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Die Reise der Königin von Saba

01.10.2010
Treuer Dienst wirkt oft unsichtbar – und kann Leben verändern, ohne dass du es je erfährst. Die Frage ist: Lebst du für schnellen Erfolg oder für bleibende Frucht?

Einleitung in die Reisegeschichte

Hinterher kommt ein Missionar auf ihn zu und sagt: Den Mann kenne ich auch.
Ich war Regierungsbeamter und wurde von der indischen Regierung nach Australien geschickt, um dort geschäftliche Dinge zu besprechen. Am letzten Tag wollte ich noch Spielzeug für meine Kinder auf der George Street kaufen. Da kommt ein alter Mann, gibt mir eine kleine Schrift und fragt mich, ob ich in den Himmel komme, wenn ich in dieser Nacht sterben würde.
Und er sagte: Ich nahm die Schrift an, ich wurde ganz unsicher, ich hatte darauf gar keine Antwort. Als ich wieder in Indien mit dem Flugzeug landete, ging ich zum Hindu-Priester und fragte ihn: Können Sie mir sagen, wie ich in den Himmel komme? Und er sagte: Nein, das weiß ich nicht. Aber da hinten, am Ende der Straße, da ist ein Missionshaus, und da sind Leute, die so etwas wissen.
Und er ging dorthin und sagte: Das ist hier meine Geschichte. Könnt ihr mir erklären, wie ich in den Himmel komme? Da sagten die: Das können wir durch den Herrn Jesus. Sie haben mir etwas erklärt. Er kam zum Glauben und wurde Missionar. Er hat die Regierungsgeschäfte aufgegeben.
Es kommen noch ein paar andere Geschichten hinzu, ich will es nur kurz machen. Jedenfalls kam es irgendwann einmal so, dass dieser Pastor nach Australien reiste. Er kam nach Sydney und fragte dann in einer Gemeinde: Kennt ihr diesen Mann, der schon jahrelang diesen Dienst mit den Traktaten tut?
Und der Pastor sagt: Ja, ich habe davon gehört, aber der ist schon so alt, der tut das nicht mehr. Aber wisst ihr, wo er wohnt? Ja, da irgendwo muss er wohnen. Dann können wir da mal hingehen.
Und dann gingen sie hin und fanden in der Wohnung inzwischen einen sehr alten Mann. Er hat ihnen dann Tee angeboten. Die Hände waren schon so zitterig, dass das schon noch ein bisschen daneben ging. Und dann fragte dieser Pastor: Sagen Sie mal, wie lange machen Sie das schon?
Dann sagt er: Ja, vierzig Jahre.
Vierzig Jahre, sagt er. Und haben Sie jemals gehört, dass Menschen dadurch zum Glauben gekommen sind? Nein, sagt er, nie, habe ich nie gehört. Ich habe das im Gehorsam getan, sagt er. Ich war auf einem Kriegsschiff und ich war ein Rabauke. Und als ich dann einmal sehr schwer krank wurde auf diesem Kriegsschiff, da kam ein Mann zu mir. Und der blieb bei mir und ging nicht von meiner Seite, obwohl ich ihm sehr stark zugesetzt hatte. Er war Christ, und er hat mir das Evangelium erklärt. Ich habe mein Leben total verändert.
Und ich habe damals Gott versprochen, dass ich an jedem Tag zehnmal ein Zeugnis geben werde. Und er sagte: Das habe ich vierzig Jahre durchgehalten. Wenn ich selbst einmal krank war, dann fehlten mir ja einige Zeugnisse. Dann habe ich das nachgeholt an den anderen Tagen, an denen ich dann mehr getan habe.
Und dann packte der Pastor aus und erklärte, was nun alles durch seinen Dienst geschehen war: dass er auf der ganzen Welt Menschen zum Glauben gebracht hat und sie sogar zu Missionaren gemacht hat, sodass diese wiederum auch viele andere zum Glauben gebracht haben. Und wir sehen: Es hat sich unglaublich gelohnt, dieser Dienst in der Treue.
Und ich möchte uns das als Ermutigung sagen: Wir werden einen Dienst finden, den wir nur allein tun können. Aber dass wir Gold sammeln, Gold, Gold, Gold, das wird umgewandelt in Gold, und 120 Cent Gold wollen wir unserem Herrn Jesus mitbringen, wenn wir ankommen. Dass wir unser Leben nicht vergeuden und verschleudern mit allem möglichen Blödsinn, was wir tun, sondern dass wir unser Leben einsetzen, um Gold zu gewinnen für die Ewigkeit, das bleibend ist. Dazu möchte ich uns ermutigen.
Diese Geschichten bringen das so deutlich zum Ausdruck. Es kommt überhaupt nicht darauf an, dass wir hier in Raum und Zeit etwas davon sehen, was wir gesät und getan haben. Sein Tag wird das alles offenbar machen. Wenn wir die Reise beendet haben und bei ihm angekommen sind, dann werden wir die Menge Gold sehen, die unser Leben bewirkt hat. Das will uns dieser Text sagen, das sehen wir.
Aber jetzt geht das weiter: Nachdem wir unser Gold als Gastgeschenk sozusagen abgegeben haben bei unserem König, da kommt der König jetzt. Und was macht er? In Vers zwölf heißt es: Und der König gab der Königin von Saba alles mehr als die Gastgeschenke, die sie dem König gebracht hatte.
Jetzt kommt er, er ist ja reich, unendlich reich, unser König Jesus, und jetzt beschenkt er uns. Und hier sehen wir: Er gibt alles. Und wenn die Bibel davon spricht, wie unser König gibt, dann merken wir, es fehlen uns die menschlichen Worte. Da heißt es in Lukas 6,38: Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen.
Wenn jetzt der König anfängt zu schenken, wir sehen: Das lohnt sich, zu diesem König zu gehören. Ist das nicht gewaltig? Das wird uns alles hier in dieser Reisegeschichte übermittelt. Ich habe gestaunt, was da alles drinsteckt in diesem Text.

Staunen über das, was am Ziel sichtbar wird

Und jetzt kommen wir noch zu Vers vier bis sechs, auch eine spannende Passage dieser Reisegeschichte. Und hier heißt es:
Da geriet sie vor Staunen außer sich und sprach zu dem König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe. Ich aber wollte es nicht glauben, bis ich gekommen bin und es mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte hat man mir gesagt. Du bist größer als die Kunde sagte, die ich vernommen habe.
Da wurde mir deutlich: Das ist genau unser Ausdruck. Wir sind ja die Königin von Saba. Wir kommen an im Königreich, und wir werden staunen. Und wir sagen: Man hat uns ja auf der Erde noch nicht mal die Hälfte von dem gepredigt, was wir jetzt sehen. Nicht die Hälfte. Alles, was wir hier tun, ist ja nur bruchstückhaft, das, was wir in Augenschein nehmen werden, wenn wir den König direkt von Angesicht zu Angesicht sehen werden und ihm gegenüberstehen werden, und das in Ewigkeit.
Der Text hier im hebräischen Text, da steht sogar: Es blieb kein Lebensodem in ihr. Ist das nicht gewaltig? Also die war so erstaunt, man kann sagen, der Lebensodem stockte ihr, ihr blieb die Luft stehen. Ich möchte mal sogar so sagen: Ihr blieb im Augenblick das Herz sogar stehen, als sie das sah. Und dann allmählich schlug das Herz wieder weiter. Merken wir: Das ist Staunen. Staunen über Staunen. So wird es uns ergehen, wenn wir unseren König sehen.
Und sie sagt dann: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deiner Weisheit gehört habe. Ich wollte es nicht glauben, bis ich gekommen bin. Nun sehe ich mit eigenen Augen deine Weisheit und alle deine Herrlichkeit.
Aber so werden wir es auch sagen: König Jesus, jetzt sehen wir dich, die ganze Herrlichkeit. Das haben wir uns nicht erahnen können, nicht denken können. Nicht die Hälfte hat man mir gesagt.
Von diesem Staunen wurde mir etwas deutlich an dem Besuch unserer Bundeskanzlerin, als sie am 3. November 2009 vor dem amerikanischen US-Kongress gesprochen hat. Das kommt sehr, sehr selten vor, dass ein Ausländer dort eine Rede halten darf, aber sie durfte das. Es war eine ganz große Auszeichnung. Und in den Zeitungen stand, dass siebenmal der ganze Kongress aufgestanden ist und Beifall gegeben hat zu ihrer Rede, die sie dort vor dem amerikanischen Kongress hielt.
Und dann ist bei mir hängen geblieben, was sie gesagt hat. Sie sagte den Leuten: Ich bin in der DDR aufgewachsen, und wir haben sehr wenig Information über Amerika bekommen. Aber das bisschen, was ich gehört habe über Amerika, hat bei mir die Sehnsucht erweckt, dieses Land möchte ich doch irgendwann vielleicht einmal sehen.
Und dann sagte sie: Ich kann es nicht fassen, heute stehe ich als Vertreter des gesamten deutschen Volkes vor Ihnen. Und ich darf Ihnen hier eine Rede halten. Das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können.
Und an dieser Begebenheit wurde mir deutlich: So wird es uns ergehen. In den kühnsten Träumen können wir nicht erahnen, wie herrlich es bei unserem König Jesus sein wird. Da können wir denken und denken: Nicht die Hälfte hat man uns gesagt, und nicht die Hälfte können wir erahnen.

