
Hazor und Tel Dan - Zeugen der Glaubwürdigkeit der Bibel - Teil 1/2
Josua 11,1-1106.01.2011
Serie•Teil 1 / 2Hazor und Tel Dan - Zeugen der Glaubwürdigkeit der Bibel
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Einleitung und Ziel der Betrachtung
Guten Morgen, meine Damen und Herren! Ich habe das Vorrecht, heute Morgen über das Thema Tel Hazor und Tel Dan, Zeugen der Glaubwürdigkeit der Bibel, sprechen zu dürfen.
Hier sehen Sie die Hügel von Hazor. So hat es wohl während Jahrhunderten in der Vergangenheit ausgesehen. Aber unter diesen Tels, hebräisch für Hügel, haben sich Geheimnisse von Jahrtausenden verborgen gehalten.
Tel Hazor befindet sich, wie Sie hier auf der Karte sehen, ganz im Norden Israels, einige Kilometer nördlich des Sees Genezareth. In der Vergangenheit war der Ort bekannt unter dem arabischen Namen Tel Elkeda. Als man Tel Elkeda dann archäologisch zu untersuchen begann, wurde klar, dass es sich um denselben Ort wie das biblische Hazor handelt.
1875 hat Leslie Porter diesen Ort zum ersten Mal mit der biblischen Stadt Hazor identifiziert. Es wurden zwar kleine Grabungen durchgeführt, aber ausführliche Arbeiten wurden erst durch Yigael Yadin in den Jahren 1955 bis 1958 und dann nochmals 1968 und 1969 ausgeführt. Die Ausgrabungen standen unter der Leitung von Amnon Bentor.
Wir werden sehen, dass Hazor uns die Zeit sehr schön dokumentiert, die der biblischen Zeit von 1800 bis 732 v. Chr. entspricht. Wir werden sehen, dass dort in den Schichten genau das hervorkommt, was die Bibel über den geschichtlichen Ablauf berichtet.
Zuerst haben wir in der Bibel die Zeit der Kanaaniter in Hazor. Dann kam die Zeit Josuas, danach die Epoche der Richter, anschließend die Zeit von König Salomo und darauf folgend die Zeit des Königreiches der zehn Stämme. Schliesslich kam die Wegführung der zehn Stämme nach Assyrien in die Gefangenschaft.
Chronologie als Schlüssel zur archäologischen Deutung
Nun, es ist ganz wichtig, dass wir bei diesen archäologischen Untersuchungen die biblische Chronologie im Auge behalten. Das wurde in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt. Dadurch ist es wahrscheinlich auch gekommen, dass Sie über die Medien in den vergangenen Jahren immer wieder gehört haben, all die Dinge, die im Zusammenhang mit dem zweiten Jahrtausend vor Christus stehen, würden überhaupt nicht mit der Bibel zusammenpassen. Es sei ein voller Widerspruch zwischen dem, was die Bibel sagt und erzählt, und dem, was man in der Archäologie findet.
Das ganze Problem dieser Widersprüche hing mit einer falschen Chronologie zusammen. Seit dem neunzehnten Jahrhundert hat man den Auszug der Israeliten aus Ägypten auf etwa 1250 vor Christus angesetzt. Wenn Sie jedoch die Chronologie der Bibel durchrechnen, und ich muss betonen: Die Bibel hat ein geschlossenes chronologisches System von Anfang bis zum Schluss, bis hinüber zum Neuen Testament, dann ist der Auszug aus Ägypten überhaupt nicht um 1250 anzusetzen, sondern um 1606 v. Chr.
Wenn Sie diese Chronologie als gegeben nehmen, dann stellen Sie plötzlich fest, dass alles mit der Chronologie der Archäologie außerhalb der Bibel übereinstimmt. Dort lag der Knackpunkt: Man hat der Bibel eine falsche Chronologie unterschoben. Dann hat man als Atheisten und Skeptiker triumphierend gesagt: Seht ihr, es stimmt überhaupt nicht mit der Bibel überein, was wir da ausgraben. Aber sobald Sie die Chronologie der Bibel nehmen, passt alles. Das werden Sie heute Morgen im Zusammenhang mit diesen zwei Orten sehen: Tel Dan und Tel Hazor.
Nach einer strengen biblischen Chronologie kam Abraham, der Stammvater Israels, im Jahr 2036 vor Christus in das Land Kanaan. Der Auszug aus Ägypten war exakt 430 Jahre später, wie das Galater 3 im Neuen Testament sagt, also 1606 v. Chr. Nach der vierzigjährigen Wüstenwanderung kam dann die Landnahme unter Josua im Jahr 1566 vor Christus. Danach folgte die Zeit der Richter, eine Epoche von 450 Jahren. Sie fällt in die Zeit von 1546 bis 1096 v. Chr.
Dann kamen die Regierungsjahre von König Saul mit 40 Jahren, David mit 40 Jahren und Salomo mit 40 Jahren. Danach spaltete sich die Nation Israel in zwei Nationen: Israel mit den zehn Stämmen und Juda mit den zwei Stämmen im Süden. Das war im Jahr 976 v. Chr. Und schließlich wurde Jerusalem im Jahr 586 v. Chr. durch die Babylonier zerstört.
