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Der Missionsbefehl

24.05.2025
SerieTeil 13 / 17E21 Hauptkonferenz 2025
Mission scheitert nicht an dir. Jesus hat alle Macht – und trotzdem ruft er dich als Zeugen: nicht aus eigener Kraft, sondern mit seinem Geist.

Einführung in den Missionsauftrag

Ja, ihr habt es gesehen: Mission geschieht nicht einfach im luftleeren Raum, sondern dort, wo Gott etwas befohlen hat.
Ich habe heute den ersten Teil. Das Thema ist so umfangreich, dass wir im Grunde drei oder vier Stunden zusammensitzen könnten. Ich werde mich deshalb ein bisschen kürzer fassen. Mein Freund Andi wird dann die Fortsetzung machen. Ich werde mehr oder weniger beleuchten, also ein Stück weit anreißen, Gottes Handeln und Gottes Bedeutung im Rahmen der Mission. Das finde ich ganz, ganz wichtig, damit wir wissen, in welchem Auftrag wir gehen, was Gott schon selbst getan hat, welche Verheißungen wir in der Bibel finden und was für einen Gott wir haben. Denn sonst, glaube ich, ist das, was wir selbst versuchen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Andi wird dann im zweiten Teil mehr auf die Dinge eingehen, wo wir praktisch den Missionsauftrag ausführen.
Drei Themen oder drei Punkte habe ich:
Der Befehlsgeber der Mission ist Jesus.
Was ist die Grundlage für Mission? Das ist die Allmacht Christi.
Und dann: Wir befinden uns nicht im luftleeren Raum, sondern Gott hat einen Plan. Ich sage mal: scheitern unmöglich, weil wir auf der Grundlage von Gottes souveränen Ratschlüssen unterwegs sind.

Die Autorität Christi als Ausgangspunkt

 Matthäus 28 ist der bekannte Text, in dem Jesus seinen Jüngern etwas mit auf den Weg gibt. Wenn wir hier sehen und lesen, heißt es: Womit startet er? „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Mir, Jesus, ist gegeben, man kann sagen: vom Vater, alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Das ist ein Statement.
Ich mache einen Punkt, denn das müssen wir erst einmal einatmen, bevor wir überhaupt starten. Darum geht hin. Manche übersetzen es ein bisschen anders. Im Englischen heißt es therefore. Aber wir sehen: Es ist eine Folge, deshalb, auf dieser Grundlage, darum geht.
Das heißt: Die Straße, auf der wir unterwegs sind, wenn wir überhaupt über Mission nachdenken, ist dieser Vers 18: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Und die Missionare, die sich senden ließen, hatten aus sich selbst keinerlei Kraft.
Jetzt ist sie weg, oder doch nicht? Der Ton ist ein bisschen weg, jetzt kommt er wieder her. Und das glaube ich auch. Für mich persönlich habe ich es angenommen. Paulus sagt ja: Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Das ist noch einmal so ein Tipp am Rande.
Wenn du dich als Christ identifizierst, und das kannst du nach der Bibel, dann hast du eine neue Identität. Nicht mehr lebe ich, Christus lebt in mir. Wir sind in Christus, Christus ist in uns. Es ist ein gewaltiger Unterschied, wie wir als Christen unterwegs sind. Der Heilige Geist ist in uns ausgegossen, das haben wir hier gehört. Jeder Gläubige hat es. Jeder Gläubige ist zu einem Leib Christi berufen, und wir haben einen Anteil daran. Gott, wir sind ein Teil des Leibes Christi, und Gott hat uns Gaben gegeben.
Also uns nie selber isoliert betrachten, sondern wir sind ein Teil des Leibes Christi. Der Heilige Geist wohnt in uns, er ist immer mit dir unterwegs. Das heißt: Diese Grundlage gilt es einzuatmen, und das möchte ich heute so im ersten Teil auch betonen.

Der Auftrag an die Gemeinde in allen Generationen

Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker. Der Auftrag ist nicht nur auf unsere Stadt beschränkt, sondern er geht auch weiter hinaus. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Hier ist der dreieinige Gott gemeint. Taufe, Nachfolge, sich selbst gestorben sein und neu leben für Gott. Lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Heute werde ich das nicht so betonen, aber das wird vielleicht Andi sagen: Es geht darum, Jünger zu haben. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Da ist die Klammer. Wenn wir sagen: Mir ist gegeben alle Gewalt, mach was, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Und da sehen wir schon: Bis ans Ende der Welt meint nicht nur die paar Jünger, zu denen er das konkret gesagt hat und die da gelebt haben, sondern das ist der Auftrag an die Gemeinde. Jesus für alle Generationen, und es gilt bis Jesus wiederkommt.
Ja, ich starte damit, und ich bin begeistert, auch im Rahmen von Anbetung. Anbetung und überhaupt Dienst kommen wir hinein, indem wir Gott einatmen, indem wir die Wahrheiten der Bibel aufnehmen: wer Gott ist, der uns sendet, was er getan hat, was er schon im Alten Testament getan hat, wo es auch schon Mission gibt. Wenn wir das lesen, wenn wir das verstehen, wenn wir das auf uns wirken lassen, haben wir schon gehört, dann merken wir: Gott selber kommt mit seinem Heiligen Geist immer mehr zur Geltung. Dann wissen wir, dass wir nicht aus unserer Kraft gehen müssen, sondern dass wir aus der Kraft und aus dem Auftrag Gottes selber tätig sind.

Gottes Treue und Macht in der Geschichte

Gehen wir hier weiter, genau, nehmen wir erst einmal den Vers. Mose war unterwegs, und er sollte einen Auftrag erfüllen. Dabei haben ihm auch die Knie geschlottert. Er sollte zum Pharao gehen, Mann, und dann bitten: Lasst das Volk frei.
Auch das war ein großer Auftrag, genauso wie ich es vergleiche mit dem, wie wir jetzt in die Welt hinausgehen wollen. Ich weiß nicht, wie euch das betrifft. Mose sagt: Was soll ich denn sagen, wenn sie fragen: Wer hat mich denn gesandt? Wer befiehlt das denn?
Also sehen wir hier schon eine Brücke zum Alten Testament. Was ist denn da der Name? Gott sagt: Ich bin, der ich bin, sagt er zu ihm. Das heißt: Ich bin der, der war, der ist und der sein wird. Ich bin der ewig Seiende.
Und das ist, sage ich mal, etwas, was ich als ganz wichtig empfinde: dass wir wissen, wer Gott ist. Wenn wir irgendwo hingehen, dann haben wir vielleicht Herausforderungen. Da sind Menschen, die sagen, es gibt keinen Gott. Oder da sind Menschen, die uns nicht wollen. Das ist sowohl hier so als auch, wenn man unterwegs ist.
Aber den Auftrag haben wir doch von dem, der alle Macht hat. Und auch Mose selbst, der hätte von sich aus gar nichts ausrichten können. Das wäre ein totales Scheitern gewesen. Aber er befand sich eben im Weg der Ratschlüsse Gottes, des Planes Gottes mit dieser Welt.
Und was wir im Alten Testament vom Volk Israel lesen, ist genauso ein Plan Gottes mit der Weltmission, so wie das, was wir heute erleben. Das dürfen wir einatmen: Wir sind nicht isoliert. Wir sind nicht Hamburg, wir sind nicht Wien, wir sind nicht Wetzlar. Wir sind ein Teil des gesamten Planes Gottes. Und zwar nicht nur für die heutige Zeit, sondern für die Weltgeschichte.

Gottes Namen, Versorgung und Gegenwart

Und das ist der Gott, der uns sendet: El Aljon, der Allerhöchste; El Schadei, der Allmächtige; Gott, Yahve Schama, der immer gegenwärtig ist. Ihr seht da Bibelstellen. Yahve Jire, Gott, der uns versorgt.
Und das ist etwas, was wir uns immer vergegenwärtigen, wenn wir unterwegs sind: Du bist am Ende, du fühlst dich trocken. Aber wir haben einen, der uns versorgt. Wir haben einen, der unser Hirte ist: Yahweh Roy, der Herr, unser Hirte; Yahweh Zedkenu, der Herr unserer Gerechtigkeit; der Herr, unser Arzt; Yahweh Shalom, der Herr, unser Friede.
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, erfülle eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Das ist auch ein Weg, wo man verzweifelt ist, wo Paulus dort sagte: Ich kann nicht mehr. Und Gott sagte ihm: Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Also: Gott ist derselbe im Alten und im Neuen Testament. Und die, die er beruft, das sind schwache Menschen. Schaut euch an, als die vor dem Hohen Rat standen, Johannes und Petrus, da haben sie gesagt: Was sind das für einfache Fischer! Die waren überhaupt nicht beeindruckend. Aber was sie gesehen haben, war die Macht Gottes, die auf ihnen ruhte. Das war Gott selbst, der sich zu seinem Auftrag stellte.
Die gingen dahin, wurden bedroht, und sie konnten doch nicht schweigen im Namen Gottes. Das war Mission. Es ist die gleiche Mission, in der hier im Volk Israel Mose unterwegs war, in der Petrus und Johannes unterwegs waren und in der wir heute auch unterwegs sind, in ganz verschiedenen Richtungen.
Das, was uns verbindet, ist eben Gott selbst, der durch den Heiligen Geist gegenwärtig ist, in uns und auch in den Menschen.

