Einleitung: Die Sorge um Gott im Zeitalter der Naturwissenschaften
Wenn du dir bei zunehmenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen Sorgen machst, dass für Gott nichts mehr übrig bleibt, dann solltest du dir zunächst einmal überlegen, welches Gottesbild du eigentlich hast.
Ich habe die große und begründete Befürchtung, dass wir in unserer Gesellschaft manchmal eine Art christlichen Etikettenschwindel betreiben. Es gibt immer wieder Hasskommentare, und gelegentlich werden christliche Werte gesellschaftlich so gehievt, dass sie zu einer Art Pseudogötzen unserer Zeit werden.
Ich denke, das gehört nicht so und das ist auch nicht der Zweck. Um die Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.
Wie ist das eigentlich? Sind Naturwissenschaften und biblisches Christentum unüberbrückbare Gegensätze? Ist es vielleicht sogar so, dass die Naturwissenschaften immer mächtiger, immer erkenntnisreicher und immer größer werden, während biblische Christen sich wie ein Hund mit eingezogenem Schwanz einfach nur in ihre Ecke zurückziehen müssen?
Historische Perspektive auf Naturwissenschaft und Glaube
Es gibt einen berühmten Spruch von dem Denker Rudolf Bultmann. Er hat nämlich damals, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, sinngemäß Folgendes gesagt: Du kannst heutzutage nicht elektrisches Licht benutzen, einen Rasierapparat verwenden, ein Radio hören oder moderne Medizin in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Wunder und die Geisterwelt der Bibel glauben. Das gehe nicht.
Diese Aussage fiel im Rahmen seines Entmythologisierungsprogramms. Später bereute er, dass er das gesagt hatte, und ich denke auch, dass es nicht gut war. Denn damit hat er sehr viel Schaden angerichtet.
Was bei vielen Leuten ankam, war leider die Botschaft: Wenn du in der heutigen Zeit Christ sein willst, musst du viele Dinge aus der Bibel herausnehmen. Du musst anfangen, Teile der Bibel zu streichen, sie zu kürzen oder zu zensieren. Das Christentum soll Schritt für Schritt verkürzt werden, bis man irgendwann bei einer Art „Christentum Bibel 2.0“ ankommt. Von einer „Bibeleid“ hat Bultmann zwar nicht gesprochen, aber das ist die logische Konsequenz aus seiner Aussage.
Ich habe lange darüber nachgedacht und glaube, dass diese Sichtweise auf zwei großen Missverständnissen beruht. Diese möchte ich einmal aufklären.
Zum einen beruht das Missverständnis auf einer falschen Vorstellung davon, was wir unter Naturwissenschaften verstehen oder umgangssprachlich meinen. Zum anderen basiert es auf einem kolossalen Missverständnis dessen, was wir eigentlich unter Gott verstehen.
Ganz am Ende des Videos werde ich einige richtig spannende naturwissenschaftliche Fakten zeigen, die du in deiner Bibel finden kannst.
Die Grenzen der Naturwissenschaften als Erkenntnisquelle
Also, Punkt eins: Die Sache mit den Naturwissenschaften. Übrigens, ich mache das jetzt alles freestyle, ohne Notizen oder sonst irgendwas, weil es spät in der Nacht ist und meine Brille noch beim Optiker ist. Ich muss das jetzt sozusagen alles versuchen, hier aus dem Stehgreif zu erklären.
Das Problem bei den Naturwissenschaften ist, dass viele Leute ganz häufig denken, Naturwissenschaften seien die höchste Erkenntnis. Sie meinen, es gäbe keine höhere Erkenntnis als die Dinge, die wir auf naturwissenschaftlichem Weg erkannt haben. Und dass diese Erkenntnisse sehr wichtig sind, steht außer Frage. Sie sind fundamental für die Art und Weise, wie die Menschheit im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert vorangekommen ist. Da bin ich voll dabei.
Die Frage ist aber: Haben naturwissenschaftliche Fakten wirklich diesen immens hohen, fast schon abgöttischen Status, den wir ihnen manchmal zuschreiben sollten? Ich denke nicht. Denn wenn Leute sagen, Naturwissenschaften seien die höchste Form von Einsicht, die es gibt, darüber lässt sich durchaus diskutieren.
