürchte, ich trommle jetzt hier eine Wahrheit herum. Aber wisst ihr, das macht die Bibel an manchen Stellen auch. Ihr dürft uns nicht böse sein, wenn wir da ein bisschen mit Nachdruck die Dinge behandeln, weil das so wichtig ist. Weil das unser Denken, unseren Glauben, unser Herz, unsere Gesinnung verändert, unser Verständnis von unserem Heil und von unserer Erlösung.
Deswegen sind diese Worte, die wir heute vorliegen haben, zentral, damit wir überhaupt das Evangelium verstehen.
Gottes Zusage und der ewige Vorsatz
Und deswegen sagt der Apostel Paulus: Was sollen wir hierzu sagen? Zu einer solchen Botschaft, welche Schlussfolgerung sollen wir daraus ziehen?
Und jetzt kommt es in Vers 31. Es steht bei dir in der Bibel: Was sollen wir dazu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein oder gegen uns sein?
Das ist das Fazit des Apostels, das er aus dieser Klarheit der Ordo salutis herauszieht. Ist Gott für uns, hat er uns berufen, hat er uns gerechtfertigt, hat er uns verherrlicht, halleluja, er ist für uns. Er hat alles für uns getan, in Jesu Namen, Amen! Das ist gewaltig!
Wollen wir den Satz mal zusammen sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?
Wirklich, das sollen wir, das muss Hamburg hören, das muss Deutschland hören, das muss die ganze Welt hören, diese hoffnungslose, in Krieg und Elend versinkende Welt: Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Wir wissen, Gott ist für uns in Jesus Christus, in seinem Sohn Immanuel, Gott mit uns. Aber hier an dieser Stelle weist der Apostel Paulus darauf hin, dass Gott auch durch seinen ewigen Vorsatz, den er über dich beschlossen hat, auf deiner Seite steht.
Dieser Vorsatz lautet, wie wir immer wieder gesagt haben: ausersehen, vorherbestimmt, gerechtfertigt, verherrlicht. Wir sind nach Gottes Vorsatz berufen. Diesen Ausdruck hat Paulus immer wieder. Wir wissen aber in Vers 28, dass denen alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Da hast du es wieder.
In Römer 9,11, in Bezug auf Jakob und Esau, lesen wir: damit der gemäß der Auserwählung gefasste Vorsatz Gottes bestehen bleibe.
Epheser 1,11: in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens.
2. Timotheus 1,9: Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Jesus Christus vor ewigen Zeiten gegeben wurde.
Viele glauben nicht an die Macht des göttlichen Vorsatzes. Das kommt hier noch einmal heraus, ihr Lieben. Das möchte ich euch wirklich ans Herz legen: zu begreifen, zu erfassen, dass Paulus ja gesagt hat, nichts geschieht in deinem Leben, ohne dass es nach dem Vorsatz Gottes passiert.
Das ist hammertröstlich. Das bewahrt dich vor psychischer Erkrankung. Der Vorsatz Gottes ist dein Schutz, und durch ihn zeigt er dir, dass er für dich ist.
Manche meinen, Gott improvisiere, genauso wie wir Menschen. Es gibt liebe Leute, liebe Theologen, die glauben, dass der Sündenfall unvorhergesehen gekommen ist und dass das Kreuz von Golgatha eine Notlösung ist, um dieses Unglück ein wenig abzumildern.
Ja, das, was ich euch jetzt gerade gesagt habe, das ist gang und gäbe. Dann kommt diese Bemerkung: Ja, aber Gott kann doch nicht gewollt haben, dass Adam sündigt. Ja, da fangen unsere Schwierigkeiten an. Aber auch der Sündenfall ist ein Vorsatz Gottes gewesen. Und geschieht für die, die ihn lieben und die nach seinem Vorsatz berufen sind, zum Besten.
Es ist ein großes Heil. Wir haben jetzt nicht die Zeit, darüber zu sprechen, was viel besser geworden ist in Jesus Christus. Das tun wir immer, immer wieder.
Aber wenn Gott Plan A hat – nein, Gott hat nie Plan A. Gott hat immer nur einen Plan, und er kommt nie in Verlegenheit.
Gottes Ratschluss ist unveränderlich
Aber zu glauben, dass Gott in Verlegenheit kommt, bedeutet, dass wir einen ohnmächtigen Gott hätten. Dann ginge es ihm so wie unserem Hamburger Senat mit dem sogenannten Elbtower. Der sollte Hamburgs stolzes Wahrzeichen werden, ein Wolkenkratzer mit fast zweihundertfünfzig Meter Höhe, also beinahe doppelt so hoch wie der Michel. Jetzt ist er eine Bauruine und soll mit viel weniger Geschossen eventuell ein Naturkundemuseum werden. Mal sehen, was daraus wird. Vielleicht kommt auch noch Plan C.
