Serie•Teil 2 / 4Reformationstagung 2024 Bern
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung in die Frage nach vermeintlichen Widersprüchen
Wir wollen jetzt ganz konkrete Beispiele zusammen anschauen. Wir lesen in den Evangelien, in der Passionsgeschichte, in der Leidensgeschichte des Herrn, in Markus 15,25: Es war aber die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn. Und die Überschrift seiner Beschuldigung war oben übergeschrieben: der König der Juden.
Nun gehen wir zum Johannesevangelium, nicht wahr? Die vier Evangelien sind ja parallele Berichte über das Leben Jesu. Die Passionsgeschichte findet sich in allen vier Evangelien. In Johannes 19,14 lesen wir: Es war aber Rüsttag des Passer; es war um die sechste Stunde. Und er, Pontius Pilatus, spricht zu den Juden: Siehe, euer König! Sie aber schrien: Hinweg, hinweg, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König als nur den Kaiser.
Dann haben wir ein Problem. In Markus steht, dass die Kreuzigung stattgefunden hat um die dritte Stunde. Im Johannesevangelium lesen wir, dass Jesus Christus vor der Kreuzigung um die sechste Stunde noch vor Pilatus stand. Und jetzt, was machen Sie? Da kommen Leute und sagen: Sehen Sie, die Evangelien, die sind voller Widersprüche.
Wissen Sie was, ich gebe Ihnen einen Tipp: Dann sagen Sie so jemandem: Gut, jetzt gebe ich dir zwei Wochen Zeit, und du löst das Problem. Und wenn du es bis in zwei Wochen nicht lösen kannst, dann bist du wahrscheinlich nicht die richtige Person, um zu sagen, in der Bibel gibt es Fehler. Ja, dann haben sie die Aufgabe abgegeben.
Unterschiedliche Zeitrechnungen und ihre Bedeutung
Nun ist es so: In Matthäus, Markus und Lukas wird die Stundenzählung so durchgeführt, wie es im Römischen Reich üblich war. Ab Sonnenaufgang zählt man bis zum Sonnenuntergang zwölf Stunden des Tages. Und wenn hier steht, es war aber die dritte Stunde, dann kann man das umrechnen; das bedeutet, die Kreuzigung fand um neun Uhr morgens statt.
Aber jetzt muss man noch Folgendes wissen: Im Römischen Reich gab es nicht nur diese Art der Stundenzählung, obwohl das im Alltag sehr üblich war, sondern es gab auch die Stundenzählung ab Mitternacht. Die haben wir immer noch, die ist bei uns voll im Gebrauch, nicht wahr? Dann ist natürlich die sechste Stunde sechs Uhr morgens.
Und nun sagen Sie: Ja, das ist ein schöner Trick, um den Widerspruch zu lösen. Nein, das ist kohärent, das heißt, das passt schön zusammen, auch mit anderen Stellen im Johannesevangelium. Lesen Sie nach in Johannes 1: Da kommen zwei Jünger von Johannes zu Jesus Christus. Es war dort unten, heute nennt man den Ort Kasser al-Jahud, das ist die Taufstelle von Johannes. Bei den biblischen Betanien oder Betabara wird das auch genannt, gegenüber von Jericho in der Wüste, ganz nahe, wo der Jordan in das Tote Meer mündet.
Nun, in Johannes 1 wird gesagt, dass zwei Jünger des Johannes zu Jesus Christus gingen und sie bei ihm sein wollten. Und er sagt: Kommt und seht. Und dann heißt es: Es war um die zehnte Stunde; sie blieben jenen Tag bei ihm. Wenn die zehnte Stunde dort bedeuten würde, dass wir ab Sonnenaufgang zählen, dann wäre das sechzehn Uhr. Aber Sie müssen wissen: Im Judentum beginnt der neue Tag mit Sonnenuntergang, also rund sechs Uhr, im Frühjahr. Wir sind dort im Frühjahr, also wären das zwei Stunden.
Aber dann kann man ja nicht sagen, zwei Stunden auf Besuch, sie blieben jenen Tag bei ihm. Wenn das aber von Mitternacht gerechnet wird, dann war es zehn Uhr morgens, und dann blieben sie sehr wohl jenen Tag bei ihm. Das ist eine andere Stundenzählung, und damit ist das Problem gelöst.
Da haben wir also den Punkt, dass man eben die Gebräuche, Sitten und die Hintergründe beim Bibellesen mitberücksichtigen muss, sonst kommt man hier nicht weiter. Aber dann sieht man alles harmonisch. Um sechs Uhr morgens, noch vor Pilatus, dann kam die Verurteilung, und um neun Uhr morgens wurde Jesus Christus gekreuzigt.
