Zum Inhalt

Ein Messias nach Gottes Sinn – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 162/661
21.08.2022Markus 3,7-12
SERIE - Teil 162 / 661Jesu Leben und Lehre

Einführung in die aktuelle Lebensphase Jesu

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode einhundertsechzig
Ein Messias nach Gottes Sinn, Teil eins.

Wir befinden uns jetzt an einer Stelle im Leben Jesu, die davon geprägt ist, dass einerseits die Feindschaft der Pharisäer und der Herodianer gegen Jesus zunimmt, andererseits aber auch seine Popularität.

Lesen wir Markus 3,7-12:
Und Jesus ging mit seinen Jüngern weg an den See. Es folgte eine große Menge aus Galiläa, Judäa, Jerusalem, Idumea, von jenseits des Jordan und aus der Gegend rings um Tyrus und Sidon eine große Menschenmenge. Da sie hörten, wie viel er tat, kamen sie zu ihm.

Er sagte seinen Jüngern, dass ihm wegen der Volksmenge ein Boot bereitgehalten werden sollte, damit sie ihn nicht drängten. Denn er heilte viele, so dass alle, die Leiden hatten, sich auf ihn stürzten, um ihn anzurühren.

Und wenn die unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: „Du bist der Sohn Gottes!“ Doch er bedrohte sie sehr, damit sie ihn nicht offenbar machten.

Die wachsende Menschenmenge und Jesu Umgang mit Popularität

Man muss sich wohl nicht groß anstrengen, um sich die Massen vorzustellen, die jetzt zu Jesus kommen. Es wird sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen haben, dass es da einen neuen Rabbi gibt, der jeden, wirklich jeden, gesund machen kann.

Ich kann mir die tumultartigen Szenen gut vorstellen, denen sich Jesus gegenüber sah. Nicht umsonst bittet er seine Jünger, ein Boot bereit zu halten. Was wir hier lesen, ist uns bestens vertraut. Neu ist jedoch, dass Jesus jetzt nicht nur den unreinen Geistern verbietet, ihn als Sohn Gottes zu bekennen, sondern dass er auch denjenigen, die er heilt, dasselbe Verbot ausspricht.

In Matthäus 12,15-16 heißt es: Als aber Jesus es erkannte, ging er von dort weg. Große Volksmengen folgten ihm, und er heilte sie alle. Dabei bedrohte er sie, dass sie ihn nicht offenbar machten.

Jesu Zurückhaltung und der tiefere Sinn seiner Mission

Frage: Warum?

Zunächst ist immer wieder der Gedanke wichtig, dass es Jesus nie um Popularität geht. Wer Herzen gewinnen will, braucht keine Menschen, die ihn beklatschen. Es ist leicht, durch eine Krankenheilung die Begeisterung eines Menschen zu gewinnen. Doch der Herr Jesus will viel mehr.

Er möchte nicht, dass seine Landsleute sich in die Gaben verlieben, sondern in den Geber. Noch mehr will er erfüllen, was im Alten Testament über ihn, den Messias, gesagt wurde.

In Matthäus 12,16-21 heißt es: Er bedrohte sie, dass sie ihn nicht offenbar machten. Damit erfüllt wurde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: „Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Nationen Recht verkünden. Er wird nicht streiten noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Straßen hören. Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführe zum Sieg. Und auf seinen Namen werden die Nationen hoffen.“

Die Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen im Leben Jesu

Immer wieder muss im Blick auf Jesus betont werden, dass er als Person und sein Dienst im Alten Testament prophezeit werden. Jesus ist nicht irgendein Mensch, sondern er ist Gott, das Wort, das Mensch wird. Er erfüllt alle Vorhersagen, die das Alte Testament über diesen besonderen Knecht des Herrn macht. Dieser Knecht sollte kommen, um das Problem der Sünde ein für alle Mal durch ein stellvertretendes Opfer zu lösen.

Wir tun gut daran, uns mit diesen Verheißungen Gottes zu beschäftigen. So können wir in unserem Kopf ein richtiges Bild von diesem Gottesknecht, also von dem Messias, also von unserem Herrn Jesus, bekommen.