Der Weg durch die Wüste des Glaubens

Jetzt befinden wir uns in einer besonderen Situation. Wir wissen um diesen König, wir wissen um dieses Königreich, und ich hoffe, dass uns eine tiefe Sehnsucht packt und wir sagen: Da wollen wir hin, das soll mein ewiger Platz sein.
Aber jetzt können wir auch hier wieder an dieser Reisegeschichte der Königin von Saba lernen, was sie gemacht hat. Sie hat sich auf den Weg gemacht. Sie hat ihren Palast verlassen, hat eine Karawane zusammengestellt mit Kamelen und mit allem, auch das Gold mitgebracht, und dann zog sie einige tausend Kilometer durch die Wüste. Und dieser Wüstengang war kein Spaziergang. In der Wüste da gibt es Sandstürme, da kann auch mal ein Kamel zusammenkippen, auch ein Wagen bricht zusammen. Da gibt es Schakale, da gibt es Schlangen, mancherlei Nöte.
Und das sehen wir, trifft auch auf uns zu, wenn wir den Palast unserer eigenen alten Vorstellungen verlassen und uns auf die Reise begeben zu diesem Jesus hin. Da ist ein Entschluss nötig, zu sagen: Ich will das, ich mache mich heute auf den Weg zu diesem König. Ich habe keine Lust, in die Hölle zu kommen. Das ist der einzige Platz, der noch übrig bleibt. Entweder werden wir ewig beim König sein, oder wir werden ewig in der Hölle sein, das sagt die Bibel ganz klar.
Ich habe mich mit meinem Leben ganz hundertprozentig entschieden. Ich will diesem Jesus folgen, und ich möchte einmal in diesem ewigen Königreich leben. Und das möchte ich uns allen empfehlen, wenn wir das noch nicht gemacht haben. Machen wir uns auf die Reise zu diesem König hin, das lohnt sich. Das ist die lohnendste Reise, die es überhaupt gibt.
Und ertragen wir dann auch ein Stück der Schwierigkeiten in der Wüste. Es ist nicht der rote Teppich ausgerollt, auf dem wir jetzt da mit dem ICE ins Himmelreich fahren, keineswegs. Es ist Wüste angesagt, mit Krankheit, mit Not, mit Problemen. Und wer mit Jesus geht, der wird nicht davon verschont. Das wird er erleben. Aber die Wüste hat am Ende ein großes Ziel. Wir kommen bei dem König an, und wir kommen aus dem Staunen nicht raus.
Und diese Reise, das ist das Großartige, können wir heute Morgen beginnen. Wir starten, wir sagen: Jetzt mache ich mich auch auf den Weg, da will ich auch hin, das ist auch mein Ziel. Ich möchte in diesem Himmelreich ankommen, bei meinem König, bei meinem ewigen König Jesus, und will staunen, dann immer bei ihm zu sein.
Ich will es mal bildlich ausdrücken: Spanne jetzt deine Kamele an, aber ran, an den Wagen ran, und dann auf geht’s. Heute geht die Reise los. Wir sind ja Königin von Saba, manche sind schon unterwegs, sind schon vielleicht drei Jahre unterwegs, befinden sich schon in der Wüste. Nun ist in der Wüste nicht immer Krankheit und Sandsturm angesagt, manchmal ist ruhige Luft, und es gibt auch keine Schlangen, es gibt auch gute Zeit in der Wüste. Aber man muss wissen: Man ist nicht im Himmel, man ist in der Wüste.
Aber wir machen uns auf den Weg, und das gilt auch heute für uns. Wenn wir noch nicht eindeutig wissen, dass wir unterwegs sind auf dieser Reise, dann aber sofort die Kamele rausholen und dass wir uns auf den Weg machen. Heute beginnt unsere Reise. Wer das noch nicht mit Jesus festgemacht hat, der soll dann aber mit großer Gewissheit auch das Ziel erreichen. Und dafür hat der Jesus uns genug mitgegeben an Proviant, an allem, was wir brauchen, um gut und sicher durch die Wüste zu kommen, um das Ziel zu erreichen. Das ist das, was er uns anbietet.
Und es wäre unglaublich schön, wenn jeder, der heute hier in der Halle ist, am Ende sagen kann: Ich bin auch unterwegs. Ich habe mich für Jesus Christus entschieden, ihm ganz und gar zu folgen, und ich werde ihm dienen mit allem, was ich kann und habe, denn ich möchte ihm viel Gold mitbringen. Er wird das umwandeln.
Dazu wollen wir uns ermutigen und die Reise fortsetzen, wenn wir schon mit ihm unterwegs sind. Und wer das noch nicht gemacht hat und merkt: Ich bin da so richtig noch gar nicht unterwegs, der kommt einfach hier hinten durch diese Tür geradeaus durch. Wir haben einen großen Raum zur Verfügung, und kommen wir dorthin und machen die Sache fest. Und dann marschieren wir in dieser wunderbaren Kolonne, in unserer großartigen Karawane, die das größte Ziel hat, das je den Menschen gegeben worden ist. Ist das nicht großartig? Dazu kann man nur ermutigen, dass wir uns da auf den Weg machen.
Wir wollen unserem Herrn Jesus danken für diesen Reichtum, den er für uns bereithält, und dass er uns alle einlädt und uns alle so zur Königin von Saba gemacht hat. Wir wollen ihm dafür danken. Ich möchte beten mit uns. Wir haben lange gesessen, wem es möglich ist, vielleicht stehen wir einmal auf zum Gebet.
Lieber Vater in dem Himmel, wir danken dir in Jesu Namen für dein gewaltig großes Himmelreich, dein Königreich, wo du, Jesus Christus, der ewige König bist. Und du lädst uns heute ein und sagst: Komm, steige ein in die Karawane und mach dich auf die Reise, die Reise, die das größte Ziel hat, was es je gegeben hat, und wir sind geladen, dort mitzukommen. Danke, Herr Jesus, dass du jeden von uns meinst. Ach, Herr, schenk es doch, dass niemand zurückbleibt von denen, die heute hier sind, so am letzten Tag unserer Veranstaltungsreihe. Vielleicht hat es manch einer aufgeschoben. Ach Herr, gib Gnade, dass wir heute kommen und das festmachen und dann gewiss sind, wir werden mit dir das Ziel erreichen. Lob und Dank sei dir, du unser Jesus Christus, du unser ewiger König. Amen.
Einen schönen guten Morgen, wir grüßen uns sehr herzlich zu diesem Gottesdienst. Ich freue mich, dass Sie gekommen sind von nah und fern. Gestern sagte mir jemand, er war 150 Kilometer weit gefahren, um hierher zu kommen. Das macht natürlich Freude, wenn man sieht, es besteht so ein großes Interesse an dem, was hier gesagt wird.
Auch dieser Vortrag wird heute Morgen wieder aufgenommen, Christian Brand nimmt das auf und hat also dann eine fertige CD von diesem Vortrag. Wer alle nimmt von allen vier Veranstaltungen, kann sich eine fünfte gratis aussuchen. Diese CDs haben eine große Wirkung.
Neulich sagte mir jemand, der eine lange Autofahrt von der Schweiz bis zur Ukraine vorhatte, und das sind ja wirklich weit über tausend Kilometer, die er zu fahren hatte. Und er hatte gut vorgesorgt, er hatte sich mehrere CDs mitgenommen, die er irgendwo von den Christian wohl erworben hatte. Und er sagte: Ich habe dann eine CD nach der anderen immer reingeschoben in meinen CD-Rekorder. Und er sagte, nach der dritten CD konnte ich nicht anders, ich musste rechts ranfahren und habe mich erst mal bekehrt. Es wurde immer wieder gesagt: Bekehr dich, damit du in den Himmel kommst, und er sagte, das musste ich erst mal tun.
Und das war ein schöner Bericht, eine gute Rückmeldung, was die Wirkung ist. Also auf diese Weise geht die Veranstaltung weiter, auch wenn jemand nicht hier gewesen ist. Man kann das irgendwo hinschicken, und Gott kann das benutzen, um Menschen in den Himmel zu bringen.