Historischer Hintergrund von Jerusalem und der Königstitel
Hier auf dem Bild sehen Sie übrigens die Grundmauern des Prätoriums, wo Pontius Pilatus regiert hatte. Das war früher der Palast von Herodes gewesen, dem Kindermörder von Bethlehem. Er hatte in Jerusalem einen schönen Palast, aber die Römer haben diesen Palast dann im Jahr sechs für ihre Landpfleger übernommen. Und darum fand dieser Prozess vor Pilatus, der in Johannes 19 beschrieben wird, hier statt.
Aber übrigens war Jahre zuvor auch hier das Weisen aus Persien. Die Bibel sagt Magoi, Magier; das ist ein persisches Wort. Magoi sind nach Jerusalem gekommen, zum Palast von Herodes, und haben gefragt: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Wir haben seinen Stern gesehen.
Und Sie sehen die Überschrift am Kreuz: „Der König der Juden“. Das war dieser Titel, den Herodes vom Senat in Rom bekommen hatte. Er wurde zum König der Juden ernannt, ein ganz neuer Titel. Und dann kamen eben diese Magoi dorthin, wo Sie die Grundmauern sehen, und haben gefragt: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist?
Und Herodes gerät außer sich. Ich bin vom Senat in Rom als Edomiter, als Nachkomme von Esau, zum König der Juden über das jüdische Volk ernannt worden. Und jetzt kommt einer, der geboren worden ist, als solcher, nicht ernannt, sondern der es ist. Ja, das noch zum Hintergrund.
Die Frage nach der Zahl der Sterne
Jetzt fragen wir uns nicht, wie es mit der Stundenzählung ist, sondern wie viele Sterne es gibt. In Jeremia 33,22 steht: „Wie das Heer des Himmels“ – ein Ausdruck für die Sternwelt. Wie eine Armee, wie das Heer des Himmels, kann sie nicht gezählt werden, und der Sand des Meeres kann nicht gemessen werden.
In der Geschichte von Abraham lesen wir in 1. Mose 15,5: Und er, Gott, führte ihn, Abraham, hinaus und sprach: Blicke doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So wird dein Same sein. Und er glaubte dem Herrn, und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
Frage: Wie viele Sterne gibt es? Die Bibel sagt, man kann sie unmöglich zählen. Aber wenn Sie in Bern alle Lichter auslöschen, die ganze Lichtverschmutzung in der Schweiz wegnehmen und es wolkenfrei ist, dann ist das, was man da oben sieht, eine unglaubliche Pracht. Am besten geht man heute in die Wälder von Kanada. Dann kann man das sehen. Es ist grandios. Und es ist so: Man sieht mit bloßem Auge etwa dreitausend Sterne. Aber dreitausend – es ist ja nicht ganz unmöglich, dass man das zählen kann.
Im Altertum hat man sich sehr genau mit diesen Lichtpunkten beschäftigt und mit ihrer Position und den Verschiebungen dieser Lichtpunkte. Da konnte man also sagen: Die Bibel ist falsch, man kann die Sterne schon zählen. Aber Gott sagt, es kann nicht gezählt werden.
Nun, denken Sie daran: Alle Lichtpunkte, die wir wahrnehmen können, also von der Schweiz aus etwa dreitausend, von Israel aus etwa dreitausend, von Australien aus sieht man wieder andere Sterne. Aber zusammen sechstausend. Nun ist es aber so: Allein das nebelige Band am Himmel, die Milchstraße, das ist nicht Milch, die ausgegossen worden ist, wie die alten Griechen das eben sahen und Galaxie nannten. Das heißt Milchstraße. Das ist nicht einfach ausgegossene Milch am Himmel, sondern wenn man mit dem Fernrohr darauf schaut, wie das als Erster Galileo Galilei 1610 gemacht hat, dann sieht man: Oh, das ist eine intensive Ansammlung von Sternen. Er kam dann zum Schluss: etwa dreißigtausend, nicht dreitausend. Die Fernrohre wurden noch besser.
Und übrigens: Von unserer nördlichen Halbkugel aus kann man einen Nebel sehen, den sogenannten Andromedanebel, und das ist nochmals eine Galaxie. Wir gehören zu diesem nebeligen Band mit unserer Sonne und mit der Erde, dem Sonnensystem, zu einer Galaxie, die sich eben als Spirale wie hier im Bild dreht, mit insgesamt etwa drei- oder vierhundert Milliarden Sternen, Sonnen. Ja, und der Andromedanebel ist nochmals eine Galaxie mit schätzungsweise zweihundert Milliarden Sternen.
Also, die Bibel hatte immer Recht. Und hinzu kommt natürlich, dass wir Abermillionen von weiteren Galaxien in der Zwischenzeit entdeckt haben. Unzählbare Mengen. Also, die Bibel hatte immer Recht: Die Sterne, auch das, was man mit dem Auge sieht, kann man nicht zählen. Man muss manchmal warten, bis die Wissenschaft auch so weit ist. Das ist der Punkt: Die Wissenschaft hat Verspätung.
