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Gut gemeint und richtig gemacht

Teil 7
2. Samuel 6,12-7,319.11.2024
SerieTeil 7 / 282. Samuel (Vers-für-Vers)
David unternimmt einen zweiten Versuch die Lade Gottes nach Jerusalem zu holen. Er tanzt voller Freude vor der Bundeslade her. Seiner Frau Michal missfällt das...

Die Lade als Zeichen von Gottes Herrschaft und Heiligkeit

Wir kommen jetzt zu 2. Samuel 6, ab Vers 12. Wir haben gesehen, dass die Bundeslade nochmals für drei Monate im Haus von Obed-Edom zwischengelagert wurde, und das bedeutete einen ganz besonderen Segen für diese Familie.
Wenn wir daran denken, dass die Stiftshütte ein Bild des Herrn Jesus ist, und zwar gesehen in seiner Gottheit und Menschheit, wie in der letzten Serie erklärt, müssen wir auch noch daran denken, dass sie noch mehr ausdrückt. Sie ist gewissermaßen Gottes Thron. Gott thront zwischen den Cherubim, und wir haben in Psalm 132 den Ausdruck gefunden: Die Lade selbst wird dort als der Fußschemel Gottes bezeichnet. Es geht hier also um den Thron Gottes, und damit geht es um die Herrschaft Gottes, um die Autorität, dass er Herr ist in unserem Leben.
Der Apostel Paulus erklärt in 1. Korinther 12, dass niemand durch den Heiligen Geist sagen kann: Herr Jesus. Natürlich, die Worte bringt man schon über die Lippen. Man müsste schon sehr stark okkult belastet sein, dass man nicht einmal den Namen Jesus aussprechen kann. Gibt es aber alles. Aber ein normaler Ungläubiger kann das, und er kann das auch nachsagen. Als Bekenntnis Herr Jesus, das eben auch den Herrschaftsanspruch des Herrn Jesus anerkennt, kann man das nur durch den Heiligen Geist.
Denken wir wieder an die Bundeslade im Haus von Obed-Edom: Das bedeutete, dass in dieser Familie der wahre Gott Herr und Gebieter war. Und so können wir das hier schön auf uns übertragen.
Weiter hat die Bundeslade ja einen Deckel mit einem besonderen Namen: Kaporet auf Hebräisch, der Sühnedeckel. Dort musste der Hohepriester an Jom Kippur, wenn er mit dem Blut des Opfers hineinging, innerhalb des Vorhangs das Blut einmal auf den Deckel sprengen und sechsmal auf den Boden davor, aber einmal auf den Deckel. Das bedeutete Folgendes: Die Cherubim, also diese Richterengel, die ja auch schon den Ostein gang des Gartens Eden bewacht haben, damit der sündige Mensch nicht mehr zurückkehren kann ins Paradies, diese Engel verteidigen gewissermaßen die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes.
Es wird ausdrücklich gesagt in 2. Mose 25, dass ihre Angesichter gegeneinander gerichtet sein sollten und auf den Deckel gerichtet. Nun, innerhalb der Lade waren die zehn Gebote, zwei Tafeln in doppelter Ausführung. Es war ein zweiseitiger Bund zwischen Gott und seinem Volk, und darum in zwei Exemplaren.
Israel hat das Gesetz erlebt als einen Spiegel, der das Problem der Sündhaftigkeit aufzeigte. Sie haben lernen müssen, dass sie ja gar nicht fähig sind, aus sich selbst heraus Gottes Gebote zu erfüllen und gottgemäß zu leben. Gott ist aber ein heiliger Gott, der das Böse ahnden muss. Und diese Cherubim, symbolisch, das sind ja Darstellungen von Cherubim, schauen auf den Deckel in Richtung der zehn Gebote. Sie fordern Gerechtigkeit. Wenn Gott gerecht ist, dann muss er auch Gericht über jede Sünde ausüben.
Wenn der Hohepriester an Jom Kippur das Blut sprengte, dann bedeutet das: Das Gericht ist ausgeübt, aber an einem unschuldigen Stellvertreter. Das Volk kann, die Schuldigen können frei ausgehen. Der Hohepriester bekannte ja die Schuld Israels an Jom Kippur, und es gab also Vergebung durch Stellvertretung. Hier konnte man das Prinzip Erlösung durch Stellvertretung lernen. Und das sind die Grundwahrheiten des Evangeliums.
Das war alles da präsent im Haus von Obed-Edom. Und wohl uns, wenn in unseren Familien das eben auch so ist, dass der Herr Jesus das Zentrum ist und dass er der Herr ist, anerkannt als der, der in seiner Person wirklich ist: wahrer Gott und wahrer Mensch. Und er ist der, der die Sühnung zustande gebracht hat.
Ich möchte noch hinweisen auf Römer 3,23. Ich war im Römerbrief. Dort erklärt der Apostel Paulus das Evangelium in zusammenhängender, umfassender Weise. Man kann auch sagen: systematisch. Und da sagt er in Römer 3,23: Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst, gratis, gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott dargestellt als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut.
Das, was hier mit Sühnmittel übersetzt worden ist, erklärt die Fußnote der Elberfelder CSV auch als dasselbe griechische Wort wie Sühndeckel in Hebräer 9, Vers 5. In Hebräer 9, Vers 5 wird die Bundeslade erwähnt und weitere Geräte der Stiftshütte. Und der Sühnedeckel wird erwähnt. Der Name im Griechischen ist Hilasterion. Hilasterion ist die Übersetzung von hebräisch Kaporet im Alten Testament. Und das ist die Bezeichnung für diesen massiven Golddeckel in einem Stück mit den Cherubim. Hier wird also ganz klar der Bezug gemacht. Der Jesus selbst wird dargestellt als dieser Sühnedeckel.