Dieses Jahr 586 v. Chr. müssen Sie sich gut merken, denn es ist ein ganz wichtiger Verknüpfungspunkt zwischen Bibel und außerbiblischer Geschichte. Dieses Datum ist durch zahlreiche astronomische Beobachtungen wirklich eindrücklich gesichert worden. Es gibt nämlich von den Babyloniern Keilschrifttafeln, die verschiedene Planetenbeobachtungen enthalten. Aufgrund dieser Tafeln kann man die Lebenszeit von Nebukadnezar und damit das Jahr der Zerstörung Jerusalems exakt auf 586 v. Chr. datieren.
Wenn Sie von diesem Fixpunkt aus die biblischen Zahlen zurückrechnen, erhalten Sie genau diese Zahlen, wie ich sie hier vorgestellt habe. Sie können dazu auf meiner Homepage www.rogelieve.ch zwei Skripte gratis herunterladen, eines über die Chronologie des Alten Testaments und eines über die Chronologie der Könige Israels und Judas. Dabei handelt es sich um eine Excel-Tabelle.
Das ist also eine ganz wichtige Voraussetzung, um zu einem fruchtbaren Ergebnis in der biblischen Archäologie zu kommen.
Was ein Tel ist und wie Schichten gelesen werden
Hier sehen Sie ein Luftbild von Tel Hazor, und dort sehen Sie bereits einen Teil der Ausgrabungen. Wie gesagt, Tel bedeutet im Hebräischen Hügel. Im Arabischen ist dieses Wort ebenfalls gebräuchlich. Es bezeichnet jedoch keinen natürlichen Hügel, sondern etwas, was man auf Deutsch gut einen Zivilisationsschutthügel nennen kann.
Im Nahen Osten war das üblich: Irgendwo haben sich Menschen zum ersten Mal angesiedelt. Später wurde diese Siedlung zerstört, und dann baute man auf den Trümmern eine neue Siedlung. Als auch diese wieder zerstört wurde, baute man erneut auf den Trümmern eine Siedlung. So bildete sich im Laufe der Zeit eben ein Zivilisationsschutthügel. Das ist wirklich markant und typisch für den Nahen Osten.
In Hazor kann man 21 Besiedlungsschichten unterscheiden. Nun sehen Sie hier eine grafische Darstellung eines Tells. Und Sie sehen jetzt, wie wichtig es ist, beim Graben die verschiedenen Schichten ganz klar zu unterscheiden, weil hier ganz eindeutig gilt: Je tiefer unten, desto älter. Ja, also da gibt es nicht wie in der Geologie Umfaltungen, so dass eben auch eine jüngere Schicht unter der älteren liegen kann. Nein, in der Archäologie ist das immer ganz eindeutig.
Und aufgrund der Scherben, der Tongefäße, kann man bei jeder Schicht feststellen, welche Art von Gefäßen und Krügen in dieser betreffenden Zeit gerade Mode waren, denn das hat sich dauernd geändert. Und so kann man eben eine Schicht in Tel Hazor zum Beispiel vergleichen mit einer Schicht in Tel Dan oder in Jericho oder wo auch immer. Wenn man sieht: Oh, in dieser Schicht hat man genau die gleiche Mode, dann kann man zu Recht annehmen, dass diese Schichten sich zeitlich entsprechen. Dabei kann man eine relative Chronologie aufbauen. Das ist noch keine absolute, aber es ist schon ganz wichtig als relative Chronologie. Es gibt andere Mittel, um auch noch eine absolute Chronologie aufzubauen.
Tel Hazor war die größte Stadt in der kanaanitischen Zeit. Darum lohnt es sich, dass wir heute Morgen so viel Energie auf Tel Hazor verwenden. Die ganze Stadt Hazor umfasste einst 80 Hektaren, die Oberstadt und die Unterstadt zusammengerechnet. Also zu biblischen Zeiten gab es hier 15 Einwohner, also ich muss sagen, in der Zeit der Kanaaniter, in der Zeit, als dann Josua Hazor erobert und zerstört hatte. Nach Josua 11,10 war Hazor die Hauptstadt der Königreiche von Kanaan.
Ich muss kurz erklären: Das Typische in der kanaanitischen Zeit war die Existenz vieler kleiner Königreiche nebeneinander. Also in jeder größeren Stadt gab es einen König, und zu diesem Königreich gehörten dann die umliegenden sogenannten Tochterstädte. Aber das größte Königreich all dieser vielen Königreiche in Kanaan war eben Hazor.
Wir sehen hier die Oberstadt, die Akropolis, und die Unterstadt, die viel weniger archäologisch bearbeitet worden ist.
Hazor in der Zeit Josuas und der erste große Umbruch
Nun lesen wir im Buch Josua in der Bibel, wie Josua in der Zeit um 1560 herum diese Stadt erobert hatte. Josua 11,1.