Schöpfungsordnung und hebräische Verbformen
Wenn wir schon so richtig in der Natur draußen sind mit unserem Bibelstudium, dann gehen wir doch zum Schöpfungsbericht. Und zwar ist jetzt die Frage: Wurde der Mensch vor den Tieren erschaffen oder nach den Tieren? Da sagen Ihnen Leute, und ich muss sagen: gescheite Leute und gebildete Leute, da sei ein Widerspruch zwischen Kapitel 1 und 2.
Wir lesen einmal 1. Mose 1,24-26: Und Gott sprach: Es geht um den sechsten Schöpfungstag. Die Erde bringe hervor lebendige Wesen nach ihrer Art, Vieh und Gewürm und Tiere der Erde nach ihrer Art. Und es ward also. Und Gott machte die Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alles, was sich auf dem Erdboden regt, nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis, und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt.
Noch eine kleine Korrektur: Ich war in Gedanken schon bei der Entstehung der Pflanzen, darum habe ich gesagt: dritter Tag. Nein, hier, ab Vers 24, sind wir natürlich beim sechsten Schöpfungstag. Aber zuerst werden am sechsten Tag die Tiere erschaffen und dann der Mensch.
Ja, gut. 1. Mose 2,7: Und der Herr Gott bildete den Menschen aus Staub von dem Erdboden und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens, und der Mensch wurde eine lebendige Seele.
1. Mose 2,19: Und der Herrgott bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde. Und wie irgendein Mensch ein lebendiges Wesen nennen würde, so sollte sein Name sein.
Und nun sehen Sie: In Vers 7 wird der Mensch gebildet, in Vers 19 werden die Tiere gebildet. Widerspruch!
Übrigens das vorhin mit dem dritten und sechsten Tag: So etwas geschieht mir manchmal in den Vorträgen. Aber es hängt damit zusammen, dass ich ja nicht mit einem Skript vortrage. Und Sie können froh sein, wenn man ein Skript abliest; es macht den Vortrag tot, kaputt. Es muss leben, so wie in der Musik. Man muss ein Stück spielen, wie man das zum ersten Mal spielen würde, oder beim Improvisieren erst recht. Man spielt ein Stück, das man noch nie vorher gespielt hat. Das entfaltet eine Lebendigkeit.
Und so ist es auch mit den Vorträgen. Aber dann kann es eben passieren, dass man manchmal plötzlich mit den Gedanken woanders ist.
Die Lösung über den hebräischen Erzählstil
Ab jetzt ist es klar: Tiere, Mensch, Kapitel eins, Kapitel zwei, Mensch, Tiere. Wie lösen wir das?
Da schlage ich Ihnen vor, jetzt nehmen wir den hebräischen Text zu Hilfe. Und zwar in 1. Mose 2,19. Da steht „bildete“, und das ist das hebräische Wort, also er bildete: „Wajizr“. Das ist die sogenannte Wajiktolform, also die Verbform im Hebräischen, die man benutzt, wenn man eine Geschichte erzählt: geschah das, das, das, das, das, das.
Im Deutschen benutzen wir dann nicht Wajiktol, weil wir diese Form nicht haben. Stattdessen benutzen wir das Präteritum: Er ging in den Wald, schlug einen Baum, trug ihn nach Hause und so weiter. Und nun ist es so: Die Wajiktol-Form übersetzt man meistens im Deutschen mit dem Präteritum. Also: Und der Herrgott bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes. Kleiner Schreibfehler.
Ja, aber es ist folgendes: In manchen Fällen muss man die Wajiktol-Form im Hebräischen mit Plusquamperfekt übersetzen, also mit Vorzeitigkeit: Er hatte gebildet. Und ich kann Ihnen weitere Stellen in der Bibel zeigen, ganz eindeutig. Sie müssen es, Sie können nicht anders. Das ist eben so, dass das Verbalsystem im Hebräischen vollkommen anders ist als das Deutsche. Und die Entsprechung ist meistens Präteritum, das passt zu Wajiktol, aber nicht immer.
Und hier muss man so übersetzen, 1. Mose 2,19: Und der Herrgott hatte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes gebildet und alle Vögel des Himmels gebildet. Und dann kommt wieder eine Wajiktol-Form: und so brachte er sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde.
Also, das Plusquamperfekt im Deutschen macht klar: Das war schon erfolgt. Aber im Zusammenhang geht es eben darum, dass Gott sah, dass es nicht gut ist, dass Adam allein sei. Und dann hat er die Tiere zu ihm gebracht. Er sollte ihnen alle neuen Namen erfinden, eine Beziehung zu den Tieren aufbauen, sie beobachten. Aber es sollte deutlich werden: Ein Tier kann nicht eine Ehefrau ersetzen.