So sieht man Typologie, so nennt man ja die Auslegung von Bildern im Alten Testament im Licht des Neuen Testaments. Es gibt viele, die sagen, Typologie, da muss man sehr aufpassen, da kann man sehr schnell zu weit gehen, und so. Darum wird das in vielen Gemeinden total vernachlässigt. Aber Typologie ist so etwas Reichhaltiges. Natürlich muss man nicht wild phantasieren, sondern schauen wir das Neue Testament an, das macht und die Bezüge herstellt, und genau auf dieser begründeten Basis kann man das mit vielen, vielen, vielen anderen Bildern im Alten Testament machen. Das ist so etwas Reiches, so etwas Gewaltiges. Man hat einen so großen Verlust, wenn man das nicht macht.
Nun, hier haben wir ein Beispiel: Der Römerbrief sagt mit aller Selbstverständlichkeit von dem Herrn Jesus Christus, den Gott dargestellt hat als Sühnedeckel, als Hilasterion. Das weist direkt auf ihn hin. Und das war eben so im Hause von Obed-Edom.

Der Weg der Lade nach Jerusalem und die Sprache der Zeichen

Jetzt gehe ich weiter: 2. Samuel 6,12. Und dem König David wurde berichtet und gesagt: Der Herr hat das Haus Obed-Edoms und alles, was sein ist, gesegnet, um der Lade Gottes willen.
Da ging David hin und holte die Lade Gottes aus dem Haus Obed-Edoms herauf in die Stadt Davids, mit Freuden. Und es geschah: Wenn die Träger der Lade des Herrn sechs Schritte gegangen waren, so opferte er ein Rind und ein Mastvieh. Und David tanzte mit aller Kraft vor dem Herrn, und David war mit einem leinenen Ephod umgürtet. Und David und das ganze Haus Israel brachten die Lade des Herrn hinauf mit Jauchzen und mit Posaunenschall.
Hier werden jetzt die Posaunen betont und nicht mehr die Tamburine, Schellen und Zimbeln. Nun, ich kann vielleicht noch erklären, was diese Posaunen bedeuten. Das sind jetzt nicht die silbernen Trompeten aus 4. Mose 10, die habe ich ja schon erwähnt, im Zusammenhang mit 1. Chronik 15. Wir können das nochmals dazu aufschlagen, und so haben wir hier ein bisschen Instrumentenkunde des Alten Testaments.
Nicht wahr, wir haben gelesen: Die Bundeslade, das ist die Parallelstelle, wird nach Jerusalem gebracht. Und in 1. Chronik 15,24 heißt es: Und Schebanja und Josaphat und Netanel und Amasai und Sacharja und Benaja und Elieser, die Priester schmetterten mit den Trompeten vor der Lade Gottes her, und Obed-Edom und Jechija waren Torhüter der Lade.
Trompeten: In den Elberfeldern ist das die Übersetzung für „chazozerah“, das sind die silbernen Trompeten aus 4. Mose 10. Und wenn in den Elberfeldern übersetzt ist „Posaune“, dann ist das „schophar“. Und damit ist gemeint ein Tierhorn, typischerweise ein Widderhorn. Es kann aber auch etwas anderes sein, es muss einfach ein koscheres Tier sein. Also es kann auch eine Antilope sein. Das sind die großen, langen Schopharhörner. Das wird jetzt hier erwähnt in 2. Samuel 6. Das hat etwas zu bedeuten.
Im Judentum wird gerade in Verbindung mit dem Posaunenschallfest, das ist das Fest am ersten Tischri, eines der sieben Feste in 3. Mose 23, den ganzen Tag Schofahörner geblasen. Darum das Posaunenschallfest. Man nennt das auch Rosch Haschana, das ist das Neujahrsfest. Und man hat erklärt, dass eben die gekrümmten Hörner Folgendes bedeuten: Das Horn selber ist ja ein Bild der Stärke. Nicht wahr, darum der Kontrast: Wir haben das früher gesehen, David wurde gesalbt mit einem Ölhorn, während Saul mit einer Ölflasche gesalbt wurde. Wenn man die beiden Gegenstände auf den Boden wirft, dann sieht man, was geschehen ist: Das Königtum Sauls zerbrach, und das Königtum von David, das sollte währen bis in Ewigkeit. Denn der Messias sollte der letzte König sein aus dieser Linie und herrschen, nicht nur im Tausendjährigen Reich, sogar in Ewigkeit.
Also das Horn spricht von Stärke und Kraft und Autorität, und so spricht das von der Autorität Gottes. Nicht wahr, der erste Tischri ist ja eigentlich die Feier der Schöpfung, und zwar nimmt das Bezug auf den sechsten Schöpfungstag, als Gott den Menschen erschaffen hat. Das war der erste Tischri. Die Welt wurde nicht am sechsten Tag, sondern am ersten Tag geschaffen, Himmel und Erde, das war der 27. Elul. Also man kann sagen, die Welt wurde am 27. Elul erschaffen, aber eben am ersten Tischri, am Neujahrstag, da wurde der Mensch erschaffen, und zwar als Diener Gottes, der sich unter die Autorität Gottes beugen soll. Darum das gekrümmte Horn.
Ja, lange Zeit haben wir gesehen und ganz klar gesagt: Wir haben uns nicht an das Wort Gottes gehalten, aber diesmal machen wir das. Und diese Schofahörner drücken aus, dass David sich eben zusammen mit all denen, die ihm mitgeholfen haben, unter die Autorität des Wortes gebeugt hat.
