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Schöpfung kontra Evolution, Teil 1/2

06.01.2006
SerieTeil 1 / 2Schöpfung kontra Evolution
Zufall oder Schöpfer? Die Erbinformation in jeder Zelle wirkt wie ein perfekter Bauplan – schwer vorstellbar, dass so etwas ohne Intelligenz entsteht.

Einordnung der Evolutionslehre im historischen Wandel

Charles Darwin ist der Vater der modernen Evolutionslehre. Im Jahr 1859 gab er das Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion heraus, On the Origin of Species. In diesem Buch legte er die Grundlagen für die moderne Evolutionslehre.
Nicht, dass der Evolutionsgedanke etwas Neues gewesen wäre. Den finden Sie bereits bei den alten griechischen Philosophen, und Sie finden diese Gedanken auch weiter zurück bis zu den alten Babyloniern. Aber dieses Buch markiert doch den Beginn der modernen Evolutionslehre.
In diesem Buch versuchte Darwin darzulegen, dass es gar nicht nötig sei, zu glauben, dass für die Entstehung des Lebens ein Schöpfergott notwendig wäre. Nicht einmal in der Aufklärungszeit im achtzehnten Jahrhundert hat man gesagt: Gott hat mit dieser Welt eigentlich nichts zu tun, er ist weit weg. Er greift nicht in die Geschichte ein, es gibt keine Wunder, es gibt nichts Übernatürliches. Aber ganz bestimmt war er am Anfang als Schöpfer tätig. Also so ganz für den Anfang konnte man Gott nicht ausschließen, aber sonst hatte er nichts mehr zu tun mit dem Leben der Menschen.
Nun, im neunzehnten Jahrhundert geht Darwin einen Schritt weiter und sagt: Nein, auch für den Anfang der Dinge brauchen wir keinen Schöpfergott. Wir können alles erklären durch natürliche Abläufe und Phänomene in der Natur.
Aber in diesem Buch aus dem Jahr 1859 behandelt Darwin nur Pflanzen und Tiere. Er spricht nicht über die Herkunft des Menschen. Der Zeitgeist war damals noch nicht so weit, um das zu verkraften. Aber 1871 gab er das Buch Die Abstammung des Menschen heraus, und da legte er deutlich dar, was nur so zwischen den Zeilen lesbar war in dem früheren Buch: Auch der Mensch ist nicht eine Schöpfung Gottes, sondern er kommt auch aus dem Tierreich. Er hat sich ebenfalls durch ganz natürliche Phänomene entwickelt, und zwar in langen Zeiträumen.
Nun, das war Darwins Lehre. Ein paar Gedanken zur Evolutionslehre im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert: Denn die Evolutionslehre selbst, die moderne Evolutionslehre, hat auch eine Evolution durchgemacht.

Vom Weltall bis zum Menschen: das heutige naturwissenschaftliche Modell

Heute sieht man das im Allgemeinen so: Vor circa 15 bis 20 Milliarden Jahren, Sie merken, es kommt nicht auf ein paar Monate früher oder später an, sei alle Materie des ganzen Weltalls an einem Ort konzentriert gewesen. Darauf habe es geknallt, das sei der Urknall gewesen. Von da an sei die Materie in gewaltigem Tempo in den Weltraum hinausgeschleudert worden, und zwar in alle Richtungen. So habe sich das Weltall im Laufe der Zeit stets ausgedehnt.
Vor circa dreizehn Milliarden Jahren seien dann aus dieser explodierten Materie nach und nach Sterne und Sterngruppen, Galaxien, entstanden. Noch viel später, vor circa viereinhalb Milliarden Jahren, sei dann die Erde als Planet entstanden, zuerst in feuriger Form. Sie hätte sich dann nach und nach abgekühlt, aber erst, ich sage erst in Anführungsstrichen, denn wenn man in solchen Zeiträumen denkt, ist das ja sehr wenig.
Erst vor 600 Millionen Jahren sei dann das Leben hier auf Erden entstanden, und zwar die allereinfachsten Lebensformen, die Einzeller. Aber dann habe es nach und nach durch reine natürliche Vorgänge eine Weiterentwicklung gegeben, vom Einzeller über das ganze Tierreich hin bis zum Menschen, kurz gesagt von der Amöbe bis zu Goethe.
Diese Lehre steht im krassen Gegensatz zur Lehre der Bibel. Bedenken Sie: Im Abendland war die Bibel auch in wissenschaftlicher Hinsicht bis etwa ins Jahr 1800 Autorität. Um 1800 glaubten die meisten Naturwissenschaftler, Geologen und Biologen, dass Gott der Schöpfer des Lebens sei. Das müssen Sie sich klar vor Augen halten. Aber in der Zwischenzeit ist einiges geschehen, wie Sie feststellen.