Das ist wichtig, gerade für Hundehalter. Darum wird hier nochmals gesagt, der Herrgott hatte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels gebildet. Und so brachte er sie zu ihm. Und die Sache ist gelöst, einfach mit einer gründlichen Kenntnis von hebräischer Grammatik und auch etwas deutscher Grammatik.
Paulus vor Damaskus und die Wahrnehmung der Begleiter
Ein anderes Beispiel: Jetzt springen wir ins Neue Testament. Die Bekehrungsgeschichte von Saulus wird dreimal von Lukas berichtet: in Apostelgeschichte 9, 22 und 26. Und wie viele Bibelleser sind darüber gestolpert.
Apostelgeschichte 9, Vers 7, nicht wahr: Saulus, der später zum Paulus wurde, verfolgte die Christen und ging bis nach Damaskus in Syrien, um dort die messiasgläubigen Juden zu verhaften. Aber dann kommt die Erscheinung vor den Toren von Damaskus: Jesus Christus erscheint ihm als der Auferstandene vom Himmel.
Die Männer aber, die mit ihm, mit Saulus, des Weges zogen, standen sprachlos da, da sie sowohl die Stimme hörten, aber niemand sahen. In Kapitel 22 erzählt Saulus, Paulus selber, seine Bekehrungsgeschichte, und er sagt: „Die aber bei mir waren, sahen zwar das Licht und wurden voll Furcht. Aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.“
So, merken Sie das Problem? Sie hörten, sie sahen niemand. Aber da steht in Kapitel 22: Sie sahen, und die Stimme hörten sie nicht. So, bitte.
Ich möchte mich erinnern, dass ich als Teenager am Bahnhof von Zürich auf dem Weg in die Schule zum Gymnasium Rämibühl immer wieder, beim Hingehen und Zurückgehen, Traktate verteilt und versucht habe, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Und einmal, also ich war ein Teenie, hat ein Mann das sehr ernst genommen und gesagt: Ja, er überlege gerade im Moment sehr darüber nach, wie glaubwürdig die Bibel ist. Er stellte sich vor, er war Theologe, und hat gesagt: Wo sehen Sie Probleme mit der Bibel?
Ja, zum Beispiel in den verschiedenen Berichten der Bekehrungsgeschichte von Paulus. Und dann habe ich ihm erklärt, nicht wahr? Einmal steht akouo mit Genitiv, und in dem anderen Fall, Kapitel 22, dort steht akouo mit Akkusativ. Also einmal wird gesagt: „Sie hören die Stimme“, und einmal wird gesagt: „Sie hören von der Stimme.“ Es ist gerade umgekehrt, sehe ich jetzt gerade, da ist ein Schreibfehler passiert. Also akouo plus Genitiv in Kapitel 22, akouo plus Akkusativ in Kapitel 9.
Und jetzt will ich euch erklären: akouo mit Genitiv, also Hören von der Stimme, das bedeutet: Nein, nein, es ist richtig, es ist alles richtig, ja. Also Hören plus Genitiv, hören von der Stimme, das bedeutet, man hört den Klang der Stimme, aber nicht den Inhalt. Und hören mit Akkusativ, hören wen, die Stimme, das heißt, den Inhalt hören.
Und darum, wo es heißt, hören von der Stimme, da sie sowohl die Stimme hörten, sie hörten von der Stimme, da spricht einer, aber sie können es nicht verstehen. Sie sind in einem Raum, ganz viele Leute sprechen, und Sie hören, dass Leute sprechen, aber Sie verstehen nichts in diesem Wirrwarr der Stimmen. Oder auch manchmal eine Person, die spricht, aber sie ist zu weit weg. Habe ich so erlebt gerade in den Tagen, nein, in den Tagen nach dem dreizehnten, vierzehnten April.
Da war ich auf dem Zionsberg in Jerusalem, und dann hörte ich einen Lehrer, der hat etwas gerufen, und die Schüler haben repetiert. Da hat er es gerufen, und hat mich gefragt: Was spricht der da? Ich kann es nicht sagen. Ich hörte der Stimme, aber ich hörte nicht die Stimme. Merken Sie das?
Später sind wir dann ein bisschen weitergegangen, da sah ich eine offene Türe, eine Schulklasse, und der Lehrer hat da rezitiert. Da bin ich einfach in die Schule reingegangen, das mache ich hier nicht, aber dort. Und dann habe ich da reingeschaut in sein Buch: Ah, er rezitiert die Psalmen. Und dann konnte ich das schon hören, was er sagt. Und die Kinder haben es repetiert.
