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Die Bibel und das Jenseits

25.03.2000
Der Himmel ist offen – aber nur durch das Opfer von Jesus. Wer Gott begegnen will, braucht mehr als gute Absichten: Die Frage ist, wohin du nach dem Tod wirklich gehst.

Einführung und erste Orientierung

Heute Nachmittag heißt das Thema: „Die Bibel und das Jenseits“. Wir wollen anhand der Bibel sehen, was die Bibel ganz Konkretes darüber zu sagen hat, über die himmlische Herrlichkeit einerseits. Andererseits wollen wir auch den Ausdrücken wie Hades, Scheol, Hölle, Tartarus, Abgrund, Paradies, drittem Himmel, dem Vaterhaus, dem himmlischen Jerusalem usw. nachgehen.
Frage: Haben alle das Skript bekommen? Nein, das ist wichtig, man muss das haben.
Unter dem ersten Punkt wollen wir uns heute Nachmittag mit den drei Himmeln beschäftigen. Die Bibel unterscheidet mehr als einen Himmel. Wir finden die Atmosphäre, den Lufthimmel, in 1. Mose 1,6-8 beim zweiten Schöpfungstag: „Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, und sie scheide die Wasser von den Wassern. Und Gott machte die Ausdehnung und schied die Wasser, welche unterhalb der Ausdehnung sind, von den Wassern, die oberhalb der Ausdehnung sind. Und es war also. Und Gott nannte die Ausdehnung Himmel. Und es war Abend, und es war Morgen: zweiter Tag.“
Hier wird die Ausdehnung Himmel genannt. In der Fußnote zu diesem ersten Punkt unten habe ich erklärt, man sollte das hebräische Wort „Rakija“ unbedingt mit Ausdehnung übersetzen, auf keinen Fall mit Feste oder Wölbung. Rakija geht nämlich zurück auf ein Verb, das heißt „Rakka“, blatten, breit schlagen, dünn schlagen. Von daher bedeutet „Rakija“ etwas, das sehr dünn und weit ausgebreitet ist. Es enthält aber in der Wortwurzel nichts Metallisches oder Gewölbtes. Der Grundgedanke ist einfach: dünn und weit ausgedehnt. Und das ist eine schöne Bezeichnung für die Atmosphäre, die eben hauchdünn ist, aber weit, weit ausgedehnt.
Hier beim zweiten Schöpfungstag musste die Atmosphäre gewissermaßen der Trennungsbereich sein zwischen dem Wasser unten auf der Erde und einer Wasserdunsthülle damals, die als Strahlenschutz und Treibhauseffekt vor der Sintflut eine Funktion hatte. Die ist aber in der Sintflut dann abgeregnet, und darum existiert sie heute nicht mehr, also diese Wasserdunsthülle. Die ist weg. Aber es geht uns jetzt einfach um den Ausdruck der Ausdehnung als Lufthimmel. Das, was wir als blauen Himmel sehen, das ist die Atmosphäre.
Die Bibel unterscheidet weiter den Kosmos, das Weltall. In 1. Mose 1,1 finden wir nämlich schon: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“ Das ist nun nicht die Atmosphäre, sondern das ist das Weltall, der Kosmos.
Wenn wir 1. Könige 8 aufschlagen, dann lernen wir, diese beiden Himmel noch einmal zu unterscheiden. Bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem sagte Salomo, das kann ja nicht sein, dass Gott in diesem kleinen Raum des Allerheiligsten wohnen sollte, in wörtlichem Sinn, dass Gott da eingegrenzt wäre. Und Salomo sagt in 1. Könige 8,27: „Aber sollte Gott wirklich auf der Erde wohnen? Siehe, die Himmel und der Himmel der Himmel können dich nicht fassen; wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!“
Der Ausdruck „die Himmel und der Himmel der Himmel“ bezeichnet die Atmosphäre und dann den Kosmos, der die Atmosphäre in sich beinhaltet und selber so unvergleichlich viel größer ist. Das heißt: Im ganzen Weltall kann Gott nicht gefasst werden. Er ist allgegenwärtig. In Jerusalem hat er sich auf ganz besondere Weise offenbart, das heißt, er wohnte an einem Ort. Aber Gott kann nicht auf diesen Ort eingegrenzt werden. Das ganze Weltall, der Himmel und der Himmel der Himmel können ihn nicht fassen.
Und wenn man diese Unterscheidung einmal hat von zwei Himmeln, ist man weniger überrascht, wenn es dann im Neuen Testament plötzlich um einen dritten Himmel geht. Paulus schreibt in 2. Korinther 12,2: „Ich kenne einen Menschen in Christo vor 14 Jahren, ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es; einen Menschen, der entrückt wurde bis in den dritten Himmel. Und ich kenne einen solchen Menschen, ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, welche der Mensch nicht sagen kann oder sagen darf. Über einen solchen werde ich mich rühmen, über mich selbst aber werde ich mich nicht rühmen, es sei denn meiner Schwachheiten.“
Paulus spricht also hier von einer Entrückung in den dritten Himmel. Das ist also ein Bereich, der nicht übereinstimmt mit dem bekannten Weltall, weder mit dem Lufthimmel noch mit dem Universum.
Gagarin, damals einer der ersten russischen Kosmonauten, hat doch da, als er 59 war, ich mag mich nicht mehr erinnern, ich war gerade ein Jahr alt, gesagt, er hätte Gott nicht gesehen, er sei doch ins Weltall geflogen und hätte Gott nicht gesehen, um den sowjetischen Atheismus zu stützen. Das war wirklich Torheit, Dummheit. Denn er ist ein bisschen über den Lufthimmel hinausgekommen, über den ersten, und hat so den Bereich des zweiten Himmels in seinem Anfangsstadium, im Anfangsbereich, besucht. Das hat ja nichts zu tun mit dem dritten Himmel.
Und dann kommt noch dazu: Ein Evangelist hat das einmal sehr hart ausgedrückt. Es heißt doch in der Bergpredigt: „Glückselig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Und mit einem solchen schmutzigen roten Herzen kann man Gott nicht schauen.
Ja, also das zu den drei Himmeln.

Sprachliche Klärungen und der Weg zum Paradies

Jetzt eine sprachliche Bemerkung: Für Himmel steht im Alten Testament immer das hebräische Wort Shamayim. Dieses Wort kommt nur in der Mehrzahl vor; es gibt es nicht in der Einzahl. Auch dann, wenn nur ein Himmel gemeint ist, benutzt man immer Shamayim.
Das ist der Grund, warum gewisse Übersetzungen „die Himmel“ haben: „Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Andere haben „den Himmel“. Beide sind richtig.
Das Gleiche gilt zum Beispiel auch für das Wort „Mayim“. Das heißt „Wasser“. Hebräisch ist es ein Mehrzahlwort, das nicht in der Einzahl vorkommt. „Mayim“ heißt also Wasser. Das ist der Grund, warum die einen Übersetzungen „die Wasser über den Wassern“ haben und andere „über dem Wasser“. Es ist ein Mehrzahlwort, das gar nicht in der Einzahl gebraucht wird.
Im griechischen Neuen Testament kommt Himmel in der Einzahl vor, Uranos, und in der Mehrzahl, Uranoi. Und hier eine Regel: Eine Regel kann bekanntlich auch Ausnahmen haben. Die Einzahl bezeichnet eher das Sichtbare, also einen sichtbaren Himmel, während die Mehrzahl eher für den himmlischen Wohnort Gottes verwendet wird.
Im Englischen haben wir doch zwei Wörter für Himmel: Sky und Heaven. Also Gagarin ist ein bisschen über den Sky hinausgekommen, über den Lufthimmel. Aber Heaven bezeichnet dann eher den Wohnort Gottes, den dritten Himmel. So kann man das im Englischen sehr schön unterscheiden; das haben wir auf Deutsch nicht. Und wie gesagt, im Neuen Testament wird das mit der Einzahl beziehungsweise mit der Mehrzahl so unterschieden, als Regel.
Jetzt haben wir bereits die Brücke zum nächsten Thema, zweitens das Paradies, und zwar aus dem Grund, weil in dieser dritten-Himmel-Stelle, 2. Korinther 12, dort wurde doch das Ganze zweimal von Paulus erzählt. Und beim ersten Mal sagt er: „in den dritten Himmel entrückt“, und nachher sagt er: „ins Paradies entrückt“. Das macht uns also klar, dass der Begriff Paradies, der dreimal im Neuen Testament vorkommt, Lukas 23,43, 2. Korinther 12,4 und Offenbarung 2,7, etwas zu tun hat mit dem dritten Himmel.
Die Septuaginta-Übersetzung, das ist die älteste griechische Bibel, drittes Jahrhundert vor Christus, hat den hebräischen Text aus 1. Mose 2,8 so übersetzt: „Und der Herr Gott pflanzte ein Paradies, Paradeisos, in Eden gegen Osten und setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.“ Hier wurde das hebräische Wort Gan, Garten, also ein Garten in Eden, übersetzt mit „ein Paradies in Eden“.
Also im Alten Testament, in der griechischen Übersetzung, kommt das Wort Paradies bereits vor für den Garten Eden. Und jetzt wissen wir auch, woher es kommt, dass wir über das Paradies sprechen, wenn man von dem Garten, wo Adam und Eva war, spricht. Das kommt von der Septuaginta her. Im Alten Testament steht dort nicht Paradies. Aber die Übersetzung ist gut, denn das griechische Wort Paradeisos kommt vom Persischen her.
Im Altpersischen gibt es das Wort Peiri da Eza, das bezeichnet ein umzäuntes Gebiet. Auch ein hebräisches Wort hat man vom Persischen her übernommen als Fremdwort: hebräisch Pardes, umzäunter Garten, Park, Forst. Ich habe hier alle drei Stellen angegeben, wo das vorkommt: im Hohenlied, Prediger und im Buch Nehemia.
Also wir sehen einen Zusammenhang zwischen dem Garten Eden und dem dritten Himmel. Der Zusammenhang wird uns aber noch deutlicher werden im Weiteren.

Das Paradies als Ort der Erlösten

Jetzt gehen wir zunächst einfach mal zur ersten Stelle über das Paradies im Neuen Testament: Lukas 23,43. Ich lese schon Vers 42. Dort hat der mitgekreuzigte Verbrecher, der sich bekehrt hat, gesagt: Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reiche kommst!
Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Übrigens, das ist so gewaltig: Der Mitgekreuzigte glaubte also offensichtlich, dass der Gekreuzigte in der Mitte einmal als König in seinem Reich erscheinen wird. Er ist jetzt da am Kreuz und wusste: Der wird wiederkommen. Und er sagt: Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reich, wörtlich sogar Königreich, kommst.
Man muss sich mal vorstellen, was er für einen Gesinnungswandel durchgemacht hat. Und plötzlich, nachdem er vorher gelästert hatte, nach Matthäus, sieht er den Messias, der wiederkommen wird. Und der Herr sagt ihm nicht: Ja, ich will dann an dich denken, wenn ich im Königreich komme, in der Zukunft. Sondern er sagt ihm: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Nicht im Reich des Messias hier auf Erden, sondern im Paradies.
Und er sagte: Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reich kommst, also dann einmal in der Zukunft. Und der Herr sagt: Nein, nicht in der Zukunft, heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und er sagt einfach: Gedenke meiner, dass der Herr sich seiner erinnert und ihm wohltut. Aber der Herr sagt doch viel mehr: Heute wirst du mit mir, in Gemeinschaft mit mir, im Paradies sein.
Es sind also drei Punkte: Der Ort soll ein anderer sein, nicht im Reich, sondern im Paradies; nicht dann mal in der Zukunft, sondern heute; und nicht nur einfach seiner gedenken, sondern in Gemeinschaft mit ihm dort.
Er durfte am gleichen Tag wie der Herr Jesus nach dem Tod ins himmlische Paradies eingehen, weil er sich noch bekehrt hatte. Das Paradies wurde im Judentum unter den Rabbinern der Schoß Abrahams genannt, und diesen Ausdruck finden wir in der Geschichte in Lukas 16. Ausgerechnet im gleichen Evangelium, wo über das Paradies gesprochen wird, wird auch über den Schoß Abrahams gesprochen.
Es ist eine Geschichte, nicht ein Gleichnis, wie oft gesagt wird. Unten in der Fußnote habe ich eine Begründung, warum es kein Gleichnis ist. Erstens: Der Text dort in Lukas 16 spricht nicht von einem Gleichnis. Oft wird in den Evangelien ausdrücklich über Gleichnisse gesprochen. Dann weiß man: Jetzt kommt ein Gleichnis. Also haben wir hier schon mal objektiv gesagt keinen Hinweis im Text, dass es ein Gleichnis sein soll.
Weiter: In Gleichnissen im Neuen Testament kommen nie Eigennamen vor, und hier finden wir den Namen Lazarus, Abraham und Mose. Lukas 16,20.29. Auch werden in Gleichnissen nie historisch bekannte Personen erwähnt. Gut, Lazarus kennen wir nicht mehr. Aber Leute, die in der Geschichte ganz bekannt waren, werden hier erwähnt, wie Abraham, Mose und die Propheten. Lukas 16,29. Das kommt nie vor in Gleichnissen.
Also, wir haben hier überhaupt nicht davon auszugehen, dass es sich um ein Gleichnis handelt, sondern um eine Geschichte.