Gottes souveräner Plan und die Verheißung des Erfolgs

Wir haben gesehen, dass wir einen Gott haben, der alles kontrolliert. Ihm ist alle Macht gegeben, und er hat diese Macht an Jesus Christus übertragen.
Wir kommen zurück zum Missionsbefehl, den Jesus gibt. Er ist das Bild Gottes, das heißt: Die ganze Autorität, die Gott selbst hat, hat er auch auf seinen Sohn übertragen. Er hat ihn erhöht. Es heißt: Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er hat Jesus gesalbt, und Gott hat ihn erhoben, sodass er selbst genau die gleichen Autoritäten hat.
Wir können also sagen: Das, was im Alten Testament über Gott steht, können wir hundertprozentig auch auf Jesus übertragen. Ich habe nicht die Zeit, das mit euch im Einzelnen zu betrachten. Aber wir sehen: Er hat die Kontrolle, und er hat Macht, in Existenz zu sprechen. Die Allgegenwärtigkeit Jesu Christi, die Allmacht Jesu Christi.
Und wenn Gott uns sendet und alles, was er in Worten sagt, dann können wir teilweise aus der Bibel entnehmen, dass Gott nicht lügt. Es gibt noch weitere Bibelstellen, die wir jetzt nicht alle im Einzelnen betrachten können. Aber wenn Gott spricht, dann geschieht es. Das sind Dinge, die in der Bibel stehen.
Ich verkündige von Anfang an das Ende, von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, das sagt Gott. Alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen, das sagt Gott. Ja, ich habe es gesagt, ich führe es auch herbei. Ich habe es geplant, ich habe es geplant.
Denken wir an die Verheißungen: Alle Völker der Welt werden das Evangelium hören. Ich habe es geplant, was sagt Gott. Und vielleicht, wenn ihr euch genug anstrengt, schaffen wir es vielleicht, dass irgendwann jedes Volk mal von Jesus gehört hat. Nein, er sagt: Ich habe es geplant, ich führe es herbei, und ich vollbringe es auch.
Da scheint mir ganz wichtig zu sein, dass wir diesen Rahmen kennen, in dem wir uns als Jünger Jesu bewegen. Und das ist jeder Einzelne. Ich mag den Begriff Mission auf dich deswegen übertragen: Du bist nicht berufen, passiv zu sein. Du bist berufen, ein Zeuge Jesu zu sein. Du bist mit dem Heiligen Geist erfüllt, darauf kommen wir nachher noch, wenn der Andi weitermacht.
Und deswegen bist du hineingenommen in diese ganzen Wahrheiten, und du bewegst dich auf dieser Grundlage, die wir gerade gehört haben.

Widerstände, Schwachheit und Gottes Wirken

Und wenn da Widerstände sind, ja, die gibt es nämlich in deinem Leben, und auch im Leben von Missionaren, ist Gott nicht am Ende. Daniel sagt, dass er es macht, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen, die auf Erden wohnen, und niemand kann seiner Hand wehren. Und es meint sogar die Ungläubigen. Könige sind wie Wasserbäche in der Hand des lebendigen Gottes. Das sind Bibelstellen.
Ich denke, es ist wichtig, dass wir sie im Glauben so einatmen, damit wir ja nicht auf uns vertrauen. Ich komme, wie gesagt, gerade von so einer Reise. Wir haben überhaupt nicht auf uns vertraut, aber wir haben gewusst: Gott, bitte, Herr, du hast da Nöte in der Ukraine, da ist Krieg, wir möchten, dass du den Menschen begegnest. Du persönlich, mit deinem Wort.
Wir beten, was wir predigen, Bibelstellen, und da gibt Gott aus meiner Sicht schon eine gewisse Lenkung, was man in bestimmten Stellen predigt. Du kannst dir gewisse Dinge überlegen, du kannst auch einen Pastor anrufen, du kannst überlegen, welche Leute vor dir sitzen. Manchmal saßen vor mir bei 700 Leuten 500 Flüchtlinge, alle ausgebombt, teilweise Ehefrauen verloren, Söhne im Krieg. Das ist gut zu wissen. Aber in manchen Fällen waren es halt auch andere Verhältnisse.
Und es ist gut, im Wort zu Hause zu sein. Aber dann können wir auch erleben, und das habe ich erlebt, dass, wenn wir da stehen und du einen gewissen Plan hast, du ein Konzept hast, plötzlich Gott dich doch an andere Bibelstellen erinnert, groß macht. Und da kannst du überlegen: Okay, bleibe ich ganz klar am Konzept kleben, drücke ich das weg, oder gebe ich dem Geist Raum und bringe jetzt einfach etwas, wo ich jetzt nicht hundertprozentig sicher bin, wen das denn da trifft?
Das sind so Sachen, wo wir hier dann auch mitten in der Mission sind. Und wo ich aber sage: Es ist ja nicht mein Ding, was ich gerade mache, sondern ich bin ja hier in Gottes Plan, ich bin hier in Gottes Ratschluss. Ich bin im Grunde das Tool, das Werkzeug, das da gerade steht, der da gerade mal in der Ukraine ist. Manchmal bin ich ja nur der Gast, die anderen arbeiten ja meistens regelmäßig dort.
Und na ja, dann hört man letztlich und bleibt beim Wort Gottes klar. Aber es ist dann vielleicht eine andere Bibelstelle, die du nicht gerade im Konzept hast.

Gottes Macht über Widerstände und menschliche Grenzen

Also, wir sind dabei. Gott hat alle Macht. Er hat alle Macht, weil es da steht, auch wenn wir manchmal denken: Mann, der Teufel greift an.
Auf unserer Tour hatten wir dreimal eine Panne und mussten eine Fehlerdiagnose machen, weil unser Sprinter liegen blieb. Das ist nicht angenehm. Und wie gesagt: Wir leben noch nicht im Himmel. War es ein geistlicher Angriff, war es keiner? Das weiß ich nicht. Aber es war dann so, dass wir gebetet haben, und Gott hat uns dann aufgefangen. Der ADAC, also ich jubel über den ADAC, hat uns geholfen, weil unser ukrainischer Fahrer völlig überfordert war.
Dann hat er uns kurz vor der slowakischen Grenze abgeschleppt. Na ja, das Auto wurde repariert. Es fuhr dann bis Dnipro. Da musste man wieder zum Service. Das ist mitten in der Zentralukraine. Gott sei Dank hat Gott uns Menschen geführt, zu denen wir Beziehung haben. Da haben sie das Auto selbst bis zwanzig Uhr abends repariert. Das würde in Deutschland kein Mensch machen. Also man merkt, wenn man da unterwegs ist, man hat oft keine Chance, aber Gott hilft und wirkt.
Ein Ersatzteil war noch da, sodass wir weiterfahren konnten. Sonst wäre das ganze Wochenende gescheitert, an dem wir Dienste hatten. Auf dem Rückweg das gleiche Spielchen, und in Warschau haben wir dann auch noch einmal einen Service gehabt. Widerstände, klar. Aber ich stelle mich darauf, dass Gott regiert.
Und wenn wir unterwegs sind, und das gilt sowohl hier, wenn du in deiner Gemeinde unterwegs bist oder in deinem Studiumsdienst oder an deinem Arbeitsplatz: Natürlich kriegst du Widerstände. Das hat Jesus ja auch verheißen. Wir werden verfolgt. Es geht uns nicht besser als ihm. Aber ich vertraue darauf, dass Gott regiert und dass alles in seiner Hand ist. Nicht so, dass er 51 Prozent der Macht hat und der Teufel 49 Prozent, und wenn wir Glück haben, haben wir gerade mal einen Sieg. Und auch nicht wie beim Boxen: sieben Runden für den Herrn, fünf Runden für den Teufel. Sondern ich vertraue auf einen Gott, das habt ihr gemerkt, und der regiert, der auch lenkt und der auch mich lenkt.
Wir sind reformiert, Geschwister. Wisst ihr, was das bedeutet? Wir glauben an die Souveränität Gottes, wir glauben an die Kraft Gottes, wir glauben an den Heiligen Geist. Und wenn ich unterwegs war, dann bin ich einmal vorgestellt worden: Ja, ihr wisst ja, jetzt haben wir hier Gäste, und ich weiß ja, viele von euch glauben nicht, dass es Gott gibt. Und 70 sagen: Ja, es gibt keinen Gott. Und dann darfst du starten.
Na ja, dann erklärst du natürlich erst einmal, habe ich da meine Uhr gezeigt. Ich sage: Na ja, guck mal hier, die Uhr ist von allein entstanden. Fertig. So. Und hinterher, wenn man dann Gottes Wort liest, dann hast du den Eindruck: Gott wirkt. Die kommen rein und wollen nicht, sie sagen, es gibt keinen Gott. Aber wir glauben als Reformierte: Nicht der freie Wille ist der oberste Guru, sondern Gottes Kraft, Gottes Macht.
Und der Herr macht uns willig am Tag seiner Macht. Und der Herr lenkt des Königs Herz. Oder: Der Mensch erdenkt sich seinen Weg, der Herr lenkt seinen Schritt. In des Mannes Herzens sind viele Pläne, zustande kommt der Ratschluss des Herrn. Spurgeon hat das auch geglaubt. Da kamen Menschen rein, die wollten nur stören und fluchen, und dann wurde das Wort gepredigt, und dann wurden sie verwandelt, und ich sage mal: durch den Heiligen Geist.

Der Geist Gottes als eigentliche Kraftquelle

Wir haben hier Heiligen Geist und Mission. Ich weiß ganz genau: Ich kann gar nichts, nichts. Und wir haben auch hier schon gehört: Ich kann etwas predigen, und dann passiert nichts. Und dann kann ich dasselbe Wort predigen, und der Heilige Geist bringt es zur Anwendung.
Als ich gerade in der Ukraine war, war anscheinend die Not Gottes so groß, dass er Menschen auf eine Weise begegnet ist, die manchmal stärker ist, als wir es ganz normal in unserem Leben erleben. Da stehe ich dann da und denke: Ja, aber ist doch toll. Jesus sagt ja auch: Ihr könnt nichts. Aber Paulus sagt auch: Meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Und: Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen. 2. Korinther 4,7 oder 4,6, keine Ahnung, so ging es doch immer.
Auch bei Petrus und Johannes habe ich schon das Beispiel erwähnt. Der Hohe Rat hat nicht gedacht: Das sind so tolle, studierte Leute. Denn das waren sie überhaupt nicht. Sondern sie haben Gott gesehen. Und das ist die Wesensart Gottes immer: Nicht wir sind diejenigen, sondern er wirkt.
Da kannst du so unscheinbar sein, wie du aussehen magst. Du kannst dich schwach fühlen. Du kannst am Ende sein. Und Paulus, der hatte ja alles erlebt, war wirklich nicht der große starke Mann. Man hat ihn sogar verspottet: Der kann nichts, der taugt nichts, da ist kein Redner. Ja, aber er wusste, dass es doch gar nicht auf ihn ankommt, sondern auf Jesus, auf seinen Plan, auf die Kraft Gottes. Und er wusste, dass er auch in diesem Auftrag der gesamten Weltmission unterwegs war.
Gottes Plan zur Weltmission scheitert unmöglich. Das ist Punkt drei.