Und es geschah, als Jabin, der König von Hazor, es hörte, da sandte er zu Jobab, dem König von Madon, und zu dem König von Schimron und zu dem König von Akschaf und zu den Königen, die gegen Norden waren, im Gebirge und in der Ebene südlich von Kinneret, und in der Niederung und im Hügelgebiet von Dor gegen Westen, zu den Kanaanitern gegen Osten und gegen Westen, und zu den Amoritern und den Hetitern und den Perisitern und den Jebusitern im Gebirge und zu den Hewittern am Fuße des Hermon im Land Mizpa.
Hier sehen Sie effektiv, wie Kanaan aufgebaut war, in viele Königreiche, die aber miteinander verbunden waren. Das Hauptkönigreich war eben das Königreich von Jabin, König von Hazor.
Ich lese weiter in Vers 4: Und sie zogen aus, sie und alle ihre Heerlager mit ihnen, ein großes Volk, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist, an Menge und sehr viele Rosse und Wagen. Und alle diese Könige trafen zusammen und kamen und lagerten sich miteinander am Wasser Merom, um mit Israel zu streiten.
Da sprach der Herr zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen, denn morgen um diese Zeit will ich sie allesamt erschlagen und vor Israel dahingeben. Und Josua und alles Kriegsvolk mit ihm kam plötzlich über sie am Wasser Merom, und sie überfielen sie. Und der Herr gab sie in die Hand Israels, und sie schlugen sie und jagten ihnen nach bis Zidon, der großen Stadt, und bis Misrephot-Majim und bis in die Talebene von Mizpa gegen Osten. Und sie schlugen sie, bis ihnen kein Entkommener übrig blieb.
Und nun steht in Vers 10: Und Josua kehrte in selbiger Zeit zurück und nahm Hazor ein. Und seinen König erschlug er mit dem Schwert, denn Hazor war vordem die Hauptstadt aller dieser Königreiche. Und sie schlugen alle Seelen, die darin waren, mit der Schärfe des Schwertes, indem sie sie verbannten. Nichts blieb übrig, was Odem hatte, und Hazor verbrannte er mit Feuer.
Ein wichtiger Hinweis: Hazor wurde also durch Feuer zerstört. Wir werden gleich sehen, warum das wichtig ist.
Gericht, Götzendienst und die Zeit der Richter
Und noch eine Erklärung: Diese Völker kamen hier unter das Gericht Gottes, ausgeführt durch Israel. Warum? Nun, das hängt damit zusammen, dass Gott diesen Völkern in den Jahrhunderten zuvor, seit Abraham, die Gelegenheit gegeben hatte, umzukehren von ihren Gräueln. Und einer dieser in der Bibel genannten Gräuel, den die Kanaaniter verübten, war Kindsopferung. Es war also ganz üblich, dass Kinder unter den Kanaanitern geopfert wurden.
Es gibt einen biblischen Grundsatz: Wenn der Mensch das Leben nicht mehr schützt, dann schützt Gott es auch nicht mehr. Und Gott gab also über Jahrhunderte Gelegenheit zur Umkehr. Mit dem Auszug aus Ägypten und der darauf erfolgten Landnahme durch Israel war gewissermassen die Gnadenzeit für die Kanaaniter abgeschlossen. Aber wir sehen, dass selbst dann, im letzten Moment, noch Leute umkehren konnten und verschont wurden, wie zum Beispiel die Hure Rahab und ihre Angehörigen in Jericho, Josua 2.
Nun, ich lese weiter in Josua 11, Vers 12: Und alle Städte dieser Könige samt allen ihren Königen nahm Josua ein und schlug sie mit der Schärfe des Schwertes und verbannte sie, so wie Mose, der Knecht des Herrn, geboten hatte. Nur alle die Städte, die auf ihren Hügeln, im Hebräischen steht: auf ihren Tells, standen, verbrannte Israel nicht, ausgenommen Hazor allein. Das verbrannte Josua.
Nun, es ist sehr wichtig: Wenn Sie also als Archäologe an die Ausgrabung herangehen und plötzlich feststellen, oh, das sind ja viele Tells in Galiläa aus der Zeit nach der Bibel von Josua, aber die sind ja gar nicht verbrannt, dann hat man in der Vergangenheit daraus die Schlussfolgerung gezogen: Ja, das mit der Landeroberung gemäss dem Buch Josua, das stimmt gar nicht. Denn wir finden diese Zerstörungsspuren von Kriegen, in denen diese Städte verbrannt wurden, gar nicht richtig.
Die darf man nicht finden, denn nach der Bibel wurden diese Tells in der Zeit von Josua in Galiläa nicht verbrannt. In Josua 2 wird ausdrücklich gesagt, im Süden wurde auch Jericho verbrannt. Dort hat man die Brandspuren auch gefunden, und Bethel wurde ebenfalls verbrannt, im Süden, aber im Norden nur Hazor. Nun, das ist sehr wichtig. Man muss die Bibel genau lesen, wenn man Archäologie betreibt. Und da hat man die Brandspuren auch wirklich gefunden.