Der Blick in den Hades und die Trennung der Bereiche

Ich lese 16,19: Es war aber ein gewisser reicher Mann und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. Es war aber ein gewisser Armer mit Namen Lazarus, der an dessen Tor lag, voller Geschwüre, und er begehrte, sich von den Brosamen zu sättigen, die von dem Tisch des Reichen fielen. Aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.
Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln getragen wurde in den Schoss Abrahams. Da haben wir den rabbinischen Ausdruck für das Paradies. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und in dem Hades – wichtiger Ausdruck, darauf kommen wir zurück – schlug er seine Augen auf, als er in Qualen war, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoss.
Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Kind, gedenke, dass du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleicherweise das Böse. Jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. Und zu diesem allem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.
Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, damit er ihnen ernstlich Zeugnis gebe, auf dass sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, lass sie die hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.
Hier wird also wirklich der Vorhang zum Jenseits geöffnet, nicht in einem Gleichnis, sondern in einer wirklich stattgefundenen Geschichte. Dass wir hier den Ausdruck „Schoss Abrahams“ als Bezeichnung für das Paradies herausnehmen, ist deutlich. Paulus verwendet noch einen weiteren Ausdruck und nennt in Philipper 1,23 diesen Ort schlicht „bei Christus“, das heißt „bei dem Messias“. Philipper 1,23: Ich werde aber von beidem bedrängt, indem ich Lust habe, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser; das Bleiben aber im Fleisch ist nötiger um euretwillen.
„Bei dem Messias sein“ – heute wirst du mit mir im Paradies sein, nicht wahr? Von daher leitet sich auch dieser Ausdruck her. Man kann den Ausdruck hier also ableiten: bei Christus, wieder ein Ausdruck für das Paradies. Es ist weit besser, also herrlicher, als hier auf Erden zu sein. Aber Paulus sagt: Ich muss hier sein, ich habe eine Aufgabe. Darum sagt er, es ist nötig, dass ich jetzt noch da bleibe, obwohl ich Freude habe, Lust habe, abzuscheiden und bei Christus zu sein.
Aus dem, was wir bisher gefunden haben, schließen wir: Das Paradies, der Schoss Abrahams, bei Christus – das ist der Ort der Abgeschiedenen, der Verstorbenen.

Johannes in der himmlischen Tempelwelt

Jetzt gehen wir und bekommen dadurch eine Brücke zu Offenbarung 6,9. Dabei müssen wir wissen, dass Johannes in Kapitel 4,1 in den Himmel entrückt wurde und von dort aus alles beschreibt, was er im Himmel gesehen hat. Ich lese jetzt also zuerst 4,1:
Nach diesem sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel. Und die erste Stimme, die ich gehört hatte, wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf, und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
Und weiter beschreibt dann Johannes, was er sah:
Alsbald war ich im Geist, und siehe, ein Thron stand im Himmel. Und auf dem Thron saß einer, und so weiter.
Ich lese jetzt Kapitel 6, Vers 9:
Und als das Lamm Gottes im Himmel das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, o Herrscher, der du heilig und wahrhaftig bist, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? Und es wurde ihnen, einem jeden, ein weißes Gewand gegeben. Und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet sein würden, die ebenso wie sie getötet würden.
Also, wir nehmen einfach wahr: Was sieht Johannes hier im Himmel? Einen Altar. Und am Fuß des Altars sieht er die Seelen derer, die ermordet worden waren als Zeugen. Das ist offensichtlich der Brandopferaltar im Himmel. Nicht wahr, beim Brandopferaltar in Jerusalem, vor dem Tempelhaus, da goss man jeweils das Blut der geschlachteten Tiere an den Fuß des Altars. Und hier wird nicht von Blut gesprochen, sondern hier wird gesagt, Johannes sah unter dem Altar, also ganz unten am Altar, die Seelen derer, welche hier geschlachtet worden waren.
Nun ist es interessant, dass das Blut der Opfertiere in 3. Mose 17 erklärt wird. Die Seele, oder man kann auch übersetzen: das Leben, ist im Blut. Ja, so ist der Zusammenhang zwischen dem Blut und den Seelen hier. Johannes sieht also die Seelen unten am Altar, da, wo man in Jerusalem am entsprechenden Ort jeweils das Blut hingegossen hatte.
Aber stellen wir weiter fest: Diese Seelen im Himmel, die können sprechen. Die können Gott im Gebet ansprechen. Hier rufen sie um Rache. Und dann wird ihnen ein Priestergewand gegeben. Wir sind, es ist eine Tempelsituation: Altar, die Seelen und jetzt die Priestergewänder. Einem jeden wurde ein weißes Gewand gegeben, und es heißt, ihr müsst noch warten, es braucht noch einige Zeit, und es werden noch andere hierherkommen, nachdem sie getötet sein werden.

Die Offenbarung als Himmels- und Tempelbuch

Jetzt können wir den Schluss ziehen: Aha, also das, was wir hier sehen, mit dem Altar vor dem himmlischen Tempel, da sind wir wo? Im Paradies. Das ist der Schoß Abrahams, das ist bei Christus.
Und noch etwas: Jetzt wird klar, dass alles, was hier beschrieben wird, ab Kapitel 4, Vers 1, was Johannes im Himmel sieht, damit zusammenhängt. Er sieht nämlich noch anderes. Ich habe das hier alles aufgeführt.
Was er in Offenbarung 4 bis 6 sieht: Er sieht Gott auf seinem Thron, Offenbarung 4,2. Das ist die himmlische Bundeslade mit den Cherubim-Engeln darüber. Die Bundeslade im Tempel auf Erden war ja jeweils der Thron Gottes, das war der Thron Gottes. Und jetzt sehen wir einen originalen Thron im Himmel. Das ist die himmlische Bundeslade, die Johannes sieht.
Übrigens spricht er in 11,19 ausdrücklich von diesem Thron als Bundeslade. Ich lese vor: Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen. Die Bundeslade im Himmel und der Tempel Gottes im Himmel.
Nun, wir wissen ja: In 2. Mose 25 und folgende, wo Mose die Stiftshütte gezeigt bekommen hatte, die er machen sollte, da wurde ihm der originale Tempel im Himmel gezeigt. Und es wurde ihm gesagt: Mache alles ganz genau nach der Vorlage, die dir auf dem Berg gezeigt worden war. Also Mose hatte damals schon einen Blick in den Himmel und sah den originalen Tempel, den er in der Stiftshütte kopieren sollte.
1600 Jahre später wird Johannes in den Himmel entrückt, und er sieht wieder den originalen Tempel. Darum sieht er den Thron Gottes, die Bundeslade, aber noch mehr.
In 4,4 sieht er die 24 Ältesten mit weißen Priestengewändern. Johannes hat sofort verstanden, was das ist. Die 24 Ältesten in Jerusalem im Tempel, das waren die Häupter der vierundzwanzig Priesterklassen. Das waren die Ältesten, und jeder Priesterklasse gab es einen Ältesten. Er sieht also eine Priesterschaft versammelt im Himmel.
Dann sieht er den siebenarmigen Leuchter im Himmel, Offenbarung 4,5, sieben Feuerfackeln. Dann sieht er das Waschbecken, 4,6. Er sieht die vier Cherubim-Engel um den Thron her, 4,6-8. Er sieht ein Buch mit sieben Siegeln in der Hand Gottes, 5,1. Dann sieht er das Lamm Gottes wie geschlachtet, 5,6. Das ist der Herr Jesus Christus.
Weiter sieht er eine unzählbare Schar von Engeln, 5,11. Und jetzt kommen wir zu unserer verlesenen Stelle: Dann sieht er den Brandopferaltar, 6,9. Später, in Kapitel 8, Vers 3, sieht er den goldenen Räucheraltar. 11,19 habe ich schon erwähnt. Überhaupt sieht er den Tempel Gottes im Himmel, die Bundeslade. Und später, in Kapitel 15, Vers 2, sieht er Menschen, die im Himmel das Lied Moses und das Lied des Lammes singen. Das ist eine Sabbatfeier im Himmel.
Könnt ihr das schnell aufschlagen? Also man staunt: Die Offenbarung ist ein Himmelsbuch, das im Detail beschreibt, wie das himmlische Heiligtum aussieht und was da geschieht.

Weitere Bilder aus dem Himmel und die offene Tür

15,2 Und ich sah ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt.
In 1. Könige 7,23 wird das große Waschbecken vor dem salomonischen Tempel „das Meer“ genannt. Es war aus Kupfer, aus blankem Kupfer. Das Himmlische ist jedoch so vollkommen spiegelnd, dass es beschrieben wird als „wie ein gläsernes Meer“: so blank, als wäre es aus Glas, ein gläsernes Meer mit Feuer gemischt.
Und die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens stehen an dem gläsernen Meer. Sie hatten Harfen Gottes, und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes, und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger; gerecht und wahrhaftig deine Wege, o König der Nationen! Wer sollte dich nicht fürchten, Herr, und deinen Namen verherrlichen? Denn du allein bist heilig. Denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden.
Johannes hat sofort realisiert, was das ist. Das hat er von Jerusalem her gekannt. Die Harfensänger, die levitischen Harfensänger, haben nämlich unter anderem im Priestervorhof beim Altar gesungen, während des Opfers, gerade vor dem Waschbecken. Und jetzt heißt es hier, sie singen das Lied Moses und das Lied des Lammes. Das hat Johannes sofort verstanden. Zu seiner Zeit, als der Tempel noch stand, hat man immer am Sabbat aus 5. Mose 32 gesungen, dieses wunderbare Lied von Mose, wo auch der Vers vorkommt: Der Fels, vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er. Das ist das Lied Moses. Das hat man beim Morgenbrandopfer gesungen, am Sabbat.
Und dann das Lied des Lammes, das ist 2. Mose 15, das Lied, das man nach dem Passa, nach dem Durchzug durchs Rote Meer, gesungen hat. Das kam beim Abendbrandopfer, das ab drei Uhr geopfert wurde. Neun Uhr Morgenbrandopfer, drei Uhr Abendbrandopfer. Also wusste er sofort: Das ist Sabbat.
Aber das hat man ja im Alten Testament nicht, diese Einrichtung. Das kam erst im späteren Judentum auf, diese Sitte. Und wir kennen sie aus dem Talmud. Das heißt, ohne den Talmud wüssten wir nicht, dass es da um Sabbat geht, um eine Sabbatfeier.
Und Johannes sieht diese Menschen, die so viel durchgemacht haben an Versuchung, und sie sind treu geblieben. Jetzt sind sie im Himmel, und was tun sie? Sie sind in die Sabbatruhe Gottes eingegangen. Jetzt haben sie keine Versuchung mehr, keinen Druck, jetzt sind sie in der Ruhe Gottes. Und so heißt es in Hebräer 4, dass für das Volk Gottes noch eine Sabbatruhe bevorsteht. Das ist die Sabbatruhe, die Johannes hier sieht: Menschen, die durch schrecklichste Versuchungen hindurchgegangen sind, eingegangen in die Ruhe, und sie können Gott preisen.
Also nicht eingegangen in die Passivität, nein, sondern sie sind da, mit Harfen versehen, und loben Gott für seine Treue und seine gerechten Wege, ohne ihm irgendwie Vorwürfe zu machen: Warum hast du uns durch so schlimme Wege gehen lassen? Nein, sie singen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger; gerecht und wahrhaftig deine Wege. Nichts von Bitterkeit. Das ist eindrücklich.
Und weiter, was sieht Johannes? Er sieht dann in 15,8 die Schechina, die originale Schechina, die Wolkenfeuersäule im Himmel. Dann sieht er die Hochzeit des Lammes, die Ehefrau und die Geladenen, Kapitel 19, Verse 6-9. Also stellt sich heraus: Die Offenbarung ist ein richtiges Tempel-Himmelsbuch.
Und noch etwas: Wir haben 4,1 gelesen. Johannes sah in der Vision eine Tür im Himmel, die war offen. Das heißt nicht, dass sie geöffnet wurde, 4,1, sondern sie war offen. Und dann hörte er die Stimme: „Komm hier herauf“, und da wird er in den Himmel entrückt.
Ich bin mal durchgegangen durch die Bibel: Wo überall wird der Himmel geöffnet? Man findet im Alten und im Neuen Testament eine ganze Reihe von Stellen, wo Menschen erleben, dass plötzlich der Himmel geöffnet wird, zum Beispiel in Hesekiel 1. Plötzlich wurden diesem frustrierten Propheten in der Verbannung die Himmel geöffnet. Aber in allen Stellen vor der Kreuzigung heißt es: der Himmel wurde geöffnet. Und in allen Stellen, die nach der Kreuzigung vorkommen, heißt es immer: der Himmel war offen, wurde geöffnet.
Darum haben wir mit Berechtigung am Anfang das Lied gesungen: Der Himmel steht offen. Weißt du warum? Weil Jesus gekämpft und geblutet darum. Also der Himmel, der dritte Himmel, steht eigentlich offen für die ganze Welt. Als Einladung: Ihr könnt hierher kommen, aber nur aufgrund des Opfers von Golgatha. Einen anderen Grund gibt es nicht.
Und da kommt noch etwas dazu. Johannes geht ja dann in den Himmel hinauf, und dann sieht er im Himmel, ich habe das bereits erwähnt, Kapitel 5, Vers 6, das Lamm Gottes wie geschlachtet. Was hat er gesehen? Ein Lamm mit der Schächtungswunde. Der Herr Jesus als Mensch im Himmel hat heute noch die Wunden von der Kreuzigung in Händen und Füßen und auch an der Seite. Nach der Auferstehung hat man ihn daran erkennen können. Und wenn er einmal zurückkommen wird fürs jüdische Volk, heißt es in Sacharja 12,10: Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben. Und dann in Kapitel 13,7: Und wenn jemand zu ihm spricht: Was sind das für Wunden in deinen Händen?, dann wird er sagen: Das sind die Wunden, die mir geschlagen worden sind, im Hause derer, die mich lieben.
Also der Erlöser ist im Himmel, wie geschlachtet, aber er lebt. Johannes kannte das. Immer wenn man damals in Jerusalem im Tempel das Brandopfer geschlachtet hat um neun Uhr morgens, dann hat man die Tempeltüren außen geöffnet für das Volk, damit sie hinaufströmen konnten. Also die geöffneten Tore und das geschlachtete Lamm, das gehört zusammen. Und darum sieht er den Himmel offen. Aha, das Opfer ist, die Schächtung ist durchgeführt worden.
Also wir sehen, wie viele Dinge aus dem Himmel bereits im Tempel zur Zeit der Evangelien praktiziert worden sind, gewissermaßen als Vorgeschmack. Und das führt uns zum nächsten Punkt auf dem Blatt. Der Tempel im Himmel wird vom Herrn Jesus „das Haus meines Vaters“ genannt, nämlich in Johannes 14,2. Und jetzt ist es wichtig zu sehen: Die gleiche Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem hat er verwendet in Johannes 2,16. Er hat den Tempel gereinigt von den Verkäufern, und er hat gesagt: Johannes 2,16 „Nehmt dies weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus!“
Und dieser Ausdruck kommt nur noch einmal vor in der Bibel, das Haus meines Vaters, und zwar in Johannes 14,2. Ich lese: Am Vorabend vor der Kreuzigung gesprochen: „In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben. Denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf dass, wo ich bin, auch ihr seid.“
Im Haus des Vaters viele Wohnungen. Nun, die Jünger kannten das. Im Tempel gab es in unmittelbarer Nähe zum Allerheiligsten ein spezielles Gebäude, wo die Priester wohnten, wenn sie Dienst hatten. Also der Herr Jesus spricht hier über den himmlischen Tempel und die himmlischen Wohnungen der Priester. Er will dorthin gehen, diese Stätte bereiten, und dann kommt er zurück zur Entrückung, um all die Gläubigen dorthin zu nehmen.
Die Jünger kannten das alles vom Tempel in Jerusalem, und für sie war das so vertraut. Das war für sie ein Vorgeschmack von dem Schönsten, das noch kommt. Und in der Offenbarung ist das uns also so im Detail breit ausgeführt. Wir finden also viel mehr über das Jenseits in der Bibel, als man so gemeinhin annimmt.
Jetzt kommen wir wieder auf die Erde und machen Pause.
Wir sind vor der Pause gekommen bis zum Haus des Vaters und haben also gesehen, dass wir das sehr gut platzieren können innerhalb dieses himmlischen Tempels. Und wir dürfen ja nicht vergessen: Die Erlösten, die durch Christus Erlösten, sind ja Könige und Priester. Offenbarung 1,5 sagt Johannes als Gruß den Gemeinden: „Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern, seinem Gott und Vater, ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
Die Erlösten sind Priester und Könige. Das erklärt übrigens gerade auch die 24 Ältesten im Himmel. Die haben weiße Gewänder und goldene Kronen. Und es sind heute die Priesterklassen, sie vertreten in dem alle Erlösten im Himmel, die Priester und Könige sind. Und so sieht also Johannes gewissermaßen die Entrückten bereits im Himmel, dargestellt, symbolisiert durch die 24 Ältesten.
Da sind wir im Paradies, und da haben wir auch die Märtyrer aus der Drangsalzeit. Das sind Gläubige, die nicht zur Gemeinde gehören, sondern bereits zum Zeitalter nach der Entrückung. Darum fordern sie Gericht und Rache. Das ist eine andere Sprache, aber die sind auch da im Himmel.
Und das führt uns nun zum nächsten Punkt, zum Thema das himmlische Jerusalem, der himmlische Berg Zion, das himmlische Vaterland.