Der biblische Schöpfungsbericht als Gegenentwurf

Nun, was hat die Bibel, was lehrt die Bibel, und was haben die meisten Menschen in Europa in den vergangenen Jahrhunderten, in den vergangenen zwei Jahrtausenden, geglaubt?
Die Bibel beginnt auf der ersten Seite mit dem Schöpfungsbericht und berichtet, dass Gott die ganze Welt in sechs Tagen erschaffen hat. Am ersten Tag, so berichtet die Bibel, hat Gott Himmel und Erde, das Universum, erschaffen und Licht in die Finsternis hineinleuchten lassen. Jehi Or, wehi Or: Es werde Licht, und es ward Licht.
Am zweiten Tag berichtet die Bibel, habe Gott die Ausdehnung, die Atmosphäre, erschaffen. Das hebräische Wort Rakia bezeichnet etwas Hauchdünnes, Weitausgedehntes. Das ist der Lufthimmel. An diesem zweiten Schöpfungstag wird nämlich die Rakia dann mit Schamayim, Himmel, bezeichnet. So berichtet die Bibel bereits auf der ersten Seite von zwei verschiedenen Himmeln.
Im ersten Vers im Bereschit bara Elohim, „Et ha-Schamayim we-etha-Aretz“, „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“, da bedeutet Schamayim das Weltall, das Universum. Aber im zweiten Schöpfungstag bedeutet Schamayim den Lufthimmel, das, was wir als blauen Himmel so wahrnehmen.
Am dritten Tag war die Erde von einem Urozean bedeckt. Da habe Gott sich das Festland auffalten lassen. Das Festland erscheint aus dem Meer durch Auffaltung, Gebirgsauffaltung, und Gott lässt Pflanzen, Gras, Kräuter und Bäume wachsen.
Am vierten Tag erst erschafft Gott die Sonne, den Mond und die Sterne. Erstaunlich, nicht wahr? Das Licht wird ja bereits am ersten Schöpfungstag erwähnt, aber das war nicht das Licht der Sonne, sondern es war Licht aus der Gegenwart Gottes. So wie Paulus in seiner Bekehrungsgeschichte in Apostelgeschichte 9 im Neuen Testament von einem Licht getroffen wurde, am Mittag, das heller war als die Sonne. Das war dieses gleiche Licht wie beim ersten Schöpfungstag: Licht aus der Gegenwart Gottes.
Aber interessant: Wenn Sie denken, die Völker rund um Israel herum verehrten die Sonne als einen ganz wichtigen Gott. Aber die Bibel sagt im Gegensatz dazu: Die Sonne ist eigentlich nur eine Lampe, ja, am vierten Tag erschaffen. Sie war gar nicht nötig am Anfang, der Schöpfer kam auch ohne Sonne aus. Aber am vierten Tag hat er die Sonne auch eingerichtet. Aber sie ist kein Gott, sie ist einfach ein Geschöpf. So auch der Mond, so auch die Sterne, wenn man an die Sternbilder denkt, die in der Astrologie schon bei den Babyloniern eine wichtige Rolle spielten und als Götter verehrt wurden. Nein, das sind nur Lampen, die ihre Funktion für die Erde haben, für die Menschen haben, nach dem Plan des Schöpfers.
Aber die Erde ist älter als die Sterne, etwa vier Tage älter. Am fünften Tag erschafft Gott die Wassertiere und die Flugtiere, am sechsten Tag die Landtiere und schließlich den Menschen, Mann und Frau. Der siebte Tag krönt das Ganze als Schabbat.
Schabbat kommt von einem Verb, das auf Hebräisch Schabbat heißt. Sie merken den Unterschied: Schabbat, Schabbat, Schabbat. Schabbat ist das Verb, das heißt ruhen, im Sinn von stoppen, aufhören. Nicht, dass der Schöpfer müde geworden wäre, nein, aber er hat aufgehört zu schaffen. Und so krönt der Schabbat eine vollendete, abgeschlossene Schöpfung.
Das ist die Lehre der Bibel über die Entstehung der Welt. Und Sie sehen, man kann es einfach nicht miteinander verbinden. Ja, die Erde ist älter als die Sterne. Das kann man nicht irgendwie harmonisieren mit der Evolutionslehre. Und Sie sehen, die Flugtiere sind älter als die Landtiere. Also man kann nicht sagen, ja, irgendwie ging das über die Reptilien und dann zu den Vögeln, die Reptilien am Land und dann die Vögel, nein: Wassertiere, Flugtiere. Und die Landtiere kommen einen Tag später. Es geht nicht, man kann es nicht harmonisieren.