Die silbernen Trompeten, ich schlage kurz auf: 4. Mose 10,1. Und der Herr redete zu Mose und sprach: Mache dir zwei Trompeten aus Silber. Das ist eben nicht Schofar, sondern Chazotzerah, Trompeten, Chazotzerot, Mehrzahl: zwei Trompeten aus Silber. In getriebener Arbeit sollst du sie machen, und sie sollen dir zur Berufung der Gemeinde und zum Aufbruch der Lager dienen.
Silber ist in der Bibel das Bild der Erlösung. Warum? Der normale Name für Geld, also für den Kaufpreis, ist auf Hebräisch Kesef, und das ist auch Silber. Es ist so wie im Französischen, da ist auch nur ein Wort: Argent. Der Zusammenhang macht klar, ob es jetzt Silber ist oder ob es Geld ist. Und so ist also das Silber ein Bild des Kaufpreises. In 1. Korinther 6 sagt der Apostel Paulus: Ihr seid um einen Preis erkauft worden. Preis ohne Artikel, das wird betont, wie teuer! Wie hoch dieser Preis war, den der Herr Jesus am Kreuz bezahlen musste, um uns zu erlösen.
Und die Trompeten, die wurden nicht gegossen, sondern in getriebener Arbeit geschmiedet. Jeder Hammerschlag beim Treiben des Silberbleches bedeutete, dass der Erlöser leiden müsste. Dann war die Aufgabe der Trompeten unter anderem, Israel zu versammeln. In Johannes 11 lesen wir von dem Herrn Jesus, dass er sterben sollte, um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln. All diese Gedanken haben wir drin.
Und es sollten zwei Trompeten sein. Die Zahl zwei ist die Zahl des Zeugnisses. Die zehn Gebote werden immer genannt: das Zeugnis. Und darum auch die Lade des Zeugnisses, weil das Zeugnis über die Gerechtigkeit Gottes darin mit den zwei Tafeln bezeugt war. Und der Herr Jesus hat auch typischerweise zwei und zwei Jünger ausgesandt zum Zeugen, bei den Zwölfen und auch als er in Lukas 10 die Siebzig aussandte, immer zu zweit. Die Zahl zwei ist die Zahl des Zeugnisses.
Also die Trompeten, die silbernen Trompeten, sind ein Zeugnis von dem Herrn Jesus, der gelitten hat, Hammerschläge ertragen musste und so die Erlösung gebracht hat, um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln. Das ist Typologie, aber man muss jeden Punkt begründen. Und wenn jetzt jemand sagen würde: Ja, also du, das mit den Hammerschlägen, das ist schon ein bisschen weit hergeholt, dann sage ich: Das macht der Apostel Paulus genauso.
Wo? Im Neuen Testament, nie gelesen? Apostelgeschichte 26, vor Agrippa, sagt er: Ich sage nichts anderes, als was auch Mose und die Propheten gesagt haben, nämlich dass der Christus leiden und als Erster durch Totenauferstehung Licht verkündigen sollte. Wo hat er das bei Mose gelesen? Nun, in 2. Mose, etwas später nach der Bundeslade, wird der Leuchter beschrieben, aus reinem Gold, mit sieben Lampen, Olivenöl. Paulus sagt, dass der Christus leiden sollte. Christus heißt ja der Gesalbte. Olivenöl, das wurde ja benutzt zum Salben, siebenfaches Öl. Der Gesalbte sollte leiden. Der Leuchter durfte nicht gegossen werden, sondern Bezalel musste ihn in getriebener Arbeit herstellen. Jeder Hammerschlag zeigte davon, dass der Christus leiden sollte und als Erster durch Totenauferstehung Licht verkündigen.
Es war vorgeschrieben: 22 Mandelblüten, Kelch und Knauf. Der Mandelbaum ist der Baum, der in Israel als Erster blüht, nach dem Wintertod. Ende Januar, Anfang Februar, mit seinen weißen Blüten kündigt er das neue Leben des Frühlings an, dass der Christus, der Gesalbte, leiden sollte und als Erster durch Totenauferstehung Licht verkündigen sollte. Und das ist das siebenfache Licht des Leuchters. Mit einer Selbstverständlichkeit. Er sagt nicht: Wenn man ein bisschen ein Flair hat für Typologie, dann könnte man unter Umständen, ja, man muss schon aufpassen, dass man nicht zu weit geht, könnte man das und das drin sehen. Nein, er sagt: Mose hat gesagt, dass der Christus leiden sollte und als Erster durch Totenauferstehung Licht verkündigen sollte.
Das ist die Art und Weise, wie das Neue Testament lehrt, wie Typologie geht. Und das dürfen wir genau nach dem so nachformen, und es ist einfach so bereichernd. Dann versteht man die Bedeutung dieser Posaunen vor der Bundeslade. Man versteht auch die Bedeutung der Schofahörner in 2. Samuel 6 auf dem Weg der Bundeslade nach Jerusalem.

Demut, Missverständnis und die Freude des Königs

Jetzt gehen wir weiter. David hat das sehr speziell gemacht, alle sechs Schritte, und er wollte eher ein Opfer darbringen. Er wollte es wirklich mit dem Gedanken des Dankes und der Anbetung Gottes verbinden. Und zwar geht es ständig um den Gedanken des stellvertretenden Opfers, dass er gerade durch die Bundeslade ins Zentrum gestellt wird.
