Einführung in das Thema Sorgen und Vertrauen
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 519: Warnung vor Sorgen, Teil 1
Kommen wir zu einem interessanten Gebot. Lukas Kapitel 12, Vers 22: Er sprach aber zu seinen Jüngern: „Deshalb sage ich euch, seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt.“
Das soll die Haltung der Jesusjünger sein. Wir machen uns keine Sorgen um die alltäglichen Dinge, weil sich unsere Gedanken aufs Reich Gottes richten.
Bevor wir weitermachen, noch kurz zum Wörtchen „deshalb“. Dieses „deshalb“ bezieht sich auf den Text davor, also auf den reichen Toren beziehungsweise auf die Menschen, die genauso falsch unterwegs sind, weil sie für sich Schätze sammeln und nicht reich sind im Blick auf Gott.
Warum bekommt Wohlstand bei vielen Menschen einen so immensen Stellenwert? Ganz einfach: Weil er ein Mittel gegen Lebenssorgen ist.
Für Jünger Jesu darf die Antwort auf Sorgen jedoch nicht das Anhäufen von Besitz sein. Unser Vertrauen muss Gott gehören, nicht unserem Bankkonto.
Gesunde Vorsorge versus ungesunde Sorgen
Hier spricht Jesus nur zu seinen Jüngern: Seid nicht besorgt.
Natürlich gibt es im Leben eine gesunde Vorsorge. So heißt es auch in der Bibel, in Sprüche 27,23-24: Kümmere dich sorgfältig um das Aussehen deiner Schafe, richte deine Aufmerksamkeit auf die Herden, denn nicht ewig reicht der Vorrat. Kluges Mitdenken und Vorausplanen gehört zum Leben dazu.
Aber es geht nicht um ein ungesundes Zersorgen über Dinge, die ich nicht ändern kann. Vor allem dürfen Lebenssorgen nicht so zentral werden, dass sie wichtiger werden als mein Vertrauen in Gott.
Wenn ich denke, dass Gott mir sowieso nicht helfen wird und ich also besser selbst auf mich aufpasse, dann muss ich Buße tun – nicht ein neues Sparbuch eröffnen.
Vertrauen auf Gottes Fürsorge trotz widriger Umstände
Lukas 12,22: Er sprach aber zu seinen Jüngern: „Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen werdet, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt.“
Wir dürfen und sollen als Jünger Jesu die Versorgung mit Essen und Kleidung Gott überlassen. Wir können darauf vertrauen, dass er sich um uns kümmern wird.
Ja, aber es gibt doch auch Jünger Jesu, die verhungert sind! Das stimmt. Hier haben wir es mit einem Grundsatz zu tun. Der Grundsatz lautet: Mach dir keine Sorgen um Nahrung und Kleidung. Warum nicht? Das werden wir noch lesen. Kurz gesagt geht es darum, dass Gott selbst sich um uns kümmern wird.
Unser Fokus soll das Reich Gottes sein, nicht nur das Überleben. Aber wie passt das zu Jüngern Jesu, die verhungert sind oder erleben, wie ihre Kinder hungern? Hat sich Gott um sie nicht gekümmert?
Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir leben in einer Schöpfung, die der Nichtigkeit unterworfen wurde. Nicht, weil sie es wollte, sondern weil sich der Mensch gegen Gott aufgelehnt hat. Wir leben also jenseits von Eden, in einer Welt, in der es Krankheit, Naturkatastrophen und vor allem Sünde gibt.
Auch als Christen sind wir diesen Einflüssen ausgesetzt. Wir bekommen Krebs, leiden unter Dürrekatastrophen und erleben Kriege. Anders ausgedrückt: Wir erfahren Leid. Als Gläubige vielleicht sogar noch mehr, weil wir auch um unseres Glaubens willen verfolgt werden und weil wir besonders unter der Verlorenheit anderer Menschen leiden.