Wissenschaft, Deutung und die Frage nach Wahrheit

Nun stellt sich die Frage: Wenn wir Bibel und Wissenschaft vergleichen, gibt es hier einen Konflikt? Ja, natürlich. Aber wie? Das hat große Konsequenzen für uns. Denn dann fragen wir uns: Ist die Bibel Gottes Wort? Die Bibel behauptet von sich, Gottes Wort zu sein. Aber ist die Bibel wirklich Gottes Wort? Ist der Glaube heute überholt?
Nun können wir uns aber auch fragen: Ist Wissenschaft die Quelle der Wahrheit oder eine Quelle der Wahrheit? Am besten würden wir uns vielleicht zuerst einmal fragen: Was ist eigentlich Wissenschaft? Denn oft, wenn Ihnen jemand sagt: Ja, die Wissenschaft hat die Bibel widerlegt, der Glaube ist eigentlich heute überholt, dann muss man als Gegenfrage stellen: Ja, was ist eigentlich Wissenschaft?
Man merkt, viele Leute denken gar nicht so sehr darüber nach. Im Prinzip ist es ja ein bisschen unhöflich, Gegenfragen zu stellen. Aber es ist so eine jüdische Unart, Gegenfragen zu stellen. Übrigens hat einmal jemand einen Juden gefragt: Wieso stellt der dauernd Gegenfragen? Wissen Sie, was er gesagt hat? Warum eigentlich nicht?
Also: Was ist eigentlich Wissenschaft? Eine anständige Gegenfrage.
Nun können wir das ganz einfach erklären, so dass auch Kinder es verstehen. Denn wenn Kinder es verstehen, dann verstehen es die Erwachsenen auch. Man kann Wissenschaft vergleichen mit einem Haus, wie Sie es hier sehen, mit Erdgeschoss und erstem Stock.
Im Erdgeschoss haben wir den Bereich der Tatsachen. Wir machen Funde, Beobachtungen, wir führen Experimente durch, die wir ständig wiederholen können, wir machen Erfahrungen. Das sind Tatsachen, die wir im Erdgeschoss sammeln. Das ist sehr wichtig, denn echte Naturwissenschaft ist experimentelle Naturwissenschaft. Das heißt: Dinge, die wirklich naturwissenschaftlich sind, können wir im Experiment beliebig oft wiederholen, in der Chemie, in der Physik. Wir können Versuche machen. Nehmen Sie zum Beispiel einen Schlüssel, halten Sie ihn so in die Luft und dann lassen Sie ihn los, und er fällt nach unten. Ja, das können Sie wiederholen, und das können Sie experimentell als Tatsache feststellen: Gegenstände fallen auf Erden auf den Boden.
Nun behandelt aber die ganze Evolutionslehre ein Thema, das nicht durch Experimente wiederholt werden kann. Ganz wichtig: Das ist eigentlich keine reine Naturwissenschaft. Zum Beispiel Geschichte: Wenn man Geschichte studiert, dann studiert man keine Naturwissenschaft. Warum? Ja, man arbeitet schon wissenschaftlich und methodisch, aber nicht naturwissenschaftlich, denn vergangene Ereignisse kann man ja nicht wiederholen. Wir können nicht nochmals die ganze Sache mit Alexander wiederholen, ich meine Alexander den Großen. Das ist einmal geschehen, wir können es nicht wiederholen, wir können keine Experimente damit machen. Aber wir können Münzen mit dem Bild von Alexander darauf sammeln und studieren, wir können Inschriften aus der Zeit studieren, wir können die Spuren aufgreifen. Das können wir. Aber wir können das Ereignis selber nicht mehr wiederholen. Und darum ist Geschichte keine Naturwissenschaft.
Aber Chemie, Physik und Biologie, da, wo man sich wirklich mit den Dingen beschäftigt, die man jetzt beobachten kann und wiederholt beobachten kann, da handelt es sich um wirkliche Naturwissenschaft. Das nur nebenbei.
Aber Wissenschaft hat also den Bereich der Tatsachen. Nur genügt das ja nicht. Das ist ja langweilig. Es gibt so Leute, die haben einen Sammeltrieb. Die sammeln Autos, Briefmarken oder Bierdeckel. Die sammeln einfach. Aber was bringt eine riesige Sammlung, wenn das ganze Haus voll ist? Man sollte diese Dinge doch auch irgendwie in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Darum gehen wir in den ersten Stock.
Dort haben wir den Bereich der Interpretationen. Aus den gesammelten Tatsachen, Funden, Beobachtungen, Experimentsergebnissen wollen wir nun Schlussfolgerungen ziehen. Man darf da auch spekulieren. Ja, Sie können einmal spekulieren, warum der Schlüssel immer zu Boden fällt. Und Sie können da auch Ihre Philosophie hineinbringen, Ihre Weltanschauung. Aber das gehört in den Bereich des ersten Stocks.
Diese Bereiche sollte man stets im Kopf trennen, auch wenn es in der Praxis sehr schwierig ist, denn es läuft ständig ineinander hinein. Aber im Denken ist diese Trennung ganz wichtig. Und zwar zum Beispiel aus folgendem Grund: Wenn ich die Bibel vergleiche mit Wissenschaft oder mit Naturwissenschaft, dann kann ich die Behauptung aufstellen, dass die Bibel im Vergleich zu den Tatsachen immer zu Übereinstimmung führt. Haben Sie jemals gehört, dass jemand sagt, die moderne Chemie habe die Bibel in Frage gestellt, die moderne Physik habe die Bibel in Frage gestellt? Nein. Alle diese Bereiche, die sich mit den beobachtbaren, experimentell nachvollziehbaren Dingen beschäftigen, bringen uns keine Konflikte mit der Bibel.
Aber wenn wir nun die Bibel mit dem Bereich der Interpretation vergleichen, dann sind Konflikte sehr wohl möglich. Sie müssen nicht sein, aber sie sind da sehr wohl möglich. Allein diese Feststellung ist doch sehr, sehr bedenkenswert.
Nun, das war alles ein bisschen theoretisch. Jetzt wollen wir das einmal ganz praktisch anwenden.

Menschen, Affen und die Grenzen von Ähnlichkeit

Wir stellen uns die Frage: Stammt der Mensch vom Affen ab? Es gibt dann ganz schlaue Leute, die sagen manchmal: Ja, das behauptet doch niemand, dass der Mensch vom Affen abstammt. Dann sage ich: Natürlich glaubt man das, nur niemand glaubt, dass der Mensch von heute lebenden Affenarten abstammt. Aber man glaubt sehr wohl in der Evolutionslehre, dass der Mensch von einer ausgestorbenen Affenart abstammt.
Sie sehen hier einen Schädelüberrest von dem Australopithecus afarensis, das heißt afrikanischer Südaffe, und er spielt in der Evolutionslehre eine ganz wichtige Rolle als Vorfahr des Menschen. Australo heißt Süd, Pithecus heißt Affe. Also, man glaubt sehr wohl, dass der Mensch vom Affen abstammt, aber eben von einem ausgestorbenen Affen, den es heute nicht mehr gibt.
Nun, hier müssen Sie aber gut beobachten: Nur das Weiße hier, diese Bruchstücke, wurden gefunden als Knochen. Das Schwarze ist bereits eine Rekonstruktion. Ja, gut, es gibt auch bessere, vollständigere Funde als das. Aber Sie sehen auch da wieder: Man muss immer gut schauen, was wirklich Tatsache ist und was bereits Interpretation.
Nun wollen wir eben dieser Frage nachgehen: Stimmt das mit dem Affen? Stimmt das, dass ein Mensch von dem Affen abstammt? Ja, wir gehen jetzt in den Zoo zusammen, und zwar bleiben wir ganz bewusst im Bereich des Erdgeschosses. Wir beobachten Menschen und Affen im Zoo, die Affen hinter dem Gitter und die Menschen vor dem Gitter. Was stellen wir fest? Aussehen, eventuell Verhalten: Es gibt deutliche Ähnlichkeiten bis Übereinstimmungen. Ja, ist so, vielleicht bei Bartträgern besonders augenscheinlich.
Nun, das sind Tatsachen, das können wir so oft beobachten, wie wir wollen, aber das genügt uns nicht. Wir wollen uns fragen: Warum ist diese Ähnlichkeit da? Nun, dann gehen wir in den ersten Stock.
Aber wenn wir doch noch schnell im Erdgeschoss bleiben: Wir gehen mal ins Museum und vergleichen da ein Menschen- und ein Affenskelett. Sie sehen auch, wenn der Bart weg ist, und auch die Haut, das Fleisch und die Muskeln, sind die Übereinstimmung und die Ähnlichkeit immer noch da. Also zwischen diesem Affenskelett und diesem Menschenskelett sind doch ganz deutliche Ähnlichkeiten vorhanden. Woher kommt das? Wir müssen in den ersten Stock, um diese Frage zu beantworten.