Vier biblische Reisen als Deutungshorizont

Wenn wir uns die Bibel anschauen, stellen wir fest, dass es dort vier grosse Reisegeschichten gibt, in denen Menschen von weit her, also aus dem Ausland in Bezug auf Israel, nach Israel gereist sind. Zwei dieser markanten Reisen finden wir im Neuen Testament und zwei andere im Alten Testament.
Im Neuen Testament haben wir den Bericht der Waisen aus dem Morgenland, die den neugeborenen König der Juden aufsuchten, um ihn anzubeten. Und wir haben dort die Reise des Finanzministers von Äthiopien, der ebenfalls eine sehr weite Reise per Karawane angetreten hatte, um Gott zu suchen und ihn anzubeten. Er fand dann Gott in Jesus Christus in der Wüste bei der Rückreise.
Im Alten Testament haben wir den Bericht des syrischen Hauptmanns, der aussätzig war und in Israel Heilung suchte und fand. Und die vierte Reise ist die der Königin von Saba, die nach Jerusalem reiste, um Salomo zu besuchen.
Wenn wir uns alle diese vier Reisen ansehen, stellen wir fest, dass alle vier Reisenden genau das fanden, was sie gesucht hatten. Sie haben alle grosse Reisevorbereitungen getroffen, denn sie kamen alle von weit her. Nun, der syrische Hauptmann, das war nicht ganz so weit, aber die anderen kamen wohl sehr weit her mit einer Karawane, um dann den Zielort zu erreichen.
Und so schauen wir uns jetzt etwas näher diese Geschichte von der Reise der Königin von Saba an. Wir finden sie im zweiten Buch Chronik aufgezeichnet, Kapitel 9, die Verse 1 bis 12. Es gibt einen Paralleltext im ersten Buch Könige, Kapitel 10, Verse 1 bis 13. Und hier heisst es:
Und als die Königin von Saba die Kunde von Salomo vernahm, kam sie mit einem sehr grossen Gefolge nach Jerusalem, mit Kamelen, die viel Spitzerei und Gold trugen und Edelsteine, um Salomo mit Rätsel fragen zu prüfen. Und als sie zu Salomo kam, redete sie mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte. Und der König gab ihr Antwort auf alles, was sie fragte, und es war Salomo nichts verborgen, was er ihr nicht hätte sagen können. Und als die Königin von Saba die Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, die Speisen für seinen Tisch, die Rangordnung seiner Grossen, das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleider, seine Mundschenken mit ihren Kleidern und seine Brandopfer, die er im Hause des Herrn darbrachte, da geriet sie vor Staunen ausser sich und sprach zu dem König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe. Ich aber wollte es nicht glauben, bis ich gekommen bin und es mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte von deiner grossen Weisheit hat man mir gesagt. Du bist grösser, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe. Glücklich sind deine Männer und diese deine Grossen, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Der Herr, dein Gott, sei gelobt, der dich lieb hat, dass er dich auf seinen Thron gesetzt hat, zum König des Herrn, deines Gottes. Weil dein Gott Israel lieb hat, auf dass er es ewig bestehen lasse, darum hat er dich über sie zum König gesetzt, dass du Recht und Gerechtigkeit übest. Und sie gab dem König hundertzwanzig Zentner Gold und viel Spitzerei und Edelsteine. Es gab keine Spitzerei wie diese, die die Königin von Saba dem Salomo gab. Und der König Salomo gab der Königin von Saba alles, was ihr gefiel und was sie erbat, mehr als die Gastgeschenke, die sie dem König gebracht hatte. Und sie wandte sich und zog in ihr Land mit grossem Gefolge.
Vor einiger Zeit fiel mir ein dickes Buch in die Hände, dreihundert Seiten stark, mit dem Titel Die Königin von Saba. Das interessierte mich natürlich, was dieser Mann darüber schreibt. Und erstaunlich ist: Dieser Mann sagt, wir wissen nichts von der Königin von Saba ausser diesen wenigen Versen in der Bibel. Es gibt keinerlei andere Informationsquelle über diese Königin. Und wie kann man dann dreihundert Seiten schreiben? Erstaunlich!
Aber er schreibt auf dem Buchrückentext von dieser Königin: Sie ist eine der berühmtesten Gestalten der Weltgeschichte, und doch weiss niemand, wer sie wirklich war. Die geheimnisvolle Königin aus dem sagenumwobenen Reich der Sabeer lebt seit fast dreitausend Jahren in verschiedenen Kulturen fort, in der jüdischen Legende wie in der islamischen Mythologie. Es sind viele Romane über die Königin von Saba geschrieben worden, Komponisten haben Musik gemacht, und es sind etliche Filme über die Königin von Saba gedreht worden.
Aber es fällt auf, wenn wir diesen Text jetzt eben gehört haben, dass wir mancherlei Informationen, die wir gerne über diese Königin hätten, gar nicht bekommen. Wir wissen noch nicht einmal, wie sie heisst. Das ist insofern sehr erstaunlich, denn in der Bibel spielen Namen eine aussergewöhnlich grosse Rolle. Aus einem Jakob, einem Betrüger Jakob, wurde ein Israel, aus einem Petrus wurde ein Fels, ein Kephas. Und wir sehen: Namen und Namensänderungen spielen in der Bibel eine aussergewöhnlich grosse Rolle. Aber hier haben wir es mit einer Königin zu tun, und der Name wird uns vollständig verschwiegen. Merkwürdig.
Das ist das Erste, was mir hier in diesem Text auffällt, dass sie gar nicht namentlich benannt wird. Weiterhin wissen wir auch nicht, welche Sprache sie gesprochen hat, denn sie kam vom Süden und sie kam mit einer Karawane, also offensichtlich sehr weit her. Und da sprach man eine andere Sprache. Konnte sie Hebräisch? Hat sie das einmal in der Schule gelernt? Wie hat sie sich mit Salomo unterhalten? Wie ging das? Das wird uns alles nicht berichtet.
Ja, wir kennen noch nicht einmal das Land, aus dem sie kam. Im Süden, ja, das ist sehr allgemein gehalten. Die Äthiopier haben sie okkupiert und haben gesagt, ja, die kam aus unserem Land. Aber das kann man nicht belegen, das weiss niemand. Also auch das ist eine offene Frage.
Und dann haben wir gehört in diesem Text, dass dort die Königin dem Salomo Rätsel fragen gestellt hat. Hat sie sich wohl feinsäuberlich überlegt? Jetzt würden wir gerne wissen, was das dann für Rätsel waren. Die könnten wir uns ja auch dann gegenseitig einmal stellen. Aber auch das wird uns verschwiegen. Merkwürdig, merkwürdig. Wir sehen: Die meisten Fragen, die wir haben, werden uns an diesem Text überhaupt nicht beantwortet.
Eigentlich könnte ich jetzt aufhören zu predigen, denn offensichtlich fehlt uns sehr viel Information über diese Königin. Aber eines können wir festhalten: Es war hier jedenfalls ein Staatsbesuch, also eine Königin besucht hier einen König. Das können wir diesem Text schon einmal entnehmen.
Nun, Staatsbesuche kennen wir auch in unseren Tagen. Es kommt immer wieder vor, dass sich die Staatsoberhäupter verschiedener Länder treffen, zu Arbeitsbesuchen, zu Freundschaftsbesuchen und zu allem Möglichen, was es da zu besprechen gibt. Ich erinnere mich noch an den G8-Gipfel, wo die führenden Vertreter der Nationen dieser Welt sich getroffen haben, an der Ostsee, in dem Kurort Heiligendamm. Das Einzige, was bei mir hängen geblieben ist von diesem Gipfel, der dort am 8. Juni 2007 stattfand, ist dieser riesige Strandkorb, wo all diese Staatsoberhäupter dann Platz genommen haben, und mittendrin sass dann unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel. Und diese Bilder gab es in allen Zeitungen, die gingen um die Welt. Das war vom G8-Gipfel jedenfalls das, was bei mir so hängen geblieben ist. Das war ein Staatsbesuch. Der Staatsbesuch einer Königin.
Ich muss sagen, ich habe auch einmal einen Staatsbesuch einer Königin erlebt. Allerdings kam sie nicht zu mir, sondern sie kam nach Hannover, das war die englische Königin. Ich war damals Student an der Technischen Hochschule in Hannover, und es wurde angesagt, sie wird durch die Herrenhäuser Allee fahren. Da standen diese uralten, über einige hundert Jahre alten Linden, riesig alte Linden. Das war eine wunderbare Allee, und als Student bin ich jeden Morgen mit dem Fahrrad durch diese Allee gefahren, das kannte ich also. Und jetzt auf diesem Weg, wo ich jeden Tag nur längs fuhr mit dem Fahrrad, da kam nun die Königin längs, allerdings mit dem Rolls-Royce.
Und nun war damals die englische Königin eine sehr hübsche Frau, sie war jung. Was machen Studenten, wenn sie hören, da kommt eine schöne junge Frau, noch dazu eine Königin? Nun, wir machten uns auf den Weg und wollten sie einmal sehen. Und so haben wir uns dort hingestellt, schon mehrere Stunden lang. Es waren viele Leute, die dort gekommen waren, und wir haben gewartet, bis die Königin kam. Und dann auf einmal kam der Rolls-Royce angefahren, und es wurde schon etwas dämmerig, erinnere ich mich noch. Dann hat sie im Auto das Licht angeknipst, so dass man sie dann sehen konnte und ihre Schönheit für fünf oder acht Sekunden einmal bewundern konnte. Dann war sie vorbei.
Das war für uns der Staatsbesuch einer Königin, aber ich kann mindestens sagen: Ich war wirklich einmal dabei gewesen. So ist das mit einem solchen Besuch.