Der Grundsatz des Nicht-Sorgens als Prioritätensetzung
Wenn der Herr Jesus davon spricht, dass wir uns keine Sorgen um Nahrung und Kleidung machen sollen, verspricht er uns damit nicht, dass wir immer genug zu essen und stets ein Dach über dem Kopf haben werden.
Paulus schreibt über sich und seinen Dienst im Philipperbrief 4,12: „Sowohl erniedrigt zu sein weiß ich, als auch Überfluss zu haben weiß ich. In jedes und in alles bin ich eingeweiht, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden.“
So klingt es, ein Apostel zu sein, wenn Jesus uns verbietet, uns um Nahrung und Kleidung Sorgen zu machen. Das Verbot bedeutet nicht, dass er uns diese Dinge immer geben wird. In diesem Leben sind Leid und materieller Überfluss, wie wir es gerade erleben, eher die Ausnahme als die Regel.
Wenn Jesus uns verbietet, uns um Nahrung und Kleidung Sorgen zu machen, geht es ihm um etwas anderes. Er will nicht, dass die Sorgen um Alltägliches uns davon abhalten, uns um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern.
Das Verbot, das Jesus ausspricht, ist eine Frage der Prioritäten. Ich kann mich so sehr um Nahrung, Kleidung, Job, Ehepartner und meinen Spaß im Leben kümmern, dass ich den Fokus auf das Reich Gottes aus den Augen verliere.
Deshalb sagt Jesus auch in Lukas 12,22-23: „Er sprach aber zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch, seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt. Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.“
Im Leben geht es um mehr als Nahrung und Kleidung. Weil das Leben mehr ist und sich nicht zuerst um die Alltäglichkeiten drehen soll, sollen wir uns um diese weniger wichtigen Dinge keine Sorgen machen.
Natürlich darf ich mich kümmern, mir einen vernünftigen Job suchen, einkaufen gehen und vielleicht sogar ein Haus bauen. Darum geht es Jesus hier nicht. Es geht um das Sorgenmachen, letztlich um das Zersorgen!
Die Gefahr, den Schatz an der falschen Stelle zu lagern
Es geht um die Gefahr, dass ich für mich selbst Schätze sammle, und um die Haltung, die ich einnehmen muss, damit ich damit gar nicht erst anfange. Das ist deshalb so wichtig, weil mein Schatz darüber bestimmt, wo mein Herz ist. Ich kann mich als Mensch nicht gleichzeitig dem Mammon und Gott verschreiben.
Entweder lebe ich in dieser Welt mit dem Fokus auf das Reich Gottes oder mit dem Fokus auf Nahrung und Kleidung, also auf meine Bedürfnisse. Doch dieser Fokus auf meine Bedürfnisse ist immer mit der Vorstellung verbunden, dass Gott meine Bedürfnisse nicht ausreichend wahrnimmt. Genau das ist jedoch falsch.
Lukas 12,24 sagt: "Betrachtet die Raben, die nicht säen noch ernten, die weder Vorratskammer noch Scheune haben – und doch ernährt Gott sie. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!"
Hier geht es Jesus nicht darum, dass wir aufhören sollen zu arbeiten und es den Raben gleichtun. Vielmehr will er, dass wir verstehen, wie umfassend Gottes Fürsorge ist. Selbst die Raben, die keine Möglichkeit haben, große Vorräte anzulegen, werden von Gott versorgt.
Wieder begegnet uns ein Argument vom Kleineren zum Größeren: "Wie viel mehr seid ihr als die Vögel?" Weil wir in Gottes Augen mehr wert sind, gilt: "Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen sollt, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt."
Wir dürfen uns sorgen, aber unsere Sorge soll sich auf das Reich Gottes richten!
Abschluss und praktische Anwendung
Was könntest du jetzt tun? Überlege, an welchen Stellen sich Lebensversorgen in dein Leben einschleicht. Dabei muss es nicht nur um Nahrung und Kleidung gehen.
Das war's für heute. Hast du den Gottesdienst vom Sonntag schon nachgearbeitet? Woran erinnerst du dich noch?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