So sind die Pläne des Menschen. Du kannst dich nicht auf sie verlassen. Die Bibel sagt hart, aber wahr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt. Aber, mein Freund, auf Gottes Ratschluss kannst du dich verlassen.
Jesaja: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun. Und wenn es Gott gefallen hat, dich von Ewigkeit her mit seinem Heil zu beschenken, dann hat er es getan. Dann ist es schon so, als wäre alles vollendet, in Jesu Namen, Halleluja!
Sein Vorsatz kann nicht scheitern. Der Ratschluss des Herrn, Psalm 33,11, bleibt ewig bestehen. Und Jesaja 14: Das, was der Herr der Heerscharen beschlossen hat, wer will es vereiteln? Seine Hand ist ausgestreckt, wer kann sie abwenden?
- Mose: Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereuen würde. Was er gesagt hat, sollte er es nicht tun? Was er geredet hat, sollte er es nicht ausführen? Ja, das tut er.
Darum sagt Hebräer 10: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken, denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.
Halleluja, das ist Gottes ewiger Vorsatz. Das Heil seiner Kinder. Wir haben im Pfingstjubel ein Lied, das wir gern gesungen haben:
Gottes Verheißungen bleiben, sie wanken ewig nicht. Blutend hat Jesus besiegelt, was er im Wort verspricht. Himmel und Erd mag brennen, Hügel und Berg verschwinden, doch wer da glaubt, wird finden: Gottes Wort bleibt stets wahr.
Schlussfolgerung: Sicherheit in Christus
Wisse also: Gott steht auf deiner Seite. Er hat dich ausersehen, er hat dich vorherbestimmt, er hat dich berufen, er hat dich gerechtfertigt, er hat dich verherrlicht. Das volle Paket des Heils, Halleluja, ist dir gegeben von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Was sollen wir dazu sagen? Ist Gott für dich, wer kann gegen dich sein? Du bist gerettet, du bleibst gerettet und wirst immer gerettet sein, in Jesu Namen. Halleluja, Amen. Jawohl, Halleluja.
Ja, wer vermag gegen dich zu sein? Niemand, weder Teufel noch Dämon, weder böse Menschen noch dein eigenes sündhaftes Fleisch. Gottes Zusage ist stärker als alles.
Paulus kommt hier in einen mächtigen Lobpreis. Christian, ich greife schon mal vor und erwähne nur die nächste Predigt: Da geht es ja dann immer weiter. Es ist wirklich ein Christenkind, ist es so richtig zu sagen, ein Christenkind, ein Höhepunkt. So steigert es sich immer weiter, immer weiter, die Herrlichkeit göttlicher Wahrheit.
Was sollen wir dazu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?
Und dann in den Schlussversen: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn. Römer 8,38-39.
Vergiss es auch in der dunkelsten Stunde nicht: Ist Gott für uns, wer mag gegen uns sein?
Seid gesegnet, ihr lieben Täuflinge. Habt ihr auch gut zugehört? Habt ihr zugehört? Dann könnt ihr mit einer solchen Freude und einer solchen Gewissheit und einem solchen Glück ins Taufbecken, ins Wasser hineinsteigen, zu wissen: Mein Gott ist für mich, und da ist niemand, der gegen mich ist. Mein Heil und meine Rettung ist eine freie Gabe Gottes mit allem Drum und Dran, und alles, was dazugehört, habe ich von ihm empfangen.
Halleluja, jetzt bin ich richtig drin, ihr Lieben, voll Freude. Was sollen wir dazu sagen, was sollen wir dazu sagen? Wir dürfen in Gewissheit, in Sicherheit leben, unter dem Schutz der göttlichen Erlösung, unter dem Schutz seines herrlichen Vorsatzes, den er beschlossen hat von Ewigkeit her.
Halleluja, Amen, betend stehen wir auf.
Gebet und Bitte um wirksame Berufung
Herr Jesus, was ist das für eine Freude! So danke ich dir für all die Menschen, denen du schon das Heil geoffenbart hast und die in der Freude der Erlösung leben und stehen dürfen. Ich danke dir auch dafür, dass sie darin eine große Festigkeit in ihrem Leben haben.
Und heute versicherst du ihnen, dass du durch deinen Ratschluss, den du von Ewigkeit her über sie gefasst hast, auf ihrer Seite bist und immer auf ihrer Seite bleiben wirst.
Und bitte, Herr, offenbare es heute auch noch anderen Menschen, die dieses Heil noch nicht erkannt haben. Bitte, so wie du es mit Lydia gemacht hast, mit Zachäus gemacht hast, mit Saulus gemacht hast, schenke ihnen eine wirksame Berufung.
In Jesu Namen, Amen!