Der eigentliche Kern der Begegnung

Der Grund der Reise wird uns hier genannt, und zwar heißt es in Vers 1 und 2: Und da sie zu Salomo kam, redete sie mit ihm über alles, was sie sich vorgenommen hatte. Und der König sagte ihr alles, was sie fragte.
Nun, sie hat sich ein paar sehr schwierige Fragen überlegt, Rätselfragen, und jetzt wird hier leider nur so lapidar gesagt: Der König antwortete ihr alles. Was mögen das wohl für Rätsel gewesen sein? Diese Rätsel wurden später, einige Jahrhunderte später, nachträglich erfunden, und in einer jüdischen Predigtsammlung sind einige davon verzeichnet. Aber das hilft uns auch nicht, denn das waren ja nicht die wirklichen Rätsel, sonst würden wir die ja heute Morgen noch einmal überdenken.
Nun, wenn wir über diese Geschichte dieser Reise nachdenken, sehen wir schon: Der Kernpunkt dieser Geschichte wird sicherlich nicht sein, dass wir uns mit diesen Rätselfragen beschäftigen.
Salomo war ein sehr weiser Mann, und davon lesen wir im 1. Könige 5,9-11, wo es heißt: Und Gott gab Salomo sehr große Weisheit und Verstand und reichen Geist wie Sand, der am Ufer des Meeres liegt. Und er war weiser denn alle Menschen.
Das ist gewaltig. Er war weiser als alle Menschen. Wenn es damals schon das Kinderbuch der Rekorde gegeben hätte, er hätte Platz eins bezüglich Weisheit in diesem Buch. Das wäre ganz eindeutig. Also: der weiseste aller Menschen.
Und in der Tat wird von Salomo berichtet, dass er dreitausend Sprüche und tausend Lieder gedichtet hat. Das ist eine Menge. Tausend Lieder, das ist mehr als ein Kirchengesangbuch. Das ist gewaltig. Und das hat ein einziger Mann geschrieben, gewaltig. Er hat Teile der Bibel geschrieben, das Buch der Sprüche, das Hohelied im Alten Testament und auch den Prediger Salomo. Also er war von großer Weisheit.
Bei der Gelegenheit wollen wir die Frage stellen: Was ist eigentlich Weisheit? War es Weisheit, als die alten Ägypter die Pyramiden gebaut haben? War es Weisheit, als die griechischen Philosophen ihre Philosophie entwickelten? War es Weisheit, als Menschen zum Mond geflogen sind? War es Weisheit, als Karl Marx sagte: Religion ist Opium des Volkes? War es Weisheit, als Lessing die Ringparabel entworfen hat, um damit zu sagen, alle Religionen sind gleich und man muss warten bis nach dem Tode, was dann ist? Sehr gefährliche Gedanken.
Die Bibel sagt uns, dass Weisheit eine Person ist, und zwar diese Person ist Jesus Christus. Und von ihm heißt es im Kolosserbrief 2,3: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Es stellt sich jetzt uns diese Frage: Wie können wir eigentlich an diese Geschichte herangehen, die dort so in der Bibel aufgezeichnet ist? Wir haben schon festgestellt, dass viele Punkte der Informationen, die uns interessieren würden, überhaupt nicht erwähnt werden. Auch die Rätselfragen, die uns sehr interessieren würden, werden uns überhaupt nicht genannt.
Was bleibt da noch übrig an dieser Reisegeschichte? Und ich habe überlegt: Wie kommen wir an den Kern dieser Geschichte heran? Und dann stieß ich auf einen Satz im Neuen Testament, und das war für mich der Schlüssel zu diesem Text. Jesus hat nämlich gesagt in Johannes 5,39: Ihr sucht in der Schrift; denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin, und sie ist es, die von mir zeugt.
Also sagt Jesus hier, und zu der Zeit war das Alte Testament das einzige, was es an Bibel, an Schriften gab. Und er sagt: Wenn ihr dort sucht, im Alten Testament, da werdet ihr mich finden, und ihr werdet das ewige Leben finden.
Nun, wenn Jesus das so generell sagt, gilt das auch für diese Reisegeschichte. Wir müssen also suchen: Wo ist hier Jesus, und wo ist hier in dieser Geschichte das ewige Leben zu finden, obwohl es überhaupt nicht mit Worten erwähnt wird?
Die Bibel gibt nur sehr selten eine Erklärung im Neuen Testament, wie wir einen alttestamentlichen Text so zu lesen haben, dass wir Jesus in dem Text finden. Wir kennen alle die Reisegeschichte des Volkes Israels, als sie auf der Wanderung sind von Ägypten in das verheißene Land und wie es dort in der Wüste bei der vierzigjährigen Wüstenwanderung immer wieder ein Problem gab mit dem Wasser. Denn in der Wüste gibt es ja nicht ständig überall Wasserbäche und Flüsse, das gibt es nicht. Und so gab es das Problem, dass das Volk und auch das Vieh nahe dem Verdursten war.
Und was macht Mose? Mose betet zu Gott und sagt: Was sollen wir tun? Wir haben kein Wasser. Und da sagt Gott zu Mose: Nimm deinen Stab, geh auf den Felsen zu und schlage den Felsen. Und dann wird Wasser rauskommen. Und das tut Mose. Und was passiert? Es kommt Wasser in Hülle und Fülle. Und sie können alle trinken, das ganze Volk bekommt genug Wasser, und auch für das Vieh ist genug Wasser da.
Diese, ich möchte sagen, alltägliche Geschichte, die dort so in der Wüste passiert, dass man Wasser braucht, greift Paulus im Neuen Testament auf und er legt sie aus auf Christus hin. Und er sagt in 1. Korinther 10,4: Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.
Hätten wir das gedacht, dass dieser Fels in der Wüste für Christus steht? Das bedarf schon einer Auslegungskunst, um das zu verstehen, und Paulus erklärt es uns hier. Also der Fels dort, das war Christus.
Es gab in der Wüste später wieder eine Situation, dass es kein Wasser gab, und Mose macht wieder das Richtige. Er wendet sich zu Gott und sagt: Was soll ich tun? Wir verdursten hier. Und Gott sagt: Nimm deinen Stab und rede mit dem Fels.
Und was macht Mose? Der geht auf den Felsen zu und er schlägt ihn wieder, hat aber Gott nicht gesagt, er sollte mit ihm reden. Nun würden wir sagen, das ist eine Spitzfindigkeit, eine Kleinigkeit, es ist doch egal, ob man mit ihm redet oder ob man ihn schlägt, das ist doch ganz egal. Nein, bei Gott nicht. Gott nimmt es sehr genau mit Gehorsam, sehr präzise. Und deswegen, weil Mose ungehorsam war und nicht das getan hatte, was Gott gesagt hatte, durfte er das verheißene Land nur aus der Ferne sehen und durfte es selbst nicht betreten. So genau nimmt Gott das.
Und warum kann man jetzt nachdenken: Warum hat Gott das denn gesagt, dass er jetzt reden sollte und den Fels nicht noch mal schlagen? Das war ja vielleicht, kann man sagen, eine gute praktische Erfahrung, die Mose schon gemacht hatte. Das Schlagen, das bringt etwas, da habe ich schon Erfahrung drin, das weiß ich, das geht, und jetzt sollte er plötzlich reden.
Nun, Gott wollte mit dieser Situation in der Wüste eine besondere Lehre, eine bildhafte Lehre, uns erteilen über Jesus, denn Jesus ist der Fels. Der Fels, Jesus, wird nur ein einziges Mal geschlagen, und das war am Kreuz. Am Kreuz wurde Jesus sehr heftig geschlagen wegen unserer Sünde. Das wollte Gott deutlich machen. Einmal wird der Fels geschlagen, aber dann geht man zu dem Felsen hin, zu Jesus, und redet mit ihm. Nie wieder wird Jesus geschlagen wegen unserer Sünde, sondern wir gehen zu ihm hin und sagen: Herr Jesus, hier und da habe ich gefehlt, du kennst meine Sünde, ich bitte dich, vergib mir das. Wir reden mit dem Fels. Das Schlagen fand nur ein einziges Mal statt. Und das wollte nun Gott deutlich machen anhand dieser Begebenheit in der Wüste.
Wir sehen auch hier wieder die Bedeutung auf Christus hin, dass man jetzt mit ihm redet, und der Mose macht das kaputt. Wir sehen also: Alle diese Geschichten des Alten Testamentes haben also eine Bedeutung auf Christus hin. Und das muss man sehr säuberlich überlegen: Was ist der Kernpunkt der Geschichte, der auf Christus hindeutet und auf das ewige Leben?
Und wir haben schon den Schlüsselvers gefunden, wo Jesus sagt: Ihr sucht mich in der Schrift, und ihr werdet mich finden. Wo finden wir wohl jetzt Christus in dieser Reisegeschichte?
Wenn Salomo der weiseste aller Menschen war und wenn Christus die Weisheit in Person ist, können wir schon erkennen: Es ist naheliegend, in Salomo die Person von Jesus zu sehen. Ja, das ist eigentlich sehr einleuchtend.
Aber jetzt kommt noch die zweite Frage: Wer ist eigentlich die Königin von Saba? Wer ist das? Nun, ich bin darauf gekommen: Weil der Name der Königin nicht genannt wird, können wir jetzt unseren Namen einsetzen. Das heißt, jetzt, von nun an, von dieser Minute an, sind wir Königin von Saba. Ist das abgemacht? Alle Mann, und zwar nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer. Also auch die Männer werden heute Morgen befördert zur Königin von Saba, alle, auch die Kinder, alles, wer hier ist, alle sind Königin von Saba.
So gehen wir jetzt an die Geschichte heran, und wir ziehen den Bogen noch weiter. Wir sind nicht nur Königin von Saba heute Morgen, sondern das bleibt. Vergessen wir das nie, wenn wir vier Wochen später noch mal zurückdenken an diesen Gottesdienst und wir fragen uns: Wer bin ich eigentlich? Antwort: Ich bin Königin von Saba.
Ja, machen wir das mit? Hundertprozentig, wir werden sehen, ob sich das halten lässt und ob das stimmt.