Zum Beispiel könnte ein Jurist, der sich mit Rechtsphilosophie, Gerechtigkeit und Rechtsprechung auseinandersetzt, das ganz anders sehen. Er könnte sagen: „Moment mal, ich denke, für unser menschliches Zusammenleben, für die Zivilisation an sich, für die Menschheit sind juristische Erkenntnisse wirklich, wirklich wichtig, vielleicht sogar das Wichtigste, was es gibt.“ Ein fairer Punkt.
Eine Psychologin könnte wiederum sagen: „Moment mal, ich denke, dass soziale Erkenntnisse – also wie der Mensch funktioniert, wie der Mensch denkt und fühlt – das das Wichtigste sind.“ Auch das ist ein fairer Punkt.
Wiederum könnte ein Literaturwissenschaftler kommen und sagen: „Moment mal, ich denke, dass die Artefakte, die wir zurücklassen, die gedanklichen Konzepte, die wir haben, und dass das Analysieren von Texten, das Untersuchen von Schriften, eigentlich das Wichtigste ist, was man machen kann.“ Auch da ist etwas dran.
Das heißt: Einfach nur zu sagen, die Naturwissenschaften seien die höchste Form des Wissens, die es gibt, das würde ich mir erst einmal erklären lassen. Klar, ein Naturwissenschaftler könnte das so sehen, das ist logisch und nachvollziehbar.
Das heißt aber nicht, dass es nicht auch andere Dinge gibt, die mindestens gleichberechtigt danebenstehen dürfen – andere Formen von Erkenntnis, die durch Naturwissenschaften gar nicht erfasst werden können.
Die Unzulänglichkeit naturwissenschaftlicher Methoden für alle Lebensbereiche
Da sind wir schon beim zweiten Punkt des Missverständnisses. Ganz häufig denken Menschen, dass die Naturwissenschaften alles beschreiben können, was irgendwie relevant ist. Aber ist das wirklich so? Kann man wirklich alles, was wichtig ist, mit Naturwissenschaften erklären?
Versuchen Sie es doch mal: Versuchen Sie, Leid naturwissenschaftlich zu erklären, Rache, Menschenrechte, Mut, Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit. Das wird schwierig. Auf naturwissenschaftlichem Wege funktioniert das nicht. Trotzdem sind diese Dinge überaus relevant – aus meiner Sicht sogar wichtiger als viele naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Das führt oft zu interessanten Diskussionen.
Aber zurück zum Thema: Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, naturwissenschaftliche Fakten seien nicht alles. Das geht so nicht. Naturwissenschaften sind eine Methode, mit der wir versuchen, einen Teil der Realität zu beschreiben. Und das ist sehr wichtig und völlig in Ordnung. Mehr aber auch nicht. Es ist eine Methode, keine Ersatzreligion.
Denn ganz häufig nehmen wir naturwissenschaftliche Fakten und ordnen ihnen alles andere unter. Wir sagen: „Was die Naturwissenschaftler noch nicht herausgefunden haben, werden sie eines Tages herausfinden.“ Übrigens wird das nicht passieren. Damit verleihen wir den Naturwissenschaften einen pseudo-religiösen Status.
Das ist problematisch, weil wir dann in die Falle des blinden Glaubens tappen. Und das ist das dritte und letzte Problem, das ich sehe, wenn es darum geht, wie wir oft mit Naturwissenschaften umgehen. Wir geben den Naturwissenschaften eine Vorentscheidung und sagen, sie seien das Wichtigste.
Die Vorentscheidung des Glaubens an Naturwissenschaften
Ich gebe dir ein ganz einfaches Beispiel aus meinem Buch, das ich vor kurzem geschrieben habe: "Kein Gott ist auch keine Lösung". Darin erzähle ich von einem Gespräch mit jemandem, der sagt: "Ja, ich glaube nur an Dinge, die sich naturwissenschaftlich beweisen lassen. Ich glaube nur an Dinge, die sich messen und wiegen lassen. Ich halte mich nur an das, was man messen und wiegen kann."
Daraufhin habe ich ihn zurückgefragt: "Na gut, diese Grundhaltung, die du hast, diese Grundhaltung, an der du festhältst – dass du nur an Dinge glaubst, die man messen und wiegen kann – kannst du diese Grundhaltung selbst messen und wiegen?" Er schaute mich mit großen Augen an und sagte: "Nee, darüber habe ich noch nie nachgedacht."