Deutungen von Herkunft und Bauplan

Nun, wir gehen in den ersten Stock. Da sind wir. Und wir kommen zum Schluss: Ursache der Ähnlichkeit ist gemeinsame Abstammung. Warum? Ja, das ist doch ganz einfach. Schauen Sie sich mal dieses Familienfoto an. Das ist der Vater, die Mutter, und dies sind die beiden Kinder, Mädchen und Junge. Und Sie sehen: Die Tochter ist ganz die Mama und der Sohn ganz der Papa. Woher kommt die Ähnlichkeit? Durch Abstammung.
Und schauen Sie, das Ganze kann man noch deutlicher unterstreichen. Sehen Sie dieses Foto hier, das ist der Grossvater. Und die Ähnlichkeit geht also über Generationen ganz frappant, ja? Der Junge hat noch keinen Schnauz, und der Vater wollte keinen, aber die Ähnlichkeit ist trotzdem da, insbesondere die markante Nase, nicht? Ähnlichkeit durch Verwandtschaft.
Und nun gibt es Leute, die sagen: Seht ihr, wir können beweisen, dass der Mensch vom Affen abstammt, weil es Übereinstimmung hat, Ähnlichkeit, und Ähnlichkeit kommt eben durch Abstammung. Halt, halt, halt! Das ist ja nicht die einzige Erklärung für Ähnlichkeit. Schauen Sie verschiedene Autotypen an. Woher kommt die Ähnlichkeit bei verschiedenen Autotypen und Marken? Dort hat es nichts zu tun mit Abstammung, sondern mit einem gemeinsamen Konstruktionsplan, der hinter allen Automarken steht, ein Konstruktionsplan.
Nun könnte man also erklären: Die Ähnlichkeit zwischen Affen und Menschen hängt damit zusammen, dass der Schöpfer einen gemeinsamen Grundbauplan angewandt hat und ihn in der Erschaffung verschieden ausgeprägt hat.
Nun, wir gehen wieder einmal ins Erdgeschoss zurück und schauen uns einige Schädel an. Es ist eine Tatsache, die wir beobachten können: Es gibt versteinerte menschenähnliche Skelette und Schädel. Das sind Fakten, da braucht man gar nicht zu interpretieren. Rechts sehen Sie hier den Schädel eines Zynianthropus. Sie sehen, da steckt das Wort Anthropos drin, das bedeutet Mensch, griechisch Anthropos. Also bei der Namensgebung war man sich schon im Klaren darüber, dass das nicht von einem Affen herstammt, sondern von einem Menschen, eben vom Zinjanthropus.
Aber im ersten Geschoss gibt es eben auch unter Wissenschaftlern verschiedene Schlussfolgerungen. Da gibt es einen Wissenschaftler, der sagt: Zinjanthropus ist ganz eindeutig ein Urmensch. Aber ein anderer Wissenschaftler sagte: Nein, Zinjanthropus, trotz seines Namens, den er jetzt einfach hat, ist ein Affe. Und beide haben aufgrund des gefundenen Schädels Rekonstruktionen anfertigen lassen. Sie sehen, das sind Rekonstruktionen vom gleichen Schädel. Der eine war überzeugt, das ist ein Mensch, und dann hat er die Rekonstruktion so gemacht, dass es wie ein Mensch aussieht. Und der andere war überzeugt, das ist ein affischer Affe, und hat diese Rekonstruktion gemacht, aufgrund des gleichen Schädels.
Nun, Sie müssen sich ja im Klaren sein: Die Knochen können gewisse Hinweise geben, wie die Beschaffenheit des Aussehens war, aber sie sind sehr beschränkt. Denn im Prinzip weiss man ja nicht, wie genau das Fleisch, die Muskeln, die Haut und die Behaarung darüber ausgesehen hat. Und fragen Sie doch mal Ihren Zahnarzt, er soll Ihnen Röntgenbilder von anderen Patienten zeigen. Und dann schauen Sie mal an diese gewisse, ja, und da sind Sie manchmal ganz erstaunt: Der hat eine ganz gewöhnliche Zahnstellung, aber die Lippen sind ganz dick und wulstig über diese Zähne gezogen, so wie man das eigentlich gar nicht erwarten würde, wenn man nur den Schädel hätte. Also da besteht sehr viel Variation, und darum ist die Rekonstruktion eigentlich reine Spekulation.
Nun, wir gehen zusammen in ein Menschenschädel-Museum, wo Sie Schädel sehen von heutigen Menschen aus aller Welt. Sie sehen hier aus Asien, Australien, Ozeanien usw. usf. Was uns da auffällt bei diesem Besuch, ist Folgendes: Es gibt eine gewaltige Variationsbreite an Menschenschädeln. Es ist unglaublich, wie Menschenschädel sich voneinander unterscheiden können.
Übrigens, nur nebenbei gesagt: Die Variationsbreite, die genetische Variationsbreite, ist bei Affen etwa zehnmal höher als bei Menschen. Und bei Menschen ist sie schon enorm. Ich zeige Ihnen ein paar Beispiele. Das hier ist der Schädel eines Wallisers. Sie wissen, Kanton Wallis, das ist ein ganz südlicher Kanton der Schweiz, mit den höchsten Bergen, das sind die Berge, auf die wir so stolz sind, Matterhorn und so, und Berge, die über viertausend Meter sind. Sie sehen: Also dieser Walliser hat so ausgesehen. Halten Sie das im Gedächtnis, und ich zeige Ihnen ein neues Bild.
Das ist ein Graubündnerschädel, also von einem Menschen, der aus einem anderen Kanton der Schweiz kommt, aus Graubünden. Da gibt es auch hohe Berge. Und man sagt, die Graubündner, die haben so richtige Dickschädel. Man könnte es auch glauben, nicht wahr, wenn man diesen Schädel sieht. Und sehen Sie, die Schweiz ist so klein. Ein Klavierschüler von mir hat einmal gesagt, vor Jahren, er war acht Jahre alt, die Familie kam aus den Ferien in Spanien, und da hat er gesagt: Jetzt weiss ich, warum es kein Meer gibt in der Schweiz. Ja, wieso? Die Schweiz ist viel zu klein. Ja, also die Schweiz ist wirklich klein, aber das mit dem Meer kann man noch in Frage stellen, und trotzdem gibt es in der Schweiz eine gewaltige Variationsbreite an Menschenschädeln. Wie erst weltweit!
Hier sehen Sie einen Neandertaler-Schädel. Und schauen Sie, unter anderem sind sehr typisch diese gewaltigen Augenwülste hier über den Höhlen, den Augenhöhlen. Sie können bei sich mal spüren, ob Sie auch so etwas finden. Also bei mir ist es ganz anders, viel flacher.
Nun, das hier ist ein Australier aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Sehen Sie, er sieht ganz anders aus, sein Schädel sieht ganz anders aus als meiner. Sehen Sie hier sehr ausgeprägte Augenwülste. Aber das war ein moderner Mensch. Wenn Sie den im Aldi angetroffen hätten, Sie wären nicht geflohen. Also nicht irgendwie etwas Grausiges, ein ganz normaler moderner Mensch, aber er hat einfach hier ein Merkmal der Neandertaler. Sie sehen, wenn man diese Schädel nebeneinander stellt und so vergleicht.
Nun wollen wir uns mal mit zwei Abstammungsreihen beschäftigen. Sie sehen hier oben einen Australopithecus-Schädel, das ist wieder der Südaffe, der wichtige Vorfahr von Ihnen, falls Sie daran glauben. Und dann am Ende dieser Reihe der Schädel einer Französin. Sie wissen, die Franzosen sind sehr intelligent, sie waren ein sehr wichtiges Volk auch in der Aufklärungszeit, sie hatten wichtige Aufklärungsphilosophen wie Voltaire und so hervorgebracht, und Sie sehen auch, wie der Schädelinhalt im Bereich des Gehirns ausgesprochen gross ist. Vergleichen Sie das mal mit dem Australopithecus, so klein, und die Französin so riesig, ja?
Und nun, dazwischen sehen Sie nochmals einen Schädel, aber den habe ich nicht angeschrieben, extra nicht. Aber was Ihnen klar ist: Dieser Unbekannte dazwischen hat ein viel grösseres Gehirnvolumen gehabt als der Australopithecus, aber noch deutlich weniger als die moderne Französin. Ja, das passt also sehr schön in eine Abstammungsreihe hinein. Hier nochmals eine Abstammungsreihe: Australopithecus und dann ein Schädel mit grösserem Gehirnvolumen und dann unsere moderne Französin. Und Sie sehen, es nimmt ständig zu. Also man könnte da eine sehr schöne Abstammungsreihe daraus schlussfolgern.
Aber jetzt löse ich das Rätsel: Die zweite Reihe ist einleuchtend, aber garantiert falsch, denn das hier ist Australopithecus, das in der Mitte, das ist der Australier von vorhin, aus dem Aldi, ja, und das ist die Französin. Aber man könnte da eine Abstammungsreihe konstruieren, einfach vom Aussehen der Schädel her. Aber wir wissen, das war garantiert nicht so.
Nun, die obere Reihe ist die bekannte Reihe: Australopithecus, Homo erectus, das heisst der aufrechtgehende Mensch, kein Affe mehr, ein Mensch, und dann die moderne Französin. Das entspricht der Idee in der Evolutionslehre heute. Aber Sie sehen, man könnte auch mit anderen Knochen eine Abstammungsreihe so logischerweise zusammenstellen, aber das heisst noch lange nicht, dass die so stimmt.
Übrigens, das mit dem Gehirnvolumen, das ist noch ein wichtiger Punkt. Man hat ja früher geglaubt, dass die Intelligenz des Menschen damit zusammenhängt. Und zwar wusste man ja schon lange, dass das durchschnittliche Gehirnvolumen der Frauen in Europa kleiner ist als bei den Männern. Ja, das ist so. Aber haben Sie keine Probleme mit dieser Feststellung, man hat nämlich später festgestellt, dass durchschnittlich das Gehirn der Inder grösser ist als das Volumen der Europäer, und seither ist man von dieser Überzeugung weggekommen, dass Gehirngrösse mit Intelligenz zusammengekoppelt ist.