Und das war gerade kurz nach dieser Nacht, wo der Iran mit 400 Geschossen Israel angegriffen hatte. Ich hatte übrigens übernachtet, gerade eben im Prätorium von Pilatus, und über unseren Köpfen hat man die Geschosse abgeschossen. Wir haben erlebt: Psalm 121. Der Hüter Israels schlummert nicht, noch schläft er. Diese Bewahrung ist unglaublich. Kein einziger Jude kam um. Vierhundert Raketen und Drohnen.
Und dann ging ich dann in die Schule rein, und dann wechselte er und zitierte aus Psalm 121. Und dann habe ich ihm das Buch einfach so genommen. Und er hat es mir gegeben, und da habe ich weiter zitiert, und die Kinder haben nachgesprochen, wie wenn nichts geschieht, wirklich nahtlos. Und ich habe ihnen vorgelesen: Shomer Yisrael, Shomer Yisrael, der Hüter Israels schlummert nicht, noch schläft er. Ein alter orthodoxer Rabbi hat mich dann noch so gefilmt. So etwas geht in der Schweiz nicht.
Aber ich will nur sagen: Ich hatte von der Stimme gehört, nichts verstanden, und dann habe ich die Stimme gehört und habe es verstanden. Und hier wird gesagt: Sie hörten wohl von der Stimme, aber sie sahen niemand. Und dann in Kapitel 22: Die Stimme, den Inhalt der Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht. Kein Widerspruch. Aber da haben wir: niemand sahen. Und da heißt es in Kapitel 22: Sie sahen zwar das Licht. Was stimmt jetzt? Beides.
Niemanden sehen heißt: keine Person sehen. Das Licht sehen kann man auch, wenn man keine Person sieht. Es geht auf. Schön. Aber da ist jetzt auch die Grammatik noch wichtig. Aber einfach wissen: Man ist perplex und denkt, wie geht das zusammen? Warten! Jemanden fragen, der den Grundtext kennt.
Tempelgeräte, Zahlen und der Wert des genauen Lesens
Ja, jetzt ein weiteres Beispiel, aber das hat es auch in sich. Jetzt sind Sie gefordert. Ohne den Kritiker konnte Ezra zählen, das ist die Frage.
In Esra 1 wird berichtet, wie Esra, der Schriftgelehrte, aus Babel nach Jerusalem heimkehrt und wie er dort viele Geräte mitbringen muss. Und der König Kyrus ließ die Geräte des Hauses des Herrn herausbringen, welche Nebukadnezar aus Jerusalem weggeführt und in das Haus seines Gottes gelegt hatte. Kyrus, der König von Persien, ließ sie unter der Aufsicht Mithridats, des Schatzmeisters, herausbringen. Und dieser zählte sie dem Sesbazar, dem Fürsten Judas, dar.
Und ach, Verzeihung, das ist Esra 1, da ist wieder ein Schreibfehler passiert. Das tut mir sehr leid. Wie konnte das nur geschehen? Aber wenigstens kann man es zwischendurch auch merken, ja. Also Esra 1, und es geht nicht um Esra, sondern da kehrt Serubbabel zurück, so steht es ja hier: Sesbazar, der Fürst von Juda.
Und dies ist ihre Zahl: Dreißig goldene Becken, tausend silberne Becken, neunundzwanzig Messer, dreißig goldene Becher, vierhundertzehn silberne Becher von zweiter Gattung, tausend andere Geräte. Alle Geräte von Gold und von Silber waren 5400. Das alles brachte Sesbazar hinauf, als die Weggeführten aus Babel nach Jerusalem hinaufgeführt wurden.
Sesbazar, Serubbabel, ging eben aus Babel zurück, noch bevor dann später in Kapitel 7 Esra auch hinaufkommt. Aber Sesbazar durfte damals ganz viele Tempelgeräte mitbringen. Und es wird genau aufgezählt: dreißig, tausend, neunundzwanzig, dreißig, vierhundertzehn, tausend – wie viel ist das? Zweitausendvierhundertneunzig. Wenn Sie es nicht glauben, noch einmal mit dem Taschenrechner: Zweitausendvierhundertneunzig.
Aber Esra, darum sagte ich, konnte Ezra zählen. Er sagt: Alle Geräte von Gold und Silber waren 5400. So, und jetzt die Lösung. Vierzehn Tage haben Sie Zeit! Oder Sie geben Ihrem Kritiker vierzehn Tage Zeit. Sie müssen nicht Hebräisch können, Sie müssen einfach alles lesen.
Auch noch Vers 6: Sehen Sie, Esra 1, das ist ein Schreibfehler. Ich habe das gestern Abend noch fertig gemacht, diese PowerPoint, und ja, wenigstens merke ich jetzt, was ich da gestern falsch gemacht habe. Esra 1, Vers 6 steht: Und alle, die um sie her waren, die Juden, unterstützten sie mit silbernen Geräten, mit Gold, mit Habe und mit Vieh und mit Kostbarkeiten, außer allem, was freiwillig gegeben wurde.