Verheißung, Frucht und die Treue im Kleinen

Also, wir sind von nun an alle Königin von Saba, ohne Ausnahme, ob Mann oder Frau, egal wer. Und das wollen wir jetzt überprüfen, ob das stimmt.
In Vers zwölf, da lesen wir: Der König gab der Königin von Saba alles, was sie erbart. Alles. Das tut Jesus auch mit uns. Wenn Salomo das mit der Königin von Saba tat, jetzt im Ersatz, Jesus tut das auch für uns. Wir sind Königin von Saba.
Denn im Johannes-Evangelium, Kapitel 15, Vers 7, da steht: Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Das ist die weiteste Verheissung, die Jesus gegeben hat. Manchmal staune ich darüber, denke ich: Oh, das ist aber eine Gemenge. Alles, was ihr bitten werdet, nämlich wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben. Dann prüfen wir das erst ab: Sind wir in Jesus, sind wir in seinem Wort, und dann dürfen wir bitten, was wir wollen. Und er wird es geben. Das ist das Gewaltige.
Im Markus-Evangelium wird uns berichtet von einem Vater, der mit einem besessenen Knaben zu Jesus kam. Und der Vater sagt: Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns. Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst. Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Alle Dinge. Und das hat er auch erfahren.
Ich kann mir vorstellen, der hat vielleicht alle möglichen Ärzte aufgesucht wegen des besessenen Knaben. Keiner konnte ihm helfen, und Jesus macht ihn frei. Jesus kann alles. Kann er wirklich alles?
Ich will uns eine Geschichte erzählen, die mich auch tief beeindruckt hat. Die hat mir mein Schweizer Freund Paul Koch erzählt, der viel in der Sowjetunion, der ehemaligen Sowjetunion, unterwegs ist. Und da ist Folgendes passiert in einem Dorf in Sibirien. Da lebte ein Mann, und dieser Mann nannte sich Atheist. Er glaubte an keinen Gott, es gibt auch keinen Gott. So war seine Meinung, und das wussten die auch im Dorf, dass er so denkt.
Und eines Tages war er dort im Waldgebiet in der Taiga unterwegs, und plötzlich kommt er an eine Lichtung, wo es also da keine Bäume gibt. Da fällt ihm die Frage nach Gott wieder ein. Und er macht Folgendes: Er dachte, hier ist kein Mensch, hier hört mich keiner, höchstens ein paar Bären vielleicht und ein paar Ameisen oder was da alles so rumkrabbelte, nicht wahr? Und da schreit er ganz laut in dieser Lichtung hinaus: Gott, wenn es dich gibt, dann zeig mir das, aber bitte sofort. Was ein tolles Gebet! Schreit dort in der Lichtung: Gott, wenn es dich gibt.
Und was macht Gott? In der Sekunde, der hat das kaum ausgesprochen, da fällt vom Himmel ein Buch runter, ihm genau vor die Füsse. Und er ist total perplex, er denkt: Was ist nun los? Er greift zu dem Buch und liest, und da steht vorne drauf auf der ersten Seite: Bibel. Ja, das russische Wort für Bibel. Und er schlägt das auf und sieht in russischer Sprache geschrieben. Boah, denkt er, das ist ja gewaltig. Und er überlegt so: Da hat doch dieser Gott, den es ja offensichtlich jetzt doch gibt, in seiner Himmelsdruckerei ganz schnell eine Bibel gedruckt und psch, ab damit. Und dann ein paar Flugposten, nicht wahr, legt ihm die vor die Füsse.
Der ist total erschrocken und von Sinnen, kann man fast sagen. Der rennt nach Hause und geht in das Dorf und erzählt den Leuten. Er sagt: Leute, was ich heute erlebt habe, das ist nicht zu fassen. Stellt euch vor, sagt er, dort in so einer Lichtung, da schreie ich zu Gott: Wenn es dich gibt, und in der Sekunde fällt dieses Buch hier runter.
Die Leute können es auch nicht fassen, sagen: Das gibt es doch gar nicht. Und sie sagen: Zeig mal her, man muss mal lesen, was da drinsteht. Und sie haben das gelesen. Und was passiert hier? Genau das, was Jesus sagt: Wenn ihr mich sucht in der Schrift, was passiert dann? Dann werdet ihr mich finden. Und die Leute lesen das, und es ist bekannt geworden, dass dreissig Personen aus diesem Dorf zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben. Gewaltig! Durch diese Bibel, die da so vom Himmel fiel.
Jetzt interessiert uns natürlich noch eine Frage: Wie hat Gott das gemacht? Kam die jetzt direkt von der Himmelsdruckerei, oder wie macht Gott das?
Dazu müssen wir etwas ganz Grundlegendes wissen, was für uns sehr wichtig ist. Auch in unserer Zeit ist es wichtig, dass wir so etwas wissen. Gott tut im Allgemeinen nichts selbst, sondern er benutzt uns Menschen immer. Das will er. Er will immer, dass wir eingespannt sind in seine Arbeit.
Gott hat ein ganzes Universum gemacht durch ein Allmachtswort, dann stand das da. Das ist für uns unfassbar. Das kann Gott, weil er allmächtig ist. Und der Noah sollte eine Arche bauen. Dann hätte Gott natürlich sofort sagen können: Zack! Eine Arche, sie stehe da. Bums, wäre sie fertig gewesen. Tut aber Gott nicht, sondern er gibt diesem Noah den Auftrag: Baue du eine Arche.