Sie sehen nun hier mitten in den Ausgrabungen auf der Oberstadt den mittelkananäischen Palast aus der Zeit des achtzehnten bis sechzehnten Jahrhunderts vor Christus. Nun, was Sie hier sehen, und sehen Sie auch die Brandspuren: Das war der Palast von Jabin, Josua 11. Nun, Sie verstehen: Wenn man eine falsche biblische Chronologie als Grundlage nimmt, dann bringt man diesen Palast nicht mit dem Jabin der Bibel in Verbindung. Und viele Archäologen, die in ihrem Gebiet wirklich Topleute sind, aber sich mit der Bibel zu wenig auskennen, haben die Verbindung nicht gemacht. Aber mit der korrekten biblischen Chronologie haben sie genau den Bezug.
Und eben dieser Palast wurde zerstört im sechzehnten Jahrhundert vor Christus. Wann hat die Landnahme unter Josua stattgefunden? Eben im sechzehnten Jahrhundert, um 1566 bis 1560 vor Christus. Also hier verschiedene Ansichten des Palastes von Jabin. Übrigens hat man bei den Ausgrabungen in Hazor auch eine Tontafel gefunden, ein kleines Fragment, akkadisch geschrieben, und dort steht der Name Jabin drauf. Akkadisch: Ibni ausgesprochen.
Nun, es ist nicht klar, ob das nun dieser Jabin ist aus der Zeit von Josua oder noch ein früherer König von Hazor. Aber interessant ist, dass eben derselbe Name Jabin, den wir in der Bibel finden, auch auf dieser Tontafel zu finden ist. Nicht wahr, Sie wissen ja, dass oftmals Könige aus einer Dynastie denselben Namen tragen, über Generationen. Darum möchte ich da nicht vorschnell eine Identifikation machen, die eben nicht korrekt wäre, denn man nimmt im Allgemeinen an, dass diese Tafel etwas älter ist.
Aber in dem Zusammenhang ist nun Folgendes interessant: Wenn Sie die Bibel lesen, dann stellen Sie fest, dass nach dieser Zerstörung Hazors durch Josua die Israeliten diese Stadt nicht besiedelt haben, sondern die Kanaaniter haben dann dort wieder neu ihre Stadt aufgebaut. Und deshalb liest man dann im Buch der Richter, das eine spätere Zeit beschreibt, in Richter 4, wieder von den Kanaanitern, die in Hazor wohnten. Und in dieser Zeit gab es auch einen König dort mit demselben Namen, Jabin.
Nun, so hätten wir zwei-, dreimal jetzt den Namen Jabin, je nachdem, ob wir Jabin auf der Keilschrifttafel mit einem dieser zwei Könige identifizieren. Nun, drei ist auch noch nicht so viel, aber dass man sagen könnte, das war wahrscheinlich ein Lieblingsname in Hazor, aber interessant ist das doch.
Deborah, erneuter Abfall und die zweite Zerstörung
Richter 4,1. Es ist die Zeit der Richterin Deborah. Und die Kinder Israel taten wiederum, was böse war in den Augen des Herrn, und Ehud war gestorben. Da verkaufte sie der Herr in die Hand Jabins, des Königs der Kanaaniter, der zu Hazor regierte. Und sein Heeroberster war Sisera, und er wohnte zu Haroschet-Gojim.
Nun, Sie sehen: In der Zeit der Richter fielen die Israeliten ab von dem Gott der Bibel. Sie begannen, diese Naturgötter der Kanaaniter zu übernehmen und sie zu verehren. Und damit begannen sie eben auch, Kinder zu opfern. Das Leben wurde nicht mehr geschützt, und so hat Gott auch Israels Leben nicht mehr geschützt. Er gab sie in die Hand der Kanaaniter, sodass sie schwer unter den Kanaanitern leiden mussten. Und so haben wir hier eine Zeit, in der die Israeliten ganz speziell unter die Gewalt von Jabin, dem König von Hazor, kamen.
Ich lese weiter, Richter 4,3: Und die Kinder Israel schrien zu dem Herrn. Nicht wahr, in der Not beginnen sie plötzlich zu Gott zu rufen. Das machen ja viele Menschen heute auch. Gott ist für sie etwas Ähnliches wie die Feuerwehr. Man hat mit ihr nichts zu tun, außer man hat Probleme. Ja, aber es ist interessant: Gott antwortet auch da. Und die Kinder Israel schrien zu dem Herrn, denn er hatte neunhundert eiserne Wagen, und er bedrückte die Kinder Israel mit Gewalt zwanzig Jahre, also dieser König Jabin.
Und dann steht in Vers 4: Und Deborah, eine Prophetin, die Frau Lapidots, richtete Israel in selbiger Zeit. Und sie wohnte unter der Deborahpalme zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim, und die Kinder Israel gingen zu ihr hinauf zum Gericht.
Dann in Vers 23, nachdem beschrieben wird, wie Gott dieser Prophetin Deborah zusammen mit einem Heerführer Israels schließlich Sieg gab über die Kanaaniter, da steht: So beugte Gott an selbigem Tag Jabin, den König von Kanaan, vor den Kindern Israel. Und die Hand der Kinder Israel wurde fort und fort härter über Jabin, den König von Kanaan, bis sie Jabin, den König von Kanaan, ausgerottet hatten.