Dabei tanzte er mit aller Kraft. Er war mit einem leinenen Ephod umgürtet. Das Ephod war ja ein typischer Bestandteil der hohepriesterlichen Kleidung. Er wollte damit nicht sagen: Ich bin jetzt ein Levit, und ich bin auch Priester. Gott hat ja das Prinzip der Gewaltenteilung in der Bibel eingeführt. Das haben nicht die Aufklärungsphilosophen erfunden, wie wir in der Schule gelernt haben oder uns nahegelegt wurde. Also, es hat nichts zu tun mit diesem Siegle de Lumière, wie die Franzosen sagen, dem Zeitalter des Lichtes. Es war ein Zeitalter der Finsternis.
Aber das Prinzip ist biblisch. Gott hat gesagt: Könige sollen aus der Familie Davids aus dem Stamm Juda kommen und Priester aus der Familie von Aaron aus dem Stamm Levi. Und so war es von daher unmöglich, dass man die Macht des Hohepriesteramtes und die Macht des Königtums in einer Person vereinigen könnte. Warum? Weil je mehr Autorität und Macht wir bekommen, desto eher sind wir in der Gefahr, verdorben zu werden und die Macht zu missbrauchen. Darum braucht es eben Machtbeschränkung, Gewaltenteilung.
David wusste das, aber er hat mit diesem Ephod zum Ausdruck gebracht, wie sehr ihm der priesterliche Dienst, die Anbetung, am Herzen lag. Und natürlich ist er damit schon ein feiner Hinweis. Denn der Sohn Davids, der Messias, würde einmal beides, Hohepriesteramt und Königtum, in einer Person vereinen. Und auch das Prophetenamt. Alle drei: Prophet und König, das ging. Petrus sagt in der Pfingstrede in Apostelgeschichte 2: Da nun David ein Prophet war, weiss er von der Auferstehung des Christus. Dann legt er Psalm 16 aus.
Aber es ist so: Prophet und König ging, aber nicht eben König, Priester und Prophet. Doch das Wort Gottes zeigt uns: Der Herr Jesus ist alles. Er ist der Prophet, den Mose angekündigt hat, in 5. Mose 18,15, und er ist eben der Hohepriester, so wieder zehnmal genannt im Hebräerbrief, und er ist der König. Wie wir singen in dem Lied: Welch ein Freund ist unser Jesus? Und dann heisst es doch schliesslich: Wir fliehen zu ihm im Gebet, so ist uns Jesus alles, König, Priester und Prophet.
Dieses Ephod, das er da über seinen Kleidern trug, sollte andeuten, eben die künftige messianische Vereinigung von Priesterdienst und Königswürde.
Nun, wir haben gesehen: David tanzte mit aller Kraft. Es war der Höhepunkt seines Lebens. Jetzt durfte er wissen, die Bundeslade kommt wirklich nach Jerusalem. Aber das sahen nicht ganz alle so.
Vers 16: Und es geschah, als die Lade des Herrn in die Stadt Davids kam, da schaute Michal, die Tochter Sauls, aus dem Fenster, und sie sah den König David vor dem Herrn hüpfen und tanzen. Und sie verachtete ihn in ihrem Herzen. Sie verstand David nicht, und sie verstand auch nicht, was ihn im tiefsten bewegte. Das, was er beschrieben hat in Psalm 132. Wir haben gelesen, wie er dieses Gelübde, das er vor Gott abgelegt hatte, hatte, dass er einfach nicht zur Ruhe kommen will, bis er endlich die Bundeslade zur Ruhe bringen würde. Das konnte er nicht mit ihr teilen.
Wenn wir kurz mal aufschlagen: 1. Samuel 17, da besiegt David Goliath. Und es war ja versprochen worden, wer diesen Riesen aus Gat, diesen Philister, besiegt, wird Schwiegersohn des Königs, Schwiegersohn Sauls. Und da sollte er die Älteste bekommen, 1. Samuel 18,17. Und Saul sprach zu David: Siehe, meine älteste Tochter Merab, die will ich dir zur Frau geben, nur sei mir ein tapferer Mann und kämpfe die Kämpfe des Herrn, und so weiter.
Nun, David ist sehr bescheiden. In Vers 18 sagt er: Und David sprach zu Saul: Wer bin ich, und was ist mein Leben und die Familie meines Vaters in Israel, dass ich Schwiegersohn des Königs werden sollte? Also, er hat so gewisse Bedenken gehabt. Hier ging es ja jetzt um eine Heirat, wodurch er aus seinem bescheidenen Rang, den er hatte, als Sohn Isais, der achte Sohn, ein Schafhirt, jetzt soll er Schwiegersohn des Königs werden. Das war natürlich, aus menschlicher Sicht, eine steile Karriere durch Heirat. Er sagt: Wer sind wir schon, dass wir da quasi unstandesgemäss eine solche Position bekommen sollten? Obwohl er ja eigentlich wissen konnte: Samuel hatte ihn schon längst zum König gesalbt, in 1. Samuel 16. Aber er war es noch nicht, und er blieb der bescheidene David. Auch wenn er wusste: Eines Tages werde ich König über Israel werden. Und jetzt soll er Schwiegersohn des Königs Saul, König über alle zwölf Stämme, werden. Und er sagt: Wer bin ich, was ist mein Leben und die Familie meines Vaters in Israel?
Dann lesen wir aber in Vers 19: Und es geschah zu der Zeit, als Merab, die Tochter Sauls, David gegeben werden sollte, da wurde sie Adriel, dem Meholatiter, zur Frau gegeben. Wie eine Ware. Der König hat die Handelsabmachung geändert, gibt sie jemand anderem. Aber Saul hatte zwei Töchter, das war ja bekannt.