Erste Schlussfolgerungen aus den Beobachtungen

Ja, wir kommen nun zu einem ersten Fazit.
Ähnlichkeit ist kein Beweis für gemeinsame Abstammung. Es ist eine denkbare Möglichkeit.
Zweitens: Rekonstruktionen des Aussehens aufgrund von Schädelfunden sind sehr zweifelhaft. Ich betone das sehr, weil in der Praxis – ich spreche jetzt nicht von studierten Biologen, sondern ganz allgemein – viele Leute besonders überzeugt von der Evolutionslehre sind, weil sie zum Beispiel als Kind in der Schule eine Abstammungsreihe gesehen haben, in der Haut, Fleisch und Behaarung rekonstruiert worden sind. Das bleibt tief in der Seele eingeprägt. Man kann sie dann ganz klar zeigen, wie das Schritt für Schritt gegangen ist. Und man glaubt, das sei Wissenschaft, aber das ist reine Interpretation im ersten Stock. Darum betone ich das so sehr.
Ein dritter Punkt: Abstammungsreihen sind Konstruktionen. Das sind keine Beweise, sondern Konstruktionen, die versuchen, Plausibilität an den Tag zu legen. Aber das ist noch kein Beweis.
Und viertens haben wir festgestellt: Es gibt eine gewaltige Variationsbreite bei den Schädeln und überhaupt auch beim Skelettbau von Menschen und Affen. So kann man eben im ersten Stock all das Gefundene und alles, was wir heute sehen, in sehr weiten Kreisen einordnen, entweder menschlich oder affenähnlich. Da kann es natürlich Fälle geben, wo man sogar gewisse Überschneidungen feststellen könnte, also dass ein Menschenschädel gewisse affenähnliche Merkmale aufweist. Aber das ist noch kein Beweis, dass das ein Affe war. Das hängt eben mit dieser gewaltigen Variationsbreite zusammen.
Wir wollen das immer so im Bereich Erdgeschoss, Fakten, Tatsachen und ersten Stock, Interpretationen angehen.