Nun, nach biblischer Chronologie, strenger Chronologie, starb dieser Jabin im Jahr 1380 vor Christus. Sie sehen: Hier wird beschrieben, wie Israel also in einem Prozess immer stärker wurde gegen die Kanaaniter. Das führte dann schon einmal dahin, dass sie den König Jabin besiegen konnten. Es wird nicht weiter gesprochen über eine ausdrückliche Zerstörung Hazors, aber die Bibel macht hier deutlich, dass Israel in einem Prozess gegen Hazor immer stärker wurde. Und die Archäologie macht deutlich: Der Palast, der spätere Palast in Hazor, wurde im 13. Jahrhundert schließlich durch einen Großbrand verwüstet.
Nun, hier sehen Sie im Luftbild den Ort des Palastes aus der mittelkananäischen Epoche, 18. bis 16. Jahrhundert. Das ist der Palast, der zerstört wurde durch Josua. Und dann, ein bisschen versetzt dazu, sehen Sie den Palast aus der spätkananäischen Epoche, das ist 16. bis 13. Jahrhundert vor Christus. Und das ist eben dieser Palast, der durch die Israeliten in der Folge des Sieges von Deborah über die Kanaaniter verwüstet wurde, durch einen massiven Großbrand.
Der Palast von Hazor und die sichtbaren Spuren des Kultes
Nun gehen wir zu diesem Palast nach Hazor. Man hat ihn ganz besonders sorgfältig ausgegraben und ein wenig wiederhergestellt. Wir sehen hier gleich den Eingang, der zum Thronsaal hinführt. Beachten Sie auch diese eindrücklichen Holzsäulen mit Steinsockeln am Eingang.
Etwas ganz Typisches sehen Sie hier: Die Kanaaniter haben in ihrer Architektur so gearbeitet. Sie verwendeten eine Kombination von Lehmziegeln, Gestein und Holz. Alles sehen Sie hier. Nicht wahr, diese schönen Basaltsteinplatten in den Fundamenten, dann die Lehmziegel dahinter, das Holz. Ich muss nicht alles kommentieren, die Bilder sprechen ja für sich, nicht wahr?
Hier schauen wir jetzt aus dem Palast hinaus. Sehen Sie nochmals, beachten Sie diese Holzsäulen vor dem Eingang. Hier sehen Sie den Thronsaal mit dem wiederhergestellten Holzboden. Und wieder diese Kombination von Lehmziegeln, dann eine Zwischenschicht mit Zedernholz und dann wieder Basalt. Also hier hauste dieser Jabin zur Zeit der Richterin Deborah.
Nun sehen Sie da beim Eingang eine sogenannte Höhe, also einen Ort, an dem die Kanaaniter ihren Göttern, dem Ba'al, der Ashera, der Astarte usw. geräuchert und geopfert haben. Im Hebräischen nennt man diesen Ort eine Bama, eine Höhe, ein Begriff, der sehr oft im Alten Testament vorkommt. Zum Beispiel in einem ganz anderen Zusammenhang, 2. Könige 17,11. Da heisst es von den Israeliten, die von Gott abgefallen waren: Und sie räucherten dort auf allen Höhen, hier ist das hebräische Wort „bama“ verwendet, wie die Nationen, die der Herr vor ihnen weggeführt hatte, also wie die Kanaaniter, und sie taten böse Dinge, um den Herrn zu reizen.
Also die Israeliten haben sehr oft diese Höhen von den Kanaanitern kopiert und übernommen. Aber viele Bibelleser können sich unter dem Begriff Höhen nicht viel vorstellen. Hier sehen Sie, wie die Archäologie auch hilfreich ist, um Dinge zu illustrieren, damit man sie sich konkret vorstellen kann.
Jetzt hier sehen Sie den Durchgang von der Ober- zur Unterstadt aus der kanaanitischen Zeit noch. Ich zeige Ihnen im Luftbild, wo das ist. Das hat man erst vor ein paar Jahren ganz neu ausgegraben. Und das ist in diesem Zusammenhang sehr interessant. Sie sehen hier den Durchgang, Sie sehen auch das Tor noch mit den Seiten-Torpfosten aus Gestein, nicht wahr? Und Sie sehen hier auf dem Weg in die Oberstadt hinauf eine Höhe, eine Bama, so ein leicht erhöhter Altar ist das.
Und jetzt lesen Sie mal in einem ganz anderen Zusammenhang im Alten Testament 2. Könige 23,8: Und er, König Josia, riss die Höhen der Tore nieder, die am Eingang des Tores Josuas des Obersten der Stadt und die am Stadttore zur Linken jedes Eintretenden waren.
Also da sieht man in 2. Könige 23, dass auch in späterer Zeit die Israeliten das von den Kanaanitern kopiert haben, dass man bei den Stadttoren solche Höhen errichtet hat. Hier wird gesagt, dass also diese Höhe auf der linken Seite der Eintretenden war. Nun sehen Sie: Man kommt von der Unterstadt hinauf zur Oberstadt, zur Akropolis, und auf welcher Seite steht auf dem Weg die Höhe? Auf der linken Seite. Sie sehen, so illustriert die Archäologie ganz kleine, feine Details des Bibeltextes.