Und dann in Vers 20 heisst es: Und Michal, die Tochter Sauls, liebte David. Und man berichtete es Saul, und die Sache war recht in seinen Augen. Und Saul sprach: Ich will sie ihm geben, damit sie ihm zum Fallstrick werde und die Hand der Philister gegen ihn sei. Also Michal fühlte sich natürlicherweise zu David hingezogen. Und das war ja nicht irgendwie eine Abmachung, nicht ein Deal. Das war jetzt wirklich, müsste man sagen, eine ganz natürliche, echte Liebe. Und so heiratet er sie. Aber es ging eben trotzdem um eine politische Ehe. Er sollte irgendwie in einen besonderen Stand gestellt werden. Und reicht das, wenn Michal ihn liebte? Sie verstand ihn ja nicht.
Gut, später, das ist alles Repetition von früher, später hat sie ihm das Leben gerettet, als Vater Saul ihn umbringen wollte. Da hat sie das arrangiert, dass er fliehen konnte, und sie hat mit einem Trick mit einem Terafim im Bett den Vater getäuscht. Und so konnte David genügend Zeit haben, um zu fliehen. Also, sie hat sich auf die Seite Davids gestellt gegen den eigenen Vater. Das soll man ja normalerweise nicht machen. Wir müssen uns nicht gegen die Familienglieder stellen. Aber wenn es darum geht, dass man ein Unrecht begehen muss, ist das etwas anderes. Und da hat sie sich gegen diese Mordgedanken ihres Vaters gestellt. Sie hat ihren Mann geschützt.
Aber eben: Jetzt erlebt David, wie an diesem einzigartigen Tag sein Wunsch in Erfüllung geht, und er zeigt seine Gefühle vor dem Volk. Und da bleibt eben immer noch David dieser Bescheidene, der sich nicht irgendwie so abgehoben geben wollte. Er hat seine Bescheidenheit bewahrt. Und Michal verstand das nicht. Das ist doch überhaupt nicht standesgemäss, wie der sich aufgeführt hat. Sie verachtet ihn in ihrem Herzen.
Aber wir sehen dann weiter. Ich lese gerade mal durch, und dann haben wir es. Und sie brachten die Lade des Herrn, Vers 17, hinein und stellten sie an ihren Ort, an diesen speziellen Ort. Da würde ich mich freuen, wenn man in der Davidstadt ... Ich habe gesagt, Elad Mazar hat ja da grossartig ausgegraben bis auf den natürlichen Felsen, aber es gäbe schon noch mehr dort auszugraben. Und man müsste halt auch einiges noch wegschaffen, ob man da noch die Vertiefung finden würde für die Bundeslade. Ich war auf dem Felsen, im Felsendom. Vom Salomonstempel her sieht man die Vertiefung, und man kann sie heute noch sehen. Man kann ja als Nichtmuslim nicht mehr rein. Also, ich war noch vor dem Jahr 2000 drin, ich habe es gesehen. Aber seit 2000 hat der Waqf, das ist diese palästinensische Organisation, gesponsert von Jordanien, beschlossen: Nichtmuslime dürfen den Felsendom nicht mehr betreten.
Und gerade auf der letzten Israel-Reise vor ein paar Wochen, da war einer mit dabei, der wollte unbedingt trotzdem rein. Da habe ich gesagt: Du hast keine Chance, du kannst nicht reingehen. Ja, aber wenn ich einfach reingehe, die werden sagen, du bist ein Muslim, und die werden sagen: Sag das Glaubensbekenntnis auf, Allah ist der einzige Gott und Mohammed ist sein Prophet. Übrigens, wenn man das dreimal sagt, unter Zeugen, ist man Muslim. Das ist die Konversion. Es braucht keine Bekehrung, es braucht keine Sündenerkenntnis, nichts. Einfach dreimal sagen, unter Zeugen, und dann ist man Muslim. Und wenn man dann abfällt, dann könnte man damit rechnen, dass einer den Auftrag sieht, einen umzulegen.
Ja gut, er hat das ganz anders gemacht. Der spricht perfekt Arabisch mit ägyptischem Akzent, weil seine Eltern von dort hier nach Deutschland gekommen sind. Und der hat dort mit den Leuten arabisch gesprochen, und: Ah ja, ich möchte gerne hineingehen. Ja bitte, natürlich, kommen Sie. Und der ging rein, mit super Kamera ausgerüstet, und der hat mir Bilder gemacht, jetzt in Hochauflösung. Also echt grandios eben von dieser Vertiefung der Bundeslade. Aber das wäre noch etwas in der Davidstadt, nach dieser Vertiefung zu suchen, mit den gleichen Massen, 13,1 Seitenlänge.
Stellten sie sie an ihren Ort innerhalb des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und David opferte Brandopfer und Friedensopfer vor dem Herrn. Als David das Opfer der Brandopfer und der Friedensopfer beendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. Und er verteilte an das ganze Volk, an die ganze Menge Israels, vom Mann bis zur Frau, an jeden einen Brotkuchen und einen Trunk Wein und einen Rosinenkuchen. Und das ganze Volk ging hin, jeder in sein Haus.
Also, diese Freude macht ihn auch noch freigebig. Und das hat noch eine tiefere Bedeutung. Wir erinnern uns: Wir haben den ganzen Psalm 132 gelesen. Erster Teil: Da geht es um die Bundeslade, die nach Jerusalem kommen soll. Zweiter Teil: dass Gott David zum Stammvater des Messias machen würde. Und dann lesen wir von Gottes Verheissung für Zion: Seine Speise will ich reichlich segnen, seine Armen mit Brot sättigen. Das hat er gleich in Vorwegnahme der göttlichen Verheissung auch so gemacht und hat das ganze Volk gespiesen. Jeder bekam einen Brotkuchen.