Das heißt: Du kannst die Aussage "Ich halte mich nur an Dinge, die sich messen und wiegen lassen" selbst nicht messen und wiegen. Das bedeutet also, wenn jemand sagt: "Ich halte mich nur an Naturwissenschaften", dann kann er diese Grundhaltung selbst nicht naturwissenschaftlich beweisen.
Wenn jemand sagt: "Ich glaube nur an Dinge, die sich naturwissenschaftlich nachweisen lassen", dann lässt sich der Glaube daran selbst nicht naturwissenschaftlich nachweisen. Das geht nicht.
Beim Editieren dieses Videos ist mir aufgefallen, dass das ungefähr so ist, als wenn Leute die Bibel lesen und behaupten, alles, was sie in der Bibel lesen, sei irgendwie übertragen gemeint. Es gibt Leute, die das behaupten, aber das ist nichts, was man aus dem Lesen der Bibel selbst herausziehen kann. Das ist eine Vorentscheidung, die Menschen treffen, bevor sie die Bibel überhaupt aufschlagen und versuchen zu verstehen, was darin steht.
So ungefähr ist das miteinander vergleichbar. Das wollte ich noch hinzufügen. Das ist eine weltanschauliche Vorentscheidung.
Wenn du weltanschaulich entscheidest, du hältst dich nur an Dinge, die sich naturwissenschaftlich demonstrieren lassen, dann kannst du im nächsten Schritt die Dinge nehmen, die sich naturwissenschaftlich erfassen lassen, und damit weiterarbeiten. Das kannst du machen.
Aber die Grundentscheidung, die vorherkommt, kannst du nicht messen, nicht wiegen und nicht beweisen. Das wurde nicht herausgefunden, nicht erforscht – das wurde einfach entschieden.
Und das ist das Problem. Man nennt das manchmal auch Scientismus, wenn Naturwissenschaften in einen pseudoreligiösen Status erhoben werden. Das ist gefährlich, weil Naturwissenschaften dafür nicht da sind.
Naturwissenschaften sind eine Methode, eine berechtigte Methode, einen Teil der Realität zu beschreiben. Punkt. Das war’s. Mehr nicht.
Ich denke, es wäre gut und gesund für unsere Gesellschaft, wenn wir die Naturwissenschaften Schritt für Schritt von diesem Thron herunterholen, auf den wir sie im Zuge der Moderne, in den letzten etwa 150 Jahren, gesellschaftlich manchmal gehoben haben – als eine Art Pseudogötzen unserer Zeit.
Ich denke, da gehören sie nicht hin, und dafür sind sie auch nicht da. Das ist Problem Nummer eins.
Missverständnisse über Gott und das Gottesbild
Das zweite große Problem ist, dass dieser vermeintliche Kampf zwischen Naturwissenschaften und Gott häufig falsch verstanden wird. Aus meiner Sicht wird dabei nicht richtig erfasst, was Gott eigentlich meint – zumindest in der Bibel.
Man kann ja den Begriff „Gott“ verwenden und sich darunter ganz unterschiedliche Dinge vorstellen. Dadurch entstehen Probleme mit dem zweiten biblischen Gebot, dem zweiten der Zehn Gebote. Dieses Gebot sagt, dass man sich unter Gott möglichst nichts vorstellen soll. Dennoch nimmt man diesen Begriff und verbindet ihn mit allem Möglichen.
Ich habe es ja auf diesem Kanal, hier auf diesem Account, schon mehrfach gesagt: Ich habe die große und begründete Befürchtung, dass wir in unserer Gesellschaft eine Art böses Wort – jetzt gibt es wieder Hasskommentare – eine Art christlichen Etikettenschwindel betreiben. Das heißt, wir nehmen ganz häufig das Etikett „Gott“ und kleben ihm Dinge drauf, die die Bibel gar nicht als Gott bezeichnet.
Stattdessen handelt es sich um andere Dinge, philosophische Konzepte oder Vorstellungen, bei denen die Bibel vielleicht Ähnlichkeiten sieht, die aber nicht der biblisch-christliche Gott sind. Das macht die Sache schwierig.