Der genetische Code als neues Feld der Frage

Wir fragen uns nun nicht mehr, ob der Mensch vom Affen abstammt, sondern: Wie ist es eigentlich mit unserem genetischen Code in unseren Zellen? Ist das Zufall oder Plan?
Ich garantiere, dass die Kinder das auch verstehen werden.
Pflanzen, Tiere und Menschen sind aus Zellen aufgebaut. Das ist eine Beobachtung, die man tagtäglich machen kann. Das gehört zu den Fakten. Häuser sind aus Bausteinen aufgebaut. Also können wir sagen: Pflanzen, Tiere und Menschen sind aus Zellen aufgebaut, wie wenn das Bausteine wären, die das Ganze eben ausmachen und bilden.
Nun schauen wir uns eine einzelne Zelle an. Sie sehen: Im Innern der Zelle befindet sich der Zellkern. Das kann man alles unter dem Mikroskop beobachten, mit dem Auge geht das nicht so einfach. Im Zellkern befindet sich die Information, der Plan, wie man die Zelle bauen muss, und noch mehr als nur die Zelle. Sie können sagen: Das ist gewissermassen wie ein Zentrum, wo Information aufbewahrt wird. Das Übrige der Zelle können Sie mit einer Fabrikhalle vergleichen. Im Zellkern haben wir also die Pläne. Das entspricht in der Fabrik der Direktion, und das Übrige der Zelle entspricht der Fabrikhalle, in der die Pläne der Direktion umgesetzt und verwirklicht werden.
Die Information, also die Planinformation, ist in den Zellen übrigens bei allen Pflanzen, Tieren und Menschen durch vier Codezeichen aufgeführt. Wir brauchen beim Schreiben in der deutschen Sprache etwas mehr als zwanzig Zeichen. Die Chinesen brauchen fürs Schreiben mehrere tausend Zeichen. Das ist eine andere Art, wie man Informationen weitergibt, aber mit beiden kann man ganz klar Informationen weitergeben. Beim Morsen braucht man übrigens nur zwei Codezeichen: kurz und lang. Das ist mein erster Buchstabe meines Vornamens, Roger, das war er, ja? Und so kann man also mit zwei Zeichen, kurz und lang, im Prinzip alles sagen, was man will.
Aber in der Zelle hat man also nicht zwei Zeichen, nicht zwanzig, auch nicht ein paar tausend, sondern vier Codezeichen. Diese Zeichen sind Moleküle, also eine Zusammenstellung von verschiedenen Atomen, und jedes Molekül hat eben eine bestimmte Bedeutung. Diese vier Codezeichen sind immer in Dreiergruppen kombiniert, wie Sie hier sehen, ja?
Man hat übrigens ausgerechnet: Wie wäre das eigentlich, wenn die Information in der Zelle fünf Codezeichen hätte? Das geht theoretisch auch. Oder drei, das ginge auch, rein theoretisch. Aber es ist einfach nicht so. Man hat festgestellt: Wären es fünf oder wären es drei, dann bräuchte man viel, viel mehr Platz. Die Form, die Art und Weise, wie man Informationen auf engstem Raum übermitteln kann, entspricht diesen vier Codezeichen. Auch noch interessant, ja? Ausgerechnet das Optimalste ist das, wie es ist.
Nun, diese Information in den Zellen ist immer doppelt aufgeführt. Sie sehen das: In zwei Strängen sind diese Moleküle aneinander gereiht, und so entsprechen sie sich in der Doppelhelix. Es gibt eine Ausnahme: Bei den Geschlechtszellen, also beim männlichen Sperma und beim weiblichen Ei, dort ist nur die Hälfte, also ist die Information nur einmal aufgeführt, nicht doppelt. Aber bei der Befruchtung kommen ja diese beiden Zellen zusammen, und sie vereinigen sich dann zu einer Doppelhelix, so dass die Information dann auch wieder doppelt vorhanden ist, in der Zygote, also im befruchteten Ei.
Die Informationsmenge im menschlichen Zellkern entspricht einer Bibliothek mit circa zweitausend Büchern. Das heisst nun: Wenn Sie diese vier Codezeichen eben auf der Schreibmaschine oder auf dem PC eingeben, als A, B, C, D, und dann schreiben Sie das Ganze ab, wie es in einer Zelle von Ihnen steht, dann haben Sie etwa zweitausend Bücher gefüllt. Und in jeder Zelle beinhaltet also diese Information die genaue Anweisung, wie man sie bauen muss. Bei einem Krokodil steht in jeder Zelle, wie man ein Krokodil bauen muss, und bei einer Erbse steht in jeder Zelle, wie man eine Erbse bauen muss, und eben bei Ihnen steht, wie man Sie bauen muss. Aber bedenken Sie: Da ist also auch die ganze Information drin, wie Ihr Gehirn entstehen soll.
In der Gehirnforschung ist man ja heute sehr, sehr weit gekommen. Aber doch so, dass bescheidene Wissenschaftler, die sehr viel wissen, Ihnen sagen: Aber das meiste wissen wir nicht. Wir wissen enorm viel heute, aber das meiste wissen wir nicht. So kompliziert, also wären wir gar nicht in der Lage, einen solchen Plan auf den PC zu tippen. Aber es steht alles drin, in jeder Zelle von Ihnen, und Sie bestehen aus Milliarden von Zellen. Sie sind eine wandelnde Universitätsbibliothek. Ja, tolles Gefühl, man spaziert so eben in den Strassen von Memmingen.
Ja, aber da stellt sich doch die Frage: Ist das zufällig entstanden? Woher kommt diese Information? Es ist Information, die unser höchstes wissenschaftliches Wissen unendlich übersteigt. Und auch diese Komprimierung ist ja gewaltig. Diese ganze Bibliothek mit den zweitausend Büchern findet im Zellkern Platz, und schauen Sie mal Ihre Haut an, und Sie sehen keinen Zellkern, so klein der Platz. Sehr geheimnisvoll.