Verheißungen für die Völker und Gottes Ziel

Ihr habt gemerkt, ich habe schon ganz vergessen, hier die Bibelstellen weiterzureden. Das macht auch nichts. Unsere Verantwortung sind wir schon bei Andi. Also, das haben wir hier gesehen. Gottes Plan: Was steht in den Psalmen? Es werden zum Herrn umkehren alle Enden der Erde, und vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. Das heißt, im Alten Testament finden wir schon die Verheißungen der Bekehrung von Völkern.
Und Abraham wird nicht umsonst Vater vieler Völker genannt. Er ist eben nicht nur der Vater der Juden, sondern, Halleluja, wenn wir glauben, sind wir hineingepfropft in diese Vielzahl. Ich finde das auch so schön, wenn wir diese Wahrheiten sehen. Und das ist das Schöne: Mach Gott groß, betone das, was er getan hat. Glaube an seine Verheißungen, denn da wird immer seine Kraft betont. Petrus wird nicht betont, das wissen wir selber. Und das ist so schön bei Gott.
Bei Mohammed steht nie, der war ein Versager, bei den Moslems. Da werden immer, oder bei anderen Religionen, immer die Leute gehypt, die da irgendwo die religiösen Führer sind. Bei Jesus ist es anders. Da wird beschrieben, und dann merkst du: Man, die sind genauso Versager wie du und ich. Und stell dir mal vor, Petrus: Er flucht, er kennt Jesus nicht, er verflucht sich. Den hätten wir verworfen. Das war genug. Das ist der, nee, vielleicht wird er noch wieder scheit gerettet oder sogar in die Hölle.
Und stell dir mal vor, so einen Typen baut er wieder zusammen. Der hat den zerbrochen in seiner eigenen Stärke. Und das ist oft so. Und dann geht's, ich sage mal, in der Richtung los, und zwar in der Dimension des Geistes, wo er selber nicht mehr auf sich vertraut, der tolle Petrus, sondern wo er Gott machen lässt. Und das, glaube ich, ist ein gewisses Geheimnis, auch wenn wir an Mission denken.

Gottes Führung in unerwarteten Situationen

Ich will nicht so viel erzählen, aber wir waren zehn Tage unterwegs. Ich war richtig kaputt, und dann sollten wir noch in ein Hochsicherheitsgefängnis gehen. Ich wusste gar nicht, was kommt. Er hatte ja auch gar nicht viel gesagt, sondern nur: Wir gehen da rein.
Am Anfang habe ich nur gebetet: Ja, Herr Jesus, gut, ich bin mal gespannt, was passiert. So, zack, das war das Gebet. Und Gott hat tatsächlich die Leute zusammengesucht. Ja, da haben wir mit dem geredet, mit dem geredet. Ich habe gesehen, dass es im Hochsicherheitsgefängnis Gläubige gab. Gott hat sie bekehrt, sie haben Gott angebetet. Der Mann hatte eine Gitarre, der hatte selber Lieder komponiert, der hat Gott gepriesen. Ich sage: Wow! Sie haben es mir übersetzt, ich konnte es nicht verstehen, aber das war so wunderbar.
Eine Bibel hatte ich nicht, weil ich nur ein Handy dabei hatte. Aus Platzgründen musste ich es abgeben, da konnte ich nichts reinnehmen. Aber dann gab Gott Gnade. Dann habe ich gesagt: Die Heiligen aus Hamburg grüßen die Heiligen und dann dieser Gorocino. Das kam mir so vor, als würde Gott diese Leute als Heilige ansprechen, Verbrecher, Mörder, und wow, das ist ja gewaltig.
Und dann konnte man erklären. Gott hat es dann so geführt, muss ich sagen, dass ich auf dieser Basis, wo ich vorher nicht vorbereitet war, den Menschen dienen konnte. Und hinterher haben wir alle gejubelt über Jesus, der sie freigekauft hat. Das haben die ja angenommen, der sie selber freigekauft hat. Und das spielt keine Rolle: Die haben das Kleid der Gerechtigkeit, und egal, wo sie herkommen, sie haben Zugang zum Vater, Zugang zum Gebet. Und du hast dann gemerkt, aus dem Wort Gottes entstand Freude. Es war gleichzeitig eine totale Ehre und Anbetung Jesu.
Ich habe ihm auch gesagt: Wir sind nicht anders als du. Nicht, dass ihr hier diejenigen seid, die diese Begnadeten sind, sondern wir haben genauso, ich weiß nicht, Träger am Stecken, ich weiß nicht, aber so. Und das war so schön. Dann haben wir gemeinsam Gott gedankt, und dann haben wir uns verabschiedet, und dann ging es weiter. Ich kürze es ab.
Also, wir dürfen wissen: Es werden Menschen sich aus allen Völkern bekehren. Im Alten Testament ist das verheißt. Und wenn da steht, es wird gepredigt, dann wird es gepredigt. Wir können ganz entspannt sein, wir haben es auch gehört: Die Frucht ist nicht unser Ding. Die Frucht ist Sache des Heiligen Geistes. Unser Ding ist einfach, Verwalter zu sein der mannigfaltigen Gnade Gottes.
Du hast bestimmte Gaben bekommen. Vielleicht bist du kein Prediger, aber du kannst deinem Nachbarn von Jesus erzählen. Oder ich, ich darf das Wort doch verkündigen, bin da hingekommen. Und dann muss ich gucken, ob der Heilige Geist seinen Job macht, also ob er die Leute so anspricht. Und natürlich müssen sie sich dann auch bekehren. Aber wir haben gesehen: Wenn Gott das Geist sie erneuert, dann erweckt er sie zum Leben.

Widerstände gehören zum Weg dazu

Und ja, schauen wir noch einmal weiter. Ich gebe gleich an Andi ab, der hat auch noch so viele schöne Dinge.
Also noch einmal: Widerstände, Konflikte, Tragödien der Welt. Wir brauchen uns nicht so zu deprimieren, dass wir sagen: Gott ist nicht mehr da. Denn das lesen wir ja auch als Vorbild in der Mission. Paulus ist im Gefängnis gelandet, er hatte Schiffbruch, aber Gott hat gesagt: Ihr werdet alle gerettet.
Das heißt: Das ist normal in dieser Zeit. Wenn wir denken, wir hätten hier schon den Himmel, dann haben wir es nicht verstanden. Aber Gott ist in der Mission mit uns unterwegs. Widerstände und Konflikte sind da. Der Heilige Geist ist die Anzahlung, und was Gott im Vaterunser verheißt, das ist gewiss. Er ist treu, er ist immer bei uns. Er gibt Fürsorge als guter Hirte, er trägt uns hindurch.
Und sogar Leiden gehören zu unserer Schulung dazu. Lest mal Römer 5,3-4. Da sagt er, wir freuen uns an den Leiden. Das ist ein ganz anderes Thema, aber gesunde Nachfolge klammert Leiden nicht aus. Niederlagen im Leben dienen zur Läuterung, zur Heiligung, um deine Geduld und deine Bewährung zu schulen.
Ja, also müssen wir das draufhaben. Aber im Ergebnis kommt Jesus doch zu seinem Ziel.

Gottes Ermutigung mitten in der Schwachheit

Und noch ein Beispiel, und ich glaube, das haben wir hier gerade: Da war Paulus. Irgendwann war es ihm zu viel, da konnte er nicht mehr. Da war er, ich glaube, was war das hier in, in, in, in, in, welche Stadt war das jetzt hier? Korinth oder? Ich glaube nicht. Also, da in der Apostelgeschichte 18, Philippi hat er Schläge gekriegt. Auf jeden Fall: „Ich habe ein grosses Volk in dieser Stadt.“ Das war Ephesus. Welche Stadt ist das? Ihr seid besser drauf als ich. Korinth, genau, Korinth. Okay, also er war, konnte nicht mehr, und dann sagt Gott ihm: Pass mal auf, ich bin der Herr über die Mission. Hier in Korinth gibt es Leute, die werden sich bekehren.
Merken wir: Da ist auch wieder ein Hinweis auf diesen Ratschluss Gottes mit der gesamten Weltmission. Obwohl der Mann selber nicht mehr konnte, ermutigt Gott: Pass mal auf, du bist in meinem Auftrag unterwegs, und ich kann dir sagen, ich weiss, da sind Leute, die habe ich, die gehören schon zur Gemeinde, die haben es noch nicht gehört. Du wirst ihnen verkündigen, und die werden sich dann bekehren.
Und das ist eben, und da komme ich wieder zu dem, was ich schon mal sagte, für mich sehr entspannend, dass ich letztlich weiss: Es kommt nicht auf mich an. Und es ist auch schön, einmal hält es mich demütig, weil es dann Gott die Ehre gibt, wenn etwas passiert, und gleichzeitig macht es mich auch nicht faul, weil diese Liebe Christi, die in mir drängt — da kann ich heute nicht so genau darauf eingehen — wenn du den Charakter Jesu hast, dann wohnt er in dir, dann hast du den Geist Jesu, den Geist der Liebe, den Geist der Mission im Herzen.
Das heisst, all das, was Andi jetzt gleich sagen wird, was ihr machen dürft, ist nie isoliert zu sehen. Du musst etwas von aussen tun, sondern du bist als Gläubiger mit dem Geist erfüllt, dem Geist der Liebe Jesu. Und das heisst, im Grunde tut der Heilige Geist selber die Mission, die du dann nachher machst, mit dir zusammen in Kooperation. Natürlich hören wir: Du kannst ihn dämpfen, du kannst ihm Raum geben usw.
Ich schliesse jetzt hier mal ab. Ich danke euch, und jetzt werde ich hier mein Mikro mal weiterreichen, und der Pastor Andi wird jetzt die Vorsitzung machen. Vielen Dank, Frank. Eigentlich hätte er gut auch weitermachen können. Es war schön, ihm zuzuhören. Er ist ja richtig jetzt im Flow, kommt gerade da von der Front, also geistlich gesehen.