Das wird hier gesagt: Die bekamen also viele silberne Geräte. Und dann wird ab Vers 7 gesagt: Der König von Persien, der Israel liebte, der König von Iran, der Israel liebte, das gab es einmal. Der hat dann gesagt, die Tempelgeräte sollen herausgegeben werden. Und dann wird herausgegeben: dreißig goldene Becken, tausend silberne Becken, neunundzwanzig. Das gibt dann zweitausendvierhundertneunzig. Aber in Vers 6 wird noch von weiteren Silbergeräten und auch noch Weiterem gesprochen. Und das alles zusammen ergibt dann eben 5400. So einfach.
Also genau lesen, den ganzen Zusammenhang lesen, und dann geht es auf.
Reinheit, Wiederkäuen und die Beobachtung der Natur
Noch etwas anderes: Können Hasen wiederkäuen?
Ein Veterinärmediziner hat studiert. Sein Vater war gläubig, und er sagte ihm: „Weißt du, ich kann nicht an die Bibel glauben. Wenn die Bibel so falsche Dinge sagt, dann behauptet sie ja, Hasen würden wiederkäuen.“ Als Tierarzt weiß man doch, dass Hasen nicht vier Mägen haben wie eine Kuh, die geeignet sind für Wiederkäuen, oder wie Ziegen oder Schafe, sondern nur einen Magen. Und man kann wirklich Hasen oder Zwergkaninchen schlachten, da kommt immer nur ein Magen heraus. Aber in der Bibel steht wirklich, dass der Hase wiederkäut. 3. Mose 11,4
Das sind die Speisegesetze: welches Fleisch koscher ist und welches nicht, was für Juden rein ist und was nicht. Nur diese sollt ihr nicht essen von den Wiederkäuern und von denen, die gespaltene Hufe haben: das Kamel, denn es wiederkäut, aber es hat keine gespaltenen Hufe in der Art wie Kühe, Ziegen und Schafe. Unrein soll es euch sein. Also kein Kamelfleisch.
Und den Klippendachs, denn er wiederkäut, aber er hat keine gespaltenen Hufe. Unrein soll er euch sein. Der Klippendachs hat Pfoten, die eigentlich Hufe sind, die anatomisch mit denen der Elefanten übereinstimmen. Darum ist er im Zürcher Zoo neben dem Elefantenhaus ausgestellt. Er sieht aber aus wie ein Murmeltier, und die Evolutionisten glauben, dass die miteinander verwandt sind. Ja, wir glauben es nicht. Aber eben: Er hat keine gespaltenen Hufe, unrein soll er euch sein. Er ist nicht koscher.
Und den Hasen, denn er wiederkäut, aber er hat keine gespaltenen Hufe. Natürlich hat er Pfoten, er hat die richtigen Pfoten. Unrein soll er euch sein. Da steht es.
Jetzt könnte jemand sagen: Ja, vielleicht bedeutet das eben nicht Hase. Man kann ihnen sagen: Arnevet ist das Wort für Hasen. Da steht es.
Nun, es brauchte in der Geschichte der Biologie, bis man herausfand, dass Hasen und Kaninchen nicht einfach nur braune Kügelchen ausscheiden, sondern auch grüne. Kaninchenfreunde kennen diese Kügelchen, diese grünen. Aber das machen sie meistens nachts, wenn auch Veterinärmediziner schlafen, meistens, und auch andere normale Leute. Normale Leute schlafen nachts und sind am Tag aktiv. Außer sie können einfach nicht schlafen, das gibt es auch. Und das machen Hasen und Kaninchen gewöhnlich nachts.
Das tritt aus, und sie nehmen es gleich wieder in den Mund. Also sie sind sehr beweglich. Gerade ab der Austrittsstelle nehmen sie es auf, und es geht nochmals durch den ganzen Weg. Beim zweiten Durchgang können sie wichtige Bestandteile der Nahrung herausholen, auch Vitamin B. Wird da noch etwas herausgeholt? Es ist ganz wichtig. Man hat versucht, das zu verhindern; nach einigen Wochen sterben die Tiere. Also machen Sie das ja nicht mit Ihrem Kaninchen, das soll das machen.
Aber es wird zweimal gefressen, und das ist Wiederkäuen. Das sagt die Bibel. Sie sagt nicht, Hasen haben vier Mägen, sondern sie wiederkäuen. Und das machen sie mit Gewinn. Die Bibel hat Recht.
Das Passa vor der Kreuzigung und die Bedeutung des Begriffs
Ein weiteres Beispiel: Wir gehen wieder in die Evangelien zurück, zur Passionsgeschichte. Am Vorabend der Kreuzigung hat Jesus Christus mit seinen Jüngern das Passa gegessen.