Weil nun Noah keine Computer hatte und das nicht berechnen konnte, da hat Gott ihm die Masse gegeben. So und so musste er das bauen, hat ihm die Bauanweisung gegeben, und dann hat Noah das gemacht. Und die Handarbeit, die musste er dann mit seinen Söhnen und was da noch andere eingestellt haben, die das gebaut haben in vielen Jahren. Bis sie dann fertig war. Und so macht das Gott immer. Er spannt uns ein und will uns da drin haben in seinem Werk.
Es wäre viel einfacher für Gott, wenn er jetzt hier heute Morgen einen Engel schicken würde. Wäre doch super, in der Stadthalle Memmingen spricht ein Engel, nicht? Könnten wir gross auf Plakaten schreiben: Heute spricht ein Engel. Das wäre so gewaltig, nicht wahr? Und ich würde da gerne zuhören. Und wenn dieser Engel uns sagen würde: Vor drei Sekunden war ich noch im Himmel, und Gott hat mich geschickt hierher, um hier zu predigen. Das wäre gewaltig.
Der würde sagen: Also, ihr lieben Leute hier, ich war eben bei Gott, ich habe das Angesicht des lebendigen Gottes gesehen und Jesus Christus, ich war vor dem Thron Gottes, und jetzt will ich euch erzählen, wie es dort ist. Wir würden alle genau zuhören und würden staunen, wie der Engel uns das in vollkommener Weise erklärt.
Tut Gott das? Nein. Überhaupt nicht. Gott sucht sich irgendwelche Leute, hier in diesem Fall einen, der ganz am letzten Ende in Ostpreussen da irgendwo auf einem ganz abgelegenen Bauernhof geboren ist, so bin ich da geboren. Und Gott erzieht den irgendwie in seinem Leben. Der geht durch Schwierigkeiten, durch alles hindurch, und irgendwann sagt dieser Gott: Geh hin und predige das Evangelium. Puh, ohne Ausbildung! Ohne Bibelausbildung, keine Bibelschule, alles habe ich nicht gemacht, nur die Bibel gelesen. Und so macht Gott das. Er spannt uns ein und will uns drin haben in seiner grossen Arbeit.
Aber das gilt nicht nur für mich, das gilt für uns alle. Gott will uns alle einspannen in sein grosses Werk der Errettung von Menschen, dass Menschen nicht in die Hölle kommen, das ist die Absicht, das will Gott. Gott will, dass wir in den Himmel kommen. Und dazu benutzt er uns alle. Da sind andere, einige, die verteilen Zettel, einige drucken Plakate, einige machen dies, und einige gehen von Haus zu Haus und laden ein. Alle sind wir beschäftigt und tun das, und am Ende sind Menschen gerettet, die in den Himmel kommen. Ist das nicht gewaltig? So macht Gott das. Er spannt uns ein, er will, dass wir mit von der Partie sind an dem, was Gott tut.
Das ist zunächst einmal etwas sehr Wichtiges, was wir lernen können. Durch die ganze Bibel hindurch: Gott spannt uns ein.
Jetzt ist die Frage: Wie hat das Gott in diesem Fall gemacht? Wie hat er hier Menschen eingeplant? Es ist bekannt geworden, dass dort ein Hubschrauber unterwegs war, und in dem Hubschrauber waren verschiedene Hilfsgüter, also Kleidung aus dem Westen, nicht wahr? So grosse Würste waren da drin in den Paketen. Und da ist ein Russe, der wühlt das alles durch und macht die Pakete auf und guckt und sagt: Oh, hier prima Kleidungsstücke, nicht wahr, können wir gebrauchen in Russland, im Winter wird es sehr kalt, alles okay. Macht das nächste Paket auf, eine dicke Wurst, oh, sagt er, ich habe richtig Appetit, wunderbar so eine Wurst hier. Und so guckt er alles durch und schnüffelt herum.
Und dann plötzlich kommt er in eine Kiste, und da sind Bibeln drin. Und dann sagt er: Bibeln brauchen wir in Russland nicht. Und macht die Luke auf und pst, immer raus damit, schmeisst sie dort einfach über die Taiga ab. Und jetzt fällt eine von diesen Bibeln genau diesem Mann in der Lichtung vor die Füsse.
Ist das nicht toll, wie Gott macht? Also eins habe ich aus dieser Geschichte gelernt: Gott kann unglaublich gut zielen. Nicht unglaublich gut, sehr präzise sogar, auch zeitgenau. Nicht also nicht drei Minuten später, das macht Gott sehr, sehr genau.
Und das wissen wir auch aus der Geschichte von David und Goliath. Der Goliath, ein Riese, gepanzert von oben bis unten, ich weiss nicht, wie viel Kilo Eisen der an seinem Körper trug, damit kein Speer ihn treffen kann. Und er höhnt Gott und sagt: Pfui, keiner kann mich besiegen, ich bin der Grösste, und höhnt darum. Und da ist der kleine David da, steht ihm gegenüber, keine Panzerung, kein Speer, nichts. Er hat nur so ein Ding, ich möchte mal sagen, so ein Stückchen Leder mit zwei Schnüren dran, so eine Fuddel, da möchte ich was mal nennen, und nimmt sich da einen Stein aus der Wüste, macht das so ein bisschen durch die Luft, schleudert das und lässt den Stein los, und zack, der Erste trifft genau den Goliath an einer Stelle, wo es nicht sein darf, wo er verletzt ist. Der kippt um und ist sofort tot.
Ja, das war zielgenau. Ich bin davon überzeugt: Wenn der Stein nach hinten losgegangen wäre, gar keine Frage, der hätte die Kurve gemacht und wäre als Wurfparabel genau an die Stelle gekommen. Weil hier Gott zielt. Das ist das Problem: Gott zielt unglaublich genau. Ich möchte mal so sagen: Wenn Karl May schon um die Ecke schiessen kann, wie viel mehr der David mit Gott, also mit Gott, dass wir das mitnehmen können. Wir können gut zielen, sehr genau, auch im übertragenen Sinne. Das können wir mit Gott alles tun.