Der Botschafter Christi und seine Bestimmung

Also, vielleicht noch einmal zu Kerry: Er ist ja der Begründer der modernen Mission. Er hat ein schönes Zitat, das ich jetzt nicht als Folie habe, aber hört mal: Erwarte Großes von Gott, tue Großes für Gott. Erwarte Großes von Gott und tue Großes für Gott. Da ist also gute Motivation drin.
Ja, wir haben jetzt von Frank so die Einführung der Befehlsgeber und was Gott wirkt und wie er alles so lenkt. Und jetzt geht es zum Befehlsempfänger, das sind wir als Volk Gottes. Da haben wir auch gleich so eine entscheidende Bibelstelle: 2. Korinther 5,20. So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Ich habe eine Geschichte gehört von einem lieben Bruder, und ich meine, es war Olaf Latzel. Gesprächsrunde in der Stadt, dann wird es ja wohl in Bremen gewesen sein. Oder vielleicht war er da irgendwo auf dem Land. Da waren wohl so hohe Persönlichkeiten versammelt, und jeder hat sich so vorgestellt: Ich bin Generaldirektor da und da, Hotelmanager und Professor, und alle waren da. Und er saß dann da und dachte: Wenn ich nur Pastor sage, alles Ungläubige. Da hat er wohl rausgehauen: Ich bin Botschafter, Botschafter an Christi Statt.
Ich meine, Olaf, habt ihr sowas auch mal von ihm gehört? Ich glaube, das kommt von ihm. Wenn er das sagt, können wir doch auch sagen. Ich weiß ja, ich kann es ja mal testen: Wenn du dann demnächst in deinem Job in eine Sitzung kommst. Übrigens, ich habe noch eine andere Aufgabe. Ich bin sowieso nicht nur hier Mitarbeiter, sondern ich bin Botschafter. Ach was, erzähl mal. Und dann hast du gleich eine Steilvorlage.

Kraft durch den Heiligen Geist und das Zeugnis der ersten Gemeinde

Nein, also das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass wir sehen dürfen, welche Verantwortung wir bekommen haben. Aber wir sind nicht auf uns selbst geworfen, sodass wir nun als Botschafter alles allein machen müssen. Darauf kommen wir gleich noch bei der Aufgabe eines Botschafters zu sprechen. Es ist auch unbedingt wichtig für das Thema Mission.
Ihr kennt alle Apostelgeschichte 1,8, das können wir mitsprechen: „Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist. Und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“
Also: Wir sind nicht uns selbst überlassen. Der Heilige Geist ist da, von dem wir hier auf der Konferenz schon so viel gehört haben. Er befähigt uns, Mission zu betreiben, im Zeugendienst zu stehen und eben Botschafter an Christi statt zu sein. Jeder, der zu Jesus gehört, ist tatsächlich kraft seiner Bestimmung ein Würdenträger, ein Diplomat Gottes, ebenso ein Botschafter.
Und das ist auch wichtig zu wissen, damit wir gemäß dieser Bestimmung leben. Manche leben eher ein Undercover-Christentum, oder, wie manche sagen, als U-Boot-Christen. Sie tauchen in der Woche ab und werden dann nur am Wochenende sichtbar. Dann lassen sie irgendwie den Heiligen raushängen und machen groß von sich reden, wie gläubig sie doch seien. Aber in der Woche passiert eigentlich gar nichts, und man sieht nichts. Vom missionarischen Eifer ist dann eigentlich keine Spur.
Ganz anders verhielt es sich übrigens bei den ersten Christen. Ihre Herzen waren von der Liebe Gottes und vom Evangelium erfüllt. Und wie heißt es in Lukas 6,45? Was das Herz voll ist, davon geht der Mund über. Das heißt: Du sprichst am Montag nicht nur vom Erfolg deines Fußballvereins. In Hamburg sind wir alle wieder voll auf HSV getrimmt, weil er ja gerade in der ersten Liga gelandet ist. Oder du erzählst von deinem Urlaub, besprichst das mit den Kollegen. Nein, bei den Glaubensgeschwistern in der ersten Zeit, in der ersten Gemeinde, da ging der Mund über, weil sie so erfüllt waren vom Heiligen Geist, weil sie so erfüllt waren von der Liebe Gottes und vom Evangelium.

Mut zum Reden und die Gefahr des Schweigens

Auch lesen wir an vielen Stellen, dass sie mit dem Heiligen Geist erfüllt waren. Wir hatten gerade bei der Talkrunde darüber gesprochen, dass es nur eine einmalige Erfüllung sei. Nein, das kommt immer wieder vor. Sie waren dort unterwegs, die Gläubigen, und es heißt immer wieder, sie waren voll des Heiligen Geistes. Man hat den Eindruck, dass sie immer wieder neue Salbungen erfuhren, um auch ihren Dienst tun zu können. Ohne den Heiligen Geist geht es nicht.
Der Hohe Rat in Jerusalem, dem gefiel das alles nicht. Die Mission der Jünger, dieses Auftreten, das wollte er nicht. Er wollte sie mundtot machen, und man verbot den Jüngern zu missionieren und ihrem Auftrag nachzukommen. Wie haben die Jünger reagiert? Ach ja, besser nicht anecken, lieber still sein. Nein, da haben wir gleich einen schönen Bibelvers, ihre Antwort an den Hohen Rat: Entscheidet ihr selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott; denn es ist unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
Geht es euch auch so, dass man euch fast bremsen muss, ihr aber eigentlich platzen könntet, weil es aus euch herausmöchte? So waren die ersten Christen dort. Oder Jesus: Als er einmal von den Pharisäern aufgefordert wurde, den Zeugendienst oder auch den Lobpreis, den Jubel seiner Nachfolger einzudämmen, weil sie meinten: Mann, was machen die für einen Krach, das ist doch alles übertriebene Ekstase. Gut, so ähnlich klang es nicht ganz. Aber er hat gesagt, Lukas 19,40: Ich sage euch, wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.
Ich habe schon manchmal gedacht: Mann, unsere Städte und Dörfer, in denen wir uns aufhalten, wären gut dran, wenn manchmal die Wände und Steine mehr reden würden, weil die Christenheit so stumm ist und nicht aus sich herauskommt. Und Gott gebraucht ja auch ganz unterschiedliche Dinge, um zu Menschen zu sprechen, wenn auch vielleicht Kinder Gottes schweigen.

Der Auftrag in der Praxis und die Frage nach der Botschaft

Ja, ich habe ein paar Punkte mitgebracht. Diesmal nicht drei, deswegen muss man die Zeit ein bisschen im Blick haben. Wir hätten beide für uns ein ganzes Seminar füllen können, aber es heißt ja beim Thema Mission, man wird ausgesandt zwei per zwei. Deswegen sind wir zu zweit hier. Thema Mission immer zu zweit.
Wir können ja, die Fenster sind zu, keiner kann rausfallen oder so. Und ich werde nachher für Essen sorgen, ein paar Getränke reichen, ist okay. Dann machen wir ein bisschen länger. Nein, nein, ich habe das schon im Blick, sonst müsst ihr hier Time-out machen.
Also genau, gerade mal die Gliederung für euch, damit man das so sehen kann: Was ist unser Auftrag? Punkt zwei: Wie lautet unsere Botschaft? Drei: Was ist nicht unser Auftrag? Vier: Woher nehmen wir die Kraft? Und fünf: Warum sind wir so träge? Das ist leider auch so ein Punkt.
Ja, was ist unser Auftrag? Da haben wir schon diesen Vers, den wir eigentlich ja gerade schon hatten. Aber man kann schon sagen, es ist eine Kardinalbibelstelle: Matthäus 28. Geht nun hin, macht zu Jüngern alle Völker, tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch befohlen habe.
Was ist unser Auftrag? Ja, den Missionsbefehl aus Matthäus 28 umzusetzen oder auch eben Botschafter an Christi statt zu sein. Übrigens, ein Botschafter, das vielleicht noch mal nachgeschoben: Er redet ja nur das, was er auch von seinem Land empfangen hat. Er hat nicht eine eigene Agenda, sondern sagt eins zu eins das, was ihm aufgetragen ist. Das ist ganz wichtig. Das ist also auch für uns hier so.
Ein offiziell beauftragter Abgesandter, der im Namen seiner Regierung, die er vertritt, neben allgemeinen Aufgaben auch Botschaften überbringt. Er erhält eine klare Botschaft seines Befehlsgebers, die er übermitteln soll. Und nicht, dass er auf die Idee kommt, sie vielleicht auch umzuschreiben oder abzuschwächen.