Lukas 22,15: Und er, Jesus Christus, sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passa mit euch zu essen, ehe ich leide; denn ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reiche Gottes.
Jetzt gehen wir ins Johannesevangelium. Dort steht in Johannes 18,28: Sie führten nun Jesus von Kajafas in das Prätorium, also wie vorhin, da beim heutigen Jaffator, der Altstadt von Jerusalem. Es war aber früh morgens, und sie gingen nicht hinein in das Prätorium, auf dass sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passa essen möchten.
So, jetzt kommen Leute, die sagen: Seht ihr, mit dem Kalender sind die Evangelisten durcheinander. Die Synoptiker sagen, das Passafest war am Vorabend vor der Kreuzigung, aber im Johannesevangelium wird ganz klar gesagt, das Passa kam dann erst. Und ich muss Ihnen sagen: Das kann auch nicht sein, dass gewisse so und gewisse so. In 4. Mose 9 wird unter Todesstrafe angedroht, wer das Passa zu einem anderen Zeitpunkt isst, als so, wie es vorgeschrieben ist. Am 15. Nisan, Abib muss es gegessen werden, man kann es nicht verschieben.
Ha, wie bringen Sie das zusammen? Nun, es ist so wie in der Mathematik. Mögen Sie sich erinnern: Jemand hat Ihnen etwas in der Mathematik erklärt, lange, lange erklärt, und plötzlich haben Sie verstanden. Also wirklich, wenn man lange erklärt, kann man ganz schnell verstehen. Und hier ist es so: Das ist ein Problem. Aber wenn man den Hintergrund weiß, dass der Ausdruck Pessach im Hebräischen gebraucht wird, sowohl für das Passalam, das man am fünfzehnten Nissan, Abib, in der Familie essen muss, als auch für das besondere Friedensopfer, das Priester nach dem Passafest in der Passawoche aßen.
Und das wird im Talmud auch genannt Pessach, der genau gleiche Ausdruck, aber für ein Friedensopfer, das Priesteressen. Und da geht es um die führenden Priester, die da bei Pilatus waren. Die wollten nicht ins Prätorium, um nicht rituell unrein zu werden. Sie wollten nämlich noch die Chagigar, einen anderen Ausdruck für dieses spezielle Friedensopfer, essen.
Es gibt kein Problem. Pasa heißt das, und Pasa heißt das.
Der Berg der Verklärung und die Zeitangaben der Evangelien
Wir bleiben in den Evangelien. Die Geschichte von dem Berg der Verklärung war übrigens nicht der Tabor, wie in der Tradition gesagt wird. Warum nicht? Der Tabor liegt in Galiläa. Aber in den Evangelien sehen Sie: Der Herr geht mit seinen Jüngern auf den Berg der Verklärung, und wenn er wieder hinunterkommt, wird im Evangelientext, wenn man ihn genau liest, klargemacht, dass er dann zurück nach Galiläa kehrte. Also war es außerhalb von Galiläa.
Der Berg Hermon, der höchste Berg Israels, liegt heute im syrischen Gebiet. Er ist 2814 Meter hoch, das ist das Skigebiet Israels. Ich bin da schon mit dem Skilift hochgefahren. Dieser hohe Berg, den die Bibel erwähnt, das war der Hermon.
In Lukas 9,28 lesen wir: Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, dass er, Jesus, Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu beten. Und indem er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders, und sein Gewand weißstrahlend.
Aber im Matthäusevangelium lesen Sie in Vers 1: Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie auf einen hohen Berg für sich. Und er wurde vor ihnen umgestaltet, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht.
Frage: Was stimmt jetzt, acht Tage oder sechs Tage? Schon knifflig. Soll ich zwei Wochen Zeit geben? Also, hier hilft es, wenn man den griechischen Text liest. Da kennt man ganz genau, bei den Zeitangaben, mit welchem Verb es genau korreliert ist.
Also hier: Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten. Jesus Christus hatte vorher etwas zu den Menschen geredet, und acht Tage später, nachdem Petrus, Johannes und Jakobus mitgenommen worden waren, stieg er auf den Berg. Das bezieht sich also auf den letzten Aufstieg. Das war acht Tage später als eben diese Worte an die Volksmenge.
Aber in Matthäus ist es so: Nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie auf einen hohen Berg für sich. Da ist das Nehmen, das Mitnehmen, im Griechischen korreliert mit sechs Tagen. Es ist so, dass Jesus Christus losgegangen ist, sechs Tage nach diesen Worten an die Volksmenge. Und dann bezieht sich also nach sechs Tagen nimmt Jesus.