Fragen, Leid und die Antwort am Ende

Ich komme zu einem weiteren Vers, der hier steht. In Vers 8 heißt es: Der Herr, dein Gott, sei gelobt, der dich lieb hat, dass er dich auf seinen Thron gesetzt hat zum König des Herrn, deines Gottes.
Ich staune über diesen Satz, den diese Königin ausspricht. Das war eine Heidin, die ja gar keine Bibel in der Hand hatte. Und sie sagt so etwas voller Weisheit. Damit sagt sie genau das, was auch in der Bibel steht. Wir lesen dort in Hebräer 1,8-9, und das ist genau das, was sie sagt:
Aber von dem Sohn spricht Gott in Psalm 45: Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.
Und von diesem Thron, der darauf sitzt, steht geschrieben in Jesaja 9: Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass es Stärke durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Und das sagt diese Frau hier, diese Heidin. Salomo war der erste König nach David, Jesus wird der letzte König sein. Er ist der ewige König, der bleibende König, sein Königreich wird kein Ende haben, immer und ewig. Das sagt diese Königin. Wir sehen: Eine ganz große Weisheit spricht diese heidnische Königin aus.
In Vers 2 lesen wir: Und der König gab ihr Antwort auf alles, was sie fragte. Das tut ja Jesus auch. Er gibt uns Antwort auf alle Fragen. Alles. Wir sehen, da passt das wieder. Wir haben viele Fragen. Wir haben viele Fragen zur Bibel, und wir haben auch viele Fragen bezüglich unseres Lebens. Warum ist dieses und jenes so? Und warum handelt Gott hier nicht? Es gibt ganz, ganz viele Fragen, die wir haben.
Ich nenne mal eine biblische Frage, die mir auch völlig verschlossen ist, wo ich es überhaupt nicht verstehen kann. In der Geschichte von Hiob heißt es, dass der Satan im Himmel ist und mit Gott verhandelt. Der gehört doch längst in die Hölle. Warum ist er im Himmel? Warum darf er im Himmel mit Gott verhandeln über den Hiob? Und wo der Satan sagt: Dem geht es so gut, deswegen folgt er dir. Wenn es ihm schlecht geht, du wirst sehen, wie er sich absagt von dir. Und Gott sagt ihm: Bitte, pack ihn an. Nur das Leben darfst du mir nehmen.
Wir sehen auch hier: Gott setzt Grenzen. Er darf nicht beliebig tun, aber er darf ihn ruinieren, ihm alles nehmen. Die Familie nehmen, den ganzen Besitz, alles, alles, alles ist weg. Und nachher sitzt er dort in tiefster Krankheit, mit einer Scherbe versucht er, die Geschwüre zu öffnen. Unter Wasser, immer eine furchtbar schwere Krankheit hat er. Und er durchleidet das. Und Hiob hat nie erfahren, was der Hintergrund war.
Und ich verstehe auch nicht, warum Gott so etwas zulässt, dass der Satan solch ein Spiel treiben darf. Das ist mir unverständlich. Und die Bibel gibt auch keine Lösung dazu. Und so bleiben wir davor stehen. Wir haben Fragen, auf die wir keine Antwort haben.
Und wenn wir unser Leben hinzunehmen, stellen wir fest, dass auch in unserem Leben eine ganze Reihe von Fragen sind, die wir überhaupt nicht beantworten können. Ich habe schon gesagt: Ich komme aus Ostpreußen, ganz aus einem entlegenen Dorf an der östlichsten Grenze von Ostpreußen, ganz dicht bei Litauen, auf einem Bauernhof geboren. Und dann sind wir geflüchtet, als die Rote Armee nahte. Mein Bruder war damals fünfzehn Jahre alt, und meine Mutter und mein Großvater.
Mit dem Fluchtwagen waren wir unterwegs, und dann ging das los. Zuerst wurde mein Bruder vom Wagen geholt, höchstwahrscheinlich sofort erschossen, weil die da kurzen Prozess gemacht haben. Er kam nie wieder, haben wir nie gesehen. Dann, als wir in einem Dorf wieder zurückkamen, wurden alle Frauen, die noch einigermaßen arbeitsfähig waren, verschleppt und sind nie wiedergekommen. Meine Mutter ist dann schon zwei Monate später, wie wir später von einer Zeugin erfahren haben, gestorben, vielleicht an Typhus oder irgendetwas. Und mein Großvater, als wir dann von den Polen ausgewiesen wurden, der starb draußen vor dem Bahnhof, wo der Abtransport sein sollte. Nun war ich ganz alleine übrig geblieben.
Wenn ich heute zurückdenke, denke ich: Wie kommt es eigentlich, dass ich leben darf? Viele Leute haben die Frage: Warum muss ich so viel Leid tragen? Ich muss umgekehrt sagen: Warum ist es mir so gut ergangen? Warum bin ich durch all diese Wirrnisse des Krieges, mit der Front, mit allem, was es gab, durchgekommen, unversehrt, nicht den kleinsten Splitter abbekommen, gar nichts? Mir geht es gut. Warum? Ich habe die Frage: Warum geht es mir gut? Auch diese Frage bleibt. Und warum wurde der Rest, kann man sagen, der Familie ausgerottet? So kann man es sagen. Das sind Fragen, die wir haben, auf die wir keine Antwort finden.
Und jetzt kommt hier dieser Text, wo da steht: Und der König gab ihr Antwort auf alles, was sie fragte. Und genau das sagt Jesus zu uns. Wir sind ja die Königin von Saba. Und er sagt in Johannes 16,23: Dann werdet ihr mich nichts mehr fragen.
Wann ist das? Das ist, wenn wir im Himmel angekommen sind. Dann haben wir keine Frage mehr, und wir werden all diese Dinge, auch die schweren Dinge des Lebens, die unverständlichen Dinge, wird Gott uns erklären. Er wird dabei alle Tränen von unseren Augen abwischen, für alle Ewigkeit. Und es wird die Freude in Ewigkeit uns durchdringen, und wir werden alles verstanden haben, warum die Wege auf dieser Erde so merkwürdig und unverständlich waren.
Wenn jetzt jedermann von uns seine persönliche Geschichte erzählen würde, dann würde er eine ganze Reihe von Punkten haben, wo er sagen würde: Ich verstehe es nicht, wie Gott hier gehandelt hat. Ich weiß es nicht. Solche Fragen haben wir. Aber wir dürfen wissen von diesem Text: Wir werden einmal jede einzelne Frage unseres Lebens und auch jede schwierige Stelle der Bibel hundertprozentig erklärt kriegen, und wir werden es verstehen. Alles.
Diese Verheißung haben wir, denn wir sind die Königin von Saba. Er sagt uns alles.