Das himmlische Jerusalem und die himmlische Heimat

Wir haben also gesehen: Offenbarung 11,19. Es gibt einen Tempel im Himmel. Nun spricht Galater 4,26 über das Jerusalem droben, welches unsere Mutter ist. Hebräer 11,10 heißt es von Abraham: Denn er erwartete die Stadt, welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. In Vers 16 heißt es von den Patriarchen: Jetzt aber trachten sie nach einem besseren Vaterland, das ist dem himmlischen. Darum schämt sich Gott nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
Und den Erlösten des Neuen Testaments wird gesagt: Hebräer 12,22. Ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Myriaden von Engeln.
Jetzt sehen wir: Die Bibel spricht nicht nur über einen Tempel im Himmel, sondern auch über eine Stadt im Himmel, das himmlische Jerusalem, und noch mehr über ein himmlisches Vaterland. Es gibt ein himmlisches Vaterland, und in diesem himmlischen Vaterland gibt es eine Stadt, das himmlische Jerusalem. Und dann gibt es den Tempel, den wir in der Offenbarung ganz besonders im Detail beschrieben gefunden haben. Und es gibt einen Berg Zion, ja, das ist der Tempelberg, einen himmlischen Berg Zion.
Und jetzt wird uns deutlich: Der Tempel in Jerusalem war einfach ein Abbild von dieser himmlischen Realität, wie auch schon die Stiftshütte früher. Und das Paradies in Eden war schon damals gewissermaßen ein Abbild von dem himmlischen Paradies.
Jetzt wird einem vielleicht auch deutlicher: Im Paradies, in 1. Mose 2, da gibt es ja auch eine Quelle, und die wird dann zu Flüssen. Und es gibt da viele Bäume. Wenn man die Beschreibung des Salomon-Tempels anschaut, da gibt es viele Palmen, die im Heiligtum an den Wänden eingezeichnet waren. Sieht man die Parallele zwischen Garten Eden und dem Heiligtum? Und von dem Hesekiel-Tempel heißt es ja in der Zukunft, Hesekiel 47, dass aus dem Tempel eine Quelle entspringen wird, die dann zu Flüssen wird.
Jetzt merken wir, wie viel stärker der Garten Eden einen Zusammenhang hat mit dem himmlischen Paradies. Und noch etwas: In Eden finden wir auch die Cherubim, die den Weg zum Baum des Lebens versperrt haben. Und das finden wir im Tempel immer wieder: die Cherubim über der Bundeslade und die Cherubim am Scheidevorhang, die früher den Zugang zu Gott versperrt hatten.
Aber mit dem Tod Christi ist der Scheidevorhang geöffnet, zerrissen, so dass der Zugang ans Herz des Vaters möglich ist. Also wir sehen, dass die Welt, die Erde, wie Gott alles erschaffen hat, viel mehr Himmlisches enthält, als wir vielleicht gedacht haben. Schon von Anfang an war das ein Bild des Himmlischen.
Jetzt etwas ganz Kompliziertes, und wenn man das nicht versteht, ist es auch nicht so schlimm. In Offenbarung 21 wird doch über das neue Jerusalem gesprochen, nicht über das himmlische Jerusalem. Das neue Jerusalem wird es genannt. Und wenn man Vers 9 liest, dann merkt man, das ist ja eine symbolische Beschreibung der Gemeinde Gottes. Es wird Johannes gesagt: Schau, ich will dir die Frau des Lammes, das Weib des Lammes, zeigen. Das ist die Bezeichnung für die Gemeinde, die Brautgemeinde. Und dann sieht er das neue Jerusalem. Das ist eine symbolische Beschreibung der Gemeinde, die die Frau des Lammes ist.
Aber diese Stadt, diese symbolische Stadt, wird sehr konkret beschrieben. Zum Beispiel auch was die Dimensionen anbetrifft: Sie wird beschrieben als ein Würfel mit den Seitenlängen zweitausendeinhundertsechzig Kilometer. Wenn man die Stadien umrechnet, gibt es eine würfelförmige Stadt von 2160 Kilometern auf 2160 Kilometern auf 2160 Kilometern, damit man sich etwas vorstellen kann. Das kann man so ungefähr in die USA einplatzieren. Aber dann kommt noch die Höhe dazu.
Nun, wir können folgenden Schluss ziehen: Das himmlische Jerusalem als wirkliche Stadt im Himmel ist ja bereits ein Symbol von der Gemeinde. Und wenn die Gemeinde so beschrieben wird mit diesen Maßen, ist das wohl daher, dass das die Maße sind, die wirklichen Maße des himmlischen Jerusalems. Und jetzt kann man sich auch mal ausrechnen, wie viele Leute man da unterbringt. Es hat genügend Platz, es hat genügend Platz. Das können alle kommen. Man kann ja mal ausrechnen, wie viele Menschen es wohl gegeben hat in der ganzen Menschheitsgeschichte. Ja, das ist also kein Platzproblem.
Der Himmel steht offen, wirklich für jeden, der kommen will. Er muss einfach brutal ehrlich brechen mit dem alten Leben, seine Schuld bekennen und das Opfer des Herrn Jesus für sich in Anspruch nehmen. Und dann gilt: Der Himmel steht offen. Herz, weißt du warum? Weil Jesus gelitten, gekämpft und darum gerungen hat.

Das dritte Paradies und der Baum des Lebens

Jetzt kommen wir zur dritten Stelle über das Paradies. Die haben wir schon gelesen: 2. Korinther 12,4. Paulus war zu Lebzeiten ins Paradies entrückt worden und hörte Worte, die der Mensch nicht sagen kann. Das zeigt uns also etwas von dem Geheimnisvollen, was noch auf uns wartet.
 Offenbarung 2,7: Da sagte der Herr Jesus der Gemeinde in Ephesus: Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt. Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher im Paradies Gottes ist. Also, das ist wieder das himmlische Paradies. Und hier wird der Baum des Lebens erwähnt, nun nicht der auf Erden. Das Paradies auf Erden gibt es ja sowieso nicht mehr, muss man nicht mehr suchen, denn durch die Sintflut ist ja alles zerstört und verändert worden. Aber es war bereits ein Vorbild, ein Abbild von einem himmlischen Paradies mit dem Baum des Lebens, der auf Jesus Christus hinweist, der selber das Leben ist. Er wird die Nahrung sein für die Erlösten in alle Ewigkeit.
Jetzt in dem Zusammenhang wird uns vielleicht eine Stelle klar: Hesekiel 28, wo der Fall des Satans beschrieben wird. Es geht dort zunächst um den Fürsten, den König von Tyrus. Aber dann geht der Prophet über den Fürsten von Tyrus hinaus und beschreibt diesen bösen Geist, von dem er getrieben war. Und da heißt es in Hesekiel 28,11: Und das Wort des Herrn geschah zu mir also: Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Ewige: Du warst das Bild der Vollendung, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit. Du warst in Eden, dem Garten Gottes. Allerlei Edelgestein war deine Decke: Sardis, Topas und Diamant, Chrysolith, Onyx und Jaspis, Saphir, Karfunkel und Smaragd und Gold. Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Flöten war bei dir. An dem Tag, da du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet. Du warst ein schirmender, gesalbter Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht. Du warst auf Gottes heiligem Berg, du wandeltest inmitten feuriger Steine. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht an dir gefunden wurde. Durch die Größe deines Handels wurde dein Inneres mit Gewalttat erfüllt, und du sündigtest. Und ich habe dich entweiht, vom Berg Gottes hinweg, und habe dich, du schirmender Cherub, vertilgt aus der Mitte der feurigen Steine.
Es geht hier um Satan oder den Glanzstern, der zum Satan geworden ist. Er wird bezeichnet als ein Cherub. Das sind diese mächtigen, Gottes Thron bewachenden Engel. Die haben wir in Offenbarung 4 auch gefunden, und sie befinden sich immer im Tempel in Verbindung mit dem Allerheiligsten. Und Satan war ursprünglich auf Gottes heiligem Berg, Vers 14, und damit ist jetzt dieses himmlische Zion gemeint. Da war er Tempelwächter. Und weiter wird gesagt: Du warst in Eden, dem Garten Gottes. Sehen wir da, wird wieder der Tempelberg im Himmel, der heilige Berg Gottes, als Eden bezeichnet, als Garten. Und er war sogar ein Musikerengel: Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Flöten war bei dir. Und dann sündigte er und wurde zum Satan.
Ja, ich weiß, völlig und absolut nicht haltbar, weil die Wörter so klar sind. Gerade das Tamburin, das ist das normale Wort für Tamburin. Ich kann nicht nachvollziehen, warum sie die Stelle da entstellt haben. Also, die Alte hat zu Recht Vers 13: Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Flöten oder Pfeifen war bei dir. Zuerst werden die Edelsteine aufgezählt, und dann kommt das. Gut, also Musik ist älter als die Sünde. Das hat schon seine Bedeutung, ja. Aber dann sehen wir auch die vielen Edelsteine, die ja erwähnt werden. In Verbindung mit dem Paradies in 1. Mose 2 wird auch gesagt, von Edelsteinen und von Gold, das dort und dort ist. Also sehen wir, wie da eine ganz starke, deutliche Parallele besteht.
Aber dann ist dieser Engel gefallen, zum Satan geworden. Und Gott hat ein Paradies auf Erden gemacht für den Menschen. Und dann kommt der Gefallene, Satan, kann das nicht ertragen, dass die jetzt dieses Glück haben, von dem er vertrieben worden ist, und brachte das erste Menschenpaar eben zur Rebellion gegen Gott, so dass sie das Paradies auch verloren hatten. Aber für uns Menschen gibt es ein Zurück, im Gegensatz zur Engelwelt. Nach Hebräer 2 ergreift Gott die Engel nicht mehr, die gefallen sind, um sie herauszuführen, zu retten. Aber die Menschen haben die Möglichkeit zurückzukehren. Und darum ist der Weg zurück zu Gott der Weg zurück zum Paradies, aber nicht zum Abbild, sondern zum Original. Also, der Weg zurück ist höher als das, was vorher war.