Heimkehr, Segen und die Spannung im Haus

Vers 20: Und als David zurückkehrte, um sein Haus zu segnen, das heißt: heimzukehren und einen Segensgruß zu sagen, das heißt, das Haus zu segnen, wenn man heimkommt. Der Segen im Haus Obed-Edoms spielt eine wichtige Rolle. David wollte diesen Segen auch haben. Darum holte er die Bundeslade, segnete dann das ganze Volk und kam schließlich, nachdem alles vollendet war, nach Hause und gab seiner Familie den Segen.
Und als David zurückkehrte, um sein Haus zu segnen, ging Michal, die Tochter Sauls, hinaus David entgegen. Es ist sehr schön, wenn die Ehefrau entgegenkommt, wenn man nach Hause kommt, müde und alles vollendet. Aber das kann auch anders aussehen.
David entgegen sprach sie: Wie hat sich der König von Israel heute verherrlicht, da er sich heute vor den Augen der Mägde seiner Knechte entblößt hat, wie sich nur einer der losen Leute entblößt. Wenn du so deine Gefühle zeigst als König, das geht ja gar nicht. Aber es ist schon übel, wie sie ihn da heruntermacht.
Wie reagiert der Ehemann, der König Israels? Da sprach David zu Michal: Vor dem Herrn, der mich vor deinem Vater und vor seinem Haus erwählt hat, um mich als Fürst zu bestellen über das Volk des Herrn, über Israel! Ja, vor dem Herrn will ich spielen, und ich will noch geringer werden als diesmal und will niedrig sein in meinen Augen. Aber bei den Mägden, von denen du sprichst, bei ihnen werde ich geehrt sein.
Michal aber, die Tochter Sauls, hatte kein Kind bis zum Tage ihres Todes. Er wird nicht wütend, sondern er versucht ihr zu erklären: Ich habe das ganz bewusst gemacht. Ich stand in der Gegenwart Gottes, vor dem Herrn, und habe das gemacht und betont. Und dieser Herr ist es, der mich eben bevorzugt hat gegenüber dem Haus Sauls. Er hat mich zum Fürsten eingesetzt. Die ganze Würde habe ich von ihm, nicht aus mir selbst. Er hat mich einfach auserwählt, und zwar nicht nur über das Volk, sondern er sagt: über das Volk des Herrn.
Es ist ihm klar: Dieses Volk, das ist das Volk Gottes. Und er betont nochmals: über Israel, das heißt der Gotteskämpfer. Und nochmals: Ja, vor dem Herrn will ich spielen. Also in seiner Gegenwart will ich auch durch Musik zum Ausdruck bringen, was ich für den Herrn empfinde.
Und dann sagt er: Und ich bin bereit, noch geringer zu werden. Oder man kann auch übersetzen: geringer geachtet zu werden als diesmal und will niedrig sein in meinen Augen. Er sagt nicht: Ich bin niedrig in meinen Augen, sondern: Ich will es. Es ist seine Entscheidung. Ob man stolz sein will oder ob man bewusst eine Haltung der Demut einnehmen will, das ist etwas, was sich durch das ganze Leben von David hindurchzieht, diese Schlichtheit, diese Demut.
Auch gegenüber Saul, als er verfolgt wurde, sagt er: Wen verfolgst du? Ein Rebhuhn. Er vergleicht sich mit einem Rebhühnchen, das da so wild flatternd und die kurzen Beine schnell gebrauchend sich fortbewegt. Und er vergleicht sich auch mit einem Floh. Das zeigt so diese Demut, und das zieht sich da eben weiter durchs Leben. Auch in den weiteren Kapiteln werden wir sehen: Darum hat Gott ihm eben diese besondere Stellung geben können, weil diese Demut da ist.
Wobei natürlich: Bei Demut müssen wir auch selbstkritisch sein. Letztes Mal, als wir noch in 1. Samuel waren, haben wir gesehen, dass diese Begegnung mit Nabal, diesem törichten Mann, etwas ans Licht gebracht hat. Es war nämlich so: David hat von sich aus als Verfolgter mit seinen Leuten, mit seiner Privatarmee, das Hab und Gut von Nabal vor Feinden geschützt. Dann hatte er den Gedanken, dieser Nabal könnte uns ja jetzt noch ein bisschen mit Nahrung versorgen. Er hat eine Gesandtschaft zu Nabal geschickt, ob er ihm nicht quasi etwas geben könnte. Schließlich wurde er militärisch beschützt und so weiter. Er war ja steinreich, der Nabal.
Da hat er gesagt: Wer ist David, wer ist der Sohn Isais? Es gibt heute viele Knechte, die ihren Herrn davonlaufen. Der wusste ganz genau, wer David war. Und er wusste auch ganz genau, dass das der nächste König sein wird. Aber wirklich in einer so frechen Art: Wer ist der Sohn Isais? Er nennt ihn nicht einmal David, sondern nur den Sohn Isais, übrigens genau wie Saul. Wir haben gesehen, durch die Kapitel hindurch in 1. Samuel spricht Saul immer von dem Sohn Isais. Er spricht nicht von David. Er konnte seinen Namen nicht leiden. Er konnte ihm seinen Namen nicht einmal richtig auf die Lippen nehmen. Und genau diese Sprache, Nabal.
Dann wurde David so wütend, er wollte ihn umbringen. Glücklicherweise hat diese gescheite, gottesfürchtige Frau von Nabal, Abigail, ihn daran gehindert. Wirklich auf eine ganz spezielle Art hat sie David heruntergefahren und ihn wirklich vor Blutschuld bewahrt.