Liebe, Last und Gebet für die Verlorenen

Das ist das, was wir heutzutage in der Christenheit oft erleben: dass man, wie heißt es, dekonstruiert. Ihr kennt diese ganze Thematik. Jemand sagte mal, ich glaube, zu Wolfgang hat jemand gesagt: Wenn wir zu viel über die Sünde sprechen, dann ist es ja so, als wenn man jemandem den Arm auskugeln würde. So einen Spruch hat er immer erzählt.
Also will sagen: Man darf den Menschen nicht zu nahe treten. Wir müssen sie gewinnen, wir müssen sie gut abholen. Wir kennen das von Bill Hybels damals hier, wie hieß die Gemeinde, oder heißt die Gemeinde, Willow Creek, diese Seeker Services, klar. Theaterstücke und so, ich weiß ja, was Sie meinen, Menschen abholen, auch schlau sein usw. Aber es darf nicht dazu führen, das Evangelium so runterzufahren, dass man es kaum noch erkennt, dass nur noch Schemen davon zu erkennen sind. Das darf nicht sein, sondern der Auftrag Gottes ist uns gegeben, das Evangelium zu verkündigen.
Und da haben wir ja auch bei diesem bekannten Vers, den wir gerade eingeblendet haben, vorher, so Jesus sagt: Mir ist gegeben alle Gewalt. Wir gehen in der Autorität des mächtigsten Herrn aller Herren, Königs aller Könige. Das war übrigens so cool hier bei unserem HSV, dass der eine Fußballspieler, der Davy Selke, auf seinem Shirt drauf hatte: Jesus ist King. Habt ihr das gesehen? Das fand ich gut, war bestimmt der Segen, warum der HSV dann aufgestiegen ist.
Ja, wir wollen ihn gerne noch mal einladen, um sein Lebenszeugnis zu hören. Ich arbeite gerade dran, mal gucken, ob das noch klappt oder ob er dann schon woanders sein Geld verdient. Ja, also, wir wollen wirklich bekennen, dass Jesus König aller Könige ist, Herr aller Herren. Wenn wir als Botschafter Christi unserer Mission nachkommen, dann sollen wir es richtig machen.
Die Frage an uns alle, zuerst immer an uns selber, die wir hier diesen Dienst tun: Lieben wir die Menschen um uns herum? Haben wir eine Bürde, eine Last für die Menschen, oder sind die uns irgendwie egal? Wir müssen uns das bewusst machen. Ich habe mal so ein Erlebnis gehabt. Ich bin nicht so oft im Stadion, es ist ja auch ständig ausverkauft hier, aber ich war da drin gesessen, und plötzlich muss der Heilige Geist gewesen sein, hat mich das Fußballspiel gar nicht mehr interessiert, sondern ich habe die 57 Tausend Menschen gesehen und habe ein Riesenerbarmen bekommen. Ich habe gedacht: Wie viele sind hier gerettet? Die meisten sind auf dem direkten Weg in die Hölle. Das hat mich echt betroffen gemacht. Ich weiß gar nicht, wie das Spiel da ausgegangen war.
Aber das war mal auch eine heilsame Erfahrung, einfach mal zu schauen: Guck mal, hier sind Tausende von Menschen, nicht nur hier im Stadion. Unsere Stadt Hamburg, was haben wir, 1,8 Mio.? Hast du deine Stadt, dein Dorf, deine Ortschaft vor Augen? Wie gehst du mit den Menschen um? Ohne den Glauben an Jesus gehen sie verloren. Jesus weinte über Jerusalem, so berührt hat ihn das Schicksal der Stadt. Sind auch wir berührt, wenn wir an unsere Heimatstätte denken, oder sind wir manchmal so wie Jona? Haben wir gerade auf einer Freizeit in der Jugend gehabt. Kennt ihr die Geschichte von Jona schon? Der war ärgerlich darüber, dass Gott gnädig ist. Wie verrückt ist das denn? Weil das halt so die Todfeinde Israels waren, der hatte eine ganz andere Agenda.
Nein, wir sehnen uns doch danach, dass Menschen gerettet werden, dass sie verändert werden. Aber ich habe dort einen guten Hinweis gefunden, ich weiß nicht, von wem das stammt: Rede doch zuerst mit Gott über den Menschen, bevor du mit dem Menschen über Gott redest. Kennt ihr diesen Spruch? War nicht schlecht, dass wir uns auch vielmehr dem Gebet zuwenden. Ich glaube, da haben wir alle noch Luft nach oben, um auch unseren Dienst als Evangelisten, als Missionare, als Botschafter an Christi Statt auch zu vollbringen. Das ist also ein ganz guter Punkt.

Evangelisation im Alltag und auf der Straße

Wenn einem etwas ganz wichtig ist, dann gibt es nichts, was einen aufhalten kann. Es gibt diese schöne Geschichte in den Evangelien, als diese vier Freunde ihren gelähmten Freund durch das Dach zu Jesus heruntergelassen haben. Das gefällt mir als Ausdruck von Engagement für die Ungläubigen um uns herum: sich dranzusetzen, um sie vor die Füße von Jesus zu bringen, und alles zu geben, um sie mit dem Glauben in Kontakt zu bringen.
Mir gefällt dabei auch immer wieder ein Spruch, den ich offen zitiere. Im Moment ist er allerdings nicht da, da hat mir jemand etwas weggestrichen. Na gut, man musste da, glaube ich, ein bisschen Zensur von oben irgendwie akzeptieren. Aber ich glaube nicht, dass sie etwas gegen den Spruch hatten. Und zwar geht es mir hier um John Knox. Kennt ihr den? Das ist der Reformator von Schottland. Und wisst ihr, was er gesagt hat? Herr, gib mir Schottland, oder ich sterbe! Das war seine Leidenschaft für sein Volk, für seine Nation, für Schottland. Herr, gib mir Hamburg, oder ich sterbe! Herr, gib mir Deutschland, oder ich sterbe! Hast du so etwas schon mal rausgehauen? Vielleicht wird es Zeit.
Denn Schottland hat Erweckung erlebt, durch die Gnade Gottes und durch den Dienst von John Knox, den Gott mächtig gebraucht hat. Voller Leidenschaft und in der Liebe Gottes wollen wir auch um die Verlorenen in unserem Umfeld ringen und uns von Gott Gelegenheiten schenken lassen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Mission beginnt bekannterweise vor der eigenen Haustür, in der Familie, in der Nachbarschaft, im Kollegenkreis.
Wir haben hier in der Arche einmal im Monat einen Missionseinsatz, bei dem wir auf die Straße gehen und mit den Menschen sprechen. Ich muss gestehen, ich bin eher sehr selten dabei. Gut, es kommt auch häufig vor, dass wir parallel andere Dienste haben. Aber man könnte das viel öfter machen, oder sollte das viel mehr machen. Denn das war auch eine gute Erfahrung für mich selbst. Da waren so viele Menschen da, die auch das Gespräch gesucht haben. Manchmal denkt man ja, die wollen alle nichts wissen. Aber unser Stand war ständig umlagert.

Weisheit im Gespräch und die Führung des Geistes

Gut, manches Mal waren es auch Glaubensgeschwister. In einem Fall habe ich das zuerst nicht erkannt. Ich habe da meinen missionarischen Eifer reingelegt, und irgendwann hat sich die Person dann geoutet: Ich gehöre schon dazu. Warum sagt er das nicht gleich, Mensch? Aber er macht dann auch nichts, dann hat er nochmal meine Version gehört.
Ja, wir gehen mit Ihnen ins Gespräch auf verschiedene Weise. Zum Beispiel, indem man mit Ihnen über die Zehn Gebote spricht. Man fragt Sie: Sind Sie ein guter Mensch? Und die meisten sagen dann: Ja, doch, bei Ihnen schon, ein ganz netter Kerl. So klar, Fehler haben wir alle mal. Ja, wie sieht es mit den Zehn Geboten aus? Ach doch, ja, ich habe ja keinen ermordet und so. Ich werde die schon ganz gut erfüllt haben. Dann geht man Ihnen mal die Zehn Gebote durch und führt die lieben Menschen darauf, dass sie doch sehr erlösungsbedürftig sind. Und dann kann man auf den Retter Jesus zu sprechen kommen.
Ja, bei all dem brauchen wir, wie schon gesagt, den Heiligen Geist. Und hier haben wir mal so eine Kostprobe aus Apostelgeschichte 16, wie das bei den Missionsreisen von Paulus war:
Als sie aber früh weitergingen und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewährt, das Wort in Asien zu verkündigen. Interessant: Stopp, hier geht es nicht weiter! Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen, und der Geist ließ es ihnen nicht zu. Ja, warum das denn? Die sollen doch dort auch. Nein, er hatte einen anderen Plan. Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas. Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht. Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns.
Bei Frank war es ein ukrainischer Mann, der gesagt hat: Komm herüber nach Dnjepro! Und hilf uns! Frank durfte dort ein Segen sein. Du darfst es dort sein, wo Gott dir die Türen öffnet. Wir merken: Manchmal macht er Türen zu, und wir merken, es funktioniert nicht oder soll nicht sein. Aber dann gehen an anderer Stelle Türen auf, und wir dürfen für Gott ein Segen sein.

Die Botschaft von Gericht und Gnade

Wenn Seismographen die Anzeichen eines bevorstehenden Vulkanausbruchs erkennen, was machen sie dann? Wir warnen die Menschen, natürlich. Wir warnen sie und sagen: Kommt, verlasst eure Häuser, sucht eine sichere Stelle, damit euch der Vulkanausbruch nicht anhaben kann.
Wie ist es mit uns? Warnen wir vor dem drohenden Gericht Gottes? Das heißt nicht, dass wir als grimmige Höllenprediger hektisch mit Traktaten durch die Stadt laufen und zwanghaft wahllos die Menschen zutexten sollen. Das passiert auch. Das ist mir gerade auch beim letzten Missionseinsatz so gegangen. Ich stand da und hatte gute Gespräche.
Übrigens meinte unter anderem eine junge Frau: Sie sagte, ja, ich bin jetzt ganz frisch und suche den Glauben. Was ist passiert? Vor einigen Tagen ging ich in eine Straße hinein, da lag eine Bibel auf der Erde. Ich hatte mit Bibel und Christentum vorher nie etwas zu tun, aber ich habe die Bibel genommen und dort drin gelesen. Ich war so gepackt, fand das sehr interessant. Kein Christ, keine Gemeinde, aber das Wort Gottes und natürlich der Heilige Geist, der diese junge Frau gepackt hat. Sie fragte mich dann, wie das funktioniert, ich möchte mich gerne taufen lassen. Alles sehr interessant.
Aber da war auch noch etwas anderes. Ein paar Meter weiter stand ein Mann, und ich dachte: Warum stellt der sich ausgerechnet direkt neben uns hin? Und jetzt denken doch alle, er ist von uns. So ein richtiger Höllenprediger, versteht mich nicht falsch. Wir müssen den Menschen auch sagen, dass es nicht nur Himmel gibt, sondern auch die ewige Verdammnis, die Trennung von Gott, die Hölle. Das meine ich nicht anders. Aber dieser Mann, in seiner ganzen Art, das war teilweise doch sehr unangenehm, wie er dort die Menschen angesprochen hat. Sehr lieblos, wie ich fand. Da ist in unserem Dienst auch Weisheit gefordert.
Die frohe Botschaft soll in der Liebe Christi weitergegeben werden. Und da können wir von Paulus lernen, wie er dort den Athenern auf dem Areopark begegnet ist. Das waren ja sehr spirituelle Leute dort, und er hat zu ihnen über den unbekannten Gott gesprochen, dem sie dort einen Altar gewidmet hatten, Apostelgeschichte 17. Ich glaube, ihr kennt diese Stelle, und man kann sehr viel davon lernen, wie Paulus eben diesen Altar dem unbekannten Gott nimmt und damit dann auf Christus weist. Sehr clever gemacht, also im Grunde die Menschen abholt.
Ich staune: Ihr Hamburger seid sehr offen für alles Mögliche. Aber wisst ihr, ihr braucht den, der am wichtigsten ist. Für den dürft ihr auch offen sein. Keine Ahnung, wie man das dann so vielleicht auf der Straße genauso umsetzt, wie Paulus das auf dem Areopark gesagt hat.