Scheol und Hades als Ort der Abgeschiedenen

Übrigens wird dadurch auch deutlich, dass das himmlische Original Eden, Garten Gottes und Gottes heiliger Berg genannt wird. Das ist das Paradies.
Ich weiß nicht, wie ihr euch das vorstellt. Darüber spricht man ja normalerweise nicht miteinander. Wie stellt man sich das vor? Ist das Paradies bei euch im Flachland oder ist es auf einem Berg? Schöne Gärten, das ist klar, aber Berg oder Flachland? Was? Flachland, ja. Aber man muss eigentlich eher davon ausgehen, vor allem von Gebirge, denn die Quelle entsprang ja. Daraus wurden vier Flüsse. Da geht es also immer abwärts. Flüsse gehen ja nach unten, nicht nach oben, genauso wie Euphrat und Tigris heute. Sie entspringen im Gebirge und gehen dann in die Tiefebene des Iraks hinab.
Jetzt wird aber auch klar, warum zum Beispiel in den heidnischen Mythologien solche Götterberge oder auch das Paradies vorkommen. Bei vielen Völkern gibt es ja Paradiesgeschichten: Am Anfang war es ein Paradies, es gab den Tod nicht, die Menschen waren glücklich, und dann kam die Sünde. Das findet man bei den verschiedensten Völkern in der ganzen Welt, so wie dann auch nachher die Sintflut. Sogar die Turmbau- und die Sprachenverwirrungserzählung findet man in der ganzen Welt; bei den Völkern kann man sie wiederfinden.
Also jetzt versteht man auch, warum oft das Paradies bei den Völkern als Berg gesehen wird, und auch zum Beispiel der Olymp bei den Griechen, der Götterberg, wo die Glückseligkeit der Götter ist, das ist ein Berg. Das sind alles Erinnerungen an eine Wirklichkeit, die aber verdreht und pervertiert worden ist durch den Götzendienst.
Gut, jetzt kommen wir drittens zum Scheol. Jetzt wollen wir zuerst die Wörter erklären. Das hebräische Wort Scheol, das kleine Strichlein dazwischen zeigt einfach, wie man es aussprechen muss, nicht Scheol, sondern Scheol mit Stimmabsatz, das ist ganz schön ausgesprochen. Das bedeutet im Alten Testament erstens das Grab. Der Scheol ist das Grab, Hesekiel 32,27 als Beispiel. Dort wird sogar von Grab, von Beigaben, die man mitgibt, in den Scheol gesprochen. Das sind die Grabbeigaben, die alte Völker so den Toten mitgegeben haben, um ins Jenseits zu gehen.
Aber zweitens bezeichnet derselbe Ausdruck auch das Totenreich, so in Psalm 16,10. Da heißt es: Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe. Im Scheol, nicht der Körper. Da wird deutlich, dass Scheol hier eben nicht das Grab ist, sondern das Totenreich. Es ist aber das gleiche Wort, wie gesagt. In Hesekiel 32,27 erkläre ich das als Grab, weil dort Grabbeigaben erwähnt werden. Also immer der Zusammenhang von Stelle zu Stelle ist entscheidend, ob es jetzt das Grab ist oder das Totenreich. Und sicher kann man in manchen Stellen sagen, dass die Bereiche dermaßen gemischt sind, dass gewissermaßen beide Ideen drin sind: einerseits das Grab und das Totenreich.
Das Wort Scheol kann man sehr gut erklären, es heißt nichts anderes als der Fordernde. Es gibt nämlich ein Tätigkeitswort, das heißt schaal. Das bedeutet fragen, verlangen, fordern. Der Scheol, das Totenreich, ist der Fordernde, der nie genug bekommt und so viele wie möglich verschlingen möchte. Das drückt also das Fatale am Sterben aus. Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben. Hebr.
Ich lese jetzt aus Sprüche 30,15-16: Der Blutegel hat zwei Töchter: Gib her, gib her! Also beim nächsten Bibelquiz: Wie heißen die beiden Töchter des Blutegels? Jetzt wissen wir die Antwort.
Und jetzt weiter: Drei sind es, die nicht satt werden, vier, die nicht sagen: genug, der Scheol, der Fordernde. In der hebräischen Sprache hat man sofort die Etymologie drin. Ja, der Scheol, der Fordernde, der wird nicht satt und sagt nie, es ist jetzt genug. Sprüche 30, Entschuldigung, ja, Vers 15 natürlich. Drei sind es, die nicht satt werden, vier, die nicht sagen: genug, der Scheol und der verschlossene Mutterleib, die Erde, welche des Wassers nicht satt wird, und das Feuer, das nie sagt: genug.
Der verschlossene Mutterleib, die unfruchtbare Frau: Da kann es Jahre gehen von Ehe, und das nützt nicht viel Samen, und es kommt kein Kind. Also der verschlossene Mutterleib sagt nie genug. Und die Erde: Sie trinkt Wasser, trinkt Wasser, es regnet und es regnet immer wieder, aber das versickert alles. Und auch das Feuer sagt nie genug; man kann Holz hineintun, es sagt nie: Jetzt habe ich genug. Aber der erste Punkt hier ist der Scheol, das Totenreich, das fordert und verlangt seine Opfer.

Hades, Abgrund und die Frage nach der Höllenfahrt

Die griechische Übersetzung, die Septuaginta, also die Übersetzung aus dem dritten Jahrhundert vor Christus, war die Bibel der ersten Christen, die Bibel der Apostel. Und das Neue Testament übersetzt Scheol durch das griechische Wort Hades. So in Psalm 16,10 und in Apostelgeschichte 2,27. Da wird nämlich im Neuen Testament Psalm 16 zitiert. Ich lese gleich.
Vers 25: Denn David sagt über ihn, den Messias: Ich sah den Herrn alle Zeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht wanke. Darum freut sich mein Herz, und meine Zunge frohlockt; ja, auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen. Denn du wirst meine Seele nicht im Hades zurücklassen, noch zugeben, dass dein Frommer Verwesung sehe.
Im Neuen Testament, im griechischen Text von Psalm 16, heißt es also Hades. Es ist ganz einfach: Das ist die neutestamentliche griechische Entsprechung zu Scheol.
Jetzt will ich erklären, woher das Wort Hades kommt, das Luther mit Hölle übersetzt hat. Das ist also falsch, das muss man vergessen. Das Totenreich, griechisch Hades, kommt von A mit einer Aspiration davor, also H-A. Das ist auf Griechisch Un-, nicht? Anormal heißt nicht normal, atonal heißt nicht tonale Musik. Also A bedeutet Un-, und Des kommt von Ideen, sehen. Und so bedeutet Hades der Unsichtbare. Es ist eben ein jenseitiger Bereich, der unseren Sinnen entzogen ist.
Jetzt haben wir gelesen in Apostelgeschichte 2,27, dass Psalm 16 sich auf Christus bezieht. Petrus erklärt in seiner Pfingstpredigt: Das ist ein messianischer Psalm, und David hat als Prophet von dem Messias, von dem Christus, gesprochen, dass eben seine Seele im Hades nicht zurückgelassen wird.
Ich lese da noch dazu Apostelgeschichte 2,30: Da er, David, nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, von der Frucht seiner Lenden einen auf seinen Thron zu setzen, hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus, des Messias, geredet, dass er nicht im Hades zurückgelassen worden ist, noch sein Fleisch die Verwesung gesehen hat. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind.
Christus im Hades: Wir können etwas damit anfangen, denn der Herr Jesus hat dem Schächer am Kreuz gesagt: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Der Unsichtbare, der Hades, das war im Fall des Herrn Jesus und des Bekehrten das Paradies, dieser unsichtbare Bereich der Abgeschiedenen. Also durchaus positiv: Hades positiv als der Ort der abgeschiedenen Erlösten. Aber wir kommen dann noch auf die negative Bedeutung zu sprechen.
Noch ein Wort: In Römer 10,7 wird gesprochen über das Totenreich, in dem der Ausdruck abyssos verwendet wird, der Abgrund, die Tiefe. Das ist also noch ein anderer Ausdruck, der auch für den Bereich des Todes verwendet werden kann, der Abyssos. Wir werden darauf nachher wieder zurückkommen.
Jetzt gehen wir aber zu einer ganz schwierigen Stelle, die wir klären sollten. Unter den Reformatoren gab es die Lehre der Höllenfahrt Christi. Die gründet sich auf 1. Petrus 3,19. Ich lese aber schon von Vers 18 an, denn es hat ja Christus, der Messias, einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist, in welchem er auch hinging und predigte den Geistern, die im Gefängnis sind, welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noas, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden.
Christus hat gelitten für die Sünden als Stellvertreter. Er ist gestorben, getötet nach dem Fleisch, das heißt: Als Mensch ist er gestorben, nicht als Gott. Als Gott konnte er nicht sterben, darum ist er getötet nach dem Fleische, als Mensch gestorben. Aber er ist lebendig gemacht worden nach dem Geiste, oder auch in der Kraft des Geistes. Der Heilige Geist hat ihn auferweckt.
Jetzt geht der Text weiter: Und in diesem Geist ist er hingegangen und hat den Geistern, die im Gefängnis sind, gepredigt. Ja, jetzt wurde daraus abgeleitet: Aha, Christus ist nach seinem Sterben an den Ort der abgeschiedenen Verlorenen gegangen und hat ihnen gepredigt, damit sie eine neue Chance hätten, nachdem also die Erlösung am Kreuz vollbracht worden ist.
Ja, jetzt ist die Frage: Ist dieses Hingehen im Geist, also im Heiligen Geist, nach dem Tod gewesen oder zu einem anderen Zeitpunkt? Weil der Text hier nur über die Leute zur Zeit von Noah spricht. Er spricht nicht über die Menschheit vor dem Kreuz. Also wird dann plötzlich dieser Text ausgedehnt von allen Seiten: Ja, seht ihr, es gibt eine zweite Chance nach dem Tod. Ja, aber hier wird nur gesprochen über die Menschen zur Zeit von Noah.
Und dann hat es solche gegeben, die sagten: Nein, diese Stelle bezieht sich auf die Menschen, die früher noch nie etwas gehört haben, zur Zeit des Alten Testaments, und die haben jetzt die Botschaft gehört im Hades. Ja, aber hier steht nichts von den Menschen, die noch nie etwas gehört haben. Es steht nur von den Menschen zur Zeit von Noah, und die haben gerade gehört, denn Noah hatte hundertzwanzig Jahre gepredigt. Und ich habe die Stellen hier alle auf dem Blatt.
In 2. Petrus 2,5 wird er genannt, der Prediger der Gerechtigkeit. Gott hat gesagt: Ich will nicht ewig mit den Menschen rechten. 1. Mose 6,3 ist ganz wichtig. 1. Mose 6,3: Und der Herr sprach: Mein Geist, der Heilige Geist, soll nicht ewiglich mit den Menschen rechten, da er ja Fleisch ist; und seine Tage seien hundertundzwanzig Jahre. Also Gott wollte mit den Menschen ernstlich sprechen, durch seinen Heiligen Geist, aber nicht ewig, sondern nur während hundertzwanzig Jahren. Das war die Gnadenfrist bis zur Flut.
Ja, und wer hat diese Predigt ausgeführt? Das war Noah, der Prediger der Gerechtigkeit. Da hatte Gottes Langmut gewartet, sagt Petrus. Ja, und diese Menschen waren, wie der Text sagt, einst ungehorsam. Die hätten sich also damals bekehren können. Und nun ist der Sinn der: Die sind jetzt im Gefängnis. Aber Christus hat ihnen nicht im Gefängnis gepredigt, sondern sein Geist hat durch Noah damals gewirkt.
Ich lese so noch einmal 1. Petrus 3,18: Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleisch, als Mensch, aber lebendig gemacht in der Kraft des Heiligen Geistes. Und in diesem Heiligen Geist ist er hingegangen und hat gepredigt, nämlich diesen Menschen, die jetzt als Geister im Gefängnis sind, welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noas, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, das ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden.
Also, wir müssen den Text nicht so verstehen, dass die eine zweite Chance nach dem Tod bekommen hätten. Es wird ja gerade in der Bibel gesagt, dass der Heilige Geist durch Noah gewirkt hat. Die Menschen haben gehört, sie haben nicht geantwortet, und darum sind diese Geister jetzt im Gefängnis.
Es ist also so, wie wenn ich sagen würde: Ich würde heute Hans das Evangelium weitergeben. Morgen wird Hans verhaftet, er hat einen Drogendelikt, und er kommt in die Kiste. Jetzt kann ich sagen: Ich habe Hans im Gefängnis das Evangelium verkündigt. Aber ich habe das nicht morgen gemacht, sondern heute. Ich habe dem Hans, der im Gefängnis ist, das Evangelium verkündigt, nur noch davor. Und so ist die Stelle zu verstehen: Christus ist in diesem Heiligen Geist hingegangen und hat durch Noah gepredigt, und jetzt sind diese Geister im Gefängnis.
Ja, aber es ist so, dass in der Bibel nicht alles immer so einfach formuliert ist, wie wir es gerne hätten. Und Petrus selber sagt von Paulus, dass viele Dinge in seinen Briefen schwer zu verstehen sind. Ja, man könnte das anders verstehen, das hat man auch tatsächlich anders verstanden. Und das waren nicht komische Leute unter den Reformatoren, eben ein Luther, der das so verstanden hatte.
Ja, du würdest vielleicht sagen: Wieso könnt ihr das jetzt so verstehen? Ja, gut, aber dann müssen wir weiter argumentieren. Von der Bibel her sehen wir nirgends, dass es eine zweite Chance nach dem Tod gibt. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt für die Evangeliumsverkündigung, und darum ist die Frage wichtig. Übrigens hat es in der nachreformatorischen Zeit noch viele Auseinandersetzungen gegeben. Das war ein Knackpunkt in den nachreformatorischen Lehrstreitigkeiten. Das wurde nicht einfach so überall geschluckt, und dann hat man es schließlich zum Teil sehr vage formuliert, um ja nicht zu viel zu sagen.
Aber eben, der Punkt ist der: Wir müssen klar festhalten, es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht. Das ist der Ernst der Entscheidung. Mit dem Tod ist wirklich, wie es heißt im Prediger, da, wo der Baum fällt, da bleibt er liegen. Da ist die Entscheidung für ewig gefallen. Darum ist das nicht so einfach nebensächlich. Darum war es mir wichtig, das so nebenbei noch einzuflechten in unser Thema.
Und eben, dass man auch gut liest: Der Text spricht nicht über die Menschen, die noch nie etwas gehört hätten, sondern ausdrücklich über die ungehorsamen Menschen, die nicht gehorchen wollten.