Nun, wenn Sie eben durch die Schichten sorgfältig hindurchgehen, dann sehen Sie: Um 1250, nachdem dieser schreckliche Grossbrand in der Zeit nach der Richterin Deborah alles verwüstet hatte, wurde die Unterstadt, das heisst der grösste Teil von Hazor, endgültig für die weitere Zeit verlassen. Und nach dieser Epoche, nach 1250, finden Sie Israel auf der Oberstadt.
Also das ist doch schon interessant: Die Bibel sagt, unter Joshua wurde Hazor erobert, zerstört, aber nicht die Israeliten haben dann dort Wohnsitz genommen, sondern wieder die Kanaaniter. Und nach einer weiteren Zerstörung kamen die Israeliten, und das entspricht dann eben auch der biblischen Erzählung. Nun finden wir Israel auf der Oberstadt.
Abfall Israels und die archäologische Spur der Eisenzeit I
Wir gehen schön der Zeit nach, von früher zu immer später. Jetzt werden wir eine israelitische Höhe anschauen, aus dem zwölften, elften Jahrhundert, also aus der Zeit der Richter. In der Archäologie nennt man das Eisenzeit I.
Nun, in Richter 2 wird beschrieben, wie die Israeliten eben die kanonitische Religion übernahmen. Richter 2,12:
Und sie verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und sie gingen anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die rings um sie hier waren. Und sie warfen sich vor ihnen nieder und reizten den Herrn, und sie verließen den Herrn, und sie dienten dem Baal und der Astaroth.
Jetzt sehen Sie auf der Oberstadt, wo wir die Grabungen anschauen, und da findet man nun eine israelitische Höhe, die benutzt wurde zum Götzendienst. All die religiösen Steine, die man verehrt hatte, sind hier nicht mehr zu sehen, die sind im Museum. Aber Sie sehen hier noch das Heiligtum in Anführungsstrichen, denn es ist ein abgöttisches Heiligtum, aber eben nicht mehr von den Kanaanitern, sondern von den Israeliten. Hier wurden kanaanitische Götter verehrt, genau wie es die Bibel sagt.
Salomos Bauprojekte und die Tore der Königszeit
Nun gehen wir zeitlich weiter in die Eisenzeit II. Wir kommen damit in das 10. Jahrhundert, also in die Zeit von König Salomo. Im 10. Jahrhundert hatten die Israeliten erst etwa 35 Hektaren besiedelt, das heißt, hier lebten ungefähr 1.000 bis 1.500 Einwohner.
Weil ich hier noch etwas Wichtiges erklären muss: Das scheint ja ziemlich wenig zu sein für eine wichtige Stadt. Aber man muss sich das so vorstellen: Das waren vor allem die Adligen, die in diesen ummauerten Städten wohnten. Die ärmeren Leute wohnten sehr oft in Zelten, so wie Beduinen, außerhalb dieser ummauerten Großstädte. Und nur im Kriegsfall drängte sich diese arme Bevölkerung, also die Leute aus den unteren Schichten, in die ummauerte Stadt hinein, um dort Sicherheit zu suchen.
Also können Sie aufgrund der Zahl von ausgegrabenen Steinhäusern nicht darauf schließen, wie viele Einwohner es in Israel gab. Denn die Zelte kamen eben noch dazu. Die Bibel spricht ausdrücklich darüber, und archäologisch können Sie davon normalerweise nicht mehr als Überreste finden. Alles, was mit Zeltbehängen und Holz zu tun hat, verrottet durch den Zahn der Zeit.
Also schauen wir jetzt auf die Zeit von König Salomo. Nach der biblischen Chronologie war er König von 1016 bis 976 vor Christus. Das entspricht also der Eisenzeit II. Wichtig ist dabei 1. Könige 9,15. Dort steht:
Und dies ist die Sache mit der Frohn, welche der König Salomo aushob, um das Haus des Herrn zu bauen und sein Haus und das Millo und die Mauer von Jerusalem und Hazor und Megiddo und Gezer.
Hier wird also gesagt, dass König Salomo ganz besonders bautätig war, nicht nur in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, sondern ebenso in Hazor, in Megiddo und in Gezer.
Jetzt schauen wir hier auf der Akropolis das Stadttor aus der Zeit von Salomo an. Hier ist es. Das ist also nicht einfach so ein plattes Tor, sondern ein Torgang, wie Sie sehen. Auf den Seiten sehen Sie noch die Überreste von zwei mächtigen Türmen. Zwischen den Türmen ging man in die Stadt hinein. Aber Sie sehen: Es ist ein Torgang. Auf beiden Seiten gibt es je drei Wächterzellen, und vor diesen Zellen gibt es erhöhte Schwellen.
Also waren immer drei Wächter für einen Strom, für die Leute, die aus der Stadt hinausgingen, und drei Wächter für die Leute, die hineingingen, auf der anderen Seite wieder drei Wächter. Sie sehen hier diese Wächterzellen, die Zellen auf der einen Seite mit den erhöhten Schwellen. Sehen Sie die? Da der Turm und hier die drei Zellen mit Grenzwehr.