Die innige Beziehung zwischen Gott und seinem Knecht

Punkt eins: Matthäus 12,18
Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, meinen Geliebten, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat.

Bei Jesaja lesen wir: Jesaja 42,1
Siehe, mein Knecht, den ich halte, meinen Auserwählten, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.

Was hier deutlich wird, ist die Nähe Gottes zu diesem Knecht. Er ist sein Auserwählter, sein Geliebter, der gehalten wird und an dem Gott Wohlgefallen hat. Zwischen Gott, der diese Prophezeiung ausspricht, und dem Knecht, der sie Jahrhunderte später erfüllen wird, besteht eine ganz einmalige, innige Beziehung.

Diese Beziehung ist auf Gottes Seite von Fürsorge, Freude und Wertschätzung geprägt.

Vielleicht zum besseren Verständnis: Wenn der Herr Jesus hier als „Erwählter“ oder „Auserwählter“ bezeichnet wird, dann natürlich nicht, weil es im Himmel noch weitere Messiasse zur Auswahl gab, aus denen sich der Vater einen hätte aussuchen können. So ist das nicht gemeint.

Es ist vielmehr so, wie ich meine Frau als meine Auserwählte bezeichne, obwohl sie meine erste und einzige Freundin war. So bezeichnet der Vater den Sohn als „seinen Auserwählten“. Es geht dabei um Qualität. Es ist eine Bezeichnung, die das Einmalige und Besondere des Geliebten zum Ausdruck bringen soll.

Der Knecht des Herrn ist der kostbare Schatz Gottes, an dem seine Seele hängt. Er wurde nicht leichtfertig auf die Erde gesandt, sondern um für unsere Sünden zu sterben.

Das war Punkt eins.

Die besondere Beauftragung durch den Geist Gottes

Punkt zwei. In Matthäus 12,18 heißt es weiter: „Ich werde meinen Geist auf ihn legen.“ Ähnlich wird es bei Jesaja im prophetischen Perfekt ausgedrückt, Jesaja 42,1: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“

Hier wird deutlich, worin das Besondere des Messias liegt. Einerseits ist er ein normaler Mensch, andererseits wirkt Gott selbst in ihm durch Seinen Geist. Für das Alte Testament ist es nicht ungewöhnlich, dass ein von Gott Beauftragter den Geist Gottes empfängt. Dennoch wird dieser Aspekt beim Knecht des Herrn besonders betont.

Warum? Die Antwort lautet: Der Geist steht für die Beauftragung. Wer den Geist empfängt, hat eine Aufgabe erhalten. Dieses Prinzip gilt übrigens bis heute und damit für jeden Christen. Der Geist ist da, weil es eine Aufgabe zu erfüllen gibt, für die wir den Geist brauchen.

Wir haben eine Aufgabe, die wir nicht aus uns selbst heraus bewältigen können. Wir werden nur dadurch tauglich, dass wir Gott wirken lassen. Sein Geist in uns ist die Quelle der Kraft, der Begabung und aller Orientierung. Wo der Geist in einem Menschen wohnt und wirkt, da ist dieser Mensch auf eine einmalige Weise mit Gott verbunden.

Wir sehen das vielleicht nirgends deutlicher als bei dem Herrn Jesus. Was er tut, das tut er in der Kraft des Heiligen Geistes, als ein vom Heiligen Geist Begabter und Geleiteter. Genau diese Besonderheit macht den Herrn Jesus für uns zum absoluten Vorbild, wenn es darum geht, wie man mit Gott lebt.

Das Leben mit Gott ist immer ein Leben als geliebtes Kind, das vom Geist geleitet wird. Der Geist, der unseren Herrn gestärkt, beschenkt und geleitet hat, wirkt auch in uns.

Geografische Einordnung und Abschluss

Du könntest dir auf einer Karte anschauen, wo die Gebiete Galiläa, Judäa und Idumäa sowie die Städte Tyrus und Sidon liegen.

Das war's für heute. Du kannst dir den Podcast übrigens auch in der Frogwords-App anhören. Dort findest du auch die Skripte zu den jeweiligen Episoden.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.