Ausgewogenheit in der Evangelisation

Ich habe da mal, ich weiß nicht, von wem das kommt, aber ich habe gedacht, ich bringe es mal rein, wie wir vielleicht auch unsere Evangelisation gestalten sollen.
Hört mal: Um ausgewogen zu sein, gehören zur Evangelisation Ehrlichkeit, Dringlichkeit und Freude untrennbar zusammen. Ehrlichkeit und Dringlichkeit ohne Freude führen zu einer verbiesterten, verkrampften Haltung. Ehrlichkeit und Freude ohne Dringlichkeit führen zu Sorglosigkeit. Und Dringlichkeit und Freude ohne Ehrlichkeit bringen ein verzerrtes Bild über das Evangelium und seine Konsequenzen.
Fand ich ganz gut, auch mal so ein bisschen eine gewisse Ausgewogenheit unseres Missionsdienstes mit diesem kleinen Absatz vor Augen gestellt zu bekommen.

Das Evangelium als klare Botschaft von Kreuz und Versöhnung

Kommen wir zum zweiten Punkt: Wie lautet die Botschaft? Was genau ist unter dem Evangelium, der guten und besten Nachricht, zu verstehen?
Es ist nicht nur einfach Gottesliebe, ich hoffe, das ist uns allen klar. Wir müssen den Menschen auch deutlich machen, dass es eine negative, eine schlechte Nachricht gibt. Nur dann verstehen die Menschen überhaupt, warum sie eine gute Nachricht brauchen.
Es ist die Pflicht eines jeden Gläubigen, die Botschaft von der Versöhnung mit Gott in der Welt bekannt zu machen. Deshalb ist es für Christen von entscheidender Bedeutung, das Evangelium selbst richtig zu verstehen und es klar und überzeugend zu präsentieren.
Wenn wir da schlecht aufgestellt sind und einfach nur sagen: Ja, komm zu Jesus, und du hast ein besseres Leben. Komm zu Jesus, und der Segen fließt ohne Ende. Das ist nicht das Evangelium. Ja, wir werden Segen erleben, und so weiter, versteht ihr. Aber es geht in erster Linie darum, dass wir die eigentliche Botschaft verstehen und weitergeben.
Ach ja, ich würde hier immer gerne ein offenes Kreuz zeigen, das haben wir hier gar nicht. Es hängt ja immer an den Wänden, aber bei euch hoffentlich auch in den Gemeinden. Denn in manchen Kirchen wird es leider abgehängt, weil sie meinen, das stört irgendwie. Nein, es stört nicht.
Wir brauchen das Kreuz, um die Menschen darauf hinzuweisen. Das Kreuz in den Mittelpunkt zu stellen, ist auch das Zeichen der Liebe Gottes. Darauf kommt es an. Erlösung haben wir nur durch Jesus. Unsere Versöhnung mit Gott wurde nur möglich, weil Christus ans Kreuz ging und die Strafe für unsere Sünden auf sich nahm.
Als unser Erlöser am Kreuz ausrief: Es ist vollbracht, wurde die Barriere zwischen dem sündigen Menschen und dem heiligen Gott beseitigt. Und alle, die auf ihn vertrauen, sind gerettet und mit Gott versöhnt.

Die Botschaft der Versöhnung und der Ruf zur Umkehr

Also müssen wir, wenn wir unseren Auftrag ernst nehmen, auch wirklich die klare Botschaft herausbringen. Die Bibel in 1. Korinther 1,19-20 sagt: Dann ist es Gott gefiel, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes. Das ist einmal so eine klare Stelle, die das Werk am Kreuz uns vor Augen führt.
Ich glaube, ich habe hier noch eine: Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte.
Also, viele andere Bibelstellen gibt es, die uns unbedingt immer begleiten sollen, wenn es darum geht, was das Kreuz beinhaltet und worum es da eigentlich geht. Römer 10,17: Der Glaube kommt aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. Das ist etwas, was uns auch wirklich herausfordern darf, auch unseren Glauben zu bekennen und zu verkündigen. Und zwar nicht nur als Preacher auf der Kanzel, sondern jeder für sich auch in seinem Alltagsleben. Auch das ist Verkündigung, wenn du den Glauben weitergibst.
Und durch die Verkündigung heißt es aber: Hier muss auch Gottes Wort dabei sein. Dann hat es Kraft, und dann kommt auch Glaube. Das ist also etwas sehr Entscheidendes. Gott gebraucht uns, wie ich eingangs schon sagte, als Botschafter, um zu verkündigen und Menschen zu ermahnen, sich mit Gott zu versöhnen.
Das griechische Wort, das mit Appell einlegen oder flehen übersetzt wurde, lautet parakaleo, wenn ich es richtig ausspreche. Es handelt sich um eine Ermahnung oder eine Bitte, und man hat es auch schon mal mit betteln beziehungsweise anflehen übersetzt. In diesem Sinn beauftragt Gott seinen Botschafter.
Noch einmal der Vers, den wir schon hatten: So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. Leidenschaftlich, Leute, es geht um alles, euer Leben steht auf dem Spiel. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.

Warnung vor einem verwässerten Evangelium

Das Evangelium von Sünde und Buße, sagte ich vorhin schon, klingt für viele Christen nicht attraktiv und einladend, wenn es darum geht, was unsere Botschaft ist. Bei ihnen geht es mehr darum, ein Produkt an den Kunden zu bringen. Und das muss irgendwie schön klingen. Die Gottesdienste sollten vielleicht mehr so eine Art Konzertatmosphäre haben, mehr Entertainment und Unterhaltung beinhalten. Unsere Pastoren sollen doch frischer sein und mehr einen Joke darauf haben, damit die Leute es irgendwie lustig finden.
So denkt man häufig in manchen Kreisen, und so wird den Menschen oftmals ein Evangelium angeboten, das ihnen vorgaukelt, dass bei ihnen selbst eigentlich alles okay ist. Sie brauchen nur noch so ein bisschen Sahnehäubchen obendrauf, damit ihr Leben vielleicht noch mehr gelingt. Wer sagt den Menschen, wo sie mit ihrer Schuld und Sünde hingehen sollen? Wer sagt ihnen, dass sie verloren gehen und der Zorn Gottes auf ihnen bleibt, wenn sie nicht an Jesus glauben? Johannes 3,36
Unsere Botschaft: Das echte Evangelium muss etwas anderes beinhalten als seichte Versprechungen eines Pseudo-Evangeliums. Jonathan Edwards, wir haben ja hier schon in den Tagen, wer hat das gemacht, einer hat darüber gesprochen, der hat darüber gesprochen, genau, der hat ja so eine ganz gewaltige Predigt gehalten, die die Erweckung in Nordamerika ausgelöst hat, mit, ich weiß nicht, ob er das bestimmt auch erwähnt hat, dort war ich nicht zugegen. „Sünder in den Händen eines zornigen Gottes“ – hui, das ist schon etwas. Aber wie gesagt, auch das ist Thema und nicht nur: ja, der liebe Gott, der liebe Gott, und das ist nun alles. Nein, wir wollen alles ohne Abstriche bringen und den Menschen zurufen: So tut nun Buße und bekehrt euch, warum? Damit eure Sünden getilgt werden. Das ist so das Thema, worauf es ankommt.
Es hat mal jemand gesagt, vielleicht war es Spurgeon, ich glaube, der war es sogar: Die Aufgabe der Pastoren ist nicht, die Wölfe zu unterhalten, sondern die Schafe zu weiden. Habt ihr den Spruch schon mal gehört? Die Aufgabe der Pastoren ist nicht, die Wölfe zu unterhalten, sondern die Schafe zu weiden.
Ja, wehmütig denkt man manchmal an vergangene Erweckungszeiten oder wundert sich, warum heute so wenig passiert. Manchmal brauchen wir uns nicht zu wundern, weil unser Evangeliumsverständnis flach ist oder gar nicht richtig vorhanden, weil unsere Botschaft so dünn ist. Der Herr möge uns da helfen, dass wir auch wirklich die Wahrheit herausbringen.

Was nicht unser Auftrag ist

Drittens: Was ist nicht unser Auftrag? Auch das ist noch einmal ein so wichtiger Punkt. Ein Botschafter, ein Christus-Stadt, steht nicht in erster Linie für ein soziales und gesellschaftliches Engagement, auch wenn das alles gut und wichtig ist. Tafel und was es da alles gibt, um der Gesellschaft zu begegnen. Wir haben viel Not, immer mehr. Aber wir leben am Ziel vorbei, wenn wir nicht die eigentliche Not in der Gesellschaft sehen: die Sünde, das gottlose Herz und damit die Trennung von Gott. Deswegen: Lasst euch versöhnen mit Gott. Das ist unsere Botschaft und nicht in erster Linie Sozialdienste und alles, was dazugehört, so wichtig es auch ist.
Selbst Apologetik, das heißt, den Glauben zu verteidigen und Fragen und Einwände zu beantworten, die Menschen im Hinblick auf den Glauben haben, ist letztlich keine Evangelisation. Man kann tolle Diskussionen haben, aber sie gehen irgendwo am Ziel vorbei, wenn man nicht auf den Kern des Evangeliums zu sprechen kommt.
Ein weiterer entscheidender Irrtum ist, dass man Evangelisation mit dem Ergebnis, mit der Frucht, verwechselt. Man glaubt, oberflächliche Entscheidungen, Handheben, eine Entscheidungskarte auszufüllen, seien das Kriterium von Evangelisation. Hört mal, was John Stott dazu gesagt hat: Evangelisieren heißt nicht, Bekehrte zu gewinnen, sondern einfach die gute Botschaft zu verkündigen, unabhängig von den Ergebnissen. Evangelisieren bedeutet nämlich nicht, Menschen zu einer Entscheidung zu überreden.
Mit viel Emotion und psychologischen Effekthaschereien sind sicherlich schon manche Ergebnisse erzielt worden. Manche, die rhetorisch gut drauf sind, können es so bringen, dass die halbe Versammlung irgendwie die Hand hebt. Aber was bleibt nachher davon übrig? Ein Betrunkener traf auf den bekannten Prediger Spurgeon und lallte: „Ich bin einer von deinen Bekehrten.“ Worauf Spurgeon antwortete: „Ja, aber du bist keiner von Gottes Bekehrten.“
Verstehen wir? Manches Mal sind dort viele Bekehrte gemacht worden, aber da ist nichts dahinter. Wir brauchen echte Wiedergeburten, gewirkt durch den Heiligen Geist. Darauf kommt es an.