Der Abgrund, die gebundenen Engel und der Tartarus

Jetzt gehen wir weiter. Wir haben ja Lukas 16 gelesen und gesehen, dass der Ort der gestorbenen Menschen, die verloren gehen, dort auch Hades heißt. In Lukas 16,23 heißt es: „Und im Hades hob er seine Augen auf, als er in Qualen war, und sieht Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.“ Und dieser Ort wird auch in Vers 28 der Ort der Qual genannt. In 1. Petrus 3,19 heißt er das Gefängnis.
Daraus schließen wir: Der Begriff Scheol beziehungsweise Hades bezeichnet ganz allgemein den Ort der Abgeschiedenen, unabhängig davon, ob es sich um das Paradies, den Schoß Abrahams, das Sein bei Christus handelt, oder ob es sich um den Ort der Qual, das Gefängnis, handelt.
Der nächste Punkt: Wir finden so viel Information in diesem Abschnitt aus Lukas 16, wo uns sozusagen der Vorhang zum Jenseits geöffnet wird. Da sehen wir nämlich, dass der Ort der Verlorenen und der Ort der Erlösten durch eine tiefe, unüberbrückbare Kluft getrennt ist. Lukas 16,26: „Und zu all diesem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.“
Das zeigt uns auch wieder das Endgültige nach dem Tod: keine zweite Chance, unüberbrückbar. Das bestätigt also nochmals, was wir gerade besprochen haben in Verbindung mit 1. Petrus 3. Wo der Baum fällt, da bleibt er liegen.
Wir erkennen sogar aus diesem Abschnitt, dass es Sichtkontakt und Kommunikation zwischen den Bereichen gibt. Das ist höchst erstaunlich. Das wird uns hier enthüllt, denn dieser reiche Mann am Ort der Verlorenen spricht mit Vater Abraham. Er nennt ihn deshalb Vater, weil er sein Vorfahr ist. Als Jude ist ihm diese Anrede vertraut. Kommunikation und Sichtkontakt sind möglich. Er sieht auch Lazarus im Schoß Abrahams.
Übrigens: Der Schoß Abrahams hat nichts damit zu tun, dass er jetzt so ein Baby ist, oder? So wie es im Negro Spiritual verstanden wird: Rock my soul in the bosom of Abraham, ja? Das ist das „Wiege meine Seele im Schoß Abrahams“. Ja, das hat nichts damit zu tun, sondern der Schoß Abrahams geht von der Situation des gemeinsamen Essens aus, nicht wahr?
Johannes war doch beim letzten Passahmahl im Schoß Jesu. Die Polster, auf denen man beim Abendessen lag, waren so angelegt, dass der geehrteste Gast mit dem Polster so zu liegen kam, dass er unterhalb des Hausvaters lag. Diesen Platz hatte offensichtlich der Jünger, den Jesus liebte, Johannes. Dadurch konnte er mit dem Kopf an die Brust Jesu auf dem Polster erhöht hinkommen. So hatte er gewissermaßen den Kontakt zum Herzschlag des Erlösers. Und das ist von dieser Situation her gemeint. Das hat also nichts mit dem Mutterschoß für das Kleinkind zu tun, wo man das Baby so trägt, sondern es geht hier um Tischgemeinschaft, um die Übung der Tischgemeinschaft.
Und was auch noch sehr eindrücklich ist: In Lukas 16,25 heißt es: „Kind“, sagt Abraham, weil er der Vorfahr dieses Verlorengegangenen ist, nennt er ihn Kind: „Gedenke, dass du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus gleicherweise das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein.“
Nicht er ist getröstet, er wird hier getröstet. Das ist ein Aspekt des Paradieses: Menschen, die so schweres Leid in ihrem Leben gehabt haben, müssen nach dem Tod noch fertig werden, dort werden sie getröstet, aber wirklich getröstet. Und darum heißt es dann auch später von der neuen Welt in Offenbarung 21, dass es dort keine Träne mehr geben wird, und es wird kein Geschrei mehr geben, kein Schmerz, nichts mehr.
Aber es ist nicht so, dass im Himmel einfach schlagartig alles gut ist, sondern sie werden hier getröstet. Übrigens: Im Himmel kann man weinen. Wir haben ausdrücklich ein Beispiel von einem Menschen, der im Himmel weint, oder? Johannes, Offenbarung 5: Er sieht, dass niemand würdig ist, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. „Da weinte ich sehr“ – der ist im Himmel! Wie kann man im Himmel weinen? Ja, das kann man. Und man kann sogar getröstet werden.
Und wenn wir diese Sicht nicht hätten, dann könnten wir die Frage nach der Gerechtigkeit auf Erden nie beantworten. Wer nicht damit rechnet, dass es eine Gerechtigkeit im Jenseits gibt, wird nie fertig werden mit dem, was in der Judenvernichtung zum Beispiel gemacht worden ist. Das ist unmöglich. Aber es gibt eine Gerechtigkeit, die über den irdischen Horizont hinausgeht. Und darum sagt Abraham: Kind, du hast dein Gutes in deinem Leben gehabt, und jetzt leidest du Qual. Das muss sein, sonst würden wir mit dem Leben eigentlich gar nicht fertig werden.
Die Frage nach der Gerechtigkeit müsste uns wirklich irre machen, und das ist auch geschehen. Darwin schreibt in seiner Autobiographie an einer Stelle: Wenn ich den gestirnten Himmel anschaue, dann kommt es wie eine Macht über mich, dass es doch einen Schöpfer gibt. Und dann, wenn ich an die Ungerechtigkeit in dieser Welt denke, dann geht das wieder weg. Das Problem der ungelösten Gerechtigkeitsfrage hat er so pervertiert, um schließlich den Gedanken des Schöpfers von sich zu weisen.
Aber es ist keine unlösbare Frage, weil Gott uns zeigt: Es gibt eine Gerechtigkeit, die über den Horizont des Grabes hinausgeht.

Die Hölle, Gehenna und das ewige Gericht

Ein weiterer, noch schwierigerer Begriff ist der Abyssus beziehungsweise der Tartarus. Aber vorher nochmals der Hinweis, den ich schon gegeben habe: Die Übersetzung von Scheol und Hades durch Hölle ist falsch. Die Verlorenen warten im Scheol auf das Endgericht in der Hölle. Das werden wir nachher noch sehen. Die Hölle ist noch zukünftig, und heute ist die Hölle leer, absolut leer. Es ist eine Haft vor der Gerichtsverhandlung, darum das Gefängnis, aber im Sinne von einer Haft im Blick auf die endgültige Gerichtsverhandlung, die noch zukünftig ist.
Wir gehen zum Abyssus, Offenbarung 20,1-3, gerade im Kapitel vorher. Wie eben wird die Wiederkunft Christi in Herrlichkeit beschrieben, um sein Reich hier auf Erden aufzurichten. Offenbarung 20,1-3:
Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herniederkommen, der den Schlüssel des Abgrundes, des Abyssos, und eine große Kette in seiner Hand hatte. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und der Satan ist, und erband ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund, Abyssos, und schloss zu und versiegelte über ihm, auf dass er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet wären. Nach diesem muss er eine kleine Zeit gelöst werden.
Hier haben wir diesen eigenartigen Ort, Abyssos genannt, wo der Teufel in der Zukunft, wenn bei der Wiederkunft Christi gebunden, hingetan wird. Damit wird er in Isolationshaft getan, damit er sein Werk auf Erden nicht mehr weiterführen kann, die Völker nicht mehr verführen kann. Er weiß in der Zukunft, wenn die große Drangsal beginnt, dass es jetzt nicht mehr lang geht. Darum heißt es auch in Kapitel 12, dass er sehr wütend ist, weil er weiß, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Das ist 12,12. Er wird gebunden und kann sein zerstörerisches Werk tausend Jahre nicht mehr weiterführen.
Das griechische Wort Abyssos heißt Tiefe, die Tiefe oder der Abgrund oder der bodenlose Abgrund. Die Dämonen, das sind Engel, die mit Satan gefallen sind, fürchten sich vor diesem Augenblick, wo sie nämlich auch eingesperrt werden sollen. Das sehen wir aus Lukas 8, schon wieder Lukas, ja? Lukas 8, da wird beschrieben, wie der Herr Jesus nach Gadara gekommen war, wo dieser Besessene war, von mehreren Tausend Dämonen besessen. Und der Herr Jesus begegnet diesem, und die Dämonen fangen an, mit dem Sohn Gottes zu sprechen. Ich lese Vers 31:
Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund, in den Abyssos, zu fahren.
Entschuldigung, es ist wieder ein Fehler: Lukas 8 ist das. Ich lese schon Vers 27:
Als er aber an das Land ausgestiegen war, kam ihm ein gewisser Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Hause blieb, sondern in den Grabstätten. Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes des Höchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht! Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Denn öfters hatte er ihn ergriffen, und er war gebunden worden, verwahrt mit Ketten und Fußfesseln, und er zerbrach die Bande und wurde von den Dämonen in die Wüsteneien getrieben.
Und dann eben Vers 31: Da bitten die Dämonen, dass sie nicht in den Abgrund hinab müssen. Vers 32: Es war aber daselbst eine Herde vieler Schweine, welche an dem Berg weideten, und sie baten ihn, dass er ihnen erlauben möchte, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen. Die Dämonen aber fuhren von den Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank.
Also diese Dämonen haben gesehen: Da kommt der Messias. Und sie denken: Jetzt geht es uns an den Kragen, weil sie wissen von diesem Ereignis, dass sie einmal gebunden werden, wenn in der messianischen Zeit, wir werden gleich sehen, das kommt aus Jesaja 24. Dort wurde das schon prophezeit, und das wissen diese Dämonen. Aber die wussten offensichtlich nicht, dass sich das auf das zweite Kommen Christi bezieht und nicht auf das erste. Da sehen wir, dass die Dämonen auch gewisse Auslegungsprobleme haben. Ja, das ist sogar sehr interessant. Das zeigt uns, dass die Engelwelt nicht einfach so erhaben ist über all die Fragen, die uns den Kopf zerbrechen manchmal.
 Jesaja 24,21, um 700 vor Christus geschrieben:
Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr heimsuchen die Heerschar der Höhe in der Höhe, das sind die Engel, und die Könige der Erde auf der Erde. Das sind Menschen. Und sie werden in die Grube eingesperrt, wie man Gefangene einsperrt, und in den Kerker eingeschlossen. Und nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden. Und der Mond wird mit Scham bedeckt und die Sonne beschämt werden, denn der Herr der Heerscharen herrscht als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit.
Also, das ist die Zeit, in der der Herr Jesus kommt, als König, um zu herrschen. Und in dieser Zeit wird die Engelwelt, die gefallene, dann in die Grube eingesperrt, und auch die Menschen, die gerichtet werden, werden da eingesperrt, ins Gefängnis. Da haben wir den Ausdruck Kerker, den wir ja schon von 1. Petrus 3 her kennen.
Also diese Engel wussten darum, und jetzt hatten sie Angst: Bist du gekommen, um uns jetzt schon einzusperren? Und als Ausweg, anstatt eben in den Abyssus, in den Abgrund hinabzugehen, bitten sie, dass sie jetzt noch in diese Schweineherde gehen könnten. Und der Herr erlaubt es. Es ist noch nicht der Zeitpunkt für dieses Gericht der Bindung der Dämonen. So werden sie freigelassen.
Jetzt können wir übrigens aus Jesaja 24,21-22 erkennen, dass im Prinzip der Abyssus, wo Satan und die Dämonen gebunden werden, eigentlich der gleiche Ort ist, wo auch die Menschen, die Verlorenen, eingekerkert werden. Denn das wird in Jesaja 24 zusammengenommen: Da kommen die Herrscher aus der Höhe, und die Könige der Erde kommen zusammen in den Kerker. Im Abyssos hat es bereits Engel drin, aber eine ganz bestimmte Gruppe. Das finden wir in Judas 6:
Und Engel, die ihren ersten Zustand nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Ketten unter der Finsternis verwahrt, wie Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die sich gleicherweise wie jene der Hurerei ergaben und anderem Fleisch nachgingen, als ein Beispiel vorliegen, in dem sie des ewigen Feuers Strafe leiden.
In Vers 6 wird gesprochen von Engeln, die ihren ersten Zustand nicht bewahrt haben. Und die sind jetzt mit ewigen Ketten in der Finsternis festgehalten, und sie warten auf das Gericht des großen Tages. Die sind also auch hier in Haft auf das Gericht hin. Das Gericht wird genannt: der große Tag.
Was sind das für Engel? In Vers 7 wird auch gesprochen über die Städte Sodom und Gomorra, und da heißt es, die sich gleicherweise wie jene der Hurerei ergaben. Wer sind denn diese jene? Das weist zurück auf Vers 6, die Engel. Die haben Hurerei begangen. Und zwar ist das so zu sehen, ich komme gerade zum Schluss für die Pause, in Verbindung zu sehen mit 1. Mose 6, wo die Söhne Gottes mit den Töchtern der Menschen eine sexuelle Verbindung eingegangen sind. Aber darüber mehr nach der Pause.
Wir haben uns noch vor der Pause beschäftigt mit dem Abyssos, dem Abgrund, und jetzt kommen wir zu einem noch unbekannteren Ausdruck, nämlich dem Tartarus. Das heißt, zuvor müssen wir das noch fertig machen mit den Engeln, die bereits im Abyssus sind. Also Judas 6 macht deutlich: Diese Engel, die da gebunden sind in der Finsternis, die haben Hurerei begangen, genauso wie die Menschen in Sodom und Gomorra, und zwar wird spezifiziert: Sie sind anderem Fleisch nachgegangen.
Auf Griechisch gibt es zwei Wörter für „anderer“: Allos und Heteros. Allos heißt ein anderer von der gleichen Art, und Heteros ein anderer von verschiedener Art. Hier ist es heteros: Sie sind anderem Fleisch, also Fleisch von anderer Art, nachgegangen. Die Leute von Sodom, das ist eben Sodomie, das ist das Abscheulichste, was es gibt an Perversion. Das ist Beziehung zu Tieren, das bezeichnet man mit dem Ausdruck Sodomie, eben weil das dort in Sodom vorgekommen ist, nicht Homosexualität, wie man sieht aus 1. Mose 19. Und wegen dem kam das Feuer über Sodom und Gomorra.
Jetzt aber: Diese Engel haben wie die Leute von Sodom diese Sünde begangen, anderem Fleisch nachzugehen, und das zeigt wieder, die haben die Schöpfungsordnung durchbrochen, indem Engel mit Menschen eine sexuelle Beziehung eingegangen sind. Das ist genau, was wir finden in 1. Mose 6, dass die Söhne Gottes, ein bekannter Ausdruck für Engel gemäß Hiob 1 und 2, ich lese 1. Mose 6,2:
Da sahen die Söhne Gottes, dass die Töchter der Menschen schön waren, und sie nahmen sich zu Frauen, welche sie irgend erwählten.
Und dann Vers 4:
In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde und auch nachher, jedes Mal, wenn die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und diese ihnen gebaren. Das sind die Helden, welche von Alters her waren, die Männer von Ruhm gewesen sind.
Das hat also zu diesen Bastarden geführt, diesen Riesen. Vor und nach der Sintflut ist das geschehen. Das ist etwas ganz Eigenartiges, aber es wird uns so bezeugt. Und im Judasbrief wird dann ausdrücklich gesagt: Engel, nicht nur einfach Söhne Gottes wie hier. Und das war so schlimm, dass Gott diese Engel schon vor der Zeit eben gebunden hat im Abyssus.
Das führt uns auch noch zu 2. Petrus 2,4:
Denn wenn Gott Engel, welche gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in den tiefsten Abgrund hinabstürzend, Ketten der Finsternis überlieferte, um aufbewahrt zu werden für das Gericht, und die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten erhielt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte.
Sehen wir wieder: Es wird gesprochen von Engeln, die Gott in den Abgrund abgestürzt hat, und dann wird als nächstes Beispiel von der Sintflut gesprochen. Engel, die gesündigt hatten, nicht irgendeine Sünde, sondern es war diese besonders schwere Sünde, wo die Schöpfungsordnung durchbrochen worden ist. Und darum wurden die schon eingesperrt.
Wir haben gesehen, diese Dämonen von Gadara, Lukas 8, die hatten Angst: Jetzt kommen sie auch in den Abyss hinunter. Aber sie wurden noch verschont. Also die anderen waren noch schlimmer in dem, was sie getan haben. Das zeigt uns auch, wie schwerwiegend Gott die Sünde der Perversion einstuft, wo die Schöpfungsordnungen missachtet und zerstört werden.
Und nun hier in 2. Petrus 2,4: Dieser Ausdruck „hinabstürzen“ heißt auf Griechisch tartaro, das griechische Wort für „in den Tartarus hinabwerfen“. Dieser Ausdruck kommt im Neuen Testament nur hier vor. Bei den alten Griechen bezeichnete der Tartarus den Ort der abgeschiedenen Gottlosen. Also bei den heidnischen Griechen war das der übliche Ausdruck der Tartarus, da wo die Gottlosen nach dem Tod sind, im Jenseits.
Also das heißt, der Tartarus und der Abyssus treffen sich wieder. Da werden Engel gebunden, sind Engel gebunden und werden noch Engel gebunden werden. Jetzt haben wir deutlich gemacht aus Jesaja 24, dass eigentlich alles dasselbe ist: Abyssus, Tartarus und auch der Hades, wo die verlorenen Menschen sind. Aber es fällt auf, es ist mir so aufgefallen, dass, obwohl das dasselbe ist, in Verbindung mit Engeln nie vom Scheol oder Hades gesprochen wird, sondern immer nur vom Tartarus und vom Abyssus. In Verbindung mit Menschen wird gesprochen über Scheol, Hades und Abyssus. Was ist wohl der Grund?
Nun, Scheol und Hades stehen ja sehr eng in Verbindung mit den Gedanken des Todes, und Engel können nicht sterben. Engel sterben nicht, nur Menschen können sterben. Und darum wird dieser Ort für die Engel, die ja nicht sterben können, als Abyssus und Tartarus bezeichnet, und für die Menschen, weil sie sterben, wird er Hades und Scheol genannt. Das macht so den Unterschied, obwohl es also identisch ist.