Information, Intelligenz und die Frage nach dem Ursprung des Lebens

Nun, ich habe das auch schon heute Morgen im Zusammenhang mit dem Thema Psychologie erwähnt, was ich jetzt sagen möchte. Und zwar ist heute Morgen deutlich geworden, was eigentlich der Zusammenhang zwischen dem Thema Psychologie und Evolutionslehre ist. Wir haben gesehen, dass die Evolutionslehre eine ganz wesentliche Basis für die ganze moderne Psychologie war. Die Evolutionslehre war die Voraussetzung für die Entstehung der modernen Psychologie, kann man vereinfacht sagen. Darum habe ich das heute Morgen auch schon gesagt.
Sie sehen hier zwei Professoren. Das hier ist ein Astronom, ich wiederhole das für alle, die heute Morgen nicht da waren. Er versucht, Signale aus dem All mit gewaltigen Antennen aufzufangen. Er sagt seinen Studenten hier: Irgendwann werden wir ein kleines kodiertes Signal auffangen. Sie wissen, man empfängt ja viele solche Signale aus dem All, zum Beispiel von Pulsaren. Aber wenn man diese Signale untersucht, dann merkt man: Das ist kein Code, da übermittelt niemand eine Botschaft, oder? Das ist nicht irgendwie ein Roman, der nun zur Schweiz geschickt wird, damit man den hier dann umschreiben könnte oder so. Nein, es ist kein kodiertes Signal. Aber man sucht nach solchen kodierten Signalen. Und der Professor sagt seinen Studenten: Irgendwann werden wir ein kleines kodiertes Signal auffangen. Dann werden wir mit Sicherheit wissen, dass es dort draußen im Weltall Intelligenz gibt, weil kodierte Information ganz einfach nicht durch Zufall entstehen kann.
Ja, das ist doch so: Wenn wir plötzlich aus dem Weltall Signale empfangen würden, wir könnten das dekodieren, und das gäbe Caesars De Bello Gallico, der Gallische Krieg, das Buch von Julius Caesar. Das kann nicht Zufall sein. Da muss irgendeine Intelligenz dahinter sein, die dieses Buch verfasst hat, und dann erst noch auf Latein.
Aber der Biologieprofessor hier, der sagt nun gerade seinen Studenten: Die in jeder Zelle enthaltene exakt kodierte Information würde viele Bücher füllen, 2000 Bücher. Aber wir wissen mit Sicherheit, dass das Leben von keiner Intelligenz erschaffen wurde. Warum weiß er das mit Sicherheit? Und der andere weiß es auch mit Sicherheit. Und das in der gleichen Gesellschaft, in der gleichen Zeit. Eigenartig.
Nun, wir fragen uns: Genetischer Code, kann das durch Zufall oder durch Plan entstehen? Nun, ich habe gesagt, die Kinder sollen das alles auch verstehen, denn es wird ja auch schon den Kindern in den frühen Jahren in der Schule beigebracht, dass der Mensch vom Affen abstamme usw.
Nun, Sie sehen hier dieses Spiel, Scrabble genannt, wo man aus einzelnen Buchstaben Wörter und Sätze bilden soll. Nun, Sie kommen nach Hause und sehen auf dem Tisch so ein paar Scrabble-Steine zusammengestellt, und Sie lesen: Liebe Mutter, komm heim. Jetzt stellen Sie sich die Frage: Ist diese Buchstabenkombination das Ergebnis von Intelligenz, Plan oder Zufall? Weil das Ganze für Sie ein bisschen komisch ist. In Ihrer kurzen Abwesenheit war nämlich nur Ihr dreijähriges Kind zu Hause. Und Sie wissen, es kann nicht schreiben, aber spielt so gerne mit Scrabble-Steinen. Und jetzt plötzlich steht das hier: Liebe Mutter, komm heim. Hat der Kleine das geschrieben oder nicht? Ja, das kann doch nicht sein, dass er das zufällig einfach so zusammengestellt hat, ja? Das ist komisch, das ist komisch. Da war wahrscheinlich jemand in der Wohnung in den paar Minuten, wo Sie weg waren.
Ja, wir wissen: Sinnvolle Buchstabenkombinationen sind das Ergebnis von Intelligenz und Plan. Wenn Sie auf Ihrem PC einfach so blind tippen, wird nie Psalm 23 entstehen: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Und wir können das übrigens auch beweisen, dass es nicht geht, von der Wahrscheinlichkeitsrechnung her. Denn wenn Sie einfach so blind tippen, dann wird von der Verteilwahrscheinlichkeit her, wenn Sie sagen wir eine Million Buchstaben schreiben, annäherungsweise jeder Buchstabe, den man tippen kann, gleich oft vorkommen. Ja, also wenn man einfach zufällig so herumtippt und herumspringt, ohne Plan, dann ist das so.
In der Sprache ist es so, dass bestimmte Buchstaben sehr häufig sind und andere ganz, ganz selten vorkommen. Zum Beispiel kommt X relativ selten vor und auch Y. Aber E kommt im Deutschen sehr, sehr oft vor. So ist es also eine Ungleichheit. Und das heißt: Je mehr Sie tippen, je mehr Zeit Sie haben, um zufällig etwas zu machen, desto unwahrscheinlicher wird es, dass Sie da einen sauberen Text kriegen. Sie haben einfach zu viel X und Y und so weiter drin.
Ja, aber schauen Sie sich mal diese Scrabble-Kombination an. Es sind auch wieder Buchstaben zu Wörtern zusammengesetzt, und es heißt hier nun: Können Sie schon glauben, dass da jemand zufällig die Buchstaben zusammengefügt hat? Denn diese Buchstaben bedeuten nichts, es ist sinnlos, es ist hier eine sinnlose Buchstabenkombination.
Ja, warum sinnlos? Es könnte ja sein, dass es eine andere Sprache ist. Vielleicht ist es Hebräisch? Nein, es ist nicht Hebräisch. Ja, aber vielleicht Griechisch? Ja, ein Wort ist griechisch, echt. Toys hier, das ist ein griechischer Artikel im Dativ. Ja, aber könnte es sein, dass es eben im Griechischen etwas bedeuten will? Ja, und schauen Sie mal hier noch: Hier steht „Ihre“. Das bedeutet auf Lateinisch „gehen“. Das hat ja einen Sinn. Und schauen Sie mal das letzte Wort an: „sir“, das ist ja Englisch „sir“. Ja gut, aber das Problem ist, dann hätten wir ja jedes Mal ein anderes Codesystem dahinter.
Ja, die Wörter, alles was ich bis jetzt gesagt habe, hat ja ungefähr einen Sinn im Deutschen, oder? Aber nur durch Abmachung. Warum bedeutet Tisch Tisch? Das ist nicht, weil Tisch so ähnlich klingt wie Tisch, wenn man draufknallt oder so. Und übrigens, auf Hebräisch heißt Tisch Schulchan, völlig anders. Die meisten Wörter in den Sprachen weltweit haben mit den Gegenständen an sich nichts zu tun. Sie sind rein arbiträr, wie man sagt in der Linguistik, mutwillig. Es ist mutwillig, warum die Butter Butter heißt auf Deutsch und eben auf Französisch nicht. Aber dahinter steckt ein Codesystem, eine geistige Größe.
Ja, und Sie sehen: Nicht die Materie, diese Pösslsteine hier, diese Scrabble-Steine, machen die Information aus, sondern wenn es sinnvoll ist, dann steht dahinter eine geistige Größe. Eine wichtige Erkenntnis: Information ist immer eine nicht materielle Größe hinter den Codezeichen, von einer geistigen Größe, von einer geistigen Information. Sie finden kein Beispiel, wo Information nicht eine geistige Größe ist, die dahinter steht. Aber hier sagt man in der Evolutionslehre: Dieser Code in den Zellen, das ist einfach ohne geistige Größe. Komisch, überall ist es anders, aber hier sagt man, es ist so.
Also Sie sehen, Sie können nicht ständig das Codesystem ändern, nur weil Sie gerade ein Wort finden, das eigentlich in der und der Sprache etwas bedeuten könnte. Aber in den lebendigen Zellen funktioniert diese Sprache in sich geschlossen. Bei der Zellteilung wird übrigens das Ganze kopiert, in zwanzig Minuten und normalerweise praktisch fehlerfrei. Es gibt sogar Korrekturprogramme, die fehlerhafte Kopien wieder reparieren können. Es gibt ein Übersetzungsprogramm in den Zellen, wie die Codezeichen dann übersetzt werden, was das bedeutet, wie das dann ausgeführt werden soll. Na, das ist zufällig entstanden.
Nun, wir wissen aber aus der Erfahrung, das können wir täglich feststellen: Wenn Intelligenz und Plan auf die Materie einwirken, zum Beispiel die Finger des Kindes oder Ihr Finger auf die Scrabble-Steine, dann entstehen sinnvolle Buchstabenkombinationen. Aber es braucht die geistige Größe dahinter.