Und dann bei acht Tagen, dort bezieht sich eben die Zeitangabe auf das Bergsteigen. Es wird klar, dass also der Weg zwei Tage war. Es war eine Zweitageswanderung, aber das kann man im Deutschen jetzt wirklich nicht klar erkennen. Im griechischen Text aber, das habe ich in meiner Bibel dann auch so hineingeschrieben, ist es dann klar: Also einmal bezieht es sich auf das Mitnehmen, und dann das andere Mal gerade auf das Hinaufgehen auf den Berg.
Dann wird klar: Zwei Tage war das, von Galiläa über die Golanhöhen hinauf und dann den Hermon hinauf bis fast dreitausend Meter. Und das war eine Zweitageswanderung. Und die Sache ist gelöst. Wunderbar!
Jericho, zwei Orte und die Rolle der Archäologie
Aber jetzt noch einmal etwas:
Der letzte Gang von Jesus Christus führte ihn nach all seinen Reisen von drei Jahren noch nach Jericho, der heute tiefsten Stadt der Welt, über zweihundert Meter unter dem Meeresspiegel, und dann durch die Wüste hinauf nach Jerusalem, tausend Meter höher, um dort für unsere Sünden zu sterben.
Nun, in Lukas 18,35 liest man: Es geschah aber, als er Jericho nahte, saß ein gewisser Blinder bettelnd am Wege. Lukas 19,1: Nach dieser Heilung dieses Blinden, das wird in den Zwischenversen berichtet, heißt es dann: Und er ging hinein und zog durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, und derselbe Mann war ein Oberzöllner, und er war reich.
Aber jetzt lesen wir Matthäus 20,29: Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge. Und siehe, zwei Blinde, die am Wege saßen, als sie hörten, dass Jesus vorübergehe, schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!
Also, Sie sehen: In Lukas kommt Jesus Christus in die Nähe von Jericho und sieht einen Blinden, den er heilt. Und nach der Heilung geht er nach Jericho hinein. In Matthäus 20 heißt es dagegen, er sei aus Jericho hinausgegangen, und dann trifft er zwei Blinde und heilt sie.
Übrigens wird in Lukas ein Blinder erwähnt, in Matthäus zwei. Das ist nicht das einzige Beispiel, wo ein Evangelist von zwei spricht und der andere von einem. Warum? Lukas war Arzt. Und für ihn sind Menschen wichtig, und er fokussiert auf das Einzelschicksal. Er beschreibt die Heilung von einem Mann.
Matthäus hingegen wusste als Jude: Wenn zwei dabei waren, ist es wichtig, zwei zu erwähnen, weil für Juden gilt, dass ein Zeugnis von mindestens zwei oder drei nach 5. Mose 19,15 glaubwürdig ist. Und darum erwähnte er, dass es zwei waren.
Der Arzt fokussiert aber auf einen Menschen. So müssen Ärzte sein: nicht abfertigen, sondern auf den einen einzelnen Menschen eingehen.
Ja, aber jetzt haben wir das Problem mit Jericho. Wie lösen wir das? Da können Sie auch wieder Ihren Kritikern Arbeit geben, viel Arbeit. Auch wenn Muslime kommen und sagen, das Wesen ist falsch, geben Sie ihnen diese Beispiele. Jetzt wollen wir schauen, ob du das lösen kannst. Und wenn du es nicht lösen kannst, dann bist du nicht die richtige Person, um zu sagen, dass in der Bibel Fehler sind.
Die Lösung ist folgende: Die Archäologie in Jericho ergibt für die neutestamentliche Zeit Folgendes. Das Jericho vor 2000 Jahren war auf zwei Gebieten gebaut. Dort findet man die archäologischen Überreste. Aber es gab ein Zwischengebiet zwischen den zwei Teilen von Jericho. Also nenne ich das Jericho I und Jericho II.
Jesus Christus ging nach Jericho I. Also lese ich Matthäus 20,29: Und als sie von Jericho I auszogen, folgte ihm eine große Volksmenge. Und siehe, zwei Blinde, die am Weg saßen, als sie hörten, dass Jesus vorübergehe, schrien und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!
Jetzt lesen wir Lukas 18,35: Es geschah aber, als er Jericho II nahte, saß ein gewisser Blinder bettelnd am Wege. Lukas 19,1: Und er ging hinein und zog durch Jericho II. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, und derselbe war ein Oberzöllner, und er war reich.
So, die Sache ist gelöst. Hier braucht es noch ein wenig Archäologie. Und ich kann Ihnen die Fachliteratur dazu angeben. Es ist so: Sie müssen nie in Panik und Bedrängnis kommen, wenn jemand Ihnen sagt, das passe nicht zusammen. Es ist manchmal wirklich erstaunlich. Ich weiß noch, vor vielen, vielen Jahrzehnten habe ich mir plötzlich gesagt: Ich freue mich auf jeden neuen Widerspruch, weil die Auflösung so wunderbar ist. Es macht richtig Freude.
Ja, dann wollen wir hier schließen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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