Die Hölle als Gehenna und das endgültige Gericht

Und das führt uns jetzt zum fünften Punkt. Wir kommen gut durch und werden noch Zeit haben für Fragen. Ich denke, das ist schon noch wichtig.
Jetzt zur Hölle. Die Hölle ist die richtige Übersetzung für das griechische Wort Gehenna. Das kommt zwölf Mal im Neuen Testament vor. Ich habe alle Stellen hier aufgeführt: die vielen in Matthäus, dann drei in Markus, eine in Lukas und eine im Jakobusbrief. Nur an diesen Stellen ist es gerechtfertigt, mit Hölle zu übersetzen.
Ich erkläre das Wort Ge-enna. Das ist gar kein griechisches Wort, sondern eigentlich ein hebräischer Ausdruck: Ge-Hinnom. Die Griechen haben das als Ge-enna ausgesprochen, denn im Wortinnern können sie kein H sprechen. Sie können also nicht Gehenna sagen; so haben sie Ge-enna gesagt. Nur am Wortanfang können sie ein H aussprechen.
Das Tal Hinnom ist ein Tal in Jerusalem. Ich habe das heute Morgen erwähnt, oder? Die Silberrollen von Ketef Hinnom wurden dort gefunden. Das Tal Hinnom wird zum Beispiel in 2. Könige 23,10 erwähnt. Das war das Tal direkt ausserhalb der Stadt, zu dem das Taltor hinführte. Dort wurden in der Zeit der Könige Kinderopfer dem Moloch dargebracht.
Josia, der in Juda eine Reformation durchgeführt hat, schaffte dann diesen Kult ab, indem er dieses Tal entweihte. Und zwar ganz einfach: Er machte daraus die Kehrichtverbrennung. Dadurch, dass er den Abfall und allen Dreck im Hinnomtal verbrennen liess, betrachteten diese Götzendiener das als unrein für ihre „reinen“ Kinderopfer. Ja, sie betrachteten das als eine gute Sache. So wie die Abtreibungsbefürworter, die auch denken, sie kämpften für Gerechtigkeit. Das ist genau diese Perversion.
Gut, also Josia hat dieses Tal entweiht, hat dort den Ort der Kehrichtverbrennung eingerichtet, und dadurch brannte im Hinnomtal ausserhalb der Stadt des Friedens, Jerusalem, der Stadt des Friedens, ein ewiges Feuer. So wurde das Tal Hinnom zum Vorgeschmack, zum Hinweis und zum Symbol für die Hölle: das ewige Feuer ausserhalb der Stadt des Friedens, ausserhalb der Gemeinschaft mit Gott. Die himmlische Entsprechung wäre dann das himmlische Jerusalem und der Ort des Feuers, des ewigen Feuers, weg vom Frieden Gottes.
Darum dieses Wort Gehenna im Neuen Testament: Tal Hinnom. Hinnom kann man übersetzen mit Wimmern, wenn man es von der arabischen Wortwurzel Hanna ableitet, die „wimmern“ bedeutet. Das Tal Hinnom ist also das Tal des Wimmerns. Und das passt gut, denn der Herr Jesus bezeichnet ja in Matthäus 13,50 den Ort der Verdammnis als den Ort des Weinens. Da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen, nicht Zähneklappern, wie Luther übersetzt hat. Zähneknirschen ist keine Busse, sondern Verbitterung, indem man sich doch nicht vor Gott beugen will.
Nun, die Hölle wird im Neuen Testament ganz verschieden bezeichnet. Ich habe hier einige Ausdrücke zusammengestellt. In Offenbarung 20,10.14.15 wird vom Feuer- und Schwefelsee gesprochen. In Matthäus 13,42 wird sie der Feuerofen genannt. In Matthäus 8,12 die äussere Finsternis und in Matthäus 25,46 die ewige Pein.
Wenn jemand behauptet, ewig bedeute nicht ewig, dann muss er daran denken, dass in Matthäus 25,46 davon gesprochen wird, dass die einen ins ewige Leben und die anderen in die ewige Pein gehen. Wenn ewige Pein nicht ewig ist, dann ist das ewige Leben auch nicht ewig. Und abgesehen davon: Das Wort Ionios, also „ewig“, kommt siebzigmal im Neuen Testament vor und meint wirklich ewig.
In 2. Korinther 4 am Schluss sagt Paulus: „Wir schauen nicht auf das, was man sieht. Das, was man sieht, das ist zeitlich. Wir schauen auf das, was man nicht sieht; denn das ist ewig“, Ionios. Jetzt haben wir hier den Gegensatz zwischen zeitlich und Ionios. Was ist das? Was bedeutet das Ionios? Das Gegenteil von zeitlich. Was ist das Gegenteil von zeitlich? Eben ewig. So können wir also ganz deutlich aus dem Neuen Testament selbst erkennen, dass eine ewige Pein gemeint ist.
In Markus 9,44 heisst es auch „das unauslöschliche Feuer“. Das zeigt ebenfalls wieder das Ewige. Und in 2. Thessalonicher 1,9 wird es genannt „ewiges Verderben, hinweg vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke“.
Wenn wir das irdische Bild haben, Jerusalem auf seinen Bergen mit dem Tempel, dem Wohnort Gottes, und das Tal Hinnom ausserhalb, da unten in der Tiefe, dann ist dort das ewige Feuer.

Die Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten

Jetzt kommen wir sechstens noch zur Auferstehung.
Wir können also sagen: Die Seelen der Erlösten sind heute schon im Paradies, im Schoss Abrahams, bei Christus, dort, wo der himmlische Tempel ist, das himmlische Jerusalem, das Vaterland, das Himmlische. Und dort warten sie auf etwas ganz Wichtiges, nämlich auf die erste Auferstehung.
So wird die Auferstehung der Gerechten in Offenbarung 20,5-6 genannt. Diese Auferstehung wird auch die Auferstehung aus den Toten genannt. Lukas 20,35, Philipper 3,11. Das ist wichtig. Herr Jesus ist ja am dritten Tag auferstanden, aber die Masse der Toten blieb in den Gräbern. Seine Auferstehung war eine Auferstehung heraus aus den Toten, während die Toten sonst zurückblieben. Die Auferstehung der Toten wäre es gewesen, wenn alle in diesem Moment auferstanden wären. Aber er ist auferstanden, und die Masse blieb. Es ist also die Auferstehung aus den Toten, und so wird die Auferstehung der Erlösten genannt in Lukas 20,35 und Philipper 3,11. Und das zeigt uns, dass eben nicht alle zur gleichen Zeit auferstehen werden.
Diese Auferstehung wird in Apostelgeschichte 24,15 die Auferstehung der Gerechten genannt. Und zwar nicht, weil diese Menschen so gute Menschen waren, sondern weil sie sich vor Gott gebeugt haben, ihre Schuld reuig bekannt haben und durch Glauben allein gerechtfertigt worden sind. Rechtfertigung durch Glauben, das macht den Menschen gerecht. Und diese Gerechten sind angedeutet bei der Auferstehung der Gerechten.
Diese Auferstehung wird auch in Johannes 5,28 die Auferstehung zum Leben genannt. Sie wird stattfinden unmittelbar vor der Entrückung der Gemeinde, so 1. Thessalonicher 4,13-18. Es gibt dann aber noch eine spätere Phase, nämlich Menschen, die nachher durch die Drangsalzeit gehen müssen und dabei ums Leben kommen. Gläubige, die werden am Anfang des tausendjährigen Reiches auferweckt, Offenbarung 11,11; 20,4-6.
Trotz der verschiedenen Phasen wird das alles bezeichnet als die erste Auferstehung. Also können wir sagen: Die erste Phase war die Auferstehung Christi, dann die Entrückung, dann am Ende der großen Drangsal die zwei Zeugen, Offenbarung 11, und am Anfang des tausendjährigen Reiches, Offenbarung 20, die Auferstehung aller Märtyrer aus der Drangsalzeit nach der Entrückung.
Und jetzt ist der Gegensatz: Die Verlorenen warten im Gefängnis, im Scheol, im Hades, im Abyssus. Dort warten sie auf die zweite Auferstehung. Das leitet sich daher, dass in Verbindung mit den Erlösten von einer ersten Auferstehung gesprochen wird. Dann ist die Auferstehung der Verlorenen die zweite Auferstehung.
Wir wollen dazu die eindrückliche Beschreibung dieser Auferstehung in Offenbarung 20,11 lesen:
Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh. Und der Himmel und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden nach dem gerichtet, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren. Und sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buche des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.
Diese Auferstehung findet statt nach dem tausendjährigen Reich. Also ist sie ganz deutlich durch mindestens tausend Jahre von der ersten Auferstehung mit ihren verschiedenen Phasen getrennt. Nach dem tausendjährigen Reich, und zwar in dem Moment, wo Himmel und Erde nach 2. Petrus 3 aufgelöst werden, wo Himmel und Erde entfliehen, da steht der große weiße Thron. Und wer darauf sitzt, das ist Jesus Christus als Mensch. Und sein Gesicht als Richter wird so schrecklich sein, dass vor seinem Angesicht die Erde und der Himmel entfliehen. Das ist derselbe, der gekommen ist als Erlöser, der mit diesem reichen jungen Mann gesprochen hat, der Karriere gemacht hatte und der nicht bereit war, ihm nachzufolgen. Und dann heißt es, Jesus blickte ihn an. Jesus liebte ihn. Und derselbe wird hier auf dem Thron sitzen.
Und da werden also alle Verlorenen seit Kain auferstehen. Sie bekommen wieder einen Körper, ihr Körper wird wieder auferstehen und mit dem Geist und der Seele aus dem Hades vereinigt werden. Und dann werden sie vor das Gericht Gottes gestellt werden. Nach ihren Werken werden sie beurteilt werden. Also Hitler wird nicht gleich beurteilt werden wie irgendein anderer, sondern nach ihren Werken. Diese Auferstehung wird in Apostelgeschichte 24,15 die Auferstehung der Ungerechten genannt, weil sie die Rechtfertigung aus Glauben nicht angenommen haben. Und Johannes 5,28 nennt das die Auferstehung zum Gericht. Die Auferstehung zum Leben und zum Gericht wird manchmal in einem Vers so nebeneinander genannt, und leicht kommen wir dann auf die Idee, das finde gleichzeitig statt. Das hat ja auch zu dieser in der katholischen Kirche verbreiteten Vorstellung geführt: Am Ende der Zeit, am Jüngsten Tag, ist das Endgericht, und dann werden alle auferstehen, die Gerechten und die Ungerechten. Aber das ist eine Vereinfachung, denn wir sehen, dass die Auferstehung der Gerechten früher ist und durch mindestens tausend Jahre von dem Endgericht der Verlorenen getrennt ist.