Dieser Begriff von erhöhten Schwellen bei Wächtern, also Wächterzellen, kommt in der Bibel vor, in Hesekiel 40, und wird zum Beispiel in der alten Elberfelder Übersetzung mit Grenzwehr wiedergegeben. Aber wer kann sich als deutscher Leser schon etwas darunter vorstellen? Nun, hier haben Sie eine Illustration. Das sind also deutlich erhöhte Schwellen, die eben auch erhöht sein sollten, damit die Wächter nicht ständig in den Besucherstrom hineinkommen, sondern nur dann eingreifen, wenn sie einen berechtigten Verdacht hatten, um zu prüfen.
Hier die Vorhalle und der Tordurchgang. Und auf der anderen Seite eben dasselbe: Turm, drei Zellen mit Grenzwehr und da die Vorhalle.
Das Interessante ist nun: Dieses architektonische Design wird exakt in allen Details beschrieben in Hesekiel 40, Verse 6 bis 37. Und zwar ist es das Design für den zukünftigen dritten Tempel in Jerusalem, in der Zeit, in der der Messias einmal in Jerusalem König sein wird, wenn Jesus Christus wiederkommt. Aber dieses Design entspricht dem Design, das schon König Salomo, der Baumeister des ersten Tempels in Jerusalem, verwendet hatte.
Und zwar hat man dieses Design nicht nur in Hazor gefunden, sondern in den entsprechenden Schichten auch in Megiddo und in Gezer. Interessant, nicht wahr? Dreimal in den gleichen Schichten, die eben zur Zeit Salomos gehören, das gleiche Design. Und es sind genau die drei Städte, von denen 1. Könige 9 sagt, dass Salomo dort Bauherr war.
Jetzt verstehen Sie, warum ein Archäologe in Israel, als er eines dieser Tore mit seinen Helfern ausgrub, plötzlich sagen konnte: Schauen Sie, wenn Sie jetzt da weiter graben, dann wird das und das herauskommen. Und die Helfer haben weitergegraben, und es war genau so. Sie haben sich gefragt, ob der Mann Wahrsagerei betreibt. Nein, das war keine Wahrsagerei, sondern er kannte die parallelen Fälle und hat sich gesagt: Ja, das ist die Zeit von Salomo. Der hat das gleiche Design verwendet, also muss es so herauskommen. Und es war genau so. Das Design des Hesekiel-Tempels.
Ja, also das ist auch wieder eine Bestätigung von, man könnte sagen, kleinen nebensächlichen Angaben in der Bibel. Aber alle unsere Stichprobenkontrollen, die wir durch die Archäologie machen können, sind wichtig, um zu zeigen, wie exakt auch die sogenannten feinen Details sind.
Hier sehen Sie noch etwas neben dem Turm: Da im Vordergrund des Stadttores sehen Sie die Kasemattenmauer, so eine Doppelmauer, auch aus der Zeit von Salomo. Das ist sein Werk.
Das Nordreich, Ahab und die Wasserversorgung von Hazor
Nun gehen wir zeitlich weiter. Nach Salomo hatte sich Israel ja gespalten in die zehn Stämme im Norden und die zwei Stämme im Süden.
Jetzt schauen wir uns Hazor zur Zeit des Zehnstämmereiches unter König Ahab an. Das war auf der Oberstadt so besiedelt. Im neunten und achten Jahrhundert war wieder die gesamte Oberstadt mit hundert Hektaren besiedelt. Die Stadt wurde also wieder grösser als zur Zeit Salomos, wieder auf hundert Hektaren. Man hat eine neue Stadtmauer errichtet, eine Burg, eine sensationelle Wasserversorgung und auch öffentliche Lagerhäuser.
Jetzt schauen wir uns die Burg Israels aus dem neunten, achten Jahrhundert an. Sie sehen, an welcher Stelle sie lag. Das ist die Ruinstätte dieser Burg Israels aus der Zeit der zehn Stämme. Eine andere Ansicht.
Und hier sehen Sie ein öffentliches Lagerhaus aus der Zeit von Ahab und danach, also aus dem 9. Jahrhundert. Dort konnte Nahrung gelagert werden, was besonders wichtig war, gerade für Kriegszeiten, damit man die Bevölkerung versorgen konnte.
Hier sehen Sie ein Privathaus aus dieser Zeit, ganz typisch mit einem Innenhof. Darin befand sich eine Ölpresse.
Jetzt schauen wir uns die Wasserversorgung für die Kriegszeit an. Wieder in der Übersicht sehen Sie, wo man sie ausgegraben hat. Diese Wasserversorgung besteht aus drei Teilen. Römisch I habe ich den Zugangsbereich bezeichnet, dann kommt Römisch II, der Schacht, und am Ende Römisch III, ein Tunnel von 25 Metern.
Also ungefähr in der Zeit von König Ahab hat man dieses Projekt in Angriff genommen und durch alle früheren Schichten von Hazor hindurch gegraben, insgesamt etwa 45 Meter hinab, bis man zum Grundwasser kam. Es ging darum: In Kriegszeiten konnte man nicht mehr aus der Stadt hinausgehen, um draussen bei den Quellen oder im Wadi, im Wadi Hazor, Wasser zu schöpfen. So musste man Wasser innerhalb der Stadt haben, aber man hatte keine Quelle. Und so grub man auf diese Weise innerhalb der Stadt hinunter, bis man zum Grundwasser kam.