Die Kraftquelle für den Dienst

Woher nehmen wir die Kraft? Unsere Verantwortung, den Auftrag von Jesus auszuführen, scheint uns ja mitunter zu überfordern. Ich weiß nicht, wie es euch geht, mir geht es schon manchmal so. Ich habe erzählt, ich könnte viel mehr auf der Straße sein, viel öfter mit Ungläubigen im Gespräch sein. Aber auch da ist dann Menschenfurcht, und man kommt an seine Grenzen.
Aber Gott hat uns ja nicht allein gelassen. Jesus ist alle Tage bis an das Weltende bei uns, und als er zurück zum Vater ging, hat er uns den Heiligen Geist als Tröster und Beistand gesandt. Noch einmal hier unser Bibelvers: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und bis ans Ende der Erde.
Pfingsten war der Startschuss für die Gemeinde und für die Mission. Die Jünger wurden mit dem Heiligen Geist getauft, der zu ihrer Kraftquelle geworden war, um den Missionsbefehl umzusetzen. Und Gleiches gilt auch für uns heute. Jesus hat nicht gesagt: Ihr werdet immer die passenden Worte sagen, und ihr werdet nie Probleme haben. Nein, er sagte einfach nur: Ihr werdet meine Zeugen sein.
Was ist ein Zeuge? Ein Zeuge ist jemand, der etwas gesehen, gehört und erlebt hat und darüber dann Zeugnis ablegt. Ein Zeuge Jesu Christi zu sein bedeutet schlichtweg zu erzählen, was Gott an dir getan hat. Es heißt: Ihr werdet sein. Es ist keine Aufforderung, kein Ihr sollt, sondern eine Feststellung. Ebenso wie wir Botschafter sind und nicht eventuell einmal sein werden.
Und diesen Dienst verrichten wir eben nicht in eigener Kraft, sondern Gott selbst befähigt uns durch die Kraft des Heiligen Geistes. Und die ist so stark, so mächtig, so viel größer als alle menschlichen Kräfte und Möglichkeiten.

Geistliche Ausrüstung und Gaben für den Dienst

Wenn ein Mensch die Gnade der himmlischen Neuschöpfung, der geistlichen Wiedergeburt, erlebt, wenn ein Sünder zu einem Nachfolger Christi wird, dann erfährt er damit auch die vollständige Freisetzung der Kraft des Heiligen Geistes in seinem Leben. Der Gläubige wird ein Tempel des Heiligen Geistes und wird mit dem Heiligen Geist getauft oder erfüllt.
Schöne Stellen wie zum Beispiel hier: Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, sagt Johannes. Aber der, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen. Der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Wir mögen menschlich kraftlos sein, und das sind wir auch. Aber da ist der Heilige Geist, der euch erfüllt.
Oder hier 1. Korinther 12,13: Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.
Das ist wichtig, dass wir so in dieser Kraft sein dürfen. Ohne den Heiligen Geist können wir nichts tun. Er ist unser Tröster, Ratgeber und Beistand, der uns täglich zur Seite steht. Er hilft uns, er leitet uns, und er lässt die Frucht des Geistes in uns wachsen, wie wir gestern von Matthias Lohmann gehört haben.
Wir dürfen Geistesgaben empfangen. Christian Wegert hat davon gesprochen, so brauche ich das nicht wiederholen. Das sind alles Dinge, die wir brauchen, um unseren Dienst auszuführen und auch der Gemeinde Jesu dienen zu können. Gott teilt die Gaben nach seinem Ermessen aus, wie er will.
Wir haben auch darüber gesprochen, dass wir uns danach ausstrecken sollen. Da ist ja auch diese bekannte Stelle in 1. Korinther 14,1-5: Strebt aber besonders nach der prophetischen Rede. Oder sagt sogar: Ich wünschte, ihr könntet alle in Zungen reden.
Paulus macht da Mut, auch zu beten und sich nach den Gaben des Geistes auszustrecken. Machen wir das? Ich habe mich oft auch selbst gefragt: Wann hast du das letzte Mal richtig konkret gesagt: Herr, es wäre so schön, wenn ich in meinem Dienst doch noch mehr hier oder da zulegen würde oder noch mehr begabt wäre. Strecke ich mich danach aus? Bete ich darum?
Auch da haben wir sicherlich noch viel Luft nach oben.

Erweckung, Vorbilder und geistliche Leidenschaft

Als Christen sind wir wie ein ölgetränkter Schwamm. Du kannst ihn hinlegen, wo du willst, er wird von Öl triefen und eine entsprechende Spur hinterlassen.
Und Gott hat zu allen Zeiten immer wieder das Zeugnis und den Einsatz von Gläubigen in der Kraft des Heiligen Geistes benutzt, um auch besondere geistliche Aufbrüche zu schenken. Wir haben es gerade von Frank gemerkt, wie er voller Freude und Begeisterung ist über das, was Gott auch in der Ukraine tut. Das wünschen wir uns auch viel mehr hier bei uns, und möge dazu nicht erst Not nötig sein. Krieg oder irgendetwas anderes.
Manchmal ist es so, dass Gott es zulässt, damit ein Volk wieder auf die Knie kommt. Hoffentlich möge es in unserem Land anders sein, dass die Menschen auch wieder aufwachen.
Was mich aber auch immer wieder erfrischt und erfreut hat, ist der Rückblick auf die großen Erweckungen vergangener Tage in Großbritannien, in Amerika und in Wales. Im 18. Jahrhundert dienten Männer wie George Whitefield, Jonathan Edwards, John Wesley, Charles Spurgeon, Dwight L. Moody und verschiedene andere in großem Segen Gott. Sie verkündigten das Evangelium in Kraft, und Hunderttausende kamen zum Glauben.
In derselben Kraft dienten auch Hudson Taylor in China, William Carey in Indien und David Livingstone in Afrika. Ebenso die Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin in Europa sowie viele andere Männer und Frauen, die Gott in der Kraft des Heiligen Geistes benutzt hat.
Ich lade dazu ein, Biografien zu lesen, die solche Dinge transportieren. Sie machen uns Mut, sie pushen uns, sie helfen uns auch, eine noch größere Sicht zu bekommen und uns danach noch mehr auszustrecken.

Erweckungsgeschichten und die Sehnsucht nach Veränderung

Ich las zum Beispiel Berichte aus dem Jahr 1921, als eine Erweckung unter schottischen Fischern einsetzte. Da war ein Douglas Brown, ein Baptistenprediger aus London und Sohn eines Mitarbeiters des berühmten Charles Spurgeon vom Metropolitan Tabernacle in London. Er war ein junger, menschenscheuer Pastor.
So menschenscheu und schüchtern, wie du bist und denkst: Mann, ich krieg ja meine Klappe nicht auf, wie sollen meine Leute in meiner Klasse, in meiner Familie jemals richtig etwas vom Evangelium von Jesus hören? So ein Pastor war das scheinbar.
Bis eines Tages im Februar 1921 eine frische Berührung von Gott ihn völlig veränderte. Wir brauchen immer wieder neu Begegnung mit Gott, mit dem Heiligen Geist. Auf das Anregen des Geistes hin ging Brown kurz darauf nach East Anglia, das ist eine Region dort in Schottland, um zu evangelisieren. Bereits im Juli wurden dort bemerkenswerte geistliche Erlebnisse gemacht, so dass Douglas Brown berichtete: Ganz Ostschottland brennt für Gott.
Wäre das nicht etwas, wenn du so etwas verkünden könntest bei der nächsten Evangelisation? Ey Leute, ganz Mecklenburg-Vorpommern brennt für Gott! Jetzt ist es noch eher so ein schwarzer Fleck auf der Landkarte, glaube ich. Also, ich will es nicht kleinreden, es gibt schon lebendige Gemeinden da, und wir wollen, dass Gott auch weiter dort wirkt.
Möge der Herr uns doch so ein Zeugnis schenken von unseren Städten, von unseren Gemeinden, dass da Mächtiges passiert. Und die Segensspuren der Erweckung, auch von 1921, aber nicht nur von da, sondern immer wieder, wie wir sie erlebt haben, auch hier in Hamburg übrigens, die sind Jahre, Jahrzehnte, viele Jahrzehnte immer noch erkennbar. Wie Gott mächtig gewirkt hat, wie sich ganze Städte und Dörfer verändert haben.
Sowieso: In jedem kleinsten Dorf in Deutschland steht eine Kirche. Warum, wie ist das gekommen? Weil da mal geistliches Feuer war, weil da mal Menschen Christus erlebt haben und ihm auch ihr Leben anvertraut haben.
Ihr Lieben, haben wir Sehnsucht, dass Gott auch unser Land, unsere Städte neu aufsucht und verändert? Lasst uns darum beten, aber auch darum, dass Gott uns selbst eine neue Kraftausrüstung durch den Heiligen Geist zuteilwerden lässt. Das ist, denke ich, ganz entscheidend.

Trägheit, Menschenfurcht und falsche Prioritäten

So haben wir dann hier noch einmal unseren bekannten Vers: Ihr werdet Kraft empfangen, ihr werdet Zeugen sein in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, in Bayern, wo auch immer ihr herkommt, setzt euren Landkreis, eure Stadt dort ein, in ganz Deutschland, bis an das Ende der Erde.
Jetzt müsste ich eigentlich Amen sagen, klingt auch fast so. Naja, ich bin noch nicht ganz. Es kommt nur eine kleine Herausforderung, die ich nicht unterschlagen möchte. Ich weiß, eigentlich müsste ich jetzt fast ans Ende kommen.
Punkt fünf: Warum sind wir so träge? Okay, ich spreche nur zu mir selber, ihr seid es ja nicht, ich weiß. Ihr könnt doch schon zum Essen gehen. Ich predige mir selber noch einmal ein paar Worte, gib mir noch mal so einen kleinen mit.
Denn da wir nun Zeugen und Botschafter an Christi statt sind und diese verantwortungsvolle Aufgabe von Jesus mit seiner Autorität übertragen bekommen haben und dazu mit der Kraft des Heiligen Geistes ausgerüstet sind, warum sind wir dann in der Umsetzung des Auftrags so träge?
Ich muss euch bekennen, ich habe da oft versagt. Gut, jetzt bin ich schon viele, viele Jahre im geistlichen Dienst als Pastor. Vorher war ich übrigens Finanzbeamter, und ich habe nun gerade diese Zeit im Blick. Vielleicht würde man sagen: Na ja, du musst auch über die Steuern reden und nicht über das Evangelium. Na ja, trotzdem gab es manche Gelegenheit, und ich habe sie verstreichen lassen.
Und eine Sache war besonders heilsam für mich, einmal als ich in einem Zugabteil mit verschiedenen Menschen zusammensaß, die sich sehr lautstark über ihre Philosophien und ihre Glaubens- und Weltanschauungen unterhalten haben. Ich weiß nicht mehr genau, Hindu, Moslem, alle waren sie vertreten, war sehr interessant, und ich war als Christ dabei. Alle waren begeistert von ihrer weltanschaulichen Religion, nur einer war ganz still, das war ich. Es war echt schlimm, es war peinlich.
Und irgendwann hat einer von denen, es waren auch Freunde von mir dabei, gesagt: Hey, sag mal, du bist doch ein gläubiger Christ, was ist mit dir eigentlich? Boah, das war so bitter für mich. Ich habe dann auch etwas rausgehauen, und ich glaube, ja doch, da kam schon auch noch ein bisschen was. Aber hinterher habe ich gesagt: Herr, vergib mir und hilf mir, dass so etwas in dieser Weise nicht wieder vorkommt. Sei mir Sünder gnädig.
Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, dem so etwas passiert ist, dass ihr solche Erfahrungen vielleicht auch schon gemacht habt.