Schlussgedanken, Einwände und Nachfragen

Ja, das wäre so in der Übersicht dieses Themas. Aber ich denke doch: Wenn man das alles zusammennimmt, dann staunt man, dass die Bibel viel, viel mehr über das Jenseits erzählt, als man so denkt. Gerade die Offenbarung öffnet den Schleier so weit.
Wir sehen heute, wo die Tanatologie, die Todes- und Sterbensforschung, so von sich reden macht, dass wir viel mehr über dieses Thema erzählen können. Wir haben sehr viel dazu zu sagen, durch göttliche Offenbarung.
Und diese Frau Dük-Kübler-Ross, die zu unserer Schande eine Schweizerin ist, ja, die hat doch das verbreitet: Die Menschen, es sind schon so viele Menschen gestorben, und die sind aber doch dann wieder zurückgekommen, und die haben alle erzählt, da gibt es einen wunderbaren Tunnel mit einem Licht oder ein Lichtwesen, es ist ganz herrlich, und dann kommen sie wieder zurück. Also gibt es keine Verdammnis, man muss keine Angst haben, es kommt sowieso alles gut. Und so sind ja Millionen verführt worden in den vergangenen Jahren.
Aber interessant ist, dass auch gläubige Ärzte Sterbensforschung gemacht haben. Und die haben auch mit Patienten gesprochen, die diese Grenzerfahrung gemacht haben, denn sie waren ja nicht wirklich gestorben. Denn die Bibel sagt: Der Tod ist endgültig, dann kann man nicht mehr zurück. Aber sie sind in einen Grenzbereich gekommen. Und da gibt es also Leute, die haben von glücklichen Gefühlen gesprochen, und es gibt viele, viele Menschen, die haben schrecklichste Ängste erlebt. Über die hat Frau Kübler-Ross nicht gesprochen. Also das ist ganz offensichtlich eine unsaubere Sache. Damit ist aber noch nicht gedeutet, was sie erlebt haben.
Nun gibt es auch eine gute Erklärung dafür, für diese Lichterscheinung und diesen Tunnel. Das hängt damit zusammen, dass unser Körper in ganz extremen Situationen, bei Stress oder in einer Unfallsituation oder im Krieg, die Einrichtung hat, Endorphine auszuschütten. Das sind Stoffe, die mit Morphium verwandt sind. In ganz extremen Situationen wirken sie als Schmerzlinderung.
In solchen Grenzsituationen kann es dazu kommen, dass man innerlich Impulse über den Sehnerv hat, und zwar so tunnelförmig wird das über den Sehnerv ins Gehirn gegeben von Licht. Und dann eben auch das glückliche Gefühl über die endorphinen Stoffe. Aber es ist nicht etwas Objektives, das geschehen ist, sondern das sind innere Impulse. Sie sind nicht wirklich gestorben, und darum können auch gottlose Menschen quasi diese Situation so erleben.
Offensichtlich hat Gott eben diese Einrichtung mit den endorphinen Stoffen gegeben, auch um den Prozess des Sterbens, auch beim Gläubigen, zu erleichtern. Ein ganz interessanter Gedanke. Ich meine, als Gläubiger, klar wissen wir: Das Schönste kommt noch. Aber wenn man denkt, der Prozess des Sterbens selber, das ist doch schon etwas, da haben wir innerlich einen Widerstand gegen das. Und Gott hat das so eingerichtet, dass, wenn es in diese Situation kommt, der Mensch irgendwie wie geschützt ist, um diesen Übergang gut zu erleben.
Aber wir müssen gar nicht irgendwie glauben, dass gottlose Menschen da die Glückseligkeit wirklich im Jenseits gesehen hätten. Es ist ein Betrug. Aber wir haben die Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift, und die geht eben über den Ereignishorizont von uns Menschen, der aufhört beim Grab. Und so wissen wir vieles, was kommen wird, wie es sein wird. Und diese ganzen Szenen im Himmel, die wecken wirklich das Bewusstsein einer gewaltigen Herrlichkeit, Freude, und sie zeigen auch: Das ist nicht alles so statisch und passiv. Es wird nie langweilig werden, da wird so Gewaltiges geschehen.
Und ich möchte schliessen mit Epheser 2. Da haben wir Gottes Programm für die Ewigkeit. Es geht um die Erlösten, warum Gott sie erlöst hat, mit welchem Ziel: Epheser 2,7: Auf dass er in den kommenden Zeitaltern den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christus Jesus.
Das kommende Zeitalter bezeichnet im Neuen Testament das tausendjährige Reich, aber hier heisst es, damit er in den kommenden Zeitaltern, das geht darüber hinaus in die Ewigkeit, den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christus Jesus. Das ist gewaltig! Gott hat ein Programm für die kommenden Zeitalter. Das wird so geballt hier zusammengefasst.
Also keine Angst, nicht irgendwie langweilig auf einer Wolke ewig lang Posaune blasen, sondern wir warten auf all diese Überraschungen der Herrlichkeit Gottes, überschwänglicher Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns, in dem Messias Jesus.