Schlussfolgerung zur Erbinformation und Ausblick

Nun, wir kommen zu einem Fazit. Die mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnung macht deutlich, dass die Erbinformation unmöglich durch Zufall entstanden sein kann. Das geht nicht. Und all die versuchten Experimente in der Vergangenheit sind alle fehlgeschlagen. Man wollte anhand von Experimenten zeigen, dass das möglich sei, dass es zufällig entstehen könnte. Aber aus der modernen Informatik wissen wir heute: Information ist eine geistige Grösse.
Also können wir daraus schliessen: Die Information im Zellkern weist auf einen intelligenten und weisen Schöpfer hin. Das ist das einzig Vernünftige. Und wenn wir das nicht akzeptieren, dann müssen wir in unseren Gedanken einen Sprung machen. Wir werden in unserem Denken nicht mehr konsequent. Und das ist übrigens sehr gefährlich. Es gibt manche psychische Krankheiten, die entstehen, nochmals um auf das Thema heute Morgen anzuspielen, durch ein bewusst gespaltenes Denken. Sehr gefährlich, wenn man das im Prinzip macht.
Ja, noch etwas: Bis heute ist es trotz der sehr, sehr weit entwickelten modernen Chemie noch nie gelungen, einen Einzeller künstlich herzustellen. Das heisst, wenn man alle Nobelpreisträger der ganzen Welt in Chemie und Biologie usw. zusammentäte, sie wären nicht in der Lage, einen Einzeller zu kreieren. Es geht nicht. Und man versucht es aktuell heute. Niemand hat es geschafft, trotz dieser gewaltigen Möglichkeiten, die da sind. Aber das soll zufällig entstanden sein und dann die ganze Weiterentwicklung von der Amöbe rauf bis zu Goethe auch zufällig. Das ist nicht logisch.
Ja, wir haben viel gearbeitet. Wir machen jetzt diese kurze Pause, die ich zuerst musikalisch fülle, ein paar Minuten, und dann können Sie sich auch noch die Füsse zertreten.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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