Menschenfurcht und die Prioritäten des Alltags

Wir erleben das in unserer Gesellschaft ganz anders, wenn es um Marketing, Wirtschaft und Ähnliches geht. Das hat mich auch einmal angesprochen. Manager und Verkäufer, Werbefachleute, sie geben alles, um ihr Produkt in der Welt bekannt zu machen.
Denkt mal an diese Beispiele, das passt ja gut hier. Coca-Cola, was steht denn hier drauf? „Homie“ – was soll das denn? Ah, das ist eine neue Werbekampagne. „Homie“, „Freunden“ – das ist eine neue Werbekampagne. Guck mal, die merken ja: Die denken sich da etwas bei.
Nicht von ungefähr gab es den Spruch, weil Coca-Cola überall bekannt war, auch im hintersten Dschungel: Coca-Cola ist wahrscheinlich bekannter als der liebe Gott. Ja, das darf aber nicht sein, Leute. Wir haben einen Auftrag als Botschafter an Christi statt, als sein Volk, das Evangelium noch weit bekannter zu machen als Coca-Cola.
Gerade dann kommen wir und sagen: Na ja, ich kann nicht so richtig reden, das ist nicht mir gegeben. So hat Mose übrigens auch geredet. Kennt ihr das? Ich kann nicht. Na, dann hast du den Aaron, der kann ein bisschen besser schnacken, steht dir zur Seite. So hast du vielleicht auch Freunde, die Gott dir an die Seite stellt, die dir dann eine Unterstützung sein können.
Aber am meisten werden wir vermutlich deshalb nicht evangelisieren, weil wir einfach andere Prioritäten in unserem Leben haben: der Beruf, die Familie, das Studium, eigene Probleme, eigene Nöte, das Hobby, der Sport, ja sogar Gemeindeaktivitäten können es sein. Wir haben tausend Ausreden, was gerade mehr dran ist, als anderen Menschen das Evangelium nahezubringen.
Dabei haben wir so viele Gelegenheiten. Da ist der freundliche Postbote, der irgendwie einen Spruch über das Wetter macht, wo man einhaken könnte: Ich kenne übrigens den, der das Wetter macht. Ach was! Oder wie auch immer, man hätte bestimmt gute Möglichkeiten.
Aber oft ist es halt so: Sprüche 29,25. Menschenfurcht ist ein Fallstrick. Wir haben so viel Menschenfurcht, so oft sind wir doch wie das Kaninchen vor der Schlange. War das Peter Hahne? Wer vor Gott kniet, kann vor Menschen aufrecht stehen, oder so ähnlich.
Also, wir dürfen uns da wirklich herausfordern lassen und auch auf diesen zweiten Teil gucken: Wer aber auf den Herrn vertraut, hat nichts zu fürchten. Wir sind Botschafter des mächtigsten Herrn aller Herren. Wir bringen das Evangelium raus und haben einen Auftrag. Und wir dürfen auf den Befehlsgeber schauen, der alle Gewalt hat.
Wir sollen nicht Menschen fürchten, sondern vielmehr Ehrfurcht vor Gott bekommen und aus dieser Haltung seine Zeugen sein.

Ermutigung zum Glauben, zum Reden und zum Handeln

Ja, wir mögen schwach sein, aber da ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns zur Seite steht.
Ich habe noch ein Zitat von, ah ja, das ist gut, Spurgeon. Nochmal, der Spurgeon, der hat gesagt: Wir lieben Spurgeon, Märkte hier in der Arche, deswegen haben wir sie auch Spurgeon Hall genannt. Aber wir lieben Jesus noch mehr, nicht dass da einer auf den falschen Gedanken kommt.
Spurgeon hat gesagt, der hat am meisten Erfolg, der jedes Mal, wenn er verkündigt, Bekehrungen erwartet. Nach seinem Glauben soll ihm geschehen. Das darf uns auch mal herausfordern. Und ich denke, das ist nicht nur gemeint, klar in erster Linie für Preacher, dass sie nicht da so irgendwie so ganz ängstlich und schüchtern und keine Ahnung was vor sich hin murmeln in ihrem nicht vorhandenen Bad, sondern soll, denke ich, auch für uns alle eine Ermutigung sein, wenn du mit Menschen redest.
Rechne damit, dass Gott ihr Herz auftut. Rechne damit, dass dieser Mensch, mit dem du gerade redest, vielleicht jetzt in diesem Moment noch nichts zeigt. Aber er geht nach Hause, und dann trifft ihn das, was du ihm mitgegeben hast. Und er geht zu Hause auf die Knie, und jetzt passiert Gewaltiges. Wir dürfen wirklich überrascht sein, was Gott tut.
Übrigens hat Jonathan Edwards von der großen Erweckung in Nordamerika gesagt: Es war eine Erweckung, mit der ich nicht gerechnet habe. Jetzt mit meinen Worten. Es kam für ihn irgendwie überraschend, das Ganze.

Der Ernst des Evangeliums und der Ruf zur Sendung

Nochmal zum Schluss: Paulus sagt: Denn ich bin ein Schuldner sowohl den Griechen als auch den Nichtgriechen, sowohl den Weisen als auch den Unverständigen. Darum bin ich bereit, so viel an mir liegt, auch in Rom das Evangelium zu verkündigen.
Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, ich schäme mich nicht. Nein, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt.
Ja, komm, die letzten bringe ich auch noch auf Folien.
Wenn ich dem Gottlosen sage, dass er sterben muss, und du warnst ihn nicht und sagst ihm nicht Bescheid, um ihn vor seinem gottlosen Weg zu warnen und am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Hesekiel 3,18
Ja, es steht in der Bibel, um uns aus unserer Trägheit herauszuholen, um uns wachzurütteln. Schau mal um dich herum: Da gehen nicht nur Hunderte, sondern Tausende, Millionen auf dem direkten Weg in die Hölle. Mögen uns solche Verse wachrütteln.
Und das ist dann im Grunde mein Schlusswort:
Ich hörte die Stimme des Herrn fragen, sagte Jesaja, wen soll ich senden und wer wird für uns gehen? Da sprach ich, sagte Jesaja. Sagen wir das auch: Hier bin ich, sende mich. Sagst du das, geh und sprich zu diesem Volk.
Ich wünsche mir das in erster Linie für uns Pastoren auch, dass wir da vorangehen. Aber es gilt für alle, welchen Dienst wir auch haben, dass wir uns immer wieder neu ausstrecken und dem Herrn auch anbefehlen, dass er uns sendet, dass er uns gebraucht.

Abschlussgebet und Segen

Stehen wir auf, lasst uns noch zum Abschluss beten. Ich darf vielleicht mal den Frank bitten, dass er noch einmal betet, um die Kraft des Geistes für uns alle, um Missionsdienst zu verrichten und einfach für das, was wir hier so behandelt haben. Das Mikro habe ich jetzt zwar hier, er kriegt das aber noch einmal. Wir machen das so in Partnerschaft, genau so arbeitet Gott doch.
Vater, wir danken dir für deine Treue. Ich danke dir für deine Güte, für deine Liebe, für dein Wort, für Jesus. Danke, dass wir hineingenommen sind in den wunderbaren Plan des Vaters mit dieser Welt. Und wie bevorrichtigt sind wir doch, dass wir dich erkannt haben. Du hast uns gefunden, wir waren völlig verirrt, völlig blind. Und danke, dass du uns auch nicht allein gelassen hast. Jesus, du hast den Heiligen Geist der Liebe ausgeschüttet, ausgegossen in unsere Herzen.
Herr, wir sind nicht alleine. Du bist da, du bist in uns, du lebst, du bist aktiv, und wir dürfen jetzt in diesem neuen Leben wandeln, im Leben der Auferstehung. Und der Heilige Geist, der Geist des Trostes, der Kraft, der Ermahnung, der Überführung, der wohnt in uns. Herr, immer wohnt er in uns. Du bringst uns zum Ziel, nichts wird uns aus der Hand des Vaters reißen. Was ist das für eine Botschaft!
Herr, und wenn wir davon auch erfüllt sind, und das sind wir, dann wollen wir dich bitten, dass du uns mit hineinnimmst, jeden persönlich, dass auch wir weiter Zeugen sein dürfen dieser Güte, dieser Liebe, dieser unbegreiflichen Liebe des Vaters, die er auch für uns hat, die wir das alles andere als verdient haben, und der uns niemals rausschmeißen wird, auch wenn wir versagen, sondern der uns durch seine Güte zur Buße leitet, immer wieder neu.
Herr, und ich segne meine Geschwister, Herr, die hier sind, die sich ausstrecken nach deiner Güte, nach deiner Liebe, dort, wo sie hingehen. Herr, du mögest doch auch Gelegenheiten schenken, diese Liebe Jesu weiterzugeben, Herr, an unerrettete Familienangehörige, in die Universitäten oder an die Arbeitsplätze. Danke, Vater, dass wir wissen: Du bist da, du gehst mit, und wir dürfen deine Zeugen sein. Amen!
Amen! Ja, vielen herzlichen Dank, Dankeschön! Gott segne euch alle, guten Appetit jetzt beim Essen!