Nachfragen zur Auferstehung und zur Endzeitordnung

Wir haben noch Zeit. Ich habe gesagt, es gibt eine Auferstehung von Märtyrern, nicht nach, sondern vor dem Tausendjährigen Reich. Das war die Stelle Offenbarung 20,4. Und da wird auch erklärt, woher die kommen:
Und ich sah Throne, und sie saßen darauf, und es wurde ihnen gegeben, Gericht zu halten. Und die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen entleibt worden waren, und die das Tier nicht angebetet hatten, noch sein Bild, und das Mahlzeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und an ihre Hand, und sie kamen zum Leben und herrschten mit dem Christus tausend Jahre. Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen tausend Jahre.
Das sind also Gläubige, die als Märtyrer sterben werden, in den Gerichtszeiten nach der Entrückung, vor dem Tausendjährigen Reich. Ist das so mit beantwortet? Sieht das vielleicht wie die Juden aus Israel aus oder auch aus den Nationen?
Das sind ganz allgemein Gläubige aus Israel. Nach Offenbarung 7 wird es ja Gläubige geben aus Israel und aus den Heidenvölkern, die durch diese Zeit der Gerichte hindurchgehen. Die Gemeinde wird bei der Entrückung entrückt, und dann, nach der Entrückung, kommen Menschen aus Israel und aus den Völkern zum Glauben. Aber übrigens nur solche aus den Völkern, die nicht schon vorher das Evangelium gehört und abgelehnt hatten. Für alle, die es gehört haben, wird mit der Entrückung die Tür der Gnade zugehen. Aber es gibt noch so viele Muslime, denen noch nie richtig das Evangelium gebracht worden ist. Die haben dann noch eine Chance.
Weitere Fragen? Ja, da hinten. Herr Präsident! Die Frage geht um Offenbarung 20,13: Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken.
Ja, es ist einfach so eine Aufzählung, eine Aneinanderreihung von Begriffen: Meer, Tod, Hades, um zu zeigen, wie wirklich der ganze Bereich des Todes aufgelöst wird. Der ganze Hades wird geleert von den Menschen, die kommen zur Auferstehung. Das Meer hat natürlich eine besondere Bedeutung, denn bei der Schifffahrt schon in alter Zeit, wenn jemand auf hoher See starb, der konnte nicht mehr heimgebracht werden, und dann begrub man ihn eben auf offener See. Das heißt einfach: Er ging über Bord. Und da ist irgendwie schon der Gedanke: Das ist doch eigenartig, er versinkt da irgendwie in den Tiefen des Meeres, was ist mit dem los? Wenn jemand schön bestattet ist, man weiß: Hier an dieser Stelle ist er. Aber Leute, die irgendwo in den Weltmeeren über Bord geworfen worden sind als Tote, und diese Stelle macht damit deutlich: Selbst solche kommen alle! Es gibt keine Möglichkeit, der Auferstehung zu entgehen.
Übrigens haben in jüngerer Zeit der Geschichte, mit dem Aufkommen des Atheismus, doch viele versucht, mit der Kremation vielleicht noch einer möglichen Auferstehung zu entgehen. Und sie meinten, bei der Kremation werde gewissermaßen etwas aufgelöst. Aber bei der Kremation, beim Verbrennen des Körpers, geht ja kein Atom verloren. Viel geht in die Luft, wir bestehen zu 70 Prozent aus Wasser, das verdampft. Aber die Wasseratome unseres Körpers sind nicht verloren. Atome, wenn man sie spaltet, dann geschieht etwas. Also die Atome bleiben erhalten, auch selbst wenn man sich verbrennen lässt, und der Herr der Atome wird jedem seinen Körper zurückgeben. Es gibt keine Möglichkeit zu entfliehen.
Und eben gerade auch in alter Zeit war der Gedanke des Meeres so ein Gedanke: Kommen die wieder? Natürlich, das Meer gibt die Toten, der Tod gibt die Toten, das Totenreich gibt die Toten. So richtig eine Ansammlung von Begriffen, um zu zeigen: Jetzt kommen alle, restlos alle. Es ist nicht mehr die Auferstehung aus den Toten, sondern es ist die Auferstehung der Toten. Aber schrecklich ist: Die werden immer noch als Tote bezeichnet. Da ist die Auferstehung, und dann heißt es am Schluss: Und die Toten wurden nach dem gerichtet, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Die werden immer noch als tot bezeichnet, obwohl sie auferstanden sind. Sie haben wieder einen Körper.
Ganz wichtig, sage ich mal: Lukas 12 sagt der Herr Jesus, Vers 4, zu den Jüngern: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiteres zu tun vermögen. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Hölle zu werfen. Und in der Parallelstelle, in Matthäus, also dort Matthäus 10,28 am Schluss: Fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle. In der Hölle wird es nur vollständige Menschen geben, Seele und Körper wieder vereinigt. Im Hades sind das nur Seelen, aber die werden auferstehen, mit dem Leib verbunden werden, und so kommen sie als vollständige Menschen in die Verdammnis. Das ist ganz wichtig: Der Körper ist nicht einfach irgendeine vernachlässigbare Nebensache. Wir sind Menschen, wir sind Wesen aus Geist, Seele und Körper, das gehört zusammen.
Aber diese Auferstehung wird nicht so sein wie die in 1. Korinther 15 beschriebene. Da wird gezeigt, wir bekommen einmal einen herrlichen Auferstehungskörper. Denn unser Körper, wenn er auferweckt wird, wird verwandelt zu einem herrlichen Körper, zu einem unverweslichen Körper und so weiter wird das beschrieben. Was schwach war, wird dann stark sein. Also alles wird schön sein, jeder wird perfekt sein. Und für die anderen, da gibt es in Daniel 12 eine Fotografie, Daniel 12,3: Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden erwachen, diese zum ewigen Leben und jene zur Schande, zur ewigen Abscheu. Schande, ewige Abscheu, schrecklich.
Ja, wer hat noch eine weitere Frage da vorne? Sind da Unterschiede zwischen dem Sterben der Gläubigen und der Ungläubigen? Dass bitte der Gläubige vor Entschlafen gerichtet wird.
Ja, also das ist so, dass oft in Verbindung mit den Gläubigen der Tod als ein Entschlafen bezeichnet wird. So wird von den Entschlafenen gesprochen, zum Beispiel in 1. Korinther 11, in Verbindung mit dem Abendmahl. Und dennoch wird aber auch der Ausdruck gestorben verwendet, auch für Gläubige. Aber für die Gläubigen zusätzlich auch entschlafen. Übrigens ist auf Griechisch kein Unterschied zwischen schlafen und entschlafen. Dieses Wortspiel sieht man doch in Johannes 11: Der Jesus sagt, Lazarus ist eingeschlafen, und dann meinen die Jünger: Ja, dann gehen wir zu ihm, und dann wird es schon wieder gut werden. Dann wird erklärt: Nein, er hat damit gemeint, er ist gestorben. Und sagt es ihnen dann auch deutlich: Ja, Lazarus ist gestorben, aber er wird auferstehen.
Also dieser Ausdruck ist so zweideutig auf Griechisch, auf Deutsch ist er eindeutig gemacht. Da ist jetzt mal die Bibelübersetzung auf Deutsch eindeutiger als der Grundtext. Schlafen, entschlafen ist dasselbe, und der Tod der Gläubigen wird beschrieben als Schlaf, um damit zu zeigen, wie der Tod durch das Werk Christi abgeschwächt ist. Es ist gewissermaßen ein Schlaf im Blick auf den Körper, der im Grab liegt. Die Seele hat kein Bewusstsein mehr, der Körper liegt da, schläft gewissermaßen. Aber das ist für Gott, für den Herrn Jesus so, wie wenn wir einen Schlafenden wecken müssten. So einfach ist es, ihn aus dem Tod zu holen.
Eigentlich nur für die Gläubigen verwendet dieser Ausdruck entschlafen. Das hat etwas sehr Hoffnungsvolles in sich, wenn man nicht sagt: Der und der ist gestorben. Das ist zwar richtig biblischer Ausdruck, das heißt ja auch in 1. Thessalonicher 4,14: Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben ist. Auch von ihm heißt es: Er ist gestorben. Aber das Entschlafen drückt eben aus, dass das Hoffnungsvolle gekommen ist, weil der Herr Jesus die Macht des Todes gebrochen hat.
Jetzt da vorne.
Die Damen sind geschlechtslose Wesen. Wie haben sie denn mit Geschlechtslosen Kontakt?
Also die Frage: Sind Engel nicht geschlechtslose Wesen? Wie konnten die überhaupt mit Frauen, Menschenfrauen, Kontakt aufnehmen? Es wird nur gesagt in Lukas 20, dass in der Auferstehung die Menschen nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel Gottes. Das heißt nicht geschlechtslos, das heißt ehelos.
Und effektiv wird zum Beispiel über Gabriel gesprochen in Daniel 9: der Mann Gabriel. Ich gebe die Stelle an: Daniel 9,21. Während ich noch redete im Gebet, da kam der Mann Gabriel. Das ist doch schon erstaunlich, er wird nicht einfach Engel Gabriel genannt, wäre ja auch richtig, hier wird er als Mann bezeichnet. Und dann haben wir auch den Namen Michael, das eigentlich ein männlicher Vorname ist, nicht ein weiblicher. Also man sieht: Keine Hinweise in der Bibel auf weibliche Engel, aber das Männliche wird auch genannt. Und das erklärt dann, warum die die Beziehung zu Frauen wollten.
Ja, weiter? Wo soll ich anfangen? Eins nach dem anderen, da vorne mal.
Diese Auflage, dass sich solche, die das Evangelium schon einmal gehört haben und sich noch nicht bekehrt haben, nach der Entrückung keine Chance mehr haben, ist die mit einem bestimmten Vers zu belegen, oder muss man das aus dem Zusammenhang?
Also die Sache, dass es nach der Entrückung für die, die das Evangelium gehört haben, keine Chance mehr gibt, das ist nicht eine Schlussfolgerung, sondern das steht ausdrücklich in 2. Thessalonicher 2. In Vers 9 geht es um die Ankunft des Antichristen, und da heißt es: Ihn, dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge und in allem Betrug der Ungerechtigkeit denen, die verloren gehen, darum, dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, auf dass alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.
Der Antichrist kommt also als Gericht und verführt alle, die nicht die Liebe zur Wahrheit und die Rettung vorher angenommen hatten. Das ist also sehr, sehr deutlich formuliert hier.
Jetzt war noch da hinten, ganz hinten zuerst: Es gibt ja eine Geschichte von leeren Gräbern in Zürich, die Gräber-Schulers. Weiß nicht, haben Sie davon gehört?
Nein.
Und gewisse Gräber oder ganz kleinere Gräber waren Anleger, und gewisse Leute legen das aus: Das sind Leute, die wahrscheinlich zu Zeiten der Väter gelebt haben und wahrscheinlich schon aus der Stehung gekommen sind. Ist das biblisch haltbar?
Das können wir vergessen. Ich meine, wir haben ganz klar den Hinweis auf die Entrückung und dann auf diese Phasen vor dem Tausendjährigen Reich. Sonst haben wir nichts. Gut, zur Zeit des Herrn, als er gestorben war, da sind ja gewisse auferweckt worden. Bei seinem Tod sind die auferweckt worden, und nach seiner Auferstehung gingen sie sogar in die Stadt und erschienen vielen. Aber die sind wieder gestorben, wie Lazarus. Der ist auch auferweckt worden, aber ist wieder gestorben. Denn wenn er nicht gestorben wäre, so würde er heute noch leben. Ja, das ist wirklich so.
Aber das ist ganz wichtig, diese zwei Arten von Auferstehung. Es hat ja auch im Alten Testament schon Menschen gegeben, die auferweckt wurden, bei Elija und Elisa. Die sind wieder gestorben. Und daraus versteht man dann, warum es in Hebräer 11,35 heißt: Unter den Glaubenshelden von solchen andere wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, auf dass sie eine bessere Auferstehung erlangten. Was ist das, die bessere Auferstehung? Das ist die Auferstehung, wo man aufersteht und nicht mehr stirbt. Ja, und auf die warten wir.
Dann Hans Blum. Sie hat gezeigt, dass das himmlische Jerusalem 20,21,20 Kilometer diese Dimension hat. Das heißt, der Himmel ist so groß, das himmlische Paradies. Ich habe aber schon gemeint, wenn es neue Erde und einen neuen Himmel gibt, werden nämlich Kilometer die Maße erreicht werden. Das fällt doch einem nicht aus, wie wir sagen, sie und sie.
Ja gut, bei den Maßen dazu gibt es da einen interessanten Hinweis. Es heißt in Offenbarung 21, bei der Beschreibung des Neuen Jerusalems, Vers 17: Und er maß ihre Mauer hundertvierundvierzig Ellen. Das ist wohl ein Hinweis auf die Dicke eines Menschenmaßes, das ist des Engels. Also Menschenmaß sei dasselbe wie Engelmaß. Das ist schon wieder etwas Geheimnisvolles. Jetzt könnten wir mal über Engelmaße sprechen. Die sind identisch. Übrigens ist dann auch noch bemerkenswert, er hat beim Messen ein goldenes Rohr, Vers 15. Das ist kein Zufall, dass es golden ist, denn das Ellenmaß, das biblische, die große Elle von 52,5 cm, das lässt sich herleiten von einem Goldnormal. Also wenn man einen Block herstellt aus Gold eine Elle lang, die Elle besteht aus sieben Handbreiten, also sieben Zentimeter, dann sieben Zentimeter hoch und breit, also hat man einen langen Block, dann wiegt der exakt ein Talent, ein biblisches Talent. So ist also das Ellenmaß über das spezifische Gewicht von Gold mit dem Talentgewicht verbunden. Wir haben das ja für den Meter auch so. Ein Kubikmeter Wasser entspricht einer Tonne. So ist also das Metermaß über das spezifische Gewicht von Wasser geeicht, wobei Wasser sich sehr schnell mit der Temperatur ändern kann, und das ist bei Gold ein bisschen anders.
Und die kürzere Elle, die mit sechs Handbreiten, die ist genau 45 cm lang, die ist geeicht über das spezifische Gewicht von Kupfer. Also wenn wir genau einen solchen Block machen mit der kleinen Elle aus Kupfer, dann kriegen wir das Talent. Das ist erstaunlich, nicht wahr? Und man denkt: Ja, all diese Maße und kulturellen Errungenschaften, das ist einfach so mutwillig.
Aber wir können das eher auch so sehen, dass Gott effektiv dieses Maß so eingerichtet hat, über das Gold geeicht. Und jetzt weist dieses goldene Rohr eben darauf hin, dass er hier das Ellenmaß der Königselle verwendet, also dass er meint die große Elle und nicht die kleine. Nun, das sind gut, wir müssen einfach sehen, wo unsere Begrenzungen sind. Da wird so wenig über das gesagt, und dann dürfen wir nicht viel mehr erzählen, als was da steht. Aber trotzdem sollen wir diese wenigen Hinweise eben ernst nehmen, und da steht: Das ist Menschenmaß, und das entspricht dem Engelmaß. Also das zeigt doch, dass bei diesen Maßen noch ein bisschen mehr da ist als nur so ein bisschen symbolische Spielerei!
Gut, weiter! Da!
Es ist eine Stelle in einem Briefblatt neugierig, wo gesprochen wird um Auferstehung. Weitere Stellung: Philipper 3,11.
Ja, das ist die Herausauferstehung, von der Paulus spricht. Fahr nur weiter! Und damit ist eben nochmals noch stärker betont die Auferstehung aus den Toten. Bei den Gläubigen sagt Paulus, dass er eben dahin gelangen möchte, zur Herausauferstehung aus den Toten, das heißt, die Gläubigen, die eben auferstehen bei der Entrückung, noch lange bevor die Verlorenen dann zum Endgericht auferstehen.
Und bei Toten, wenn sie tot sind, bei Paradies oder Hades wird immer von Toten gesprochen, auch die Gläubigen werden da als Tote bezeichnet. Wenn es doch sonst, wenn es um geistlich Tote geht, nur Tote genannt werden, oder wenn die Gläubigen, nein, sozusagen ...
Also man findet beides: Die Ungläubigen sind geistig tot, und die Gläubigen, wenn sie tot sind, werden aber auch als tot bezeichnet. Ja, indem sie nehmen, dass sie körperlich tot sind. Die Gläubigen sind auch körperlich tot, aber dies wird gleichzeitig auch als ein Entschlafen bezeichnet. Aber es ist wichtig: Es wird immer gesprochen von der Auferstehung des Leibes, nie von der Auferstehung der Seele. Nicht die Seele wird auferstehen, sondern der Körper, das ist eben das, was flach liegt. Normalerweise, es gibt ja auch eine besondere Komposition, aber die Völker haben verschiedene Sitten gehabt.
Aber das ist gewissermaßen der Leib, der schläft, der Leib, der ist niedergelegt, der wird auferstehen. Aber die Seele ist bei Bewusstsein bei Gott, wie es auch heißt in Prediger 12: Der Körper kehrt zurück zum Staub, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben hat. Und die Auferstehung ist das große Ereignis, wo alles wieder zusammenkommt. Und den Menschen im Paradies fehlt einfach etwas. Die warten auf diesen wunderbaren Moment, wo sie zur Vollendung gelangen, und das ist erst möglich bei der Auferstehung.
Ja, wir müssen aber bald mal aufhören, es ist halb gewesen, und ich möchte nicht, dass dann am nächsten Bibelstundentag niemand mehr kommt, nur weil es zu lange gegangen ist.
Mein umsässiger Partner wegen Sterbensperr, beziehungsweise wegen der Kremation, vergriff sie, dass Kölner und Sperr die unterschiedlichst biblische Kölner immer lang sind.
Also noch zur Frage Erdbestattung oder Kremation: Es ist so, dass Gott zu Adam sagte, er soll zurückkehren zum Staub, wenn er stirbt. Und bei der Kremation ist ja dieser Verwesungsprozess dann nicht so natürlich, dass er zum Staub wird, sondern man wird einfach gerade zu Carbon pulverisiert. Ja, hauptsächlich das Schwarze, das ist ja einfach der Kohlenstoff in unserem Körper.
Nun, es wird effektiv in Amos 2 etwas ganz Interessantes dazu gesagt. Man kann sich so merken: Wenn jemand kommt mit dem Thema Kremation, schickt ihn heim mit Amos 2,2. Schickt heim mit Amos 2,2. Amos 2,1: So spricht der Herr: Wegen drei Freveltaten von Moab und wegen vier werde ich es nicht rückgängig machen, weil es die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk verbrannt hat, so werde ich ein Feuer senden nach Moab, und es wird die Paläste von Keriot verzehren, und Moab wird sterben.
Also unter den Freveltaten der Moabiter wird erwähnt, dass sie den König von Edom verbrannt haben, und Gott greift als Richter ein. Das ist schon erstaunlich, dass Gott das nicht akzeptiert. Aber weiter kommt dazu, dass manche Leute ja durch Feuer vernichtet worden sind, zum Beispiel Sodom und Gomorra, von Gott. Aber das haben wir ja gelesen in Judas 7, das ist eigentlich ein Hinweis auf die Strafe des ewigen Feuers. Wenn nun aber ein Gläubiger sich kremieren lässt, dann lässt er an sich das Symbol vollziehen, das eigentlich Hinweis auf die Höllenstrafe hinweist, der er eben gerade entgangen ist. Es ist also überhaupt völlig unangebracht für einen Gläubigen, dass er sich durch Feuer seinen Körper verzehren lässt.
Und übrigens noch ein kurzes Wort zu Sodom und Gomorra. Man weiß heute, man hat doch deutlichere Hinweise, wo das war. Man hat fünf Städte ausgegraben, am Südende des Toten Meeres, auf jordanischer Seite. Das wäre mal Thema für sich, so nebenbei. Aber interessant ist: Vier von diesen Städten sind durch eine Aschenschicht zugedeckt. Und zwar hat man bei der Stadt, die Sodom sein muss, eine zwei Meter dicke Aschenschicht gefunden. Und bei den Ausgrabungen hat man deutliche Spuren gefunden, dass das Feuer von oben kam und nicht wie bei einer Eroberung von der Seite her, sondern deutlich von oben her durchgebrannt worden ist. Das ist schon interessant, weil diese Ausgrabungen erst systematisch gemacht wurden in den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, genau in der Zeit der sexuellen Revolution.
Das finde ich ganz dramatisch, denn Judasbrief als Endzeitbrief und der zweite Petrusbrief als Endzeitbrief erwähnen beide das Gericht von Sodom und Gomorra, und Petrus sagt, dass Gott das als Beispiel hingestellt hat für die, die einmal gottlos leben würden. Und ausgerechnet in den sechziger Jahren wird nun Sodom und Gomorra mit dieser eindrücklichen, dicken Ascheschicht ausgegraben. Also dieses Feuer ist ein Hinweis auf das ewige Feuer, und darum unangebracht für Gläubige.
Ja, wir kommen zum Schluss, glaube ich.

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