Beispiel aus einer anderen Kultur: Wissenschaft und Glaube an Thor und Odin
Ich gebe dir mal ein Beispiel. Ich nehme bewusst ein nicht-christliches Beispiel aus einer anderen Kultur und Zeit, nämlich aus dem Skandinavien des frühen Mittelalters. Ein ganz einfaches Beispiel.
Stell dir vor, du und ich wären Anhänger von Thor und Odin. Zu dieser Zeit gab es noch keine Missionare bei uns. Nun stellen wir uns vor, die Wissenschaftler in unserem Dorf beschäftigen sich intensiv mit der Frage: Wie wachsen Haare? Das ist sehr wichtig, solange man noch Haare hat.
Eines Tages würden sie herausfinden, wie Haare wachsen. Dann stürmen sie das Dorf und die Versammlung und verkünden: „Wir haben es jetzt herausgefunden.“ Wir würden vielleicht denken: „Hm, so wachsen also Haare.“
Aber stell dir vor, der gleiche Wissenschaftler käme dann und sagt: „Deswegen dürft und müsst ihr jetzt nicht mehr an Thor und Odin glauben.“ Da würden wir als Anhänger der Asatro-Religion sagen: „Hä, warum denn? Was hat das Anhängen an Thor und Odin damit zu tun, dass wir verstehen, wie Haare wachsen?“ Das ist überhaupt nicht logisch. Diese beiden Dinge stehen in keinem Zusammenhang.
Genauso ist es mit dem biblisch-christlichen Gott. Die Bibel versteht Gott nicht als ein Etikett, das man auf alles klebt, was man nicht sofort versteht. Das ist ein Problem, weil ich den Eindruck habe, dass in unserer Gesellschaft in den letzten etwa 240 Jahren ein abstraktes philosophisches Prinzip entstanden ist – beeinflusst von Kant und anderen –, das man „Gott“ nennt.
Man sagt dann: „Das ist das, was wir Gott nennen, und alles, was wir nicht verstehen, besonders in den Naturwissenschaften, legen wir erst einmal auf den ‚Gott-Tisch‘.“ Und das ist schwierig, denn jedes Mal, wenn die Naturwissenschaften etwas Neues herausfinden, muss man nach diesem Gottesbild wieder ein Stück von diesem Tisch weghauen.
Das ist so, als ob man sagt: „Wir haben eine Gottecke im Zimmer, und da stellen wir alles rein, was wir nicht verstehen.“ Jedes Mal, wenn wir etwas verstehen, nehmen wir es heraus und malen weiter in die Ecke oder auf den Fußboden. Irgendwann ist der Fußboden so vollgemalt, dass theoretisch die Naturwissenschaften alles erklären könnten – und Gott wäre dann gar nicht mehr da.
Die biblische Sicht auf Gott und Naturwissenschaften
Naturwissenschaften können, da bin ich mir sicher, niemals alles erklären – schon gar nicht alles, was relevant ist. Daher sollte man ruhig tief durchatmen.
Zum anderen ist der biblisch-christliche Gott nicht so dargestellt, wie es manchmal verstanden wird. Wenn wir neue Wege entdecken, um die Welt und die Wirklichkeit naturwissenschaftlich zu beschreiben, stellt das für Anhänger des biblischen Christentums kein Problem dar. Im Gegenteil: Man kann sogar gut argumentieren, dass gerade wegen der biblisch-christlichen Weltsicht – also dem Glauben an einen intelligenten Schöpfer, der sich etwas dabei gedacht hat und dass das Universum bestimmten Regeln folgt – das Universum real ist.
Nur durch diese Grundlage, die mentalitätsgeschichtlich gelegt wurde, ist es überhaupt möglich, solche Dinge zu erforschen. Ohne diese Basis gäbe es die Wissenschaft vielleicht gar nicht, und es ist fraglich, ob wir heute da wären, wo wir jetzt sind. Ich denke nicht.
Für die Anhänger des biblischen Christentums war das, ebenso wie für die ersten christlichen Naturwissenschaftler, überhaupt kein Problem. Dass Menschen herausgefunden haben, wie Teile der Wirklichkeit funktionieren, hat ihren Glauben eher gestärkt.
Wenn man die Texte der ersten Naturwissenschaftler liest, sieht man, dass sie darin eine Bestätigung ihres Glaubens sahen. Sie sagten: „Das bestätigt umso mehr, dass ein intelligenter Schöpfer dahintersteht, der sich etwas dabei gedacht hat.“ Diese Erkenntnisse haben sie in ihrem Glauben bestärkt, nicht davon abgebracht.