Jetzt gehen wir da hinein. Hier sehen Sie den Zugangsbereich, Römisch I, und dann beginnt Römisch II, eben die Grabung durch die früheren Schichten von Hazor. Die Seitenwände wurden dann zugepflastert, und eine Treppe wurde da eingerichtet. Sie sehen die zeitliche Verpflasterung der früheren Schichten und die Treppe, die da entlang diesen Wänden hinunterführte in die Tiefe. Jetzt schauen wir da von unten hinauf, auch hier.
Und nun gehen wir in den dritten Teil: Am Schluss durch den Felsen hindurch ein Tunnel von 25 Metern bis hin zum Grundwasser. Sie sehen auch da wieder Treppen, aus dem Gestein herausgeschlagen. Blick zurück, Blick hinunter, und jetzt sind wir ganz unten. Sie sehen, es hat da eigentlich kein Wasser mehr, weil der Grundwasserspiegel heute in Nordisrael eben tiefer liegt als zu biblischen Zeiten. Das ist sehr schlecht, ja, sehr, sehr schlecht, denn das kann zu einer künftigen Versalzung des Grundwassers führen.
Ja, jetzt hier sehen Sie noch den Befestigungsturm aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, gerade neben dieser Burg Israels, die wir schon gesehen haben. Jetzt sind wir hier auf dem Befestigungsturm, aber dieser Turm konnte schliesslich den Angriffen der assyrischen Weltmacht und ihrem Heer nicht mehr widerstehen.
Das Ende von Hazor und die Bestätigung der biblischen Prophetie
Gott hatte durch die Propheten verkündigt, dass die zehn Stämme sich von ihm abgewandt hatten und auch Kinderopfer sowie andere Gräuel betrieben hatten, wie Wahrsagerei, Spiritismus und Okkultismus. Deshalb wollte Gott ihr Leben auch nicht mehr schützen. So wurde das Nordreich durch die Assyrer besiegt, und die Israeliten wurden nach Assyrien deportiert, in den heutigen Nordirak. Das hat die Bibel vorausgesagt, und es hat sich erfüllt. Wir sehen hier nun die Überreste der Zerstörung und die Erfüllung dieser Prophetie.
In 2. Könige 15,28 lesen wir: „Und er, Pekach, tat, was böse war in den Augen des Herrn; er wich nicht von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, wodurch er Israel sündigen gemacht hatte. In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglath-Pileser, der König von Assyrien, und er nahm Ijon ein und Abel-Bet-Maacha und Janoach und Kedesch und Hazor und Gilead und Galiläa, das ganze Land Naftali, und führte die Bewohner nach Assyrien hinweg.“
Nun, in Hazor finden wir die Zerstörungsspuren aus der Zeit um 732 v. Chr., als Tiglath-Pileser III. mit seiner assyrischen Armee Hazor verwüstet hatte. Hier sehen Sie die Spuren der Verwüstung durch Tiglath-Pileser.
Nun, ich habe gesagt, Hazor dokumentiert wunderbar die Zeit der biblischen Geschichte von 1800 bis 732 v. Chr. Eigentlich gehen die ältesten Spuren von Hazor noch weiter zurück, aber das sind eben die kanaanitischen Spuren, so wie die Bibel das berichtet. Nach der Sintflut sind die Nachkommen von Ham über Kanaan hierhergekommen und haben das Land Kanaan besiedelt.
Also können wir das alles schön nachvollziehen: die Zeit der Kanaaniter, die Zeit Josuas, die Zeit der Richter, die Zeit Salomos, die Zeit des Königreiches der zehn Stämme und dann die Wegführung nach Assyrien, alles in der exakten Reihenfolge, genau wie die Bibel das sagt. Und so bestätigt Hazor ganz eindrücklich die historische Glaubwürdigkeit der Bibel.
Hier verschiedene Blickrichtungen auf Hazor. Übrigens wurden aus zweihundert verschiedenen Tells in Israel durch die UNESCO drei als World Heritage Sites ausgewählt, nämlich Tel Hazor, Tel Megiddo und Tel Beerscheba im Süden. Also hat Tel Hazor auch für die UNO eine ganz besondere Bedeutung. Aber nicht deswegen haben wir uns mit Hazor beschäftigt, das ist nur so eine Nebenbemerkung.
Ja, wir gehen jetzt weiter zu Tel Dan. Aber an dieser Stelle möchte ich ganz kurz unterbrechen mit einer musikalischen Einlage, so als Auflockerung für das Gehirn. Man hat nämlich festgestellt, dass klassische Musik das Gehirn aktiviert und sogar reaktiviert. Das ist ein Ergebnis der modernen Hirnforschung. Mit Rockmusik geht das nicht, im Gegenteil. Der Frontallappen, wo das steuernde Bewusstsein angesiedelt ist, wird durch Rockmusik gebremst, aber durch klassische Musik angeregt. Wie ein populärer Artikel in den USA darüber veröffentlicht wurde, sind in der Folge die CD-Verkäufe von klassischer Musik ganz rasant hinaufgegangen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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