Ja, aber eben, ich habe mir da gedacht: Selber sagen, wenn du verfolgst, ein Rebhuhn, ein Floh, das ist eine Sache. Aber wenn jemand anders sagt: Der Sohn Isais, es gibt heute viele Knechte, die ihren Herrn davonlaufen, dann ist es nicht mehr dasselbe, wenn andere einen runtermachen. David hatte auch das Fleisch in sich, aber man kann trotzdem sagen, was ihn durchs Leben hindurch gekennzeichnet hat, das ist eben eine Demut, und diese Demut war echt.
Und auch da gegenüber Michal ist es einfach traurig. Die Frau versteht mich nicht. Und das gibt es noch mehr, wenn wir an Hiob denken. Er wurde von seiner Frau auch nicht verstanden. Als er so im Leiden war, hat sie ihm schließlich gesagt: Jetzt sag doch Gott Lebe wohl und stirb. Und er ist auch nicht wütend geworden. Er hat gesagt: Du sprichst wie eine der Thörinnen redet. Thörin, das ist die weibliche Form für Thor. Und das ist hebräisch ein schreckliches Wort, Nabal, und das beinhaltet nicht nur dumm, sondern dumm und gottlos. Dumm ist schon schlimm, gottlos ist schlimm, aber dumm und gottlos zusammen, das ist wirklich etwas vom Schlimmsten. Man muss nur denken an die ganze Politik, wo das oft kombiniert ist: Dummheit und Gottlosigkeit. Es ist schrecklich.
David wird nicht wütend, Hiob wird nicht wütend, sondern er erklärt seiner Frau: Wir haben das Gute aus der Hand Gottes angenommen. Sollen wir nicht auch das Böse, das über uns kommt, aus seiner Hand nehmen? Echt eindrücklich, aber er hatte keine Unterstützung.
Aber es geht weiter, so kommen wir zu Kapitel sieben. Wir machen aber hier noch zehn Minuten weiter und werden das dann heute Abend im Detail anschauen: 2. Samuel 7. Aber ich lese schon einige Verse, Kapitel 7, ab Vers 1:
Und es geschah, als der König in seinem Haus wohnte und der Herr ihm ringsumher Ruhe verschafft hatte vor allen seinen Feinden, da sprach der König zu Nathan, dem Propheten: Sieh doch, ich wohne in einem Haus aus Zedern, und die Lade Gottes wohnt unter Teppichen.
Und Nathan sprach zum König: Geh hin, tu alles, was du im Herzen hast, denn der Herr ist mit dir.

Die Ruhe nach der Bedrängnis und der Wunsch nach einem Haus für Gott

Hier haben wir so einen tiefen Einschnitt im Leben Davids vor uns. Es war eine lange Zeit der Verfolgung, der Verwerfung und der Verschmähung. Und schliesslich hat Gott wirklich all die Gebete erhört. Wir finden ja aus dieser Zeit viele Gebete in den Psalmen Davids, in denen er beschreibt, was er an Nöten erlebt hat. Gott hat ihn erhört und ihn da herausgeführt. Es gab wirklich eine Wende. Es kamen weitere Nöte in seinem Leben, klar, aber hier gab es wirklich eine grundlegende Wende.
Und es ist auch eine Hilfe für solche, die vielleicht in einem Tunnel von Nöten sind und denken, der Tunnel höre nicht mehr auf, und ich kann es mir nicht vorstellen, dass dieser Tunnel jemals aufhört. Das gibt es, oder? Ja, und dann endet der Tunnel trotzdem. Er endet trotzdem.
Dazu möchten wir Psalm 18 aufschlagen. Dem Vorsänger. Von dem Knecht des Herrn, von David, der die Worte dieses Liedes zu dem Herrn redete an dem Tag, als der Herr ihn errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls. Und er sprach: Ich liebe dich, Herr, meine Stärke! Der Herr ist mein Fels und meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Schutz. Zu ihm werde ich Zuflucht nehmen, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Festung. Ich werde den Herrn anrufen, der zu loben ist, und ich werde gerettet werden von meinen Feinden.
Hier wird das Psalmlied datiert: An dem Tag, als der Herr ihn errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls. Welcher Kalendertag war das? Nun, dieser Ausdruck „an dem Tag“ kommt in der Bibel so oft vor und gerade in der Prophetie sehr oft für die Endzeit: an jenem Tag, an jenem Tag. Bayom oder bayom, das ist eigentlich eine adverbiale Konstruktion, und die bedeutet nicht einen 24-Stunden-Tag, sondern eine Epoche. Also in der Prophetie: an jenem Tag. Dann werden riesige Dinge beschrieben, die in der Endzeit geschehen werden. Das meint nicht einen 24-Stunden-Tag, sondern eine Epoche.
Aber bitte keine Vorfreude für solche, die meinen, die Schöpfungstage seien keine normalen Tage gewesen. Das waren normale Tage. Und in der Bibel werden Tage, die nummeriert sind, erster, zweiter, dritter Tag, als normale Tage verstanden. Und wenn bezeugt wird: Es wurde Abend, und es wurde Morgen, dann sind das normale 24-Stunden-Tage mit einem Nachtteil. Es wurde Abend, das ist der Beginn des Nachtteils. Es wurde Morgen, das ist der Beginn des hellen Teils. Und das zusammen ist dann ein Tag.
Also sagt auch 2. Mose 20 in Verbindung mit dem Sabbatgebot, dass Israel sechs Tage arbeiten soll und am siebten Tag, am Schabbat, ruhen soll. Denn die Begründung lautet: Der Herr hat Himmel und Erde in sechs Tagen gemacht und am siebten Tag hat er geruht. Da wird also die normale Arbeitswoche Israels mit der Schöpfungswoche verglichen.