Selbstreflexion zum eigenen Gottesbild
Was heißt das für dich?
Na ja, wenn du dir bei zunehmenden naturwissenschaftlichen Einsichten Sorgen machst, dass für Gott nichts mehr übrig bleibt, dann würde ich an deiner Stelle mal ganz selbstkritisch und konstruktiv in den Spiegel schauen. Überlege dir, was du eigentlich für ein Gottesbild hast.
Hast du ein philosophisch-abstraktes, allgemeines, gesamtgesellschaftliches oder sogar ein Stammtisch-Gottesbild – ein böses Wort? Oder folgst du dem biblisch-christlichen Gott? Denn das ist lange nicht dasselbe.
Um zu lernen, wie du solche Denkfallen Schritt für Schritt überwinden kannst und um den biblisch-christlichen Gott in der Bibel wirklich besser kennenzulernen, ist es wichtig zu verstehen, warum er manchmal anders dargestellt wird, als unsere Gesellschaft es sich vorstellt.
Außerdem erfährst du, wie du gut ins Gespräch kommen kannst – mit Nichtchristen, Atheisten, Suchenden, Skeptikern oder Zweiflern.
Wenn du möchtest, kannst du gern mein neues Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ hier herunterladen – über den Link in der Videobeschreibung. Wenn du es heute machst, bekommst du gleich dazu fünf Gesprächstipps für deine Gespräche mit Nichtchristen. So kannst du in den häufigsten Fällen besser umgehen.
Naturwissenschaftliche Fakten in der Bibel: Ein überraschender Einblick
Und jetzt kommen wir zum letzten Teil des Videos, in dem ich dir etwas total Abgefahrenes zeigen möchte. Am Anfang wollte ich es nicht machen, weil es Teil des Inhalts des Buches ist. Aber ich mache es jetzt trotzdem, weil es einfach so unglaublich cool ist.
Viele Leute wissen nämlich gar nicht, was tatsächlich alles in der Bibel geschrieben steht. Sie wissen nicht, wie viele Dutzende und Aberdutzende naturwissenschaftliche Fakten sich in der Bibel finden.
Das bedeutet: Wenn Leute sagen, dass die Naturwissenschaften schon alles erklärt haben und für Gott nichts mehr übrig bleibt, dann ist das eine Vorstellung vom sogenannten God of the Gaps, also einem Lückengott. Das heißt, dass das Gottesbild immer weiter schrumpfen und kleiner werden soll, je mehr man naturwissenschaftlich herausfindet. Das Gottesbild würde sich also ständig verändern.
Was könnte man tun, um dem logisch entgegenzuwirken? Man könnte nachweisen, dass das Gottesbild der Bibel eigentlich ein ganz anderes ist und nicht im Widerspruch zur Naturwissenschaft steht. Das Gottesbild der Bibel ändert sich nicht ständig mit neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist auch anders als das, was die Menschen damals gedacht und geglaubt haben.
Man könnte zeigen, dass die Bibel Tausende von Jahren dem Stand der damaligen Wissenschaften voraus war. In der Bibel gibt es nämlich lauter Dutzende und Aberdutzende naturwissenschaftliche Fakten, die erst Tausende Jahre später bestätigt wurden.
Und dazu möchte ich dir jetzt ein paar Beispiele geben.
Beispiele biblischer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse
In der Bibel finden sich zahlreiche Aussagen, die zur damaligen Zeit naturwissenschaftlich völlig unbekannt waren. Diese Erkenntnisse konnten erst Hunderte oder Tausende Jahre später entdeckt und bestätigt werden. Damals gab es keinerlei Möglichkeit, diese Fakten zu ermitteln, herauszufinden oder überhaupt niederzuschreiben.
Zudem glaubten die Menschen zur Zeit der Entstehung der biblischen Texte an völlig andere Dinge. Die damaligen mythologischen Vorstellungen waren oft grundverschieden von dem, was in der Bibel steht. Das wirft die Frage auf: Wenn die Menschen damals diese Fakten nicht entdecken konnten und zudem andere Vorstellungen hatten, wie sind diese Erkenntnisse dann in die Bibel gelangt?