Frucht, Gold und die Treue im Alltag

In Vers neun heißt es: Und sie gab dem König hundertzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spitzerei und Edelstein. Das ist auch so ein Satz, den wir eigentlich gar nicht verstehen. Denn König Salomo war ja ein unglaublich reicher König. Er hatte riesige Goldkammern, Diamantenkammern und Kleiderkammern. Also alles, was dieser Mann hatte, das war wirklich gewaltig. Es gab nie wieder in Israel einen so reichen König, der mit so viel Reichtum und Gold gesegnet war, kann man sagen. Unglaublich.
Und jetzt kommt diese Königin von Saba mit ihrer Karawane und bringt noch 120 Zentner Gold dazu. Da kriegt er das ja gar nicht mehr in seine Kammern unter. Das ist ja eine Riesenmenge. Ich habe noch niemals 120 Zentner Gold auf einem Haufen gesehen. Und sie bringt das einfach so locker mit. 120 Zentner, das sind sechstausend Kilo Gold. Oder umgerechnet in handelsübliche Goldbarren, die man bei der Bank kriegen kann, sind das hundertzwanzigtausend Barren Gold. Das ist nicht zu verstehen.
Was soll eigentlich diese Aussage hier in dieser Geschichte, hundertzwanzig Zentner Gold? Wir haben ja schon festgestellt: Die Königin von Saba sind wir. Das heißt also, jetzt in diesem Text gesprochen: Wenn wir bei unserem König ankommen, was ist das Maß, dass wir hundertzwanzig Zentner Gold mitbringen? Das ist eine Herausforderung, oder? Hundertzwanzig Zentner Gold? Wie geht das denn?
Der Jesus hat uns das gesagt, wie das geht. Im Johannesevangelium steht in Kapitel 15, Vers 16: Ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt. Also der Jesus hat uns dazu gesetzt und bestimmt, dass wir Frucht bringen, und unsere Frucht wird bleibend sein in Ewigkeit. Das ist sehr wichtig zu wissen, dass Gott das will, dass wir unser Leben auf Frucht hin programmieren.
Wie entsteht Frucht? Nun, dadurch, dass wir Gott gehorsam sind. Ich will das mal deutlich machen an einer Geschichte. Nämlich, ein kleines Mädchen war da, und dieses Mädchen konnte gerade lesen. Sie bekam eine Kinderbibel, und sie liest in der Kinderbibel, wo da geschrieben stand: Wenn ihr jemandem ein Glas Wasser weiterreicht in meinem Namen, es wird euch in Ewigkeit gelohnt werden.
Oh, dieses Mädchen ist fasziniert von diesem Satz. Was macht sie? Sie rennt in die Küche, holt ein Glas Wasser, nimmt das wörtlich, was da steht. So geht man ja mit der Bibel um. Und rennt raus auf die Straße und will das jemandem geben, das Glas Wasser. Aber da war niemand. Nein, nein, sie gibt nicht auf. Sie rennt weiter die Straße hoch. Die führt oben zu einem Wald hin. Und da kommt ihr ein junger Mann entgegen. Und sie geht auf ihn zu und sagt: Komm her, bitte trink dieses Wasser im Namen Jesu.
Der war ganz außer sich. Der denkt, was ist das denn nur hier? Es ist mir noch nie passiert, dass mir jemand ein Glas Wasser gibt und ich soll es im Namen Jesu trinken. Dann hatte der gerade Durst, und was macht er? Er trinkt es auch aus. Und das Mädchen denkt: Prima, jetzt bin ich mein Wasser losgeworden. Rennt nach Hause, stellt das Glas wieder in die Küche ab. Das war Gehorsam, oder? Umgesetzt, was in der Bibel steht.
Es vergehen viele Jahre. Und dieses Mädchen erlernt den Beruf einer Krankenschwester und arbeitet in einem Krankenhaus. Und eines Tages, was selten vorkommt, wird ein Mann eingeliefert. Und als der seine Tasche auspackt, da holt der eine Bibel raus und legt die Bibel auf den Nachttischschrank. Und dann geht sie da hin und sagt: Oh, ich sehe, Sie haben eine Bibel mitgebracht. Sie sind sicher gläubig? Ja, sagt er, bin ich. Ich lese in der Bibel jeden Tag.
Und da sagt die Krankenschwester: Ach, erzählen Sie doch mal, wie sind Sie denn zum Glauben gekommen? Interessiert mich mal. Ja, sagt der Mann, ich war noch ein junger Mann, und ich sah überhaupt keinen Sinn in meinem Leben. Und ich hatte mir einen Strick eingesteckt und wollte in den Wald gehen und meinem Leben ein Ende bereiten. Ich sah keinen Sinn mehr.
Und er sagte: Dann kam doch so ein Mädchen auf mich zu dort und gibt mir ein Glas Wasser und sagt: Trinkt dieses Wasser im Namen Jesu! Da sagte er, ich war total perplex, was da geschah. Ich trank das Wasser und dann kam ich ins Überlegen: Jesus, Jesus, wie kann ich von dem erfahren? Ich kaufte mir eine Bibel, und dann geschah das, was wir eben auch gesagt haben: Wer in der Schrift sucht, wird mich finden. Und ich fand Jesus.
Da sagte die Krankenschwester: Wissen Sie, wer Ihnen das Wasser gegeben hat, als ich ein kleines Mädchen war? Da hat diese Frau erfahren, dass das, was sie als Kind im Gehorsam getan hat, Frucht gebracht hat. Frucht der Ewigkeit, umgesetzt. Das ist Frucht. Das ist das, was Jesus in Gold verwandelt.
Wenn Jesus auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein verwandelt hat, dann wird er dieses Wasser, das das Mädchen weitergereicht hat, verwandeln in Gold. Das wird Gold werden, Gold der Ewigkeit, unvergänglich. War das eine große Mühe? Überhaupt nicht, da so ein Glas Wasser zu holen. Und so ist es in den meisten Dingen: Was wir tun, ist gar nicht mit viel Mühe verbunden. Aber wenn wir es im Gehorsam für Gott tun, es wird Gold bringen. Gold der Ewigkeit. Was unvergänglich ist.
Und das bringen wir dann unserem König mit, dieses Gold. Das bringen wir mit, weil wir ihn lieben, weil wir ihn schätzen, weil er uns errettet hat. Aus Dankbarkeit sind wir ihm gehorsam.
Es gibt ein Lied, von dem ich schon mehrfach gehört habe. Na, das Lied kann man eigentlich heute nicht mehr singen im einundzwanzigsten Jahrhundert. Und ich sage doch: Es passt genau zu dem, was in der Bibel steht. Und in diesem Lied heißt es:
Muss ich gehen mit leeren Händen, so vor meinem Herrn zu stehen, kann ich keine Seel ihm bringen, keine einzige Gabe sehen, kehrten die verlorenen Jahre nur noch einmal mir zurück, für den Heiland froh zu wirken, wäre dann mein höchstes Glück.
O ihr Christen, wirket emsig, wirket, wie der Tag noch wirkt, werbet Seelen für den Heiland, eh auch euch die Sonne sinkt!
Ein schönes Lied, finde ich. Das ermutigt, das ermutigt, Seelen zu gewinnen für den Herrn Jesus Christus. Das ist gewaltig, was das bewirkt!

Treue, Zeugnis und die verborgene Wirkung

Ich habe eine Geschichte gehört, die mich zutiefst bewegt hat. Es geht um einen Mann, der in Australien, in Sydney, an der Straße stand. Stellen wir uns das einmal vor: 40 Jahre lang hat er dort Traktate weitergegeben. Dort kamen viele Ausländer vorbei, und er sprach sie an. Immer sagte er denselben Satz: Wenn Sie in der kommenden Nacht sterben würden, sind Sie gewiss, dass Sie dann im Himmel sind? Dazu gab er ihnen eine Schrift mit, in der das noch einmal geschrieben stand.
Dieser Mann hat das in großer Treue getan, immer wieder, immer wieder.
Dann passierte Folgendes: In einem Gottesdienst in einer Baptistengemeinde in London war der Gottesdienst schon fast zu Ende, da meldete sich ein junger Mann und sagte: Darf ich noch ein kurzes Zeugnis sagen? Der Pastor antwortete: Wir sind jetzt schon am Ende, aber wenn es kurz ist, bitteschön.
Dann sagte der junge Mann: Ich war in Sydney, und da hat mir ein alter Mann ein Traktat gegeben und mir die Frage gestellt: Wenn du in dieser Nacht sterben würdest, bist du dann im Himmel? Im Flugzeug habe ich das gelesen. Danach bin ich zu einem Freund gegangen, der Jesus kannte, und er hat mir den Weg erklärt. So bin ich zum Glauben gekommen.
Vielleicht war er nach einer Minute fertig, ein kurzes Zeugnis. Der Pastor war von dieser Geschichte zutiefst fasziniert, weil sich das alles in so kurzer Zeit abgespielt hatte, und auch von der Treue dieses Mannes, der das in Sydney getan hatte.
Später fuhr er zu einer Konferenz nach Südamerika. Dort erzählte er diese Geschichte, weil sie ihn so beeindruckt hatte. Es war eine Missionskonferenz. Hinterher kamen drei Missionare auf ihn zu. Sie sagten zu ihm: Den Mann, von dem Sie in Sydney gesprochen haben, den kennen wir. Wir waren nämlich vor 25 Jahren auch in Sydney, und da war genau dieser Mann. Er stellte uns dieselbe Frage und gab uns auch diese Schrift. Wir sind damals zum Glauben gekommen und sind jetzt Missionare geworden.
Da dachte er: Das ist ja eine Geschichte. Ich komme da einfach so hin und erfahre das.
Einige Wochen später hatte dieser Pastor selbst in Indien zu tun. Auch dort war eine Missionskonferenz, und er hatte diese Geschichte inzwischen schon durch das zweite Zeugnis angereichert. Er trug sie sehr faszinierend vor und ...

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