Und es bringt überhaupt nichts, wenn man dann noch mit 2. Petrus 3 kommt. Dort steht, dass bei dem Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre. Aha, dann könnten wir ja doch tausend Jahre einsetzen für die Schöpfungstage. Aber das bringt auch nicht so viel, denn sechstausend Jahre, gut, mit dem Sabbat dann wären es siebentausend. Das ist näher bei sieben Wochentagen als bei dreizehn, sieben Milliarden Jahre. Dort wird ja der Urknall angesetzt, so ungefähr. Das kommt nicht auf ein paar Wochen früher oder später an. Ja, also, oder die Erde beginnt vor viereinhalb Milliarden Jahren, oder der Beginn des Lebens so gegen eine Milliarde Jahre. Mit sieben Jahren kommt man da nicht sehr weit.
Und überhaupt sagt 2. Petrus 3 nicht: Bei dem Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, sondern: ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Das bedeutet, dass Gott dem Ablauf der Zeit nicht unterworfen ist. Wir schon, weil wir Geschöpfe sind. Und wir sind nicht allgegenwärtig, wir müssen von A nach B gehen. Aber Gott ist allgegenwärtig. Er erfüllt das ganze Weltall, sagt Jeremia 23. Himmel und Erde, er ist überall gleichzeitig da, bei den entferntesten Galaxien und auch hier in Zäfelstein. Und er ist auch im Jenseits. Er ist der immanente Gott, der überall im Diesseits ist, und der transzendente Gott, der auch jenseits der sichtbaren Schöpfung ist.
Man muss einfach wissen: Dieser adverbiale Ausdruck, der oft vorkommt, an dem Tag oder an jedem Tag, das bedeutet eine Epoche. Wie wir im Deutschen sagen: heutzutage. Da ist auch das Wort Tag drin, aber es hat nichts zu tun mit einem 24-Stunden-Tag, sondern es ist eine Epoche. Aber niemand denkt, wenn wir schon manchmal sagen heutzutage, dass damit ein 24-Stunden-Tag gemeint wäre.
Man muss sich vorstellen, irgendein Ausländer aus Togo lernt sehr gut Deutsch, und dann sagt er sich: Ja, und die Leute sagen aber auch oft eben sieben Tage in der Woche. Wahrscheinlich ist das auch eine Epoche damit gemeint. Nein, wenn wir sprechen von sieben Tagen und vom Abend und vom Morgen und so weiter, dann meinen wir wirklich normale 24-Stunden-Tage. Aber wir haben den Ausdruck heutzutage, und dann meinen wir eben in unserer heutigen Epoche.
Und damit, der langen Rede kurzer Sinn, wird Psalm 18 eben auf diese Epoche datiert, in der David zur Ruhe gekommen ist. Und das wird jetzt hier so umschrieben in 2. Samuel 7: Es geschah, als der König in seinem Haus wohnte. Also: Saul war gestorben, der Palast war gebaut worden, Jerusalem war erobert, der Palast ist gebaut worden, und der Herr hat ihm Ruhe verschafft von allen seinen Feinden.
Und da betet er so: Ich liebe dich, Herr, meine Stärke! Der Herr ist mein Fels und meine Burg, mein Retter, mein Gott, mein Schutz. Zu ihm werde ich Zuflucht nehmen, mein Schild und das Horn meines Heils, meine hohe Festung. Neunmal sagt er mein. Das drückt diese persönliche tiefe Beziehung aus, die David zum Herrn hatte. Und das ist so ein Kontrast zu Saul. Wir erinnern uns, als wir eben all die Kapitel mit König Saul betrachtet haben: Er hat nie gesagt: Der Herr, mein Gott. Aber typischerweise, wenn er mit Samuel, seinem Berater, sprach, sagte er: Der Herr, dein Gott, der Herr, dein Gott. Er war kein Atheist, aber er hatte keine persönliche Beziehung.
David war nicht ein Theist, einfach einer, der glaubt, dass Gott gibt, sondern jemand, der eine persönliche Beziehung zu Gott hatte. In dieser Ruhe kommt ihm ein wichtiger Punkt in den Sinn. Da, beim Palast in der Davidstadt. Aber es ist nicht genug. Er hat den Wunsch, dass Gott nicht mehr in einem Zelt inmitten von Israel wohnen würde, wie die Stiftshütte, sondern wenn er schon einen Palast aus Steinen hat, und zwar grossen Steinen, wie wir gesehen haben, dann sollte Gott doch auch in einem würdigen, festen Haus wohnen.
Und da kommt Nathan, dieser gute Prophet, der eine ganz wichtige Rolle spielen sollte, auch im weiteren Leben Davids, und ihm kann er diesen Wunsch äussern. Michal war nicht diejenige, die diese Gedanken verstand, aber mit Nathan kann er darüber sprechen. Und Nathan ist ganz auf seiner Linie, und er sagt: Geh, tu alles, was in deinem Herzen ist, der Herr ist ja mit dir. Nur war das keine prophetische Inspiration, wie wir gleich noch sehen werden. Der Prophet irrt sich, Gott sieht das etwas anders und wird auch klar machen: Nicht David soll dieses Haus bauen, sondern seinen Sohn.
Ja, aber er war so gut Freund mit David, und er konnte seine Gedanken und seine geistlichen Wünsche verstehen. Mach das. Aber es muss nicht unbedingt das Richtige sein, wenn es nur ein Wunsch ist. Es muss ein Auftrag sein. Und da gehen wir dann heute Abend um halb acht weiter.

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