Es gibt viele solcher Beispiele. Um einige zu nennen, greife ich auf das Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ zurück.
Damals glaubten viele Menschen, dass nur das männliche Sperma eine Keimzelle sei und nur dieses neues Leben hervorbringen könne. Die Entdeckung der weiblichen Eizelle hat dieses Weltbild komplett verändert. Man erkannte, dass Frauen ebenfalls einen wichtigen Anteil an der Reproduktion haben und nicht nur „wandelnde Brutkästen“ sind. Ein Schock!
Die Bibel berichtet jedoch von Anfang an davon, dass es sowohl männliche als auch weibliche Keimzellen gibt. Das ist verdächtig.
Zur damaligen Zeit glaubten viele Menschen, dass Luft nicht existiere oder, falls doch, dass Luft kein Gewicht habe. Die Bibel spricht jedoch eindeutig davon, dass Luft ein Gewicht besitzt und sogar gewogen werden kann. Woher wussten sie das?
Viele Menschen gingen damals davon aus, dass geologische Formationen wie Gebirge schon immer existierten und Teil der Grundstruktur des Kosmos seien. Die Bibel hingegen erzählt, dass es Berge nicht immer gab. Viele der heutigen Gebirgsketten waren einst unter dem Meeresboden und sind erst nach und nach emporgehoben worden. Woher kam dieses Wissen? Damals gab es keine Erkenntnisse über Plattentektonik oder ähnliche geologische Prozesse.
Zur damaligen Zeit nahm man allgemein an, dass der Meeresboden völlig flach sei, wie ein Sandstrand oder ein Becken. Es gab kaum Möglichkeiten, das genauer zu erforschen. Die Bibel erwähnt jedoch unterirdische Strömungen und Schluchten in der Tiefsee – Phänomene, die erst vor etwa 150 Jahren wissenschaftlich nachgewiesen wurden.
Im Alten Orient herrschte die Vorstellung, die Erde habe in verschiedenen Formen immer existiert und werde immer existieren. Die Bibel sagt jedoch sehr deutlich, dass die Erde einst nicht bestand, sondern von Gott geschaffen wurde. Außerdem wird sie irgendwann aufhören zu existieren. Die Erde ist also ein vorübergehendes Gebilde mit einer begrenzten Lebensdauer.
Früher dachten Menschen, Licht sei statisch. Es gibt Licht, wenn man es einschaltet oder ein Feuer anzündet, und das war’s. Die Bibel beschreibt jedoch, dass Licht eine Geschwindigkeit besitzt und sich bewegt. Dieses Thema wurde erst im 20. Jahrhundert mit Einstein und anderen Forschern wirklich verstanden.
Eines der faszinierendsten naturwissenschaftlichen Fakten in der Bibel betrifft die Form der Erde. Damals hielt man die Erde meist für eine Scheibe, die von Göttern getragen oder auf dem Rücken großer mythologischer Tiere ruhte. Die Bibel hingegen beschreibt die Erde als Ellipsoid, das frei im Weltall schwebt, sich um die eigene Achse dreht, von der Sonne angestrahlt wird und auf dem unterschiedliche Zeitzonen existieren.
Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass in der Bibel mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Fazit: Umgang mit Naturwissenschaften und Glauben
All das, um zu sagen: Diese Unterschiede zwischen Naturwissenschaften und Christentum beruhen meiner Meinung nach häufig auf Missverständnissen. Manchmal sind sie vielleicht auch ein bisschen herbeigeschworen oder konstruiert, um den Leuten eine Kontroverse zu bieten, die eigentlich gar nicht sein müsste.
Sind dir diese biblischen Fakten bis jetzt bekannt gewesen? Denkst du, dass Naturwissenschaften etwas sind, vor dem wir Angst haben sollten? Oder glaubst du, dass wir uns – wie es im Christentum manchmal üblich war – einfach einmauern sollten? Uns in Klöstern oder Kirchen abschotten und uns von der restlichen Welt völlig abkapseln, damit uns keine Erkenntnisse von außen erschüttern können, die unseren zarten Glauben ins Wanken bringen könnten?
So sehe ich das jedenfalls nicht.
Denk gern an das neue Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ und nimm es dir kostenlos über den Link in der Videobeschreibung mit. Dort bekommst du außerdem fünf Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen.

